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vatersein.de - Forum 17. Juli 2019, 02:16:56 *
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Autor Thema: Neu hier, Frage nach Umgangsrecht bei gewalttätigem Vater  (Gelesen 5425 mal)
vera
Schon was gesagt
*
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 18


« am: 12. Juli 2007, 18:41:47 »

Hallo, Ihr Lieben,

mir hat der Umgangston hier - im Gegensatz zu vielen anderen Foren - gut gefallen, und weil ich auf der Suche bin nach Einschätzungen meiner Situation, gern und vor allem von Männern, habe ich mir erlaubt, mich anzumelden.

Bei mir sieht es in Kürze so aus:

Ich kenne meinen Mann (Ägypter) seit 13 Jahren, seine Familie seit 12. Wir waren 6 Jahre islamisch und 4 Jahre standesamtlich (Deutschland) verheiratet. Mein Mann kam 2003 nach Deutschland. Da wurde auch unsere Tochter geboren. Danach waren wir keinen einzigen Tag mehr glücklich.

Ich sehe es heute so, dass sich mein Mann zerrieben hat zwischen den Anforderungen, die seine Eltern an ihn in Ägypten gestellt haben und seinem eigenen Wunsch, ganz neu anzufangen.

Er verbrachte immer mehr Zeit im Ausland (Ägypten und Europa) und verbaselte ein Geschäft nach dem anderen (Geld bekam er, von Beruf Sohn, von seinem sehr wohlhabenden Vater). Schon nach kurzer Zeit war mein eigenes Geld aufgebraucht, wir wieder in den Klauen meines (durchaus sonst sehr netten) Schwiegervaters.
Ende 2005 habe ich mich getrennt.

Seit 2004 kam es von der Seite meines Mannes, wenn er denn da war, immer wieder zu Gewaltätigkeiten, auch Demütigungen wie Anspucken, nächtliches Aufwecken, Unterstellungen usw.
Im Oktober 2005 war es dann so weit, dass er mir in Sharm el Sheikh zum Beispiel mir einem Schraubenschlüssel in den Bauch gerammt hat und mir mit einem vollen 5l Wasserkanister ins Gesicht geschlagen hat.
Kurz darauf hatten wir einen kleinen Unfall. Einige Tage später sagte mein Mann, er könne auch jederzeit einen Unfall simulieren... Da habe ich dann in der Wohnung gestanden und wie im Film die Messer versteckt.

Seine Tochter liebt mein Mann sehr, hat sich aber nie gekümmert. Er wollte nicht mit ihr spazieren gehen (fand, dass die Leute komisch guckten, ja, das taten sie wahrscheinlich auch, da beide bildschön waren und zumindest unsere Tochter mit ihren blonden Locken, blauen Augen und ihren afrikanischen Gesichtszügen einfach ein "Hingucker" ist), er wollte sie nicht baden, wickeln sowieso nicht. Als sie anderthalb war, hat er sie mal in die Moschee mitgenommen. Sie verlor damals einen Schuh. Aus Wut hat er mit ihr stundenlang nicht gesprochen.
Eine zeitlang sagte sie nicht "Papa" zu ihm, sondern nannte ihn beim Vornamen. Er flippte daraufhin aus, sie würde ihm keinen Respekt zollen...

Ein halbes Jahr nach der Trennung kam mein Mann zurück nach Deutschland. Wir versuchten, uns zu versöhnen, aber das funktionierte nicht. Ich bat ihn schließlich, zu gehen, nachdem er Sachen aus dem Fenster in den Hof geworfen hatte. Das tat er auch.
Eine Weile versuchten wir, Umgang allein zu gewährleisten, aber er kam immer zu spät oder gar nicht. Wieder war er monatelang weg, setzte ein neues Unternehmen in den Sand, sobald er zurück war, sollten wir wieder unseren ganzen Alltag auf seine Umgangsbedürfnisse abstellen.

Schließlich sagte unsere Tochter, sie wolle ihn nicht mehr allein sehen. Und er sagte, er wisse nicht, was mit ihr machen. Also organisierte ich "Familiensonntage" im Kindermuseum, Zoo oder ähnliches mit uns dreien. Was mich regelmäßig an die Grenzen meiner Belastbarkeit führte.

Er hat nie Unterhalt bezahlt für sein Kind, aber im Dezember wollte er mir verbieten, mit seiner Tochter im Auto von Freunden nach Hessen zu ihren Großeltern zu fahren. Daraufhin beantragte ich das alleinige Sorgerecht.

Mitte Januar ging er nach Ägypten zurück. Im März fuhren meine Eltern, seine Tochter und ich runter, um mit ihm und seinen Eltern über die Scheidung usw. zu sprechen. Er tauchte erst am vorletzten Tag auf und lieferte dann wieder eine Schreishow vor allen ab.

Ende Mai kam er nach Deutschland zurück. Obwohl er dreifach den Termin beim JA verpaßt hatte und die letzte Woche der Anhörung lief (sonst hätte ich auf shcriftlichem Wege das Sorgerecht erhalten), konnte ein binationaler Verein sich für ihn stark machen und erwirken, dass seine Seite doch noch gehört wurde.

Das war jetzt letzte Woche. Er leugnet erstmal jede Gewalttätigkeit. Das ist ja auch irgendwie logisch, aber für mich sehr schwierig. Vor dem JA erzählt er, er wolle ein "Wechselmodell" und das gemeinsame Sorgerecht behalten.

Obwohl ich vor dem JA angegeben habe, dass mein Mann gewalttätig ist, wird sehr viel Druck auf mich ausgeübt, zu "kooperieren".

Ich habe gesagt, dass ich kooperieren werde, wenn mein Mann glaubhaft macht, dass er wirklich an einem Neuaufbau der Beziehung mit seiner Tochter interessiert ist. Daraufhin hat mich mein Mann erstmal (noch vor seinem Termin beim JA) auf Umgang verklagt.

Jetzt haben wir BU bewilligt bekommen, aber nicht wegen der Gewalttätigkeit, sondern weil Entzugsgefahr besteht und er seine Tochter (von mir unverschuldet) so lange nicht gesehen hat.

Aus meiner Sicht ist es so: mein Mann empfindet Frau und Kind als Besitz. So hat er mir während der Ehe nicht erlaubt, einen Babysitter zu nehmen (ich hab selbständig von Zuhause aus gearbeitet, mit dem Kind auf dem Schoß), er erlaubt ihr nicht, bei anderen Kindern zu schlafen oder eben, dass ich mit Freunden was mit ihr unternehme.
Die Gewalttätigkeiten sind wohl zuerst aus einer Art Hilflosigkeit entstanden, dass es mir (was Wunder) nach einiger Zeit nicht mehr gut ging, mir vieles zu viel war - und er Angst hatte, als Versager dazustehen. Oder eine unzufriedene Frau zu haben, die das, Gott bewahre, vielleicht auch mal jemanden hätte mitteilen können.

Trotzdem bleibt, dass die Situation, aus der ich gegangen bin, lebensgefährlich war.
Und dass ich glaube, dass er, völlig überfordert damit, Verantwortung für seine Tochter zu übernehmen, auch da gewalttätig werden könnte. Wenn sie zum Beispiel bocken würde oder ihm den seiner Meinung nach zustehenden Respekt versagen würde.

Aber dem JA scheint das völlig egal zu sein. Ich habe wahrheitsgemäß angegeben, dass mein Mann nur mir gegenüber gewalttätig war und gegenüber unserer Tochter nur "roh" bis "wütend".
Seither scheint es dort gar keinen Zusammenhang mehr zu geben zwischen meiner psychischen und physischen Unversehrtheit und der meiner Tochter.
Da wird mir dann gesagt, dass ich halt "Vertrauen" haben müsse. Wenn ich sage, dass man einem Mann, der seinen Lebensmittelpunkt nicht in Deutschland hat und zudem gewalttätig ist, sehr schwer vertrauen könne, wird gesagt, dass dafür eben "vertrauensbildende Maßnahmen" laufen müßten.
Wenn ich sage, dass diese vertrauensbildenden Maßnahmen für mich zum Beispiel darin bestehen könnten, einen Väter-Kinder-Kurs zu machen, wird mir gesagt, ich sei wohl der Meinung, dass Frauen Kinder grundsätzlich besser erziehen könnten als Männer.

Ich habe den Eindruck, dass mein Mann (ich weiß, das klingt jetzt wirklich blöd, aber es ist so...), der das Charisma eines Popstars hat, gute Manieren und viel Geld im Hintergrund, dass also ein hübscher muslimischer Migrant, der von sich behauptet, er wolle Verantwortung für seine Tochter übernehmen, bei einigen Frauen mit Helfersyndrom einfach ein Traum ist.

Die beweisbare Wirklichkeit sieht so aus, dass er sich über vier Jahre mehr als die Hälfte des Jahres im Ausland aufgehalten hat. Die Wirklichkeit sieht auch so aus, dass er lügt, verleumdet, leugnet, droht und demoralisiert.

Und trotzdem wird mir erzählt, dass er ja "der Vater" sei und noch dieselben Rechte habe wie ich. Und sich ja JETZT ändern wolle. (Ich habe mehrere Jahre gebraucht, um mich aus diesem "jetzt wird alles anders, versprochen" zu lösen. Das ist schon sehr verführerisch und er zieht da alle Register, begeistert sich selbst an dem Bild von sich, jetzt ein toller Vater oder Partner zu werden...)

Wenn ich einzuwenden wage, dass ich dafür aber Beweise brauche, da ich es nicht für sinnvoll halte, meiner Tochter wieder einmal Schmerzen zuzufügen, indem sie ihrem Vater wieder näher kommt, der sich an ihren Emotionen weidlich bedient, bevor er wieder das Weite sucht, wird mir wieder gesagt, ich müsse eben Vertrauen haben.
Wenn ich sage, dass ich das - traumatisiert durch die Gewalterfahrungen - halt nicht so einfach kann, wird mir vorgeworfen, ich würde "Eltern- und Paarebene" durcheinanderbringen.

Ja, aber Himmelherrgott, wie soll ich denn bitte von mir verlangen, dass ich jemanden, dem es hätte passieren können, dass er mich in grenzenloser Wut umbringt, ein Kind anvertrauen?

Sorry, das war lang. Jetzt aber zu meiner Frage:

Gibt es irgendwelche Erkenntnisse, Studien usw., die belegen, dass gewaltätige Ehemänner meistens ihren Kindern nichts tun? Statistiken darüber, dass es selten vorkommt, dass gewaltbereite und sehr auf ihre "Ehre" bedachte Männer ohne Erziehungserfahrung auch bei ihren Kindern ausflippen?

Ich habe jetzt manchmal schon das Gefühl gehabt, dass ich und nicht das JA im Sinne des Kindes argumentiert. Denn es kann doch wohl nur im Sinne des Kindes sein, wenn es seinen Vater in einer Situation sieht, die sicher ist, wo sich beide wieder näher kommen können und, ja, das auch!, die Mutter ohne Panikattacken das Kind hergeben kann.

Noch mal: ich KANN einfach nicht gegen meine Panik an. Das ist körperlich. Wenn ich auch das, was passiert ist, einigermaßen rationalisiert habe, bekomme ich Todesangst, sobald mein Mann ausflippt. Und natürlich bekommt das auch unsere Tochter mit. Und da ihr Vater mich ja auch ohne Rücksichtnahme auf sie vor ihren Augen durch die Wohnung geprügelt hat, hat sie das auch noch gespeichert.

Andererseits ist das so lange her, zwei Jahre fast, sie war noch so klein, dass sie sich nicht mehr erinnert...

Was würdet Ihr tun? Wie würdet Ihr Euch bei JA und nun beim BU verhalten?

Danke für jeden, der sich hier durchgewühlt hat und mir antwortet!

LG

Vera


Anm.: ca 100 Leerzeilen zum Textende gelöscht.
« Letzte Änderung: 12. Juli 2007, 20:44:50 von DeepThought » Gespeichert
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« Antwort #1 am: 12. Juli 2007, 20:40:04 »

Hallo Vera!

Willkommen auf Vatersein.de!

Ich habe vor über einer Stunde Deinen Beitrag mit Bauchschmerzen gelesen. Zunächst, weil ich jede Deiner Ängste und Befürchtungen erahnen und mitfühlen kann und ich an Deiner Stelle mindestens genauso viel Sorge vor einem Auffrischen der Vater-Kind-Beziehung hätte wie Du. Auch die Sorge um die körperliche Unversehrtheit Deiner Tochter kann ich voll und ganz aus eigenen Erfahrungen (wenn auch anders gelagert) nachvollziehen.

Das Problem ist, ich sehe keine Lösung.
Zunächst ist rein rechtlich die Sicht des JA korrekt, er hat DIR und nicht dem Kind etwas getan, beide Ebenen müssen getrennt werden. Auch wenn natürlich die Gewaltausübung vor dem Kind indiskutabel ist. Das Kind hat Recht auf Umgang mit dem Vater, der Vater das Recht und die Pflicht auf Umgang. Soweit die rechtliche Seite.

Was bleibt ist Deine subjektive Angst. Instinktiv würde ich mich auch auf der Flucht befinden. Dass Du Panikattacken hast bei dem Gedanken, dass Du Deine Tochter ihm allein überlassen mußt, verstehe ich. Nur so lange nichts vorgefallen ist, besteht eben eine 50:50 Chance und vom Prinzip ist hier ein "im Zweifel für den Angeklagten", eben Deinen Ex, vorrangig. Ich denke, egal welche vertrauensbildende Maßnahmen ergriffen werden, es WIRD bei Dir kein Vertrauen gebildet. Und alle Zweifel bezüglich der unterschiedlichen Mentalitäten und Kulturen werden Dir noch zum Strick, weil Du das ja "vorher" hättest wissen müssen... So wird es Dir entgegen kommen.

Ich fürchte einfach, solange sich Dein Ex nicht einen gravierenden Faux-Pas erlaubt, wirst Du keine Chance haben das zu verhindern. Ich würde Dir für Deine emotionale Stabilität raten, Dir eine Selbsthilfegruppe (irgendwas mit binationalen Eltern bzw getrennten Paaren) zu suchen oder fachliche Unterstützung zur Verarbeitung Deiner Ängste zu suchen.

Ich bin ehrlich gesagt etwas überfordert. Einerseits sehe ich die Gefahren wie Du und möchte intuitiv sagen, dass Du Dich und die Kleine schützen mußt, egal was kommt. Andererseits ist da die Rechtslage und die ist nun mal eindeutig. Was das Richten nach der Rechtslage gebracht hat, wenn das Kind erst mal in den Brunnen gefallen ist, ist fraglich. Aber ich fürchte, Du hast keine andere Chance..

LG LBM
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‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
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WWW
« Antwort #2 am: 12. Juli 2007, 20:51:48 »

Moin,

rein jursitisch beleuchtet steht dem Kind der Umgang zu. Dem hat sich z.B. das OLG Saarbrücken (>hier<) eindeutig angeschlossen.

DeepThought
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Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06 als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
vera
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« Antwort #3 am: 13. Juli 2007, 00:42:50 »

Danke für Eure prompten Antworten!

Es tut gut, dass Du, liebe Lausebackesmama, mir erstmal den emotionalen support gegeben hast ... Und auch, daß Du, lieber deep thought, mir gleich ein Urteil verlinkt hast.
Immerhin verstehe ich jetzt auch erstmal, dass das JA nicht mir persönlich "etwas will", sondern dass das eben das gesetzlich vorgegebene Ideal ist.

Ich wüßte gern, ob Ihr persönlich das hier auch für "im Sinne des Kindeswohles" empfindet. Oder nein, eigentlich ist das auch egal...

Ich würde mich aber sehr freuen, wenn mir hier Strategien aufgezeigt werden könnten, wie ich mit meinem Mann umgehen könnte - zum Wohle unseres Kindes, aber ohne meinen Standpunkt aufzugeben, dass zu einem sinnvollen Umgang ein Mindestmaß an Verständigungsmöglichkeit, Verläßlichkeit, Verzicht auf Gewalt, Annahme von Hilfe usw. gehören sollten.

Was das "binationale Element" angeht, so hab ich mir in den letzten Monaten in der Tat schon einiges anhören müssen... Ich habe mich in meinen Mann mit 21 verliebt ... insofern ziehe ich mir da nicht jeden Schuh an.
Entsetzt war ich eher darüber, dass mir von Menschen, die im Gegensatz zu mir nie in einer orientalischen Familie gelebt haben, erklärt wurde, ich hätte wohl eine "nicht ohne meine Tochter"-Paranoia und würde die derzeit herrschenden Vorurteile gegenüber Muslimen für mich mißbrauchen, also "hetzen".

In der Tat sehe ich es allerdings so, dass meinem Mann durch meine Trennung der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. In den Augen seiner Familie steht er so sehr schlecht dar. Auch deswegen wird er weiterhin versuchen, möglichst viel Druck auf mich auszuüben. Auch sein Aufenthalt ist gefährdet.
So leid mir das für ihn auch tut, ändert es nichts daran, dass er durch seine fragile Situation eben auch gefährlich ist. Das sage ich jetzt einfach mal so. Er hat sehr wenig zu verlieren...

Im Moment mag es noch angehen, weil er Aufmerksamkeit von allen Seiten bekommt, was seinem Ego natürlich gut tut. Aber wenn er dann tatsächlich seine Situation realisiert, dann steht er vor einem kompletten Scherbenhaufen. Und ist dafür emotional überhaupt nicht vorbereitet...

Vom JA fühle ich mich behandelt, als würde mir eine Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt: so, jetzt mußt Du aber vertrauen haben, dass die nicht losgeht, gell. Und immer schön lächeln!

Wann immer ich gesagt habe, dass ich schließlich meine Version durch Zeugen und Beweise belegen könne und mein Mann seine nicht, bekam ich als Antwort "das hat uns nicht zu interessieren".

Vielleicht ist es auch eine Art Taktik. Die Dame vom JA schlug allen Ernstes vor, der Umgang könne doch in meiner Wohnung stattfinden. Wo ich nur stammelte, dass eines ganz klar sei, nämlich dass es nicht in Frage käme, dass mein Mann noch einmal meine Wohnung betreten würde. (Das ist jetzt nicht die Ehewohnung, sondern meine)
Dann kam noch, sie "sehe" einen betreuten Umgang nicht.

Woraufhin ich alle Hebel in Bewegung gesetzt habe, um einen Träger zu finden, der auch privat bezahlten Betreuten Umgang ermöglicht. Und erst als ich gesagt habe, ich würde diesen Betreuten Umgang auch selbst bezahlen, aber etwas anderes käme einfach nicht in Frage ... da erst hatte ich das Gefühl, dass man mir überhaupt zuhörte.

(Ist es vielleicht so, dass Müttern erst geglaubt wird, wenn sie bereit sind, Geld auszugeben?  )

Ich frage mich den ganzen Tag: Was für Strategien bleiben mir, um auch meinen Mann eventuell dazu zu bewegen, sich Hilfe zu holen, ohne das Gefühl zu haben, dass er sich einen Zacken aus der Krone bricht?

Leider kann mir auch mein Anwalt nicht wirklich helfen. Ich hatte schon mehrere, darunter auch welche mit arabischem Hintergrund, aber auch die hatten nicht wirklich kluge Ideen.

Naja, jetzt wird es erstmal Gespräche bei einer binationalen Beratungsstelle geben. Vielleicht weiß man ja da weiter...


LG, nochmals Danke

Vera

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eskima
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« Antwort #4 am: 13. Juli 2007, 01:07:20 »

Hallo Vera,

als Mutter kann ich deine Bedenken verstehen.

Aber ganz pragmatisch müssen Fakten auf den Tisch. Solange du "nur" (sorry für den Ausdruck!) Panik schiebst, wenn dein Ex Umgang mit der Tochter hat, wirst du leicht in die Ecke "psychisch durchgeknallt" geschoben werden können.

Fakt ist nunmal, dass Vater und Tochter einen Anspruch auf Umgang haben. Mit dem Vorschlag, dass dieser in deiner Wohnung stattfinden kann, ist man dir rein rechtlich schon sehr weit entgegen gekommen. Ich kann auch verstehen, dass du keinen Umgang in deiner Wohnung möchtest, weil es eben dein Reich ist und du durch sein Betreten eine Verletzung deiner Privatsphäre empfindest.

Aber wie kann ein Kompromiß für dich denn aussehen? Könnte vielleicht in unbeteiligter Dritter anwesend sein?

LG

eskima
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Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht sieben Meilen in seinen Schuhen gegangen bist - Indianische Lebensweisheit

vera
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« Antwort #5 am: 13. Juli 2007, 09:18:10 »



Hallo Eskima,

danke für die klugen Fragen!

Zunächst: Mein Mann hätte nicht die leisesten Skrupel, in meiner Wohnung herumzuschnüffeln oder etwas kaputt zu machen. Was heißt Skrupel - wenn er ausrastet, dann fliegen halt Sachen, werden Bilder zerrissen usw.
Was für meine Tochter gilt, gilt abgeschwächt auch für meine privaten Dinge: sie liegen mir am Herzen. Ich bin traurig, wenn etwas kaputt geht und mag es nicht, wenn sie gegen mich verwendet werden.

Umgang mit neutralem Dritten wäre schön gewesen. Leider hat mein Mann jeden, aber auch jeden, der zu einem gemeinsamen Umfeld gehörte, verprellt. Seine Freunde (Freundinnen) kenne ich nicht, er hat sie mir nie vorgestellt.



Wie ich mir eine Traumlösung vorstelle?

Ich hätte gern, dass Vater und Tochter gefahrlos LERNEN dürfen, gute Zeit miteiander zu verbringen. Auch so erzieherische Standards wie "nicht ausflippen, wenn das Kind bockt" oder "wie kämme ich Haare, putze Zähne".
Ich habe als unsere Tochter geboren wurde, ja auch viel lernen müssen. Bei mir kam das auch nicht allein. Die Hebamme, andere Mütter, meine Mutter, Ärzte, auch Väter dann: sie alle haben zu meinem Erziehungsstil beigetragen.
Nun wird mir vermittelt, dass mein Mann das sozusagen biologisch gesehen schon richtig machen wird.
Auch die offiziellen Broschüren sprechen immer nur davon, dass man als Mutter das als "Chance" wahrnehmen soll, wenn es "anders" zugeht als zuhause.

"Anders" muß aber gewaltfrei heißen. Und bei einem gewaltgefährdeten Mann - denken die wirklich, der flippt nicht aus, nur weil es sich um seine Tochter handelt und nicht seine Partnerin? 

Ich wünschte mir also, dass mein Mann "Väterkurse" belegen würde, anderes Verhalten einüben könnte, als das, was er bislang gewohnt war. In hellen Momenten, die es durchaus auch gab, wollte er auch selbst wissen, wie man mit Kindern geduldig und gewaltfrei umgeht. Dann aber war ihm eine empathische Erziehung wieder viel zu anstrengend (jeder hier weiß wahrscheinlich, wovon ich spreche) und er ist wieder in einen autoritären "Du hast zu gehorchen, sonst entziehe ich meine Liebe, schreie Dich an oder rede stundenlang nicht mit Dir" -Stil verfallen.

Das kann keiner wollen, auch er nicht. Ihm kann allerdings gerade nur daran gelegen sein, sein Gesicht zu wahren. Deswegen wid er wohl gegen solche Vorschläge kämpfen.
Trotzdem, könnt Ihr mir vielleicht im Raum 1 Anlaufstellen für Väterkurse nennen? Oder Programme, die Ihr sinnvoll findet, sinnvoll gefunden habt?
 
Ich hätte auch gern, dass er sein eigenes Verhalten reflektieren lernt. Dass es nicht gut ist, sein Kind mehr als die Hälfte seines Lebens allein zu lassen. Dass Väter auch präsent sein sollten.

Im Prinzip sehe ich es ja auch so wie unser Recht in idealiter. Nur muß man da auf beiden Elternseiten finde ich viel mehr einfordern (ich muß mich ja auch zu Elterngesprächen und Beratungen bereitstellen und meine Erziehung wird auch überprüft, warum dann nicht seine?)

Wenn ich auch nur sehen würde, dass er diese Dinge irgendwie reflektiert, dann würde ich einem Neuanfang auch schweren Herzens zustimmen können, denn Menschen, auch Kriminelle, haben halt neue Chancen verdient.
Aber doch nicht ohne "Resozialisierung"!


LG

Vera

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nichtaufgeber
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Vater von 3 Kiddies


« Antwort #6 am: 13. Juli 2007, 09:33:53 »

Moin-
also Dein Mann ist Ägypter - sicher rechtfertigt das keine Gewalttätigkeiten - soweit ganz klar! Aber Du wirst sein temperament oder seine Herkunft nicht ändern. Ich sehe echt nur eine Möglichkeit - Du sprichst ganz klar Deine Ängste mit ihm durch, sagst auch, dass Du weder Gewalt oder Sachbeschädigungen duldest - und bei Nichtbeachtung Deine Rechte wahrnimmst. Anders gehts net.

Grüße *nichtaufgeber*
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Mann/ Frau muss das Licht des Anderen nicht auslöschen, um selbst besser zu scheinen ... (Konfuzius)
vera
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« Antwort #7 am: 13. Juli 2007, 10:15:39 »


Danke schön für den Tip!

Aber "durchsprechen" geht nicht. Wir können nicht mehr persönlich miteinander sprechen. Jetzt organisiere ich gerade Beratungsgespräche bei der Caritas. Vielleicht hilft das ein wenig ... die schienen mir ganz gut zu sein ...

LG

Vera

 




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82Marco
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« Antwort #8 am: 13. Juli 2007, 15:53:39 »

edit: War unausgereift, deswegen gelöscht...sorry
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Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
________________________________________

Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!
Entsorgter Vater
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WWW
« Antwort #9 am: 15. Juli 2007, 20:22:56 »

Hallo Vera!
So schreibt das Leben einen Krimi nach dem anderen und wenn Du keine Filmkamera in der Hand und am besten 100 Zeugen im Rücken hast, kannst Du heutzutage sowieso nichts beweisen und so gut das auch einerseits sein mag, so schlecht ist es doch im anderen Fall, wie man an Deinem Beispiel wieder sieht!
BU ist vermutlich Begleiteter Umgang.

Sprachlosigkeit ist etwas, daß ich aus persönlicher Erfahrung sehr gut nachvollziehen kann!

Mit hätte, wäre, würde, ist Dir nicht gedient und Deine Tochter wäre auch nicht auf der Welt! Also erspare ich mir einen Vortrag in diese Richtung!
Ich habe selbst meine Fehler gemacht!

Das, wovor Du am meisten Angst hast, davon gehe ich mal aus, sind die Gefahren körperliche Gewalt gegen Deine Tochter und die mögliche Entführung in´s Ausland!

Obwohl ich nie gesagt habe und auch nie geplant habe, meinen Sohn zu entführen, hat seine Mutter so lange mit der Behauptung gespielt, bis 3 Tage nach meiner Abreise
sämtliche Außengrenzen Europas wegen dieser Möglichkeit abgesperrt wurden.

Sie hatte eine "gute" Anwältin! Vermutlich würde Dir ihre Adresse schon weiter helfen! Die hat mich nämlich wunderbar "abgefertigt"!

Das wäre bei Deinem Ex aufgrund der Geschichte ja noch viel einfacher möglich!

Das man Todesangst hat, nachdem man einen Schraubenzieher in den Bauch gerammt bekommen hat, ist ja auch mehr als verständlich!

Bist Du behandelt worden und ist ein Attest erstellt worden? Es ist in einem solchen Fall natürlich immer gut, untermauern zu können!

Daß er Deine Tochter irgendwann angeht, halte ich leider auch nicht für unmöglich, wenn er ein Mensch ist, der nicht gerne teilt, wobei die Wahrscheinlichkeit, daß er
einen Fluchtversuch mit ihr unternimmt auch nicht so unwahrscheinlich ist!

Geld ist natürlich ein Riesenproblem! Mit Geld kriegt man in dieser Welt viele Türen auf und wenn der Vater als Geldgeber genügend davon im Rücken hat,
hat er auch deutlich mehr Möglichkeiten!

Ich habe mir jetzt auch schon bis zum Erbrechen anhören müssen, daß mein Sohn keine andere Mutter hat! Das gilt vermutlich ja auch für Deine Tochter!
Sie hat eben diesen Vater, mit allen Vor- und Nachteilen.

Gibt es eigentlich eine Schwiegermutter? Die gelten zwar allgemein als "ätzend", aber in diesem Fall müßte sie meiner Einschätzung nach eigentlich ähnliche
Erfahrungen gemacht haben wie Du und deswegen schon Verständnis für Dich haben!

Es gibt diesen Spruch, "Wie der Vater, so der Sohn!" Vermutlich wird es so sein, denn Dein Ex hat sicherlich diese Verhaltensweise nicht von ungefähr!

Ich mutmaße mal, Deine Ex kann sich, wie meine Ex nicht von seinem Vater lösen und hat es mit Dir, genau wie meine Ex mit mir vergeblich versucht!

Auch dieses Bild, daß er Dich eingesperrt und kontrolliert hat, erinnert mich an meine persönliche Erfahrung mit einer Borderlinerin!

Diese Leute sind ganz schön gefährlich und auch noch dazu in der Lage andere Menschen, dank ihrer immensen schauspielerischen Fähigkeiten,
in ihren Bann zu ziehen!

Ich wünschte, ich könnte Dir ein Rezept nennen, daß aus einem Wort besteht!

Vielleicht meldest Du Dich mal zu einem Selbstverteidigungskursus an. Du hast da als Frau deutlich bessere "Chancen", wenn Du Dich verteidigst,
als umgekehrt!

Einer Frau wird man naturgemäß immer viel eher glauben, daß sie sich verteidigen mußte - was in Deinem Fall ja auch zutrifft - als einem Mann!

Dein Ex ist keine deutscher Staatsangehöriger, oder?

Wenn nein, dann genießt Du an und für sich den besonderen Schutz dieses Staates und es wundert mich das bisherige Ergebnis schon so
ein wenig!

Woran könnte das liegen?

Wirst Du anwaltlich nicht so gut vertreten? Erhälst Du PKH?

Man, was könnte das Leben so einfach sein!

Tut mir echt leid für Dich!


LG
Chris

P.S.: Wir Männer sind weiß Gott nicht alle so und es gibt auch jede Menge umgekehrter Fälle!
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C
vera
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« Antwort #10 am: 15. Juli 2007, 21:18:59 »

Lieber Chris,

hab Dank für Deine lieben Worte! Es tut mir auch sehr leid für Dich. Aus Deinen Sätzen spricht so eine schöne und warme Offenheit, das tut sehr gut!

Ich glaube auch, dass mein Mann sich nicht ablösen konnte. Jedenfalls ist sein Schriftsatz voller Projektionen, also er behauptet, dass ich mich nicht gelöst habe (ich hab die letzten 13 Jahre meines Lebens 600 km von meinen Eltern entfernt gelebt, er hat bis auf die kurzen Intervalle bei uns nie von seinen Eltern getrennt gelebt...  c).
Mein Schwiegervater ist der Patriarch einer riesigen Familie. Sicher, ich hätte es wissen müssen, dass das eines Tages (jetzt werden die Eltern meines Mannes wirklich alt, mein Schwiegervater ist 25 Jahre älter als das Durchschnittsalter in Ägypten ...) und es wird auch erwartet, dass mein Mann als jüngster Sohn springt.
Dazu hat mein Schwiegervater ihm dann als Ausgleich immer wieder auch "Geld zum Spielen/Investieren" gegeben.
Und mein Mann hat mein Geld (und einiges von unserer Familie) genommen, um vor seinem Vater so zu tun, als liefe alles bestens.
Klar, dass er sich daran irgendwann aufgehängt hat und von Nachfragen bezüglich der Renditen völlig überfordert war...
Meine Schwiegereltern haben erst sehr spät mitbekommen, dass ihr Sohn uns nie Geld gegeben hat. Danach sagten sie, ich solle mich an sie wenden, wenn ich was brauchte... Ich habe lieber die Beine in die Hand genommen und selber wieder gearbeitet. Denn ich wollte nicht auch noch abhängig vom Geld meines Schwiegervaters werden...

Meine Schwiegereltern waren übrigens Zeugen davon, wie mein Mann mich mißhandelt hat. Meine Schwiegermutter hat mal eine Herzattacke simuliert, um ihren Sohn davon abzuhalten, mich durch die Wohnung zu prügeln. Dafür hat er mich bei der nächsten Gelegenheit dann noch mal verprügelt...
Meine Schwiegermutter hat es ganz geschickt angestellt. Sie hat immer ihrem Sohn gesagt, er solle mich besser behandeln. Sie hat ihm aber nie gesagt, er solle mir zuhören, auf mich eingehen und mich unterstützen. So hat sie ihre Macht ausgebaut. Sie hat sie mir nie "gegeben".
Und, so lieb ich meine Schwiegereltern auch habe (und das sind wirklich tolle Menschen): sie haben mich nicht beschützt, obwohl das alles unter ihrem Dach passiert ist. Das gleiche gilt für meine Schwager und meine Schwägerin.

Die schlimmsten Gewalttätigkeiten sind in Ägypten passiert, für "häuslische Gewalt" ein rechtliches Niemandsland. Es ist noch nicht mal ein Nachbar vorbeigekommen. (Während in Deutschland fast immer jemande vorbeikam, wenn mein Mann wieder angefangen hat zu schreien!)
In Deutschland hat sich mein Mann immer vorgesehen, denn er wußte, dass "sonst die Polizei kommt". Blieb dann beim Ins-Gesicht-Spucken oder Brüllen und nachts x-mal Aufwecken.
Dafür allerdings gibt es Zeugen. Auch dafür, dass sich etwa eine Mutter einer Freundin meiner Tochter nicht getraut hat, ihr etwas zum Geburtstag zu schenken aus Angst vor ihm...

Immer noch wünschte ich mir, dass mein Mann seine guten Seiten, die er unzweifelhaft hat, in "Vaterschaft" bündeln könnte. Aber das wird so nicht gehen, solange er sich nicht mit seinen Problemen auseinandersetzt.
Ich hab schon jahrelang gekämpft, ich bin auch einfach müde...  Ich möchte auch gar nicht so über einen Menschen denken, der so viele Jahre in meiner Seele war. Und ich verstehe es auch immer noch nicht wirklich. Wie es dazu kommen konnte, dass jemand, den ich liebe, mich prügelt.

Immer noch habe ich viel zu viele Sorgen und Ängste, die alle durcheinandergehen. Und während mein Mann schon die nächste Frau (von einem offiziellen Migrantenverein) so für sich begeistert hat, dass sie ihm (wie früher ich) alle Arbeit abnimmt und alles weitere natürlich von Papa bezahlt wird, muß ich mich auf alle Prozeßsachen vorbereiten, während ich unser Kind versorge und arbeite. (Und auch das kann ich nur unter sehr komplexen Umständen aufrechterhalten).

Ich werde anwaltlich gut vertreten, das ist nicht das Problem. Das Problem ist eher, dass von der Persönlichkeit meines Mannes bislang kaum einer was mitkriegen kann, weil die Dame vom Migrantenverein ihn unter ihre Fittichen gesteckt hat und offenbar nun ein Exempel statuieren will, wie der Staat mit Migrantenvätern umgeht. Ich glaube, deswegen schieben die uns halt jetzt auch "weg" und konfrontieren mich mit Dingen, die für mich unfaßbar sind.
Ich habe auf ihren Wunsch hin schon stundenlang mit der Dame gesprochen. Am Ende des letzten Gespräches (drei Stunden) sagte sie dann irgendwann: na, vielleicht rede ich mit ihm doch mal alleine.  c

Wie gesagt, mein Mann hat das Charisma eines Popstars... und ich hätte wissen müssen, wie überzeugend er reden kann. Schließlich habe ich ihm auch immer wieder neue Chancen gegeben, dem charmanten Tunichtgut!

 men_ani

Aber ich denke schon, dass es irgendwem auffallen wird, dass die Fakten wie monatelange Abwesenheiten, dass ihn keiner kennt, er nie beim Arzt mit war, nie mit der Kindergärtnerin gesprochen hat, dass alle zeitlichen Angaben in seinem Schriftsatz schlicht nachweisbar falsch sind usw. dann doch zu meinen Gunsten sprechen werden...

Ich wünsche uns ruhigere Tage. Hast Du mittlerweile Umgang mit Deinem Sohn? Kann ich Deine Geschichte hier lesen?

LG

VEra
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vera
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« Antwort #11 am: 16. Juli 2007, 21:48:47 »


Hallo, ich hab heute (übrigens von einem AE syrischen Vater  ) das wirklich seltsame Verhalten des JA erklärt bekommen.
Er meinte, dass meine Scheidung durch die Teilnahme dieser Leute der Migranteninteressensverbände nun quasi "politisiert" sei.
Ich konnte mir einfach nicht erklären, warum jede Aussage von mir (wohlgemerkt: belegte!) denn als "Klischee" oder "Paranoia" abgebügelt wurde.
Warum die Dame vom JA trotz anderslautender Vereinbarung von meinem bevorstehenden Umzug erzählt hat.
Mein Mann sagt mittlerweile kein einziges Wort mehr selbst, sondern läßt das die Dame vom Migrantenverein tun. (Die, die mir neulich mal gestanden hat, dass sie noch nie allein mit ihm gesprochen hat). Ist ja sein gutes Recht, aber dadurch gewinnt das ganze auch eine echt unfaire Schieflage.

Die haben einfach Schiß, sich mit dem Migrantenverein anzulegen! Und deswegen ist trotz der Beweise kein Wort wahr, was ich spreche, sondern ich "glaube grundsätzlich, dass Frauen besser Kinder erziehen können als Männer".
Das heißt, man versucht dauernd, mir Vorurteile zu unterstellen. Irgendwo werde ich mir schon eine Blöße geben. 
Und ich fürchte, ein Anwalt ist dafür nicht genug...

Ich weiß, dass ich hier im "falschen Forum" dafür bin, aber wo um alles in der Welt kann ich mich denn jetzt hinwenden? Wer ist mächtig genug, dass auch die Interessen von mir und unserer Tochter vertreten werden?

Kinderschutzbund?

LG

Vera
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eskima
_eskima
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« Antwort #12 am: 16. Juli 2007, 23:01:14 »

Hallo Vera,

mein Mann und ich haben gute Erfahrungen mit dem Kinderschutzbund gemacht. Leider arbeitet "unser" Kinderschutzbund nicht mehr ehrenamtlich, für eine Beratungsstunde müssen wir 43 Euro aufbringen.

Wäre aber vielleicht für dich ein Weg, erkundige dich doch einfach mal, ob es bei euch noch kostenfrei ist. Oder vielleicht kannst du die Kosten ja auch aufbringen. Das JA übernimmt diese Kosten bei uns nicht, da es auch kostenfreie Beratungsstellen gibt und die sind bevorzugt aufzusuchen  thumbdown , unabhängig von ihrer Beratungsqualität.

Gruß

eskima
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Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht sieben Meilen in seinen Schuhen gegangen bist - Indianische Lebensweisheit

weserfrosch
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« Antwort #13 am: 17. Juli 2007, 09:16:23 »

Guten Morgen Vera.....
habe deine Geschichte und die Statements hier gelesen und muss sagen, es fällt mir schwer, irgendwo einen echten "Strohhalm" zu erkennen. Allerdings fehlen mir auch die Erfahrungen insbesondere in Bezug auf das tatsächliche Miteinander von Menschen so unterschiedlicher Herkunft und familiärer Hintergründe...
Mir ist allerdings aufgefallen, dass ihr ja eine recht lange Zeit miteinander verheiratet wart und eure Tochter offenbar erst 2003 (oder später?) geboren wurde - ihr also auch viel Jahre Ehe gelebt habt, ohne das ein Kind da war. In diesere Zeit hast du teilweise oder ganz und gar in Ägypten gelebt? Gab es da diese Auseinandersetzungen, Gewalttätigkeiten etc. auch schon? Ich frage das nur deshalb, weil ich mir vorstellen kann, dass seine "Ausraster" insbesondere mit dem zunehmenden Gesichtsverlust in der Familie gestiegen sind....seine wirtschaftlichen Aktivitäten waren offenbar allesamt von wenig Erfolg gekrönt, was der Familie ja irgendwann auch mal auffallen muss(te) und deine Trennung und Scheidung ist sicherlich in den Augen seiner Familien und Freunde in Ägypten eine ganz besonders empfindliche Ehrverletzung.

Die Angst und Sorge bezügl. eurer Tochter kann ich gut verstehen - auch wenn ich eine Gefahr, dass er sein eigenes Kind z.B. nach Ägypten entführt, auch nicht so erkennen kann - dafür scheint seine Familie auch nicht der geeignete Zufluchtsort zu sein. Deine Schwiegereltern würden wahrscheinlich da nicht mitspielen, oder täusche ich mich da?
Allerdings ist die Gefahr natürlich sehr groß, dass gerade eure Tochter vielleicht wieder einen Zugang zum Vater findet, der dann schnell und vehement enttäuscht wird, weil er wieder andere Schwerpunkte in seinem Leben hat.
Verwunderlich ist schon sein jetziges Interesse an Umgang etc., wenn es doch in der Vergangenheit mehr darum gin, aller welt zu zeigen "Ich habe eine Tochter!" ohne sich darum auch kümmern zu wollen oder müssen. Es geht ihm anscheinend auch jetzt vorrangig darum, wem auch immer gegenüber darzustellen, dass mit seiner Frau nicht auch seine Tochter "gegangen" ist. Ist das mehr MAcht- oder gar Machogehabe?

Der Umgang von Jugendämtern und vielen anderen öffentlichen Stellen mit Migranten, Migrantenvereinen und deren Vertreter ist in Deutschland wahrlich kein Ruhmesblatt. Verfolgt von einer nach wie vor jegliches Denken und Handeln bestimmenden unerschöpflichen Angst vor Vorwürfen bezgl. Ausländerfeindlichkeit, Rechtsextremismus etc. müssen wirklich erst richtige Verbrechen begangen werden, bevor hier in Deutschland einem gut situierten und pfiffig vertretenden Ausländer jemand auch nur irgendwas entgegenhält. Wäre deine Situation mit einem westeuropäischen Mann oder gar einem gebürtigen Deutschen ohne jeglichen Migrantenhintergrund ganz genau so eingetreten, würde ganz anders damit umgegangen und dir sehr viel mehr geglaubt und sehr viel mehr geholfen werden. Das zeigen hier massenweise die Beiträge anderer User, der beim Jugendamt entsprechend behandelt worden sind bzw. werden.

Was bleibt also? Suche die Hilfe wo immer du sie finden kannst, sei es im Kinderschutzbund oder auch anderen Hilfsorganisationen, die vielleicht in deinem Umfeld tätig sind. Versuche immer sachlich zu bleiben und sehe zu, dass du für weitere Verfehlungen, Gewalttätigkeiten, geplatzte Termine, versäumten Umgang etc. glaubwürdige Zeugen hast und vor allem alles das dokumentierst. Nur so hast du - wenn überhaupt - eine Chance....so leid es vielen hier sicherlich tun wird.

Viel Kraft!
Grüße von der Weser
Matthias
Gespeichert

Und immer immer wieder geht die Sonne auf.....
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