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Themen => Unterhaltsrecht => Thema gestartet von: Brave am 27. August 2018, 12:30:24



Titel: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 27. August 2018, 12:30:24
Liebe Leute,

Gestern haben meine Frau und ich nach über 15 Jahren Ehe beschlossen uns einvernehmlich zu trennen. Wir sind uns einig, dass die Kinder bei Ihr wohnen werden. Damit bin ich auch einverstanden, unter der Bedingung eines 50:50 Wechselmodells, da ich mir auch ein Wohnung in der Nachbarstadt suchen werde. Die Kinder sind 11 und 14 Jahre alt und Sie beginnt in 1 - 2 Monaten einen Teilzeitjob (momentan Minijob und davor immer fest in Teilzeit gearbeitet). Wir sind uns auch einig, dass die Kids durch den Schulwechsel noch etwas mehr Unterstützung brauchen bzw. einen geregelten Tagesablauf durch all diese Veränderungen d.h. sie wird dann weiterhin für 1 - 2 Jahre Teilzeit arbeiten. Einige von euch werden jetzt mit Sicherheit denken: Da hat die Frau aber sehr gut verhandelt. Das mag vielleicht anfänglich so aussehen (... und ja ich bin sehr wachsam!), aber mir liegt es daran, dass wir gemeinsam eine für die Kinder beste Lösung finden und an einem Strang ziehen. Soviel zum jetzigen Stand der Dinge.

Nun habe ich gestern mal grob überschlagen was da so an Unterhalt auf mich zukommt und war dann einfach nur baff bspw. mtl. Kindsunterhalt fast 50% des minimalen Selbstbehaltes. Wie soll das denn funktionieren wenn man ein geringes Einkommen hat? Väter sind hier nur noch Zahlmeister.

Zurück zu meinem Fall bzgl. Berechnung (worst case Annahme=> kein Wechselmodell):
1. KU
a) 4.200€ netto/Monat (Steuerklasse 4) - 150€ (Job Kosten Pauschale) = 4050€
b) 4050€ - 636€ (KU 1) - 543 (KU 2) = 2871€ + 194€ KG = 3065€

2. Ehegattenunterhalt
3065€ - 1011€ (KM Teilz. Netto) = 2054 x 4/7 = ca. 880€ Ehegattenunterhalt

3. Was bleibt mir
3065€ - 880€ = etwa 2200€


Stimmt das oben alles?
Wird das hälftige Kindergeld auch bei dem Ehegattenunterhalt berücksichtigt? Durch das Aufschlagen des anteiligen Kindergeldes über 194€ auf mein Gehalt ist das erhöht sich ja auch somit der Ehegattenunterhalt?!!

Bzgl. Trennungsunterhalt: Trennungsphase soll in unserem angemieteten Haus vollzogen werden. Bis zur Scheidung wollen wir ganz normal das gemeinsame Konto nutzen d.h. kein Trennungsgeld, etc. Ist das sinnvoll bzw. sollt ich doch Trennungsgeld zahlen (ist kein Streitpunkt). Könnte das auffliegen oder muß das nachgewiesen werden?

Danke schon einmal für Eure Expertise und viele Grüße!




Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: AnnaSophie am 27. August 2018, 13:23:40
Hallo,

das Kindergeld wird bei dir nicht angerechnet.
Und wenn du drei Unterhaltsberechtigte hast (2 Kinder und Ehefrau) kann bei dem Kindesunterhalt um eine Stufe abgestuft werden, weil die Düsseldorfer Tabelle von zwei Unterhaltsberechtigten ausgeht.

hast du noch zus. Altersvorsorge, da können 4 % vom Brutto geltend gemacht werden, wenn du da was machst.

4050 - KU 1 (511-halbes Kindergeld) 415 - KU 2 (598-halbes Kindergeld) 502 = 3.133

3.133+bereinigtes Einkommen Ehefrau 1011 =4.144 geteilt durch 3/7=1776-1011 Eigenes Einkommen = 765 €

Dir bleibt 3.133-765=2.368


Ich würde schon die Konten trennen. Jeder zahlt ab Auszug seine eigenen Kosten und du überweist dann Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt.

Wenn ihr dann auf das WEchselmodell umschwenkt und deine Nochfrau dann Vollzeit berufstätig ist, müsst ihr neu rechnen.
Bei einem Wechselmodell hebt sich der Kindesunterhalt nicht zwangsläufig auf, sondern der Mehrverdienende muss im Zweifelsfall dem Wenigerverdienenden einen Ausgleich zahlen.

Sophie


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 27. August 2018, 13:30:55
Hallo,

ja, eine Scheidung ist teuer und der Unterhalt nicht zu unterschätzen.

Hinsichtlich der Rechnung. Es wäre als erstes zu prüfen ob Du alle Bereinigungsmöglichkeiten in Anspruch genommen hast. Insbesondere kann die Hin- und Rückfahrt zur Arbeit berücksichtigt werden und da kommt in vielen Fällen mehr als die Pauschale heraus. Hast Du eine Altersvorsorge (Riester?). Es kann nur nachgewiesene Altersvorosrge geltend gemacht werden.

4050 Euro bereinigtes Netto entsprechen in der DDT Stufe 7 und da Du 3 unterhaltsberechtigte Personen hast (2 Kinder + Frau) geht es eine Stufe herunter, also Stufe 6.
Für das 11jährige Kind sind das 511 Euro minus 97 Euro (halbes KG) = 414 Euro,
für das 14jährige Kind sind das 598 Euro minus 97 Euro (halbes KG) = 501 Euro.

4050 Euro minus (414 + 501) Euro = 3135 Euro.

Da Du erwerbstätig bist (und Deine Frau auch) wird davon nun 1/7 als erwerbstätigen Bonus Dir gutgeschrieben: 3135 : 7 = 448 Euro
Deiner Frau 1011 : 7 = 145 Euro

Dann werden die verbliebenen Einkommen addiert: 2687 + 866 Euro = 3553 Euro.
Davon steht jedem die Hälfte zu: 1776 Euro.

Damit verbleiben Dir 1776 Euro + 448 Euro = 2224 Euro.
Du hast zu zahlen 414 Euro + 501 Euro (KU) + 910 Euro (TU) = 1825 Euro.

Das KG erhält Deine Frau. Das KG wird beim KU berücksichtigt. Deine Frau erhält das KG und bei Dir wird das halbe KG vom KU abgezogen und ergibt den Zahlbetrag.

Deine Frau verfügt damit über 1011 Euro + 910 Euro = 1921 Euro, für die Kinder stehen 414 Euro + 501 Euro + 194 Euro (KG) = 1109 Euro zur Verfügung.

Da es bei jeder Scheidung irgendwann diesen oder jenen Ärger gibt, würde ich dringend dazu raten eigene Konten zu haben und keinerlei Mischfinanzierung mehr zu tätigen.
Jeder wirtschaftet für sich. Um Geld werdet ihr euch früher oder später sowieso streiten. Also mach jetzt einen klaren Schnitt. Deine Frau und die Kinder verfügen über genügend Geld und Du kannst Dich um Deine Finanzen kümmern.

Denke auch daran, dass der Mietvertrag gelöst werden muss.
Solange ihr noch im Haus wohnt sollte die Miete anteilig bezahlt werden.

Wenn die Scheidung durch ist wird Deine Frau voraussichtlich Anspruch auf nachehelichen Unterhalt haben. Hier solltest Du Dir Gedanken machen wie Du das gestalten willst. Aus meiner Sicht sollte es ein befristeter Unterhalt sein, der in Stufen abgeschmolzen wird.

VG Susi


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 27. August 2018, 14:08:01
Danke Dir Anna Sophie und Susi! Das wußte ich gar nicht mit der Abstufung ab 3 Unterhaltsberechtigten.

Sind es nun 910€ oder 765€ Ehegattenunterhalt. Das ist ein Haufen Geld muß ich mir eingestehen.

Wird Trennungsunterhalt anders berechnet? Bin da jetzt etwas verwirrst was genau der Unterschied ist in der Berechnung zwischen Ehegattenunterhalt und Trennungsgeld?

Auszug wird erst im Frühjahr kommenden Jahres sein. Könnte es Probleme geben wenn man jetzt erstmal so weiter lebt d.g. weiterhin gemeinsames Konto und ich Steuerklasse 3 (aber getrennte Betten, Kochen, Tagesablauf, etc.) oder könnte da der Schuß in welcher Form auch immer nach hinten gehen bei den Behörden? Wie gesagt, wir wollen uns gegenseitig nicht auf finanzieller Ebene schaden bis zur Scheidung und das gemeinsame Konto wird ganz normal weiterhin verantwortungsvoll gemeinsam genutzt.

Sobald Ihr Teilzeit Vertrag fest ist (bis Ende des Jahres) und die Wohnung in Aussicht gibt's natürlich getrennte Konten.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Pegasus am 27. August 2018, 14:24:40
Hallo,

ich will das Ganze bestimmt nicht schwarz malen (da es ja auch wirklich einvernehmliche Scheidungen gibt).

Da ich auch nicht zu den Großverdienern gehöre, hieß es erst. "Mit dem Unterhalt für die Kinder werden wir uns schon einig". Und die Geburtstage können
wir ja gemeinsam ausrichten.

Nachdem ich ausgezogen war, hat sie mir dann ganz genau mitgeteilt, was den Kinder zusteht. Und wie sehr sie ein Kontakt mit mir stresst. Zumal der Neue
5 Monate nach meinem Auszug dann dort eingezogen ist.

Du solltest also trotzdem wachsam sein.

Grüße


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 27. August 2018, 14:28:07
Hallo,

ich will das Ganze bestimmt nicht schwarz malen (da es ja auch wirklich einvernehmliche Scheidungen gibt).

Da ich auch nicht zu den Großverdienern gehöre, hieß es erst. "Mit dem Unterhalt für die Kinder werden wir uns schon einig". Und die Geburtstage können
wir ja gemeinsam ausrichten.

Nachdem ich ausgezogen war, hat sie mir dann ganz genau mitgeteilt, was den Kinder zusteht. Und wie sehr sie ein Kontakt mit mir stresst. Zumal der Neue
5 Monate nach meinem Auszug dann dort eingezogen ist.

Du solltest also trotzdem wachsam sein.

Grüße

Bin wachsam und hab auch schon die Unterlagen gesichert, Danke. Hast aber natürlich auch Recht ... niemand weiß was in ein paar Monaten ist.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Rohga am 27. August 2018, 14:29:39
Hallo Brave,

Sophie und Susi haben es dir ja schon empfohlen und ich möchte mich da noch anschließen.

Sobald Ihr Teilzeit Vertrag fest ist (bis Ende des Jahres) und die Wohnung in Aussicht gibt's natürlich getrennte Konten.

Mach das NICHT!! Was spricht denn dagegen, dass sich deine Noch-Frau ein eigenes Girokonto einrichtet (wenn sie es nicht schon hat), auf welches du das Geld mtl. überweist? Glaub es bitte, dass es besser ist, direkt klare Verhältnisse zu schaffen. Jeder lebt für sich, auch im Hinblick auf das Trennungsjahr.

Man(n) glaubt ja immer noch an das Gute im anderen, aber spätestens wenn es um's "Eingemachte" geht oder NEXT einen Nachteil sieht, geht das gerangel los.

Du solltest nicht nur dein Konto, sondern auch alle anderen wichtigen Daten sichern und ihrem Zugriff entziehen.



Gruß,
Rohga



Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 27. August 2018, 15:29:23
Hallo,

Trennungsunterhalt ist Ehegattenunterhalt bis zur Schiedung. Nach der Scheidung ist es nachehelicher Unterhalt.
Um einen Anreiz für eine Erwerbstätigkeit zu geben gibt es einen Erwerbstätigenbonus von 1/7 (bei manchen OLG auch anders!!), der nach Bereinigung des Einkommens und nach Abzug des KU bestimmt wird.
In Deinem Fall bist sowohl Du als auch Deine Frau erwerbstätig und jeder hat deshalb zunächst Anspruch auf 1/7 (bzw. was die Unterhaltsleitlinien des OLG vorsehen), erst der Rest wird addiert und halbiert, da bei Eheleuten der Halbteilungsgrundsatz gilt.

"15.2. Es  gilt  der  Halbteilungsgrundsatz,  wobei  jedoch  Erwerbseinkünfte  nur  zu
6/7 zu berücksichtigen sind (Abzug von 1/7 Erwerbstätigenbonus vom bereinigten Nettoeinkommen).
Leistet ein Ehegatte auch Unterhalt für ein Kind, wird sein Einkommen vor
der Ermittlung des Erwerbstätigenbonus (vgl. Nr. 15.2.) um den Kindesunterhalt (Zahlbetrag nach Abzug des anzurechnenden Kindergeldes) bereinigt. ... "
(1/7 beim OLG Dresden (https://www.justiz.sachsen.de/olg/download/Unterhaltsleitlinien_01-2018.pdf), 1/10 bei den Süddeutschen Leitlinien (https://www.justiz.bayern.de/media/pdf/s%C3%BCdl2018.pdf), andere hier (https://www.famrz.de/arbeitshilfen/unterhaltsleitlinien.html).)

Welches OLG ist zuständig? (Bei nur 1/10 Erwerbstätigenbonus steigt der TU auf 956 Euro)

Es ist nicht richtig Dein bereinigtes Einkommen minus KU plus Einkommen der KM zu nehmen und davon 3/7 zu bestimmen.

VG Susi


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 27. August 2018, 15:52:52

Welches OLG ist zuständig? (Bei nur 1/10 Erwerbstätigenbonus steigt der TU auf 956 Euro)

Es ist nicht richtig Dein bereinigtes Einkommen minus KU plus Einkommen der KM zu nehmen und davon 3/7 zu bestimmen.

VG Susi

Ok. OLG ist Frankfurt/Main daher stimmt Deine Berechnung.

Der von Dir errechnete Unterhalt wäre auch der zu zahlende während der Trennungszeit wo alle noch gemeinsam in einem Haus leben. KU ist ja dann wohl noch nicht fällig, aber berücksichtigt in der Trennungsgeld Berechnung?


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 27. August 2018, 17:00:07
Hallo,

ja, der KU ist berücksichtigt (414 Euro für den 11jährigen und 501 Euro für das 14jährige Kind (Zahlbeträge) gemäß Stufe 6 der DDT, da 3 unterhaltsberechtigte Personen), diese 915 Euro sind vorher von Deinem bereinigten Einkommen abgezogen worden.

Danach sind 1/7 von jedem Erwerbseinkommen abgezogen worden:
Du: 4050 - 915 = 3135, 3135 : 7 = 448, 3135 - 448 = 2687,
Frau 1011 : 7= 145, 1011 -145 = 866

Halbteilung: Summe: 2687+866 = 3553 : 2 = 1776 (volle Euro) stehen jedem von Euch davon zu. 1776 - 866 = 910 Euro TU.

VG Susi


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 27. August 2018, 20:52:20
Hallo,

das Trennungsjahr beginnt mit der Trennung. Trennung heißt jeder wirtschaftet für sich selbst, jeder ist finanziell für sich selbst verantwortlich.
Deshalb besteht keine Trennung, wenn ihr nicht wirtschaftlich getrennt seid. Trennung heißt auch KU und TU. Dabei kann vom Gemeinsameneinkommen zunächst die Miete für das gemeinsame Haus abgezogen werden und dann erst halbiert.

Das mag alles bürokratisch klingen, aber so sind die Regeln. Du wirst bald festellen, dass Du sehr viel zahlen musst und Deine Frau wird festellen wie gering das Einkommen ist. Getrennte Haushalte kosten mehr als ein gemeinsamer. Für Dich ist ein schnelle Scheidung durchaus vorteilhaft, weil in aller Regel der nacheheliche Unterhalt geringer als der TU ist. Für Deine Frau ist deshalb eine längere Zahlung des TU durchaus vorteilhaft.

Mach eine klare Trennung und zahle Unterhalt, das ist eine klare Lösung an der auch niemand etwas auszusetzen haben kann. Wenn Du heute das als nicht wichtig ansiehst, in den aller meinsten Fällen wirst Du es später bereuen.
Ansonsten steht natürlich immer die Frage ob die Ehe nicht doch noch zu retten ist, aber ein Schwebezustand ist eine ganz schlechte Idee.

VG Susi


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 27. August 2018, 22:26:38
Danke Susi für deine Geduld mit mir. Momentan bin ich in der St.Kl. 3 und meine Noch-Ehefrau hat einen 450eur Mini Job.
Zwei Fragen hierzu:
- TU (bis Scheidung) in jetziger Konstellation würde ich analog zu deiner obigen Berechnung ermitteln Ber vorher die Miete vom Gesamteinkommen abziehen? D.h. die Noch-Ehefrau muß sich zu 50% an der Miete (Kalt oder Warm Miete?) beteiligen auch wenn diese bspw.über 1700eur. ist?
- Sollte ich zwingend in die St. Kl. 4 wechseln damit der TU vor Scheidung entsprechend ausfällt?

Bzgl. separate Konten: Was passiert mit dem Noch-Gemeinschaftskonto worauf die Ersparnisse liegen? Muß das bereits jetzt aufgeteilt werden bzw. Konto komplett auf mich umschreiben und sie hat keknen Zugriff mehr? Dann gehts natürlich auch weiter mit KFZ. Sie fährt das teurere Auto ... hoffe du verstehst was ich meine. Danke.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: tellerchen am 27. August 2018, 23:27:45
hallo,
auf jeden Fall solltest du deine Zahlungseingänge... Gehalt etcetc Versicherungen auf dein eigenes Konto machen, oder wenn es deines ist und deine baldex vollmacht hat, diese Vollmacht wiederrufen...

Wer welches Auto fährt ist doch egal, wichtig wäre wer im Fahrzeugbrief steht, bzw wer den Brief hat....

du merkst das die Lage radikal anders aussehen kann, du magst deiner baldex noch vertrauen, sonst würdet ihr nicht noch zusammen wohnen, aber täusch dich nicht, meine Anwältin sagte damals zu mir, das meine bald ex damals nicht mehr meine Frau ist sondern meine "Gegnerin"

je länger es sich verzögert mit der Scheidung... trennung, je besser ist es für deine baldex. Die Termine vom Auszug und der Scheidungsgerichtstag sind wichtig für finanzielle Sachen.
du solltest in deinem Vorteil nicht mehr warten.... du wirst es garantiert bereuen.
denke daran die Verträge zu sichern, nicht nur daten, Versicherung, Fahrzeugbrief... etcetc....Rentensachen...alles was irgendwie Geld betrifft... du wirst mit Sicherheit da dann nicht mehr dran kommen...meistens gehts nachher um jeden cent, in dem sich der andere betrogen oder hintergangen fühlt...

ich war 16 jahre verheiratet und war noch 2 wochen in dem haus meiner ex... da kam paarmal die Polizei, obwohl nix war... alles strategie und tip von Ihrem Anwalt...

tu dir sowas nicht an... bzw deinen Nerven...

nochwas nimm dir einen eigenen Anwalt, sonst wirste garantiert übern Tisch gezogen...nur weil oben stand "einvernehmlich", wenn du verstehst was ich meine...
wir hatten damals eine gemeinsame vereinbaren gemacht, davon wurde rein garnix eingehalten, sollte jeden geburtstag kommen können zu meinen Kindern... nix gehalten... fakt ist ich habe die kinder seit nunmehr 8 Jahren nicht mehr gesehen... und meine Ex hatte Monate ... bzw 4 Jahre vor der Trennung... schon 4 konten eröffnet und Geld gebunkert...hoffe das öffnet dir die Augen... muß bei dir nicht so sein, aber kann...

alles gute

lg tellerchen


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: TotoHH am 28. August 2018, 06:57:18
 Moin.
Ich glaube schon daran, dass man sich einvernehmlich trennen kann. Gerade wenn ihr eh über ein WM sprecht, besteht ja offensichtlich eine Gesprächsebene und das gemeinsame Ziel eine gute (die beste)Lösung für die Kinder zu erreichen! Du solltest natürlich wachsam sei, möglichst viel irgendwie dokumentieren und Du Dich ab sofort soviel wie nur irgendwie möglich in die Kinderbetreung einbringen , wobei Eure Kinder ja schon relativ groß sind (dazu auch gleich noch was).

Ihr wollt Euch abseits von allen Standardmodellen einigen - das ist gut. Dann kann aber die ganze Rechnerei was  Unterhaltshöhen betrifft nur ein Anhaltspkt sein. Ein „ich will nur das was mir und den Kindern zusteht“ wird vermutlich nicht funktionieren, ihr müsst Euch auf etwas praktikables einigen. Genauso wird eine Feilscherei um den letzten Cent bei der Aufteilung insb des Hausrats nicht zielführend sein. Wenn sie mit dem teureren Auto glücklich wird, dann sei es so. Bin eh gespannt, ob ihr Euch zwei Autos (bzw jeder eins) leisten werdet können...

Seid Euch bewusst, dass getrenntleben eben das Vorhalten von zwei Haushalten etc erfordert und damit teuer ist. Ein WM vermutlich noch ein bisschen teurer. Da Eure Kinder schon echt groß sind, sollte auch Deine DEF möglichst schnell wieder möglichst viel arbeiten und anfangen auf eigenen Füßen zu stehen (mind. für sich selbst). Wenn Tz (nach dem jetzigen Minijob) also 25% bedeutet, halte ich das für zu wenig. Wenn Tz 80% bedeutet, dann - aus der Ferne - ok. Und wenn es dann mal Engpässe gibt, weil Kinder krank oder sonstige spezielle Betreuung brauchen, dann stehen ja immer zwei ET bereit, hier flexibel zu übernehmen. Da solltest Du auch Flexibilität zeigen können. Die KM ist eben nicht mehr nur Hausfrau mit Minijob die sich vorrangig kümmern muss, sondern sollte den Anspruch und hoffentlich auch den Ehrgeiz haben, sich selbst unterhalten zu können. Wenn das vielleicht nicht von Tag1 der Trennung funktioniert, so sollte es aber das gemeinsam vereinbarte Ziel sein, idealerweise bei der Vereinbarung von TU so incentiviert werden und - unabdingbar - auch von KM so gewollt sein.  Sonst wird das nicht funktionieren. Das ist quasi der Lackmus Test, ob die KM wirklich ein WM will.

toto 


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 28. August 2018, 09:04:41
Hallo,

gerade bei der Miete wird doch dofort klar, dass ihr ausziehen müsst und das so schnell wie möglich und, dass das Geld knapp wird.

Prinzipiell muss sich natürlich auch Deine Frau an der Miete beteiligen.
Überschlagen ist es doch so. Du 4050, sie 450, KU wie oben, da der nur von Deinem Einkommen abhängt. TU wäre 1150 Euro (gebildet aus 2687 + 386 = 3073 Euro, die Hälfte steht Deiner Frau zu, die Differenz ist 1536 - 386 = 1150 Euro).

Vorabzug Miete 3073: = 2687 (Du nach Abzug KU und 1/7) + 386 (Abzug 1/7 von 450 Minijob).
Miete 1700: 3073 - 1700 = 1373, die noch aufzuteilen wären. Hälfte 682 - 386 = 297 Euro gehen an Deine Frau.

Prinzipiell muss Deine Frau mit ihrem Einkommen plus TU plus KG plus KU alles bestreiten und die Hälfte der Miete für einen Erwachsenen und 2 Kinder ist eigentlich eher zu wenig, Du nutzt am Haus doch eigentlich noch weniger.

Achte bei der Berechnung des KU, dass die Steuerklasse 1 gemacht wird. Im Moment kannst Du nicht in die Steuerklasse 1 wechseln, ihr könnt aber beide, wenn Deine Frau Teilzeit arbeitet in die Steuerklasse 4 gehen. Das entspricht dann etwas der Stkl. 1 und sorgt für realistische Zahlen. Dein Einkommen wird dadurch sinken, so wie es in der Stkl. 1 dann auch sein wird. Das ist aber wichtig bei der Berechnung des Unterhalts damit die Zahlen stimmen! Dadurch sinkt u.U. auch der KU, aber auf alle Fälle der TU.

Es gibt kein gemeinsames Eigentum in der Ehe. Jedem gehört, was er angeschafft hat.
Beim Auto gibt es die Besonderheit, dass es auch als Familienauto gesehen werden kann. Mit Sicherheit hat Deine Frau mit "Ihrem" Auto auch Einkäufe erledigt, die Kinder zur Schule, zum Hobby, ... transportiert. Damit gehört dieses Auto nicht zum Zugewinn sondern zum Hausrat, der nach billigem Ermessen aufzuteilen ist.
Wenn Du Dein Auto praktisch nur für Dich und die Arbeit genutzt hast, dann ist es kein Familienauto sondern Dein Eigentum, gehört Dir und gehört in den Zugewinn.
Bekommt sie das teuere Auto aus dem Hausrat, dann hast Du durchaus Anspruch auf ein entsprechendes Äquivalent im Hausrat.
Die Dinge der Kinder gehören allerdings den Kindern und diese bleiben bei ihnen. Auch musst Du Deiner Frau, da sie die Kinder betreut eine funktionsfähige Haushaltsgrundausstattung überlassen.

Das Gemeinschaftskonto geht in den Zugewinn und ich würde es erst einmal einfrieren und jeder sollte ein separates Girokonto für die laufenden Geldeingänge und Kosten haben.
Für den Zugewinn ist der Beginn der Ehe (Tag der Eheschliessung) und der Tag der Zustellung des Scheidungsantrags an den anderen Ehegatten (§ 1384 BGB) für die Berechnung maßgeblich. Deshalb sollte Vermögen im Moment möglichst nicht angetastet werden. Das kann als Vergeudung von Vermögen gesehen werden. Friert das Konto ein und wenn klar ist wer wieviel als Zugewinn bekommt dann teilt es auf und löscht das Konto.

Eine Scheidung geht nicht ohne Anwalt. Such Dir einen oder sucht Euch einen. Der kann Euch helfen die wesentlichen Dinge zu regeln. Wenn es Probleme gibt sollte auch über eine Mediation nachgedacht werden. Ein Mediator entscheidet nichts, versucht aber Euch zu helfen gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Das ist kein raus geschmissenes Geld, es hilft sinnvolle Entscheidungen zu treffen, zu denen dann auch beide stehen können.

VG Susi



Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 28. August 2018, 16:14:01
Nochmals, vielen lieben Dank Susi!

KU ist im Trennungsjahr doch noch nicht zu zahlen oder liege ich hier falsch mit der Annahme?


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: AnnaSophie am 28. August 2018, 16:41:47
Hallo,

KU ist auch im Trennungsjahr zu zahlen.

Deswegen ist es auch wichtig die Finanzen zu trenne. Dann bekommt die  KM das Geld für die Kids und muss alles davon bezahlen. Lebensmittel, Miete, Kleidung, Vereine etc.

Sophie


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 28. August 2018, 16:57:38
Hallo,

so wie es AnnaSophie geschrieben hat, wenn die Eltern getrennt sind, dann betreut ein Elternteil die Kinder und bekommt den KU und der andere hat ihn zu zahlen.

Trennung bedeutet, dass die Familie als finanzielle und wirtschaftliche Einheit nicht mehr exisitiert und das gilt auch, wenn man unter einem Dach getrennt lebt. Ist dem nicht so, dann ist es keine Trennung.

VG Susi


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 28. August 2018, 17:42:52
Danke Anna/Susi. Auch im Trennungsjahr unter einem Dach wäre das Wechsnodell anwendbar?


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 28. August 2018, 20:02:11
Hallo,

ja, natürlich kann man ein Wechselmodell auch unter einem Dach leben. Die Kinder werden jede Woche von einem Elternteil abwechselnd betreut. Betreuen heißt dann eben Wäsche waschen, bei der Schule unterstützen, in die Schule fahren, gemeinsam frühstücken, essen, .... und die nächste Woche ist der andere dran.

Klingt zwar zunächst eigenartig, aber eigentlich bedeutet Trennung auch, dass ihr nicht mehr gemeinsam eßt (u.U. könnt ihr das trotzdem gemeinsam tun), aber jeder seine Lebensmittel kauft und für die Kinder in "seiner" Woche, jeder seine Wäsche wäscht und eben die der Kinder, wenn dafür zuständig, Dinge für die Schule kauft, ... .

VG Susi


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: BisJetztLauft am 29. August 2018, 00:33:28
Hallo,

wenn bei Euch immer noch einvernehmlich läuft, könnt Ihr vielleicht das Trennungsjahr am 01.01.2019 starten? :)) Dann musst Du nächstes Jahr nicht so viel an Finanzamt zurückzahlen (schätze ich, bei deinem Gehalt ungefähr 4000-5000, nicht gerechnet).  Und zwar wenn Du  Steuerklasse 1 hast, wird das letzte Jahr rückwirkend für das Jahr der Scheidung berechnet.

Und zweite Sache:
Ein von Euch kann Steuerklasse 2 haben, dadurch Freibetrag erhöht sich.
es wäre sinnvoll, dass das Kindergeld du kriegst. dann wenn es doch zum Streit kommen soll. Kein von Euch wäre einverstanden in 1-te Steuerklasse landen, dann bei WM wenn beide 1 haben, macht Finanzamt den Freibetrag für den, der Kindergeld kriegt. Das wäre sinnvoll auch einvernehmlich machen:))) (dieses Wort passt einfach nicht für das Forum), und einfach an Frau Differenz  zu zahlen

Bitte kann mich jemand korrigieren, wenn es falsch sein sollte, das ist jetzt mein Stand


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 29. August 2018, 10:44:44
Hallo,

im Trennungsjahr ist eine gemeinsame Veranlagung immer möglich.
Erst ab dem darauffolgenden Jahr geht es automatisch in die Steuerklasse 1 (bzw. 2).

Aus dieser Sicht ist ein Beginn des Trennungsjahres am 1.1.19 durchaus sinnvoll.

Trotzdem sollte man beachten, dass eine Steuerklassenwahl 3/5 für die Berechnung des Unterhalts ganz schlecht ist. Weil mit Stkl. 3 weniger Steuern übers Jahr zu zahlen sind und die Stkl. 5 hat übers Jahr höhere Abzüge bedeutet.
Bei der Berechnung von KU und TU wird dadurch mehr Einkommen beim Inhaber der Stkl. 3 vorgetäuscht und entsprechend mehr ist zu zahlen. Deshalb sollte unbedingt die Kombination 4/4 gewählt werden.
Es ist ein Gerücht, dass man mit der 4/4 mehr Steuern zahlen muss als mit 3/5, dem ist nicht so. Nur wird der Abzug übers Jahr anders verteilt. Am Ende gibt es immer einen Ausgleich über die Steuererklärung. Hier ist nur entscheidend ob man gemeinsam oder getrennt veranlagt wird.
Ein Wechsel der Steuerklasse von 3/5 nach 4/4 ist auf Antrag immer möglich und wirkt dann ab sofort.

Der Tipp vpn BisJetztLauft kann funktionieren, wenn sich beide einig sind und ein Wechselmodell gelebt wird. Gibt es Streit wird es kompliziert. Am Ende spielt beim Steuerfreibetrag nur die Höhe des Einkommens eine Rolle, d.h. ob der Freibetrag ausgeschöpft werden kann.

VG Susi




Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 22. November 2018, 17:06:00
Großen Dank nochmal an alle. Euer input war sehr hilfreich.

So, es geht weiter. Wohnung ist gefunden für ab 1.1.2019 für Noch-Ehefrau + Kids und ich bleibe erstmal im alten Haus weil Kündigungsfrist von 3 Monaten und bis ich was gefunden habe. Ich weiß, das wird teuer, aber es geht gerade nicht anders.

Nun bin ich aber gerade am überlegen, wie ich das mit den Steuerkl. am Besten angehen sollte, da für 2x Umzug und gegebenenfalls kleinere Umbauten in der neuen Wohnung + noch Miete altes Haus jeder Cent benötigt wird. Momentan bin ich in der Stkl. 3 und sie hat noch den Mini Job.

Meine Gedanken: Offizielles 'einläuten' des Trennungsjahres erst ab 1.1.2019 somit kann die alte Steuerkl. Konstellation (Steuerkl. 3 für mich) noch erhalten bleiben und beide hätten bis zum 1.1.2020 mehr in der Tasche bzw. bis die Arbeitsstunden der Noch-Ehefrau erhöht werden. Der Wechsel in Stkl. 1 würde dann zum 1.1.2020 eingeläutet werden.

Mach ich hier einen Denkfehler?


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Lausebackesmama am 22. November 2018, 17:49:05
Ja. Neben der Tatsache, dass dieser Gestaltungsmissbrauch steuerrechtlich strafbar sein könnte, zahlst du wegen der höheren Steuerklasse sowohl mehr Kindesunterhalt als auch Trennungsunterhalt.

Darüber hinaus bist du erpressbar und du rennst ggf. der Unterschrift deiner Ex für die Zusammenveranlagung hinterher.
Wenn deine Ex dann behauptet, dass ihr euch schon am xx.xx.2018 getrennt habt (denn warum sollte sie sonst zum 1.1.19 eine neue Wohnung haben??), beantragt sie einfach eine Einzelveranlagung mit Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und kassiert doppelt. Die Steuerklasse hat sie einfach "vergessen" zu ändern. Und IHR passiert da auch nichts, denn mit Stkl 5 zahlt sie mehr Steuern als sie müsste.

In Summe: doofe Idee!

LG LBM


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Kasper am 22. November 2018, 17:50:44
Mach ich hier einen Denkfehler?
Ich denke schon.
Durch einen späteren Steuerklassenwechsel wird Deine Unterhaltspflicht mit der StK3 berechnet. Wenn sich dann in einem Jahr etwas ändert, dann musst Du u.u. umständlich eine Änderungsklage führen, um von den Beträgen runter zu kommen. Es kann dann passieren, dass dieser Prozeß sich in die Länge zieht und Du immer fleißig weiter zahlst, obwohl Du das Geld dafür gar nicht mehr hast.
Außerdem glaube ich nicht, dass irgendjemand das glaubt, dass ihr Euch zum 01.01. trennt, aber Deine Ex gleich in eine neue Wohnung zieht ... ziemlich unlogisch, oder nicht?

Trennungen sind teuer, immer und auch Deine Ex muss sich einschränken. Wenn das Geld nicht reicht, dann lässt sich ein Gang zur ARGE nicht verhindern.

Gruß
Kasper


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 23. November 2018, 14:20:50
Ok, kann ich nachvollziehen. Böses Blut ist nicht im Spiel bzw. hoffe das da auch nix kommt weil einvernehmlich. Aber man weiß nie. Wir lassen uns das gerade mal offiziell beim Anwalt durchrechnen was an KU und TU meinerseits zu zahlen wäre und dann regeln wir das unter uns. Es ist auch so, dass sie in den nächsten 3 Monaten einer neuen neuen Job annimmt erstmal auf Teilzeit und dann bis Ende des Jahres auf 75% - 100% geht.

Also, empfiehlt ihr mir ab dem 1.1 in die Stkl. 1 zu gehen? Andere Ideen sind willkommen.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Lausebackesmama am 23. November 2018, 14:49:23
Naja was heißt empfehlen? Es ist die einzig korrekte Steuerklasse. Du 1, sie 2.

LG LBM


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Inselreif am 23. November 2018, 14:54:05
Wir lassen uns das gerade mal offiziell beim Anwalt durchrechnen was an KU und TU meinerseits zu zahlen wäre
wer von Euch hat den Anwalt beauftragt?

Zitat
und dann regeln wir das unter uns.
Hmm, Du glaubst aber nicht, dass Du am Ende weniger zahlen musst als der Anwalt errechnet hat?
Wir rechnen auch gerne nach!

Zitat
dass sie in den nächsten 3 Monaten einer neuen neuen Job annimmt erstmal auf Teilzeit und dann bis Ende des Jahres auf 75% - 100% geht.
Zitat
wir reden also von Ende des Jahres 2019

Gruss von der Insel


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 19. Dezember 2018, 14:42:18
So, meine Lieben. Sie ist vergangene Woche ausgezogen. Hatten vor zwei Wochen gemeinsam ein Beratungsgespräch bei einem Anwalt. Berechnung des Unterhalts ist heute auch eingetrudelt.

Mal eine ganz schnelle Frage: Welches Netto Gehalt muß bei Berechnung des Unterhalts zugrunde gelegt werden? Die Berechnung des Anwalts legt nicht den Auszahlungsbetrag zugrunde, sondern den Nettoverdienst, wovon noch mein Anteil der Pflegevers. und Kranken Vers. abzuziehen sind. Ist das nicht das gleiche, denn ich komme auf die gleichen Beträge egal wie ich rechne. Abgezogen werden danach noch die 150€ berufsbedingten Aufwendungen und Altersvorsorge in Höhe von 50€/mtl.

Was Eure Berechnungen vorher angingen, so hatte ich vergessen die jährliche Bonuszahlung zu berücksichtigen d.h. konkret Zeitraum Nov. 2017
 - Dez. 2018 (12 Monate) wurde zugrunde gelegt. Summe Nettoverdienst für diesen Zeitraum ca. 71.000€. Davon sind noch folgende mtl. Beträge abzuziehen: KV (350€), PV (56€), berufsbedingte Aufwendungem (150€) und Direktvers. (50€).

Für Stkl. 4 kommt sie da auf einen
KU: Stufe 8: Kind 1 -> 576€ und Kind 2 -> 478€
TU: 1550€

Seltsam, obwohl die letzten 12 Monate bzgl. Gehalt zugrunde zu legen sind hat sie bei der Berechnung mit der Stkl. 4 auch die Bonuszahlung für Dez. 2018 berücksichtigt. Trennung ist festgelegt auf 1.12.2018 und die Abrechnungen, die sie von mir erhlaten hat sind von Nov. 2017 - Dez. 2018 (12 Monate). Warum berücksichtigt sie hier plötzlich 13 Monate anstatt 12 Monate? Wegen der Bonuszahlung im Dez. 2018 und weil meine Ex dann ansonsten schlechter weg kommt?

Eine kurze Einschätzung der Experten würde mir sehr helfen. Vielen Dank und hoffe ich habe nix vergessen.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 19. Dezember 2018, 16:00:30
Hallo,

wie zu rechnen ist ergibt sich aus den Unterhaltsleitlinien des zuständigen OLG (wo das Kind wohnt), prinzipiell ist vom Bruttoeinkommen als Summe aller Einkünfte auszugehen, davon werden dann Steuern,    Sozialabgaben    und/oder    angemessene,    tatsächliche   
Vorsorgeaufwendungen abgezogen = bereinigtes Einkommen.

Zu den Einkünften gehören auch Bonus-Zahlungen, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld (so sie gezahlt werden), die dann auf das Jahr umzulegen sind und damit das monatliche Einkommen erhöhen.

VG Susi



Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 19. Dezember 2018, 16:36:05
Hallo,

wie zu rechnen ist ergibt sich aus den Unterhaltsleitlinien des zuständigen OLG (wo das Kind wohnt), prinzipiell ist vom Bruttoeinkommen als Summe aller Einkünfte auszugehen, davon werden dann Steuern,    Sozialabgaben    und/oder    angemessene,    tatsächliche   
Vorsorgeaufwendungen abgezogen = bereinigtes Einkommen.

Zu den Einkünften gehören auch Bonus-Zahlungen, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld (so sie gezahlt werden), die dann auf das Jahr umzulegen sind und damit das monatliche Einkommen erhöhen.

VG Susi

Genau, soweit auch richtig angewendet bzgl. des Umlegens der zusätzl. Zahlungen. Die Eingruppierung in die KU Stufen passiert anhand des bereinigten Einkommens, oder?
Dann noch die Frage bzgl. des zu berücksichtigenden Zeitraums bzgl. Einkommen, wenn die Trennung ab 1.12 festgesetzt wurde. Vielen Dank.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 19. Dezember 2018, 18:48:26
Hallo,

Grundlage für die Bestimmung der Stufe der DDT ist das bereinigte Einkommen. Da Du 3 unterhaltsberechtigte Personen hast (2 Kinder und Deine Frau) wird in der DDT eine Stufe niedriger eingestuft als das bereinigte Einkommen besagt.

Eigentlich müsste der Unterhalt immer aktuell berechnet werden, weil das aber unrealistisch ist, ist festgelegt, dass die letzten 12 Monatseinkommen und der letzte Steuerbescheid die Grundlage der Berechnung bilden sollen.

Ist absehbar, dass das Einkommen sich in absehbarer Zeit wesentlich verändert sollte eine Berechnung auf der Grundlage des dann vorhandenen realen Einkommens erfolgen, da eine Neuberechnung erst in 2 Jahren wieder erfolgen sollte.

Die Frage ist wieviel denn der Unterschied in den Bonuszahlungen ausmacht und ob Zahlungen für 2018 außerordentlich hoch sind, so dass davon auszugehen ist, dass sie in Zukunft niedriger ausfallen. Im Moment ist davon auszugehen, dass Dir die Bonuszahlungen von Dez. 18 ja tatsächlich zur Verfügung stehen und damit das aktuelle Einkommen abgebildet wird.

VG Susi





Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Inselreif am 19. Dezember 2018, 19:16:55
Hatten vor zwei Wochen gemeinsam ein Beratungsgespräch bei einem Anwalt.
Ich wiederhole meine Frage von oben: wer von Euch hat den Anwalt beauftragt?

Gruss von der Insel


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Malachit am 20. Dezember 2018, 00:04:47
Hallo Brave,

(...) die Abrechnungen, die sie von mir erhlaten hat sind von Nov. 2017 - Dez. 2018 (12 Monate). Warum berücksichtigt sie hier plötzlich 13 Monate anstatt 12 Monate? Wegen der Bonuszahlung im Dez. 2018 und weil meine Ex dann ansonsten schlechter weg kommt?

Ähm, vielleicht weil sie auf diese Art und Weise gleich zwei Bonuszahlungen in die Berechnung reindrückt, nämlich die von Dezember 2017 und die von Dezember 2018?!? Da es dann zwei Jahresboni sind, aber der Zeitraum eben nicht zwei volle Jahre umfasst, wird der Monatsdurchschnitt dadurch nämlich zu deinen Lasten unzulässig in die Höhe geschraubt!

Von November 2017 bis Dezember 2018 sind's m.E. übrigens nicht dreizehn, sondern vierzehn Monate. Was mich zu der Frage bringt, ob diese 71.000 Euro sich auf zwölf Monate, auf dreizehn Monate, oder gar doch auf vierzehn Monate beziehen; welchen Anteil daran die Bonuszahlung hat, und ob es sich dabei wirklich nur um den Bonus für 2018 handelt; und ob dieser Nettoverdienst sich bereits als "umgerechnet auf Lohnsteuerklasse I" versteht. Das alles hat schließlich schon eine gewisse Auswirkung auf den daraus zu ermittelnden Durchschnittsverdienst pro Monat, und an dieser Zahl hängt die ganze weitere Berechnung.

Unter der Annahme, dass Stufe 8 korrekt ist (was wie soeben gesagt noch zu prüfen wäre) - beachte bitte noch Folgendes: 576 Euro und 478 Euro sind die Zahlbeträge aus der Düsseldorfer Tabelle 2018, ab Janaur 2019 gelten aber die etwas höheren Beträge von 589 Euro und 488 Euro; und da der Kindesunterhalt nicht am Euro-Betrag, sondern an der Stufe in der Düsseldorfer Tabelle festgemacht wird, musst du ab Januar bereits diese höheren Beträge bezahlen. Nun wird bei der Ermittlung des Trennungsunterhaltes zu deinen Gunsten der Kindesunterhalt vorab von deinem Einkommen abgezogen, und diese 1.550 Euro Trennungsunterhalt sind ja nun sicherlich mit den genannten, niedrigeren Beträgen gerechnet - sieht für mich nach dem alten Anwalts- und Exentrick aus, kurz vor Jahresende den Trennungsunterhalt noch mit den alten, niedrigeren KU-Sätzen festzuschreiben und dabei kein Sterbenswörtchen über die anstehende Änderung zu verlieren, dann im neuen Jahr korrekterweise (!) den höheren KU laut Düsseldorfer Tabelle einzufordern (bzw. dir noch Vorwürfe zu machen, dass du hättest selbst daran denken müssen); beim Trennungsunterhalt aber auf den zuvor berechneten, und somit eigentlich inzwischen zu hohen Betrag zu bestehen, denn da steht ja "nur" ein Euro-Betrag im Raum, ohne einen direkten Bezug zur Düsseldorfer Tabelle.

Pass also bitte auf, dass du dich hier nicht über den Tisch ziehen lässt. Sinngemäß das gleiche gilt übrigens, wenn das elfjährige Kind demnächst Geburtstag hat und damit ebenfalls in die Altersgruppe 12 - 17 Jahre kommt, denn ab dem Moment hast du dann bereits zweimal 589 Euro Kindesunterhalt an der Backe.


Und um jetzt sozusagen in genau die gleiche Kerbe zu hauen wie @Inselreif es schon zweimal getan hat: Bis ich das Gegenteil von dir höre, werde ich annehmen, dass nicht du diesen Anwalt beauftragt hast, sondern deine Ex.

Viele liebe Grüße,

Malachit.

P.S. was ist eigentlich aus der ursprünglichen Idee eines Wechselmodells geworden? Da inzwischen Kindesunterhalt für die Variante "Mama betüddelt, Papa bezahlt" auf der Tagesordnung steht, gehe ich davon aus, dass diese Idee offenbar inzwischen gestorben ist - und neugierig wie ich in dieser Hinsicht nun mal bin, würde ich ganz gerne wissen, warum.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 20. Dezember 2018, 12:09:21
Danke für Eure Inputs. Ganz besonder von Malachit und Susi.

Den Anwalt haben wir gemeinsam ausgesucht und in Form einer Ersberatung zur Klärung aller Punkte getroffen. Nun, ich kann nicht ausschließen, das die Dame zu Gunsten meiner Noch-Ehefrau Dinge schönrechnet, auch wenn sie Anfangs ausdrücklich betont hat, dass sie hier keine der beiden Seiten konkret vertritt. Verstehe aber Eure Bedenken. Besonders als Ich Malchits Input gelesen habe.

Aber, dafür bin ich ja hier und wenn es hart auf hart kommt, dann laß ich das nochmal von einem anderen Anwalt durchrechnen. Aber so kurz vor Weihnachten macht das vermutlich keiner mehr.

Werde nochmal konkret zu den Zahlen Stellung nehmen, wenn ich heute eine aktuelle Abrechnung bekomme, woraus ich auch das neue mtl. Gehalt ersehen kann. Das erhöht vermutlich dann auch wieder den TU.

@Malachit, zu deiner Frage: Ja, die ca. 71000 waren für 12 Monate incl. Bonus (etwa 10.900). Davon gehen dann noch KV, PV, berufsbedingte Aufwendungen (200€), Vers. (50€). Aber, nicht relevant, da auf Basis Stkl. 3.

Frage: Trennung festgelegt auf 1.12.2018. Welcher Zeitraum bzgl. Gehälter wird zugrunde gelegt? Dez. 17 - einschl. Nov. 2018?
Ich gehe ab dem 1.1 in die Stkl. 1. Zahle ich nur für Dez. den TU noch auf Basis Stkl. 3 oder schon auf Basis Stkl. 1.

Ist das irgendwo konkret geregelt?


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: nadda am 20. Dezember 2018, 17:09:00
Hi,

auch wenn ich das schon ungefähr 1000 mal geschrieben habe: neutrale Beratung gibt es nur, absolut nur beim Notar. Anwälte verdienen daran, dass ihr ein Gericht bemüht. Notare beraten neutral, da kann man sich dann auch sicher sein neutral beraten zu werden.

Wir hatten auch nur einen Anwalt, den hatte mein Ex beauftragt, naiv wie ich war hab ich mich da voll und ganz auf die Beratung verlassen. Während der Scheidung (ich hatte keinen Anwalt, weil wir den ja gemeinsam hatten) ist mir aufgegangen das das nicht klug war. Weil mein Ex da wirklich gut vertreten wurde und ich halt nicht.

Dabei waren wir auch beim ersten Mal gemeinsam da, aber ich hab halt nie was unterschrieben, er hatte den Termin vereinbart, er war der Kunde und ich der Depp.

Bitte, wenn ihr nochmal Beratungsbedarf habt, geht zum Notar. Dort kann man auch total kostengünstig eine Trennungsfolgevereinbarung machen und darin alles regeln. Dadurch wird die Scheidung stressfreier und man kann auch alles bezüglich der Kinder da schon regeln. Großer Vorteil, das ist rechtlich bindend, ein Anwalt erzählt euch alles, teilweise berechnen die Typen auch noch äußerst kreativ und schlecht.

Wenn du also eine Berechnung willst, dann frag hier nach, traue niemals einem Anwalt bei der Unterhaltsberechnung, viele kennen sich da nicht wirklich gut aus und sie optimieren immer für ihren Mandanten. Mir wurde nach der Trennung vom Anwalt ein Unterhalt "berechnet" der so hoch war, dass mein Ex nicht mal mehr seine Miete hätte zahlen können. Sowas klappt nicht, das führt in den meisten Fällen zu Streiterei vor Gericht - woran der Anwalt ja wieder verdient.

LG
Nadda



Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 20. Dezember 2018, 17:40:46
Hallo,

auszugehen ist von Nov. 17 bis Nov. 18. Davon kann abgewichen werden, wenn das tatsächliche Einkommen höher/niedriger ist.

Nachzulesen ist das in den Unterhaltsleitlinien (https://www.famrz.de/arbeitshilfen/unterhaltsleitlinien.html) des zuständigen OLG für KU und TU. Letzlich sind diese aber nicht zwingend, ein Gericht kann im Einzelfall auch anders entscheiden. Weiterhin bildet die aktuelle DDT  (https://www.famrz.de/files/Media/dokumente/duesseldorfer_tabelle/duesseldorfer-tabelle-1-1-2019.pdf) die Grundlage für die Bestimmung des KU. Letzlich die ist Rechtsprechung maßgebend.

Die Unterhaltsberechnung ist dabei in der Regel mindestens für 2 Jahre gültig. Letzlich gilt die Regel nach oben geht immer, nach unten wird es schwer. Wird der Unterhalt tituliert, dann ist ein Titel über KU zumindest bis zum 18. Lebensjahr der Kinder (des Kindes) gültig und eine Abänderung nicht ganz einfach.

Weiterhin ist es nicht einfach jetzt 2 Haushalte zu unterhalten mit einem niedrigeren Einkommen als zuvor, der Streit ums Geld ist deshalb vorprogrammiert.

VG Susi


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Malachit am 20. Dezember 2018, 22:05:02
Hallo Brave,

@Malachit, zu deiner Frage: Ja, die ca. 71000 waren für 12 Monate incl. Bonus (etwa 10.900). Davon gehen dann noch KV, PV, berufsbedingte Aufwendungen (200€), Vers. (50€). Aber, nicht relevant, da auf Basis Stkl. 3.

Mit diesen Zahlen kann ich dann aber schon ein bisschen spielen ;-)

Also 71.000 Euro Nettojahreseinkommen ohne Berücksichtigung von KV, PV, gerechnet in Lohnsteuerklasse III und daher mutmaßlich mit 2,0 Kinderfreibeträgen. Im Monatsdurchschnitt also 5.916 Euro netto, und ich habe dann mal mit einem Gehaltsrechner geschätzt, welches Brutto-Einkommen im Jahr 2018 nötig war, um unter diesen Randbedingungen auf dieses Nettoeinkommen zu kommen - ich lande da bei einem durchschnittlichen Monatsbrutto von ca. 8.200 Euro, also einem Jahresbrutto von 98.400 Euro (also incl. Bonus). Stimmt das so ungefähr?

Als nächstes habe ich dann mal geschaut, was bei einem Brutto-Monatseinkommen von 8.200 Euro in Lohnsteuerklasse I und 1,0 Kinderfreibeträgen netto übrigbleibt (anders als mit Lohnsteuerklasse III/V, wo die Kinderfreibeträge beim Inhaber der Steuerklasse III bleiben, habt ihr bei Lohnsteuerklasse I/II jeder einen halben Kinderfreibetrag pro Kind), und zwar diesmal gerechnet nach dem Regelwerk des Jahres 2019 - ich komme damit auf ein Durchschnittsnetto von ca. 5.160 Euro (also schlappe 750 Euro weniger als bisher). Ich hoffe, ich habe mich da nicht all zu sehr verrechnet.

Von diesen 5.160 Euro gehen dann, wie du geschrieben hattest, noch ab: KV (350 Euro), PV (56 Euro), berufsbedingte Aufwendungen (150 Euro) und Direktversicherung (50 Euro); bleiben also 4.554 Euro bereinigtes Netto als Grundlage für die Unterhaltsberechnung 2019.

Ein Netto von 4.554 Euro ist zwar zunächst tatsächlich Zeile 8 der Düsseldorfer Tabelle - aber wenn du dich erinnerst, Susi hatte ja schon geschrieben, dass du bei drei Unterhaltsempfängern laut Anmerkung 1 in der Düsseldorfer Tabelle um eine Zeile herabgestuft werden solltest. Maßgeblich ist für dich also Zeile 7 der Düsseldorfer Tabelle, und somit:

Unterhalt für das ältere Kind: 551 Euro
Unterhalt für das jüngere Kind: 456 Euro (ab dem 12. Geburtstag dann aber ebenfalls 551 Euro).

Kommen wir zu einer Schätzung für den Trennungsunterhalt. Von deinen 4.554 Euro ziehen wir zunächst mal 551 Euro und 456 Euro für den Kindesunterhalt ab, dann bleiben dir noch 3.547 Euro übrig.

Bei deiner Ex ist, wenn ich's richtig verstehe, nach wie vor der 450-Euro-Job der Stand der Dinge? Nun, auch bei ihr muss man dann berufsbedingte Kosten gelten lassen, ich rechne jetzt mal pauschal mit 5%, dann bleiben bei ihr 427 Euro. Der Unterschied zwischen deinem und ihrem verfügbaren Netto beträgt also 3.120 Euro. Sag uns bitte mal, welches Oberlandesgericht bei dir zuständig ist - wenn es ein OLG ist, bei dem die 3/7-Regel gilt (davon ist Susi in ihrer Berechnung Ende August ausgegangen), dann wären das drei Siebtel von 3.120 Euro, also 1.338 Euro Trennungsunterhalt (je nach OLG könnten es aber auch 1.404 Euro sein, denn bei anderen OLGs zieht man von diesen 3.120 Euro zunächst 10% Erwerbsbonus ab und halbiert dann den Rest).

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 26. März 2019, 17:31:52
@Malachit, OLG ist Frankfurt/Main.

Hallo Ihr Lieben, erstmal vielen vielen Dank für Eure Unterstützung. Nun sieht es momentan folgendermaßen aus. Ich zahle:

1.457€ TU und 1.148€ KU von meinem neuen Netto (4299€, Stkl. 1) d.h. mir bleiben ca. 1700€. Bedenkt man, daß ich in einem der teuersten Kreise Deutschlands wohne bleibt eigentlich nicht viel übrig. Meine Noch-Frau schwimmt dagegen in Geld, obwohl nur Minijob. Selbst nach Abzug der Miete hat sie noch knapp über 2.200€ über und ich knapp 1/4 davon. Kids sinde mehree Tage die Woche bei mir, übernachten auch 3 - 4 Nächte am Stück bei mir undich frage mich, wie das finanziell in den nächsten Monaten auf "0" gehen soll. Obwohl ich diesen hohen TU zahle lege ich noch weiter drauf.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich gebe mein letztes Hemd für meine Kids (tue ich das nicht gerade :-)), aber Gerechtigkeit sieht anders aus. Ja, ich weiß, einige haben ein Netto Gehalt von 1.700€ und noch viele weniger übrig am Ende. Mir geht es eher um diese große Differenz, die der Gesetzgeber bewußt für plausibel hält. Da hilft nur eins, die noch Ex-Frau muß in richtige Arbeit gebracht werden.

Ein paar Fragen hierzu: Beide Kids sind >11 Jahre und bleiben auch mal problemlos alleine daheim Nachmittags. Schule ist 5min. von der WOhnung entfernt. Welche Gründe könnten angeführt werden, daß sie nicht Teilzeit bzw. Vollzeit arbeiten geht. Kids sind soweit selbständig, klar etwas Hausaufgabenhilfe ist hier und da noch nötig wie bei allen Kids. Kann man das irgendwo nachlesen ... ich bin noch nicht soweit, sie anwaltlich aufzufordern einer 'richtigen' Arbeit nachzugehen.

Abschließend, könnt Ihr mir bitte sagen wie es sich mit Urlauben, Freizeitaktivitäten, etc. mit den Kids verhält ... muß das alles aus meiner Tasche gezahlt werden? Wie gesagt, nach Abzug Miete bleiben Ihr 2.200€ und mir knapp 550€ (Miethöhe ist in etwa identisch).

LG


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Celine am 26. März 2019, 18:43:40
Hallo,

das "anwaltliche auffordern zur Erwerbsarbeit" ist sinnlos, da Du sie nicht zwingen kannst. Während des Trennungsjahres hat sie Anspruch auf den Unterhalt. Nach der Scheidung werden die Karten neu gemischt. In Bezug auf nachehelichem Unterhalt kann ihr bei diesem Alter der Kinder eine Erwerbstätigkeit zugemutet werden.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Kasper am 26. März 2019, 18:49:24
Wie sind denn die Unterhaltszahlen berechnet worden? Gibt es einen Titel?

Gruß
Kasper


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 26. März 2019, 19:23:23
Wie sind denn die Unterhaltszahlen berechnet worden? Gibt es einen Titel?

Gruß
Kasper

Gemeinsamer Anwalt und auf Basis von 12 Monatsgehältern incl. einmalige Prämie abzgl. Altersvorsorge u. 150 € Pauschbetrag. Bzgl. Kids halt Düsseld. Tabelle Stand 1.1.19. Bei Interesse kann ich nochmal genauer nach den konkreten Zahlen schauen. Nein, es gibt keinen Titel bzgl. KU.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 26. März 2019, 19:25:11
Hallo,

das "anwaltliche auffordern zur Erwerbsarbeit" ist sinnlos, da Du sie nicht zwingen kannst. Während des Trennungsjahres hat sie Anspruch auf den Unterhalt. Nach der Scheidung werden die Karten neu gemischt. In Bezug auf nachehelichem Unterhalt kann ihr bei diesem Alter der Kinder eine Erwerbstätigkeit zugemutet werden.

Danke Celine. Wann und warum würde ihr denn  nachehelicher Unterhalt zustehen?


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Celine am 26. März 2019, 20:29:53
Also entweder aufgrund von Kinderbetreuung, (wobei ihr bei dem Alter der Kinder mindestens ein Halbtagesjob zugemutet werden kann, d.h. der nacheheliche Unterhalt wäre deutlich geringer als der Trennungsunterhalt) oder als Ausgleich ehebedingter Nachteile (z. B. wenn sie eine hohe berufliche Qualifikation hat, aber aufgrund ihrer langjährigen Hausfrauentätigkeit jetzt nur noch einfachere Jobs bekommt).


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Inselreif am 26. März 2019, 20:32:23
Gemeinsamer Anwalt
Es gibt keinen gemeinsamen Anwalt. Er vertritt immer nur einen von Euch beiden, der ihn beauftragt hat.
Vielleicht solltest Du die Zahlen mal kontrollieren lassen.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 26. März 2019, 20:54:05
Also entweder aufgrund von Kinderbetreuung, (wobei ihr bei dem Alter der Kinder mindestens ein Halbtagesjob zugemutet werden kann, d.h. der nacheheliche Unterhalt wäre deutlich geringer als der Trennungsunterhalt) oder als Ausgleich ehebedingter Nachteile (z. B. wenn sie eine hohe berufliche Qualifikation hat, aber aufgrund ihrer langjährigen Hausfrauentätigkeit jetzt nur noch einfachere Jobs bekommt).

Interessant. Selbst nach der Scheidung muß sie nicht Vollzeit arbeiten? Die Kinder sind dann beide mind. 12 Jahre alt. Gibts da irgendwo weitere Infos zu dem Thema.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 26. März 2019, 20:57:55
Es gibt keinen gemeinsamen Anwalt. Er vertritt immer nur einen von Euch beiden, der ihn beauftragt hat.
Vielleicht solltest Du die Zahlen mal kontrollieren lassen.

Es ging nur um die einmalige Berechnung des TU bzw. KU. Sonst wurde da weiter nix gemacht. Was könnte denn da falsch berechnet worden sein in ihrem tollen Programm, das sie mit meinen Daten gefüttert hat?


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Malachit am 26. März 2019, 22:30:28
Hallo Brave,

Es ging nur um die einmalige Berechnung des TU bzw. KU. Sonst wurde da weiter nix gemacht. Was könnte denn da falsch berechnet worden sein in ihrem tollen Programm, das sie mit meinen Daten gefüttert hat?

Um mal wieder jenen berühmt-berüchtigten Russen zu zitieren, von dem ich sonst genau gar nichts halte: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Ich rechne daher mal rückwärts:

1.457€ TU und 1.148€ KU von meinem neuen Netto (4299€, Stkl. 1)

Kindesunterhalt in Höhe von 1.148 Euro kann sich nach Lage der Dinge nur zusammensetzen als 521 Euro plus 627 Euro, also ein Kind in Altersgruppe 6 bis 11 Jahre, ein Kind in Altersgruppe 12 bis 17 Jahre, und dieses dann in der Einkommensgruppe laut Zeile 9 der Düsseldorfer Tabelle. (Zwischenfrage: Wann hat das jüngere Kind seinen 12. Geburtstag? Das bedeutet zwar Kindesunterhalt rauf, aber man sollte Vorsorge treffen, dass man diesen höheren KU dann auch berücksichtigen darf, um den Exenunterhalt etwas zu verringern.)

Zurück zum eigentlichen Thema: Wie bereits mehrfach ausgeführt - da du drei Unterhaltsberechtigte hast, solltest du gemäß Anmerkung 1 der Düsseldorfer Tabelle herabgestuft worden sein (in den Unterhaltsrechtlichen Leitlinien FFM wird das unter Punkt 11.2 übrigens ausdrücklich bestätigt). Um also am Ende in Zeile 9 zu landen, musst du zunächst rechnerisch in Zeile 10 gewesen sein. Das heißt, der Berechnung liegt ein bereinigtes (!) Netto-Einkommen zwischen 5.101 Euro und 5.500 Euro zugrunde.

Für die Bereinigung wurde der Pauschbetrag von 150 Euro abgezogen, sowie die Altersvorsorge - letzteres waren "nur" diese 50 Euro, richtig? Dann heißt das, der Berechnung lag ein unbereinigtes Netto von mehr als 5.300 Euro zugrunde. Wenn dein "gewöhnliches" Netto, also das, was du auf dem Gehaltszettel hast, aber "nur" 4.299 Euro beträgt: Da müsstest du fürs vergangene Jahr einen Bonus in Höhe von mehr als 12.000 Euro netto kassiert haben.

Nun hattest du in deinem Beitrag vom 20. Dezember 2018 geschrieben, dass du einen Bonus i.H.v. 10.900 Euro hattest, allein das ist also schon mal nicht so ganz plausibel. Nur, wenn ich es richtig verstehe, dann waren es 10.900 Euro auf Basis von Lohnsteuerklasse 3, und dieser Betrag müsste folglich auf Lohnsteuerklasse 1 heruntergerechnet werden - der tatsächlich zu berücksichtigende Bonus müsste daher m.E. deutlich (!) niedriger sein.


Vielleicht magst du uns daher doch mal etwas genauer aufschreiben, auf welchem Rechenweg dieses tolle Programm zu diesem tollen Ergebnis gekommen ist ... 

Viele liebe Grüße,

Malachit.

P.S. für den Exenunterhalt wendet OLG FFM übrigens die 3/7-Regelung an, also die für dich etwas günstigere der beiden Varianten - aber bevor wir uns an diese Berechnung machen, will ich erst mal wissen, wie hoch dein bereinigtes Netto bei korrekter Berechnung tatsächlich ist. Wie gesagt, die aktuell verwendete Grundlage ziehe ich ein wenig in Zweifel.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Malachit am 27. März 2019, 21:37:22
Hallo Brave,

ich würde an dieser Stelle gerne auf die Bonuszahlung zurückkommen. Wir können zu diesem Zweck mal in die aktuellen Unterhaltsgrundsätze des OLG Frankfurt am Main (http://www.hefam.de/DT/ffmAPap.html) reinschauen, wo es heißt:

Zitat
1.2 Unregelmäßige Einkommen (z.B. Abfindungen etc.)
Soweit Leistungen nicht monatlich anfallen (z.B. Weihnachts- und Urlaubsgeld), werden sie auf ein Jahr umgelegt. Einmalige Zahlungen (z.B. Abfindungen) sind auf einen angemessenen Zeitraum (in der Regel mehrere Jahre) zu verteilen.

Wenn dieser Bonus also eine einmalige Angelegenheit gewesen wäre, d.h. wenn es diesen Bonus für 2018 gegeben hätte, nicht aber für 2017, 2016 usw., dann wäre anhand obiger Regelung völlig klar, dass der Bonus über mehrere Jahre verschmiert werden darf, wobei die OLG-Richter leider nicht geschrieben haben, was sie als "angemessenen Zeitraum" betrachten. Ein Anhaltspunkt mag Punkt 1.5 "Einkommen aus selbständiger Tätigkeit" sein: Für dieses soll nämlich i.d.R. ein Dreijahreszeitraum angesetzt werden, also wäre es m.E. eine recht erfolgversprechende Forderung, dass ein einmaliger Bonus über drei Jahre verteilt werden möge.

Häufiger ist der Fall, dass es so einen Bonus zwar in jedem Jahr gibt, aber der Betrag stark schwankt und ggf. sogar Null sein kann - das ist also etwas völlig anderes als ein Weihnachts- oder Urlaubsgeld, das normalerweise im Arbeitsvertrag oder per Tarif geregelt ist, und dessen Höhe sich daher über die Jahre meist nur unwesentlich ändert ("dreizehntes Monatsgehalt"). Analog zu dem Fall einer einmaligen Bonuszahlung kann man im Fall einer wiederkehrenden Bonuszahlung in unregelmäßiger Höhe also auch versuchen, als Grundlage für den zukünftigen Unterhalt nicht die Bonuszahlung des Vorjahres anzusetzen, sondern den Mittelwert der Bonuszahlungen z.B. der vergangenen drei Jahre. Wenn dein 10.900-Euro-Bonus aus dem Jahr 2018 ein Ausreißer nach oben war und die Bonuszahlungen in 2017 und 2016 deutlich niedriger waren, dann solltest du versuchen, anstelle der 10.900 Euro aus dem Vorjahr den niedrigeren Mittelwert der Jahre 2016 bis 2018 anzusetzen.

Für zukünftige Unterhaltszahlungen wäre nämlich eigentlich der Bonus des Jahres 2019 maßgeblich, aber da man diesen aus prinzipiellen Gründen noch nicht kennen kann, muss stattdessen anhand der Daten der Vergangenheit geschätzt werden - und der Mittelwert über mehrere Jahre ist offensichtlich eine plausiblere Schätzung als dieser eine Einzelwert aus dem vergangenen Jahr.


Dann noch ein paar warme Worte über die Anwälte. Bereits @Inselreif hat dich darauf hingewiesen, dass es keinen gemeinsamen Anwalt gibt: Ein Anwalt ist immer Parteienvertreter, und als solcher nicht der Wahrheit verpflichtet, sondern seinem Mandanten; also demjenigen, der ihm seine Rechnung bezahlt. In gewisser Weise hat das etwas mit Berufsehre zu tun: Als Anwalt hat man die Aufgabe, das bestmögliche für seinen Mandanten herauszuholen; die richtig ekligen Exemplare lügen zu diesem Zweck, dass sich die Balken biegen, und die nicht ganz so ekligen Exemplare werden immerhin alles verschweigen, was zu Lasten ihres Mandanten und zu Gunsten der Gegenseite gehen könnte.

Sofern dieser Anwalt also von deiner Ex bezahlt wurde, dann ist es nach dem, was ich soeben geschrieben habe, völlig verständlich, wenn dieser "gemeinsame" Anwalt mit keinem Sterbenswörtchen das erwähnt hat, was ich im ersten Teil dieses Beitrags skizziert habe. Verstehe mich bitte nicht falsch: Ich behaupte keineswegs, dass du mit obiger Argumentation bei "deinem" Familienrichter zuverlässig Erfolg haben würdest; ich sage lediglich, dass es einen Versuch wert ist.

Und denke bitte vor allem daran: Nur (!) der Familienrichter hat die Macht, dir eine bestimmte Unterhaltshöhe aufs Auge zu drücken - weder Anwälte noch Jugendämter haben diese Macht, auch wenn diese gerne so tun, als ob es anders wäre.

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 03. April 2019, 13:03:26
Malchit hat mir die letzten Tage geholfen nichmal durch meine Zahlen zu gehen. Ich hoffe ihr versteht, daß ich nicht meine ganzen Zahlen hier breitschlagen wollte. Sozusagen haben wir den zugrunde gelegten Zeitraum von 12 Monaten auf Stkl. I umgerechnet anstatt Stkl. III.

Demnach zahle ich mtl. ca. 110€ - 230€ zuviel je nach Sichtweise. Der Betrag über 230€ ergibt sich aus der Streckung der Bonuszahlung aus 2018 auf 3 Jahre um da auf einen plausiblen Durchschnitt zu kommen. Ist dieses Strecken der Bounszahlung auf 3 Jahre rechtens bzw. wird das in der Praxis so gehandhabt? In den OLG Frankfurt Richtlinien findest sich diese Option nur für Selbständige. Aber auch bei mir schwanken die Bounszahlungen und sind nicht jedes Jahr fix, da auch von wirtschaftlichen Schwankungen, etc. abhängig. Malachit hatte im letzten Eintrag auch darauf abgezielt bzw. nachgehakt.
Kann dazu jemand was sagen ob das so machbar ist?

Da ich keinerlei Titel habe bzw. Erklärungen abgegeben habe, kann ich nun einfach daher gehen und diese Anpassungen vornehmen zum nächsten Monat - natürlich mit plausibler Erklärung. Die Anwältin ist soweit raus hier, demnach müßte ich dies lediglich mit meiner EX besprechen ... aber wer weiß ob dann die Anwältin doch wieder auftaucht :-)
Wäre es besser, dies nochmal von einem eigenen Anwalt durchrechnen zu lassen? Die EX könnte ja glaube ich habe mir diese Berechnungen all von den Haaren beigezogen ... oder einfach machen und sie kann ja vor Gericht ziehen? Weiß jemand was so eine Berechnung bei einem Anwalt kostet?

Viele Grüße und großen Dank an dieses tolle Forum!!



Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Inselreif am 03. April 2019, 13:47:50
Bei Deinen oben genannten, aktuellen Werten (1.457 + 1.148) und davon ausgehend, dass der Anwalt die Berechnung der Gegenseite dann auch mitteilen soll, rechne mal mit knapp 1.500,-. Das ist das Vergnügen nicht wert.
Dreh den Spieß doch um: Du zahlst nicht mehr als jetzt errechnet und wer mehr möchte, muss halt klagen. Dann dreht es sich nur um die Differenz und das ist erheblich günstiger (wenn Du überhaupt etwas zahlen musst).

Gruss von der Insel


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Malachit am 03. April 2019, 18:36:51
Hallo zusammen,

(...) Du zahlst nicht mehr als jetzt errechnet und wer mehr möchte, muss halt klagen. Dann dreht es sich nur um die Differenz und das ist erheblich günstiger (wenn Du überhaupt etwas zahlen musst).

Äh, Moment - dieses "Dann dreht es sich nur um die Differenz (...)" gilt aber hinsichtlich des Streitwerts doch wohl nur dann, wenn der unstrittige Teil bereits tituliert ist, oder?

Genau das ist ja hier derzeit wohl nicht der Fall ... und nur wegen dieser Sache bereits im Trennungsjahr, wo sich noch so viel ändern kann, einen Titel zu erstellen, den noch keiner ausdrücklich verlangt hat, das halte ich jetzt auch nicht gerade für die allernaheliegendste Option.

und davon ausgehend, dass der Anwalt die Berechnung der Gegenseite dann auch mitteilen soll (...)

Bei der Anwaltsfrage war ich eher auf der Schiene, den Anwalt zunächst einmal nur beratend hinzuzuziehen. Die Ex hat hier inzwischen "ihre" Anwältin (also die vorgeblich "gemeinschaftliche" Anwältin) erst mal wieder aus dem Spiel genommen, da wäre es taktisch vielleicht nicht ganz so geschickt, jetzt gleich selber einen Anwalt an die vorderste Front zu schicken. Und "beratend" deshalb, weil es für @Brave sozusagen eine dritte Meinung wäre (die Meinung der Exen-Anwältin sowie meine unmaßgebliche Meinung kennt er ja schon).

Ich weiß, ich weiß; das klingt alles wie "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass", und in gewisser Weise ist es das auch: Die Anwältin hat einen m.E. deutlich zu hohen Unterhalt (KU + TU) ausgerechnet, die Ex hat sich "großzügig" auf zweihundert Euro weniger eingelassen, aber m.E. ist das halt immer noch zu viel. Die spannende Frage lautet, ob irgendjemand eine Idee hat, wie man aus dieser Bredouille wieder raus kommen könnte, ohne dabei gleich verbrannte Erde zu hinterlassen.

Viele liebe Grüße,

Malachit.

P.S. der Grundfehler war hier wohl, einem "gemeinsamen" Anwalt zu vertrauen; diese Erkenntnis nützt aber hinterher halt leider auch nichts mehr.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 21. April 2019, 10:26:55
Hallo,

Wenn es keine Einwände gibt bzw. Einwände Eurerseits würde ich halt 'angekündigt und grob erklärt' den TU + KU entsprechend kürzen . ohne Anwalt. Dazu nochmal die Frage, kann man eien Bonuszahlung der Verhältnismäßigkeit wegen auf 3 Jahre strecken, um 'Ausschläge nach oben' zu relativieren?

Eines noch, bzgl. Titel für Kids bei Jugendamt, welches Gehalt nehmen die denn da als Basis oder marschiere ich da hin und sag "Schauen se, daß muß ich den Kids zahlen und da hätt ich gernen nen Titel zu (damit ich der Ex den Wind aus den Segeln nehme)". Gibts da Fallstricke bzw. worauf ich achten sollte?


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 21. April 2019, 11:23:32
Hallo,

wenn der Bonus regelmäßig, aber in schwankender Höhe gezahlt wird, könnten auch der Durchschnitt der letzten 3 Jahre zugrunde gelegt werden. Letzlich geht es um ein realitätsnahes Einkommen.

Wichtig für den Titel ist, dass richtig gerechnet wurde, weil einen Titel zu ändern ist nicht so einfach.

Wenn keine Beistandschaft besteht, dann sollte das JA das beurkunden, was Du willst ohne großes Nachfragen.
Das JA wird einen dynamischen, unbefristeten Titel gemäß der genannten Stufe erstellen. Günstig wäre es, wenn der Titel auf den 18. Geburtstag des Kindes befristet wird. Das muss aber zusätzlich auf dem JA-Titel ergänzt werden. Manche JA machen das nicht.

VG Susi


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 21. April 2019, 11:48:51
Danke Susi. Beistandschaft ist mir nicht bekannt und wenn du sagst das JA akzeptiert alles was ich denen sozusagen vorlege erscheint mir das zu einfach :-). Irgendeinen Nachweis benötigen die doch, oder?
Aber, was kann ich denen vorlegen, zwecks Nachweis, außer die Falsch-Berechnung der Anwältin bzw. die Neuberechnung mit Hilfe von Malachit?

Würde meine EX jetzt Beistandschaft bei JA einfordern dann würde die die Neuberechnug übernehmen?


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 21. April 2019, 13:04:16
Hallo,

es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass das JA den Unterhalt rechtsverbindlich ausrechnet. Dem ist nicht so.

Im Rahmen einer Beistandschaft berechtnet das JA den KU und treibt ihn auch ein. Wenn aber der Unterhalt falsch berechnet ist oder anderweitig strittig ist, dann kann rechtsverbindlich nur ein Gericht entscheiden. In diesem Fall würde die Beistandschaft sich an das Gericht wenden.
Es gibt außer einem Familiengericht keine Stelle, die den Unterhalt rechtsverbindlich berechnet. Alle anderen Rechnungen sind verhandlungssache und wenn Du und die KM euch auf etwas anderes einigt, dann wird das auch keiner bemängeln (es sei denn staatliche Gelder werden in Anspruch genommen).

Wenn keine Beistandschaft besteht, dann rechnet das JA nicht und es braucht auch keinen Nachweis, da das JA das tituliert, was Du Ihnen vorgibst. Ein JA-Titel ist aber immer dynamisch und unbefristet. Was Du angeben musst ist, wer das Kind ist und das Geburtsdatum.
Ein Titel bedeutet die Unterwerfung unter die sofortige Vollstreckung, dies ist im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben freiwillig. Du musst aber einen Titel erstellen lassen, wenn er gefordert wird.

Es macht Sinn zumindest zu versuchen, die Befristung auf den 18. Geburtstag mitaufzunehmen.

Würde eine Beistandschaft eingerichtet, dann würde sich diese um die Berechnung des KU und den Unterhalt kümmern. Wenn allerdings ein Titel besteht und bereits eine Einigung auf Unterhalt, dann bist Du erst wieder in 2 Jahren zu Auskunft verpflichtet und auch daran muss sich das JA halten.

VG Susi


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Brave am 21. April 2019, 14:15:32
Verstehe. Heißt, ich müßte eigentlich nicht unbedingt einen Titel erstellen lassen, nur wenn von KM gefordert. Andereseizs ist das doch auch eine Art Sicherheit für mich oder sehe ich das falsch.

Beim Durchlesen einiger Quellen im Internet hatte ich das Gefühl, daß bereits das Unterlassen einen Titel beim JA erstellen zu lassen bereits ein Grund für die KM ist gerichtlich dagegen tätig zu werden. Nach dem Motto, du tust es nicht, also willst du es nicht auch wenn du zahlst bzw. die mögliche Sorge da ist, daß KV plötzlich nicht mehr zahlt.

Finde ich aber auch seltsam, daß einseitig der KV zum JA gehen kann und ohne jegliche Nachweise einfach irgendwas zu Protokolle geben kann.


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Lausebackesmama am 21. April 2019, 16:35:41
Ein Titel ist eine einseitige Willenserklärung, sich gegenüber einem Anderen zu einer bestimmten Leistung zu verpflichten.

Wenn du das freiwillig tust, bestimmst du auch, was drin steht. Das JA fungiert hier eigentlich nur als Schreibbüro. Du kannst auch zu einem Notar deiner Wahl gehen und gegen eine kleine Gebühr einen Titel aufsetzen lassen.

LG LBM


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: Susi64 am 21. April 2019, 21:16:20
Hallo,

der KV kann einseitig etwas titulieren lassen, aber die KM als Vertreter des Kindes muss es nicht akzeptieren sondern kann dann das Familiengericht anrufen.

VG Susi


Titel: Re: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt
Beitrag von: MaxMustermann1234 am 22. April 2019, 09:23:15
Vielleicht habe ich es überlesen, aber was ist aus Wechselmodell geworden? Scheidet es jetzt aus, wo klar ist, um wieviel Unterhalt es geht?