vatersein.de - Forum

Themen => Deine Geschichte => Thema gestartet von: Lana1980 am 08. April 2019, 19:16:20



Titel: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 08. April 2019, 19:16:20
Hallo Leute, ich weiß nicht, ob ich hier an der richtigen Stelle schreibe.

Ich muss einfach mal ein paar Meinungen hören.

Es geht um meine Beziehung/Ehe. Seit 10 Jahren bin ich verheiratet. Es entstanden 3 gemeinsame Kinder. Eigentlich könnte die Geschichte jetzt vorbei sein. Ist sie aber leider nicht.

Ich bin einfach irgendwie total unglücklich. Mein Mann hat seit Anbeginn unserer Ehe die Angewohnheit, seinen Frust bei mir abzuladen. Er kann seine Wünsche nicht hervorbringen. Er schafft es nicht. Ich soll es ihm von den Lippen ablesen und wenn ich das nicht "schaffe", baut sich bei ihm Frust auf, der sich dann entlädt... und das nicht zu knapp! Er teilt dann ordentlich aus, benutzt Fluch- und Schimpfwörter, beleidigt mich. Im Streit sagt er dann, wenn ich ihn auf seine Beschimpfung anspreche: "Tja, tut mir Leid, das ist die Wahrheit!" Aber nach dem Streit entschuldigt er sich für die Beschimpfung (die die Kinder auch immer mitbekommen). Es kommt ca. 1x im Quartal vor, die Frequenz kann sich aber auch erhöhen, wenn er mies drauf ist, schlechte Laune hat.

Durch diese ständigen Ausraster, bei dem ich nicht selten heulen muss, habe ich mich innerlich irgendwie total distanziert von ihm. Habe keine Lust mehr auf Nähe. Ich empfinde zwar noch Verbundenheit zu ihm. Aber mehr auch nicht. Im Jahr 2015 habe ich herausgefunden, dass er sich sexuell von seiner Arbeitskollegin angezogen fühlt. Sie wollte ihn allerdings nicht und reagierte auf seine ganzen Whatsapps nicht. Im Gegenteil, sie schwärzte ihn bei der Firmenleitung an und er wurde hochkant rausgeschmissen. Dadurch kamen wir in schwere finanzielle Bedrängnis, da es ein paar Monate dauerte, bis er wieder in Arbeit war. Gestern habe ich nun herausgefunden, dass er seinem besten Kumpel verraten hat, dass er gedanklich immer noch nicht von der Arbeitskollegin fort kommt, obwohl er sie seit 3 Jahren nicht gesehen hat. Jetzt flirtet er mit den ganzen Cyberfrauen bei Instagram. Er schreibt denen Sachen wie: "Du hast es vielleich schon gemerkt: Ich habe mich in dich verliebt. Ich muss dir aber vertrauen können, damit dein Freund und meine Frau das nicht rausbekommen. Komm, zeig mir nochmal deine geile Zunge, die die Lackschuhe leckt..." Irgendwie sowas halt. Ich hab ihn darauf angesprochen und er beteuerte, dass das alles Unfug ist und er nur sehen will, "was geht, was möglich ist," es hätte aber absolut nichts zu bedeuten und er liebt nur mich und so weiter. "Ein dummer Jungenstreich halt".

Ich weiß nicht. Ich will die Ehe nicht wegschmeißen, die Kinder lieben ihn ja auch, wir haben eine schöne Mietwohnung und sind eignetlich ein gutes Team, aber in Anbetracht der Vorkommnisse, zweifele ich immer mehr an ihm. Und an uns!

Dann gibt es noch ein negatives Gefühl: Ich finde, er engt mich total ein. Ich wollte vor ein paar Jahren mal abends in eine Volleyballgruppe zum spielen gehen. Da protestierte er und sagte, dass abends Familienzeit ist und ich da zu Hause zu sein habe. Wenn ich also irgendwas machen möchte, was er nicht abgesegnet hat, gibt es dicke Luft. Das engt mich total ein. Ich habe den Eindruck, ich kann kaum atmen. Ich selber habe ihm das immer erlaubt, zu seinen Stammtischen zu gehen. Er meint halt (auch irgendwie zurecht), dass er halt nur abends Zeit für solche Sachen hat, ich aber tagsüber Zeit hätte für Freizeitaktivitäten. LACH!! Ich schaffe es in den 4 Stunden, in denen die Kinder in der Kita sind, gerade mal, den Haushalt zu schmeißen, einzukaufen usw.

Was sagt ihr dazu?

LG Lana


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Simon81 am 09. April 2019, 07:16:44
Hallo Lana!

Ich hab ne eindeutige Meinung dazu, kann und will dir aber zu nichts raten.

Versuch es doch mal andersrum: Lies deinen ganzen Text nochmal und überlege: Was würdest du deiner besten Freundin raten, wenn der Post nicht von dir, sondern von ihr wäre?

Liebe Grüße,
Simon


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: nadda am 09. April 2019, 08:12:10
Hallo Lana,

klar ist, so geht es nicht weiter.

Ob Trennung oder nicht, da kann dir keiner einen Rat geben. Aber ich würde es mit Eheberatung versuchen.
Im Besten Fall kapiert er was dich verletzt und es ändert sich was, im blödesten Fall wird diese Beratung zu
einer Beratung für die Trennung. Aber in jedem Fall ist die Beratung eine Möglichkeit miteinander zu sprechen
und einen neutralen Moderator dabei zu haben. Da erhöhen sich die Chancen für vernünftige Gespräche und
Ergebnisse deutlich.

LG
Nadda


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 09. April 2019, 09:01:05
Hallo Leute!

@simon81: Bitte, schreib mir ruhig deine Meinung. Ich bin ruhig und überstürze definitiv nichts!

@nadda: Ich bin mir fast sicher, dass er keine Eheberatung möchte. Darüber hat er früher schon immer hergezogen.

Ach ich weiß nicht, es ist so doof ey. Wir hatten gestern noch ein Gespräch. Er fing irgendwann an, mir durch die Blume ungefähr so zu drohen: "Noch eine Scheidung, nee, dann häng ich meinen Beruf an den Nagel und hartze." Diese Aussage macht er, weil er mich damit anscheinend erpressen will. Er verdient relativ gut und weiß, dass unser "Lebensstandard" (und damit auch meiner) sinken würde. So nach dem Motto: Wenn du dich von mir trennst, wirst du arm sein! Denn wenn er weiter arbeiten würde, müsste er eine große Menge Unterhalt zahlen.

Er hat die Angewohnheit seine Macken und den daraus resultierenden Katastrophen anderen in die Schuhe zu schieben.

Außerdem haben wir fast gar keine Freunde mehr. Auch die Familie hat sich irgendwie von uns distanziert. Möglicherweise riechen sie, dass da irgendwas nicht stimmt. Außerdem streitet er sich generell gern und vergrault vielleicht den ein oder anderen.

DAS sind die negativen Seiten.

Die positiven sind, dass er gern Ausflüge mit uns unternimmt, im Haushalt mithilft (aber hier auch nur als großer Oberlehrer) und sich um die Kinder kümmert. Er kann sehr charmant sein, schenkt mir Rosen und möchte uns alle verwöhnen. Scheitert oft an der finanziellen Lage, unter der wir immer noch dank seine Rauswurfes leiden. Man kann sich oft auch super gut mit ihm unterhalten, herumwitzeln und co. Und dazu kommt, er hat mich körperlich noch nie betrogen, andererseits ist da dieser Hintergrund mit den Chats mit den Frauen und seine Schwärmerei für die ehemalige Arbeitskollegin. Er sagt immer, es wäre nix ernstes, er wollte nur seinen Marktwert testen, würde aber sofort ablehnen, wenn eine Frau es tatsächlich ernst meinen würde mit ihm. Er will mir treu bleiben.

So und jetzt ihr!

LG Lana







Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: AnnaSophie am 09. April 2019, 09:17:14
Hallo,

ich würde ihm mitteilen, dass du einen Abend pro Woche Kinderfrei haben möchtest, einfach um zum Sport gehen/Freundinnen treffen zu können.
Er könne auch einen Abend unter der Woche "haushaltsfrei" haben, damit er sich mit Freunden treffen kann.

Und das du planst ab Sommer (sofern alle Kinder schon in der Kita sind) Teilzeit zu arbeiten, einfach um mal rauszukommen, auch wenn dein Gehalt dann im Prinzip für Kitakosten, Reinigungskraft etc. draufgehen wird. Du es aber wichtig findest im Job zu bleiben bzw. die Chance zu bekommen, wieder Fuß zu fassen.
Und da er sich ja so positiv einbringt im Haushalt (Oberlehrerhaft zwar, aber immerhin) dürfte das ja auch keine großen Probleme verursachen.

Und dann wartest du ab, wie er reagiert.

Was das Skypen etc. mit fremden Frauen angeht, würde ich ihn dann an deiner Stelle fragen, ob es ok ist, wenn auch du zukünftig "deinen Marktwert" testen würdest, wie er das für sich  möchte. Wenn er ein Problem damit hat, erklärst du ihm, dass du der Meinung bist, dass das gleiche Recht immer für beide gelten soll.
Denn ich vermute mal, dass er das nicht möchte, denn er versucht ja nicht umsonst dich zu isolieren.

Sophie


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Simon81 am 09. April 2019, 09:57:30
Also für mich klingt es auch so als wolle er dich isolieren.. Familie vergrault, Freunde vergrault, so dass du, selbst wenn du dich trennen wollen würdest, niemanden hast an den du dich wenden kannst.

Ich finde das mit der Drohung wegen dem Lebensstandart sagt schon einiges aus.

Die Frage die du dir stellen musst ist ob du wirklich glücklich bist und bis an dein Lebensende so leben möchtest. Nur wenn du das ehrlich mit ja beantworten kannst, dann lohnt es sich zu kämpfen.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: nadda am 09. April 2019, 10:53:58
Hi,

hm, diese Erpressung geht gar nicht.

Versuch ihn zur Eheberatung zu bewegen, aber wenn er nicht will, dann überleg dir ob du so weitermachen willst.

Für mich klingt das schon heftig mit seiner Drohung bezüglich Trennung, deshalb würde ich mich an deiner Stelle absichern. Solltest du eigenes Vermögen oder Wertsachen haben bring sie zu deinen Eltern oder deinen Freunden zum Einlagern.

Und du brauchst einen Job, wenn du dich trennst rechne damit erstmal gar nichts zu haben. Du musst dich notfalls selber versorgen können.

Mach dir klar, wenn ihr euch trennt solltet ihr versuchen sinnvolle Lösungen zu finden, bezüglich gleichberechtigter Kinderbetreuung, bezüglich der Dinge die ihr habt und bezüglich der Finanzen.

Wenn einer anfängt den anderen als Weihnachtsgans zu betrachten geht alles den Bach runter! Ihr habt gemeinsame Kinder, ich müsst es schaffen
sinnvolle Lösungen zu finden, weil ihr auch im Fall einer Trennung noch lange miteinander zu tun habt und zusammenarbeiten müsst!

Überlege mal für dich wie es nach einer Trennung wäre, wie würdest du dir das vorstellen?

Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur sagen, der Mann den man verlässt reagiert ganz anders als der Mann den man geheiratet hat. Da kommen verletzte Gefühle und das kann unschön werden. Deshalb finde ich die Eheberatung sehr wichtig, mit Glück kann man etwas retten und geht das nicht, dann kann man sich vernünftig trennen. Und das sollte man immer versuchen, es ist wirklich wichtig, den Streit und Ärger der kommt, wenn einer nicht will, das ist furchtbar für alle Beteiligten. Vor allem sollten wir Erwachsenen es schaffen unsere Kinder zu schützen vor diesem Streit.

LG
Nadda



Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lausebackesmama am 09. April 2019, 12:39:01
Ich will keine Diagnose werfen, aber meine Narzissmus-Warnleuchte blinkt neonrot.

LG LBM


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kasper am 09. April 2019, 13:09:57
Ich will keine Diagnose werfen, aber meine Narzissmus-Warnleuchte blinkt neonrot.
Ja ... was mich an der ganzen Sache nur stört, ist dass dies nach drei Kindern auffällt und nach 10 Jahren ... Ok, kann passieren. Aber wenn der Ehemann keine Freizeit "gewähren" will, sogar "seinen Marktwert" testen will ... tja, wir leben in einer Gesellschaft die sich die Gleichberechtigung auf die Fahne geschrieben hat, dann darfst Du das meiner Meinung nach auch.

Aber nur kurz zum Finanziellen ....
Klar, einfach wird es nicht und er wird seine Arbeit nicht "mal eben so" reduzieren können. Aber selbst wenn, UHV wird nun bis zum 18ten Lebensjahr gezahlt und mit Job, KiGa Zuschuss (und eine Ahnung was es da noch so gibt) gibt es noch ein paar weitere Möglichkeiten.

Gruß
Kasper


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 09. April 2019, 14:55:09
Danke für eure Antworten.

Das mit dem Narzissmus, was Lausebackesmama erwähnt hat, ist mir schon ein paar Mal gesagt worden.

Ich muss sagen, dass ich das damals einfach unterschätzt habe. Erst jetzt wird es mir so langsam klar. Und vor allem wird dieses Verhalten immer ungemütlicher für mich und die Kinder je schlechter er durch die äußeren Umstände gelaunt ist. Erstens sind wir immer noch in großen finanziellen Schwierigkeiten wegen seines Rauswurfs damals und zweitens fühlt er sich wahrscheinlich "gesättigt", "gelangweilt" und fängt dann mit diesen ganzen versauten Chats an oder träumt von seiner Arbeitskollegin, die ihm ja - so sagt er - definitiv nichts bedeutet. Er verhält sich einfach anders, als er beteuert.

Als ich gesagt habe, dass ich ja auch mit fremden Männern versaut chatten könnte, sagte er: "Neee das ist ja was ganz anderes. Männer sehen in sowas immer eine 100%ige Zusage zum  **tsts - ID 10**. Das ist bei Frauen ja total anders, wenn ich mit denen schreibe."

Ehrlich gesagt überlege ich seit dem letzten Sommer, wie es wäre, wenn wir getrennt wären. Ich denke mal, es würde schon alles irgendwie klappen - mit Abstrichen! Allerdings macht er es mir oft schwer, wenn ich sehe, wie er mit den Kindern spielt und sie ihn ja auch lieben und sich immer so freuen, wenn er von der Arbeit heim kommt...

LG Lana


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: RichardvonWeizsaecker am 09. April 2019, 16:54:01
Würdest Du dich von ihm trennen wenn Du wüsstest das er Fremd geht?
Wenn Du den tatsächlichen Beweis vorliegen hättest?

Ehrlich gesagt würde ich bei dem Verhalten davon ausgehen, das ihm entweder die Gelegenheit dazu fehlt oder er mögliche Gelegenheit schon in der Vergangenheit genutzt hat und du einfach nichts davon weißt.

Ich würde mich - wie hier empfohlen - möglichst nüchtern auf die Trennung vorbereiten so gut Du kannst und versuchen den Beweis zu erlangen das er Dir Fremd geht und dann bist Du darauf gut vorbereitet.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Craertus am 09. April 2019, 17:14:42
Hallo,

da mir auch vorgeworfen wird, dass ich diese narzistische Verlagung habe, möchte ich gerne mal ein wenig aus meiner Sicht über die unterschiedlichen Verhaltens/Denkweisen anbringen. Nun gehe ich davon mal aus, das ich ein Narzist bin!

Für mich sind meine "ehemalige" Familie ein sehr wichtiger Punkt in meinem Leben gewesen. Man tut für seine Kinder alles, unternimmt viel, setzt sich für das Wohl ein. Hat eine etwas tiefere Betrachtung der Dinge, man(n) analyisert vieles anders und hat auch teilweise andere unverständliche Sichtweisen und Meinungen. Man sieht viele Dinge aus einer anderen Perspektive. Ich für meinen Teil versuche mich immer wieder in die Situation der anderen Peronen hineinzuversetzen. Denke viel über ähnliche Situationen nach, die ich selbst erlebt habe. Dabei reflektiere ich mein Verhalten oder meine Handlungen aus der Vergangenheit, allerdings bringe ich die daraus resultierte Erfahrung mit ein. Dann schätze ich ab, welche Auswirkungen welche Handlung haben könnte. Soweit es mögich ist, versuche ich dabei die beste Option "aus meiner Sicht" zu finden, bedenke dabei die Charaktäre um die es evtl. gerade geht, in meinem BSP den großen Sohn meiner Ex. Ich bespreche dabei mit ihm die Optionen und möglichen Reaktionen oder Auswirkungen. Die Entscheidung die er dann trifft, die trifft er mit einem neuen Feedback und einigen realistischen Eindrücken aus meinem Leben bzw. meinen Erlebnissen. Die Entscheidung bleibt dabei immer offen, die hat der Große selbst zu treffen. Egal zu welcher Entscheidung er kommen wird ist zu akzeptieren.

Die eigene Wahrnehmung eines Narzisten, wieder aus meiner Sicht. Es macht oft den Anschein, als würden keine anderen Meinungen gelten als die eigene. Ich "rede" einfach zu viel wird mir vorgeworfen. Wenn es mir um Personen geht die mir besonders am Herzen liegen, versuche ich immer die Kommunikation zu führen. Dabei ist es mir wichtige, die Gefühle und die Auswirkungen zu beachten und nicht zu "gefährden". Ich äußere meine Meinung und bin Kompromissbereit. Allerdings kommt es oft vor, dass in diesen Diskussionen die Meinungen anderer mir viel zu weit weg sein, von meiner eigenen. Daher fällt es mir schwer die andere Meinung zu akzeptieren oder halte sie für zu oberflächlich. Das ist anstrengend für alle beteiligten Personen.

Die Bewunderung die Narzisten unbedingt für sich einfordern oder aber eben diesen Drang nach Selbstbestätigung haben, sind nicht unbedingt schlecht. Die verschrobene Denkweise ist oft realisitischer und detaillierter als von anderen Personen. Ich spreche hier nur meine Erfahrungen aus. Ich denke dass Dein Mann sich selbst nicht richtig kennt und oft falsch einschätzt. Das ist mir auch sehr häufig passiert, dann ist es entscheidend sich selbst zu reflektieren und auch mit geäußerter Kritik an der eigenen Person umzugehen und etwas zu verändern. Da kann es hilfreich sein, sich auch mal einer Gesprächstherapie oder Verhaltenstherapie anzunehmen und das am besten auch mit seinem Partner. Viele Dinge werden dann oft relativiert, werden verständlicher und man kann einiges eher nachvollziehen. Das aber auf beiden Seiten.

Oft es ist nicht leicht mit einem solchen Menschen zu leben, dass gebe ich offen zu. Man muss aber erlernen und akzeptieren, dass es sich dabei um eine besondere Art von Mensch mit einem besonderen Charakter handelt. Auch nach euren 10 Jahren ist da sicher noch eine Menge an Unverständnis bzw. Missverständnis dem Narzisten gegenüber vorhanden. Es ist eine Art von Machtspiel die der "Narzist" betreibt, da ist viel Taktik dahinter, viel eher das logische und dabei auch emotionslose. So wie Sheldon aus The Big Bang. Das ist ein guter Vergleich, diese Art von Charaktäre vermeindlich nicht die Umwelt so wahrzunehmen und zu verstehen, wie sie bei anderen Menschen funktioniert. Man ist halt irgendwie noch ein wenig Kind. Allerdings dabei sehr ernsthaft und oftmals auch nicht in der Lage offen zu zeigen was man wirklich fühlt.

Sollten Dein Mann oder ich ein Narzist sein, dann sei auf der einen Seite froh, einen solchen Menschen zu haben. Er weiß was er an Dir und der Familie hat! Ich vermute, dass er sich mit den Macken die er hat, sich für Dich (auch wenn Du es teilweise nicht bemerken wirst)  und für die Kinder besonders einsetzt. Du musst nur erkennen, wie er es tut. Sei Dir versichert, dass viele dieser Dinge auf einen weichen Kern schließen lassen, die allerdings von dem dicksten Panzer geschützt werden. So ungefähr könnte Dein Mann dann auch ticken... Ich vermute es nun einfach mal ins Blaue, Du musst nur versuchen an diesen weichen Kern zu kommen und Deinem Mann bewusst zu machen, dass ihr einen anderen Weg finden müsstet. Dazu gehört ein weiter Weg der zu gehen ist, sofern Du die Kraft einsetzen möchtest euren gemeinsamen Weg noch weiter zu gehen.

Mir ist sehr wohl bewusst, sofern ich Deine Threads richtig verstehe und einschätze, dass Du es mit einem Mann zu tun hast, der ähnlich tickt wie ich selbst. Ich kann aber auch weit daneben liegen und mich total irren.

Mein Tipp an Dich könnte sein, konfrontiere ihn bewusst mit den Aussagen, dass Du ihn eben für einen Narzisten hälst. Informiere Dich aber vorab bitte, welche unterschiedlichen Definitionen dazu möglich wären. Ließ Dir verschiedene Auslegungen von Narzismuss durch, denn da gibt es unterschiedliche Meinungen zu. Vor allem woher der Narzismuss stammen soll oder von was er abgeleitet worden ist.

Besprich mit Ihm sehr deutlich, was Du an ihm schätzt aber auch was Dich wirklich auf die Palme bringt und stört. Nimm ihm dann aber die Gelegenheit Dir sofort Kontra geben zu können bzw. Dich in eine Diskussion zu verwickeln. Bitte ihn darum, dass Du mit Ihm sprechen möchtest, aber nur Du möchtest sprechen und keine Unterbrechung dabei haben. Im Anschluss möchtest Du, dass er sich 1-2 Tage Zeit nehmen soll darüber nachzudenken und entferne Dich von ihm. Geh in der Zeit des Wartens auch nicht auf ihn zu oder versuche ihn dabei zu drängen, Dir die Rückmeldung zu geben die Du dann nicht erwarten kannst. Er wird von sich aus kommen müssen, Du wirst Veränderungen im Verhalten bemerken.

Was dann passiert, das wird Dir den Weg Deiner/Eurer Zukunft aufzeigen.




Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 09. April 2019, 17:27:53
@RichardvonWeizsaecker Wenn es wirklich zu einem körperlichen Verhältnis gekommen wäre: ja! Was ich nicht verstehe: Wenn ich nur noch eine Magd für ihn bin, aber er ansonsten eh schon woanders hinguckt, warum trennt er sich denn nicht einfach von mir? Will er nicht der Buhmann sein? Ist es Bequemlichkeit? Ich glaube, er weiß, dass er ein sehr schwieriger Charakter ist und so schnell keine Partnerin mehr finden wird.

Könnt ihr mir sagen, was ich wie vorzubereiten habe? Ich meine, wenn ich ihm sage, dass ich mich trennen möchte, würde ich gern so schnell wie möglich ausziehen. Ich bin aber total mittellos. Das Konto ist leer, wir arbeiten immer noch einen größeren Schuldenberg ab. Wir haben kein Vermögen. Und einen Job kann ich so schnell nicht aus dem Hut zaubern. Ob mich jemand nimmt? 3 Kinder, keine Verwandtschaft weit und breit, unbezahlbare Wohnungen, sehr knapper Wohnraum. Geschweige denn, ob mich ein Vermieter haben möchte? Was haltet ihr von der Idee, dass meine Eltern für mich und die Kinder eine 3-4 Zimmerwohnung mieten, ist sowas möglich? Sie würden mich bestimmt ein bisschen unterstützen.

Soll ich mal beim Sozialamt (heißt das so?) einen Termin machen und mich beraten lassen? Soll ich einen Termin beim Anwalt machen und mich beraten lassen? Eigenes Konto eröffnen? Ich möchte schon mal gedanklich ein paar Dinge vorbereiten. Allerdings sollte mein Mann noch nicht mitbekommen (z. B. anhand von Kontobewegungen), was ich vorhabe. Ich könnte mir schon vorstellen, dass die Zeit mit ihm zusammen hier in der Wohnung sehr schwer wird, wenn er weiß, dass ich mich trennen möchte.

@Craertus: Danke für deinen Beitrag. Ja das trifft meinen Mann sehr gut, ihr scheint ziemlich vom gleichen Holz geschnitzt zu sein! Er ist schon besonders. Und die guten Seiten weiß ich zu schätzen. Er ist sehr besorgt um die Kinder und deren Entwicklung. Oft schon zu besorgt. Dann wird er depressiv. Dann mit der unerschütterlichen Meinung: Ja, definitiv! Er sagt zwar immer, dass er sehr zweifelnd über sich selbst denkt, aber seine Meinung ist Gesetz. So hat er es sich schon mit ganz vielen Menschen verscherzt. Für ihn sind die Dinge so und nie im Traum könnten sie anders sein. Schwarz weiß denken. Er ist nicht offen für neue Denkweisen, er hat sein Schema F und da muss alles andere reinpassen.

Wie gesagt, wenn die Dinge für ihn gut laufen und er sich nicht über irgendetwas ärgert (oder über sich selbst), dann ist er fröhlich, freundlich und aufgeschlossen. Aber oft ist er auch nicht gut einzuschätzen, unbeständig, voller Schwankungen... Naja, schwierig. 10 Jahre ging es bisher mehr oder weniger gut, weil ich sehr nachgiebig bin und gut im Verzeihen bin.

LG Lana



Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kasper am 09. April 2019, 17:56:01
Moin,

mir widerstrebt es derzeit, Dir eine Handlungsanweisung zur Trennung an die Hand zu geben.
Klar kannst Du ausziehen! Wie würde es aussehen, wenn die Kinder beim Vater bleiben? Wie alt sind die drei eigentlich?

Du beschreibst es in vielen blumigen Worten, was der zukünftige Es alles an Mängeln hat. Könnt ihr noch normal reden, oder versteift ihr Euch in Vorhaltungen und Vorwürfen (und dass können beide Seiten ziemlich gut provozieren). Das selbst erlebt und bei Freunden auch schon miterleben können ... die "Madam" stellt sich gut dar und erklärt einem, warum "Mann" schuld ist das dies und jenes nicht klappt ... Der Mann sucht sich entsprechende Beschäftigung. Das heißt nicht, dass ich das in Ordnung finde, aber zu einem gewissen Grad ist das irgendwann auch Notwehr.

Mir ist das noch zu unausgewogen ... deswegen halte ich mich mit Tips zurück ... Und Dein Narzissmus-Text ist mir eindeutig zu lang.
Drei Kinder entstehen auch nicht im Galopp, schon garnicht wenn die Frau es beeinflussen kann.

Also, zusammengefasst, meine Fragen:
- Wie alt sind die drei Kinder?
- Was hast Du beruflich gelernt (wegen Job Aussichten)?
- Was willst Du eigentlich? (Trennung oder Rettung)

- wie funktioniert das mit dem Cybersex? ;-)

Gruß
Kasper


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: RichardvonWeizsaecker am 09. April 2019, 19:39:13
Puuh, also diese Narzissmussdebatte finde ich auch schwierig, ist irgendwie defokus.
Wir kennen den Mann nicht und kennen nur die Einseitigen Berichte der Frau.
Ich würde mich da nicht soweit aus dem Fenster lehnen und vielleicht einfach nur konkret dabei unterstützen wie sie guten gewissens aus der Sache raus kommt, glücklich scheint Lana ja nicht zu sein, sonst würde sie hier nicht nach Hilfe suchen.

Prinzipiell würde ich mir wünschen, dass wenn es zur Trennung kommt, Du das mit den Kindern fair handhabst und nicht so dreckig wie die Frauen mit denen wir es zutun haben, weswegen wir auch hier im Forum sind.

@RichardvonWeizsaecker Wenn es wirklich zu einem körperlichen Verhältnis gekommen wäre: ja! Was ich nicht verstehe: Wenn ich nur noch eine Magd für ihn bin, aber er ansonsten eh schon woanders hinguckt, warum trennt er sich denn nicht einfach von mir? Will er nicht der Buhmann sein? Ist es Bequemlichkeit? Ich glaube, er weiß, dass er ein sehr schwieriger Charakter ist und so schnell keine Partnerin mehr finden wird.
Das warum ist von außen ohne den Kerl zu kennen, ohne mit ihm einmal um Suff über die Wahrheit gesprochen zu haben, schwer zu ergründen. Daher will ich über die Gründe nicht mutmaßen.
Kann alles mögliche sein, vielleicht ist ihm das Sexleben mit Dir nicht mehr aufregend genug, wer weiß.
Prinzipiell würde ich aber davon ausgehen das es Punkte gibt, die er an Dir schätzt, ich würde auch sagen das ihm das Zusammenleben mit Dir irgendwo wichtig ist aber das Feuer ist nunmal erloschen.
Das kommt vor, man kann so etwas auch so regeln das man sich einfach abspricht und klar macht das jeder in Zukunft sein eigenes Ding macht und man trotzdem noch irgendwie als Familie zusammen bleibt.
Ich denke dieses Modell gibt es auch häufiger als manche denken. Soll er sich doch andere Frauen suchen, such Du dir doch auch jemanden mit dem Du Abenteuer erleben kannst, aber bleibt zusammen solange ihr die Kinder gemeinsam betreut. Das kann man durchaus konstruktiv hinbekommen.
Ich war auch mal 10 Jahre in einer Beziehung und gegen Ende haben wir das auch so ähnlich gehandhabt.
Irgendwann haben wir uns dann zwar doch getrennt, aber immerhin sind wir auch jetzt immer noch Freunde.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Nordlicht84 am 09. April 2019, 20:16:03
Hallo Lana,

ich versuche dir mal eine Einsicht in die Denkweise eines Mannes zugeben (Kein Nazist)
Wenn es soweit ist das er andere Frauen anflirtet ob real oder virtuell, dann fehlt ihn in der Beziehung etwas ob man es schafft dieses defizit zubeheben ist schwer zusagen. Bei meiner Ex und mir klappte es nicht.
Und warum er bei dir bleibt ist relativ einfach zubeantworten du bist ein sicherer Hafen so lange nix besseres da ist. Das klingt hart ist aber leider so.
Bei mir war es zumindest so und ich bin halt geblieben weil ich den Kindern die Familie erhalten wollte, aber wenn die Lust raus ist wird es nicht auf Dauer funktionieren.
Und wenn du ganz ehrlich zu dir selbst bist, hast du deine Entscheidung schon getroffen sonst würdest du nicht schon Anfangen zu planen.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 09. April 2019, 20:53:16
Hallo Kasper,

ich verstehe deinen Einwand.

Wir sind beide durch den Alltag ziemlich erschöpft, die Kinder sind 8, 4 und 2 Jahre alt. Ich bin gelernte Bürokauffrau. Mein letztes Arbeitsverhältnis liegt schon fast 10 Jahre zurück.

Eigentlich will ich lieber die Rettung. Wenn da nicht seine ständigen Ausraster wären, wegen Kleinigkeiten. Er geht arbeiten, ich kümmere mich um Sauberkeit, Einkäufe, Erziehung, Schule. Das ist ein absoluter Fulltimejob, 24/7. Die Kleinen weinen nachts manchmal noch. Seit der dritten Schwangerschaft leide ich unter Schmerzen im Unterbauch, das macht mein Leben auch nicht gerade einfach. Er unterstellt mir, ich würde "nichts" machen. Er schätzt überhaupt nichts. Hat er mir eben gerade schon wieder gesagt. Wir wären alle Vollidioten.

Ich halte das echt nicht mehr aus. Das hat mir in den letzten Jahren soooooo die Lust an Zärtlichkeiten mit ihm vermiest. Aber mir tun die Kinder so Leid... sie werden ihren Papa bestimmt ständig vermissen. :(

LG Lana


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kasper am 09. April 2019, 21:08:52
Moin,

schonmal ein Ansatz ...

Erschöpfung ... dies ist der erste Hebel, an den ich ansetzen würde.
Gibt es die Möglichkeit, dass Du Dir Therapeutische Hilfe holst? Dann hast Du schonmal jemanden mit dem Du die Situation bereden kannst und der Dir vielleicht auch Lösungsansätze offerieren kann. Der zweite Schritt ist, dass Du ärztlich abklären lässt, wo Deine Schmerzen herkommen ...
Knapse in den 4 Stunden vormittags Zeit für Dich ab. Vielleicht gibt es vorübergehend auch die Möglichkeit das Dir jemand im Haushalt hilft?

Das wäre der erste Schritt.

Der Zweit ist dann eine Eheberatung. Diese kann darauf hinauslaufen, dass sich Dein Mann ebenfalls Hilfe sucht, um seine Probleme in den Griff zu bekommen (Pöbeln und schreien sind seine) und damit die Wertschätzung Dir gegenüber wieder zurückkommt. Sollte er nicht darauf eingehen, dann würde ich dieser Eheberatung (vielleicht auch in einem Vorgespräch) auch sagen, dass sie gleich in eine Tr nnungberatung "überleiten" kann.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass vielleicht Dein Mann einen Schuss vor den Bug benötigt, damit er wieder klar zu denken anfängt.

Auch kann ich mir vorstellen, dass es sich in den Jahren hochgeschaukelt hat. Er schoß die Beleidigung heraus und Du hast "gekuscht" anstatt gleich Kante zu zeigen. Es ist dann oft so, dass manche Menschen dann meinen, sie können sich immer mehr herausnehmen ... ein Teufelskreis. Damit möchte ich jetzt nicht schreiben, dass Du schuld hast, sondern eher zu verstehen geben, wie sowas kommen kann.

In jedem Fall solltest Du aktiv werden. Nicht alles auf einmal, aber stetig und konsequent.

Gruß
Kasper


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Nordlicht84 am 09. April 2019, 21:09:18
Natürlich werden die Kinder ihren Papa vermissen.
Aber Kinder gewöhnen sich an vieles. Und man sollte sich nur wegen den Kindern nicht selber vergessen.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Malachit am 09. April 2019, 22:47:16
Natürlich werden die Kinder ihren Papa vermissen. Aber Kinder gewöhnen sich an vieles. (...)

@Nordlicht84, nur mal so als Hinweis: Wenn du solche "Weisheiten" verbreiten möchtest, dann ist vatersein.de sicher nicht das richtige Forum dafür. Es gibt zwar genügend andere Orte, an denen du Applaus bekämest für derart blöde Sprüche; hier machst du dich damit allerdings herzlich unbeliebt.

Nix für ungut,

Malachit.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 10. April 2019, 08:36:32
Guten Morgen!

@Kasper: Ja, Erschöpfung ist natürlich nicht schön. Aber dennoch würde ich nie auf die Idee kommen, meinen Partner als "A-loch", "Vollidiot", "Dumme Kuh" zu bezeichnen, selbst im Streit nicht. Das habe ich noch nie getan und das verbietet mir einfach der Respekt. Ich würde auch nie zu meinem Partner sagen: "Halt dein dummes Maul."

Es ist einfach eine miese Charaktereigenschaft, Streit anzuzetteln, um seinen Frust abzuladen und dann so richtig aus den Vollen zu schöpfen. Ich habe schon oft geheult dabei. Er macht die ganze Familie nieder, auch die Kinder.

Die Schmerzen sind bereits abgeklärt und es gab eine OP: Ich hatte eine Krampfader im Becken. Das Problem ist, dass sich nach der OP Verwachsungen gebildet haben, die jetzt ebenfalls extrem schmerzhaft sind und die ich demnächst wieder operieren lassen muss. Ein grauenhafter 1,5 Jahre langer Alptraum bisher, sage ich euch! Aber ich würde mein Grauen nie auf meinen Partner abwälzen oder die Kinder. Niemals. Ich kann dann halt an einigen Tagen nicht 100% Leistung bringen, das ist das Problem.

Wir hatten eine Putzfrau, als das jüngste Kind noch nicht im Kindergarten war, aber aus Kostengründen putze ich jetzt wieder selber, ist auch kein Problem, kostet halt Zeit. Und in den 4 Stunden Kindergarten schaffe ich gerade so das Mindestpensum. Mein Mann macht nichts im Haushalt, außer den Müll runterbringen. Und das wäre auch alles ok, wenn der Respekt für meine Tätigkeiten da wäre!

Die nächsten Verwandten leben 220 km entfernt und können und wollen auch nicht helfen. Freunde, wie gesagt, haben wir keine. Nur ein paar lose Bekanntschaften.

Schüsse vor den Bug hatte er in den letzten 10 Jahren einige. Aber er lernt nicht daraus und verfällt immer wieder in die selben Muster. Ist cholerisch, jähzornig, depressiv. Und wenn er merkt, dass er zu weit gegangen ist, dann macht er mir Geschenke oder wird ganz charmant plötzlich. Er ist fast 60 Jahre alt, da wird er sich nicht mehr ändern. Er war ja früher schon mal verheiratet, da ist er auch immer ausgerastet bis dahin, dass er seine Exfrau geschlagen hat. Laut ihm hat sie ihn ständig provoziert. So sieht er das. Ich will nicht wissen, was er über mich und unsere Ehe seinem besten Kumpel alles erzählt.

Ich weiß nur eins, ich fühle mich nicht frei. Ich fühle mich gefangen, kontrolliert, bevormundet und gekauft, dafür, dass ich seine Launen seit 10 Jahren ertragen muss.

Und jetzt kann ich einfach nicht mehr.

Ich hoffe, ihr versteht mich. Ich will mich im Einklang trennen. Ich bin der letzte Mensch, der Streit will oder einen Rosenkrieg. Ich hasse streiten und Machtkämpfe und will das unter allen Umständen vermeiden! Ich strebe eine partnerschaftliche Trennung an.

LG Lana



Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: nadda am 10. April 2019, 08:50:46
Grüß Dich,

auch wenn du jetzt so intensiv über eine Trennung nachdenkst, ich würde ihm eine Chance geben. Sprich mit ihm
über eine Eheberatung. Ihr braucht auf jeden Fall Hilfe, ob ihr dann nochmal zusammen findet oder ob ihr euch trennt, egal.
Eine Trennung ist nie schön, sie ist immer anstrengend und sehr schmerzhaft und es ist sehr schwer das ruhig und vernünftig
über die Bühne zu bringen, vor allem wenn Kinder da sind. Aber wegen der Kinder müsst ihr eine vernünftige Lösung finden.

In eurem Fall bedeutet die Trennung auch das die finanzielle Situation für euch beide noch viel schwieriger wird, und da ist
Streit und Existenzangst vorprogrammiert. Beides wird eine ruhige und einvernehmliche Trennung deutlich erschweren.

Eine Beziehung ist nie wirklich einfach, selbst wenn es gut läuft müssen sich immer Beide anstrengen. Das kann man
auch wieder besser hinbekommen. Aktuell habe ich den Eindruck du drückst dich davor mit ihm zu sprechen, und das ist nicht gut.

Mir ist schon klar wie schwierig es ist, aber auch wenn eure Beziehung grade echt schlecht ist, hat er das Recht zu erfahren wie es
dir geht. Sag ihm das du über eine Trennung nachdenkst, grübel jetzt nicht wochenlang da weiter, weil dann ist eure Beziehung
sicher nicht mehr zu retten und eine Trennung im Streit vorprogrammiert - weil du so einen Wissensvorsprung hast.

Frauen neigen dazu, so lange drüber nachzudenken bis sie sich sicher sind mit der Trennung, und dadurch lässt man dem Partner keine
Gelegenheit es besser zu machen. Und Männer überhören vorsichtige Hinweise, manche überhören auch die deutlichen. Mein Exmann
hat erst kapiert das es mir ernst ist, als ich ihn gebeten habe das er für eine Woche zu seinem Freund zieht. Da war es aber schon
zu spät. Mach diesen Fehler nicht. Rede mit ihm, heute.

LG
Nadda


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Craertus am 10. April 2019, 08:52:01
Hallo,

Deine klare Vorstellung einer Trennung ist ja nun offensichtlich. Sei Dir bewusst, dass es nicht so laufen wird wie Du es Dir erhoffst bzw. wünschst.

Zuerst würde ich mich bei dem Fachbereich Soziales melden oder wie auch immer das bei euch heißt. Bereite Dich damit vorerst was das Geld angeht vor. Bespreche die  vorgehensweise mit dem Amt, dass wird dann auf H4 hinauslaufen. Informiere Dich über die Größe der Wohnung die Dir zusteht und welche Kosten übernommen werden, zusätzlich noch die Höhe der Leistung die Dir zustehen wird. Du kannst dort auch über die Erstaustattung der Wohnung sprechen, wie die Anträge zu stellen sind usw.

Suche Dir eine geeignete Wohnung, dass wird sicher länger dauern oder relativ schwierig werden, ja nachdem bei euch die Wohnungssituation ist. Alternativ kannst Du auch zuerst einen Anwalt kontaktieren, Dich beraten lassen und die evtl. Möglichkeit erörtern, dass Dein Mann die Wohnung an Dich übergeben muss. Du kannst bei Gericht die Gerichtskostenbeihilfe und eine Beratung bei einem Anwalt beantragen, Du selbst bist ohne Einkommen, allerdings wird, da ihr verheiratet seit, sicher das Einkommen vom Mann abgefragt.

Du wirst sehr viele Dinge erledigen müssen, wenn Du die Trennung quasi durchziehst ohne Deinen Mann einzubeziehen. Evtl. wäre es die sinnvollste Lösung, die Sache wirklich mit Unterstützung des Jugendamtes, der Elternberatung oder einer Beratunggstelle in Angriff zu nehmen. Such Dir Hilfe von außen und vor allem Beratung.

Entscheidend ist allerdings, dass Du mit Deinem Mann offen und ehrlich umgehst. Das sollte sogar der erste Schritt sein. Du hast so viele Optionen oder Möglichkeiten und vor allem eine große Unsicherheit dabei, wie alles dann wirklich ablaufen wird. Wie bereits erwähnt, kümmere und informiere Dich selbst erst einmal um Unterstützung in eigener Sache. Du wirst merken, wie schwierig eine Trennung unter diesen Umständen sein wird. Und sei DIr bewusst, dass Deine Kinder dabei eine sehr große Rolle spielen werden. Es wird garantiert alles sehr schwierig werden und wird sehr belastend und anstrengend werden.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 10. April 2019, 09:18:53
@ Craertus: Danke! So oder so ähnlich werde ich es tun!

@ nadda: Danke auch für deinen Beitrag. Ich finde es halt irgendwie würdelos, dass er anderen Frauen bei Instagram sagt, dass er in sie verliebt sei und mit ihnen für teuer Geld shoppen gehen will und dafür auch CAM S** haben will (selbst, wenn das in seinen Augen nur nicht ernst gemeinte Spielereien sind), dass er in die Arbeitskollegin verschossen ist und sie wortwörtlich seine Nummer 1 sei, und er schon 2x gefeuert wurde, weil er Arbeitskolleginnen angemacht hat, dass wir deshalb umziehen mussten, dass er alle Freunde und Familie vergrault hat, dass er mich respektlos behandelt, die Kinder niedermacht (Wir sind alle Versager!), mir alles verbietet, was irgendwie Spaß machen könnte, im Gegenzug merkt, dass er zu weit geht und mich zurück"kaufen" will. Dadurch und durch seine Jobverluste sind wir in einer finanziell prekären Lage. Die er mir komplett in die Schuhe schiebt.

Er ist zeitgleich vorbestraft, weil er vor unserer Zeit mal mit 13jährigen Mädchen rumgemacht hat, die das anscheinend wollten, aber eine von beiden war eifersüchtig und hat ihn dann angeschwärzt (so seine Version).

Das war erstmal so das Grobe.

Ich finde, es reicht einfach. Ich habe SO viel verziehen, entschuldigt, schön geredet, mich habe kaufen lassen. Ich nehme ein Leben in Armut gern in Kauf, wenn ich dafür mich nicht täglich runtermachen lassen muss.

LG Lana


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kasper am 10. April 2019, 09:51:30
Moin,

dies ist wieder eine der Beschreibungen (nicht böse gemeint), bei denen man sich fragt, wie es a) soweit kommen konnte, oder ob es b) ein schlechter Scherz ist.

Meine Fragen, die ich mir stelle...
1)
Er ist zeitgleich vorbestraft, weil er vor unserer Zeit mal mit 13jährigen Mädchen rumgemacht hat, die das anscheinend wollten, aber eine von beiden war eifersüchtig und hat ihn dann angeschwärzt (so seine Version).
Wann hast Du hiervon erfahren? Wie auch immer geartet ... Dieser Mann ist schon etwas "älter" hat mit Dir eine schon recht junge neue Partnerin, dann diese Geschichte ... Stimmt mit dem was nicht?

2)
Ich finde es halt irgendwie würdelos, dass er anderen Frauen bei Instagram sagt, dass er in sie verliebt sei und mit ihnen für teuer Geld shoppen gehen will und dafür auch CAM S** haben will (selbst, wenn das in seinen Augen nur nicht ernst gemeinte Spielereien sind), dass er in die Arbeitskollegin verschossen ist und sie wortwörtlich seine Nummer 1 sei, und er schon 2x gefeuert wurde, weil er Arbeitskolleginnen angemacht hat, dass wir deshalb umziehen mussten, dass er alle Freunde und Familie vergrault hat, dass er mich respektlos behandelt, die Kinder niedermacht (Wir sind alle Versager!), mir alles verbietet, was irgendwie Spaß machen könnte, im Gegenzug merkt, dass er zu weit geht und mich zurück"kaufen" will. Dadurch und durch seine Jobverluste sind wir in einer finanziell prekären Lage. Die er mir komplett in die Schuhe schiebt.
Ich unterstelle, dass Du hier die grobe Wahrheit berichtest ... wer macht das mit? Und warum?
So dargestellt, will dieser Mann den Pascha spielen, der Bestimmter und alle anderen sind blöd. Du machst dieses Spiel mit und es ist nicht nur, dass Du Dich unwohl fühlst, nein Du gefährdest sogar damit die Kinder.

Ist er mal in einer Therapie gewesen?

Im Gegensatz zu Nadda bin ich mir noch nicht sicher, ob reden hier noch viel bringt.

Gruß
Kasper


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: 82Marco am 10. April 2019, 09:58:17
Servus!
Im Gegensatz zu Nadda bin ich mir noch nicht sicher, ob reden hier noch viel bringt.
...zumal dieser Typ  offensichtlich keinen Respekt gegenüber wem auch immer besitzt, am allerwenigsten Dir gegenüber.

Grüßung
Marco


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Celine am 10. April 2019, 10:29:13
Hallo Lana,

ehrlich gesagt bin ich auch ziemlich baff bezüglich Deiner Geschichte.

Du bist mit einem über dreißig Jahre älteren Mann zusammen, der seine vorherige Frau geschlagen hat (und noch nicht einmal ein Unrechtsbewusstsein diesbezüglich hat), der Kinder sexuell belästigt hat (und natürlich auch diesbezüglich keinerlei Unrechtsbewusstsein hat), lässt Dich von ihm jahrelang klein machen und machst Dich von dem Typen auch noch finanziell abhängig, indem Du Deinen Beruf aufgibt???

Es ist höchste Zeit für Dich, abzuspringen. Und zu dem "guten Lebensstandard", den er Dir scheinbar bietet, dieser Standard ist doch nur auf Pump. Überleg doch 'mal, da ist ein Mann, der über 60 ist und noch nicht einmal soviel Geld gespart hat, dass er damit ein paar Monate Arbeitslosigkeit überbrücken kann. Offenbar lebt Ihr trotz guten Einkommens immer von Monatsende zu Monatsende. Hast Du Dir schon einmal Gedanken gemacht, wie Deine finanzielle Zukunft aussieht? Wenn Ihr jetzt schon gerade so mit dem Geld hinkommt, wie wir es sein, wenn er in wenigen Jahren in Rente geht?

Du solltest Dich wirklich ganz rasch finanziell auf eigene Beine stellen. Und Du solltest Dich beraten lassen, wie Du die Trennung durchziehst. Denn bei der Verfasstheit Deines Mannes kann es durchaus sein, dass er auch Dir gegenüber gewalttätig wird, wenn Du Dich von ihm lösen willst.

Wenn es an Deinem Wohnort ein Hilfsangebot für Frauen gibt, nutze es. Zudem kannst Du Dich schon einmal einlesen, zu welchen Tricks Männer in Trennungssituationen greifen. Bereite Dich entsprechend vor: https://www.trennungsfaq.com

Insbesondere solltest Du wichtige Dokumente bereits im Vorfeld außer Haus lagern, Dir Kopien seiner Gehaltsabrechnungen machen und Dir überlegen, wo Du mit den Kindern unterkommen kannst.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Pegasus am 10. April 2019, 10:44:29
Hallo Zusammen,

wenngleich ich auch zu einer Trennung raten würde. Solche Aussagen sind dann wieder lustig.

Zudem kannst Du Dich schon einmal einlesen, zu welchen Tricks Männer in Trennungssituationen greifen. Bereite Dich entsprechend vor.

Tut mir Leid Celine, dass Du bei einer Trennung verletzt wurdest.

Grüße


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 10. April 2019, 10:45:41
Hallo Kasper!

Ich weiß es nicht. Ich war jung, er war 24 Jahre älter, er hat sich monatelang von seiner schönsten Seite gezeigt und so kam eins zum anderen. Ich war mega verliebt! Er war DER Traummann für mich. Ich wollte immer einen Beschützer, einen Mann, der Lebenserfahrung hat und zu dem ich aufblicken kann, von dem ich lernen kann. Und er ist eigentlich sehr klug, gebildet, politisch engagiert, hat ein Studium abgeschlossen, das nicht jeder schafft. Ich wollte immer eine Familie. So früh wie es geht. Ich bin auch mit der konservativen Rollenverteilung einverstanden. Die Voraussetzungen wirkten erst extrem gut für mich mit diesem Mann. Die ersten Streits und Ausraster kamen, da war ich total geschockt. Aber ich dachte mir: Gib ihm eine Chance! Er hat es nicht leicht, hoher Druck lastet auf ihm. Vielleicht ist es ja auch meine Schuld. Man soll - so die Gesellschaft - um seine Liebe kämpfen. Um die Partnerschaft zu retten! So wie zu Omas Zeiten. Man rauft sich zusammen und weiter gehts! So hat er das auch gesehen. Aber geändert, hat es nichts.
Er will gar nicht um die Ehe kämpfen. Er will, dass ich ihn so akzeptiere, wie er ist. Und mache ich das nicht, bin ich Schuld am Bruch.

Das mit der Vorbestrafung hat er mir eigentlich relativ am Anfang erzählt, da wusste ich gar nicht, was ich dazu sagen soll, er beteuerte, dass die Mädchen ihm gesagt hätten, sie seien schon 18 (und so sahen sie tatsächlich aus!) und er reingelegt wurde. Er hätte das mit ihrem Alter nie hinterfragt. Ich wusste auch, dass er seiner Ex eine gescheuert hat. Ich habe sie mal kennengelernt. Die einfachste war sie bestimmt auch nicht. Daher dachte ich, dass das mit uns dann besser laufen würde. Könnt ihr das nachvollziehen?

Eigentlich hätte ich mir einfach die Ehe seiner Eltern angucken müssen. Da läuft es genau so. Die Ehefrau hängt ihrem Mann an den Lippen und bereitet ihm ein schönes Leben, das sich komplett nur um den Mann und seine Wünsche dreht.

Egal, was ich ihm nun für Gründe nenne, die die Ehe hat scheitern lassen. Er wird immer behaupten: "Stimmt nicht!" "Red keinen Blödsinn!" oder "Pack schlägt sich, Pack verträgt sich!" Es ist kein Gespräch möglich. Ich habe jetzt am Dienstag einen Anwaltstermin vereinbart.

@Celine: Ich stelle mich gerade auf eigene Beine. Ich habe mich selbstständig gemacht und verdiene schon ein bisschen was, das aber noch nicht zum Leben reicht. Aber ich bin auf einem guten Weg! Danke für den Tipp mit dem Sichern der Dokumente. Das werde ich tun. Er ist altersabgesichert. Er hat eine Lebensversicherung und eine private Rentenversicherung, dazu noch die gesetzliche Rentenversicherung. Da kommt schon was zusammen.

Eigentlich war alles bis zum dritten Kind noch einigermaßen erträglich, aber als das mit seiner Arbeitskollegin rauskam (während ich mit dem 3. Kind schwanger war) und er daraufhin gefeuert wurde, gab es einen riesigen Knacks bei mir. Dann kam noch die Tatsache dazu, dass ich nach der Geburt des 3. Kindes am Tod vorbeigeschrammt bin. Mir ging es sehr schlecht und ich musste ins Krankenhaus. Das konnte er alles überhaupt nicht verstehen und ich sollte schnellstmöglich wieder funktionieren. Er war mit den beiden kleinen Kindern total überfordert, dass er da jetzt mehr anpacken musste. Und schnauzte mich am Telefon an und beschimpfte mich, als ich noch sehr schwach auf den Beinen war. Das war für mich total unverständlich. Zu dem Zeitpunkt hätte ich mich trennen sollen. Aber da war ich in meiner verletztlichsten Phase (kurz nach Geburt) und hatte keine Kraft für sowas. Mit Säugling. Als ich nach Hause kam, sah die Wohnung katastrophal aus. Sowas habe ich noch nie gesehen!

Ich habe mir für meine Unterleibsbeschwerden Manuelle Therapie verschreiben lassen, die auch etwas geholfen hat, wenn leider auch nicht durchschlagend, er bezeichnet sowas nur als unnötige Luxusmassage.

Gut, ich schreibe jetzt wieder viel zu viel unnötiges.

Im Moment beteuert er wieder, dass er mich über alles liebt und mich nicht verlieren will. Es ist einfach zu viel passiert. Wenn jemand immer wieder in die Kerbe haut, gibt es irgendwann kein Zurück mehr und es bricht durch.

Wenn man ihm eine Therapie nahelegt, zieht er es ins lächerliche. Oder er denkt kurz drüber nach und sagt dann: "Du bist doch meine Therapeutin, meine Heilsbringerin!"

Ach es ist sinnlos. Ich muss nach vorne sehen. Der erste Schritt ist die mentale Trennung, und dann folgt die Räumliche. Ich denke, dass ich das schaffen werde.

Danke für eure Worte und Gedanken!

LG Lana



Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Inselreif am 10. April 2019, 11:03:05
Es ist kein Gespräch möglich. Ich habe jetzt am Dienstag einen Anwaltstermin vereinbart.
Was erwartest Du Dir von dem Anwalt in der jetzigen Phase für Dich?
Fachkundige Ratschläge bekommst Du genauso gut auch hier, in Beratungsstellen usw.
Dir eine Entscheidung abnehmen kann er nicht.
Und wenn Du Dich nicht auf den Hosenboden setzen kannst und Deine bereits getroffene Entscheidung auch verkündest und durchsetzt - den Anwalt dafür vorzuschieben ist die beste Garantie dafür, dass Euch die Sache um die Ohren fliegt!

Gruss von der Insel


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Celine am 10. April 2019, 11:21:43
Das sehe ich aber gar nicht so. Im Gegenteil, die TO sollte sich schleunigst anwaltlichen Rat holen. Diese Trennung muss sehr genau geplant und durchgezogen werden. Es ist dafür unerlässlich, dass sie weiß, was ihr zusteht, welche Hilfen sie erwarten kann...

In einem Forum wie diesem kann verschiedene Meinungen einholen, aber einen sachkundigen Rat ersetzt das Halbwissen der Floristen nicht.

Und was soll ihr schon "um die Ohren fliegen", wenn sie anwaltlichen Rat holt? Das wird ohnehin keine freundschaftliche Trennung. Er hat ja schon im Vorfeld gedroht und erpresst.

Nein, Lana muss sich jeden Beistand suchen, den sie kriegen kann.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kasper am 10. April 2019, 11:32:59
Das sehe ich aber gar nicht so. Im Gegenteil, die TO sollte sich schleunigst anwaltlichen Rat holen. Diese Trennung muss sehr genau geplant und durchgezogen werden. Es ist dafür unerlässlich, dass sie weiß, was ihr zusteht, welche Hilfen sie erwarten kann...

Nein, Lana muss sich jeden Beistand suchen, den sie kriegen kann.
Sag mal ... bist Du im falschen Forum?


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Celine am 10. April 2019, 11:43:21
???

Ja, aber was tun wir denn hier sonst als den Leuten zu raten, wie sie ihre Trennung vorbereiten, um mit möglichst wenig Schaden aus der ganzen Sache herauszukommen?


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Dad76 am 10. April 2019, 12:28:30
???

Ja, aber was tun wir denn hier sonst als den Leuten zu raten, wie sie ihre Trennung vorbereiten, um mit möglichst wenig Schaden aus der ganzen Sache herauszukommen?

Naja, vielleicht wäre ja aber auch der "bessere" Rat, sich mit dem KV zusammen zu setzen und eine Lösung zu finden, die für beide und die Kinder das Beste ist. So klingt dein Geschriebenes, als wäre sie eine "Geschädigte" die vor größerem Schaden beschützt werden muss. Und es suggeriert auch, dass der KV "Hilfen" verweigert... klingt alles sehr voreingenommen!!


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Pegasus am 10. April 2019, 12:29:23
Wir raten von unfähigen Rechtsanwälten ab, da die meisten nur fähig sind die Gebührentabelle zu deuten?


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 10. April 2019, 12:40:53
Hallo ihr Lieben,

ich habe den Anwaltstermin gemacht und danach meinen Mann gefragt, ob er mitkommen möchte. Und er hat ja gesagt. Ich glaube, er möchte die Trennung genau so, hat es aber bisher nicht ausgesprochen. Jetzt ist er froh, dass ich das in die Hand genommen habe, denn somit kann er immer sagen: "Sie wollte sich von mir trennen." Ich möchte wirklich im Frieden auseinander gehen. Ich glaube, er sucht seit Jahren schon wieder das Abenteuer und möchte beides: Familie und sexuelle Abenteuer mit anderen. Geht natürlich nicht. Aber ich glaube auch, dass er froh ist, Kinder zu haben, die ihren Vater lieben.

LG Lana


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Simon81 am 10. April 2019, 12:50:36
Ich bin da bei Celine.... klar heißt das Forum VATERsein.de, aber ich sehe das hier nicht als Ansammlung von Vätern, sondern eher der hilfsbereiten, erfahrenen "Guten", egal ob jetzt Mutter oder Vater.

Ich finde auch das Lana sich die Hilfe suchen sollte, die sie bekommen kann und die ihr weiterhilft. Diesen Rat würde ich aber auch einem Vater in der selben Situation geben. So wie Lana die Situation beschreibt steckt sie schon tief in einer Abhängigkeit und die Erpressungsversuche ihres "Mannes" sagen so einiges aus. Und ob das Reden mit einem frauenschlagenden Kinderschänder (um die einseitige Berichterstattung mal überspitzt zusammnenzufassen) hilft, wage ich zu bezweifeln.

Ich glaube aber auch das eine friedliche, einvernehmliche Trennung, nach den Erzählungen hier, eher eine Utopie ist und ich wünsche dir, Lana, für alles was da noch kommen mag viel Glück und bleib stark!



Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kasper am 10. April 2019, 12:53:13
Moin,

wenn ihr Euch beide "beraten" lässt, ist das schonmal gut. Aber ein Zuckerschlecken wird es insgesamt nicht und für den Ehemann erst recht nicht. Die Kinder sind noch recht klein und er, sorry für diese Art der Darstellung, schon ziemlich alt. Wenn das kleinste Kind 18 wird, ist er Mitte/Ende 70. Da Du zumindest im ersten Jahr (bis Kind klein) noch Elternzeit hast, muss er alles abgeben, was über 1.080 Euro liegt. Freiwillig könnt ihr Euch nur auf Dinge einigen, solange die Sozialkassen nicht mit ins Boot steigen (UHV, ARGE, ...).

Aber unter den von Dir skizzierten Umständen, halte ich es für das Beste, wenn ihr getrennte Wege geht, ABER die Kinder dabei nicht vergesst. Vielleicht kann er ja auch etwas mehr Betreuung leisten ... mit geregelten Umgängen, da hast Du auch wieder mehr Zeit für Dich und kannst Dein Leben neu aufstellen ... nur mit einem jüngeren Partner ;-).

Gruß
Kasper


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Craertus am 10. April 2019, 12:55:34
Hallo,

egal in welcher Form eine Trennung ablaufen wird, es wird die Kinder sicher hart treffen.

Und nun egal ob guter Anwalt oder schlechter Anwalt, es ist nunmal so, dass in Sorgerechtssachen die Vertretung zur Pflicht wird! Wer sich trennt, oder wer die Schuld trägt ist erstmal unrelevant! Außer es ist Gewalt in der Ehe oder was auch immer damit gleichzustellen wäre ein Thema!

Da ich aktuell den Kram ja als negatives Beispiel einer Trennung durchmache, möchte ich einfach nur loswerden: Sorge bitte für eine geeingnete Unterstützung für die Situation ansich. Besonders für die Kinder. Es gibt die "unfähigen" Jugendämter und genügend Organisationen die für eure Kinder als Hilfe und Unterstützung da sein können. Wäre nun für mich der erste und wichtigste Punkt den man auf jeden Fall umsetzen muss!


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 10. April 2019, 14:25:23
Ja, aus diesem Grund habe ich auch seit langer Zeit mit mir gehadert.

Im Moment droht mein Mann mir indirekt wieder. "Der Staat hat unsere Familie geschafft. Ich kapituliere. Ich werde hartzen." Ich denke, dadurch will er mir durch die Blume sagen, dass ich mich lieber nicht von ihm trennen soll, da er keinen Unterhalt zahlen kann/will/wird. "Greif mal einem nackten Mann in die Tasche."

Ich kommentiere das nicht überhaupt nicht, ich nehme es zur Kenntnis, mehr nicht.

LG Lana



Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kasper am 10. April 2019, 15:24:28
dadurch will er mir durch die Blume sagen, dass ich mich lieber nicht von ihm trennen soll, da er keinen Unterhalt zahlen kann/will/wird. "Greif mal einem nackten Mann in die Tasche."
Ich kenne natürlich die Einkommenssituation nicht, aber mit drei kleinen Kindern, und noch Unterhalt für Dich, glaube ich kaum, dass da mehr wie der Regelsatz ALG II bei herauskommt. Du selber hast seit 10 Jahren nicht mehr gearbeitet ... Also wirst Du auch nicht (zumindest am Anfang) soviel verdienen, dass Du über den Regelsatz kommst ...
Es ist also vielleicht völlig egal, was er macht ...!?

Gruß
Kasper


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kakadu59 am 10. April 2019, 15:41:40
Hi Lana,
Hallo ihr Lieben,
ich habe den Anwaltstermin gemacht und danach meinen Mann gefragt, ob er mitkommen möchte. Und er hat ja gesagt. Ich glaube, er möchte die Trennung genau so, hat es aber bisher nicht ausgesprochen. [...]
LG Lana

Für den Fall (und davon ausgehend), dass die Entscheidung zur Trennung und Scheidung gefallen ist:
Bitte achte darauf, daß der Anwalt nur dem Auftraggeber (=Mandant) verpflichtet ist. Es gibt keine gemeinsame Vertretung von Euch Beiden durch EINEN Anwalt.
 


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: neuezeit am 10. April 2019, 15:51:24
Hallo,

vielleicht solltet ihr statt zum Anwalt zum Mediator gehen. Nur so als Anregung, weil wir das damals gemacht hatten. Unser Mediator war gleichzeitig Fachanwalt für Familienrecht.

Der hat unsere Vorstellungen (von Kinder bis Finanzen) aufgenommen, aufgeschrieben und zwischen und mit uns moderiert. Ergebnisse (Kompromisse) wurden von ihm aufgeschrieben und von uns unterschrieben. Auch wenn das im Zweifel nicht unbedingt rechtlich bindend gewesen wäre hat es uns als Basis gedient und geholfen, die erste schwierige Zeit und dann die nächsten Jahre (gut) miteinander auszukommen. Wir haben uns aber beide dran gehalten. Später haben wir über Veränderungen gesprochen und konnten die ohne Mediator oder Anwalt selbst umsetzen. Bezahlt haben wir den Mediator jeder hälftig. Wir kamen mit wenigen Stunden (ich meine so 4 bis 6, ist 15 Jahre her) aus.

Ansonsten, bei Deinem Vorhaben, wäre Dein Anwalt auch Dein Anwalt und nicht neutral (ah, Kakadu hat auch diesen Hinweis gegeben)

neuezeit


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: der Frosch am 10. April 2019, 17:42:36
Hallo Lana
Die ersten wichtigen Schritte hast Du ja schon gemacht in dem Du Dir hier im Forum Rat gesucht hast und Dich mal austauschen kannst. Bezüglich der Erpressung durch die Blume von Deinem Mann, kann ich nur sagen das das für Ihn nicht so einfach wird. Ich weiß nicht ob es immer noch so ist, aber vielleicht wissen das die Fachleute hier, habe ich vor einigen Jahren gehört, das Du über das Gericht ein Verwertungsverbot der privaten Renten und Lebensversicherung beantragen kannst.

LG der Frosch


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kasper am 14. April 2019, 18:36:15
Moin,

ich weiß nicht wie es den anderen geht ... aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass hier nicht alles stimmt, was berichtet wurde.
Ich habe einen Troll-Gedanken!

Wie geht es Euch?

Gruß
Kasper


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 05. Mai 2019, 17:26:25
Hallo ihr,

nein, ich bin kein Fake.

Ich erzähle euch kurz, wie es weitergegangen ist. Ich hatte ja einen Termin beim Anwalt gemacht und ihn da mitgenommen. Vorher habe ich ihm mehrmals gesagt, dass ich mich trennen möchte, als er mich fragte, was der "Quatsch" mit dem Anwalt jetzt sei. Daraufhin erntete ich Wut und Schimpfwörter. Beim Anwalt dann tat er total überrascht, rastete komplett aus und verließ das Gespräch nach 3-5 Minuten wutschnaubend.

Dann schrieb er meinen Eltern eine E-Mail und versuchte, sie gegen mich aufzuhetzen. Aber meine Eltern waren sehr schlau und durchschauten das.

Er brüllte und schrie mich zu Hause an, dass man nicht aus Jux und Dollerei heiratet und eine Trennung nicht ansatzweise zur Diskussion stünde. Daraufhin folgte emotionale Erpressung und Psychoterror vom Feinsten, auch in Gegenwart der Kinder. Auf anwaltlichen Rat nahm ich die Kinder dann über Ostern spontan zu meinen Eltern und schrieb ihm, dass wir am Dienstag nach Ostern wieder zu Hause sein werden. Er tobte, ich hätte Kindesentzug betrieben und drohte mir mit Gefängnis. Dann reiste er mir 250 km hinterher und brüllte rum.

Zu Hause beruhigte er sich dann wieder und ignorierte meinen Trennungswunsch komplett. Er tat so, als wäre alles wie immer. Ich traute mich das Thema auch gar nicht mehr anzusprechen, um den Kindern und mir seine Tobsuchtsanfälle zu ersparen. Laut Anwalt geben wir ihm 2-3 Wochen Zeit zu realisieren, dass es aus ist.

Nun ist es heute so gekommen, dass er (wieder mal) mit körperlicher und psychischer Gewalt unsere große Tochter zur Kirche zwang. Es tat mir in der Seele weh, sie so zu sehen. Er packte sie und zog sie über den Boden.

Ein Nachbar hat es mitbekommen und ich habe kurze Zeit darauf die Polizei gerufen. Diese nahmen eine Anzeige "Nötigung" auf und halfen mir mit Rat und Tat. War wirklich so super!!!

Als er wieder kam, erzählte ich von der Polizei, die hier war und er nahm mir Auto- und Briefkastenschlüssel weg und ist seit heute Mittag verschwunden.

Ich habe ihm Bettwäsche, sein Handy und Zahnbürste, Zahnpasta, Rasierer in einen Korb vor die Wohnung gestellt. Vielleicht holt er sich die Sachen und geht wieder. Er hat ja ein Sofa in seinem Büro im Haus gegenüber, mit Kühlschrank, WC, Waschbecken und Co. Wenn nicht, lass ich ihn wieder rein.

LG Lana





Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Celine am 05. Mai 2019, 20:48:13
Wenn nicht, lass ich ihn wieder rein.

Ja genau, lass ihn nur wieder rein, damit er wieder rumschreit, die Kinder und Dich misshandelt. Aber vielleicht tut es ihm ja leid und er bittet Dich, bei ihm zu bleiben. Dann solltest Du ihm aber auf jeden Fall verzeihen. Vielleicht ändert er sich ja tatsächlich...

Echt, wenn ich sowas lese, dann fällt mir nichts mehr ein. "wieder einmal körperliche Gewalt angewendet". Wie gleichgültig kann man als Mutter sein, um so etwas zuzulassen.

Aber er wird sich ja bestimmt ändern, wenn er wieder kommt, ganz bestimmt...


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 06. Mai 2019, 06:53:19
Guten Morgen Celine,

eigentlich wollte ich ihn nicht reinlassen. Er kam natürlich wieder. Aber er steht genau so im Mietvertrag wie ich auch. Würde ich mich nicht strafbar machen?

Ich habe ihn um meinen Briefkastenschlüssel gebeten und er schnauzte mich an: "Das ist nicht DEIN Briefkastenschlüssel, dass ist meiner, genauso, wie hier alles MIR gehört, denn ich hab alles erwirtschaftet!" Ich hab mir dann einfach, als er im Wohnzimmer war, meinen Briefkastenschlüssel wieder von seinem an meinen Schlüsselbund gehängt.

Dann brüllte er rum und beschimpfte mich. Ich sagte ihm darauf ganz ruhig: "Ich zögere nicht, sofort nochmal die Polizei zu rufen, wenn ich den Eindruck habe, dass ich sie brauche." Dabei hatte ich das Festnetztelefon in der Hand. Er entriss es mir wutschnaubend und lief aus der Wohnung auf die Straße. Nach 2 Min. kam er wieder und knallte das Telefon auf die Kommode an der Tür.

LG Lana


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: der Frosch am 06. Mai 2019, 07:16:26
Hallo Lana1980
Es ist eine schlimme Situation in der Du Dich befindest. Dein Mann sagt er hat alles erwirtschaftet, das mag ja mal sein ist aber auch nicht so wichtig. Schlimmer ist das er gegen Dich und die Kinder gewalttätig ist ( auch wenn es nur psychisch sein sollte). Ich kann Dir nur aus der Erfahrung aller die solches schon erlebt haben, das sich dieses Verhalten nie ändert. Da Du auch schon die Polizei hast rufen müssen, würde ich Dir empfehlen Deinen Mann über die Polizei für 10 Tage der Wohnung verweisen zu lassen. In dieser Zeit kannst Du Die überlegen wie es weiter gehen soll, ( wobei ich aus eigener Erfahrung sage: Lieber ein Ende mit Schrecken, wie ein Schrecken ohne Ende) Solltest Du Dich für ein Ende entscheiden, stelle einen Eilantrag bei Gericht über die Zuweisung der Ehelichen Wohnung an Dich und die Kinder, so das Dein Mann sich eine andere Wohnung suchen muss.

LG der Frosch


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: RichardvonWeizsaecker am 06. Mai 2019, 08:22:30
Moin Lana,

Google mal nach "Gewaltschutzgesetz wohungszuweisung".
Dort findest Du im Prinzip alle Informationen auf die "der Frosch" in seinem Beitrag soweit schon verwiesen hat.
Ich würde empfehlen den Antrag durch einen Anwalt formulieren zu lassen, damit das nicht im ersten Anlauf möglicherweise schief geht wegen irgendwelchen formalen Fehlern.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Celine am 06. Mai 2019, 09:12:55
Hallo Lana,

Du solltest jetzt schnell handeln. Die Kinder und Du, Ihr müsst Euch schleunigst vor ihm in Sicherheit bringen.

Zum Gewaltschutzgesetz haben meine beiden Vorschreiber schon etwas geschrieben. Wenn Du es alleine nicht durchziehen kannst, hol Dir Hilfe, z. B. hier:

https://www.hilfetelefon.de/gewalt-gegen-frauen/haeusliche-gewalt.html

Und nein, Gewalt fängt nicht erst dann an, wenn er Dich schlägt. Die Drohungen, Einschüchterungen, Demütigungen, die er Dir antut, s i n d Gewalt. Lies Dir dazu gerne auch die Infos der Polizei durch.

https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/haeusliche-gewalt/





Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 06. Mai 2019, 12:33:29
Ein Wohnungszuweisung geschieht nicht mal so eben.

Meine Ex wollte es auch mal versuchen, weil ich mich vor den Kindern mit ihr streite. Unser Mediator ist aber glücklicherweise eingelenkt und hat ihr klar gemacht, dass die wenigsten Trennungen ohne Streit ablaufen und ein Streit halt auch mal emotional ist. Es ist schwer zu beurteilen, wie das bei euch ist, denn alle kriegen nur deine Sicht. Klar gehen persönliche Beleidigungen und Abwertungen nicht, aber ohne wirklich dabei gewesen zu sein kann man das nie beurteilen. Was aber klar ist: eine Wohnungszuweisung wird den Konflikt noch befeuern, überleg, ob du nicht einen anderen Weg findest.

Dabei solltest du auch prüfen, wo dein eigenes Verhalten unangemessen ist. Du hast bspw. die Kinder einfach über Ostern mitgenommen? Meine Ex hat die auch einfach mal eingepackt und war entgegen von Absprachen nicht zu Hause, wenn ich aus der Arbeit kam. Mir wurde dann von unserem Mediator dazu geraten das beim Familiengericht anzuzeigen. Habe ich nicht gemacht, aber sowas geht einfach nicht. Du kannst ihm die Kinder nicht einfach ohne triftigen Grund entziehen. Gibt es wirklich einen Grund, such dir eine neutrale Stelle, die das wirklich beurteilen kann, die helfen dir dann. Aber du bist nicht neutral, das kannst du ja auch gar nicht sein.
Weiter sagst du: "die Kinder werden ihren Vater vermissen". Das zeigt doch irgendwie, dass du schon mir dem Szenario "Kinder bleiben bei Mutter planst". Wenn man sowas auch noch unterschwellig an den anderen weitergibt, schürt das Ängste. Wieso denkst du nicht mal darüber nach, dass ihr beide gleichberechtigte Eltern bleiben könntet. Wenn du ihm das vermitteln könntest, würde das wohl auch deeskalieren.

Grundlegend sind beide Schuld, wenn es zu Streit kommt. Du denkst, dass sein Verhalten gar nicht geht, wenn er etwas knallt oder laut wird. Aber wie bewertest du dein Verhalten ihn aus EURER Wohnung zu weisen und ihm seine Kinder über Ostern zu entziehen?

Unser Mediator hat uns dazu geraten uns schnellst möglich räumlich zu trennen und dann wegen der Kinder zu reden. Heute haben wir ein Wechselmodell, feiern Geburtstage der Kinder zusammen und gehen auch zusammen zum Elternsprechtag. Ich muss zwar oft die Zähne zusammen beißen, nachdem was bei uns alles passiert ist, aber ich kann dir nur sagen, dass es besser wird. Das gemeinsame Leben verschärft den Konflikt und mittlerweile sieht meine Ex auch, dass sie vielerorts provokant gehandelt hat ohne es zu merken und so zum Konflikt beigetragen hat. Vielleicht hilft auch dir der Rat, dass ihr euch schnell trennt. Such vielleicht auch nach einem Mediator, statt nach einem Anwalt. Anwälte tragen zur Eskalation bei, ich mag diesem Berufsstand nicht. Der kann euch bei einer gemeinsamen Lösung helfen und er zeigt beiden auf, was geht und was nicht geht. Denn ihr müsst dringend euren Konflikt beenden, damit die Kinder nicht darunter leiden.

Wahrscheinlich kriege ich für diesen Post eins drüber, aber ich will eigentlich nur sagen, dass in den meisten Konflikten beide dazu beitragen, Frauen sind zwar meistens ruhiger als Männer, dafür manchmal aber auch anders "nicht ok", siehe das Beispiel "Kinder über Ostern" mitgenommen. Man sollte nicht vorschnell urteilen, wenn man nur den einen Teil der Geschichte kennt.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kasper am 06. Mai 2019, 13:17:14
Und nein, Gewalt fängt nicht erst dann an, wenn er Dich schlägt. Die Drohungen, Einschüchterungen, Demütigungen, die er Dir antut, s i n d Gewalt. Lies Dir dazu gerne auch die Infos der Polizei durch.
Dann kann ich Dir sofort 10 Frauen benennen, die innerhalb von 5 Minuten von ihrer Familie getrennt werden müssen ...
Nicht explizit in diesem Fall, aber generell sollte man vorsichtig sein, aus einem normalen Konflikt einen Gewaltvorwurf zu stricken. Denn genau diese Denkweise führt dazu, dass Frauen die tatsächlich um Hilfe bitten, nicht mehr ernst genommen werden.

Gruß
Kasper


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Celine am 06. Mai 2019, 13:40:18
Dann kann ich Dir sofort 10 Frauen benennen, die innerhalb von 5 Minuten von ihrer Familie getrennt werden müssen ...

Ach, spar Dir doch Deine ewiggleichen whataboutismen.

Wenn Kasper eine andere Definition von häuslicher Gewalt hat als unsere Exekutive, sollte er vielleicht seinen sozialen Kompass etwas nachjustieren.

@Lana: Falls Du das nicht alleine durchstehen kannst, such Dir unbedingt Hilfe. Da er Dich gesellschaftlich wohl sehr erfolgreich isoliert hat, suche Unterstützung in der nachstliegenden Frauengruppe.

Und nein - nicht Du eskalierst den Konflikt, indem Du Dir Hilfe holst, sondern Dein Mann. Du bist ohnehin sehr stark in der typischen Haltung eines Opfers gefangen. Du nimmst ihn, wo es geht, in Schutz "seine Ex wird ihn provoziert haben" "die Mädels sahen auch schon aus wie 18" "er kann so charmant sein und spielt so schön mit den Kindern'...

Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis Du Dich mental soweit von ihm lösen kannst, dass Du ihn wirklich klar siehst. Aber das ist ganz typisch für Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt sind.

Wichtig ist jetzt, dass Du schnell handelt, schon für Deine Kinder. Denn je länger Du sie in dieser Situation lässt, desto mehr Schaden nehmen sie.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 06. Mai 2019, 13:46:27
War klar, dass ich die Grundsatzdiskussion lostrete, aber ich denke bei einem Einwand wird auch Celine nicht widersprechen können:

Es sind nicht "deine Kinder", da müsste stehen "eure Kinder". Frauen neigen oft dazu zu vergessen, dass die Kinder nicht im Privatbesitz der Mutter stehen, sondern zwei Elternteile haben, die sich gleichberechtigt um sie kümmern sollten.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Pegasus am 06. Mai 2019, 13:50:37
Zitat:
"Häusliche Gewalt hat vielfältige Erscheinungsformen. Sie reichen von subtilen Formen der Gewaltausübung durch Verhaltensweisen, die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Geschädigten/des Geschädigten ignorieren, über Demütigungen, Beleidigungen und Einschüchterungen, Bedrohung sowie psychischen, physischen und sexuellen Misshandlungen, Freiheitsberaubung bis hin zu Vergewaltigungen oder gar zu versuchten oder vollendeten Tötungen"

Ist "Migräne" eigentlich eine Form der Gewalt?

Grüße


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kasper am 06. Mai 2019, 13:53:37
Moin,

ich muss da mal eine Lanze brechen ...
Grundlegend sind beide Schuld, wenn es zu Streit kommt.
Ja, diese Meinung habe ich auch mal vertreten ... damals, vor vielen Jahren. Allerdings musste ich lernen, dass es überhaupt kein Problem darstellt, wenn nur einer den Streit immer wieder beginnt. Da kann man noch so friedlich sein ... und ich bin ruhig, vielleicht zu ruhig. Mir wurde mal gesagt, wenn die (andere) dies mitmachen müssten, sie würden der Dame ordentlich einen auf die Fresse hauen ... macht man natürlich nicht, aber das was meine Ex gemacht hat, ging über eine normale Beleidigung hinaus...

Ein Wohnungszuweisung geschieht nicht mal so eben.
Das kommt immer drauf an, wie der Richter tickt, mit was für Polizisten man es zu tun hat ... es gibt leider keine klare Linie, aber einen gewissen Mütterbonus gibt es immer.
Meine Ex ist zweimal aus dem Haus begleitet worden. Einmal hat sie vor Polizeibeamten mich direkt angegriffen ... es hat immerhin dazu gereicht, dass der ASD geschrieben hat, dass "beide Elternteile höchst zerstritten sind!" (man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre).
Es kann aber auch passieren, dass Lana - mit den richtigen Akteuren - die Wohnung innerhalb von wenigen Tagen zugewiesen bekommt. das kann übrigens schon passieren, wenn immer nur bestreite ist und sie es ohne die Polizei beantragt.
Daher:
Denn ihr müsst dringend euren Konflikt beenden, damit die Kinder nicht darunter leiden.
Und dies kann unter umständen auch eine schnelle räumliche Trennung sein.

(...)  dein eigenes Verhalten unangemessen ist. Du hast bspw. die Kinder einfach über Ostern mitgenommen? Meine Ex hat die auch einfach mal eingepackt und war entgegen von Absprachen nicht zu Hause, wenn ich aus der Arbeit kam.
Ein grundsätzlich schwieriges Thema.
In einer intakten Ehe ist völlig unproblematisch, wenn eine Elternteil zu seinen Eltern fährt, die Kinder mitnimmt, und ein paar Tage dort bleibt. Nur bei Trennungen wird dann plötzlich ein Faß aufgemacht.
Allerdings, rein menschlich, verständlich. Es geht um Ängste und auch Unsicherheit. Du fährst mit den Kids weg und er hat Angst, dass Du nicht wieder kommst... stimmt alles nicht, aber es gibt viele die dies erleben mussten und fast jeder Vater hat einen im Bekanntenkreis, der seinen Kids immer hinterher reisen muss. Klar darf jeder mit den Kindern etwas unternehmen, daher kann ich nur raten, bespricht dies schnell... macht vielleicht jetzt schon einen Umgangs-/Betreuungsplan, dann gibt es keine Streitereien.

Anwälte tragen zur Eskalation bei, ich mag diesem Berufsstand nicht. Der kann euch bei einer gemeinsamen Lösung helfen und er zeigt beiden auf, was geht und was nicht geht.
Das muss ich leider unterschreiben ... und diesen Kreis noch erweitern.
ASD (Jugendamt), u.u. Verfahrensbeistände, Hilfsverbände und die eigenen Freunde (Freundinnen) die sich bereits haben scheiden lassen ...
Wenn Du eine gute Lösung anstrebst, dann mit einem Mediator, dass könnte sogar ein gemeinsamer Freund sein, die Frage ist nur, ob dieser tatsächlich unparteiisch ist. Sobald jemand sein Geld mit Scheidungen verdient, hat er nur ein  primäres Interesse und die Kinder rutschen in die sekundäre Schiene.
Ich kann aber auch verstehen, wenn ein Part nicht reden will/kann, weil es partout nicht nach seinem Willen geht und dieser nicht in der Lage ist, Kompromisse einzugehen ...

Wahrscheinlich kriege ich für diesen Post eins drüber, aber ich will eigentlich nur sagen, dass in den meisten Konflikten beide dazu beitragen, Frauen sind zwar meistens ruhiger als Männer, dafür manchmal aber auch anders "nicht ok", siehe das Beispiel "Kinder über Ostern" mitgenommen. Man sollte nicht vorschnell urteilen, wenn man nur den einen Teil der Geschichte kennt.
Also hier bekommst Du sicherlich keinen "drüber" ... solange alles sachlich abläuft sind doch unterschiedliche Ansichten ausdrücklich gewollt. Und das Frauen meist ruhiger sind ... also das unterschreibe ich nicht mehr.
Zur Ostern-Geschichte habe ich schon was geschrieben. Es muss beiden Elternteilen möglich sein, mit den Kindern wegzufahren. Es geht halt aber auch darum, dass es besprochen wird, und der andere ET darf dies nciht blockieren, nur "weil er es nicht will!". Eine mitunter schwierige Kiste, ich weiß.

Gruß
Kasper


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: der Frosch am 06. Mai 2019, 13:54:19
Hallo Richard
Dein Einwand mit dem Rechtsanwalt ist sehr gut, daran hätte ich auch denken müssen. Am besten ist das Lana so bald wie möglich auf das zuständige Amtsgericht zur Rechtsberatung geht und einen Beratungsschein beantragt, denn ich denke mal das das Geld auch eine Rolle spielt.

LG der Frosch


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Celine am 06. Mai 2019, 13:54:28
Es sind nicht "deine Kinder", da müsste stehen "eure Kinder".

Tatsächlich???
Das siehst Du aber sonst anders, wenn Du anderen Ratschläge gibst:

... würde ich deine Ex darauf hinweisen, dass der Umzug zum Nachteil der Beziehung zwischen dir und deinem Kind ist...


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kasper am 06. Mai 2019, 13:59:14
Ach, spar Dir doch Deine ewiggleichen whataboutismen.

Wenn Kasper eine andere Definition von häuslicher Gewalt hat als unsere Exekutive, sollte er vielleicht seinen sozialen Kompass etwas nachjustieren.
Ich sag ja, Du bist im falschen Forum!

Du übernimmst die Definition scheinbar nur wie sie in Deinen eigenen Horizont passt. Psychische Gewalt von Frauen ist natürlich nicht so schlimm, wie von Männern. Auch ein Kontrollverhalten einer Frau ist ja durchaus berechtigt.
Es gibt Studien die schon 2005 darüber berichteten, das Frauen in etwas gleich gewalttätig sind, wie Männer. Wenn man den Gewaltkatalog des deutschen Juristinnentages übernimmt, sind Frauen sogar weit über 50% gewalttätiger wie Männer ... klar, passt nicht die eigene politische Denkensweise, deshalb übernimmt man auch bereitwillig die Lügen.

Zitat:
"Häusliche Gewalt hat vielfältige Erscheinungsformen. Sie reichen von subtilen Formen der Gewaltausübung durch Verhaltensweisen, die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Geschädigten/des Geschädigten ignorieren, über Demütigungen, Beleidigungen und Einschüchterungen, Bedrohung sowie psychischen, physischen und sexuellen Misshandlungen, Freiheitsberaubung bis hin zu Vergewaltigungen oder gar zu versuchten oder vollendeten Tötungen"
Hier fehlt jetzt eigentlich nur, dass es sich um ausschließlich männliche Attribute handelt ...
So ein Quatsch ...

Gruß
Kasper


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Pegasus am 06. Mai 2019, 14:06:44
Das kommt halt aus der 2ten Verlinkung.

Mit dieser Definition kann jeder Streit schnell als Gewalt ausgelegt werden. Oder halt auch die Verweigerung zum S....

Grüße


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 06. Mai 2019, 14:47:53
Tatsächlich???
Das siehst Du aber sonst anders, wenn Du anderen Ratschläge gibst:


Ja, das stimmt, auch ich mache Fehler. Was ich aber ausdrücken will ist, dass die beiden ihren Trennungskonflikt lösen sollten, aber das die Kinder außen vor sind. Die TE formulierte ja schon mal, dass "die Kinder ihren Vater vermissen werden." Der Kontext in dem du es verwendet hast, deutet darauf hin, dass du die Kinder auch bei der Mutter siehst, ohne Diskussion. Ich dagegen sehe erstmal die Kinder bei ihrem Eltern und das ist es auch, was ich mit meinem Kommentar ausdrücken wollte. Die TE sollte sich mal damit auseinandersetzen, was die Kinder wollen und was gut für sie ist. Und auch wenn 3 x Unterhalt ein schönes Nebenbrot darstellt, könnte es trotzdem im Sinne der Kinder sein, das weniger rein kommt, wenn der Vater auch Verantwortung übernehmen will und kann.

@Kasper: Glaub mir, ich könnte auch Geschichten erzählen.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: RichardvonWeizsaecker am 06. Mai 2019, 18:14:45
Ich sag ja, Du bist im falschen Forum!

Du übernimmst die Definition scheinbar nur wie sie in Deinen eigenen Horizont passt. Psychische Gewalt von Frauen ist natürlich nicht so schlimm, wie von Männern. Auch ein Kontrollverhalten einer Frau ist ja durchaus berechtigt.
Es gibt Studien die schon 2005 darüber berichteten, das Frauen in etwas gleich gewalttätig sind, wie Männer. Wenn man den Gewaltkatalog des deutschen Juristinnentages übernimmt, sind Frauen sogar weit über 50% gewalttätiger wie Männer ... klar, passt nicht die eigene politische Denkensweise, deshalb übernimmt man auch bereitwillig die Lügen.
Hier fehlt jetzt eigentlich nur, dass es sich um ausschließlich männliche Attribute handelt ...
So ein Quatsch ...

Gruß
Kasper

Soweit hat Kasper hier schon durchaus recht, das Gewalt auch von Frauen ausgehen kann, wird quasi nicht wahrgenommen.
Bei dem Polizeieinsatz bei mir Zuhause, bekam ich von der Polizei eine Broschüre zum Thema "Häusliche Gewalt" in die Hand gedrückt, auf dem Cover abgebildet, eine weinende Frau, inhaltlich ging es in der Broschüre ausschließlich um die bösen Männer und wie sich die Frauen helfen können, Kontaktdaten von Frauenhäuser, Vereine usw.
Gewissermaßen ist das ziemlich unfair, wenn man das mal aus Sicht der Gleichberechtigung betrachtet.

Unabhängig von der sonstigen Art und Weise wie Lana hier ihre Situation beschreibt, denke ich aber schon, das hier die Gewalt doch deutlich von dem Kerl ausgeht und entsprechende Maßnahmen kann man durchaus in Betracht ziehen.



Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 06. Mai 2019, 19:26:07
Hallo ihr lieben,

vielen Dank für eure Beiträge!

Es wäre schön, wenn die Kinder so viel Zeit wie möglich mit ihrem Vater verbringen! Das Problem an der Sache ist einfach, dass ihm sein Job viel Geld und Bestätigung bringt und er definitiv nicht kürzer treten will. Und: Er will auf keinen Fall, dass die Kinder zu lange in Fremdbetreuung sind (ich auch nicht!), deshalb hatten wir ja auch seit Anbeginn der Ehe das klassische Modell, dass ich die Kinder die meiste Zeit des Tages betreue. Und dazu kommt, dass er projektbezogen in ganze Deutschland unterwegs ist.

Was mir halt wirklich zu denken gibt, weswegen ich auch so lange mit der Trennung gehadert habe: Er neigt dazu, die Kinder immer wieder mal anzuschreien und abzuwerten. An mir kann er das ja machen, es prallt ab. Aber die Kinder in ihrem zarten Wesen haben einfach noch kein ausreichendes Selbstbewusstsein, sie nehmen sich das zu Herzen. Und wenn ich an den Wochenenden oder in den Ferien nicht mehr dabei sein kann und mich quasi "dazwischen" werfen kann, habe ich riesige Angst, dass er aus ihnen solche Menschen macht, wie seine Eltern es mit ihm gemacht haben.

Andererseits muss er sich mit den Mäusen ja gut stellen, wenn er langfristig was von ihnen haben will. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sie keine Lust mehr haben, zu ihm zu gehen, wenn er sie schlecht behandelt. Bei seinen beiden großen Söhnen aus erster Ehe konnte ich beobachten, dass er die Söhne sehr verwöhnt hat, viele Geschenke gemacht hat, damit sie sich bei ihm aufhalten.

Ich glaube, ne Zeit lang kann er sich immer zusammenreißen, so ca. 3 Tage. Und dann wird es ungemütlich.

LG Lana


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 06. Mai 2019, 19:55:07
Naja, nach einer Trennung werden die Karten neu gemischt. Egal wie ihr die Betreuung organisiert, wenn er sich kümmert, wird er die Kinder wohl auch mal ne Woche am Stück haben.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kakadu59 am 07. Mai 2019, 07:35:39
Hi @Lana1980 (und nat. alle anderen...),
Hallo ihr lieben,
vielen Dank für eure Beiträge!
[...]
Er neigt dazu, die Kinder immer wieder mal anzuschreien und abzuwerten.
[...]
Andererseits muss er sich mit den Mäusen ja gut stellen, wenn er langfristig was von ihnen haben will. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sie keine Lust mehr haben, zu ihm zu gehen, wenn er sie schlecht behandelt. Bei seinen beiden großen Söhnen aus erster Ehe konnte ich beobachten, dass er die Söhne sehr verwöhnt hat, viele Geschenke gemacht hat, damit sie sich bei ihm aufhalten.
[...]
LG Lana

Das erinnert mich immer an den Spruch (den ich hier mal frei zitiere)...
Liebe Eltern, seid immer schön nett zu Euren Kindern, denn schließlich suchen die mal später Euer Altersheim aus..... :phantom:


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 24. Mai 2019, 08:33:54
Guten Morgen ihr Lieben,

so ist es weiter gegangen:

Ich wende ja seit 3 Wochen die "Grey Rock Method" an, d. h. ich rede nicht mit meinem Mann (es sei denn, es geht um die Kinder oder Finanzen), ich zeige keine Emotionen ihm gegenüber, ich lebe quasi mein eigenes Leben ohne ihn teilhaben zu lassen. Das klappt auch super! Er weiß dann nicht, wie er mich attackieren soll, wenn es keine Reaktion gibt und er keine Schwachstellen mehr findet. Ich habe jetzt gehört (von einer Quelle), dass er tatsächlich keine Lust mehr hat mit mir zusammenzuleben und ausziehen möchte. Sein aktueller Auftrag geht nur noch kurze Zeit und dann muss er sich einen neuen suchen. Und dann wird er mit 80%iger Wahrscheinlichkeit aus-/wegziehen. Ich denke, er braucht und sucht schon nach einem neuen Menschen, der ihm rund um die Uhr seine Minderwertigkeit ausredet. Einen Menschen, der sich zur Not auch abwerten lässt, wenn die Minderwertigkeitskomplexe meines Mannes wieder so stark sind, dass er sich dadurch auf ein höheres Treppchen stellen will. Einen Menschen, der sich durch das Verhalten meines Mannes (gezielte Verdrehung der Realtität und durch Spinnung von Intrigen gegen andere) dazu bewegen lässt, an sich und seinem Umfeld zu zweifeln und somit zu meinem Mann hält. Diesen Menschen wird er mit Sicherheit auch finden, denn mein Mann kann sich vor Fremden sehr gut verstellen. Ist jetzt nicht mehr meine Baustelle.

Zwischenzeitlich habe ich einen relativ gut bezahlten Teilzeitjob gefunden, der mir Spaß macht und der meine Unabhängigkeit von meinem Mann weiter voranbringt.

LG Lana








Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Dad76 am 24. Mai 2019, 09:12:10
Guten Morgen ihr Lieben,

Und dann wird er mit 80%iger Wahrscheinlichkeit aus-/wegziehen. Ich denke, er braucht und sucht schon nach einem neuen Menschen, der ihm rund um die Uhr seine Minderwertigkeit ausredet. Einen Menschen, der sich zur Not auch abwerten lässt, wenn die Minderwertigkeitskomplexe meines Mannes wieder so stark sind, dass er sich dadurch auf ein höheres Treppchen stellen will. Einen Menschen, der sich durch das Verhalten meines Mannes (gezielte Verdrehung der Realtität und durch Spinnung von Intrigen gegen andere) dazu bewegen lässt, an sich und seinem Umfeld zu zweifeln und somit zu meinem Mann hält. Diesen Menschen wird er mit Sicherheit auch finden, denn mein Mann kann sich vor Fremden sehr gut verstellen.
LG Lana



Sorry, aber wenn ich das alles so lese glaube ich ganz fest, dass DU auch keine Gute bist!! Und wenn du so über ihn im Beisein der Kinder redest dann bist du nicht einen Deut besser... pfui


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 24. Mai 2019, 11:54:05
Lana, verdeutliche dir mal bitte die Situation in der dein Mann steckt: 3 Kinder und eine Ehefrau, die nicht arbeitet. Ihm ist klar, dass du nach einer Trennung ehebedingten und Kindesunterhalt fordern wirst, also einen hohen dreistelligen oder vierstelligen Betrag und das für die nächsten vielleicht 20 Jahre, wenn er Pech hat den nachehelichen Unterhalt bis an sein Lebensende. Wie würdest du dich fühlen, wenn dein Partner auf dich zugekommen wäre und dir gesagt hätte: "Ich will nicht mehr mit dir zusammen leben, ich nehme dir jetzt die Kinder weg und gehe. Erwarte bitte Post von meinem Anwalt, damit du demnächst unser leben finanzieren darfst". Das so etwa ist die Botschaft, die täglich zahlreiche Männer erhalten, denn in 70%-80% der Fälle trennt sich die Frau. Und die meisten hier in diesem Forum können sich wohl in deinen Mann einfühlen, denn er steht mit dem Rücken an der Wand. Und ja, wenn du nicht mehr mit im redest, nimmst du ihm die Möglichkeit Emotionen zu zeigen, aber meine Ex hat das auch so gemacht, weil ich aus ihrer Sicht zu viel reden wollte (obwohl ich eher der ruhige Typ bin). Aus Erfahrung: das lässt einen Verzweifeln, wenn man quasi über Wochen oder Monate die Waffe an der Schläfe hat und der Geiselnehmer nicht mal mit einem redet. Für dich sicher toll, für deinen Mann die Hölle auf Erden.
Wenn du tatsächlich nur aus der Beziehung raus willst ohne nachzutreten, warum redest du nicht mal mit deinem Mann über die Betreuung nach der Trennung, erklärst ihm, dass er seine Kinder nicht verllieren wird, bietest ihm ein Wechselmodell an? Das nimmt ihm zumindest eine Sorge.
Für viele Männer ist es psychisch einfach nur enorm belastend, dass man ihnen die Kinder nimmt, untersagt sie zu betreuen und sie für ihren Verlust auch noch bezahlen sollen. Genauso schwer ist es, wenn die Frau nicht mehr bereit ist ihr Versprechen "in guten Tagen wie in schlechten Tagen" einzuhalten, aber nach der Ehe trotzdem noch Solidarität in Form von nachehelichen Unterhalt erwartet. Und das alles noch unter dem Deckmantel des "Kindeswohls". Du hast geschrieben, dass er nicht will, dass die Kinder zu lange fremd betreut werden und beruflich nicht kürzer treten will. DAS GALT IN DER EHE. Du mischt die Karten gerade neu, also frag ihn doch mal, wie er sich alles nach einer Scheidung vorstellt. Meine Ex hat mir auch ein paar Tage bevor ich meine Stelle wechselte, um nach einem Jahr Führungskraft zu werden, die Trennung erklärt. Nun bin ich keine Führungskraft, habe Problem meine Arbeit fertig zu kriegen, aber betreue 50%. Vielleicht ändert er ja auch seine Ansicht.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 24. Mai 2019, 14:45:57
Hey ihr lieben,

danke für eure Beiträge.

Ich würde mir wünschen, wenn mein Mann in der Nähe wohnen bleiben will, er will aber wegziehen, also wirklich weit weg! Warum? Er hat es sich mit sehr vielen Menschen hier verscherzt. Sie haben sich von ihm distanziert. Ich war die Letzte, die (neben seinem Freund vom anderen Ende Deutschlands) zu ihm gehalten hat (obwohl er wegen sexueller Belästigung 2x seinen Job verlor). Aber da ich in meiner Ehe mit Schimpfwörtern beschmissen wurde, die man nicht mal seinem ärgsten Feind an den Kopf schmeißt, sind meine Emotionen ihm gegenüber total abgestorben und ich sehe nicht ein, mich noch weiter mit ihm zu unterhalten, wenn er alles, was ich ihm sage, gegen mich verwendet. Er attackiert sogar unsere Kinder, schreit rum, sie würden nichts taugen! Das geht einfach nicht! Ich habe mich 10 Jahre lang seinem Willen unterworfen, weil ich dachte, dass man das in einer funktionierenden Ehe so macht. Aber das kann es doch nicht sein!

Und ich bin nicht arbeitslos, ich habe geschrieben, dass ich seit ein paar Wochen einen (Halbtags-)Job habe, der gut bezahlt ist. Im Endeffekt muss ich hier mit 3 Kinder allein leben, ohne Verwandte, mit nur wenigen Bekannten in der Nähe.

LG Lana


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Kasper am 24. Mai 2019, 14:58:31
Aber da ich in meiner Ehe mit Schimpfwörtern beschmissen wurde, die man nicht mal seinem ärgsten Feind an den Kopf schmeißt, sind meine Emotionen ihm gegenüber total abgestorben
Viele können sich nur schwer vorstellen, dass es sowas gibt.
Hier hören wir oft, dass dies überwiegend Frauen machen ... aber da die Bevölkerung auch nahezu 50/50 besteht und die A-Loch-Genverteilung etwa annähernd gleich sein dürfte, kann ich mir das lebhaft vorstellen.

Ich habe mich 10 Jahre lang seinem Willen unterworfen, weil ich dachte, dass man das in einer funktionierenden Ehe so macht. Aber das kann es doch nicht sein!
Ich denke das ist auch zu einem großen Anteil dem Altersunterschied geschuldet ... aber halt auch nur eine vage Vermutung meinerseits.

Ich denke, dass es etwas falsch aufgefasst wurde, denn:
..., d. h. ich rede nicht mit meinem Mann (es sei denn, es geht um die Kinder oder Finanzen), ich zeige keine Emotionen ihm gegenüber, ich lebe quasi mein eigenes Leben ohne ihn teilhaben zu lassen. Das klappt auch super!
Über die relevanten Teile tauscht ihr Euch aus. Mehr dürfte es nach meiner Meinung in einer Trennung auch nicht geben. Der Rest ist seine Entscheidung.

Gibt es schon einen festes Auszugsdatum?

Gruß
Kasper


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lausebackesmama am 24. Mai 2019, 16:16:32
Zitat

« Antwort #67 am: 24. Mai 2019, 09:12:10 »

Zitat von: Lana1980 am 24. Mai 2019, 08:33:54

Guten Morgen ihr Lieben,

Und dann wird er mit 80%iger Wahrscheinlichkeit aus-/wegziehen. Ich denke, er braucht und sucht schon nach einem neuen Menschen, der ihm rund um die Uhr seine Minderwertigkeit ausredet. Einen Menschen, der sich zur Not auch abwerten lässt, wenn die Minderwertigkeitskomplexe meines Mannes wieder so stark sind, dass er sich dadurch auf ein höheres Treppchen stellen will. Einen Menschen, der sich durch das Verhalten meines Mannes (gezielte Verdrehung der Realtität und durch Spinnung von Intrigen gegen andere) dazu bewegen lässt, an sich und seinem Umfeld zu zweifeln und somit zu meinem Mann hält. Diesen Menschen wird er mit Sicherheit auch finden, denn mein Mann kann sich vor Fremden sehr gut verstellen. 
LG Lana

Zitat
Sorry, aber wenn ich das alles so lese glaube ich ganz fest, dass DU auch keine Gute bist!! Und wenn du so über ihn im Beisein der Kinder redest dann bist du nicht einen Deut besser... pfui

@Dad76: Wo steht hier irgendwas, dass sie vor den Kindern schlecht über ihn redet? Wieso unterstellst du diese "Möglichkeit" und garnierst die ohne das zu wissen mit einem "pfui"?

LG LBM


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lana1980 am 25. Mai 2019, 12:03:15
Hallo zusammen,

ein festes Auszugsdatum gibt es noch nicht. Ich denke mal, er will wirklich weg von hier. Also weit weg. Er hat keine Lust mehr auf die Gegend, auf die Nachbarschaft. Ihm wird schnell langweilig und es hält ihn nie lange an einem Ort, bei einem Arbeitgeber, bei einer Familie... Er kommt mir ganz oft so vor wie eine Heuschrecke. Schwer zu beschreiben... Braucht immer neue Felder, die er abgräsen kann, bis nichts mehr übrig ist. Die Schuld schiebt er dann auf die Felder. Und zieht dann zu den nächsten. Stabile, langfristig gute, enge Beziehungen zu Menschen hat er nicht. Er kennt 1.000.000 Leute, aber immer nur so ganz oberflächlich. Kennt ihr solche Menschen?

Ich rede meinen Mann vor unseren Kindern nicht schlecht, das schafft er leider schon ganz alleine. Unsere Große reagiert auf ihn schon lange ziemlich gereizt, noch bevor ich überhaupt an eine Trennung gedacht habe. Sie fragt mich ständig, warum Papa so ist. Was soll ich ihr da sagen, habt ihr einen Tipp? Soll ich es aus meiner Perspektive erzählen, oder möglichst neutral? Ich weiß es nicht, ich will einfach nur, dass sie auf ihr Bauchgefühl hört.

LG Lana





Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lausebackesmama am 25. Mai 2019, 15:11:20
Hallo Lana,

der Vater meines Kindes ist (mittlerweile trockener) Alkoholiker. Er hat unseren Sohn sehr oft versetzt und damit verletzt oder wütend gemacht. Mein Sohn hat mich dann gefragt, "Mama warum macht der Papa das?" Ich habe dann gesagt: "Ich weiß es auch nicht, aber ich kann gut verstehen, dass du sauer/traurig darüber bist." Mal davon abgesehen, dass ich ja wirklich nicht wusste, warum er ihn kommentarlos versetzt, habe ich versucht, seine Aktionen nicht zu bewerten und gleichzeitig versucht, meinem Sohn zu vermitteln, dass seine Gefühle dazu völlig in Ordnung sind.

Er wusste auch immer Bescheid über die Abhängigkeit seines Vaters. Erstens, weil er es selbst miterlebt hat und zweitens, weil ich finde, dass man Kindern altersadäquat immer die Wahrheit sagen kann. Ich habe also nie abwertende Dinge wie "Der Papa ist ein Säufer!" gesagt, sondern dass der Papa zu viel Alkohol trinkt und es ihm dann 1-2 Tage nicht gut geht. Ich habe aber nie schützende Ausreden erfunden wie "Papa ist krank /muss arbeiten." Ich habe ihn ermutigt, Papa selbst zu fragen.
So hat er mit fünf Jahren mal zu seinem Papa am Telefon gesagt: "Papa, warum kommst du denn nicht? Die Mama hat doch gesagt du kannst immer kommen."

Was ich damit sagen will: erkläre deinen Kindern sein Verhalten nicht, weil du selber nicht weißt, WARUM er so ist wie er ist. Äußere Verständnis, wenn sie wütend oder traurig sind. Du musst als Mutter nicht allwissend sein. Ermutige sie, ihren Vater selbst freundlich zu fragen, warum er x oder y tut bzw. nicht tut. Er ist ihr Vater, er muss sich selbst erklären oder ggf. rechtfertigen und reflektieren. Sie sind ja auch nicht mehr so klein und müssen lernen, solche zwischenmenschlichen Dinge allein zu klären. Wo sollen sie es lernen, wenn nicht im vertrauten Umfeld Familie? So hat es auch der Vater in der Hand, seine Beziehung zu den Kindern losgelöst von dir zu entwickeln. Wenn du sein Verhalten nicht erklärst und bewertest, kannst du ihn nicht schlecht machen.

Ich bin damit gut gefahren. Mein Sohn hat immer gewusst, dass sein Vater nicht mein Feind ist. Mein Ex hat mit seinem Verhalten dafür gesorgt, dass unser Sohn über unser Verhalten als Eltern selbst erfahren konnte, wo die Probleme im Bezug auf den Umgang lagen. Und ich habe ihm geholfen, das auszuhalten und einen Weg zu finden, damit zu leben. Heute tut es meinem Ex leid und irgendwann will er unserem Sohn erklären, warum er nicht für ihn da war.

Deshalb, übernimm nicht die Verantwortung für deinen Ex, er ist erwachsen und kann, soll, muss seinen Kindern selbst Rede und Antwort stehen. Wenn er dabei Schaden anrichten sollte, dann sei da, tröste die Kinder, aber bewerte oder entschuldige bzw erkläre sein Verhalten nicht. Kinder lernen das einzuschätzen.

LG


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Dad76 am 26. Mai 2019, 13:51:11
@Dad76: Wo steht hier irgendwas, dass sie vor den Kindern schlecht über ihn redet? Wieso unterstellst du diese "Möglichkeit" und garnierst die ohne das zu wissen mit einem "pfui"?

LG LBM


Weil ich diese Möglichkeit nach all dem Geschriebenen eben nicht ausschließe ich sie aber nicht direkt unterstellen möchte. Sorry, aber das ist meine Meinung. Auch Kasper hatte hier schon, wenn auch in einem anderen Zusammenhang, Zweifel an dem ganzen Geschriebenen geäußert. Und wenn sie hier schreibt, dass ja das Ganze schief gehen musste, weil auch bei den Eltern des (Ex) Partners der Mann der „Böse“ ist, dann ist das für mich einfach nur Quatsch. Wie kann man nur solche Schlussfolgerungen ziehen. Ich zitiere:

Eigentlich hätte ich mir einfach die Ehe seiner Eltern angucken müssen. Da läuft es genau so. Die Ehefrau hängt ihrem Mann an den Lippen und bereitet ihm ein schönes Leben, das sich komplett nur um den Mann und seine Wünsche dreht.

Überall nur böse Männer...

Und eben deshalb schließe ich in diesem konkreten Fall auch nicht aus, dass auch die Kinder über das „Fehlverhalten“ des (Ex) Partners umfangreich aufgeklärt werden.


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Lausebackesmama am 26. Mai 2019, 16:18:40
Und flöhst du die Beiträge deiner männliche Mitschreiber hier genauso auf ihre vermeintlichen Missetaten während der Beziehung oder Trennung? Also Dinge, die zwar nicht geschrieben stehen, aber die man aus dem geschilderten Sachverhalt oder der allgemeinen Lebenserfahrung eben erwarten kann? Garniert mit einem prophylaktischen Pfui?

Oder glaubst du denen einfach was sie schreiben?


Titel: Re: Gehen oder bleiben?
Beitrag von: Dad76 am 26. Mai 2019, 16:36:17
Und flöhst du die Beiträge deiner männliche Mitschreiber hier genauso auf ihre vermeintlichen Missetaten während der Beziehung oder Trennung? Also Dinge, die zwar nicht geschrieben stehen, aber die man aus dem geschilderten Sachverhalt oder der allgemeinen Lebenserfahrung eben erwarten kann? Garniert mit einem prophylaktischen Pfui?

Oder glaubst du denen einfach was sie schreiben?

Nein, ich bilde mir bei allem individuell eine Meinung, ich verallgemeinere nicht und trage auch keine rosarote "Männerbrille". Und ich "rüge" hier genauso die männlichen Mitstreiter wenn ich das für nötig halte. Ich habe das Gefühl, du möchtest mir so ganz subtil etwas sagen. Falls dich das Pfui stört, dann überlese es doch bitte einfach. Das ändert aber nichts daran, dass ich aus dem ganzen Geschriebenen meine Schlüsse ziehe.