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Themen => Medien => Thema gestartet von: Kasper am 16. November 2016, 15:16:18



Titel: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Kasper am 16. November 2016, 15:16:18
Kommt gerade über die Kanäle ... endlich.

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/bundeskabinett-beschliesst-ausweitung-des-unterhaltsvorschusses/112536 (https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/bundeskabinett-beschliesst-ausweitung-des-unterhaltsvorschusses/112536)

Gruß
Kasper


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: LucasDaddy am 16. November 2016, 15:53:57
Top! Wurde auch ehrlich mal Zeit!

Über die Höhe wurde aber noch nichts beschlossen, oder? Die bleibt wahrscheinlich so bescheiden wie gehabt?

LG,
LD


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: LucasDaddy am 16. November 2016, 16:32:20
Moin,

habe da gerade selber etwas gefunden: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/familien/staat-zahlt-laenger-fuer-kinder-unterhaltspflichtiger-vaeter-14456884.html (wobei die genannten 270,- € mich etwas zweifeln lassen).

Toll finde ich aber (mal wieder), dass hier nur von zahlungsunwilligen Vätern gesprochen wird. Die zahlungsunwillige Mutter wird zwar einmal kurz in Klammern erwähnt, aber das wirkt ja eher so, als ob man sich dafür schämt  :knockout:

Kein Wunder, wenn so manche Mutter glaubt, bedingt durch ihr Geschlecht keinen Unterhalt zahlen zu müssen...

LG,
LD


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Kasper am 16. November 2016, 16:36:50
Naja,

Mütter wohl deswegen weniger, weil es immer (noch) weniger Mütter betrifft (ich weiß, % sind sie weitaus mehr). Die Beträge richten sich nach dem Mindesunterhalt, steigt dieser, gibt es auch mehr Geld ...

Was ich nur immer wieder nicht verstehe, warum das ganze KG abgezogen wird?

Gruß
Kasper


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Andreas Intess am 16. November 2016, 16:38:05
Morgen,

jetzt nicht falsch verstehen aber ist das nicht ein weiterer Punkt sich nicht mit dem  Wechselmodel beschäftigen zu müssen ?


Andreas


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Kasper am 16. November 2016, 19:11:12
Nein, ich denke nicht ...
es geht erst einmal um die Verlängerung und Aktzeptierung, dass ein Kind nicht mit 12 aufhört zu Essen und zu wohnen ...
Der AE musste bis jetzt einen Spagat hinlegen, zwischen Arbeit - um nicht in ALG II zu verfallen - oder aber dann vielleicht doch zu sagen, es lohnt sich alles nicht mehr, ich lass mich in die soziale Hängematte fallen.

Vielleicht - aber das ist auch nur eine Hoffnung - ist es der erste Schritt in eine Umfinanzierung für Kinder. Denn ich persönlich halte die KU Sätze für nicht mehr haltbar. Damit meine ich nicht, dass Kinder einen gewissen Betrag X kosten, sondern dass ein Unterhaltszahler diese Beiträge mit einem normalen Job nicht mehr stemmen kann.
Hier halte ich es einfach für eine gesellschaftliche Aufgabe, ein höheres Kindergeld zu zahlen, welches den KU annähernd deckt und die Zahlbeträge eines UET spürbar sinkt. Dies würde viele Prozesse verhindern, Streitigkeiten zwischen Eltern garnicht erst entstehen lassen, und die Belastung breiter Fächern.
Auch wenn jetzt wieder einige schreien, dass Kinder nicht Sache des Steuerzahlers sind ... meiner Ansicht nach sind sie genau das. Kinder, insgesamt gesehen, sind eine gesellschaftliche Aufgabe. Und da kommen noch einige andere Punkte hinzu, wie z.B. kostenlose KiGa, etc. denn möglichst viele gesunde Kinder lassen unsere Gesellschaft blühen... und nicht kranke heranwachsen, wie es derzeit der Fall zu sein scheint.

Gruß
Kasper


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Andreas Intess am 16. November 2016, 20:15:52
Hallo Kasper,


Grundsätzlich bin ich zu 100% bei dir. Mir fehlt nur der Teil in dem ich sage mal Väter (sofern Sie es wollen) nicht auf Teufel komm raus verdienen müssen. Damit evtl. auch Stunden reduzieren können um sich gleichberechtigt um die gemeinsamen Kinder mit kümmern zu können.
Es wird kategorisch unterstellt das Eltern die nicht zahlen dieses mit Absicht machen. Warum nimmt man dann den Elternteil nicht in die Pflicht und sagt OK du kannst nicht dafür leistest du einen größeren Beitrag bei der Betreuung. Wenn du das auch nicht willst dann Zahlen wir (UHV) du bekommst aber die Rechnung. 

Wie oft wird hier gewarnt das man(n) aufpassen muss wenn es um Umgang geht das der jeweils andere nicht erkennt das mehr Umgang (50:50) weniger (kein) Geld bedeutet.


Andreas


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Andreas Intess am 16. November 2016, 20:21:55
Nachtrag

Ich gebe für mich zu das ich den Mindestunterhalt für 2 Kinder nicht Zahlen kann. Als "Ausgleich" würde ich sofort Betreuungszeit für beide Übernehmen ( Gerade in den 6 Herbst/Winter Monaten  bin ich komplett Flexibel). Das lässt man aber nicht zu. Warum nicht?? Das hätte sogar den Vorteil das die Kinder beide Eltern behalten dürfen.

Das ist bestimmt nicht die Regel aber ich denke das fiele Elternteile Möglichkeiten finden könnten wenn man Sie lassen würde.


Andreas


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: oldie am 16. November 2016, 22:30:33

Anm. Mod.
Bitte beim allgemeinen Thema bleiben. Bei Interesse an einer spezif. Diskussion dazu bitte einen eigenen Thread aufmachen.

Gruss oldie


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: United am 17. November 2016, 08:00:33
Moin,

(wobei die genannten 270,- € mich etwas zweifeln lassen).
In der gestrigen Tagesschau war von 268 EUR die Rede. Das wäre nur folgerichtig:
Mindestbedarf gem. DDT 2017 460 EUR abzgl. voraussichtliches Kindergeld 192 EUR -> 268 EUR.

Ferner ist mir aufgefallen, daß sowohl die Tagesschau-Aussagen wie auch das Statement von Manuela Schwesig ausgesprochen geschlechtsneutral gehalten wurden.
Beinahe betont "neutral" ... ("Mütter und auch Väter").

Vielleicht ein Erfolg nach der Diskussion über die "unterhaltsprellenden Väter".

Gruß
United


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: 82Marco am 17. November 2016, 08:20:58
Servus!
Ferner ist mir aufgefallen, daß sowohl die Tagesschau-Aussagen wie auch das Statement von Manuela Schwesig ausgesprochen geschlechtsneutral gehalten wurden.
Beinahe betont "neutral" ... ("Mütter und auch Väter").

Vielleicht ein Erfolg nach der Diskussion über die "unterhaltsprellenden Väter".
Das fiel gestern Abend auch positiv auf, nachdem ich tagsüber die Nachrichten (mit G´schmäckle) des BR  hörte...

Grüßung
Marco


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: psoidonuem am 17. November 2016, 09:35:48

Auch wenn jetzt wieder einige schreien, dass Kinder nicht Sache des Steuerzahlers sind ... meiner Ansicht nach sind sie genau das. Kinder, insgesamt gesehen, sind eine gesellschaftliche Aufgabe. Und da kommen noch einige andere Punkte hinzu, wie z.B. kostenlose KiGa, etc. denn möglichst viele gesunde Kinder lassen unsere Gesellschaft blühen... und nicht kranke heranwachsen, wie es derzeit der Fall zu sein scheint.


Da diese Kinder später wieder Steuern zahlen, und zwar deutlich mehr als sie an Kindergeld erhalten ist das absolut Sache des Steuerzahlers. Sowas können nur kinderlose schrei(b)en, aber die wissen ja auch besser, wie man seine Kinder erziehen soll.


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Tina10 am 17. November 2016, 13:12:00
Da diese Kinder später wieder Steuern zahlen, und zwar deutlich mehr als sie an Kindergeld erhalten ist das absolut Sache des Steuerzahlers.

Sorry, aber aus den Kindern von Eltern, die nicht fähig sind, ihren Nachwuchs selbst zu versorgen, werden eher selten die späteren Leistungsträger. Statistisch gesehen ist es wahrscheinlicher, dass in solchen Fallen auch der Nachwuchs in der Unterschicht verbleibt.

Das Gesetz ist der typische Fall eines Wahlgeschenks an die Bevölkerung angesichts der im nächsten Jahr anstehenden Bundestagswahl.


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Kasper am 17. November 2016, 13:49:32
Das Gesetz ist der typische Fall eines Wahlgeschenks an die Bevölkerung angesichts der im nächsten Jahr anstehenden Bundestagswahl.
Dem widerspreche ich.
In der Pressemitteilung wird davon gesprochen, dass diese Verlängerung des UHV etwa 260.000 Kinder betrifft. Mal davon ausgehend, dass einige AE zwei Kinder haben, bekommt man damit vielleicht 180.000 potenzielle Wähler hinzu... wenn sie sich denn davon einfangen lassen.

Aber im Grunde kann sowas auch nur von jemanden geschrieben werden, der nicht um den Unterhalt der bei ihm lebenden Kinder bangen muss. Ich finde diese Verlängerung folgerichtig, da vielen damit eine Entlastung anheim gestellt wird, dei evtl. auch einige ALG II Bescheide überflüssig werden lässt.

Sorry, aber aus den Kindern von Eltern, die nicht fähig sind, ihren Nachwuchs selbst zu versorgen, werden eher selten die späteren Leistungsträger. Statistisch gesehen ist es wahrscheinlicher, dass in solchen Fallen auch der Nachwuchs in der Unterschicht verbleibt.
Ein Elternteil alleine ist meist schwer fähig hierzu... die Belastung ist enorm und der finanzielle Aufwand ebenso. Das ist meinst geplabbere von denen, die nicht in dieser Situation stecken.

Gruß
Kasper


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Tina10 am 17. November 2016, 14:49:55
Dem widerspreche ich.
In der Pressemitteilung wird davon gesprochen, dass diese Verlängerung des UHV etwa 260.000 Kinder betrifft. Mal davon ausgehend, dass einige AE zwei Kinder haben, bekommt man damit vielleicht 180.000 potenzielle Wähler hinzu...

Es geht doch nicht um die unmittelbaren Empfänger.

Es geht bei diesen Wahlgeschenken um den Bambieffekt: Man muss eine Bevölkerungsgruppe herausfinden, die gesamtgesellschaftlich gesehen den größten Mittleidseffekt auslöst. Damit bekommt man die größte Zustimmung in der Bevölkerung und die geringste Kritik.

Beispiel:
Beim Bau der neuen Elbphilharmonie musste man sich die Kritik anhören, dass hier öffentliche Gelder zum Wohl einer kleinen Elite verwendet würden: Zielgruppe: Elite, also böse;
bei der Einführung der Rente ab 63 nach 45 Beitragsjahren wurde die Kritik laut, dass diese zu einem Großteil männlichen Facharbeitern zu Gute käme: Zielgruppe: vorwiegend männlich, also böse;

Nun aber, wer würde schon Kritik daran wagen, dass Alleinerziehende unterstützt werden sollen? Zielgruppe: vorwiegend weiblich, dazu noch mit Kind, also Bambi.

=> Wohlfeiler Applaus bei wenig Gegenwind gesichert. Darüber hinaus muss der Bund für die Kosten noch nicht einmal selber aufkommen. Bingo! So macht Prassen richtig Spaß!


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Lausebackesmama am 17. November 2016, 15:22:50
Genau so!  :thumbup:

Aber ich will nicht in Abrede stellen, dass es für die AE eine Hilfe ist, die selbst arbeiten und keinen KU bekommen.

LG LBM


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: oldie am 17. November 2016, 16:39:14
Moin

Wenn man bedenkt, dass gerade die AE's eine mit am stärksten von Armut betroffene Gruppe darstellen, kann getrost davon ausgegangen werden, dass sie einen wesentlichen Anteil an den H4-Beziehern stellen. D.h. dann: UVG her und H4-Bezug runter. Der gleiche Effekt wie bei der Rentenerhöhung bei von Armut betroffenen Rentner. Zu einem großen Teil ein Null-Summenspiel für die öffentlichen Kassen, was aber dennoch richtig gut klingt. Der derzeitige Mindestlohn kann (Edit: zum Teil) ebenso betrachtet werden.

Gruss oldie


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Tina10 am 17. November 2016, 16:59:41
Zu einem großen Teil ein Null-Summenspiel für die öffentlichen Kassen, was aber dennoch richtig gut klingt.

Absolut!

Nur so lässt sich nämlich erklären, dass bei geschätzten 260.000 zusätzlichen Begünstigten nur 100.000.000 € aufgewendet werden müssen. Rechnet man das hoch, so ergibt sich pro Monat der stolze Betrag von 32 €, der pro Kind und Monat eingeplant ist. Das geht natürlich nur, wenn man die eingesparten HartzIV-Gelder mit einpreist.

Also, dumm ist sie nicht, die Frau Schwesig.


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Inselreif am 17. November 2016, 17:14:37
Also, dumm ist sie nicht, die Frau Schwesig.
eher so: sie hat in ihrem Haus ein paar Leute, die rechnen können.

Gruss von der Insel


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: oldie am 17. November 2016, 17:40:27
Moin

Nur 100 Millionen?
Beschlossen wurde, das 12-17-jährige UHV-berechtigt sein können. Ebenso wurde die Bezugsdauer-Beschränkung von 72 Monaten aufgehoben. Betroffen sollen hiervon 260.000 Kinder und Jugendliche sein. Das macht durchschnittlich pro Kindernase 32,05€ im Monat ggü. 203€ / 270€  201€ / 268€ UHV-Zahlung. Die Differenz dürfte bei Einsparungen von ALG2 und anderen Sozialleistungen vermutet werden. Ja - das passt.  :exclam:

Gruss oldie

PS: Es soll auch UH-Verpflichtete geben, die der UVK den Vorschuss zurück zahlen. Da dürfte auch (noch) eine ganz hübsche Summe zusammen kommen.

Edit: Da das KG auf 192€ steigen soll, obige Zahlen korrigiert.


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: DeepThought am 17. November 2016, 17:55:20
Moin,

aber aus den Kindern von Eltern, die nicht fähig sind, ihren Nachwuchs selbst zu versorgen,
Zu Zeiten des Zusammenlebens hat die Finanzierung der Familie vielleicht ja prima geklappt. Mit der Trennung sind zwei Wohnungen zu finanzieren. Dazu kommen weitere neue/zusätzliche/doppelte Kosten aufgrund der Single-Haushalte.

Und jetzt bitte nicht noch "Kinder muss man sich leisten können." Es gibt Gründe, deretwegen ein Paar (oder auch nur die Mutter) trotz Finanzierungsunsicherheit sich für das Kind entscheiden.

Ich kann Deine Rumholzerei auf Bild-Niveau echt kaum noch ertragen.

DeepThought


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Tina10 am 17. November 2016, 19:57:02
Moin,
Zu Zeiten des Zusammenlebens hat die Finanzierung der Familie vielleicht ja prima geklappt. Mit der Trennung sind zwei Wohnungen zu finanzieren.

Bei der Frage des Unterhaltsvorschusses geht es aber nicht darum, ob jemand zwei Haushalte finanzieren kann, sondern nur, ob er den Mindestunterhalt für das Kind zahlen kann.

...jetzt bitte nicht noch "Kinder muss man sich leisten können." Es gibt Gründe, deretwegen ein Paar (oder auch nur die Mutter) trotz Finanzierungsunsicherheit sich für das Kind entscheiden.

Das bleibt ja auch jedem ganz unbenommen. Pseudonym hat ja isoliert den volkswirtschaftlichen Aspekt andiskutiert, indem er auf potentielle zukünftige Steuereinnahmen verwies. Und aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es ganz klar ein Minusgeschäft.


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Kasper am 17. November 2016, 20:16:58
Statistiken hat hier wohl kaum einer bemüht, so wie sich mir der Eindruck erweckt, bolzt hier jeder mit seiner Meinung herum ... nun denn.

Zu einem großen Teil ein Null-Summenspiel für die öffentlichen Kassen, was aber dennoch richtig gut klingt.

Und aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es ganz klar ein Minusgeschäft.
Ich sehe es eher als Gewinn. Denn ein BET welcher auch für das Ein- und Auskommen sorgen musste, machte es kaum Sinn, sich den Stress anzutun, wenn eh kaum was hängen bleibt. Nun gitb es wenigstens diesen Anreiz, der nicht gegen irgendwas gegengerechnet wird, wenn man selber arbeitet ... also macht es vielleicht ja doch Sinn wieder arbeiten zu gehen, wenn man sich denn dann auch etwas leisten darf und kann.
Bisher wurde der bestraft, der sich um die Kinder kümmerte und keinen Cent erhielt, denn jeden Cent den er mehr verdiente musste er entweder für die Kinder aufwenden bzw. sich einem ALG II Bezug gegenrechnen lassen. Nicht wirklich eine große Motivation.

Bei der Frage des Unterhaltsvorschusses geht es aber nicht darum, ob jemand zwei Haushalte finanzieren kann, sondern nur, ob er den Mindestunterhalt für das Kind zahlen kann.
Es geht hier um den UHV. Du deutest es leider um und negierst den Positivaffekt einer weiteren UHV Zahlung, da Du die Zahlpflicht mit dem UHV vermischt und ausschließlich negativ darstellst. Leider übersiehst Du bei der ganzen Sache, dass wenn der andere ET Unterhalt zahlt, der BET nicht auf UHV angewiesen ist. Im Umkehrschluss ziehst Du eine Querverbindung, dass der BET doch die Verantwortung des UET mit zu tragen hat, und doch volkswirtschaftlich keinen unsinnigen weiterbezug von UHV bekommen soll.
Gleichzeitig stellst Du es dar, dass alle die Kinder die UHV beziehen, automatisch zur "Unterschicht" gehören und niemals eine Aussicht auf eine Bildung haben, um auch nur ansatzweise zur gesellschaftlichen Entwicklung beitragen können.

Für mich klingst Du wie eine Rassistin, die das Glück hatte einen vermögenden Macker zu melken und hier jetzt versucht auf hohem Niveau aufs Trapez zu schlagen und alle als schlechter darstellt, der/die nicht mindest ein gleiches Einkommen hat (woher auch immer) wie Du selber...
Die Gesamtfolgen Deiner Ansichten sind schon umfangreich Bewertet worden. Es würde bedeuten, dass Du in vielleicht 20 Jahren alleine in einem Haus mit 20 Wohnungen leben würdest. Oder vielleicht in Deinem Fall, dass Dein Haus das einzig bewohnte Haus im Dorf ist ... Von den "ungerechten" Renten die dann gezahlt werden würden, natürlich garnicht zu reden ... da würde es Dich auch nicht retten wenn Du verbeamtet bist, denn wo keine Einnahmen des Staates, keine Ausgaben an seine pensonierten Bediensteten ... Und so kann man das weiterspinnen, so das einem bei Deinen Ansichten echt Angst und Bange wird.

Gruß
Kasper


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: oldie am 17. November 2016, 21:28:06
Moin

Statistiken hat hier wohl kaum einer bemüht, so wie sich mir der Eindruck erweckt, bolzt hier jeder mit seiner Meinung herum ... nun denn.
dito
Deine Annahmen, (alle) AE's würden nur darauf warten, endlich arbeiten zu können und diese dann auch verträglich zu finden und dass Arbeit von der Strasse aufgelesen werden kann - da fehlt übrigens auch ein wenig Statistik. Hingegen sind etliche Millionen Bürger im arbeitsfähigen Alter offiziell nicht in einer Erwerbstätigkeit (ich sage nicht arbeitslos, einige mit langjähriger Büroerfahrung auch im 3. und denselben Office-Lehrgang etc.).

Von daher sehe ich nur zum geringen Teil, dass durch die jetzt beschlossene Ausweitung des UVG's etwas wirklich greifbares an Arbeitsanreizrelevantes (und damit eines möglichen volkswirtschaftlichen Gewinns) heraus kommen wird/kann. Diese Brotkrume erscheint mir etwas knapp kalkuliert.

Gruss oldie


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Kasper am 17. November 2016, 21:43:33
Hingegen sind etliche Millionen Bürger im arbeitsfähigen Alter offiziell nicht in einer Erwerbstätigkeit (ich sage nicht arbeitslos, einige mit langjähriger Büroerfahrung auch im 3. und denselben Office-Lehrgang etc.).
Und die bekommen alle UHV? :puzz:
Das sprengt ja den Rahmen von 260.000 betroffenen Kinder bei weitem ... Ich wusste garnicht dass mehrere Erwachsene auf ein Kind verteilt werden und diese daher keinen UHV bekommen dürfen.
Na, unter diesen Umständen hast Du natürlich absolut recht...

Von daher sehe ich nur zum geringen Teil, dass durch die jetzt beschlossene Ausweitung des UVG's etwas wirklich greifbares an Arbeitsanreizrelevantes (und damit eines möglichen volkswirtschaftlichen Gewinns) heraus kommen wird/kann. Diese Brotkrume erscheint mir etwas knapp kalkuliert.
Ich nehme mal einfach meine Umkreis-Statistik...
Spontan fallen mir vier Alleinerziehende ein, die nicht mehr aufstocken müssen. Meine Auszubildene brauch für Ihre Tochter keine ALG II mehr beantragen ... es lohnt sich sogar zu arbeiten ...
Wenn Du Dich in einem anderen Kreis bewegst, aus denen Du Millionen machst ... ok, dann kann ich da natürlich nichts machen.

Gruß
Kasper


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: oldie am 17. November 2016, 22:06:32
Moin

Und die bekommen alle UHV? :puzz:
Das sprengt ja den Rahmen von 260.000 betroffenen Kinder bei weitem ... Ich wusste garnicht dass mehrere Erwachsene auf ein Kind verteilt werden und diese daher keinen UHV bekommen dürfen.

Wer sagt denn das. Ach Kasper, denke doch bitte über folgendes nach. Glaubst Du etwa, dass AE's auf Rang 1 der Hitliste stehen, wenn nebenbei auch nicht kindgebundene Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, und das auch in der leistungsorientierten Privatwirtschaft (Versandtgeschäft, Einzelhandel, etc.)? Stehen letztgenannte etwa nicht in Konkurrenz zu den verfügbaren Arbeitsplätzen? Sind die etwa nur für AE's da? Und Arbeitsplätze, welche kinderfreundlich (attraktiv) sind, werden von denen seltenst aus Rücksicht verschmäht.
Der Statistik bleibst Du aber klammheimlich schuldig. :wink:

Gruss oldie


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: eskima am 17. November 2016, 23:37:12
Moin,

Meine Auszubildene brauch für Ihre Tochter keine ALG II mehr beantragen ... es lohnt sich sogar zu arbeiten ...

Ich denke, dass der wahre Grund für diese Änderung darin zu finden ist, dass die Kinderarmut statistisch geringer werden soll.

Es wurde bereits geschrieben, dass es bei Hartz IV linke Tasche, rechte Tasche ist. Aber die Kinder bekommen dann eben kein Hartz IV. Und wie in diesem von Kasper beschriebenem Beispiel, fällt das Kind aus ALG 2 Bezug raus.

Interessant wäre es doch, wieviele von den genannten 260.000 Kindern dann real auch mehr Geld zur Verfügung haben, bzw. deren Eltern, und in welcher Höhe.

LG eskima


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Malachit am 18. November 2016, 07:20:59
Hallo zusammen,

Interessant wäre es doch, wieviele von den genannten 260.000 Kindern dann real auch mehr Geld zur Verfügung haben, bzw. deren Eltern, und in welcher Höhe.

Zumindest überschlägig kann man das ausrechnen, wenn denn die Angabe weiter oben in diesem Thread stimmt, dass die ganze Aktion den Staat unterm Strich "nur" hundert Millionen Euro kostet (was mir, ehrlich gesagt, ziemlich niedrig geschätzt erscheint). Diverse Medien wie z.B. die FAZ (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/familie/unterhaltsvorschuss-fuer-alleinerziehende-wird-ausgeweitet-14530506.html) berichten nämlich übereinstimmend:

Zitat
Mitte Oktober hatten Bund und Länder bei ihrer Einigung über die künftigen Finanzbeziehungen die Reform des Unterhaltsvorschusses im Grundsatz beschlossen. Bisher trägt der Bund ein Drittel der Kosten, die Länder zwei Drittel. Bliebe es dabei, müsste der Bund künftig 260 Millionen Euro mehr aufbringen, die Länder 530 Millionen Euro.

Also: Mehrkosten für den erweiterten Unterhaltsvorschuss sind in Summe 790 Millionen Euro, um auf die Netto-Kosten von 100 Millionen Euro zu kommen, müssen dann aber ca. 690 Millionen Euro anderweitig eingespart werden. Heißt im Umkehrschluss, für die meisten Betroffenen werden die staatlichen Transferleistungen nur umdeklariert, ohne dass ihnen effektiv mehr Geld zur Verfügung steht. Wenn's dumm läuft, dann sind die Verwaltungskosten das einzige, was wirklich nennenswert steigen wird ;-(

Jedenfalls, möge sich ein jeder im Lichte obiger Zahlen selbst ausrechnen, wie viele Kinder von diesem Wahlgeschenk tatsächlich profitieren werden, und bei wie vielen die Verbesserung nur auf dem Papier besteht.

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: United am 18. November 2016, 08:15:30
Moin,

Und aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es ganz klar ein Minusgeschäft.
Vielleicht ... vielleicht auch nicht.
Für ein "publizistisches Wahlgeschenk" halte ich diese Änderung durchaus ebenfalls.

Allerdings empfinde ich - selbst wenn netto 790 Mio EUR herauskämen - es nicht als "Prasserei".

790 Mio EUR netto werden aber aus bereits genannten Gründen nicht herauskommen:

Fallbetrachtung ohne Verwaltungskosten:

Fall 1:
AE Hartz IV, UH-Pflichtiger leistungsfähig -> Netto: Null-Mehraufwand (Pflichtiger zahlt)
Fall 2:
AE Hartz IV, UH-Pflichtiger nicht-leistungsfähig / Mangelfall / Aufstocker -> Netto: Null-Mehraufwand (rechte Tasche, linke Tasche)
Fall 3:
AE leistungsfähig, UH-Pflichtiger leistungsfähig -> Netto: Null-Mehraufwand (Pflichtiger zahlt)
Fall 4:
AE leistungsfähig, UH-Pflichtiger nicht-leistungsfähig / Mangelfall / Aufstocker -> Mehraufwand: hier finden sich die Profiteure ...

Netto profitieren also in erster Linie leistungsfähige AE-Haushalte. Insofern halte ich die psoidonuem´s These für nachvollziehbar.

Wenn man nun noch die Kurve bekäme (woran ich ehrlich gesagt zweifle) und Verwaltungsaufwand in diesem Rahmen optimiert, dann kann das volkswirtschaftlich tatsächlich zu einem Plus werden:
Aktuell beschäftigen sich "nebenberuflich" Arbeitsagentur, jugendamtliche Beistandschaft und Unterhaltsvorschußkasse mit den unterhaltsrechtlichen Gegebenheiten (in meinem Fall hat sich zusätzlich noch die Wohngeldstelle "eingemischt").

Abgesehen von einem Wegfall der Doppel- und Dreifachgängelung des UH-Pflichtigen, ließe sich bei einer Bündelung dessen so manche Eurone an Verwaltungsaufwand einsparen.

Ich weiß, manchmal träume ich ...

Gruß
United


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Mateusz74 am 18. November 2016, 10:05:12
Völlig falscher Ansatz.

Statt endlich mal eine schon lange überfällige Renovierung des Unterhaltsrechts (Pflichtiger/Berechtigter) vorzunehmen, wird hier der Status Quo weiter zementiert. Der Kampf vor Gericht wird jetzt noch weiter forciert.

Zudem wird es die Faulheit vieler noch weiter fördern. Leistungen en masse abschöpfen, jedoch nichts dafür tun und nach immer mehr schreien.  Ohh ich erziehe (M)ein Kind, dafür will ich fürstlich entlohnt werden, dafür müssen andere zahlen nur nicht ich. Ja ne is klar. Armes Deutschland. Die Regierung kommt mir so vor wie der Klavierspieler auf der Titanic.

@ DeepThought

Danke  :wink:


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Kasper am 18. November 2016, 10:21:18
Netto profitieren also in erster Linie leistungsfähige AE-Haushalte. Insofern halte ich die psoidonuem´s These für nachvollziehbar.
Ich kenn ja nurn einige ... da ich mich in diesen "Kreisen" bewege ...
Da sind einige bei, die gerade so an der Grenze rumknapsen, arbeiten aber eben durch das nicht vorhandensein von UH auch teilsweise garnicht mehr können. Sei es aus finanziellen Gründen, oder eben auch aus Zeitgründen... Und für die ist es genau das, worauf viele gewartet haben...
Arbeiten und nicht permanent mit Abzügen bestraft zu werden, alle paar Monate ellenlange Anträge abgeben, damit man 100 Euro mehr bekommt. Sich komplett nackig machen, vor wildfremden Leuten, und das nur weil ein anderer seiner Verpflichtung nicht nachkommt bzw. nicht kann.

Und ich gebe offen zu, auch ich persönlich bin nicht unglücklich über die Entwicklung. Ich bekomme seit 4 Jahren keinen KU für drei Kinder, nach und nach sind alle UHV-Zeiträume ausgelaufen, die KM - die im Sommer 2015 noch dröhnte dass das negative Gutachten sie in ihrem beruflichen Fortkommen behindern würde - ist ununterbrochen in ALG II Bezug.
Wir sind bisher gut klar gekommen, meine Angestellten mussten nicht hungern ... meine Kinder auch nicht ... aber so 700 Euro mehr in der Tasche ist schon etwas erleichternd. Und obwohl ich Ackere wie eine Hafenhure, mich um alles kümmere und Zusammenhalte, bleibt bei mir nicht mehr hängen wie bei einem ALG II Empfänger ... wenn ich alle Kosten abziehe. Einziger Unterschied, ich brauche keine Anträge ausfüllen und fahre zwei Autos ...

Ich glaube nach wie vor, dass die Verlängerung etwas entscheidenes bewirken wird, da die Verantwortung nicht mehr einer Seite alleine aufgebürdet wird und diese sich auch noch alles gegenrechnen lassen muss. Wenn ihr es als Wahlgeschenk deklariert ... Eure Meinung ist Euch unbenommen, ich halte es als notwendige Änderung, die schon seit Jahren gefordert wird, und wenn sie dann kommt auch wieder madig geredet wird ...

Gruß
Kasper


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: LucasDaddy am 18. November 2016, 10:44:28
Moin,

ich bin da komplett bei Kasper und finde dies
Zitat
ich halte es als notwendige Änderung, die schon seit Jahren gefordert wird, und wenn sie dann kommt auch wieder madig geredet wird ...
wirklich sehr traurig.

Mir sind auch einige AE-Eltern (Mütter und Väter) bekannt und niemand von diesen lebt von Sozialleistungen. Genauso wie ich arbeiten alle und bekommen Job und Familie ganz gut unter einen Hut. Nur wirklich finanziell unabhängig ist absolut keiner von ihnen und große Sprünge sind auch nicht drin. Für uns bedeutet die Weiterzahlung des UHV daher schon eine Verbesserung und vielleicht ist dann sogar mal ein Urlaub pro Jahr drin (die "zahlungsunfähige" KM gönnt sich pro Jahr drei Fernreisen....).

Zudem habe ich die Hoffnung, dass die Leistungsfähigkeit des unterhaltspflichtigen Elternteils endlich wirklich überprüft wird, wenn Vater Staat mit UHV einspringen muss. Zumindest in meinem Fall begnügt sich dieser mit an den Haaren herbeigezogenen Lügenmärchen und prüft nicht eines davon nach. Warum auch, kostet ihn ja nichts...

LG,
LD


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Kasper am 18. November 2016, 11:06:50
Zudem habe ich die Hoffnung, dass die Leistungsfähigkeit des unterhaltspflichtigen Elternteils endlich wirklich überprüft wird, wenn Vater Staat mit UHV einspringen muss. Zumindest in meinem Fall begnügt sich dieser mit an den Haaren herbeigezogenen Lügenmärchen und prüft nicht eines davon nach. Warum auch, kostet ihn ja nichts...
Oh ja, ein wenig mehr Engagement wird den Kreisen gut tun ... denn die geben sich meist oft mit einfachen Aussagen zufrieden. Aber wie so oft im Leben, bewirkt es etwas, wenn plötzlich die Taschen aufgemacht werden müssen. Und wenn es nur ein Teilbetrag ist...

Gruß
Kasper


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Mr_Gru am 18. November 2016, 11:09:20
Leute...  :puzz:

Können wir uns nicht einfach freuen? Allein das viele damit aus dem H4 Bezug rausfallen ist
doch ne positive Sache für die Betroffenen... Wieviele AE´s gehen in TZ arbeiten und stocken
auf... keine Gängelung durch JC mehr, kein regelmäßiges "Nackig machen", dass allein erhöht
doch ungemein die Lebensqualität.

Für mich als AE in Vollzeit sogar super, denn Unterhalt bekomm ich 0,00 Cent und meine
Tochter wäre nächstes Jahr auch aus dem UHV rausgefallen.

Egal ob Wahlgeschenk oder nicht, die bisherige Regelung war ungerecht, unlogisch und viele
hoffen seit Jahren auf eine Änderung.


Mr_Gru, der jetzt hochmoiviert daran arbeiten wird das seine Kinder nicht später zur erwerbslosen,
nicht Steuern zahlenden Unterschicht gehören   :rofl2:


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Susi64 am 18. November 2016, 11:33:42
Hallo Mr_Gru,

 :thumbup: :thumbup:

Es trifft ja auch die Richtigen!

Nichts auf dieser Welt ist perfekt. Die UHV-Kasse bzw. die öffentliche Hand beschäftigt bestimmt gern noch ein paar Sozialdetektive, die alles nachprüfen. Nur entsteht die Frage ob die das auch rechtlich dürfen und ob der Aufwand in Relation zu den Kosten steht.
Ich glaube kaum, dass es hier einen zahlenden Vater freut, wenn er jetzt auch noch ganz offiziell von Sozialdetektiven überwacht wird.

VG Susi



Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Lausebackesmama am 18. November 2016, 12:13:12
Sehe ich auch so wie Kasper, LD und Mr. Gru.  :thumbup:


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: oldie am 18. November 2016, 18:04:40
Moin

Die neue Regelung zum UHV ist für mich lediglich überfällig und ein Mindestmaß an angemessener und vor allem gleichberechtigter Behandlung aller Kinder. Ich mache nichts madig, nur empfinde ich auch keine Freude - höchstens Genugtuung. Von daher kein Grund für mich, in Jubel zu verfallen. Das es anderen da anders ergeht, möchte ich weder ignorieren noch schlecht reden. Mir geht es um die, welche ganz weit unten in der Nahrungskette stehen und die faktisch Null Komma Nichts davon haben. Genau das gibt auch die tatsächliche Kostenerwartung  (ggü. den theoretischen Aufwendungen) der Bundesregierung wider. Ich bin es eben leid in Anbetracht tatsächlicher Not, wenn solche Scheinzahlen wie 260.000 Kinder profitieren unter das Volk gebracht werden. Denn genau hier liegt doch die Botschaft für das gemeine Volk, dieser verlogene Botschaft.

Da ich persönlich in keinster Weise auch nur ansatzweise betroffen bin (außer das meine Steuergelder dafür verwendet werde - und hier habe ich absolut nichts dagegen einzuwenden, im Gegenteil, ich heiße es richtig so), kann ich mir den "Luxus" leisten, über den Tellerrand zu schauen.

Gruss oldie

Edit und PS:
... Allein das viele damit aus dem H4 Bezug rausfallen ist
doch ne positive Sache für die Betroffenen... Wieviele AE´s gehen in TZ arbeiten und stocken
auf... keine Gängelung durch JC mehr, kein regelmäßiges "Nackig machen", dass allein erhöht
doch ungemein die Lebensqualität.
Eine ganz wichtige Sache, die für mich auch am hervorstechensten ist, diese Lebensqualität. Diese allein ist es wert.


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Marko99 am 21. November 2016, 01:48:04
Moin,

ich befürworte es, wenn es dann wirklich durch den Bundestag und Bundesrat geht.

Und ich glaube auch, dass dann mehr Mitarbeiter eingestellt werden, um Kontrolle auszuüben.

Gruß
Marko


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Kasper am 21. November 2016, 07:19:58
Es ist bereits beschlossen.

Gruß
Kasper


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Malachit am 21. November 2016, 20:35:00
Hallo zusammen,

um nochmal auf die Frage zurückzukommen, wie viele Kinder von der Änderung denn nun tatsächlich profitieren, da gibt's eine zwar örtlich begrenzte, aber dennoch recht aufschlussreiche Meldung beim Focus (http://www.focus.de/regional/saarland/regionalverband-saarbruecken-gillo-uvg-gesetzentwurf-weitet-doppelstrukturen-aus_id_6227065.html). Dort erzählt nämlich ein gewisser Peter Gillo, Regionalverbandsdirektor des Regionalverbands Saarbrücken (Hervorhebung ist von mir):

Zitat
"(...) Unterm Strich bekommen dadurch aber leider nur sehr wenige Familien wirklich mehr Geld.“

Grund dafür sei, dass der Unterhaltsvorschuss bei Hartz IV-Empfängern mit dem Regelsatz verrechnet wird. Und im Regionalverband seien nun mal – ähnlich wie im Bund - rund 90 Prozent der Leistungsbezieher nach dem Unterhaltsvorschussgesetz auch im Hartz IV-Bezug. „Die beiden Leistungen von Jobcenter und Jugendamt werden miteinander verrechnet und die Familien haben keinerlei finanzielle Vorteile. Diese Doppelbürokratie ist sinnlos, wird aber durch die Neuregelung sogar ausgeweitet, weil sich die Fallzahlen im Regionalverband verdoppeln werden.“

Der Rest des Artikels ist übrigens ebenfalls durchaus lesenswert.

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Tina10 am 21. November 2016, 21:03:15
Das kommt absolut hin: wenn die Mehrkosten, wie Frau Schwdsig sagt, nur 100 Mio betragen, kommen, wenn man von einem durchschnittlichen Bezug von 200 € im Monat ausgeht, knapp 42.000 Kinder zusätzlich in den Genuss des Unterhalts.

Das sind etwa 16℅ der angegebenen 260.000.

Wieder so ein typisches Gesetz für eine winzige Lobnygruppe.


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: oldie am 21. November 2016, 21:15:15
Moin

Wieder so ein typisches Gesetz für eine winzige Lobnygruppe.
Also diese Unterstellung, dass eine angebliche "Lobby-Gruppe" hier 'profitieren' tut, ist ausgesprochen dumm und zeugt von Deiner Arroganz. Mit Verlaub, genauer gesagt ist solch' Auffassung hetzerisch und diffamierend. Falls Du jemand anderen meinst als die, welche durch den erweiterten UHV-Geltungsbereich anschließend mehr im Monat zur Verfügung haben, so sage es etwas eindeutiger.

Gruss oldie


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Susi64 am 21. November 2016, 23:09:34
Hallo,

das ist in vielen Fällen ein Problem. Die meinsten Anliegen betreffen nicht die Mehrheit.
Wenn es eine Mehrheit betreffen würde, wären die Zahlen entweder sehr klein (das Kindergeld soll ja auch angehoben werden) oder unbezahlbar.

Deshalb ist mir wichtig, dass es überhaupt einen nachvollziehbaren Nutzeffekt hat. In einer talk-Runde wurde einmal gefragt, warum sich Politiker so wenig für den Bildungsbereich interessieren. Die banale Antwort war, dass man da Millionen versenken könnte ohne, dass es einer überhaupt mitbekommt.

VG Susi


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Mr_Gru am 22. November 2016, 09:40:19

Wieder so ein typisches Gesetz für eine winzige Lobnygruppe.

Das meinst ironisch,  oder?  :question:

Denn genau diese "Lobbygruppe"  sind doch die einzigen Menschen die deiner Meinung nach
überhaupt Kinder in die Welt setzen dürften,  berufstätig und unabhängig von öffentlichen Geldern.


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Frieda am 22. November 2016, 11:48:50
Hallo,

oh, dann gehöre ich wohl auch mal zu ner "winzig kleinen Lobbygruppe" ;-)
Mein Ex zahlt gerichtlich festgelegt 53,00€ pro Kind und Monat und kümmert sich etwa alle Jubeljahre mal einen Nachmittag um die Kinder (also eigentlich gar nicht), beide sind über 12, ich arbeite Vollzeit und kümmere mich allein um die beiden.
Mein Verdienst plus Unterhalt plus Kindergeld reicht jeden Monat haargenau aus, aber nur mit viel Verzicht und Rechnerei. Die Unabhängigkeit von irgendwelchen Ämtern mit anmaßenden Sachbearbeitern hab ich mir mühsam erkämpft und möchte sie erhalten, schon um mein Selbstwertgefühl zu behalten.
 Ich fände es sehr schön, wenigstens finanziell mal etwas Entspannung zu haben.

Liebe Grüße

Frieda


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Kasper am 23. November 2016, 18:27:23
Sinnloses Aufregen ...
da kommt wohl nichts mehr ... vielleicht versuchen die das Projekt auch heimlich einzustampfen ...

http://www.stern.de/news/bedenken-aus-union-verzoegern-reform-des-unterhaltsvorschusses-7206384.html?utm_campaign=artikel-header&utm_medium=share&utm_source=twitter (http://www.stern.de/news/bedenken-aus-union-verzoegern-reform-des-unterhaltsvorschusses-7206384.html?utm_campaign=artikel-header&utm_medium=share&utm_source=twitter)


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Malachit am 30. November 2016, 23:22:43
Hallo zusammen,

zu diesem Thema mal wieder ein Blick in die Medien, diesmal die Mitteldeutsche Zeitung (http://www.mz-web.de/politik/alleinerziehende-staat-kassiert-unterhaltsvorschuss-gleich-wieder-ein-25191980) vom 29.11.2016:

Zitat
Alleinerziehende: Staat kassiert Unterhaltsvorschuss gleich wieder ein
(...)
Nun aber zeigt sich: Die Reform droht seine Wirkung fast völlig zu verfehlen. Denn bei 87 Prozent der Anspruchsberechtigten käme der Vorschuss derzeit gar nicht an, weil er ihnen als Hartz-IV-Empfängern von der Grundsicherung abgezogen würde.
(...)
Zudem droht das geplante Gesetz nun auch an der Ablehnung einiger SPD-Länder im Bundesrat zu scheitern (...)
(...)
Laut der Antwort des Bundesfamilienministeriums auf ihre Anfrage haben Anfang 2015 rund 454.000 Kinder Unterhaltsvorschuss bekommen. Davon erhielten laut Statistischem Bundesamtes rund 395.000 Hartz IV.

Irgendwie klingt das für mich immer mehr nach einem gewaltigen Rohrkrepierer aus dem Hause Schwesig ...

Nix für ungut,

Malachit.


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: Kasper am 01. Dezember 2016, 07:44:22
Nein,

mich ärgert es maßlos ... und ich kenne so viele die aufstocken müssen, weil sie keinen Unterhalt bekommen bzw. der gerade der UHV ausgelaufen ist.
Es gibt nicht ein sinnvolles Argument für die Begrenzung auf 72 Monate und Beschränkung bis zum 12. Lebensjahr. Die Änderung ist eigentlich überfällig bzw. hätte so niemals begonnen werden dürfen.
Das als Rohrkrepierer zu bezeichnen, halte ich für schwachsinnig.

Aber wenn das so gesehen wird, dann erachte ich es nur als Recht und billig, dass Unterhaltsverweigerern - ob bewusst oder unbewusst - sofort ins Gefängnis kommen, wenn sie keinen KU zahlen. Ohne Ausnahme. Vielleicht noch ein paar Vorstufen, wie Fürherscheinentzug, einschränken der Reisemöglichkeiten, ein Hausarrest (mit Fußfessel) ist auch nicht so schlecht.

Ich finde es nur recht und billig, wenn der Staat sich aus der Verantwortung stiehlt, der andere Elternteil dies ebenso macht und man quasi in den ALG II Bezug gepresst wird, dass dann alle möglichen Repressalien ausschöpfend genutzt werden.

Dann ist dies natürlich ein ordentlicher Rohrkrepierer ... aber die Schreie zu den notwendigen Maßnahmen kann ich jetzt schon hören. Im übrigen, die Begeisterungsfähigkeit der Beistandschaften, wenn sie nicht selber mit dem Geld leben müssen, ist allgemein bekannt ...

Gruß
Kasper


Titel: Re: Unterhaltsvorschuss bis 18!
Beitrag von: United am 24. Januar 2017, 10:21:10
Moin,

ab 01.07.17 soll es jetzt losgehen:
Unterhaltsvorschuss - Mehr Hilfe für Alleinerziehende (http://www.tagesschau.de/inland/unterhaltsvorschuss-streit-ende-101.html) (Quelle: Tagesschau)

Gruß
United