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Themen => Unterhaltsrecht => Thema gestartet von: Fafnir am 31. März 2019, 14:01:04



Titel: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Fafnir am 31. März 2019, 14:01:04
Hallo Väter,

Ich habe mal wieder großen ärger. Am Samstag trudelte ein Gelberbrief bei mir per Post ein. Postzustellurkunde vom Landkreis, Abteilung Recht Unterhalt. Wenn ich den Brief richtig verstehe, blicke da immer nicht durch hat meine Ex wohl mal wieder Hartz4 am Laufen und dann gibt es ja dieses neue ewige Unterhaltvorschussgesetz, gearbeitet hat sie die letzten 15 Jahre nicht.
Fakten; ich habe zwei Kinder mit dieser Frau, ich war letztes Jahr (2018) für 9 Monate Krankgeschrieben, davor habe ich Unterhaltsvorschuss anteilig bezahlt, da mein Lohn mit 1400€ Netto, nicht sehr hoch war. Durch die lange Erkrankung und Krankengeld habe die Zahlung eingestellt und Schulden gemacht immer mehr in den Dispo gerutscht. Am 3.1.2019 habe ich eine neue Stelle angenommen, zu dem Zeitpunkt auch Post vom Amt bekommen. Da ich da noch ALG1 bezog, machte ich mich artig Nackt und schrieb denen das selbst, wenn ich einen neuen Job habe, erst mal von meinen 1000€ Schulden runterkommen muss, bevor ich wieder Zahlen kann. Dann kam erst mal nichts und jetzt wie gesagt gleich so ein gelber Brief.
 
Zu meinem Problem. Ich Arbeite jetzt als Fensterbauer und bekomme 1560€ Netto (13,06 pS). Ich habe ein neues besseres Jobangebot bekommen als CNC Fräser (14€ bzw. 16.12€ PS Spätschicht) Nettogehalt noch Unbekannt, der Haken an der Sache ist das ich jeden Tag 50km (100KM insg.) mit dem Auto fahren müsste, oder 4 Stunden am Tag mit Bahnen und Bussen, was natürlich nicht geht. Vor 4 Wochen ist auch noch mein 20 Jahre altes KFZ kaputt gegangen, nun habe ich gar kein Fahrzeug mehr. Wohne auf einem Dorf mit Pendelverkehr Bus (Dauerbaustelle) östlich vor Berlin und müsste erst mal alleine 40min Busfahren um überhaupt an eine Berliner Bahnstation zukommen. Dann in die Innenstadt um wieder Nördlich aus der Stadt raus zukommen. Mit dem, Auto wäre es nur ein Stück Berliner Ring hoch. Ergo mit den Öffentlichen fällt aus, macht keinen Sinn.
Mein Plan war es nun mir einen Kredit zu holen um mir ein Auto kaufen zu können. Ich schätze die Raten auf ca. 140€ pro Monat dazu kommen ca. 200 bis 250€ Treibstoffkosten pro Monat. Sagen wir mal ich hätte ca. 17 bis 1800 Netto raus. Nächste Problem Kredit gibt es nur mit Unbefristeten Arbeitsvertrag und 3 Gehaltsnachweisen. Meine Probezeit war 3 Monate bei der jetzigen Firma die sind rum. Ich bin noch 3 Jahre Unterhaltspflichtig, dann ist der Jüngste 18 und Studieren werden wohl beide nicht.

Meine Fragen: Werden die mich Knallhart auf 1150€ Pfänden, oder wie läuft das? 2018 hatten die sich mit 100€ im Monat zufrieden gegeben und ich konnte so 1300€ behalten, nun Verdiene ich ja mehr. Kann ich meine Fahrkosten und den Kredit geltend machen? Denn von 1150€ Miete, Strom, Fahrkosten und Kredit ist ja unmöglich.
Nächte Problem noch habe ich den Kredit nicht, den wollte ich Aufnehmen wenn ich jetzt am 15 meinen dritten Gehaltsnachweis bekomme, die Frist in dem Gelben Brief sagt aber das meine Antwort bis spätestens zum 12.04 bei den sein muss?

Ich bin ehrlich gesagt total durch den Wind jetzt und weiß nicht mehr weiter. Mein jetziger Job macht mir Gesundheitlich sehr zu schaffen (Fensterbau) und werde diesen nicht mehr lange machen können, deshalb wäre der CNC Job für meine Gesundheit besser. Ohne Auto+Fahrgeld geht das aber nicht. Zudem kann ich jetzt den Kredit ja noch nicht Reinschreiben da ich noch keinen habe.

Grüße


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Kasper am 31. März 2019, 14:29:56
Meine Fragen: Werden die mich Knallhart auf 1150€ Pfänden, oder wie läuft das? 2018 hatten die sich mit 100€ im Monat zufrieden gegeben und ich konnte so 1300€ behalten, nun Verdiene ich ja mehr. Kann ich meine Fahrkosten und den Kredit geltend machen? Denn von 1150€ Miete, Strom, Fahrkosten und Kredit ist ja unmöglich.
Der Selbstbehalt liegt bei 1.080 Euro.

Aber - nach meiner Meinung - hast Du den ersten Fehler gemacht, als Du nicht gleich eine Neuberechnung bei der Krankschreiben gefordert hast. So sind Schulden aufgelaufen. Rückwirkend wird nichts berechnet werden können.
Dann zähl die Situation ab jetzt. Du hast ein Job Angebot, würde mehr verdienen. Aber, diese schreibst Du selber, nur wenn Du einen Kredit für ein Auto aufnehmen kannst. Diese wird aber vermutlich nicht berücksichtigt werden. Das heißt, Du verdienst mehr, zahlst mehr, hast aber nicht mehr Einkommen. Dir stehe also noch weniger Geld für Umgänge mit Deinen Kindern zur Verfügung. Mehr Geld haben die Kinder auch nicht, da jede Mehrzahlung mit den ALG II Bezogen der KM verrechnet werden.

Mein Rat!
Auf den neuen Job verzichten, lieber den Umgang weiter ausbauen. Für Umgänge und Fahrten können übrigens auch ALG II beantragt werden, ebenso Wohngeld etc. Das spült auch einiges in die Kasse und man muss dafür nicht arbeiten.

Gruß
Kasper


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Fafnir am 31. März 2019, 15:03:53
Verstehe, irgendwie habe ich das Befürchtet.

Also der Kredit wird 100% nicht Berücksichtigt ja? Warum hat sich das Amt mit 100€ bei 1400Netto letztes Jahr dann eingelassen und nicht auf 1080€? Oder gibt es einen Unterschied zwischen Unterhaltsvorschuss und mit ALG2?

mfg


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Susi64 am 31. März 2019, 15:36:46
Hallo,

da ich die Rechnung nicht nachvollziehen kann, weiss ich auch keine wirkliche Antwort.
Eigentich ist der Selbstbehalt 1080 Euro und alles darüber steht für KU zur Verfügung. Bei 1400 Euro Netto könnten ggf. noch berufsbedingte Aufwendungen abgezogen worden sein.

Meine Erklärung für letztes Jahr ist, dass man die berufsbedingten Aufwendungen (Entfernung zur Arbeit) anerkannt hat und Du dann eben nur für 100 Euro leistungsfähig warst.
Im Fall von Krankengeld/Alg1 sinkt der Selbstbehalt auf 880 Euro und berufsbedingte Aufwendungen kannst Du dann auch nicht geltend machen, deshalb sind vermutlich die Schulden aufgelaufen.

Den Kredit selbst kannst Du nicht geltend machen, die berufsbedingten Aufwendungen schon, insbesondere die 100km: 30km 30 Cent = 9 Euro, 70 km mit 20 Cent = 14 Euro, Summe 23 Euro mal 220 Tage = 5060 Euro : 12 = 421 Euro pro Monat.
Das Problem dabei ist, dass Du ein Mangelfall bist. Auf öffentliche Verkehrsmittel könnte man Dich verweisen, wenn es aber nicht geht, dann bleibt es bei den Kosten für die Wegstrecke. Man könnte Dir auch versuchen einen Nebenjob anzurechnen.

Wenn Du insbesondere die 100 Euro Unterhalt und 50 Euro für die Schulden zahlen kannst, dann könnte die UHV-Kasse damit einverstanden sein. Muss sie aber nicht.

VG Susi





Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Fafnir am 31. März 2019, 17:32:15
Danke erst mal an euch. Nein habe ich mich wohl unverständlich Ausgedrückt. Ich habe keine Schulden beim Amt, durch meine lange Krankheit habe ich selber 1000€ Minus auf Dispo gehabt und musste den erst mal Ausgleichen, das schrieb ich dem Amt. Das JA hatte nach Vorlage meiner Krankschreibung so lange die Kosten für den UV selbst Getragen in der Zeit.

Dieser Brief jetzt ist auch nicht UV sondern ich glaube da steht was von SGB2 bzw Sicherung Lebensunterhalt beantragt von der Mutter, deshalb glaube ich die hat Hartz4 mal wieder Beantragt, die Arbeitet seit 15 Jahren einfach nicht.

mfg



Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Kasper am 31. März 2019, 17:47:32
Danke erst mal an euch. Nein habe ich mich wohl unverständlich Ausgedrückt. Ich habe keine Schulden beim Amt, durch meine lange Krankheit habe ich selber 1000€ Minus auf Dispo gehabt und musste den erst mal Ausgleichen, das schrieb ich dem Amt. Das JA hatte nach Vorlage meiner Krankschreibung so lange die Kosten für den UV selbst Getragen in der Zeit.
Habe die dies tatsächlich so festgestellt? Haben die wirklich geschrieben, dass Du derzeit nicht Leistungsfähig bist? Das würde ich mal klären ...

Dieser Brief jetzt ist auch nicht UV sondern ich glaube da steht was von SGB2 bzw Sicherung Lebensunterhalt beantragt von der Mutter, deshalb glaube ich die hat Hartz4 mal wieder Beantragt, die Arbeitet seit 15 Jahren einfach nicht.
Ja, die haben einen eigenen Auskunftsanspruch und versuchen auch soviel KU wie möglich herauszuholen, da dies den Bedarf der KM mindert ... Dann ist das vermutlich nur eine Standardüberprüfung ... ich würde denen mit einem eigenen Antrag auf ALG II kommen ... ;-)

Gruß
Kasper


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Fafnir am 31. März 2019, 17:52:21
@Kasper

Es geht mir in erster Linie nur darum das ich meinen jetzigen Job kündigen wollte und zu einem besser Bezahlten wechsele was auch meiner Gesundheit zu gute kommen würde, denn im Gegenzug zu der feinen Dame die nie was geleistet hat in ihrem Leben ging ich immer Arbeiten!

Ein Auto benötige ich für den Job, was eben Kredit und Fahrtkosten bedeutet.

Von 1080€ natürlich nicht möglich Abzüglich Miete usw habe ich dann ja weniger als ein Hartzer mit 1€ Job? Komische Form von Gerichtigkeit. 1080 Freibetrag ist Lächerlich wenig!
Öffentliche Verkehrsmittel würden auch gar nicht gehen, weil die mich dort für die Spätschicht einstellen wo Feierabend um 0 Uhr jeden Tag wäre und dann fährt nichts mehr!
Ohne Auto geht diese Arbeit also nicht. Auto nur über Kredit und genug Geld für Kraftstoff.

Damals war es Unterhaltsvorschuss und jetzt um wohl wie gesagt Hartz4.

Bedeutet also der Gesetzgeber hindert mich daran meine Einkommensituation zu verbessern und nimmt dann lieber in Kauf gar nichts zu bekommen, super Logik mal wieder in der BRD.

mfg


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Fafnir am 31. März 2019, 18:19:13
Huch wie mache ich das Kleiner, sorry.
(https://s16.directupload.net/images/190331/svlqzkbx.jpg)

Ich Verstehe den Brief wie gesagt nicht ganz, er ist anders als beim Unterhaltsvorschuss. Da kam der auch nicht in Gelb, geht doch um Hartz4 oder nicht?

mfg


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Susi64 am 31. März 2019, 19:03:40
Hallo,

es geht um Hartz4. Da die KM H4 beantragt hat prüft die Arge inwieweit Unterhaltsansprüche gegen Dich bestehen, die Vorrang vor H4 haben. Rein praktisch rechnet die Arge aus für wieviel KU Du leistungsfähig bist und kürzt dann H4 für die KM entsprechend.

In diesem Fall bist Du verplichtet Auskunft zu erteilen.

VG Susi


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Fafnir am 31. März 2019, 19:31:18
Danke Susi und das kommt gleich als Gelberbrief hossa da wird einem gleich ganz anders am Briefkasten.

mfg


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Malachit am 31. März 2019, 20:03:15
Hallo Fafnir,

(...) und das kommt gleich als Gelberbrief hossa da wird einem gleich ganz anders am Briefkasten.

Betrachte es als die nutzlose Drohgebärde eines Staates, dem inzwischen kaum noch jemand über den Weg traut.

Für alle praktischen Belange könnten die Ämter solche Liebesbriefe genau so gut als Einschreiben mit Rückschein auf die Reise schicken, aber das schindet natürlich längst nicht so viel Eindruck bei jenen, die sich von so etwas noch beeindrucken lassen.

Falls es dich beruhigt: Ich selbst habe, allerdings wegen einer anderen Baustelle, auch schon zwei Exemplare mit dem Aufdruck "Förmliche Zustellung" in meiner Souvenir-Sammlung ;-)

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Kasper am 31. März 2019, 21:29:33
Moin,

die gelben Dinger kann theoretisch jeder verschicken. Du kannst, wenn Du willst, die Zustellung der Antwort an die ARGE per Gerichtsvollzieher machen. Kostet zwischen 11 und 18 Euro. Habe ich privat - im laufe meines Lebens - auch schon ein paar mal gemacht ... und ja, dass schindet Eindruck ;-)

Gruß
Kasper


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Lausebackesmama am 01. April 2019, 14:05:20
Das ist keine nutzlose Drohgebärde, sondern lediglich in allen behördlichen Schreiben, bei denen der Zugang beim Empfänger zur Not durch die Behörde bewiesen werden muss, das übliche Mittel der Wahl.

Man muss nicht bei allem und jedem böse staatliche Machenschaften unterstellen.

LG LBM


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Fafnir am 01. April 2019, 18:49:47
Ok, danke schon mal ihr seid alle total Spitze :)  ich hätte noch drei Fragen bitte;

1. In dem Brief steht meine Antwort muss bis zum 12.4 bei denen auf dem Schreibtisch liegen. Was Passiert wenn ich dem nicht Nachkomme?
2. Gibt es eine Möglichkeit mehr Zeit rauszuschinden, z.B. was Vergessen und dann oh Sorry ich Reiche es nach Abziehen?
3. Ich habe die Möglichkeit auf 30 Stunden pro Woche runter zugehen, wenn mein Chef mir ein Dreizeiler schreibt wo drinnen steht das im Moment nicht so viel Arbeit da ist können die dann rumzicken?
    Diesen Monat bekomme ich noch mal volles Geld, nächsten Monat wird es ja weniger. Dann Schreibe ich denen das ich weniger Geld habe inkl. Abrechnung und Zahle dann weniger, geht dass?

mfg


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: midnightwish am 01. April 2019, 19:32:14
Du erwartest jetzt nicht wirklich Tipps zu Sozialbetrug?

Du unterliegst der gesteigerten Erwerbsobliegenheit.
Damit kannst du dein Einkommen nicht einfach so mal reduzieren. Dann könnte von dir verlangt werden, dass du eben einen Nebenjob ausübst. Normalerweise wird der Unterhalt aus dem Einkommen der letzten 12 Monate errechnet, da wird dir eine kurzfirstige Reduzierung auch wenig bringen (außer evtl. Ärger).

Wie auch immer, hast du dich zu einem bestimmten Zeitpunkt in deinem Leben für Kinder mit der entsprechenden KM entschieden. Es sollte also auch eure Aufgabe sein für diese Kinder zu sorgen.



Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Fafnir am 01. April 2019, 20:46:00
Wenn die Frau sich 15 Jahre weigert eine Arbeit anzunehmen und mir auch noch verweigert Kontakt zu meinen Söhnen zu halten, was ist dass dann dagegen?
Ich habe die Einstellung, ob sie dir als Frau passt oder nicht, dass es in diesem Fall von mir auch nichts gibt, oder halt weniger.
Die Kinder hätten auch gerne bei mir Leben können, Sie hat sich noch zwei weitere Kinder von zwei verschiedenen Männern machen lassen, mit denen sie auch nicht mehr zusammen ist und nutzt das nur um auf der Faulenhaut zu liegen, solche Damen gibt es eben auch.

mfg


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: Inselreif am 01. April 2019, 20:57:03
das ist aber kein Grund, den Staat (uns alle) zu besch*


Titel: Re: Jobwechsel Problem
Beitrag von: midnightwish am 01. April 2019, 21:39:53
Ich habe die Einstellung, ob sie dir als Frau passt oder nicht, dass es in diesem Fall von mir auch nichts gibt, oder halt weniger.

Was hat das denn damit zu tun, dass ich eine Frau bin?

Ich finde Väter, die sich vor Unterhalts drücken wollen genauso dämlich, wie Mütter, die den Vätern den Kontakt zu den Kindern verwehren.

Aber ich muss z.B. meine Kinder alleine finanzieren, weil der Vater (der sich eben tatsächlich armrechnen konnte) keinen Unterhalt zahlt (und mache das ohne Sozialleistungen). Warum soll ich dann noch für Kinder mitzahlen, nur weil da jemand anders nicht zahlen will. Würde ich 150 oder 200 € weniger Steuerlast haben, dann wäre eben auch das eine oder andere "Extra" drin