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Allgemein => Allgemein => Thema gestartet von: wedi- am 29. Mai 2013, 20:27:18



Titel: Problem
Beitrag von: wedi- am 29. Mai 2013, 20:27:18
Hi

Wie einige wissen, werde ich von meiner jetzigen Frau ernährt.Durch Unterhaltszahlungen bin ich finanziell auf Null geschröpft.
Einige wissen auch, das sie bei einer Arztfamilie arbeitet.
Es gab immer schon Unstimmigkeiten im Bezug auf Lohnsteuerklasse etc, die i.M. aber wenig wichtig sind.
Sie ist von einem grossem Unternehmen abgeworben worden bei dem sie 1650,- Euro Brutto verdiente.
Mit diesem Brutto ist sie dann in dem Betrieb bei der Arztfamilie eingestiegen.
Die Arbeitszeiten wurden auf 8std. täglich und alle 14 Tage das WE durch vereinbart.

Sie ist nun seit fast 4 Jahren dort Vollzeit beschäftigt.

Nun arbeitet sie 7 Tage die Woche und bekommt nur einen Ausgleich, wenn sie auch energisch darauf besteht, soll heißen, sie arbeitet die Woche durch, an Feiertagen wie Ostern, 1Mai,- Pfingsten werden auch keine Ausnahmen gemacht.

Sie schreibt sich die Stunden auf und liegt weit über 230 Stunden im Monat.

Jetzt hat sie heute , nachdem sie fast zusammen gebrochen ist, darauf aufmerksam gemacht und Ihr wurde sofort mit Kündigung gedroht.

Ich habe ihr geraten erstmal zum Arzt zugehen, da aber Ihr Arbeitgeber Ihr Arzt ist, darf sie nur dort untersucht werden.

Dubios ist, das sie seit neuestem keine Gehaltsabrechnung mehr bekommt, sondern einen Gehaltscheck über 1000,-Euro und 165,-Euro in Bar.
Wenn sie das nicht akzeptieren würde, könnte sie sich sofort etwas anderes suchen.

Ich weiß nicht was ich davon halten soll.
Was soll ich tun?


Gruss Wedi, in der Hoffnung auf Hilfe


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Beppo am 29. Mai 2013, 21:16:17
Hi.

Naja klar ist, dass das nur funktioniert, weil sie es zulässt.

Klar ist auch, dass sie, wenn sie sich wehrt, sofort gewinnen, aber ihren Job, vermutlich, verlieren wird.
Und noch klarer ist, wenn sie sich nicht wehrt, verliert sie ihre Gesundheit.
Insofern muss die Entscheidung klar sein.

Nichtmal in China wird 7 Tage die Woche gearbeitet.

Ich denke, sie sollte in einem ruhigen Moment, also dann wenn gerade nichts vorgefallen ist, deutlich sagen, das sie nicht länger bereit ist, diese Situation hinzunehmen.
Und vermutlich ist das sogar besser schriftlich als mündlich.
Sonst führt das evtl. nur zu verbalen Exzessen.

Aus der Hüfte geschossen würde ich in etwa folgendes schreiben:

"Sehr geehrter Massa,

leider bin ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, wie bisher xxx Stunden an 7 Tagen in der Woche zu arbeiten, sondern nur noch  40h an bis zu 5 Tagen in der Woche.
Außerdem bitte ich Sie, mir die seit xx.xx.xx rückständigen Gehaltsabrechnungen samt dem dazugehörigen Gehalt zukommen zu lassen.

Ebenso bitte ich Sie, mir die aufgelaufenen Überstunden, seit xx.xx.xx yyy Stück bis zum xx.xx.xx. zu vergüten.


Ihre unterwürfige Sklavin,
Frau wedi."

Und wer erzählt eigentlich so etwas?
Ich habe ihr geraten erstmal zum Arzt zugehen, da aber Ihr Arbeitgeber Ihr Arzt ist, darf sie nur dort untersucht werden.


Ich denke nicht, dass sich dieser Job halte lässt.
Denke aber auch nicht, dass das zu bedauern wäre.

Gruss Beppo


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Frieda am 29. Mai 2013, 23:28:55
Hallo wedi,

das hier:

Ich habe ihr geraten erstmal zum Arzt zugehen, da aber Ihr Arbeitgeber Ihr Arzt ist, darf sie nur dort untersucht werden.
ist Quatsch, sie hat freie Arztwahl, da hat kein AG reinzureden.

und wenn der Doc deshalb Zicken macht, ist das hier:
Dubios ist, das sie seit neuestem keine Gehaltsabrechnung mehr bekommt, sondern einen Gehaltscheck über 1000,-Euro und 165,-Euro in Bar.
vorm Arbeitsgericht eventuell als Munition zu gebrauchen.

Es ist nicht zu glauben, wie dreist manche Arbeitgeber (meist ungestraft) vorgehen.

Ich drück die Daumen, daß Ihr da ne Lösung findet.

Liebe Grüße

Frieda


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Wildlachs am 30. Mai 2013, 00:46:43
Moin.

Hört sich für mich nach Verletzung arbeitsrechlicher Vorschriften und sogar nach Steuerhinterziehung an.
Mal 'nen Arbeitsrechtler draufsehen lassen, würde ich sagen.

W.


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 30. Mai 2013, 07:53:46
Hi und danke für die Antworten

Natürlich hat sie freie Arztwahl, sie wird aber von Ihren Chefs dazu genötigt im Krankheitsfall zu keinem anderen Arzt zu gehen.Die legen das als ''Vertrauensbruch'' aus.Ich weiß,...Quatsch, aber so sind die eben.
Das sie Ihr Gehalt auf diese Art und Weise ausbezahlt bekommt hat, wie schon vermutet, steuerliche Gründe.
Meine Frau ist gestern Abend erschöpft ins Bett gefallen und hat die ganze Nacht wach gelegen.

So gehts nicht weiter.

Ich versuche sie dazu zu bewegen zu einem richtigen Arzt zu gehen.

Gruss Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Wildlachs am 30. Mai 2013, 08:50:18
Moin.

Frau sollte sich einen vernünftigen Job bei einem ordentlichen Arbeitgeber suchen.
Ärztliche Reparaturen führen hier mE nicht weiter.

W.


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 30. Mai 2013, 09:42:23
Tach

Ist schon in Arbeit, es gibt so einen ''vernünftigen'' Job nicht an jeder Straßenecke, die Suche wird sich also ein wenig hinziehen.Das Arbeitsamt ist da auch keine große Hilfe, dort war sie schon.
Was die ärztlichen Reparaturen angeht, denke ich, sind diese notwendig, da sie m.M.n. schon kurz vor dem Zusammenbruch steht.


Gruss Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Inselreif am 30. Mai 2013, 11:18:36
Hi wedi,

mein erster Eindruck ist, dass Deine Frau bei ihren Sklaventreibern über die selben Stöckchen springt wie viele hier bei ihren Exen.
Es gibt ein Arbeitszeitgesetz und es gibt steuerliche Vorschriften. Es besteht Anspruch auf eine Gehaltsabrechnung und aufpassen sollte sie auch, was dann die Lohnbescheinigung und Meldung zur Sozialversicherung angeht.
Zumindest sollte sie das alles so sauber dokumentieren, dass der Arzt mit der Kündigung Probleme bekäme.

Gruss von der Insel


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 30. Mai 2013, 12:03:21
Hi!

Was gibt es für Gründe, an einem Job festzuhalten, wo man umgerechnet ca. 5€ Stundenlohn verdient?

Der Arbeitgeber begeht hier vermutlich Steuer- und Sozialbetrug und das dürfte ihm irgendwann um die Ohren fliegen.Da Deine Frau vermutlich nicht die Einzige ist, würde ich mich auch nicht einschüchtern lassen. Da drohen u.U. empfindliche Strafen.

Eine Gehaltsabrechnung ist schon vor dem Hintergrund von Renten- und Arbeitslosenansprüchen wichtig.

Gruss
BP



Titel: Re: Problem
Beitrag von: brille007 am 30. Mai 2013, 12:37:44
Moin wedi,

in Ergänzung zu den Vorschreibern: 5 EUR netto pro Stunde sind ein Hungerlohn; da findet sich von heute auf morgen fast überall etwas Besseres. Um sich die Gesundheit zu ruinieren, schlecht zu schlafen und keine Zeit mehr zum Leben zu haben ist das definitiv zu schlecht bezahlt.

Was diese Docs aber vermutlich noch mehr fürchten als eine arbeitsrechtliche Auseinandersetzung ist die Öffentlichkeit. Ein AG-Verfahren, bei dem am Ende ein paar Kröten Abfindung herauskommen, kratzt die wenig. Insofern würde auch ich dazu raten, zu einem guten Arbeitsrechtler zu gehen und das Ding auf saubere Füsse zu stellen - entweder mit einer umgehenden, ggf. sogar rückwirkenden Anpassung der Bezüge und Arbeitszeiten (falls der Job wirklich toll und unverzichtbar ist) oder mit einer ebenso umgehenden Beendigung; natürlich ebenfalls mit einer Nachzahlung für mindestens die vergangenen Monate. In beiden Fällen mit einer sauberen Gehaltsabrechnung, aus der die Beiträge zur Sozialversicherung hervorgehen. Das Ganze würde ich als RA verbinden mit der Ankündigung, im Fall einer Nicht-Einigung die lokale Presse einzuschalten und damit ordentlich Wind zu machen.

Allerdings stimmt tatsächlich: Solche Arbeitsverhältnisse kommen zustande, weil Menschen so weit gehen, wie sie ungestraft gehen können. Manche davon wachen erst auf, wenn endlich mal jemand mit der flachen Hand auf den Tisch haut und deutlich sagt "So nicht!"

Grüssles
Martin


Titel: Re: Problem
Beitrag von: DeepThought am 30. Mai 2013, 20:46:08
Moin,

ich erlebe täglich, welche Grenzen der Erpressbarkeit (künftige) Arbeitnehmer sich selbst setzen. Und ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen denken, nur Arbeitgeber dürfen kündigen. Ich würde mit dem Arzt kein Wort reden und auch nichts schriftlich machen. Sie soll sich bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden (nicht arbeitslos!!), ihre Bewerberdaten auf der jobbörse hinterlegen und fleißig Bewerbungen schreiben - vor allem initiativ. Aus dem Job heraus bewirbt es sich besser und leichter als aus der Arbeitslosigkeit.

Sie kann mir gern ihre Bewerbungsunterlagen zur Durchsicht zuschicken.

DeepThought


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 14. Juni 2013, 08:02:31
Moin

Heute Morgen ist die Bombe geplatzt.
Meine Frau ist zusammengebrochen.Sie hatte richtige Heulkrämpfe.
Sie ist nun beim Arzt, aber einem anderen.
Als Ihr Arbeitgeber davon erfuhr(wir haben sie sofort benachrichtigt), wurde gesagt Zitat:,,Wer an mir vorbeigeht, der braucht erst gar keinen gelben Schein vorbeibringen, das ist ein Vertrauensbruch sondergleichen''.Das Gespräch wurde beendet.
Sie wird die Krankmeldung selbstvertständlich vorbeibringen.
Ich denke der Krieg hat begonnen. :puzz:

Gruß Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: midnightwish am 14. Juni 2013, 08:24:01
Hi wedi,

sie sollteden SChein nicht alleine vorbeibringen, sondern mit einem Zeugen, damit sie im Zweife3lsfallnachweisen kann ,daqss sieihrKrankmeldung ordnungsgemäß abgegeben hat.

Lg Tina


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 14. Juni 2013, 08:32:52
Danke Tina, das wird wohl nötig sein.
Wer weiß, was die sich nun alles einfallen lassen.

Ich bin doch sehr erstaunt, wie hochstudierte Menschen, die sich Ärzte schimpfen, mit anderen Menschen umgehen.


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Frieda am 14. Juni 2013, 08:34:19
Hallo,

Als Ihr Arbeitgeber davon erfuhr(wir haben sie sofort benachrichtigt), wurde gesagt Zitat:,,Wer an mir vorbeigeht, der braucht erst gar keinen gelben Schein vorbeibringen, das ist ein Vertrauensbruch sondergleichen''

Wie dreist ist das denn? Diesen Spruch würde ich mir für später gut merken.
Wäre sie zu ihm gegangen, hätte sie zu hören bekommen, daß sie sich alles nur einbildet und sich nicht so anstellen soll. Und wie geht der Mann mit seinen Patienten um, die zufällig nicht bei ihm angestellt sind? Oh Mann. Würde ich bei meinen Hausarzt sowas mitbekommen, würde ich die Praxis wechseln und dafür sorgen, daß andere Patienten auch davon erfahren.

Ich denke der Krieg hat begonnen. :puzz:

Jepp. Und ich wünsche Euch dafür viel Kraft und Erfolg. Damit Es Euch wieder besser geht und damit es anderen nicht so passiert. Solchen "Arbeitgebern" muß das Handwerk gelegt werden.

Deiner Frau Gute Besserung!

Liebe Grüße

Frieda


Titel: Re: Problem
Beitrag von: brille007 am 14. Juni 2013, 08:47:17
Moin wedi,

Ich bin doch sehr erstaunt, wie hochstudierte Menschen, die sich Ärzte schimpfen, mit anderen Menschen umgehen.
Ärzte (oder überhaupt Akademiker) sind nur in den Augen von ein paar Mitmenschen was Besseres. Ich muss immer grinsen, wenn ich in einer Gebrauchtwagen-Verkaufsanzeige das Wort "Arztwagen" sehe - als ob die besser Auto fahren könnten oder ihre Autos besser pflegen könnten als andere. Oder wenn ich in einem Geschäft höre, wie jemand nach "Ärzterabatt" fragt.

Daneben gibt es allerdings immer noch auch den "Götter-in-weiss"-Nimbus - und bei dem muss ich überhaupt nicht grinsen: Was "der Doktor" sagt, wird von vielen - vor allem älteren - Menschen nicht in Frage gestellt. Wenn deshalb auf die Einholung einer medizinischen Zweitmeinung verzichtet wird, kann ich richtig sauer werden.

Ärzte sind in keiner Hinsicht etwas Besseres; die meisten bilden sich das auch nicht ein. Und den anderen muss diese Einstellung einfach irgendwann um die Ohren fliegen. Deshalb hatte ich weiter oben ja empfohlen, dafür zu sorgen, dass das diesmal nicht geräuschlos über die Bühne geht. Redakteure der lokalen Presse sind dafür durchaus zu haben. Und weil Ärzte nicht damit drohen können, keine Anzeigen mehr zu schalten, gibt's normalerweise auch keine Maulkörbe für Journalisten.

Ein Arbeitgeber, der meine Frau derart besch*eiden bezahlt, für Heulkrämpfe sorgt und dann auch noch solche Sprüche ablässt, dürfte sich auf einen Shitstorm gefasst machen, der ihm das Toupet weg- und das Wartezimmer leerbläst.

Grüssles
Martin





Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 14. Juni 2013, 09:44:07
Moin!

Hat Deine Frau eine Rechtschutzversicherung, die auch das Arbeitsrecht abdeckt? Wen nein, würde ich mir Die schleunigst zulegen.  Die Versicherungen verlangen in der Regel eine Vorlaufzeit von mind. 3 Monaten, bevor man die in Anspruch nehmen kann. Die kann sich lohnen, wenn es zu einem Prozess kommt.

Gruss
BP

P.S.: Gibt's da keinen Betriebsrat?


Titel: Re: Problem
Beitrag von: psoidonuem am 14. Juni 2013, 12:28:29
Den Versicherungsbeitrag können sie sich sparen, der Versicherungsfall ist ja im Grunde bereits eingetreten und die Versicherung wird nicht zahlen.


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Beppo am 14. Juni 2013, 12:47:57
P.S.: Gibt's da keinen Betriebsrat?
In einer Arztpraxis?

Ich denke, diesem Job solltet ihr keine Träne nachweinen und Arbeitsrechtsprozesse sind i.d.R. für den Arbeitnehmer ein Selbstgänger und kostenlos.


Titel: Re: Problem
Beitrag von: brille007 am 14. Juni 2013, 13:06:03
Moin,

Arbeitsrechtsprozesse sind i.d.R. für den Arbeitnehmer ein Selbstgänger und kostenlos.
das ist richtig. Zu beachten sind allerdings die in mancher Hinsicht sehr kurzen Fristen; gerade bei Kündigungen.

Grüssles
Martin


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Patricia am 14. Juni 2013, 15:40:13
Arbeitsrechtsprozesse sind zwar häufig ein Selbstgänger für den Arbeitnehmer - aber nicht kostenlos.

Jede Partei trägt die eigenen Kosten.
Die Klage kann man noch kostenfrei bei Gericht einreichen.
Danach kommen Anwälte ins Spiel und da geht es los mit dem Geld.

Fristsetzung: 3 Wochen nach Erhalt der Kündigung. Hat deine Frau eine Kündigung erhalten? Klang bisher nicht so.
Der AG ist einfach nur gemein. :gunman:

Rechtschutz greift nicht mehr. Bei uns hat sie mal gesagt: Aber den Job haben sie vor 4 Jahren angenommen, die Versicherung aber erst vor 3 Jahren abgeschlossen. Da wußten Sie schon, dass sie 3 Jahre später klagen müssen. Deshalb treten wir nicht ein. Für die war der Schaden schon mit dem Antritt der Arbeitsstelle eingetreten. Und das war vor Abschluß der Versicherung...

Kein Spielplatz!



Es gibt ein Forum mit Namen arbeitsrecht.de die haben ein paar Experten was das angeht. (Bitte löschen - falls ich das nicht schreiben darf)

Alles Gute!


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 14. Juni 2013, 16:24:57
Hi

Eine Kündigung hat sie noch nicht erhalten, wir rechnen aber damit.
Problem wird das Geld sein, wie ich die einschätze stellen die die Lohnzahlungen ein, bzw. werden die dubiosen Lohnzahlungen runtergeschraubt.

Eine Rechtschutzversicherung besteht und ich habe dort auch schon mal so nachgefragt, die haben Deckung zugesagt.

Meine Frau hat neben dem psychischen Problemen(Burn Out????)auch körperliche Leiden, so ist heute ein Magengeschwür festgestellt worden, das vorher als ''Einbildung'' abgetan wurde.Sie bekam bei Schmerzen immer irgendwelche Tropfen verschrieben, die dann auch immer eine gewisse Zeit halfen.Nächste Woche geht sie zu einem Spezialisten.

Wir warten erstmal die Reaktionen ab, haben aber auch schon einen Termin beim Arbeitsamt gemacht.

Mal sehen was kommt.


Gruß Wedi und danke


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 14. Juni 2013, 16:47:18
Rechtschutz greift nicht mehr. Bei uns hat sie mal gesagt: Aber den Job haben sie vor 4 Jahren angenommen, die Versicherung aber erst vor 3 Jahren abgeschlossen. Da wußten Sie schon, dass sie 3 Jahre später klagen müssen. Deshalb treten wir nicht ein. Für die war der Schaden schon mit dem Antritt der Arbeitsstelle eingetreten. Und das war vor Abschluß der Versicherung...
Dann hat Dich die Versicherung aber schön über den Tisch gezogen!



Titel: Re: Problem
Beitrag von: TotoHH am 14. Juni 2013, 16:50:38
so ist heute ein Magengeschwür festgestellt worden, das vorher als ''Einbildung'' abgetan wurde.Sie bekam bei Schmerzen immer irgendwelche Tropfen verschrieben, die dann auch immer eine gewisse Zeit halfen.Nächste Woche geht sie zu einem Spezialisten.

Und noch ein Argument, dass geschickt eingesetzt, den alten Arbeitgeber eigentlich gefügig machen sollte, das Thema möglichst "großzügig" zu beenden... Versucht vom neuen Arzt oder vom Spezialisten ruhig mal herauszubekommen, ob das Magengeschwür ganz neu ist... Aber nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, dass mit der Aussage ein Kollege reingeritten werden soll. Und dass Deine Frau damit schon mal in Behandlung war, ist sicherlich bei der KV nachweisbar - ich bin mir sicher, dass der Geldgeier alles immer schön abgerechnet hat!

Ich würde Fakten sammeln, und dann den Arzt damit konfrontieren und recht zurückhaltend erwähnen, dass es da Details gibt, die die Ärztekammer, das Finanzamt, die Sozialversicherung und nicht letzt die lokale Presse interessieren könnte. Alleine dass sollte dazu führen, dass dem Arzt auffällt, dass er irgendwie in den vergangenen Monaten zu wenig Geld für zu viel Arbeit überwiesen hat. Und damit verbunden, dass man sich bei Freistellung gegen volle(!) Gehaltszahlung zum Ende des Jahres und einem wohlwollenden Zeugnis trennen wird.

Das soll ja nur ein Angebot für den Sklaventreiber sein.

toto


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 30. Juni 2013, 19:01:54
Hi

Heute am Sonntag kam per ''Autopost'' dieses Schreiben:






                                  Ordentliche Kündigung

Sehr geehrte Frau Wedi

Hiermit kündige ich das Arbeitsverhältnis fristgemäß zum 31.07.2013 aus betrieblichen
Gründen.Gleichzeitig stelle ich Sie mit sofortiger Wirkung unter Anrechnung des
Resturlaubs sowie Beibehaltung Ihres Lohnes bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses von
jeder weiteren Arbeitstätigkeit frei.Für die durch Sie geleistete Arbeit darf ich mich
bedanken!



Hochachtungsvoll

Unterschrift Frau des Arbeitgebers



Dazu muss ich sagen, das meine Frau bei dem Mann der Unterzeichnerin angestellt ist.
Meine Frau ist weiterhin krankgeschrieben.Über den Urlaub gibt es keine Aufstellung genau wie es keine Gehaltsabrechnungen gibt.


Gruss Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: brille007 am 30. Juni 2013, 20:48:06
Moin wedi,

das Wichtigste bei einer Kündigungsschutzklage (http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCndigungsschutzklage) ist die vergleichsweise kurze Frist von drei Wochen, innerhalb der eine solche beim zuständigen Arbeitsgericht eingereicht worden sein muss; ansonsten ist die Kündigung wirksam. Auch die aktuelle Erkrankung Deiner Frau verlängert da keine Fristen.

Also: Unbedingt diese Woche zum Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Grüssles
Martin


Titel: Re: Problem
Beitrag von: sleepy am 01. Juli 2013, 08:44:48
Hallo Wedi,

wenn der Arbeitgeber Deiner Frau der Arzt ist und die Frau den Arztes nicht üblicherweise für Personalangelegenheiten zuständig ist, hätte der Kündigung eine Vollmacht beiliegen müssen. Sofern diese fehlt solltet Ihr die Kündigung unverzüglich gemäß § 174 BGB zurückweisen. Unverzüglich heißt ohne schuldhaftes Zögern, i.d.R. geht man hier von 3 Tagen aus. Also solltet Ihr möglichst heute oder morgen zum Anwalt. Sofern der Anwalt die Zurückweisung für Deine Frau vornimmt muss auch dieser eine Vollmacht vorlegen!

lg
sleepy


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 01. Juli 2013, 12:08:10
Moin!

Hiermit kündige ich das Arbeitsverhältnis fristgemäß zum 31.07.2013 aus betrieblichen
Gründen.

Eine "betriebsbedingte" Kündigung bietet Ansatzpunkte für Den RA Deiner Frau. Der AG müsste sie anhand von Zahlen belegen. Auch müsste er darlegen, ob die Sozialauswahl (Betriebszugehörigkeit, Alter, Unterhalstpflichtige etc) korrekt war.

Ich würde also auch mal schauen, ob die Stelle nicht wieder neu besetzt wurde oder der AG evtl. eine Stellenanazeige aufgeben hat.

In jedem Fall muss Deine Frau dem RA die Richtung vorgeben: Abfindung oder Wiedereinstellung.

Ich gehe mal davon aus, dass Deine Frau da nicht mehr arbeiten will. Also hängt es davon ab, was der RA in der Güteverhandlung dann an Abfindung rausholt. 

LG, BP


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 01. Juli 2013, 13:00:02
Hi und danke für die Antworten

Ich würde also auch mal schauen, ob die Stelle nicht wieder neu besetzt wurde oder der AG evtl. eine Stellenanzeige aufgeben hat.
Der AG hat schon vor drei Monaten eine Stellenanzeige aufgegeben, allerdings suchten die eine Auszubildende.
Zum 1.07. fängt die dort an zu arbeiten.(frag mich nur für wie lange, denn länger als 1 Jahr hat es in den letzten 10 Jahren dort keiner ausgehalten).

Am Freitag haben wir einen Termin beim Fachanwalt für Arbeitsrecht.


Gruss Wedi, der sehr gespannt ist.


Titel: Re: Problem
Beitrag von: ginnie am 01. Juli 2013, 20:18:26
Hi wedi,

auch mein Rat, schnell zum Anwalt, der höchstwahrscheinlich Kündigungsschutzklage einreichen wird.

Außerdem zum Arbeitsamt, falls noch nicht geschehen, da Leistungen erst ab Antragsdatum gewährt werden können. Auch bei derzeitiger Arbeitsunfähigkeit wichtig sich dort zu melden, die werden schon sagen, was sie an Formularen usw. erwarten. Wichtig für die Meldung beim Arbeitsamt ist es auch wegen der Krankenvesicherung, denn der Arbeitgeber wird deine Frau sicher abmelden. Es kann auch sein, dass dann bei weiterer bestehender Arbeitsunfähigkeit Krankengeld von der Krankenkasse gezahlt wird statt ALG. Also ein Anruf bei der Krankenkasse kann auch nichts schaden.

was der beste papa schreibt, dürfte auf den kleinen Betrieb nicht zutreffen, Arbeitgeber mit weniger als 10 (oder 15? weiß der Anwalt aber genau!) brauchen eine betriebsbedingte Kündigung nicht begründen.

Dann hat er Anwalt aber noch die Möglichkeit, die Wirksamkeit anzufechten weil die Frau evtl. nicht wirksam kündigen darf, und außerdem die ganzen fehlenden Arbeitsentgelte nachzufordern. Übrigens letzteres auch wichtig, weil sich darauf die Berechnung des ALG und auch Krankengeld begründet! Also falls es Bescheide gibt zur Höhe der Lohnersatzleistung, mit dem Anwalt absprechen inwiefern ein Widerspruch erfolgen muss weil falsch gerechnet wurde, da der Arbeitgeber falsche Entgelte mitgeteilt hat.

Zu guter Letzt, wenn ihr schon mal beim Anwalt seid: fehlen noch Zahlungen aus der Vergangenheit, diese nachfordern lassen. Dies wäre eine zusätzliche Beauftragung des Anwaltes weil es da nicht um Kündigung, sondern um fehlende Abrechnung geht.

Die Rechtsschutz muss bestimmt für beide Sachverhalte Deckung zusagen, das solltet ihr mit dem Anwalt besprechen, er wird es wissen!

na ja und die Abfindung sollte auch besprochen werden  :wink:

ligr ginnie


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 05. Juli 2013, 17:31:52
Hi

Heute waren wir beim Anwalt.

Eine kleine Kanzlei, mit einem Arbeitsrechtler in meinem Alter.
Er ist außerdem Diplom Wirtschaftsjurist(was auch immer das ist).
Mein erster Eindruck war sehr positiv.Er hat sich in die doch sehr komplizierte Geschichte gut eingedacht und konnte unsere doch sehr lange Version nachvollziehen.

Als erstes wird wie schon erwartet Kündigungsschutzklage eingereicht, mit Klage auf Wiedereinstellung.
Es wird wie auch schon gesagt wahrscheinlich auf einen Vergleich hinauslaufen, in dem eine Abfindung ausgehandelt wird.
Die Höhe der Lohnzahlungen konnten wir belegen.
Die Urlaubstage werden auch herangezogen und die Überstunden werden auch Verhandlungssache sein.

Alles weitere wird sich nach und nach zeigen.

Bewerbungen meiner Frau sind mittlerweile fertig und auch schon weg.(Dank Deep Thought)


Bin sehr gespannt, Gruß Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Inselreif am 05. Juli 2013, 17:43:35
Er ist außerdem Diplom Wirtschaftsjurist(was auch immer das ist).
Meine Ex hatte mal einen angehenden Vertreter dieser Spezies als Praktikanten. Der war unfähig einen Kopierer zu bedienen und eine Schwangerschaft im neunten Monat als solche zu erkennen.
Auf meine Frage, was man mit diesem Studium werden könne, meinte er "Manager".

Das nur OT. Als Zusatzquali für einen Anwalt ist der Abschluss sicherlich sinnvoll.

Gruss von der Insel


Titel: Re: Problem
Beitrag von: AnnaSophie am 05. Juli 2013, 20:01:51
@wedi

Diplom-Wirtschaftsjurist ist im Regefall ein Fachhochschulabsolvent...

Sophie


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 05. Juli 2013, 20:03:08
Gut zu wissen inselreif. :wink:

Außerdem zum Arbeitsamt, falls noch nicht geschehen, da Leistungen erst ab Antragsdatum gewährt werden können. Auch bei derzeitiger Arbeitsunfähigkeit wichtig sich dort zu melden, die werden schon sagen, was sie an Formularen usw. erwarten. Wichtig für die Meldung beim Arbeitsamt ist es auch wegen der Krankenvesicherung, denn der Arbeitgeber wird deine Frau sicher abmelden.
Da waren wir direkt nach Erhalt der Kündigung, das Aa sagte, das meine Frau dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen würde, da sie krank geschrieben sei.Daher könne sie sich auch nicht arbeitslos melden.
Der Anwalt sagte das selbe wie du.
Montag fahren wir dort nochmal hin und lassen uns die ''Arbeitslosmeldung'' schriftlich bestätigen.

Echt erfahrene Leute hier. :thumbup: danke und Gruß Wedi





Titel: Re: Problem
Beitrag von: Susi64 am 05. Juli 2013, 22:03:55
Hallo Wedi,

gemäß dieser Webseite http://www.juraforum.de/forum/arbeitsrecht/arbeitslos-melden-wenn-krank-geschrieben-nicht-moeglich-319056 (http://www.juraforum.de/forum/arbeitsrecht/arbeitslos-melden-wenn-krank-geschrieben-nicht-moeglich-319056) und auch anderer Antworten im Internet, ist es richtig, dass man sich während einer Krankschreibung nicht arbeitslos melden kann sondern erst wenn man wieder gesund ist.

Trotzdem sollte das Arbeitsamt (Jobcenter) eine erforderliche Meldung als arbeitssuchend registirert haben.

Alles Gute für Deine Frau
Susi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: ginnie am 06. Juli 2013, 13:32:13
Hi

du kannst dich ja auch noch einmal im Internet auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit schlau machen. Die Meldung ist Pflicht, wenn die Kündigung vorliegt, vor allem wenn weniger als 3 Monate Kündigungsfrist eingehalten wurden. Insofern würde ich auf eine Registrierung der Meldung bestehen. Und da deiner Frau zum 31.07.13 gekündigt wurde, kann sie ja auch frühestens ab 01.08.13 ALG bekommen. Bis dahin bekommt sie ja sowieso keine Leistungen vom AA sondern Entgeltfortzahlung oder Krankengeld. Ist sie über den 31.07. hinaus arbeitsunfähig, muss man sehen, aber dann würde Krankengeld weiter gezahlt werden (Krankenkasse). Ist ja noch etwas Zeit bis dahin.

Der Anwalt sagte das selbe wie du.

OT: ich fühle mich geschmeichelt und kann dir versichern dass es nicht viele Anwälte gibt die dasselbe sagen wie ich ... :)  liegt aber daran dass die, mit denen ich beruflich zu tun habe, zumeist die Gegenseite vertreten  :rofl2:

ligr ginnie


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 30. Juli 2013, 17:46:36
Hi

Heute war der Gütetermin.

Der erste Streitpunkt war, das die Ärztin die Kündigung ausgesprochen hatte.
Wir konnten anhand der Unterschriften auf den Schecks und der elektronischen Lohnsteuernachweise aus 2012 beweisen, das der Arzt der Arbeitgeber war.
Trotz des Nachweises beharrte die Gegenseite darauf, das die Ärztin(laut Angabe 1.5 Mitarbeiter) der AG war.
Die Gegenseite behauptete, das es sich dabei um einen Fehler des Steuerbüros handelte.
Der Anwalt meiner Frau reichte dem Richter auch die Bescheinigungen von 2011, 2010 und 2009, auf denen auch der Arzt als AG ausgewiesen war.
Die Gegenseite war sichtlich in Erklärungsnot.
Erst recht, als unser Anwalt bezüglich der Anzahl der Arbeitnehmer sagte, das er das Finanzamt als Zeugen laden will.

Da nur der Anwalt der Gegenseite ohne seine Mandanten beim Termin war und er ''Anweisung'' hatte sich auf keinen Vergleich einzulassen, wurde ein Kammertermin festgelegt.

Der Richter fand das alles sehr kurios und meinte, das die Anwälte nach Rücksprache mit den Mandanten intensiv miteinander sprechen sollten.

Es ist also noch alles offen.

Gruss Wedi



Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 30. Juli 2013, 18:06:13
Hi!

Da nur der Anwalt der Gegenseite ohne seine Mandanten beim Termin war und er ''Anweisung'' hatte sich auf keinen Vergleich einzulassen, wurde ein Kammertermin festgelegt.

Der Richter fand das alles sehr kurios und meinte, das die Anwälte nach Rücksprache mit den Mandanten intensiv miteinander sprechen sollten.

Der Richter will offenbar beide Parteien zu einer gütlichen Einigung bewegen, was in einer Güteverhandlung eigentlich auch seine Aufgabe ist. Nun heißt es abwarten, ob der AG bis zum Gerichtstermin mit einem Abfindungsangebot ankommt. Kommt es zum Gerichtstermin und die Kündigung wird aufgehoben, müsste Deine Frau im schlimmsten Fall da wieder auflaufen, was ja wohl keine Seite will.

Hier heißt es nun pokern und dem AG klar machen, dass man dort weiter arbeiten möchte. Und dann wird man sehen, was es dem AG wert ist, dass Deine Frau in Zukunft zu Hause bleibt.

LG
BP


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 30. Juli 2013, 19:44:24
Hi

Hier heißt es nun pokern und dem AG klar machen, dass man dort weiter arbeiten möchte. Und dann wird man sehen, was es dem AG wert ist, dass Deine Frau in Zukunft zu Hause bleibt.
Ja, pokern, aber eher auf dem Gebiet was die Gegenseite davon hält, wenn das Finanzamt dort als Zeuge aufläuft und die ganzen Schmuh-Geschichten mitbekommt.

Es gibt 2 Praxen mit je ca.12 Angestellten, die alle von dem Arzt(Chef) eingestellt und bezahlt werden.Die Ärztin (Inhaberin einer eigenen Praxis)hat nur eine Haushälterin und eine Halbtagskraft angemeldet.Die Vorgehensweise ist seit Jahren dieselbe, passt Ihm oder Ihr ein Gesicht nicht mehr, werden sie gekündigt.Da es dort eh keiner länger wie ein Jahr aushält, lohnt ein Prozess nicht.In den Fällen, wo eine Abfindung gezahlt werden könnte, wird der AN auf die Ärztin geschoben, da sie weit unter 10 Angestellten beschäftigt hat und aus betrieblichen Gründen  auch während einer Krankheit problemlos kündigen kann.

Hinzukommt, das die Praxis des Arztes sehr gut läuft und er die AN als Steuer-reduzierendes-Objekt sieht.Die Praxis der Ärztin läuft so la-la und je nachdem, wie viel Steuern anfallen, wird der ein oder andere AN auf den anderen geschoben.

Das hat sogar der gegnerische Anwalt nun erkannt.

Gruß Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 30. Juli 2013, 22:14:49
Bist Du sicher, dass Deine Frau einen guten RA hat?
Wenn der jetzt anfängt, dem AG mit dem Finamt zu drohen oder mit Dreck zu schmeissen, kommt das Gericht ganz schnell zu dem Schluss, dass das Verhältnis zwischen AG und AN so zerrüttet ist, dass eine Wiedereinstellung ja gar nicht mehr in Frage kommt. Was dann auch auf die Abfindung einen Einfluss hätte.

So was macht man ggf unter 4 Augen.

Es hätte ausgereicht, die AN alle im Schreiben zu erwähnen oder ein paar AN als Zeugen zu benennen.

Wenn Deine Frau Glück hat, ist der andere RA eine Pfeife und der AG ist so eingeschüchtert, dass er gleich mit ner Abfindung rüber kommt. Im schlimmsten Fall gibts wegen möglicher Drohungen nachträglich noch ne fristlose Kündigung.

Dann verkompliziert sich alles...


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 31. Juli 2013, 08:22:34
Hi BP

Wenn der jetzt anfängt, dem AG mit dem Finamt zu drohen oder mit Dreck zu schmeissen, kommt das Gericht ganz schnell zu dem Schluss, dass das Verhältnis zwischen AG und AN so zerrüttet ist, dass eine Wiedereinstellung ja gar nicht mehr in Frage kommt. Was dann auch auf die Abfindung einen Einfluss hätte.
Im Termin hat die Gegenseite direkt gesagt, das eine Wiedereinstellung nicht in Frage kommt und eine Abfindung wird nicht gezahlt.
Da aber durch die schleierhafte AN-Anzahl(weniger als 10) die betriebsbedingte Kündigung durchaus möglich ist, mussten wir beweisen, das die AN-Zahl größer als 10 ist.

Meine Frau hatte eine Liste aller AN zusammengestellt, die stehen auch teilweise im Internet.Die Gegenseite schiebt aber die AN hin und her, so dass sie nur auf 8 AN kommen, je nach dem, wer gerade der Arbeitgeber ist. :knockout:

Um diese Schiebereien aufzuklären, hat der Anwalt meiner Frau das Finanzamt mit ins Boot geholt.

Gedroht worden ist natürlich nicht.

Gruss Wedi



Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 31. Juli 2013, 12:37:25
Hi

Heute kam die ordentliche Kündigung aus betrieblichen Gründen zum 31.08.2013 von dem Arzt.
Er überbrachte diese persönlich und meinte, das dieses Geplänkel mit Gericht und Anwälten nicht sein müsse.

Meine Frau sagte dazu nichts und machte die Tür zu.

Muss nun eigentlich erneut Klage eingereicht werden?


Gruss Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: sleepy am 31. Juli 2013, 13:17:09
Hi Wedi,

wenn ihr auch wegen der anderen Kündigung den Arzt verklagt habt, kann die Klage einfach erweitert werden. Achtet auf die 3-Wochen-Frist!

Gehts Deiner Frau eigentlich gesundheitlich besser?

lg
sleepy


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 31. Juli 2013, 13:31:28
Hi

Gehts Deiner Frau eigentlich gesundheitlich besser?
Nein, und da taucht schon jetzt das nächste Problem auf.
Meine Frau ist immer noch krankgeschrieben und sie hat heute bei der KV angerufen und nachgefragt wie sie weiter verfahren soll, da ab dem 26.07 die Lohnfortzahlung der KV anläuft.
Das Problem ist die Nettozahlungen stimmen nicht mit den Bruttozahlungen überein.Das genaue Brutto ist uns wie schon geschrieben nicht bekannt.Die Mitarbeiterin der KV sagte aber, das das Netto nicht mit den geleisteten KV-Beiträgen übereinstimmt.
Sie will nun die Gerichtsakten haben.
Meine Frau hat nun Angst, das überhaupt nichts gezahlt wird, wegen Betrug oder ähnlichem.

Das gleiche Problem wird es mit der Arbeitslosenversicherung geben.

Gruß Wedi, der i.M. auch damit überfordert ist.


Titel: Re: Problem
Beitrag von: sleepy am 31. Juli 2013, 13:48:28
Hi,

das kann ich verstehen, ich wär damit wohl auch überfordert.  Auch wenn Ihr die Baustelle nicht auch noch gebrauchen könnt, aber vielleicht sollte man den Arzt wegen Betruges anzeigen, wenn die entsprechenden Erkenntnisse dafür vorliegen (das könnte z.B. auch die KK machen).

Kopf hoch!

lg
sleepy


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 31. Juli 2013, 14:30:17
Moin!

Muss nun eigentlich erneut Klage eingereicht werden?

Ja.

Damit hat der AG ja zugegeben, dass dass die Praxis tatsächlich mehr als 10 Beschäftigte hat. Dann fällt Deine Frau unter das Kündigungsschutzgesetz und es sind einige Voraussetzungen erforderlich, um eine betriebsbedingte Kündigung tatsächlich aussprechen zu dürfen (betriebliche Erfordernisse, Sozialauswahl etc).

Der RA muss nun nachweisen, dass es diese betrieblichen Erfordernisse nicht gibt und auch die Sozialauswahl nicht berücksichtigt wurde.

Am leichtesten geht das immer bei der Sozialauswahl. Es gibt doch sicher jüngere AN in der Praxis oder, denen man hätte kündigen können? Wenn ihr den AG dort packen könnt und ihm das so deutlich macht, dann muss er damit rechnen, dass er den Prozess, der vielleicht in 2-3 Monaten stattfindet, verliert. Dann  trägt er ein finanzielles Risiko, denn bei einer Niederlage müsste er den Lohn rückwirkend auszahlen.  

Dies könnte dazu führen, dass er vorzeitig ein Abfindungsangebot unterbreitet. Hinzu kommt, dass er evtl. nicht gewillt ist, dass Deine Frau dort wieder sitzt, weil sie dann nur Probleme macht, nur krank geschrieben ist etc..

Andererseits: Wenn der AG die Kündigung zurück nimmt oder Deine Frau den Prozess gewinnt und wieder eingestellt werden muss, wird es für Deine Frau sicher auch kein Zuckerschlecken, dort wieder zu sitzen, angefangen von Psychoterror, Mobbing und was weiss ich nicht alles.  

Sofern Deine Frau noch keinen anderen Job in Aussicht hat, würde ich das Spielchen weiter spielen. Hat sie aber einen Job in Aussicht, muss man abwägen, ob es einem das wert ist.  

Auch wenn Ihr die Baustelle nicht auch noch gebrauchen könnt, aber vielleicht sollte man den Arzt wegen Betruges anzeigen, wenn die entsprechenden Erkenntnisse dafür vorliegen (das könnte z.B. auch die KK machen).

Von einer Anzeige ist abzuraten. Das hatte ich oben bereits erläutert. Denn das nimmt das Gericht zum Anlass, das AN-AG Verhältnis als völlig zerrüttet anzusehen.

Hier geht es darum, eine Abfindung rauszuholen, nicht den AG fertig zu machen.

LG
BP


Titel: Re: Problem
Beitrag von: sleepy am 31. Juli 2013, 14:35:49
Hallo,

Von einer Anzeige ist abzuraten. Das hatte ich oben bereits erläutert. Denn das nimmt das Gericht zum Anlass, das AN-AG Verhältnis als völlig zerrüttet anzusehen.

unabhängig davon, dass - wenn ich wedi richtig verstanden habe - das Gericht das eh schon so sieht, liegt dem zerrüttet Arbeitsverhältnis deutlich das - betrügerische - Verhalten des Chefs zu Grunde. Die Fortsetzung ist also für Wedis Frau unzumutbar, so dass sie m.E. Anspruch auf Beendigung mit Abfindung hat.

Wenn die Nettozahlungen mit den Bruttozahlungen nicht stimmen, hat der Arzt entweder die KK beschmiert oder Wedis Frau. Ich gehe vom zweiten aus.

lg


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 31. Juli 2013, 14:59:15
Die Fortsetzung ist also für Wedis Frau unzumutbar, so dass sie m.E. Anspruch auf Beendigung mit Abfindung

Wieso hat sie Anspruch auf Abfindung?

1. klagt sie auf Wiedereinstellung
2. hat sie nur dann einen Anspruch auf Abfindung, wenn die Kündigung unwirksam ist und sie im laufenden Verfahren einen zusätzlichen Antrag auf Abfindung stellt.

Es müssen also erst mal die Voraussetzungen der Unwirksamkeit vorliegen. Ausserdem ist eine vom Gericht beschlossenen Abfindung deutlich niedriger als die, die der AG möglicherweise bereit ist zu zahlen.

unabhängig davon, dass - wenn ich wedi richtig verstanden habe - das Gericht das eh schon so sieht,

Dann müssten ja bei jeder Kündigungsschutzklage die Gerichte das Arbeitsverhältnis als zerrüttet ansehen.
Den AG anzuzeigen, ist m.E. eine andere Hausnummer.


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Sternchen67 am 31. Juli 2013, 16:30:00
Hallo Wedi,

ich bin in 2005 gekündigt worden und habe mich erfolgreich dagegen gewehrt. Seit 2008 sitze ich wieder auf meinen Arbeitsplatz und kann heute sagen, dass es gut war diese Klage auf Wiedereinstellung durchgesetzt zu haben. Erstens für mich persönlich und zweitens ist es auch gut die Fronten geklärt zu haben! Heute läuft es besser als weit vor der Kündigung!

Natürlich ist dies immer abhängig vom Arbeitgeber, in meinem Fall hat mein direkter Chef (immer noch aktuell!) dieses veranlasst, jedoch in einem großen Konzern. Lt. meinem damaligen Anwalt ist es jedoch sehr personenabhängig und dementsprechend sehr selten, dass dies so wie bei mir durchgezogen wird. Ich konnte die ganze Angelegenheit sehr gut wegstecken. Insgesamt wurde ich 2x gekündigt, auf die "berühmte" Langeweilebank gesetzt - dadurch Klage auf Arbeitsstelle, letztendlich Gehalt... nach 3,5 Jahren war alles erfolgreich beendet. Die Abfindungssummen stiegen in der Zeit und wurden von mir genauso abgelehnt.

Anfangs war ich 16 Monate freigestellt, letztendlich bei voller Bezahlung. Solange deine Frau keine Arbeitsstelle hat, würde ich grundsätzlich auch ohne Zeichen eines Interesses an einer Abfindung auf Wiedereinstellung klagen. Auch wenn sie Angst davor hat - ihr Arbeitgeber hat noch viel mehr Angst. Wer einmal vor Gericht geht, geht auch ein zweites Mal - diese Hemmschwelle ist überwunden!

Eben, als kleiner Mutmacher! Es gibt auch Personen, die sich einer Kündigung erfolgreich widersetzt haben...

Liebe Grüße
Sternchen


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 31. Juli 2013, 17:53:47
Hi

Nach Rücksprache mit dem Anwalt sollen wir die Klageschrift zur KV schicken, aus der hervorgeht, wie viel Netto ausgezahlt wurde(belegt durch Kontoauszüge) und wie viel es demnach Brutto sein müssten.
Damit hat der AG ja zugegeben, dass dass die Praxis tatsächlich mehr als 10 Beschäftigte hat. Dann fällt Deine Frau unter das Kündigungsschutzgesetz und es sind einige Voraussetzungen erforderlich, um eine betriebsbedingte Kündigung tatsächlich aussprechen zu dürfen (betriebliche Erfordernisse, Sozialauswahl etc).
Zugegeben hat er noch gar nichts.In der Begründung des gegnerischen Anwalts zur Klageabweisung wurde vorsorglich darauf hingewiesen, das Der Arzt nur 2.75 Arbeitnehmer hat und demnach auch unter 10 fällt.Das Kündigungsschutzgesetz greift daher nicht.

Wir waren heute aber auch aktiv und haben mit einigen Mitarbeitern verteilt auf beide Praxen gesprochen.
Alle Mitarbeiter werden von dem Arzt bezahlt und nicht von der Ärztin, bei allen Mitarbeiter steht der Arzt als Arbeitgeber auf der Lohnsteuerkarte.
Wir haben 28 Arbeitnehmer zusammengelistet, die alle bei dem Arzt angestellt sind.Ich denke da kommen die nicht mehr raus.

Von einer Anzeige ist abzuraten. Das hatte ich oben bereits erläutert. Denn das nimmt das Gericht zum Anlass, das AN-AG Verhältnis als völlig zerrüttet anzusehen.

Hier geht es darum, eine Abfindung rauszuholen, nicht den AG fertig zu machen.
Anzeigen werde wir ihn sicher nicht.

Übrigens danke für deinen ''Mutmacher'' Sternchen


Gruss Wedi



Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 21. September 2013, 16:19:18
Hi

Zum 1.07. fängt die dort an zu arbeiten.(frag mich nur für wie lange, denn länger als 1 Jahr hat es in den letzten 10 Jahren dort keiner ausgehalten).
Nicht mal 2 Monate und sie ist wieder weg. :knockout:

Nach einigen Schriftwechseln und auch Androhungen der Gegenseite, das sie uns anzeigen wollen, wegen Prozessbetrugs(meine Frau hat sämtliche Arbeitnehmer aufgeführt, auch die, die wohl dunkel beschäftigt sind, das kann sie ja aber nicht wissen), wird immer noch bestritten, das der Arzt der AG ist/war.
Selbst bei der KV meiner Frau ist der Arzt als AG aufgeführt.Nun ja....

Nun schreiben die:

Es wird beantragt die Klage abzuweisen, gleichwohl soll ohne Anerkennung einer Rechtspflicht und ohne Präjudiz nur um die Risiken des Annahmeverzugslohnes zu vermeiden, der Klägerin durch den Beklagten der Abschluss des nachfolgenden Teilvergleichs angeboten werden.

Die Klägerin wird bei dem Beklagten zu unveränderten Bedingungen bis zur rechtskräftigen Beendigung des Verfahrens, längstens aber bis zum 23.01.2013 weiter beschäftigt.

Kann mir das jemand erklären?
Die Ärzte wollen sicher nicht, das meine Frau Ihren Hof noch einmal betritt.


Gruss Wedi



Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 21. September 2013, 18:02:26
In Ergänzung und zur Info:
Meine Frau musste vor zwei Wochen Operiert werden, da durch schlampige ärztliche Versorgung der ehemaligen Chefs ein Geschwür entfernt werden musste.
Wären durch ordnungsgemäße Untersuchungen rechtzeitig die richtigen Medikamente verordnet worden, hätte diese OP laut Aussagen der jetzt behandelnden Ärzte verhindert werden können.
Dadurch und wegen anderem ist meine Frau noch bis auf weiteres krank geschrieben.


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Inselreif am 21. September 2013, 18:25:31
längstens aber bis zum 23.01.2013
:puzz:


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 21. September 2013, 18:33:24
Jep, das steht da so und ist kein Ablesefehler von mir, sondern wohl ein Fehler des Anwalts. :wink:


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 21. September 2013, 18:44:02
Hi!
Der AG meint wohl 23.01.2014.
Der AG hat das finanzielle Risiko,  bei einer Niederlage vor dem Arbeitsgericht den vergangenen Lohn nachzahlen zu müssen, ohne dafür Arbeitsleistung erhalten zu haben.

Dieses Risiko will er dur das Angebot vermeiden.  Evtl. spekuliert er darauf,  dass Deine Frau das Angebot nicht annimt. Sollte also Deine Frau den Prozess gewinnen,  müsste er für die Zeit keinen Lohn zahlen.

Was spricht dagegen,  das Angebot anzunehmen und sich krank schreiben zu lassen?

Besprich das mal mit Deinem RA.

Gruss
BP


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 21. September 2013, 18:47:28
Hi

Was spricht dagegen,  das Angebot anzunehmen und sich krank schreiben zu lassen?
Sie ist noch krankgeschrieben:
In Ergänzung und zur Info:
Meine Frau musste vor zwei Wochen Operiert werden, da durch schlampige ärztliche Versorgung der ehemaligen Chefs ein Geschwür entfernt werden musste.
Wären durch ordnungsgemäße Untersuchungen rechtzeitig die richtigen Medikamente verordnet worden, hätte diese OP laut Aussagen der jetzt behandelnden Ärzte verhindert werden können.
Dadurch und wegen anderem ist meine Frau noch bis auf weiteres krank geschrieben.

Und das weiß die Gegenseite auch.

Gruss Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 21. September 2013, 18:58:12
Zur Abwägung vielleicht noch mal eine Faustformel,
wonach sich die Höhe einer Abfindung ermittelt:

Durchsch. Monatslohn der letzten 3 Jahre (incl. Bonus und Zulagen) x Anzahl Jahre Betriebszugehörigkeit x FaktorX

Der Faktor X ist branchenabhängig und liegt zwischen 0, 5 und 3. Es soll sogar skandinavische AGs geben, die Faktor 6 bezahlen.

Während er im Bankbereich gern mal bei 2-3 liegt, schätze ich die Gesundheitsbranche wohl eher bei 0, 5.

Insofern ist das Angebot nicht so schlecht.


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 21. September 2013, 19:30:05
Hi

Laut Berechnung unseres Anwalts mit dem Faktor 0,5, wie du schon richtig geschätzt hattest, liegt die Abfindung bei ca. 6000,-Euro, eher etwas mehr.
Meine Frau ist jetzt aber krank geschrieben und die Lohnfortzahlung der KK ist eingetreten, wie verhält es sich denn dann, da für die AG kein Verzugslohn zu leisten ist?
Das ist es, was ich nicht verstehe und auch warum sie mit Wissen der Krankschreibung ein ''Angebot'' machen, das eh nix bringt, oder bin ich da gerade auf ner falschen Welle?

Gruss Wedi   


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 21. September 2013, 19:37:05
So ganz versteh ich das auch nicht.
Ich kann mir das nur so erklären,  daß der AG mit einer Niederlage rechnet und das Arbeitsverhältnis daher max. auf 23.01.2014 begrenzen will.

Die Frage ist auch: Was bedeutet rechtskräftige Beendigung?

Vielleicht sollte Deine Frau doch weiter pokern und das Angebot nicht annehmen.


Titel: Re: Problem
Beitrag von: ginnie am 22. September 2013, 10:38:05
Hi


Es wird beantragt die Klage abzuweisen, gleichwohl soll ohne Anerkennung einer Rechtspflicht und ohne Präjudiz nur um die Risiken des Annahmeverzugslohnes zu vermeiden, der Klägerin durch den Beklagten der Abschluss des nachfolgenden Teilvergleichs angeboten werden.

Die Klägerin wird bei dem Beklagten zu unveränderten Bedingungen bis zur rechtskräftigen Beendigung des Verfahrens, längstens aber bis zum 23.01.2013 weiter beschäftigt.


zunächst sollte klar sein, dass der Schreibfehler in dem Angebot berichtigt wird, bevor über ein Annehmen nachgedacht wird.

Das Angebot beinhaltet keine Abfindung. Da steht nur, dass das Beschäftigungsverhältnis bis zum rechtskräfftigen Ende des Verfahrens bestehen bleibt. Das Verfahren könnte durch Anerkenntnis, Klagerücknahme, oder Urteil oder Vergleich beendet werden. Bis zu diesem Datum wird dann Arbeitsentgelt geschuldet gegen Arbeitsleistung (was sich wiederum wegen der Arbeitsunfähigkeit erübrigt, außer die Entgeltfortzahlung, die aber schon geendet hat). Längstens bis 23.01.2014 (nehmen wir mal an dass es ein Schreibfehler ist) würde die Gegenseite Entgelt zahlen falls das Verfahren bis dahin nicht rechtskräftig beendet ist.

Außerdem schreiben die - Teilvergleich - das heißt dass nur ein Teil eurer Klage von dem Vergleich berührt ist ???

Das müsste dir der Anwalt mal näher erklären.

Ich glaube die pokern nur, denn wenn ihr zustimmt, wäre u.U. dadurch das Arbeitsverhältnis "vergleichsweise" beendet. Ohne Abfindung. Also ein mieser fauler Vergleichsversuch, um die Sache schnell zu eigenem Vorteil loszusein, wenn du mich fragst.

Ich weiß nicht genau was Annahmeverzugslohn ist. das beschreiben die ja als deren Vergleichsgrundlage bzw. deren Risiko. Das müsstes du dir auch mal erklären lassen von deinem Anwalt.

zu dem eventuellen Behandlungsfehler (verschleppen einer Krankheit wegen falscher Diagnose) weiß ich nicht, ob ihr da auch noch eine Baustelle aufmachen wollt. Die Krankenkasse interessiert sich für vermutete Behandlungsfehler, berät dazu und stellt Unterlagen zur Verfügung (auch Gutachten). Da könnt ihr also auf jeden Fall nachfragen. Die Frage, ob dem Arzt ein Fehler nachzuweisen ist, ist kompliziert, vor allem wenn er nie eine Krankenakte angelegt hat mit Untersuchungsergebnissen, sondern nur die Beschwerden "nicht ernst genommen hat" (so klang es für mich). Da man ja freie Arztwahl hat und auch das Recht auf eine Zweitmeinung usw., kann man dem Arzt nicht unbedingt ein Verschulden vorhalten, oder eine Fehldiagnose. Schlimmstenfalls wird argumentiert, dass deine Frau einfach zu einem anderen Arzt hätte gehen sollen, und es zählt nicht, dass ihr AG -der zufällig Arzt ist- sie da unter Druck gesetzt hat. Denn es ist überhaupt nicht nachweisbar, im Zweifel hat er sowas nie gesagt, oder hat sie es schriftlich?  Das alles hat aber nichts mit dem Arbeitsrecht zu tun, sondern ist völlig unabhängig davon zu sehen. Da kann ich also deiner Frau erstmal gute Besserung wünschen, als allerwichtigstes.

soviel erst mal von mir.

ligr ginnie



 



Titel: Re: Problem
Beitrag von: TotoHH am 22. September 2013, 10:56:19
Moin.

Ich denke, ihr solltet Euch zunächst einmal klar werden, was ihr erreichen wollt. Eine Weiterbeschäftigung ja vermutlich nicht. Wenn ihr also eine möglichst hohe Abfindung herausholen wollte, dann ist der Weg über einen Vergleich sicherlich der richtige. Und dann wäre dieses Angebot sicherlich nur als ein erstes zu verstehen, da ist sicherlich noch Luft nach oben, insbesondere, da ihr ja noch andere Pfeile im Köcher habt. Es sei denn, ihr wollt ihm auch noch einen reinwürgen. Was zu holen ist und wie am besten gepokert wird, das würde ich tatsächlich Euren Anwalt machen lassen.

und die Sache mit dem Behandlungsfehler - so er denn nachgewiesen werden kann - hat mit Arbeitsrecht nichts zu tun. aber kann - wenn ihr es wollt - sicherlich in eine umfassende Vergleichsregelung miteinfließen.

Gruss, toto


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 23. September 2013, 11:44:42
Hi

Die Sache eskaliert:

Da wir uns immer noch darüber streiten, wer den nun der Arbeitgeber ist und wie viel Arbeitnehmer der Arzt beschäftigt, haben wir als Zeugen das zuständige Finanzamt aufgeführt.
Jetzt haben die Arbeitgeber die leitende Finanzbeamtin angerufen, die zusammengesch*ssen und mit einem Disziplinarverfahren gedroht, da sie unserem Anwalt Auskunft gegeben haben soll.Hat sie aber nicht, sie wurde lediglich als Zeuge benannt.
Die Finanzbeamtin hat jetzt unseren Anwalt angeschrieben, wie er darauf kommt, das sie Auskunft gegeben haben soll.
Er muss nun tätig werden, da er der Finanzbeamtin klar machen muss, das er das nie gesagt, oder geschrieben hat.Dazu wird er seine Schriftstücke der Beamtin übersenden.
In diesen Schreiben sind alle Arbeitnehmer aufgeführt, auch die, die dort schwarz arbeiten.

Das Finanzamt wird dann tätig und da mal genauer hinschauen, so unser Anwalt.
Wir wollten die weder anschwärzen, oder auch sonst nix böses, nur eben gegen die Kündigung klagen, das Finanzamt haben die nun selber eingeladen. :knockout:

Ich bin ja mal gespannt.


Gruss Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Lausebackesmama am 23. September 2013, 12:17:48
Na das ist ja knuffig. Die Finanzbeamtin darf aber gar keine Auskunft geben, auch im Verfahren nicht, es sei denn, dass der Betroffene zustimmt. Alle anderen Ausnahmen, die ein Offenbaren von steuerlichen Sachverhalten zulässig machen, liegen nicht vor.

Die tut mir ja leid!! :( Mit einem Bein im Diszi wegen nix.

LG LBM


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 23. September 2013, 12:26:21
Ja, mir tut die auch leid, wenn aber nicht das Finanzamt Auskunft über die Anzahl der Arbeitnehmer und darüber, wer nun Arbeitgeber meiner Frau war, wer dann?

Im übrigen hat sie ja keine Auskunft gegeben und das wird unser Anwalt gerade stellen, allerdings auch mit Übersendung der Gerichtsakten an das Finanzamt, denn nur so kann er beweisen, das die Ärzte sich das aus den Fingern gesogen haben.

Wie das Finanzamt auf die Akten reagiert weiß ich nicht.


Titel: Re: Problem
Beitrag von: TotoHH am 23. September 2013, 14:32:33
Moin Wedi.

ich stelle noch mal - nun direkt die Frage:
Was wollt ihr? Recht bekommen und dem Arbeitgeber eine Reinwürgen?
Wiedereinstellung???

Beides kann ich nicht wirklich nachvollziehen!

oder doch vielleicht eine nette Abfindung, damit Deine Frau sich gut gesunden kann und auch Zeit hat, einen neuen Job zu finden. Dies müsste doch - mit Euren Argumenten und vielleicht ein wenig Show - vergleichsweise zu verhandeln sein.

Gruß, Toto


Titel: Re: Problem
Beitrag von: brille007 am 23. September 2013, 14:50:51
Moin wedi,

rein prozessrechtlich müsstet Ihr nicht das Finanzamt als Zeuge benennen (was sollte dieses denn auch über nicht bestehende Arbeitsverhältnisse aussagen können?), sondern alle "Arbeitnehmer" einzeln, namentlich und mit Adresse. Das würde natürlich ordentlich Zoff geben, denn damit wären auch die Schwarz-Arbeitsverhältnisse aktenkundig.

Wahlweise könnte Euer Anwalt der Gegenseite auch anbieten, das Verfahren gegen Zahlung einer angemessenen Abfindung einzustellen, so dass diese ganzen Sachverhalte gar nicht erörtert werden müssen.

Aber eine SB des Finanzamts als Zeugin für etwas zu benennen, das sie weder bezeugen kann noch darf, war keine wirklich gute Idee.

Grüssles
Martin


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 23. September 2013, 15:02:02

Was wollt ihr? Recht bekommen und dem Arbeitgeber eine Reinwürgen?

Nein, wie ich schon schrieb ist es das letzte was wir wollten, die AG selber bringen das Finanzamt nun dazu Einsicht in die Akten nehmen zu müssen, das waren nicht wir.

Wiedereinstellung???
Wird nach diesem Prozedere wohl nicht mehr möglich sein.

oder doch vielleicht eine nette Abfindung, damit Deine Frau sich gut gesunden kann und auch Zeit hat, einen neuen Job zu finden. Dies müsste doch - mit Euren Argumenten und vielleicht ein wenig Show - vergleichsweise zu verhandeln sein.
Das ist es, worauf es i.M. hinauslaufen sollte, die Gegenseite verstrickt sich aber immer mehr und wird, je mehr Feuer sie selber schüren, immer verbissener und sturer.
Wir können den Prozess nicht mehr aufhalten, die Mahlsteine(Finanzamt) haben sie selber mit dieser unsinnigen Disziplinar-Androhung in Gang gesetzt.
Die Finanzbeamtin wird sich die Akten denke ich genau ansehen müssen, um sich selber zu retten.
Und nochmal:
Wir haben nie gesagt, das das Finanzamt uns Auskunft gegeben hat, das hat nur die Gegenseite da rein interpretiert und dem Finanzamt gedroht.
Wir wollten denen nie ans Bein pinkeln, das haben die selber gemacht.

Es ist nun mal so, das wir beweisen müssen, wer der Arbeitgeber ist und das sie mehr als 10 Arbeitnehmer haben.

Die Arbeitgeber sagen aus, das es sich bei den Lohnsteuerbescheiden um einen Fehler handelt, wenn der Arzt und nicht die Ärztin als AG dort eingetragen ist und das die ganzen letzten Jahre?

Desweiteren handelt es sich auch um einen Fehler, das der Arzt bei der KK als AG eingetragen ist, schon seltsam oder?



Gruss Wedi

Sorry, hab gerade erst gesehen, das du geschrieben hast, gehe heute Abend nochmal darauf ein.


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 23. September 2013, 15:09:59
Hi

Doch noch mal eben schnell.
, sondern alle "Arbeitnehmer" einzeln, namentlich und mit Adresse. Das würde natürlich ordentlich Zoff geben, denn damit wären auch die Schwarz-Arbeitsverhältnisse aktenkundig.
Wahlweise könnte Euer Anwalt der Gegenseite auch anbieten, das Verfahren gegen Zahlung einer angemessenen Abfindung einzustellen, so dass diese ganzen Sachverhalte gar nicht erörtert werden müssen.
Das haben wir schon getan, komischerweise sind aber alle AN bei Ihm angestellt, nur meine Frau bei Ihr, folglich:weniger als 10 kein Kündigungsschutz.

Sie ist aber nachweislich bei Ihm angestellt, was bestritten wird.

Deswegen wurde das Finanzamt von uns als Zeuge benannt, da die AN dort geltend gemacht werden und wenn alles so ist wie sie sagen, könnten sie ja auch Ihre Zustimmung zur Auskunft geben.



Gruss Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: TotoHH am 23. September 2013, 15:26:59
Es ist nun mal so, das wir beweisen müssen, wer der Arbeitgeber ist und das sie mehr als 10 Arbeitnehmer haben.

Nö - in einem netten Vergleich muss gar nichts bewiesen werden. Da muss die Gegenseite nur berechtigt fürchten, dass ihr etwas beweisen könnt bzw. den ganzen Wind fürchten, den eine etwaige Recherche macht...

die Gegenseite verstrickt sich aber immer mehr und wird, je mehr Feuer sie selber schüren, immer verbissener und sturer.
Wir können den Prozess nicht mehr aufhalten, die Mahlsteine(Finanzamt) haben sie selber mit dieser unsinnigen Disziplinar-Androhung in Gang gesetzt.


Ja, das kann schon sein, dass die eine oder andere recht unkontrollierte "Beweisführung" eine Einigung nun schwieriger gemacht hat... Aber ich würde es immer noch versuchen.

Es liegt ja ein Angebot auf dem Tisch. Was sagt Euer Anwalt dazu? Warum nicht dies verdoppeln oder verdreifachen, verbunden mit nem gerichtsfesten Entwurf einer Vergleichsregelung und mal schauen was passiert... Ihr habt eigentlich nichts zu verlieren (ggf. den Anspruch auf sofortiges Arbeitslosengeld, wenn es mit einer Anstellung nicht sofort klappt - da muss Euer Anwalt eben aufpassen oder - viel besser - es muss einfach in der Vergleichssumme mit abgefrühstückt sein)

Gruß, toto



Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 23. September 2013, 17:51:59
Es liegt ja ein Angebot auf dem Tisch. Was sagt Euer Anwalt dazu? Warum nicht dies verdoppeln oder verdreifachen, verbunden mit nem gerichtsfesten Entwurf einer Vergleichsregelung und mal schauen was passiert...
Dieser angebotene Vergleich ist nichtssagend.
Vorrangig geht es in einem neuen Schreiben, das uns noch nicht vorliegt und noch zur Bearbeitung beim Ra liegt, darum, das die Klage abgewiesen werden soll, da wir den Arzt verklagen und bestritten wird, das er der AG ist.
Die Rechtsanwälte haben auch schon miteinander telefoniert, der Gegnerische Anwalt aber Weisung des Mandanten hat, keinen Vergleich einzugeheen.
Auch wusste der Anwalt nichts von der Androhung des Diszi's.

Die Sache ist also sehr verzwackt.




Gruss Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Inselreif am 23. September 2013, 18:09:52
Deswegen wurde das Finanzamt von uns als Zeuge benannt, da die AN dort geltend gemacht werden und wenn alles so ist wie sie sagen, könnten sie ja auch Ihre Zustimmung zur Auskunft geben.
Einen Zeugen zu benennen, der nichts sagen darf, ist reichlich witzlos und reines Säbelrasseln. Der Beweisantritt ist ohne die Zustimmung wertlos und der schale Geschmack, der durch die Verweigerung der Zustimmung bleibt, ist zivilrechtlich völlig unbedeutend.
In solchen Fällen muss man auf eine Beweislastumkehr hinarbeiten oder eine Hilfskonstruktion wie den § 421 ZPO nutzen.

Gruss von der Insel


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 23. September 2013, 18:30:04
Hi!
Wie ich bereits eingangs schrieb, war es nicht sehr clever, das Finamt als Zeugen zu benennen. Das hätte man, wie Martin schon schrieb, so regeln können, indem man die AN als Zeugen benennt.
Ich fürchte, das Gericht kommt nun zu dem Ergebnis, dass das Angestelltenverhältnis dermaßen zerrüttet ist, dass eine Widereinstellung nicht in Frage kommt. Damit legt es dann eine Abfindung nach der Faustformel fest, sprich nach Deinen Worten 6.000 Euro.

Wenn das Deiner Frau reicht, o.k.

Aber meiner Meinung nach hätte man hier weiter pokern sollen und dem AG deutlich machen sollen, dass man weiterbeschäftigt werden möchte mit dem Ziel, dass der AG von sich aus die Abfindung nach oben schraubt. Die Drohung mit dem Finamt hätte ich unter 4 Augen fallen lassen. Das hätte z.B. Dein RA per Telefon dem andere RA mal mitteilen können. Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen.

Gruss
BP


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 23. September 2013, 18:39:41
Hi Inselreif

Es gibt aber nun mal keine ''Urkunde'' oder ein ähnliches Schriftstück, womit DIE belegen könnten, das SIE der AG ist.
Ein Arbeitsvertrag wurde schriftlich nie fixiert.
Die behaupten steif und fest, das Sie AG ist und sämtliche von uns vorgelegten Beweise sind Fehler der Büroangestellten.
Das Er bei der KK als AG eingetragen ist, ist ein einmaliger Eintrag, der tatsächlich ein Fehler der Büroangestellten sein könnte.Das aber die ganzen Jahre ER als AG bei der Lohnsteuerbescheinigung eingetragen ist, ist nicht nach zu vollziehen.
Einmal könnte auch hier der Fehler bei der Büroangestellten liegen, aber gleich über 8 Jahre???

Ich muss dazu sagen, das das Ärzteehepaar auf einer Ebene lebt, wo sie von keinem angreifbar sind, oder sich so fühlen.Ihr Wort ist Gesetz.

Zu einem Vergleich, vieleicht auch nur auf der niedrigsten Stufe wird es denke ich nicht kommen, dazu sind die zu Stolz.
Hier wir wohl oder Übel der Richter entscheiden müssen, das Finanzamt wird aber, so denke ich jedenfalls bei denen mal reinschauen und das ohne, das wir Sie darauf gelenkt haben.
Wie ich bereits eingangs schrieb, war es nicht sehr clever, das Finamt als Zeugen zu benennen. Das hätte man, wie Martin schon schrieb, so regeln können, indem man die AN als Zeugen benennt.
Auch ich schrieb das schon:
Haben wir bereits gemacht, sogar schon im zweiten Schriftstück.Alle AN sind bei Ihm beschäftigt, nur meine Frau soll bei Ihr beschäftigt sein, da aber wir Ihn verklagen und Sie AG sein soll, ist die Klage abzuweisen.
Deswegen und wegen der nicht stattfindenden der Beweislastumkehr musste ein Zeuge benannt werden, der, wenn auch mit Zustimmung der Gegner belegen kann, das Er der AG ist, um die Abweisung der Klage zu verhindern.

Gruss Wedi



Titel: Re: Problem
Beitrag von: TotoHH am 23. September 2013, 20:18:30
Moin Wedi,

nicht alles muss immer bei Gericht geklärt werden, zumal - wie Du ja schon zu genüge erlebt hast, wenn ich mich recht erinnere - weiß man ja nie, was letztlich dabei rauskommt. Gerade weil Du ja schriebst, dass die Sache sehr verzwackt ist...

Wenn aber von dem, was Du eingangs in diesem Thread schriebst, nur die Hälfte wahr ist und dann auch noch die Behandlungsfehler thematisiert werden kann, dann sollte das Ärzteehepaar ein hohes Interesse haben, sich nicht auf ein Gerichtsverfahren einzulassen, weil für sie doch der Ruf im Dorf, ihr Stolz bis hin zu Ihrer Existenz dranhängt... wenn Euer Anwalt nicht ganz auf den Mund gefallen ist, sollte sich da eine Drohkulisse aufbauen lassen, die den einen oder anderen Euro Abfindung fällig werden lässt. M.E. mehr, als in einem Arbeitsgerichtsverfahren rauskommen wird - denn die Drohkulisse umfasst eben mehr als nur die Kündigung.

Ob das dann gerecht ist, wenn er nicht verurteilt wird, ist was anderes... sollte aber eurem Bankkonto egal sein.

nur so meine Idee, Toto


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 23. September 2013, 20:59:23
Hi Toto

Wenn aber von dem, was Du eingangs in diesem Thread schriebst, nur die Hälfte wahr ist und dann auch noch die Behandlungsfehler thematisiert werden kann, dann sollte das Ärzteehepaar ein hohes Interesse haben, sich nicht auf ein Gerichtsverfahren einzulassen, weil für sie doch der Ruf im Dorf, ihr Stolz bis hin zu Ihrer Existenz dranhängt... 
Die Arbeitstätte ist im Nachbardorf, trotzdem wird seit einiger Zeit gegen mich gewettert, da ich der Böse bin und nicht meine Frau.Meine Frau wäre nie auf den Gedanken gekommen, sich gegen die ''Arbeitsauflagen'' des Ehepaares zur Wehr zu setzen.
Ich bin in deren Augen derjenige, der meine Frau gegen Die aufgestachelt hat und Ihr verboten hat, jeden Tag bis zu 15 Stunden zu arbeiten, keine Mitagspause zu machen und 10 kilo abnehmen zu müssen.
Ich bin es auch, der sie zu einem anderen Arzt geschickt hat, was letztendlich zur Kündigung geführt hat.
Die alleinige Schuld liegt bei mir.
Sie verstehen es die ''Schuld'' auf andere abzuwälzen.
Meine Frau hat in er Vergangenheit mal keinen Lohn bekommen, ich hab das hier schon mal irgendwo geschrieben ICH SUCH MAL SCHNELL, >>>DA<<< (http://www.vatersein.de/Forum-topic-18393-start-msg197320.html), Schuld daran war ich, weil ich angebliche Rechnungen nicht beglichen hatte, die Die von dem Lohn meiner damaligen Lg und jetzigen Frau abgezogen hatten.

Reden mit denen war nie möglich und wenn ich der schuldige sein soll, ....ich hab ein breites Kreuz und kann das ab, meine Frau allerdings nicht und ausserdem sind die Kündigungen dort an der Tagesordnung und kein Mitarbeiter ist dort länger als 1 Jahr, alle gehen freiwillig oder werden vorher gekündigt, das ist allgemein bekannt.Bis auf zwei Ausnahmen:

Meine Frau und meine Mutter(die dort immer noch arbeitet)

Gruss Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 23. September 2013, 21:08:52
Na dann sind doch die Rollen wunderbar verteilt:
Deine Frau ist die arme ausgebeutete Frau und Du, der mit denen in keinem Vertragsverhältnis steht, bist der Bad Guy im Hintergrund.

Das Problem an kleinen Unternehmen ist,  dass der Begriff Abfindung ein Fremdwort für die ist.

Und da gibts nur eins: Druck erhöhen! !!

LG
BP


Titel: Re: Problem
Beitrag von: TotoHH am 23. September 2013, 21:40:22
Ich bin in deren Augen derjenige, der meine Frau gegen Die aufgestachelt hat und Ihr verboten hat, jeden Tag bis zu 15 Stunden zu arbeiten, keine Mitagspause zu machen und 10 kilo abnehmen zu müssen.
Ich bin es auch, der sie zu einem anderen Arzt geschickt hat, was letztendlich zur Kündigung geführt hat.
Die alleinige Schuld liegt bei mir.

Nunja, da ist doch alles kein Grund, nicht den Druck zu erhöhen und auf einen Vergleich hinzuarbeiten.

seit einiger Zeit gegen mich gewettert, [...]

Meine Frau hat in er Vergangenheit mal keinen Lohn bekommen, ich hab das hier schon mal irgendwo geschrieben ICH SUCH MAL SCHNELL, >>>DA<<< (http://www.vatersein.de/Forum-topic-18393-start-msg197320.html), Schuld daran war ich, weil ich angebliche Rechnungen nicht beglichen hatte, die Die von dem Lohn meiner damaligen Lg und jetzigen Frau abgezogen hatten.

[...]
meine Mutter(die dort immer noch arbeitet)

ok - da scheint es eine längere Vorgeschichte zu geben... jetzt wird's wirklich verzwackt. und wahrscheinlich kann keiner außer de, Ortsbürgermeister zusammen mit dem Pfarrer das Thema befrieden.

ich bin raus, Toto


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 23. September 2013, 21:44:31
ok - da scheint es eine längere Vorgeschichte zu geben... jetzt wird's wirklich verzwackt. und wahrscheinlich kann keiner außer de, Ortsbürgermeister zusammen mit dem Pfarrer das Thema befrieden.

ich bin raus, Toto
Warum?? ich lege wert auf deine Meinung, auch wenn es etwas verzwackt ist!!!!

P.S. so ein bisschen schmunzeln muss ich selber, aber so ist es halt auf dem Dorf. :redhead:


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 23. September 2013, 22:13:47
Warum?? ich lege wert auf deine Meinung, auch wenn es etwas verzwackt ist!!!!

P.S. so ein bisschen schmunzeln muss ich selber, aber so ist es halt auf dem Dorf. :redhead:
Dazu muss ich auch noch sagen, das ich/wir also meine Eltern und ich/wir quasi unter einem Dach leben und haben kein Problem damit. :puzz:

Wir vom hohem Norden im Dörfli sind da etwas anders gestrickt.Wir sind ehrlich geradeaus uns wir sagen was wir denken.




Gruss Wedi



Titel: Re: Problem
Beitrag von: Bester Papa am 23. September 2013, 22:25:58
..Also ich war jetzt gedanklich eher im tiefsten Niederbayern.. :wink:


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 24. September 2013, 12:33:40
Hi

Heute mal eine erfreuliche Nachricht:

Ganz spontan hat sich heute jemand auf Ihre Bewerbung gemeldet und sie ist ganz fix zum Vorstellungsgespräch gefahren.Mit positivem Erfolg.

Sie kann am 1 dort direkt anfangen.Ist zwar nur eine Teilzeitstelle, die aber ausbaufähig ist und Aufstiegschancen hat sie dort auch. :)


Gruss Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: brille007 am 24. September 2013, 12:51:56
Moin wedi,

das ist zunächst eine gute Nachricht. Für eine juristische Auseinandersetzung mit dem früheren Arbeitgeber ist es allerdings auch ein limitierender Faktor: Zum einen entfällt jetzt der Klagegrund "Wiedereinstellung" (den man auch verfolgen muss, wenn man dort nicht weiterarbeiten möchte); zum zweiten ist eine mögliche Abfindung auf die Zeit bis zum 1.10. beschränkt. Denn eine Abfindung ist ja nicht als Entschädigung für erlittenes Unrecht gedacht, sondern schlicht zur Kompensation bzw. zur Überbrückung des Arbeitsplatzverlustes.

Grüssles
Martin


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 25. Januar 2014, 18:00:00
Moin

Hier hat sich etwas getan.

Nach dem die Güteverhandlung gescheitert war, haben wir im Kammertermin versucht uns wieder zu sehen, das Problem war nur, das die Beklagten nicht da waren.
Die Richterin war darüber alles andere als glücklich. Gleich die erste Frage an den Beklagtenvertreter konnte nicht beantwortet werden und die Richterin Protokolierte, das ein Ordnungsgeld festzusetzen ist, über dessen Höhe noch zu entscheiden ist.
Es ging vorrangig um die Frage, wer denn nun der Ag sein könnte, trotz Steuerbescheide und Auskunft der KK, sah die Richterin eventuell, das beide Ag seien und im Falle dessen die Kündigung unwirksam sei.
Daraus ensteht dann ein Annahmeverzug und die ausstehenden Löhne bis heute sind noch zu begleichen. Dabei spielt es keine Rolle, das meine Frau schon wieder eine andere Stelle angetreten ist, so die Richterin.
Der Bekagtenvertreter sei aber nicht berechtigt einen Vergleich einzugehen und müsse sich erst mit den Mandanten besprechen.
Die Richterin gab dazu eine Woche Frist und bei nicht Einhaltung behielt sie sich vor ein Versäumnisurteil sprechen.

Im allgemeinen Rügte die Richterin die Vorgehensweise der Ag, auch im Hinblick auf die dubiosen Lohnzahlungen.

Ich bin gespannt.


Gruss Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: Beppo am 25. Januar 2014, 18:04:37
Na das klingt doch schon mal gut!   :thumbup:


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 30. Januar 2014, 11:54:45
Tach

Ein Vergleich ist nicht zu Stande gekommen, die Gegenseite war dazu nicht bereit.
Auf Nachfrage beim Gericht wurde mir gesagt, das die Richterin ein Urteil gesprochen hätte, eine Berufung sei unzulässig.
In den Tenor heisst es, das die Kündigung unwirksam ist.
Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Was das nun bedeutet, weiß ich auch nicht.


Gruss Wedi


Titel: Re: Problem
Beitrag von: brille007 am 30. Januar 2014, 12:54:28
Moin,

Auf Nachfrage beim Gericht wurde mir gesagt, das die Richterin ein Urteil gesprochen hätte, eine Berufung sei unzulässig.
In den Tenor heisst es, das die Kündigung unwirksam ist.
Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Was das nun bedeutet, weiß ich auch nicht.
das bedeutet juristisch, dass das Arbeitsverhältnis weiterlief/-läuft und Deine Frau Anspruch auf Fort- bzw. Nachzahlung ihres Arbeitsentgelts hat. Das Arbeitsverhältnis kann jetzt unter Einhaltung der vertraglichen bzw. gesetzlichen Fristen gekündigt werden. Dass Deine Frau so lange ihren arbeitsvertraglichen Pflichten weiter nachkommen muss (Präsenz am Arbeitsplatz), kann ich mir dagegen nicht vorstellen; vermutlich steht im Urteil etwas zum Thema Freistellung.

Aber grundsätzlich muss man ja nicht grossartig über den Inhalt eines Gerichtsurteils spekulieren, wenn man dieses in wenigen Tagen schwarz auf weiss bekommen wird.

Grüssles
Martin


Titel: Re: Problem
Beitrag von: ginnie am 02. Februar 2014, 17:30:27
Hi wedi,

das bedeutet dass der antrag auf unwirksamkeit der Kündigung erfolg hatte. Die anderen Anträge wurden jedoch abgewiesen bzw hatten keinen erfolg. Welche das sind, steht ja in der klageschrift.

Ligr ginnie


Titel: Re: Problem
Beitrag von: wedi- am 02. Februar 2014, 19:42:31
Hi

Wir werden es nächste Woche wissen wenn das Urteil da ist.
Ich werde berichten.

Gruss Wedi