vatersein.de - Forum

Themen => Unterhaltsrecht => Thema gestartet von: 7fendi am 20. August 2012, 12:02:29



Titel: Vater zahlt zu wenig Unterhalt. Lebt aber im Ausland. Was tun???
Beitrag von: 7fendi am 20. August 2012, 12:02:29
Hallo Forum,

ich benötige eure Hilfe.
Folgende Fakten sind gegeben.

Ich bin geschieden und lebe mit meiner Lebensgefährtin (Peruanerin 35 Jahre) zusammen. Haben einen gemeinsamen Sohn mit 11 Monaten und sie hat aus erster Ehe einen Sohn 9 Jahre.

Sie wurde 2009 geschieden. Sie hat mit ihrem Mann eine außergerichtliche Unterhaltsvereinbarung getroffen die aber im Scheidungsprotokoll erwähnt und auch hinzugefügt wurde.
Er erklärt sich darin bereit 103% der DDT der jeweiligen Altersstufe zu bezahlen, zzgl. 35.- Euro für Essensgeld in der Schule.

Jetzt wird es schwierig. Der Exmann meiner Lebensgefährtin ist deutscher Staatsbürger und ist nach Peru 2009 ausgewandert. Hat sich dort eine Eigentumswohnung bar gekauft und arbeitet in einem Hotel. Er bezahlt im Monat nur 250.- € Unterhalt und will auch nicht mehr bezahlen.

Es sind jetzt seit 2009 über 1000.-€ an einem Fehlbetrag aufgelaufen.
Was kann man jetzt tun. Normalerweise müsste er 320.- im Monat bezahlen.
Zum Jugendamt gehen? Bei Gericht Klage einreichen?
Wer weiß einen Rat.

Vielen Dank
Fendi



Titel: Re: Vater zahlt zu wenig Unterhalt. Lebt aber im Ausland. Was tun???
Beitrag von: brille007 am 20. August 2012, 13:15:30
Moin Fendi,

natürlich kann man den Ex verklagen; möglicherweise würde Deine Partnerin sogar ein Versäumnis-Urteil über den Mindest-Unterhalt der Zeile 1 bekommen; das sind 272 EUR, also 22 EUR mehr als bisher. Das Essensgeld lässt sich nicht einklagen; das neuerliche Urteil würde diesen Passus im Scheidungsurteil "überlagern".

Und dann? Ein deutscher Gerichtsvollzieher wird diese 22 EUR nicht in Peru vollstrecken - und ein peruanischer auch nicht. Theoretisch bleibe eine Strafanzeige nach § 170 StGB - aber dass der Ex bei zufälliger Einreise nach Deutschland deswegen verhaftet wird, ist ebenfalls unwahrscheinlich.

Mein Rat: Abhaken und vergessen - und sich freuen, wenn verlässlich diese 250 EUR im Monat ankommen. Man ist nicht verpflichtet, sich jeden Euro zu holen, den man irgendwo kriegen könnte.

Grüssles
Martin