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Themen => Unterhaltsrecht => Thema gestartet von: robshome86 am 16. Juni 2020, 22:12:50



Titel: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 16. Juni 2020, 22:12:50
Hallo! Ich zahle monatlich KindesUnterhalt 400 Euro. Titel gibt es noch keinen. Ich würde gern einen Nebenjob annehmen um mir selbst mehr zu leisten. Wird der Nebenjob (450 Euro Basis) mit angerechnet? Der Mindestunterhalt ist durch die 400 Euro die ich an die Kindsmutter zahle ja gedeckt!? PS: nicht verheiratet, 1 Kind vier Jahre alt.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: lima65 am 16. Juni 2020, 23:01:08
Solange es keinen Titel gibt, sprich JA oder sonst jemand checkt dein Einkommen nicht, kümmert das erstmal niemand.
Aber sobald jemand nachfragt, musst du solche Einkünfte angeben und die spielen dann auch eine Rolle bei deiner Einordnung nach Düsseldorfer Tabelle. Jedoch nicht rückwirkend, immerhin.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 16. Juni 2020, 23:04:53
JA Titel wird im Jul mi unterzeichnet von mir. Unterhalt istvim Nov 2019 vom Gegneranwalt berechnet worden. Bist du sicher das der Job auf 450 Euro Basis dann mit angerechnet wird?


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Malachit am 16. Juni 2020, 23:07:05
Hallo robshome86,

die von dir genannten Zahlen verstehe ich nicht so ganz.

Wenn du für ein vierjähriges Kind einen Kindesunterhalt von 400 Euro bezahlst, dann müsstest du eigentlich ein bereinigtes Nettoeinkommen von mehr als 3.500 Euro haben - und wenn das tatsächlich der Fall ist, dann verstehe ich echt nicht, warum du dir für lumpige 450 Euro einen Zweitjob ans Bein binden möchtest.

Kann es sein, dass dein Problem in Wirklichkeit eher darin besteht, dass du derzeit deutlich mehr Unterhalt abdrückst als du es laut Düsseldorfer Tabelle tun müsstest?!?

Viele liebe Grüße,

Malachit.

P.S. ich sehe gerade in deinem neuen Beitrag, dass der Unterhalt vom gegnerischen (!) Anwalt errechnet wurde - Menschenskind, bevor du da irgendwas unterschreibst, stelle bitte die Berechnung zwecks Überprüfung hier im Forum ein!


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 16. Juni 2020, 23:20:37
Mein RA hat das überprüft damals. Ohne RA geht ja eh nichts. Letzten 12 Monate umgerechnet ca 3400 netto Verdienst. Das heißt in der Tabelle 1 Gruppe höher: 3500-3900 Euro. Macht euch 400 Euro KindesUnterhalt laut meinem Anwalt. Warum Nebenjob? Weil ich sparen möchte, weil meine Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. Deswegen die Frage: wird der Nebenjob mit angerechnet?


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Kasper am 16. Juni 2020, 23:32:48
Moin,

wenn Du im Juli den Titel unterschreibst, dann dürftest Du erst einmal 2 Jahre ruhe haben, bis es zu einer neuen Auskunft kommt. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass Du keinen vorgelegten Titel unterschreiben musst und diesen in jedem Fall bis zum 18ten Lebensjahr des Kindes begrenzen solltest.

Die weitere könnte sein, warum eine Stufe höher? Die KM bekommt keinen BU (Betreuungsunterhalt)? Dann dürfte diese wohl gerechtfertigt sein.

Solltest Du einen 450 Euro Job annehmen, dann kannst Du mit Deinem zukünftigen AG die Pauschalversteuerung vereinbaren, dann musst Du dieses Einkommen auch nicht in der Steuererklärung angeben und dann taucht die nirgendwo auf. Sollte es zu einer Auskunft kommen, kannst Du diesen Job von einem auf den anderen Tag abmelden, vorausgesetzt, die KM bekommt keinen Wind davon.

Verstehst Du Dich mit der KM ansonsten gut? Hast Du regelmäßige Umgänge?

Gruß
Kasper


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 16. Juni 2020, 23:47:08
Umgang mit Kind ja! Verstehen so lala. Allerdings ist die Frau sehr geldgierig. Betreuungsunterhalt nein. Ein 450 Euro Job ist ja steuerfrei. Bin mir da unsicher nicht das ich noch Probleme bekomme wenn ich so was verschweige. Ich dachte nur: wenn ich schon meinen Unterhalt leiste ist damit der Min Unterhalt gedeckt und ich kann nebenzu 450 Basis machen. Da gehen die Meinungen aber weit auseinander weil jeder was anderes sagt...


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Malachit am 17. Juni 2020, 00:15:15
Hallo robshome86,

Mein RA hat das überprüft damals. Ohne RA geht ja eh nichts. Letzten 12 Monate umgerechnet ca 3400 netto Verdienst. Das heißt in der Tabelle 1 Gruppe höher: 3500-3900 Euro. Macht euch 400 Euro KindesUnterhalt laut meinem Anwalt.

Mal angenommen, diese 3.400 Euro Verdienst sind bereits das bereinigte Nettoeinkommen, d.h. nach Abzug von berufsbedingten Kosten und ggf. nach Abzug zusätzlicher Altersvorsorge - dann ist es zwar korrekt, dass du laut Anmerkung 1 in der Düsseldorfer Tabelle um eine Zeile hochgestuft wirst, d.h. in die Zeile für die Einkommensgruppe von 3.501 bis 3.900 Euro, aber wenn du jetzt mal selbst in der aktuellen Düsseldorfer Tabelle (https://www.olg-duesseldorf.nrw.de/infos/Duesseldorfer_Tabelle/) nachschaust, dann stellst du auf Seite 5 mit Leichtigkeit fest: Dein Unterhaltszahlbetrag sollte nicht 400 Euro betragen, sondern "nur" 371 Euro!

Es gibt eigentlich nur drei Möglichkeiten: entweder (a) ich habe irgendetwas wichtiges übersehen, oder (b) dein Anwalt braucht eine neue Brille, oder (c) du brauchst einen neuen Anwalt.

Warum Nebenjob? Weil ich sparen möchte, weil meine Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. Deswegen die Frage: wird der Nebenjob mit angerechnet?

Ich sag's mal so: Wenn der 450-Euro-Job angerechnet wird, dann bedeutet das hier konkret, dass du nochmals um eine Zeile höher landest: Mit 3.850 Euro und Hochstufung um eine Zeile wärest du in der Einkommensgruppe 3.901 bis 4.300 Euro, und somit dann tatsächlich bei einem Zahlbetrag von 400 Euro. Insofern, bei korrekter Berechnung sollte dann trotzdem für dich letztlich alles wie bisher bleiben.


Dann noch zwei Dinge, die ziemlich off-topic sind - d.h. wenn du's nicht hören willst, dann ignoriere es einfach.

Was das Sparen betrifft, da würde ich bei einem Einkommen von 3.400 Europäischen Eiern und Unterhaltspflichten von "nur" 400 Euro erst mal gucken, ob sich nicht auf der Ausgabenseite zu viel unnötiger Müll angesammelt hat. Die ersten einzusparenden 29 Euro hatte ich dir oben bei der Unterhaltsberechnung ja bereits auf dem Silbertablett präsentiert.

Was deine weitere Familienplanung betrifft, das musst du natürlich selber wissen, aber da such' dir lieber eine Frau, die sich durch dein angespartes "money, money, money" eben nicht beeindrucken lässt: Wenn du dich als Beute präsentierst, dann wirst du mit recht hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann auch Beute sein (und wenn ich mir deine Beiträge vom vorigen Herbst anschaue, dann ist dir bei deiner Nunmehr-Exfreundin vielleicht auch schon so etwas in dieser Art passiert).

Wie gesagt - das war ziemlich off-topic, du kannst es gerne ignorieren.

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Sorry - mit der zweiten Offtopic-Bemerkung hatte ich hier eine Grundsatzdiskussion losgetreten, die weit von robshome86's Thema weggeführt hat. Wer zum Thema "Partnerwahl" noch was schreiben möchte, kann das inzwischen besser hier tun: https://www.vatersein.de/Forum-topic-32935-topicseen.html


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 17. Juni 2020, 00:44:51
Danke für deine Antwort! Mein Fehler: durchschnittliches Netto war 3550 Euro soweit ich noch weiß. Deswegen dann die nächst größere Einstufung.
Also wenn ich das richtig verstanden habe wird ein 450 Euro Nebenjob definitiv mit angerechnet.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Malachit am 17. Juni 2020, 01:03:06
Hallo robshome86,

Danke für deine Antwort! Mein Fehler: durchschnittliches Netto war 3550 Euro soweit ich noch weiß. Deswegen dann die nächst größere Einstufung.

Dann nochmal die Frage: bereinigtes Netto?

Sprich, sind die 3.550 Euro das, was du im Durchschnitt auf dem Lohnzettel hast? Wenn ja: Im Einzugsbereich vieler Oberlandesgerichte darfst du dann pauschal 150 Euro für berufsbedingte Kosten abziehen, und wenn das in deinem Fall möglich ist, dann wärest du genau bei den vorgenannten 3.400 Euro als deinem bereinigten Netto-Einkommen.

Wenn du höhere Kosten hast (z.B. aufgrund eines langen Arbeitsweges, das wird bereits bei 15 Entfernungs-Kilometern interessant), dann geht da sogar noch mehr; und wie auch schon gesagt, wenn du eine zusätzliche Altersvorsorge wie z.B. einen Riestervertrag oder eine Lebensversicherung hast, dann können auch solche Beiträge zu deinen Gunsten bei der Bereinigung des Einkommens berücksichtigt werden. Ob sich dass dann unterm Strich in einer niedrigeren Zeile der Düsseldorfer Tabelle niederschlägt, muss man halt mal mit spitzem Bleistift durchrechnen.

Jedenfalls, für den Blick in die Düsseldorfer Tabelle ist dann nicht das tatsächliche, d.h. noch unbereinigte Einkommen maßgeblich, sondern eben das bereinigte Netto-Einkommen (was häufig niedriger ist, aber in bestimmten Situationen auch höher sein kann als das, was auf dem Lohnzettel steht).

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 17. Juni 2020, 01:17:45
Ja das ist der Durchschnitt. Berufsbedingte Kosten fallen bei mir nicht an. Arbeitsweg nur 6 km!


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 17. Juni 2020, 09:06:34
Manche OLG erlauben einen pauschalen Abzug. Welches OLG?


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: SLAM am 17. Juni 2020, 09:20:33

Was deine weitere Familienplanung betrifft, das musst du natürlich selber wissen, aber da such' dir lieber eine Frau, die sich durch dein angespartes "money, money, money" eben nicht beeindrucken lässt: Wenn du dich als Beute präsentierst, dann wirst du mit recht hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann auch Beute sein (und wenn ich mir deine Beiträge vom vorigen Herbst anschaue, dann ist dir bei deiner Nunmehr-Exfreundin vielleicht auch schon so etwas in dieser Art passiert).

Leider dürften diese Frauen extrem selten sein. Ich mache gerade die Erfahrung, dass alle Frauen, die ich so kennenlerne, relativ schnell mehr oder weniger subtil den finanziellen Background abchecken. Wenn mich eine Frau eher weniger interessiert und sie mich nach meinem Beruf fragt, dann sage ich, ich wäre Schreiner. In der Regel hat sich das Interesse ihrerseits damit erledigt.

Frauen wollen sich nach oben verpartnern. Das ist auch im Jahr 2020 so.

Und was ist die einfachste Art, eine Frau loszuwerden, mit der man sich nach einem Online Chat mal real zum Essen verabredet hat, und die sich als völliger Fehlgriff erweist?

Man besteht auf eine getrennte Rechnung....


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Malachit am 17. Juni 2020, 09:31:24
Hallo robshome86,

Ja das ist der Durchschnitt. Berufsbedingte Kosten fallen bei mir nicht an. Arbeitsweg nur 6 km!
Ich habe langsam den Eindruck, dass du so richtig gerne Unterhalt zahlst.  :crash:


Was deine 6 Kilometer Arbeitsweg betrifft - ich nehme an, damit meinst du 6 Kilometer hin und 6 Kilometer zurück? Wenn du mit dem Auto fährst, dann haben diese 6 Kilometer mit den unterhaltsrechtlichen (!) Kilometerpauschalen einen Gegenwert von ca. 60 Euro pro Monat (es gibt geringe Unterschiede zwischen den Oberlandesgerichten); d.h. sie bringen dir bei der Einkommensbereinigung gerade genug, dass du von 3.550 Euro auf 3.490 Euro rutschst - und somit eine Einkommensgruppe niedriger in der Düsseldorfer Tabelle!

Wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst, dann tritt der Preis für die Monatskarte an die Stelle der kilometerbasierten Fahrtkostenpauschale, aber in den meisten Gegenden dürfte die Monatskarte wohl auch nicht unter 50 Euro zu haben sein - reicht also ebenfalls, dich eine Einkommensgruppe niedriger einzustufen. Nur wenn du bekanntermaßen mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst, dann hast du unterhaltsrechtlich die A-Karte gezogen, sofern das zuständige Oberlandesgericht auf Einzelnachweis der berufsbedingten Kosten besteht.

Übriges, wie ich schon erwähnt hatte und woran @MaxMustermann1234 vorhin auch nochmal erinnert hat: Bei einigen Oberlandesgerichten kannst du statt Einzelnachweis von Fahrtkosten usw. grundsätzlich 5% deines Nettoeinkommens pauschal für berufsbedingte Kosten geltend machen, wobei die so errechnete Pauschale dann aber bei vielen dieser OLGs wieder auf 150 Euro gekappt wird.

Wenn du sagst, welches Oberlandesgericht am Wohnort deines Kindes zuständig ist, dann können wir hier mal in das ganz konkrete Regelwerk ("Unterhaltsrechtliche Leitlinien") für deinen Fall gucken.

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: OlliT am 17. Juni 2020, 11:25:08
Ich wäre bei Vollzeitjob mit dem Nebenjob etwas vorsichtig. Ich habe im Bekanntenkreis einige Fälle, wo bei schlechterer Verdienstsituation nun der Nebenjob zur Pflicht wurde, weil der mindestunterhalt nicht mehr bezahlt werden konnte. Wenn man dann zu vor einen Nebenjob machen konnte, so gehen die Richter davon aus dass es nun auch geht.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 17. Juni 2020, 11:59:51
Kann dir auch passieren, ohne dass du vorher einen hattest. Um den Mindestunterhalt zu decken können bis zu 48 Std. die Woche verlangt werden.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 17. Juni 2020, 12:58:59
&Malachit: ich komme aus Augsburg Stadt. Ich geh mal davon aus das mein Anwalt diese Dinge berücksichtigt hat werd aber die Tage ihn mal drauf ansprechen


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 17. Juni 2020, 13:04:52
Ich würde gar nichts erwarten, sondern konkret nachfragen. Du liegst um 50 € zu hoch. Nimm 51 EUR als Altersvorsorge und stecke sie in einen ETF-Sparplan, dann wirst du runter gestuft. Der Anwalt scheint dich gar nicht beraten zu haben


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Malachit am 17. Juni 2020, 13:25:43
Hallo robshome86,

&Malachit: ich komme aus Augsburg Stadt.

Maßgeblich ist der Wohnort des Kindes; wenn das ebenfalls Augsburg ist, dann ist OLG München zuständig und es gelten die Süddeutschen Leitlinien (https://oberlandesgericht-stuttgart.justiz-bw.de/pb/,Lde/Unterhaltsrechtliche+Leitlinien), d.h. die gemeinsamen Unterhaltsrechtlichen Leitlinien der Oberlandesgerichte Bamberg, Karlsruhe, München, Nürnberg, Stuttgart und Zweibrücken.

In der aktuellen Fassung der SüdL (https://oberlandesgericht-stuttgart.justiz-bw.de/pb/site/jum2/get/documents/jum1/JuM/OLG%20Stuttgart/S%C3%BCdL/S%C3%BCdL%202020.pdf), d.h. mit Stand 1. Januar 2020, heißt es unter Punkt 10.2.1 zur Absetzbarkeit berufsbedingter Kosten:

Zitat
Bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte kann eine Pauschale von 5 % des Nettoeinkommens angesetzt werden. Übersteigen die berufsbedingten Aufwendungen die Pauschale, so sind sie im Einzelnen darzulegen. Bei beschränkter Leistungsfähigkeit kann im Einzelfall nur mit konkreten Kosten gerechnet werden.

Anhaltspunkte gibt es immer: Du musst zur Arbeit fahren, du kaufst Fachliteratur, du betreibst Fortbildung auf eigene Kosten, eventuell brauchst du Berufskleidung, du zahlst vielleicht Gewerkschaftsbeiträge, oder was weiß ich. Mehr als die 5%-Pauschale wirst du sowieso nicht geltend machen wollen, also brauchst du auch nichts einzeln darzulegen. Die Klausel wegen "beschränkter Leistungsfähigkeit" braucht dich nicht zu jucken, denn das betrifft nur Fälle, wo nicht einmal der Mindest-Kindesunterhalt gewährleistet ist.

Heißt also, an "deinem" OLG gilt die 5%-Pauschale sogar ohne die Obergrenze von 150 Euro, d.h. dein durchschnittliches Netto von 3.550 Euro darfst du sogar um 177 Euro bereinigen, sodass noch 3.373 Euro übrig bleiben.

Eventuelle zusätzliche Altervorsorge dürftest du außerdem und unabhängig davon auch noch abziehen, das findet sich etwas verklausuliert unter Punkt 10.1, wo es heißt: "Aufwendungen für die Altersvorsorge bis zu 23 % des Bruttoeinkommens". Da die gesetzliche Rentenversicherung "nur" mit 18,6 % zu Buche schlägt, ist da also durchaus noch etwas Platz für zusätzliche Altersvorsorge, die unterhaltswirksam geltend gemacht werden kann, wenn man so etwas denn hat.

Ergänzende Frage zu @MaxMustermann1234's Aussage über den Anwalt: Ist das ein Fachanwalt für Familienrecht?

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 17. Juni 2020, 16:09:02
Jawoll das ist er definitiv! Ich danke dir! Ich ruf meinen RA die Tage an und berichte dann. Vielen Dank schon mal!!


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Wasserfee am 18. Juni 2020, 06:47:20
Leider dürften diese Frauen extrem selten sein. Ich mache gerade die Erfahrung, dass alle Frauen, die ich so kennenlerne, relativ schnell mehr oder weniger subtil den finanziellen Background abchecken. Wenn mich eine Frau eher weniger interessiert und sie mich nach meinem Beruf fragt, dann sage ich, ich wäre Schreiner. In der Regel hat sich das Interesse ihrerseits damit erledigt.

Frauen wollen sich nach oben verpartnern. Das ist auch im Jahr 2020 so.


ich finde das sehr verallgemeinernd und schade für dich, dass du die Frauenwelt so siehst. Sicher gibt es einige, die das so sehen, genauso wie Kerle, denen T...en am wichtigsten sind.

Aber ich glaube, dass dein Problem sich fast in Luft auflöst wenn du Frauen auf ähnlichem Bildungsniveau suchst.
Ich für meinen Teil frage gerne nach dem Job meines Datepartners (oft sogar noch VOR dem Date) aber das mache ich deswegen, weil ich schonmal einem Schmarotzer aufgesessen bin und der sich fröhlich über Jahre hat von mir durchziehen lassen.
MIR ist wichtig, dass der Mann über Bildung verfügt, einen Job hat, den er im besten Falle gerne ausübt (das fördert den kostruktiven Austausch wenn nicht nur Gemotze über die Scheiss-Maloche kommt).

Und FRauen mit dieser Ansicht kenne ich einige.

Im Übrigen zahle ich beim ersten Daten immer mein Zeuch alleine, ich möchte mich zu nichts verpflichtet fühlen, nur weil ich mich hab einladen lassen...das "byebye" fällt mir so leichter.

Also viellleicht einfach mal Beuteschema checken

WF


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Kakadu59 am 18. Juni 2020, 09:20:12
[...]
Ich für meinen Teil frage gerne nach dem Job meines Datepartners (oft sogar noch VOR dem Date) aber das mache ich deswegen, weil ich schonmal einem Schmarotzer aufgesessen bin und der sich fröhlich über Jahre hat von mir durchziehen lassen.
[...]
WF

Mhhhmm,
soviel anders ist aber Dein Prinzip der Partner-Auslese (im Nachgang/ rückwirkend betrachtet) dann aber auch nicht, wie das von @Slam in #12 angeprangerte.
Die von @Slam "kritisierten" Frauen tun ja nichts anderes, als die finanziellen Verhältnisse des potentiellen Partners abklopfen, um auf lange Sicht ihren (eventuellen und zukünftigen) Lebensstandart abzuchecken...
Letztendlich hast ja auch du - des schnöden Mammons wegen - die Reißleine gezogen (was ich im Übrigen gut verstehen kann :wink:)
Du hast eine - für Dich unangenehme (weil kostenintensive) - Erfahrung sammeln dürfen und wappnest Dich nun (zukünftig) dagegen....

Das einzige, was man @SLAM tatsächlich vorwerfen könnte(!), dass er seine Aussage sehr verallgemeinert... anererseits spricht er aber von eigenen Erfahrungen... - willst (wölltst)Du, @Wasserfee, ihm diese absprechen?


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Kakadu59 am 18. Juni 2020, 09:41:16
Mein RA hat das überprüft damals. Ohne RA geht ja eh nichts.
[...]
Deswegen die Frage: wird der Nebenjob mit angerechnet?

Zumindest außergerichtlich geht/ ginge es auch OHNE RA....

Den Nebenjob würde ich - aus jetziger Sicht - erst nach Titulierung beginnen...
Ganz risikofrei ist der allerdings (auf Dauer) nicht - spätestens in 2 Jahren, wenn die KM wegen erneuter Prüfung Deiner finanziellen Siuation auf Dich zukommen könnte (wird?) - würde der u.U. dann offengelegt werden (müssen).

Zum Rest:
Bei Einkommen (deutlich) über Mindestunterhalt (DT) gibt es - so meine Erfahrung - absolut keine Probleme bezüglich der Anerkenntnis von "berufsbedingten Aufwendungen" ...
Wie von @Malachit bereits dargelgt - in Deinem Fall  sogar äußerst komfortabel....
Das sollte Dein mit ins Boot genommene Familienrechtsvertreter aber (eigentlich) wissen.
Falls Du eine (Gegen-)Berechnung hier im Board wünschst, könnte Dir allerdings auch (hier) geholfen werden (@Malachit hat damit ja schon mal grob angefangen)

Spätes Edith: was ist eigentlich aus der Geschichte:
https://www.vatersein.de/Forum-topic-32671-start-msg390660.html#msg390660 (https://www.vatersein.de/Forum-topic-32671-start-msg390660.html#msg390660)
geworden?


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Lausebackesmama am 18. Juni 2020, 09:44:43
Nee Kakadu, es geht nicht darum, was der auf dem Konto hat, sondern in der Birne. Ich glaube einfach, dass Frauen auf das Schema "der ist ein bißchen einfach gestrickt, aber hübsch und bewundert mich" nicht so besonders abfahren. Sowas holt man sich vielleicht ins Bett, aber nicht ins Leben. Ich unterstelle jetzt mal, dass da viele Männer noch anders gestrickt sind.

Frauen, die keinen Versorger brauchen, haben sich selbst etwas erarbeitet und wollen sich dann eben niemanden suchen, der eine Versorgerin braucht. Die wollen etwas auf Augenhöhe JENSEITS des Finanziellen.

Oder mal anders: warum gibt es denn noch so viele Männer, die verkrachte Existenzen heiraten statt eine Frau auf Augenhöhe? Du willst mir doch jetzt nicht erklären, dass sie so hundekuchengut sind und diese Frau eben so einen tollen Charakter hat. In manchen steckt ganz sicher auch das Anerzogene/Sozialisierte "Mann sorgt für Frau und Kind" - zumindest solange man das Nest teilt. Dass das ziemlich sch..... ist, merkt Mann dann eben erst zur Trennung.

LG LBM


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Kakadu59 am 18. Juni 2020, 10:19:46
@Lausebackesmama...
(wenn auch OT)
mir ging es in meinem Beitrag ganz konkret um die dargestellte Situation @SLAm  vs. @Wasserfee...
Ich gebe gerne zu, dass die verallgemeinerte Darstellung (eigene Erfahrung von @SLAM) immer Potential für Diskusssionen und kontroverse Ansichten bietet...
Aber @Wasserfee hat am eigenen (Einzel-?)Beispiel ja eindrucksvoll dargelegt, das es solche "Partner"exemplare gibt, die einen solchen in Form eines Geldesels suchen ....

Und ja , ich glaube, hier hast Du recht, wenn Du schreibst:
[...]
Frauen, die keinen Versorger brauchen, haben sich selbst etwas erarbeitet und wollen sich dann eben niemanden suchen, der eine Versorgerin braucht. Die wollen etwas auf Augenhöhe JENSEITS des Finanziellen.
[...]
LG LBM
aber: Du reduzierst eben diese Frauen (Männer?) genau auf dass fettgedruckte... was ist mit der anderen "Hälfte"... :question: :question:

[...]
Oder mal anders: warum gibt es denn noch so viele Männer, die verkrachte Existenzen heiraten statt eine Frau auf Augenhöhe? Du willst mir doch jetzt nicht erklären, dass sie so hundekuchengut sind und diese Frau eben so einen tollen Charakter hat.
[...]
Dass das ziemlich sch..... ist, merkt Mann dann eben erst zur Trennung.
LG LBM

Zu "meiner" Zeit hieß das ganz salopp (und - unterirdisch- bodenständig)
Dumm f...t gut (duck und  :undwech1:)

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Mensch (mehr oder weniger, in Sachen Partnersuche) immer auf den selben Menschentyp abfährt (hereinfällt :wink:).
Ich denke, da ist was wahres dran... Ausnahmen bestätigen die Regel...
...und in der Regel haben die Germanen rote Bärte..


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: SLAM am 18. Juni 2020, 10:47:21
Also gut, es soll eine Frau auf Augenhöhe sein. Ok, wovon sprechen wir? Finanziell und intellektuell.

Finanziell bedeutet in meinem Fall, das die Gute ein 5-stelliges Nettoeinkommen hat. Keine der Frauen die ich in den letzten 6 Monaten getroffen habe, hatte das. Und ich behaupte mal, auch hier im Forum gibts keine einzige Frau, die diese Anforderung erfüllt. Inzwischen sage ich ok, ein Drittel meines Einkommes reicht, also 4000 Euro netto. Hm, auch da siehts schlecht aus. Auch daran scheiterts, zumindest außerhalb meines Arbeitgebers.

Intellektuell bedeutet, dass die Frau Abitur und ein Hochschulstudium absolviert hat, sowie mehrere Sprachen spricht und auch einen intellektuell anspruchsvollen Beruf ausübt. Da siehts dann schon besser aus. Von denen gibts in meiner Altersklasse, 45+, schon die eine oder andere, insbesondere unter meinen Kolleginnen. Die sind aber in der Regel liiert oder aktuell wegen Scheidungsschäden etwas beziehungsunwillig.

Was ganz anderes: Erst durch die Lektüre in diesem Forum ist mir klar geworden, dass auch die Beziehung, die ich VOR meiner Ex hatte, wie meine Ehe, am Geld gescheitert ist. Diese Beziehung war übrigens auch nicht auf Augenhöhe (sie war Finanzbeamtin im gehobenen Dienst). Diese Frau wollte partout nicht mit mir zusammenziehen, obwohl das nach dann 3 Jahren Beziehung der nächste und konsequente Schritt gewesen wäre. 2003 ging dann die Beziehung aus diesem Grund in die Brüche. So richtig verstanden habe ich dass nie, warum sie sich so vehement gegen das Zusammenziehen gestemmt hat. Erst hier im Forum las ich in irgendeinem Thread etwas von § 1579, Punkt 2. In dem Moment ist mir ein ganz großes Licht aufgegangen !!

Und noch ein persönlicher Kommentar: Ich werde in diesem Leben nie wieder heiraten. Dass eine Frau mir einen Anwalt mit Unterhaltsforderungen auf den Hals hetzt, dazu wird keine mehr Gelegenheit haben. Und wenn ich mir mein Zuweisungsverfahen so anschaue, halte ich es aktuell für ausgeschlossen, dass ich nochmal mit einer Frau zusammenziehe. Und die über 3000 Euro, die ich aktuell als Trennungsunterhalt abdrücken muss, haben meine Bereitschaft, jetzt und in Zukunft Geld für eine Frau auszugeben, gegen Null gehen lassen. Und genau das spüren potentielle Partnerinnen. In deren Augen bin ich damit, O-Ton, "geizig" oder "beziehungsunfähig".

Im Grunde bin ich komplett scheidungsgeschädigt. Vielleicht bleibe ich in Zukunft am bestren einfach alleine und kümmere mich ausschließlich um meine Kinder. Die mögen mich nämlich wirklich. Denen ist Geld (noch) scheixxegal. Und, die brauchen mich.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: 82Marco am 18. Juni 2020, 11:00:07
Servus!
Bitte beim Thema des TO bleiben, Ihr könnt gerne Euren Meinungsaustausch in einem eigenen Faden weiter führen...

Grüßung
Marco


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: SLAM am 18. Juni 2020, 11:00:52
@LBM

Du solltest Ding, die Du aus meinem Sonderfallforum kennst, nicht in den öffentlichen Bereich tragen. Mir wäre es recht, wenn Du Deinen Beitrag löschst oder entsprechend kürzt.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Wasserfee am 18. Juni 2020, 11:01:37
@ SLAM

naja, so ein bißchen arrogant bist du auch, gelle *lach*

Im Ernst, es reicht doch, wenn die Frau sich selber versorgen kann (und WILL) und einen vernünftigen Abschluss inkl. Allgemeinbildung hat. Dann ist jeder für seine Finanzen selber zuständig und man kann sich intellektuell auf einer Ebene treffen.

Ist doch weit besser als das, was du sonst so datest.

Die schöne knackige 26-jährige mit Doktortitel und Sinn für surrealistische Malerei, Kulturreísen und klassische Musik ist eben nur ein feuchter Traum, der beim Erwachen ziemlich viel Geld kosten kann.

WF


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Lausebackesmama am 18. Juni 2020, 11:22:39
@Slam ich habe es gelöscht, ist mir nicht aufgefallen, sorry.

Gruß LBM


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 18. Juni 2020, 11:28:31
Meine neue Partnerin hat das Abi geschmissen (wollte Geld verdienen) und lebte von Elterngeld + Aufstockung als wirklich Alleinerziehende als wir uns kennen gelernt haben (Elterngeld aus Gehalt Einzelhandel war zu niedrig). Ab Sept. fängt sie eine Ausbildung im Beamtenverhältnis an, um sich neu zu orientieren (41 Std./Woche). Ihre berufsbegleitende Fortbildung am Abend (18 Std./Woche) will sie fertig machen. Ihre Tochter wird Ende Juli 2.

Ich achte das sehr, es gibt durchaus Frauen, die Selbstständig sein und nicht auf dem Geld des Mannes ausruhen wollen. Sie wird nie mein Gehaltslevel erreichen, akademisch wird sie auch meinen Stand nicht erreichen (Diplom-Mathematiker mit Auszeichnung, Promotion unter 2 Jahren mit magna cum laude). Aber das muss auch nicht sein. Wieso denn auch? Man muss ähnliche Interessen, Wünsche und Ziele haben. Sich im Alltag ergänzen, nicht grundlegend unterschiedlicher Ansicht sein. Man kann sich trotzdem ergänzen. Ich koche scheiße, kümmere mich dafür aber um ihre Vertragsverwaltung.

Man muss halt mal in den ersten Monaten der Beziehung über viele Dinge reden statt zu viel Zeit im Bett zu verbringen. Aber ich unterschreibe, dass sehr viele Frauen (gerade Jüngere) anders sind. 


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Malachit am 18. Juni 2020, 13:07:04
Hallo zusammen,

sorry - ich hatte hier (https://www.vatersein.de/Forum-topic-32929-start-msg394191.html#msg394191) ungewollt die Steilvorlage für eine Grundsatzdiskussion zum Thema "Partnerwahl" geliefert. Wer zu diesem Thema etwas beitragen möchte, kann das inzwischen besser hier tun: https://www.vatersein.de/Forum-topic-32935-topicseen.html

An dieser Stelle aber bitte, wie @82Marco auch schon geschrieben hatte, bitte zurück zum Thema von robshome86; d.h. Nebenjob, Unterhalt usw.

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 19. Juni 2020, 12:26:50
Wo genau soll ich das hier einstellen damit ihr mir den Unterhalt „prüfen“ könnt? Einfach hier gleich reinsetzen? Falls ja würde ich das heute Abend machen


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 19. Juni 2020, 12:29:00
Um den Unterhalt zu „prüfen“ soll ich das einfach hier rein stellen? Falls ja würde ich das heute Abend machen.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 19. Juni 2020, 12:55:57
ja, stelle alle nennenswerten Zahlen einfach mal hier ein. Falls was fehlt, fragen wir nach.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 19. Juni 2020, 21:31:22
Also: hier die Zahlen von Nov 18 - Okt 19 die der Gegner Anwalt berechnet hat. Ich geh davon aus dass das netto VOR dem Abzug der betrieblichen privaten Altersvorsorge ist (Beispiel: 3000 netto, dann wird direkt vom Lohnzettel private Altersvorsorge abgezogen bleiben zB dann 2910 übrig. Ich gebe euch also die Zahl 3000 Euro als netto an. Denn meines Wissens kann man Altersvorsorge nicht abziehen, ich war nie verheiratet übrigens mit der Kindesmutter.

4562,12
3446,08
2976,28
3608,70
2987,53
3717,30
3185,39
4039,02
4240,84
3260,60
3120,47
3455,31
975,60 Steuerrückerstattung 2018

PS: Kindergartenbeitrag zahle ebenfalls ich, mein Anwalt sagt da ich das schon immer gezahlt habe würde jedes Gericht sagen das ich das auch weiterhin zahlen müsse. Bis mein Sohn in die Schule kommt bin ich der "Buhmann" sagte er mir, das heisst ich zahle 400 Unterhalt und 86 Kindergartenbeitrag: 486 monatlich also.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Malachit am 19. Juni 2020, 23:08:09
Hallo robshome86,

Denn meines Wissens kann man Altersvorsorge nicht abziehen,

Den Verweis auf die Stelle in "deinen" Unterhaltsrechtlichen Leitlinien hatte ich dir aber neulich schon geliefert:

Eventuelle zusätzliche Altervorsorge dürftest du außerdem und unabhängig davon auch noch abziehen, das findet sich etwas verklausuliert unter Punkt 10.1, wo es heißt: "Aufwendungen für die Altersvorsorge bis zu 23 % des Bruttoeinkommens". Da die gesetzliche Rentenversicherung "nur" mit 18,6 % zu Buche schlägt, ist da also durchaus noch etwas Platz für zusätzliche Altersvorsorge, die unterhaltswirksam geltend gemacht werden kann, wenn man so etwas denn hat.

Ich denke daher, diese 90 Euro für die betriebliche Altersvorsorge kannst du durchaus abziehen, schließlich zahlst du sie offenbar mit deinem eigenen Geld als Abzug vom Netto, und die maximal möglichen 23 % hast du mit der gesetzlichen und der betrieblichen Altersvorsorge zusammengenommen noch nicht einmal ausgeschöpft (vorausgesetzt, du bist in der ganz normalen allgemeinen Rentenversicherung mit dem üblichen Beitragssatz von 18,6 %).


Aus deinen zwölf Monatsgehältern und der Steuererstattung ergibt sich ein Durchschnitts-Netto von 3.631 Euro. Die 5%-Pauschale für berufsbedingte Kosten ergibt einen Abzug von 181 Euro, bleiben 3.450 Euro. Abzüglich 90 Euro für die zusätzliche Altersvorsorge, bleiben 3.360 Euro. Rechnerisch ist das Zeile 5 der Düsseldorfer Tabelle. Da du für ein Kind und niemanden sonst unterhaltspflichtig bist, kann aber stattdessen Zeile 6 festgesetzt werden, und das ist dann ein Unterhaltszahlbetrag von 371 Euro.

Jetzt die gleiche Rechnung, wenn du den 450-Euro-Job annimmst und dieser unterhaltsrechtlich zu berücksichtigen ist. Dein Durchschnitts-Netto erhöht sich auf 4.081 Euro. Die 5%-Pauschale ist jetzt 204 Euro wert, nach Abzug bleiben zunächst 3.877 Euro bzw. nach Abzug der zusätzlichen Altersvorsorge noch 3.787 Euro übrig. Rechnerisch Zeile 6, stattdessen Zeile 7, somit ein Unterhaltszahlbetrag von 400 Euro.

Beachte bitte, dass sich an der Einkommensgruppe in der Düsseldorfer Tabelle derzeit nichts ändert, wenn du die 90 Euro für die zusätzliche Altersvorsorge nicht geltend machen würdest, und es im Moment für den Unterhalts-Zahlbetrag somit egal wäre. Allerdings rutschst du dann schon ziemlich nahe an die obere Grenze der jeweiligen Einkommensgruppe heran, d.h. bereits mit einer kleinen Gehaltserhöhung bist du über der Grenze und bei der nächsten Einkommensauskunft bist du folglich fällig. An deiner Stelle würde ich auf alle Fälle zusehen, dass diese 90 Euro berücksichtigt werden - das ist schlicht und ergreifend ein kleiner zusätzlicher Sicherheitspuffer für dich.

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 19. Juni 2020, 23:17:24
Danke dir Malachit. Werde ein Gespräch führen gleich Montag mit meinem RA. Mal sehen was er dazu sagt. Danke!


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Malachit am 19. Juni 2020, 23:18:36
Hallo robshome86,

Nachtrag zu diesem hier:

PS: Kindergartenbeitrag zahle ebenfalls ich, mein Anwalt sagt da ich das schon immer gezahlt habe würde jedes Gericht sagen das ich das auch weiterhin zahlen müsse.

Der Sachverhalt stimmt, aber der Anwalt hat m.E. die falsche Begründung geliefert.

Kindergartenbeiträge sind sogenannter Mehrbedarf, und somit von beiden Elternteilen gemeinsam zu tragen; allerdings nicht Halbe-Halbe, sondern anteilig nach dem jeweiligen Einkommen. Allerdings wird bei beiden ein gewisser "Freibetrag" vom Einkommen abgezogen, bevor der anteilige Mehrbedarf berechnet wird - und wenn deine Ex nach wie vor ein faules Stück Speck (https://www.vatersein.de/Forum-topic-32671-start-msg390677.html#msg390677) ist, dann beträgt bei ihrem Mini-Einkommen ihr Anteil exakt 0 %, und dein Anteil daher exakt 100 %.

Das hat aber nichts damit zu tun, dass du bislang immer derjenige warst, der die Beiträge gezahlt hat.


Sicherheitshalber nachgefragt: Die 86 Euro verstehen sich mutmaßlich ohne Essensgeld? Denn anders als der eigentliche Kindergartenbeitrag ist das Essensgeld kein Mehrbedarf, und daher von Betreuungselternteil, d.h. von deiner Ex zu bezahlen.

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 20. Juni 2020, 04:56:52
Die 86 Euro sind inkl alles, also mit Essensgeld.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Malachit am 20. Juni 2020, 08:55:25
Hallo robshome86,

Die 86 Euro sind inkl alles, also mit Essensgeld.

Dann könntest du im Prinzip den Betrag nach Kindergartengeld und Essensgeld aufteilen (bzw. dieses Aufteilung vom Träger anfordern, falls das aus den Rechnungen bzw. dem Gebührenbescheid nicht sowieso hervorgeht), und das Essensgeld von deiner Ex bezahlen lassen.

Allerdings: Euer Sohn ist vier Jahre alt, oder genauer gesagt, aus deinen älteren Beiträgen geht hervor, dass er im vorigen November auch schon vier Jahre alt war. Gehe ich recht in der Annahme, dass er nächstes Jahr im Sommer ohnehin eingeschult wird? Dann reden wir beim Essensgeld "nur" noch über gut ein Jahr, und du kannst dir natürlich überlegen, ob's das wert ist, d.h. für einen vergleichsweise übersichtlichen Zeitraum und Betrag, hier ein Fass aufzumachen.

Beim regulären Unterhalt, der bei dir ja demnächst in einen Titel gegossen werden soll, liegt der Fall deutlich anders: Der Unterhalt wird dir noch ca. anderthalb Jahrzehnte an der Backe kleben, und wenn da in einem "freiwillig" unterschriebenen Titel erst mal eine eigentlich zu hohe Zeile der Düsseldorfer Tabelle festgeschrieben wurde, dann ist es schwierig bis unmöglich, das wieder loszuwerden!

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Kakadu59 am 20. Juni 2020, 10:32:51
Hi @robshome86,
Also: hier die Zahlen von Nov 18 - Okt 19 die der Gegner Anwalt berechnet hat. Ich geh davon aus... [...]

Ich habe das Zitat auf das (für mich) wesentliche reduziert....:
Es wäre besser gewesen, Du hättest Deinen Nettolohn eingestellt, wie er in Deinen Entgeltabrechnungen ausgewiesen wird... (die Jahressumme reicht da)
Die Zahlen des gegn. Anwaltes sind (könnten) da (u.U) schon (zu Deinen Ungunsten) frisiert sein.
Und wie Du schon schreibst: "Du gehts davon aus, dass..."
Berechnungen der Gegenseite - ganz gleich ob RA, JA oder die der/ des EX - sollte man zunächst immer (kritisch) prüfen...(und nicht davon ausgehen, dass....)

PS: ich hatte mir hierfür mal extra eine Exceltabelle gefertigt, damit ich es auf Dauer etwas einfacher hatte mit den Berechnungen.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 22. Juni 2020, 09:41:30
Mein RA sagt: 5% berufsbedingte Kosten sind abgezogen. Die 90 Euro private Altersvorsorge kann man nicht geltend machen weil: ich zahle nur KindesUnterhalt. Würde ich Trennungsunterhalt und/oder Ehegattenunterhalt bezahlen dann könnte ich das geltend machen. Er sagt alle 3 Jahre könnte die Kindsmutter Auskunft fordern (oder 2 Jahre) bis dahin könnte ich nebenbei verdienen was ich möchte, was einen Nebenjob angeht. Jugendamtsurkunde soll ich unterzeichnen mit 136%. Wenn ich zB 128% fordere kommt es definitiv zur Klage. Was ich natürlich nicht möchte.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Inselreif am 22. Juni 2020, 10:15:33
Hi rob,

die Frage kam schon früher einmal auf - bist Du Dir der Kompetenz Deines Anwalts sicher?
Private Altersvorsorge ist (mit einer Deckelung) definitiv berücksichtigungsfähig auch ohne Vorhandensein irgendwelcher nachrangiger Unterhaltspflichten, die Grundlage findest Du weiter oben im Beitrag bzw. den unterhaltsrechtlichen Leitlinien Deines zuständigen OLG.

Weiterhin ist nicht gesagt, dass es "definitiv" zur Klage kommt. Das kommt es nur dann, wenn der Unterhaltsempfänger das Risiko einer Klage eingehen möchte. Und es ist erst einmal die Frage, ob jemand wegen der fehlenden 8% klagt. Der Clou dabei ist doch: wenn es nur um diese fehlenden 8% geht, ist der Gegenstandswert verschwindend gering. Kein Anwalt hat wirklich Lust, darum ein Verfahren zu führen.

Oder anders gesagt: Dein Anwalt will diesen Fall schnellstmöglich vom Tisch haben.

Gruss von der Insel


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 22. Juni 2020, 10:50:20
Noch ein Hinweis zum Essensgeld in der KiTa: Ich vermute, dass du auch da über den Tisch gezogen wirst. Ich zahle bspw. 75€/Monat Essensgeld. Bei allen Kommunen berechnet sich der Beitrag bei Alleinerziehenden aus der Summe Ihrer eigenen Einkünfte + Unterhalt für das Kind. Dein Einkommen ist dafür irrelevant. In Düsseldorf bspw. werden erst ab 30.000 EUR im Jahr Elternbeiträge fällig Essensgeld hat in jedem Fall der betreuende Elternteil aus dem Unterhalt zu zahlen.

In welcher Kommune geht dein Kind in den Kindergarten, dann kann man da mal nachgucken, ob es wirklich 85€ Regelbeitrag sind.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Kakadu59 am 22. Juni 2020, 12:54:20
Hi @robshome86,
damit:
Mein RA sagt: 5% berufsbedingte Kosten sind abgezogen. Die 90 Euro private Altersvorsorge kann man nicht geltend machen weil: ich zahle nur KindesUnterhalt. Würde ich Trennungsunterhalt und/oder Ehegattenunterhalt bezahlen dann könnte ich das geltend machen. Er sagt alle 3 Jahre könnte die Kindsmutter Auskunft fordern (oder 2 Jahre) bis dahin könnte ich nebenbei verdienen was ich möchte, was einen Nebenjob angeht. Jugendamtsurkunde soll ich unterzeichnen mit 136%. Wenn ich zB 128% fordere kommt es definitiv zur Klage. Was ich natürlich nicht möchte.
...scheint ja die Eingangsfrage von Dir hinreichend (von Deinem RA) beantwortet zu sein...und auch die Höhe des von Dir zu zahlenden Unterhaltes scheint ja durch selbigen - für Dich ausreichend korrekt - ermittelt worden zu sein...

Ansonsten verweise ich mal auf den Beitrag #43 von @Inselreif (hier 1. Satz..)

Fragende Grüße....


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 22. Juni 2020, 12:58:28
Habe meinen RA angeschrieben denk er ruft mich nochmal an heute/morgen. Wenn nicht - RA Wechseln


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 22. Juni 2020, 13:00:24
Ich verweise nochmal auf meinen Beitrag: in welcher Stadt wohnt dein Kind?


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 22. Juni 2020, 13:02:41
Hatte ich schon gesagt: Augsburg Stadt


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Inselreif am 22. Juni 2020, 13:14:50
Was erhoffst Du Dir von einem anderen RA?
So lange die Sache nicht gerichtlich anhängig ist, kannst Du Dir das Geld sparen.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 22. Juni 2020, 13:16:01
Was meinst du mit gerichtlich anhängig?


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: SLAM am 22. Juni 2020, 13:44:56
Was meinst du mit gerichtlich anhängig?

Dinge sind anhängig, wenn entsprechende Anträge vorliegen.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Kakadu59 am 22. Juni 2020, 15:55:49
Hi @robshome86,
ohne tatsächlich zu wissen, waum Du (bereiits) einen RA involviert hast:
Sowohl für Deine Eingangsfrage, als auch für die anderen hier erörterten Fragen hätte es keinen (teuren) RA gebraucht.
Das Geld hättest Du Dir (aus meiner Sicht) tatsächlich sparen können...
Und das hier (fett):
Er sagt alle 3 Jahre könnte die Kindsmutter Auskunft fordern (oder 2 Jahre) bis dahin könnte ich nebenbei verdienen was ich möchte, was einen Nebenjob angeht. [...]
ist schon mal wirklich ganz falsch...

Für den Fall, dass Du (zB.) zwischen dem "Überprüfungszeitraum" von 2 Jahren nebenbei arbeiten gehst, kann es durchaus passieren, dass diese Nebentätigkeit am Ende des Zykluses im Zuge der (nächsten) Einkommensüberprüfung offengelegt werden muß (müsste).
Schließlich wird ja (zB.) in 2 Jahren die Einkommenssituation der letzten 12 Monate abgefragt.
In 2 Jahren würde das dann (u.U.) bedeuten, dass sich die Nebentätigkeit Einkommenserhöhend auf den zukünftigen Unterhalt (ab Einkommensabfrage) auswirkt....
Einzig für die Vergangenheit hätte diese Nebentätigkeit keine Auswirkung(en)...

Deswegen schrieb ich ja bereits: ganz riskofrei ist eine (offizielle) Nebentätigkeit nicht....


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Kakadu59 am 22. Juni 2020, 16:22:45
Hi @robshome86,
finde den Fehler... :wink:

&Malachit: ich komme aus Augsburg Stadt.[...]

Ich verweise nochmal auf meinen Beitrag: in welcher Stadt wohnt dein Kind?

Hatte ich schon gesagt: Augsburg Stadt

Entscheidend für die Zuständigkeit des OLG bezüglich Berrechnung des KU ist der Wohnort der Kinder.
Bisher hattest Du lediglich geschrieben, wo Du wohnst...(!)
Falls die Kinder auch in Augsburg Stadt wohnen sollten, wäre eine entsprechende Bestätigung hilfreich und zielführend...ansonsten eben bleibt die spannende Frage:
Wo (in welcher Stadt :wink:) wohnt das Kind?



Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 22. Juni 2020, 16:24:30
Ich verstehe Verzeihung! Sohn wohl ebenfalls in Augsburg wie ich auch!


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 23. Juni 2020, 09:54:50
Ok, Augburg hat mit das komplizierteste System, was ich bisher gesehen habe. Die Gebührentabelle findest du hier: https://www.augsburg.de/fileadmin/user_upload/buergerservice_rathaus/rathaus/stadtrecht/pdf/51/5151_ANL_neu.pdf

Die geht bei 111 EUR los. Es gibt noch Abschläge, aber wenn dein Sohn weiter 5 Tage a 8 Stunden geht, würde ich behaupten, dass das teurer wird (im Normalfall). Essensgeld liegt bei 72 EUR, Hygieneartikel bei 9 EUR, also in Summe 81 EUR. Die muss deine Ex zahlen.

Interessant für dich ist der folgende Passus:

Die Gebühren nach § 3 Abs. 1 können auf Antrag ganz oder teilweise vom Träger der öffentlichen Jugendhilfe übernommen werden, wenn die Belastungen durch die Gebühren den Eltern oder dem Kind nicht zuzumuten sind und der Besuch der Kindertageseinrichtung für die Entwicklung des Kindes erforderlich ist (§ 90 Abs. 3 SGB VIII). Für die Feststellung der zumutbaren Belastung gelten die §§ 82 bis 85, 87 und 88 des Sozialgesetzbuches, Zwölftes Buch entsprechend.

Wenn deine Ex also weiterhin von 550 EUR netto lebt, wird sie wahrscheinlich gebührenbefreit sein. ich würde an deiner Stelle mal im Jugendamt anrufen und darum bitten, ob man mir eine Kopie des Gebührenbescheids schicken kann, da du das ja auch zahlst. Denn über die Gebühren oder eine Befreiung muss immer ein Bescheid ergehen. Ich vermute immer noch, dass deine Ex dich das Essensgeld bezahlen lässt, welches sie eigentlich aus dem Regelunterhalt zu bestreiten hat.


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: robshome86 am 01. Juli 2020, 20:22:41
Falls jemand Interessiert: alten RA ade gesagt, neuer RA sagt: zahle Zuviel Unterhalt, Neuberechnung läuft, Gegneranwalt bekommt die Tage Post... falle 1 Gruppe runter und zahle dann weniger. Man kann sehr wohl Altersvorsorge, 5% Pauschale usw wie von euch gesagt mit rein rechnen. Was Kindergarten angeht handelt mein neuer RA was aus, diesen muss ich jedenfalls nicht alleine bezahlen. Und: Nebenjob auf 450 Euro Basis wird wenn dann nur zum Teil angerechnet. In meinem wohl eher gar nicht da ich Mindestunterhalt schon bezahle. Gruß an alle und vielen Dank!


Titel: Re: Nebenjob - muss ich dann mehr Unterhalt zahlen?
Beitrag von: Malachit am 01. Juli 2020, 21:40:38
Hallo robshome86,

Falls jemand Interessiert: alten RA ade gesagt, neuer RA sagt: (...)

 :thumbup:

Ob all das, was der neue RA sagt, dann auch wirklich so durchgeht, wirst du sehen; aber immerhin ist das offenbar nicht mehr so ein zahnloser Tiger wie sein Vorgänger.

Viele liebe Grüße,

Malachit.