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Autor Thema: PAS - Ausstellung München  (Gelesen 19813 mal)
lotzejong
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Beiträge: 328


« am: 23. März 2011, 23:20:52 »

Die Kinderkommission des Bayerischen Landtags hält am Donnerstag, 24. März 2011, zwei Veranstaltungen zum Thema „Eltern-Kind-Entfremdung“ ab.

 
Um 14.30 Uhr eröffnet Vizepräsidentin Christine Stahl im Vorraum des Senatssaals die Foto-Ausstellung „Eltern-Kind-Entfremdung – Bilder sagen mehr als 1000 Worte.“ Der Verband Anwalt des Kindes (VAK) und PAS-Eltern e. V. (Allen Kindern beide Eltern!) haben diese Präsentation initiiert. Die Kinderkommission nimmt diese Ausstellung als Einstieg in das anschließende Fachgespräch zum Thema Eltern-Kind-Entfremdung, das unter dem Vorsitz von Dr. Simone Strohmayr im Senatssaal des Maximilianeums stattfindet.
>>weiterlesen<<

Fachgespräch der Kinderkommission des Bayerischen Landtags

Liste der Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner:
als Referentinnen/Referenten:

1. Herr Rechtsanwalt Jürgen Rudolph („Cochemer Modell“)

2. Frau Konrektorin i. R. Maria Dorner VAK Bundesverband

3. Frau Christiane Förster, Vorsitzende PAS-Eltern e. V. Vorsitzende Verband Anwalt des Kindes (VAK) Landesverband Bayern
   
4. Herr Rafiq Igbal 1. Vorsitzender VAK Landesverband Bayern Mitglied PAS-Eltern e. V.

5. Herr Edgar Preis Mitglied PAS-Eltern e. V. erwachsenes Scheidungskind

6. Herr Dr. Rupert Pritzl betroffener Scheidungsvater Väteraufbruch für Kinder (VAfK) Ortsgruppe München

7. Herr Gerd Riedmeier Referent und Pressesprecher agens e.V. München


Die Ausstellungseröffnung ist um 14.30 Uhr im Senatssaal des Maximilianeums und ab 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr wird ein Fachgespräch zum Thema stattfinden.

Ausstellungsbilder: >>hier<<

Laut meinen Informationen kann man die Ausstellung nur mit einer Einladung des Bayerischen Landtages besuchen; diese sollte bereits vor Wochen beantragt sein. (Sorry, habe die Info's erst jetzt erhalten) D.h. man kann nicht einfach so morgen hingehen und sich die Ausstellung ansehen und vor allem der Diskussionsrunde beiwohnen. Presseberichte verfolgen!  exclamation_smile

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Ragos
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Beiträge: 108


« Antwort #1 am: 23. März 2011, 23:46:03 »

Ich hatte auf Empfehlung vor kurzem eine Einladung erhalten, und werde da morgen hingehen.

viele Grüße,

Ragos.
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lotzejong
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Beiträge: 328


« Antwort #2 am: 23. März 2011, 23:49:45 »

Hallo,

vielleicht kannst du uns ja darüber berichten?

LG
Steffen
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Ragos
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Beiträge: 108


« Antwort #3 am: 24. März 2011, 18:48:57 »

Hi zusammen,

Eingeladen hatten die Mitglieder der Kinderkommission des bayerischen Landtags:
MdL Dr. Simone Strohmayr (SPD), Vorsitzende
MdL Eva Gottstein (FW)
MdL Petra Dettenhöfer (CSU)
MdL Claudia Stamm (Bündnis90/Grüne)
MdL Brigitte Meyer (FDP)
(nur Damen in der Kinderkommission)

Vorgetragen haben:
Christine Förster, Vorsitzende PAS Eltern
Rechtsanwalt Jürgen Rudolph ("Cochemer Modell")
Rafiq Iqbal, Vorsitzender VAK Landesverband Bayern
Dr. Rudolf Pritzl, betroffener Scheidungsvater, VAfK Ortsgruppe München
Gerd Riedmeier, Referent Forum Mann-Frau München

Insgesamt sehr muntere Diskussion, im Publikum viele Trennungsväter und Mütter. Interessant war mal Rudolph persönlich zu hören. Lösungsansätze gegen PAS wurden viele diskutiert, Rudolph war für verpflichtende Weiterbildung für Richte, Jugendamt, etc, Es gab Stimmen zu härtere Sanktionen gegen entfremdende Elternteile. Sehr nahe ging dem Publikum der Bericht eines Mannes, der als Kind Entfremdung erlebt hatte.

Am Ende konnte jeder, der es im Publikum wollte, ein Statement abgeben, viele haben das genutzt. Ich hatte mit Dr. Zsok, den ich bereits seit längerem kenne, mich ausgetauscht.

Die SPD - Dame Dr. Strohmayr war der Thematik sehr aufgeschlossen, und auch Eva Gottstein hat an bestimmten Stellen immer zustimmend genickt.

Insgesamt eine gute Veranstaltung, es wurde angeregt, diese jährlich zu machen. Aber natürlich haben Landespolitiker in dieser Angelegenheit nix zu sagen...

Sehr patent scheint auch Frau Förster zu sein, um 19:30 Uhr heute abend hat jeder Gelegenheit, sich im Hofbräukeller am Wiener Platz mit ihr zu treffen.

VG, Ragos
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lotzejong
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Beiträge: 328


« Antwort #4 am: 24. März 2011, 21:31:52 »

Hallo Ragos,

vielen Dank für deinen Kurzbericht!

Zitat
Insgesamt eine gute Veranstaltung, es wurde angeregt, diese jährlich zu machen. Aber natürlich haben Landespolitiker in dieser Angelegenheit nix zu sagen...
Leider..., aber somit bleibt diese Thematik in den Köpfen und wird bei entsprechenden Impulsen wieder hervorgeholt. Steter Tropfen höhlt den Stein.  oder  cry_smile

VG
lotz ejong
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Ragos
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Beiträge: 108


« Antwort #5 am: 29. März 2011, 13:34:16 »

Dr. Otto Zsok hat ein ausfühliches Protokoll verfasst von dem Tag und es mir freundlicherweise gestattet, es hier einzustellen:

Dr. Otto Zsok  D – 82256  Fürstenfeldbruck  Ordenslandstraße 7
Tel.: 08141/911 90.  Mobil: 0172-980 40 42 E-Mail: otto@zsok.de
[ oder auch: si@logotherapie.de und: www.logotherapie.de ]

Fachgespräch der Kinderkommission
des Bayerischen Landtags zum Thema
„Eltern-Kind-Entfremdung“
am Donnerstag, 24. März 2011, von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr

[Ein Protokoll für Freunde und Interessenten, geschrieben nach der Sitzung am Abend, 24.03.2011]

Das Fachgespräch findet im Senatsaal des Maximilianeums in Verbindung mit einer Fotoaus-stellung statt: „Eltern-Kind-Entfremdung“ – Bilder sagen mehr als 1000 Worte.
Es sind erschütternde und aufrüttelnde Fotos von Gerhard Scheidig zu sehen und auch Texte zum Thema »Eltern-Kind-Entfremdung«.
Anwesend sind ca. 150 Personen, betroffene Väter und Mütter, Fachreferenten und Politiker, einmal Vertreter der Staatsregierung von vier Ministerien:

1. Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
Frau GABRIELA LERCH-WOLFRUM
Herr Regierungsdirektor RICHARD PAUL
Frau Regierungsrätin JOHANNA SELL

2. Bayerisches Staatsministerium für Justiz und Verbraucherschutz
Herr Leitender Ministerialrat HANS-UWE KAHL

3. Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit
Herr Medizinaldirektor Dr. med. STEFAN GÜNTHER
Frau Medizinalrätin Dr. med. ZEKIYE TOKSOY

4. Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Herr Regierungsdirektor Dr. HARALD NIEDERMAIR
Herr Ministerialrat Dr. ULRICH SEISER

und dann Mitglieder der Kinderkommission des Bayerischen Landtags:
1. Frau MdL Dr. SIMONE STROHMAYR (SPD, Vorsitzende)
2. Frau MdL EVA GOTTSTEIN (FW), stv. Vorsitzende
3. Frau MdL PETRA DETTENHÖFER (CSU)
4. Frau MdL CLAUDIA STAMM (Bündnis90/Grüne)
5. Frau MdL BRIGITTE MEYER (FDP)


Ich [Otto Zsok] bin als betroffener Vater, – der seinen Sohn seit 12 Jahren nicht sehen „darf“, weil die Mutter es so wollte – auch dabei und lausche mit Interesse den Eröffnungsworten von Frau CHRISTINA STAHL, Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags. Sie beginnt pünktlich die Begrüßung und zwei Gedanken merke ich mir:
Kinder dürfen nicht als Waffe eingesetzt werden, wenn Eltern sich streiten.
Es sei ein hochemotionales Thema worüber wir heute „reden wollen“ und, „so meine Meinung, es dürfen auch Emotionen hochkommen und ausgedrückt werden“.
Dann im Senatssaal eröffnet die Sitzung eine Juristin (Frau Dr. SIMONE STROHMAYR, SPD, Vorsitzende). Sie sagt (sinngemäß zitiert):
Angesichts der Scheidungs- und Trennungsproblematik seien alle Betroffene, Eltern und In-stitutionen wie Jugendamt, Gutachter, Familiengericht usw. hilflos und ohnmächtig.
Studien, die wenigen die sie hat einsehen können, ergeben, dass PAS (Elternentfremdung) immer noch ein Tabuthema sei

Statistiken zeigen, nur in Bayern, dass 10,4% Scheidungskinder (in ländlichen Gegenden) und 12% in Großstädten (Bayerns) betroffen sind. Von den Trennungsfällen bei nicht verheirateten Paaren haben wir keine verlässlichen Zahlen.

Nach letzter Statistik (2008) waren in Bayern allein 22.000 Kinder von der Scheidung der Eltern betroffen.
Bei Alleinstehenden zeigt es sich, dass sie nicht nur psychisch, sondern auch materiell oft von Armut betroffen sind.
Wichtigste Fragen, die heute und später diskutiert werden müssen, sind:
  • Wie kann man Verletzungen der Kinder vermeiden – was können wir als Staat und als helfende Institutionen dabei tun? Und:
  • Welche Ausbildung brauchen die „Fachkräfte“, die da behilflich sind?

Es spricht dann Frau CHRISTIANE FÖRSTER, Diplompsychologin und Verhaltenstherapeutin aus Würzburg. Sie sagt, sinngemäß zitiert:

Sie sei in ihrer Praxis seit vielen Jahren immer wieder auf das eine Thema Eltern-Kind-Entfremdung gestoßen. Alle Fachkräfte, die damit zu tun haben, seien hilflos, nicht ausgebildet, nicht vorbereitet auf Konfliktlösung im Interesse der Kinder – wodurch ein zusätzlicher Beitrag zum Entfremdungsprozess geliefert wird, denn viele Kinder verlieren dadurch eine Wurzel ihrer Existenz (den Vater oder die Mutter) und das darf nicht sein!! [Das betont sie besonders vehement.]

Es sei geplant gewesen, dass hier und heute ein 40jähriges Scheidungskind sprechen soll, doch der gemeinte Mann habe sich nicht gut gefühlt und habe abgesagt. Die weitreichenden Konsequenzen der Entfremdung sei aber durch ein kurzes Fallbeispiel illustriert:
Ein 14-jähriges Mädchen schrieb vor 7 Jahren an die Mutter: „Liebe Mama, ich weiß, dass du meine Mutter bist und ich deine Tochter. Zur Zeit bin aber nicht bereit, dich zu treffen. Bitte verstehe mich und akzeptiere meinen Wunsch. Ich melde mich, wenn ich die Bereitschaft in mir fühle“.

Dieser Brief sei vor sieben Jahren geschrieben worden, die betroffene Mutter akzeptierte und respektierte den Wunsch der Tochter und wartet heute noch darauf, dass die Tochter sich meldet.
So sieht oft die Situation aus, sagt Frau Förster und ergänzt: Die Not ist groß, sehr groß!

Es muss uns allen um Prävention gehen, bevor die Eltern den Gang zum Familiengericht wählen.
Seit 2006 gibt es weltweit am 25. April Veranstaltungen zum Thema Eltern-Kind-Entfrem- dung. In Brasilien [aber auch in Frankreich und Norwegen] sei es strafbar, wenn ein Elternteil das Kind vom anderen Teil entfremdet.
Und was ist bei uns in Deutschland? ...
  • Wir brauchen nationale und internationale Fachtagungen zum Thema
  • Wir sollten die Cochemer Praxis forcieren
  • Wir sollten die breite Öffentlichkeit in Deutschland sensibilisieren.

Dazu soll auch ein Kurzfilm von 30 bis 40 Sekunden dienen, der ein Filmemacher (JOHANNES BEETZ??) jetzt vorstellt. Der Filmemacher tritt zum Mikrophon und sagt:
Stellen Sie sich eine junge Frau vor, die in einem Kaffe sitzt. Die Kamera zeigt ihr Gesicht und während sie zu sprechen beginnt, hat der Zuschauer den Eindruck, dass sie zu ihrer Freundin spricht, die gegenüber sitzt. Die Frau äußert empört und zornig: „Also wenn ich heute an ihn denke, hasse ich ihn. Wie konnte ich bloß solch einen Mann lieben und ihm ver-trauen? Ich kann ihn nicht ausstehen, ich hasse ihn“. Dann zeigt die Kamera die Frau von der Seite und dann sieht man plötzlich wie das Bild sich weitet und ihr gegenüber sitzt – ihr siebenjähriger Sohn. Der Zuschauer merkt, wie verstört der Junge wirkt. Und dann hört man den kurzen Spruch: „Lassen Sie es nicht zu, dass Ihr Kind, einen Elternteil verliert!“
Das ist alles, sagt der Filmemacher.

Es folgt Rechtsanwalt DR. JÜRGEN RUDOLPH, der einzige Familienrichter in Deutschland, der seit 1979 dafür kämpft, dass bei Scheidung dem betroffenen Kind die Eltern und alle anderen Bezugspersonen (Oma, Opa, Tanten, Onkel, Cousinnen usw.) erhalten bleiben. Er stellt im Wesentlichen die von ihm ins Leben gerufene Cochemer Praxis vor, die musterhaft gilt in ganz Deutschland, wobei nur sehr wenige Städte und Gemeinden diese Praxis übernommen haben. [Siehe dazu sein sehr lesenswertes Buch: Du bist mein Kind. Die »Cochemer Praxis« – Wege zu einem menschlichen Familienrecht, Berlin: Schwarzkopf Verlag 2007. Darin wird die Cochemer Praxis ausführlich beschrieben. Sehr, sehr lesenswert!]
Rudolph plädiert im Wesentlichen dafür, dass alle Institutionen sofort an einem runden Tisch mit den Eltern zusammensitzen und so lange mit den Eltern sprechen, bis sie für das Kind den Konsens gefunden haben. Kerngedanken seines hervorragenden Beitrags:
Psychische Strukturen und Muster des Ausschlusses sind sehr perfide bei Müttern wie bei Vätern, auch wenn mehr Mütter sich entfremdend verhalten.
Die juristischen Verhältnisse und die Denkweise in Deutschland sind noch archaisch im Ver-gleich zu anderen Ländern, wie Norwegen, USA, Portugal oder Brasilien.
Familienrichter müssen viel tiefere Bildung – gerade in Psychologie, Persönlichkeitsentwick-lung und Konfliktschlichtung bzw. Deeskalation – bekommen, als bisher der Fall ist. Es geht um eine interdisziplinäre Praxis.
Ein Haltungsänderung soll herbeigeführt werden, damit Deeskalation des Konfliktes entsteht.
Doch unser bisheriges Familienrecht ist ein typisches Erwachsenenrecht, immer nur auf die Erwachsenen fokussiert, und die Sichtweise der Kinder fehlt. Es muss dringend ein recht der Kinder her.
Das tausendfach missbrauchte Wort „Kindeswohl“ wird, leider, so völlig unterschiedlich de-finiert, dass kein Mensch mehr weiß, was damit gemeint ist.

Wir brauchen: Frühe Intervention – und dazu gibt es keine Alternative! Damit ist auch mit-gemeint, so Rudolph, dass man dem Kind alle wichtigen Bezugspersonen erhalten muss. Das muss das Ziel der Intervention sein.
Von 1999 bis 2010 sind nach Mitteilungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden 2 Millionen Kinder von Scheidung betroffen. Diesem Elend müsse ein Ende gesetzt werden und das ist möglich, wir haben das in Cochem erlebt. Das heißt:
  • Richter müssen innerhalb von 2 Wochen terminieren
  • Ebenso die Beratungsstellen
  • So können Eltern auch wirksam kontrolliert werden.

Natürlich müssen Juristen, auch Familienrichter psychologische Bildung haben. Siehe das gute Beispiel von Kalifornien: „Dort habe ich öfters hospitiert und dort werden die Eltern zu Mediation gezwungen“.
Später sagt Rudolph: Bei uns verdienen viele Institutionen Geld mit dem Elend der Kinder, wir müssen durch das Parlament Maßnahmen durchsetzen, dass das ganze Verfahren wesentlich kürzer und konzentrierter wird.

Dann spricht Herr RAFIQ IQBAL, 1. Vorsitzender VAK Landesverband Bayern (Verband An-walt des Kindes), Mitglied PAS-Eltern e.V.
Auch er betont die Prävention. Da sollen wirksame Projekte realisiert werden, auch in der Lehrerarbeit in allen bayerischen Schulen, damit PAS endlich anerkannt wird; denn durch das Totschweigen von PAS müssen Kinder einen Teil ihrer Psyche herausschneiden und die Kon-sequenzen dauern sehr, sehr lang. Muss das sein?

Dann spricht Dr. RUPERT PRITZL, betroffener Scheidungsvater, Väteraufbruch für Kinder (VafK) Ortsgruppe München.
Er habe die Hoffnung, dass die Kinderkommission des Bayerischen Landtags mit dem heutigen Fachgespräch fortfahren werde.
Alle helfende Aktionen müssen auf das Interesse der Kinder konzentriert sein, wobei der zent-rale Punkt ist: den Zugang zu beiden Eltern zu ermöglichen.
Im Rahmen des bisherigen unseligen Erwachsenenrechts kämpft ein Elternteil gegen den an-deren, wobei die Kinder die Leidtragenden sind – und das dürfe nicht sein!
In unserem System sei Unehrlichkeit drin und das System selbst müsse geändert werden. Wie und wodurch? PRITZL zählt folgende Maßnahmen auf:
  • Die Öffentlichkeit soll besser informiert werden
  • Den Eltern ist Wohlverhalten aufzuerlegen: Bindungstoleranz!
  • Ist dies nicht der Fall, müssen abgestufte Sanktionen angewandt werden
  • Familienrichter brauchen mehr Mut, indem sie androhen und die Androhung auch umset-zen!
  • Es müsse uns allen klar sein, dass es sich hier um einen psychischen, seelischen Missbrauch der Kinder handelt und genau darin besteht Entfremdung durch einen Elternteil.
  • Die Universitäten müssen dieses Thema viel intensiver forschen, dazu braucht man Geld und Auftrag von Seiten der Regierung!
  • Spezielle Arbeitskreise sollen eingerichtet werden auch mit Eingreifsmöglichkeit, wenn irgendwo ein Elternteil bindungsintolerant und gegen das Kind handelt.
  • Die Kinderkommission sollte mindestens ein Mal im Jahr zusammenkommen und diese Maßnahmen verfolgen, kontrollieren, ob sie umgesetzt worden sind.


Es spricht dann GERD RIEDMEIER, Referent Forum Mann und Frau – München.
Er sagt: Das Problem seien nicht nur die Kinder, sondern die Beziehung zwischen Mann und Frau.

[An dieser Stelle bin ich für 10 Minuten hinausgegangen, um physiologische Bedürfnisse zu befriedigen, so dass ich nicht mitbekommen habe, was der Mann weiterhin gesagt hat.]

Danach kamen die Beiträge der Teilnehmenden, diese fasse ich kurz und sinngemäß zusammen, ohne Namen, die ich mir, leider, nicht gemerkt habe.
Zunächst aber Kerngedanken eines ca. 50-jährigen Mannes, der selber entfremdet wurde vom Vater – durch seine Mutter. Er sagte: Es sei eine schreckliche Erfahrung gewesen, immer von der Mutter zu hören, wie schlecht sein Vater sei, wobei die Mutter oft ohne Worte die Botschaft über die Schlechtigkeit des Vaters übermittelt habe. Als Junge habe er Jahre hin-durch Albträume gehabt, als junger Erwachsene sei ei unsicher gewesen und aus eigener furchtbaren Erfahrung wolle er hier dafür plädieren, dass die Politik sehr schnell handelt, denn (wörtliches Zitat): „Wir brauchen hier eine Eingreifstruppe!“
[Man konnte spüren, wie bewegt und ehrlich dieser Mann sprach.]

Geäußert wurde von anderen betroffenen Teilnehmern, Väter wie Mütter und auch Großeltern Folgendes:
  • Das Beispiel von Norwegen sei positiv, Deutschland sollte sich die bewährte Praxis ab-schauen und dazu lernen!
  • Enorm wichtig ist die Erziehung der Eltern!
  • Unmöglich sei, dass Familiengerichte sich Monate und Jahre Zeit lassen, oft sei die Ent-fremdung – das PAS-Syndrom – längst eingetreten, bevor eine Entscheidung des Gerichts gefällt wird! Das sei nicht tragbar, ein Fehler im System.
  • Eine Rechtsanwältin sagt, man brauche mehr Geld für die Ausübung des sogenannten begleiteten Umgangs. [Darauf reagieren die Anwesenden mit Ablehnung!]
  • Zwei Rechtsanwälte, die betroffene Väter sind, fordern wirksame Maßnahmen gegen die boykottierende Haltung der Mutter und gegen die Zögerlichkeit des Jugendamtes, das oft sich völlig daneben verhält.
  • Eine Großmutter plädiert vehement dafür, Zugang zum Enkelkind bekommen zu dürfen und fleht die Kinderkommission an, hier sehr schnell zu agieren.

Schließlich trete auch ich zum Mikrophon und sage:
„Mein Name ist Otto Zsok, bin 54 Jahre alt, Dozent für Logotherapie und ein betroffener Va-ter, der seinen Sohn seit 12 Jahren nicht sehen darf, weil die Mutter – eine evangelische Reli-gionslehrerin – es so wollte, und weil das Familiengericht nicht einmal das Umgangsrecht umsetzen konnte oder wollte. Dennoch bin ich aus eigener Erfahrung wie aus meiner thera-peutischen Praxis der Auffassung, dass für die Entfremdung zu 90 bis 95% die Eltern selbst verantwortlich sind. Und doch wiegt die restliche kleine Verantwortung der Institutionen – Gericht, Jugendamt usw. – sehr viel, wenn es darum geht, eine beginnende Entfremdung zu stoppen. Auch ich plädiere, wie Jürgen Rudolph, für eine sehr schnelle und sofortige Interven-tion. Bisher konnte der Mutter meines Sohnes niemand eine Grenze ziehen, die Entfremdung dauert seit 12 Jahren. Das darf in der Zukunft nicht sein. Danke“.

Nach mir sprechen noch zwei oder drei betroffene Väter, auch eine Mutter. Es zeigt sich, dass die Not der Seelen wirklich unerträglich groß ist und dass es strukturelle, systembedingte Probleme gibt, deren Lösung tatsächlich in die Zuständigkeit der Politik fällt.

Die Begegnung mit MARTIN RICHTER und JOACHIM CILIOX ist menschlich gut und schön. Mit beiden kann ich mich gut austauschen, sie ermuntern und wirken optimistisch. Das ist erfreulich.
Ich spreche noch mit GÜNTER MÜHLBAUER, vom Arbeitskreis Trennungseltern in Regens-burg:
E-Mail: guenter_muehlbauer@arcor.de Schabelweiser Kirchstrasse 9 in 93055 Regensburg, Tel.: 0941-44 71 96 www.muehlbauer.de und www.trennungseltern.eu
Und ich spreche auch mit MARTIN PULZ, ein Liedermacher, E-Mail: idearium@gmx.de
Beide zeigen Interesse und wollen von mir die Infos über die Bücher, die ich zum Thema PAS geschrieben habe. Sie und auch einige andere bekommen von mir das Infoblatt.
Nachsinnierend, mit gemischten Gefühlen und sehr viel an meinen bald 18-jährigen Sohn denkend komme ich nach Hause. In der U-Bahn und S-Bahn fühle ich nach, was da zu fühlen ist, was in mir hochkommt. (Otto Zsok)
« Letzte Änderung: 29. März 2011, 13:35:51 von Ragos » Gespeichert
Malachit
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« Antwort #6 am: 29. März 2011, 15:04:11 »

Hallo zusammen,

irgendwie stösst mir das hier ziemlich sauer auf:

Es spricht dann Frau CHRISTIANE FÖRSTER, Diplompsychologin und Verhaltenstherapeutin aus Würzburg. Sie sagt, sinngemäß zitiert:
(...)
Die weitreichenden Konsequenzen der Entfremdung sei aber durch ein kurzes Fallbeispiel illustriert:
Ein 14-jähriges Mädchen schrieb vor 7 Jahren an die Mutter: „Liebe Mama, ich weiß, dass du meine Mutter bist und ich deine Tochter. Zur Zeit bin aber nicht bereit, dich zu treffen. Bitte verstehe mich und akzeptiere meinen Wunsch. Ich melde mich, wenn ich die Bereitschaft in mir fühle“.
Dieser Brief sei vor sieben Jahren geschrieben worden, die betroffene Mutter akzeptierte und respektierte den Wunsch der Tochter und wartet heute noch darauf, dass die Tochter sich meldet.

Mal überlegen: Wenn ein Kind im Falle der Trennung ein Elternteil durch Entfremdung verliert, dann verliert es in aller Regel den Vater. Wie waren die Zahlen auch gleich wieder? Bei den hochstrittigen Trennungen/Scheidungen entscheiden die Gerichte in 80% der Fälle, dass die Kinder zur Mutter kommen, aber nur zu 4%, dass die Kinder zum Vater kommen (in den restlichen 16% heißt es dann "Pflegefamilie" o.ä.). Was ist auch gleich wieder der Multiplikator zwischen 80% und 4%? Es ist zwanzigmal wahrscheinlicher, dass das Kind zur Mutter kommt als zum Vater! Nun entsteht nicht aus jeder hochstrittigen Trennung notwendigerweise anschließend eine völlige Entfremdung - aber ein deutliches Indiz ist es schon, dass Kinder wesentlich häufiger den Vater verlieren werden als die Mutter.

Aber was führt Frau Diplompsychotante als tragisches Fallbeispiel an? Jawoll, das Kind verliert die Mutter ...

Irgendwie scheint es heutzutage hip und modern zu sein, Frauen sogar dort als Opfer zu sehen, wo es zum übergroßen Teil die Männer sind, die die Arschkarte gezogen haben ;-(

Nix für ungut,

Malachit.
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Der Begriff "politische Korrektheit" ist die politisch korrekte Bezeichnung für "Denkverbot".
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