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vatersein.de - Forum 28. Februar 2021, 04:18:07 *
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Autor Thema: Ich hätte es nicht besser schreiben können: Enteignung der Privatsphäre  (Gelesen 1555 mal)
DeepThought
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 12.328



WWW
« am: 02. August 2008, 15:06:42 »

Der Kapitalismus beweist mal wieder, dass er der bessere Sozialismus ist. Nichts enteignet den Großteil der Menschen schneller, als unkontrollierter Kapitalismus mit "freien" Märkten. Am Ende des Enteignung-Prozesses gehört alles den "Eliten", die ausschließlich Berufspolitikern und "Wirtschaftslenkern" besteht. Darunter eine Schicht der opportunistischen Mitläufer und Ja-Sager, Deutschlands Speckgürtel, sowie ganz unten die breite Basis des weitgehend rechtelosen Proletariats. Ob wir das Faschismus, Kapitalsmus, Christentum, Diktatur oder Sozialismus nennen, ist letztendlich denjenigen egal, die nichts zu Fressen auf den Tellern haben.

Ohne neutrales Rechtssystem ist nur noch das Eigentum zu nennen, was wir zu verteidigen in der Lage sind. Nehmen wir den Gleichheitsgrundsatz aus unserem sozialen Zusammenleben, dann sind wir nichts weiter als Rudel von Affen, die seit tausenden von Jahren einander jeglichen Besitz neiden. Besitz muss permanent verteidigt werden, oder er geht an den Stärkeren über. Welch Errungenschaft der Evolution, welch glorreicher Sieg der Zivilisation!

Privatsphäre als immaterielles Gut können sich nur noch die "Eliten" leisten. Teure, zeitintensive Klagen zum Schutz der eigenen Privatsphäre sind ausser Reichweite für einen Großteil der Bevölkerung; es macht sich eine demokratiegefährdende Lethargie gegenüber den Datensammlern breit. Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht werden mit nichtssagenden Urteilen belegt, in denen dank schaler Kompromisse und "salomonischer Urteile" immer mehr die im Grundgesetz festgelegten Rechte der Bürger aufgeweicht werden, bloß um allen Seiten möglichst gerecht zu werden.

Unsere Privatsphäre ist im kapitalistischen Deutschland zu einer Ware, einem Handelsgut verkommen, die verkauft werden darf, ohne dass der Besitzer noch  Mitspracherechte hätte. Ganze Wirtschaftszweige, vor allem im IT-Bereich, leben davon, mit unseren Daten ein glänzendes Geschäft zu machen, und die negativen Aspekte dieser Vereinbarungen (Spam, Kaltaquise, Werbepost, Fernsehwerbung, Internetwerbung usw. usf.) auf uns abzuwälzen. Natürlich können wir Widerspruch einlegen. Aber warum wälzt man die Verantwortung auf uns ab? Der Widerspruch gehört gesetzlich festgelegt, strafrechtlich verfolgt, ohne dass die Betroffenen erst selbst noch aktiv werden müssen, um Prozesse gegen Multi-Millionen-Euro-Firmen führen zu müssen, bei denen am Ende eh keiner verantwortlich gewesen sein will.

Anstatt über Innovation und Produktverbesserung die Wirtschaft voranzubringen, lebt ein Großteil unserer sogenannten "Wirtschaft" nur noch davon, Geld umzuverteilen und dabei einen Batzen für sich abzuzweigen. "Erwirtschaftet" wird nur noch das, was sich in anderen Taschen befindet. "Gewinn" ist der Verlust der anderen. Die Wirtschaft ist zum Staat im Staat geworden, der eigene Abgabeformen (PPP, Rentenversicherung, Krankenversicherung, Verknappung natürlicher Resourcen, Monopolbildung im Energiesektor) entwickelt hat, um in Konkurrenz zum Staat den Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Lobbyisten arbeiten an den Gesetzen mit, die längst nur noch dem Schutz des "Wirtschaftsstandort Deutschlands" dienen, nicht mehr den Menschen, die in diesem Land leben. Wer schützt die Menschen vor dem Wirtschaftsstandort?

Rückzug aus diesem Kreislauf gibt es für die unteren Bevölkerungsschichten nicht mehr. Es gibt keine Privatsphäre mehr, in die man sich noch zurückziehen könnte. Der Arbeitslose ist in diesem Land der letzte Dreck, der arbeitsfaule Sozialschmarotzer, den es zu "fordern" gilt. Privatsphäre ist dort ein Fremdwort, wo der Staat jedes noch so kleine Detail des Lebens in Dutzenden von Formularen offenbart haben will, um wenigstens dem Antragsteller ein lebensunwürdiges Leben ermöglichen zu können.

Wer dann Arbeit findet, wird vom Arbeitgeber überwacht. Egal ob Kik, Lidl, Schlecker, Metro, der Arbeit"nehmer" ist das faule Individuum, das den großzügigen Arbeit"geber" bestiehlt. Allein der Verdacht rechtfertigt bereits die Überwachung bis hinein ins kleinste Detail. Mediale "Bürgeranwälte" wie die BILD oder "knallharte Recherchemagazine" im Privatfernsehen kneifen den Schwanz ein, wenn Anzeigenkunden die Rechte ihrer Angestellten mit Füssen treten und verkaufen gleichzeitig über ihre "Volks"-Schiene alles, womit sich dem Bürger noch das letzte Geld aus der Tasche ziehen lässt

Nach Rechtfertigung gefragt lautet der Tenor der Gesetzesbrecher, dass die Kunden schliesslich selbst die Daten freiwillig verbreiten. Da spricht der Trickbetrüger, der sich das Vertrauen einer alten Dame erschlichen hat, und nun in aller Seelenruhe die Ersparnisse plündert, während vor der Tür Polizisten Wache stehen. Wenn die Menschen wüssten, was mit ihren Daten von der Payback-Card, den sozialen Netzwerken und "kostenlosen" IT-Angeboten passiert, würde ihnen diese Freizügigkeit schleunigst vergehen. Einen Pizzaschneider von WMF im Wert von 10 EUR für 1000 EUR generierten Umsatz, dabei noch die Hosen vor allen beteiligten Unternehmen runterlassen und für den Verwaltungsaufwand mit erhöhten Preisen zahlen zu müssen, den Handel dürfte auch der blödeste Bundesbürger schnell durchschaut haben, wenn man ihm die Hintergründe erst offenbart hat.

Wer nach dem Aktiengang noch geglaubt hat, dass Google kein gewinnorientiertes Unternehmen sei und den "Spirit of the free Web" verbreiten würde, der dürfte mittlerweile von Internetbetrügern seines Vermögens beraubt verarmt unter einer Brücke hausen. Humanität und Rendite gehen nicht zusammen. Wer diesem Traum nachhängt, sollte sich die Privatisierung von Kliniken einmal anschauen. Selbst das DRK, der MHD und die Johanniter müssen gewinnorientiert arbeiten, Genver Konventionen hin oder her. Und ein Schuppen wie Google denkt erst recht nicht daran, Menschen helfen zu wollen, wenn er anbietet, alle Gesundheitsdaten zentral zu speichern. Die oberste Frage bei Webangeboten muss für den aufgeklärten Nutzer immer lauten "wem nutzt das?" und die zweite Frage "wie kann mir das schaden?".

Also verabschiede ich mich so langsam von dem Feigenblatt, das sich "Privatsphäre" nennt. Einen Kampf dafür kann man nicht ausfechten, wenn die Mittel und Resourcen so ungleich verteilt sind. Vom BVG erwarte ich mir keine Hilfe mehr. Die Politik ist in den Händen von Karrieristen, die einen Teufel tun würden, um ihre zukünftigen Arbeitgebern vor den Kopf zu stoßen. Die Presse wurde bereits gleichgeschaltet oder schweigt aus Angst davor, Werbekunden zu verlieren. Die paar motivierten Leute, die noch im Land Demos organisieren, werden allenfalls belächelt. Hin und wieder gehe ich noch mit, damit ich mir nicht vorwerfen muss, ich würde ja nichts dagegen tun. Letztendlich ist es aber auch nur ein Zeichen von Resignation und jede Faser meines Körpers zieht es fort aus diesem Land. Die Zeichen stehen schon lange auf Flucht, die Frage lautet eigentlich nur noch: Wohin?

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Enteignung-der-Privatsphaere/forum-141570/msg-15323724/read/

Ein Forenbeitrag zum Artikel: Google: "Es gibt keinen umfassenden Schutz der Privatsphäre"
Gespeichert


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06 als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Weisnich
Gehört zum Inventar
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1.972



« Antwort #1 am: 03. August 2008, 01:09:10 »

Hallo Leute,
ich habe mich ein wenig mit Privatspäre im Netz etc. beschäftigt. Daher auch mein Post über den Feuerfuchs.

Einige Internetseiten funktionieren jetzt nicht mehr vernünftig, allerdings kann ich jetzt einstellen, mit welchen Seiten mein Feuerfuchs nun kommuniziert.

Da ist z.B. Google-Analytics oder Google-Syndication. Ihr könnt euch einfach nicht vorstellen, bei wie vielen Internetseiten die hinter euch stehen und euch über die Schulter schauen.
Bei Monitor gab es letztens auch einen interessanten Bericht zu dem Thema.

Gruß,
Michael
Gespeichert
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