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Themen => Zweitpartner => Thema gestartet von: brille007 am 26. März 2009, 19:28:29



Titel: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: brille007 am 26. März 2009, 19:28:29
Liebe "Zweitfrauen",

es gibt hier eine Menge engagierter Exemplare von Euch. Doch so löblich und verdienstvoll es ist, sich als Frau einen "gebrauchten Mann" zuzulegen und sich in eine Patchwork-Familie einzubringen, so zahlreich sind die Fehler, die man dabei machen kann.

Einer davon, den ich hier bei vatersein.de immer wieder beobachte, ist Über-Engagement: Die neue Partnerin drängelt auf Lösungen, bringt sich über Gebühr ein, spricht und telefoniert mit Anwälten, Behörden, der Familie und dem gesamten Freundeskreis; gegebenenfalls sogar mit der Ex-Frau direkt. Und sie meldet sich bei vatersein.de an, um Männe’s Probleme zu schildern und Lösungen dafür zu kriegen. Möglichst umfassende und umgehende; oft mit der Schilderung unappetitlicher Details, die sie selbst gar nie erlebt hat, sondern nur vom Hörensagen kennt oder sich selbst zusammenreimt.

Sorry, Mädels, aber dieser Weg ist nur selten gut und richtig. Die Männer, die Ihr Euch ausgesucht habt, sind ja weder blöd noch Analphabeten. Sie haben nur andere Problemlösungsmechanismen als Ihr. Vielleicht langsamere. Vielleicht auch nicht den, eigene Probleme in allen Details augenblicklich in eine ihnen unbekannte Welt hinauszuschreien.

Daher ist es der viel bessere Weg, wenn Ihr dieses Forum gefunden habt, Eure Partner zu einer Anmeldung zu ermutigen und sie ihre Probleme hier selbst (!) beschreiben und sich Antworten geben zu lassen. Ja, es sind ihre Probleme, nicht Eure, auch wenn sie Euch stellenweise jeden Tag zu begleiten scheinen. Aber Ihr seid nur Beobachter und Berater; Ihr seid nicht beteiligt (auch wenn es sich so anfühlt). Ihr könnt Euren Partner trösten, ablenken, ihm den Rücken stärken und selbigen von allem Möglichen freihalten – aber Ihr könnt nicht die Probleme lösen, die er mit seiner Ex, mit dem Umgang mit seinen Kindern, mit Unterhalt oder anderen Trennungs- und Scheidungsfolgen hat. Natürlich könnt Ihr zu all diesen Themen eine Menge Geräusch und haufenweise Wellen machen, aber Euer Über-Engagement beschleunigt die Lösungen nicht, sondern verkompliziert sie.

Der Mechanismus ist nämlich schlicht: Nur ein Problem, dessen Lösungsnotwendigkeiten man selbst einsieht, packt man auch wirklich an. Also muss Euer Partner das selbst tun, nicht Ihr. Wenn Euer Traumprinz sich nur mit seiner Ex wegen Unterhalt, Umgang oder sonst was auseinandersetzt, weil Ihr es von ihm verlangt oder weil Ihr bei vatersein.de irgendwas gefragt oder erfahren habt, ist das Ganze nicht viel wert; es ist dann eher der unbeholfene Versuch, nach den ganzen gewesenen Konflikten mit der Ex keine neue Baustelle mit Euch aufzumachen.

Ja, natürlich scheint es manchen Männer durchaus bequem, wenn die neue Partnerin sich freiwillig mit dem ganzen Mist beschäftigt, der Trennung und Scheidung begleitet. Und ja: Manchmal brauchen Eure Partner durchaus einen Tritt in den Hintern: Damit sie selbst aktiv werden, damit sie sich um den Umgang mit ihren Kindern kümmern, damit sie endlich zum Jugendamt oder zum Anwalt gehen, um notwendige Dinge ans Laufen zu bringen, damit sie sich endlich gerade machen statt ständig vor der Ex zu kuschen. Also gebt ihnen diesen Tritt. Aber bitte: Tut das nicht öffentlich in Internet-Foren, sondern unter vier Augen. Und bitte nicht jeden Tag; es sollte schliesslich wichtigere Themen geben als die Ex! Beschränkt Euch auf eine Stunde am Tag, in der die Ex Thema sein darf – und konzentriert Euch den Rest des Tages auf Wichtigeres: Euch selbst und Euer neues Leben!

Im Übrigen ist es sowieso unmöglich, diese Ex-Frau, die Ihr persönlich oft nicht einmal oder nur sehr oberflächlich und aus Erzählungen kennt, 12 Tage lang zu verteufeln und zu bekriegen – und diese negative, manchmal hasserfüllte Einstellung dann am 13. und 14. Tag, wenn die Kinder zum Umgangswochenende bei Euch sind, nicht durch jede Pore auszustrahlen. Die Kinder haben feine Antennen für diese Missstimmungen, zu denen nicht selten die „neuen“ Frauen ihrer Väter eine Menge beitragen. Davon hat niemand etwas! Kinder wollen beide Elternteile lieben: Ihren Vater, den Ihr auch liebt – aber auch ihre Mutter, von der sie gerade kommen und zu der sie nach zwei Tagen wieder gehen.

Und, liebe Zweitfrauen, bei aller Kritik an der Ex: Stellt Euch doch einfach einmal vor, die Ex-Gattinen wären tatsächlich so, wie Ihr ihnen immer vorwerft, NICHT zu sein - dann wären ihre Ehen/Partnerschaften ja nie in die Hose gegangen, und die Damen würden noch immer jeden Morgen neben dem Mann aufwachen, neben dem Ihr heute schlaft. Würdet Ihr Euch das wirklich wünschen – oder solltet Ihr diesen Damen nicht wenigstens ein bisschen dankbar sein, dass sie so ein Goldstück wie Euren Partner einfach achtlos wieder auf den Markt geworfen haben? Denn ohne diese „böse“ Ex hättet Ihr heute keinen Mann. Zumindest nicht den, mit dem Ihr lebt.

Just my 2 cents
Martin


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: mariposa am 27. März 2009, 13:03:09
Also ich muss ehrlich sagen, das ich das alles mehr als nur verstehe, ich mich jedoch nicht als übereifrig sehe , wie in unserem Fall sofortige Lösungen etc. zu finden. Ich bin in diesem Forum, weil ich tatsächlich einmal die Woche mit üblen Dingen konfrontiert bin und jemand anderen , wie Menschen aus diesem Forum brauchte/brauche zum reden,austauschen usw. Desweiteren möchte ich erwähnen, das ganz und garnicht, wenn die kleine hier ist über die KM schlecht geredet wird....geschweige denn alles negative aus meinen Poren kommt,oder so...im gegenteil verstehe ich die Ansichten der KM und mache Ihr als Mutter nicht den Vorwurf .... den ich dem Kind unterschwellig unterrühren will oder so.... ich sitze prinzipell mit meinem Freund hier am Pc und er sagt ganz klar, das er mich da braucht und dann will ich Ihm auch bei Seite stehen. Seine jetzigen Worte; "Ich der KV, bin gerade sehr entäuscht von diesem Text. Gebrauchsanweisung??? Ich brauche die Unterstützung meiner jetzigen Frau und wir sin bis jetzt gut mit vatersein.de gefahren, aber meiner Freundinn nun das Gefühl geben , alles sei schlecht was sie hier gemacht hat...

wieder zu mir(mariposa) das hier ist ein schlag ins gesicht...weiß nicht was ich denken soll..... :schaem:


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: midnightwish am 27. März 2009, 13:23:25
Hallo mariposa,

da ich ja auch Zweitfrau bin, werde ich mich doch dazu äußern.

Ich weiß das es schwierig ist einen Trennstrich zu ziehen zwischen Unterstützung und beratung auf der einen Seite und Drängen zu Taten und tätig werden auf der anderen Seite.

Ich nenn dir mal ein Beispiel. Als die Ex meines mannes vor kurzem der Meinung war er würde zu wenig KU zahlen, fragte mein Mann mich auch um Rat und bat mich das mal durchzurechnen und ihm zu sagen, was ich dazu meine. Das hab ich dann auch getan.
Ich rechnete und meinte, das ein KU eine Stufe höher durchaus drin wäre, den zahlt er defacto eh schon. Was er dann damit macht war aber seine Sache. Mir würde es auch nicht einfallen ihn zum Anwalt zu begleiten, das ist seine Sache. Genauso wie er nicht mitkommt, wenn ich wegen dem Vater meiner Töchter zum Anwalt gehe. Dabei vertritt uns ein und dieselbe Anwältin ;-)

Ja, ich trete ihn durchaus in den Hintern, wenn er mit Umständen nicht zufrieden ist und er leidet. Aber ich mache keine Termine mit wem auch immer aus.
Ich nehme die Absagen für Reittermine durch seine Ex entgegen und leite sie an ihn weiter. Aber sich darüber zu beschweren und darauf zu bestehen ,das der Termin dann eben mit was anderem gefüllt wird steht mir nicht zu und ist seine Aufgabe.
Ja, ich meckere ihn an, wenn sein Kind meint wie ein Ferkel am Tisch zu essen, denn ich möchte nicht, das meine eigenen Kinder sich so benehmen. Und ich erwarte das er das seinen Kindern auch vermittelt. Ich erziehe sie mit Sicherheit nicht. Wenn ihn das wiedrum nicht stört, dann muß ich eben damit leben und notfalls woanders essen ,wenn mir schlecht wird.
Wenn er aus beruflichen oder gesundheiltichen Gründen die Kinder nicht abholen kann, dann tue ich das gerne, aber nur dann.
Ich unterhalte mich nett mit der Ex, wenn es die Gelegenheit verlangt, aber mit Sicherheit nicht über die Kinder oder den Vater. Das Wetter ist immer ein nettes Thema.

Ja, nicht immer gelingt mir das. Aberwenn ich zu weit gehe pfeift mich mein Mann zurück. Denn eines weiß er: Es ist seine Verantwortung, nicht meine. Ich kann ihm ncihts abnehmen, ich kann ihn nur in den Arm nehmen, in den Hintern treten oder ihm Rat geben, nicht mehr und nicht weniger.

Die Gefahr sich zu sehr einzumischen besteht bei jeder Zweitfrau. Vor allem dann ,wenn man ja von Erziehung, Umgang u.s.w. so seine eigenen Vorstellungen hat. Aber diese Vorstellungen und Wünsche müssen nicht unbedingt mit denen des Partners übereinstimmen.

Ich z.B. fände es schön, wenn die Kinder alle 2 Wochen bei uns wären, obwohl das einiges an Streß bedeutet. Mein Mann aber möchte die 3 Wochen-Regelung, weil ihm das sonst zu unruhig und anstrengend ist. Dafür nimmt er sich jede Woche einen nachmittag noch Zeit für zumindest eines der Kinder.

Tina


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: mariposa am 27. März 2009, 13:33:33

Ja, ich trete ihn durchaus in den Hintern, wenn er mit Umständen nicht zufrieden ist und er leidet. Aber ich mache keine Termine mit wem auch immer aus.
Ich nehme die Absagen für Reittermine durch seine Ex entgegen und leite sie an ihn weiter. Aber sich darüber zu beschweren und darauf zu bestehen ,das der Termin dann eben mit was anderem gefüllt wird steht mir nicht zu und ist seine Aufgabe.

mariposa :Das tue ich auch nicht und habe ich auch noch nicht getan und das würde mir auch garnicht in den Sinn kommen!

Zitat
Ich unterhalte mich nett mit der Ex, wenn es die Gelegenheit verlangt, aber mit Sicherheit nicht über die Kinder oder den Vater.

  mariposa :Mache ich auch nicht habe es vor einem Jahr versucht bin aber gnadenlos gescheitert, also mache ich das auch nicht!!

Zitat
Es ist seine Verantwortung, nicht meine. Ich kann ihm ncihts abnehmen, ich kann ihn nur in den Arm nehmen, in den Hintern treten oder ihm Rat geben, nicht mehr und nicht weniger.

mariposa :Nichts anderes passiert bei uns!!!!

Zitat
Die Gefahr sich zu sehr einzumischen besteht bei jeder Zweitfrau. Vor allem dann ,wenn man ja von Erziehung, Umgang u.s.w. so seine eigenen Vorstellungen hat. Aber diese Vorstellungen und Wünsche müssen nicht unbedingt mit denen des Partners übereinstimmen.

 mariposa :Wir sind und sehr einig und besprechen alles gemeinsam!

Quoting korrigiert



Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: adelante am 27. März 2009, 14:35:01
Hi,

schade, ich habe einen Kommentar dieser Art in diesem Forum nicht erwartet. Ist mir einen großen Tick zu herablassend.

Wir kommen morgen gerne noch "aufs Boot" und dann klinkt sich ein "Exermplar" der Gattung Zweitfrau hier aus.

Man, mich ärgert das richtig, kann es zwar teilweise verstehen, aber die Art und Weise entspricht nicht dem, was ich hier kennengelernt habe.

Machts jut und liebe Grüße.


Adlante


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Agent_Zero am 27. März 2009, 14:58:55
Moin,

ich habe es mir durchgelesen und meiner Meinung nach spiegelt es die Sicht des Openers wieder.

Natürlich ist es als Gedankenanstoss gemeint. Doch wie jeder damit umgeht ist seine Sache.

Er hat eben frei seine Meinung geäußert und bestimmt nicht versucht, jemanden zu diskriminieren.

Gruss
Agent


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: ginnie am 27. März 2009, 17:01:44
Hallo,
ich überlege die ganze Zeit, soll ich auch was dazu schreiben oder nicht..
Ich ziehe mir die Jacke nicht an, die Brille da allen zweitfrauen großzügig hinhält.

Erstens, finde ich du hast es zu sehr verallgemeinert.
Dieses Forum lebt doch gerade von den Einzelmeinungen und der erkenntnis, dass nicht ALLE Frauen so sind wie die (H)exen die hier zuhauf beschrieben werden, und nicht ALLE Männer die armen, gebeutelten gutherzigen Väter, sondern es gibt überall sone und solche.
Wenn es nicht als verallgemeinerung rüberkommen sollte, sorry aber dann hättest du es nicht "Gebrauchsanweisung..." nennen sollen. Diese Überschrift geht mir doch schon gegen den Strich. :mad:

Zweitens, auch die Frauen, die hier schreiben, haben eine Vorgschichte: haben sich getrennt, eine Scheidung hinter sich, haben Kinder...
....sicher waren auch einige, die sich fair und mit einer gewissen Lösungskompetenz getrennt habe,  so wie ich entsetzt, dass es andere Ex-Partner gibt, die diese Kompetenz nicht besitzen und die es nicht schaffen, die Paar- und Elternebene zu trennen. Und dass mein LG nun gerade mit solch einem Exemplar zurechtkommen muss..ist der grund weshalb ich zB hier gelandet bin, nicht aber der Grund, weshalb ich bisher GEBLIEBEN bin.

drittens, natürlich besteht die Gefahr der Einmischung. Aber wie schon einige andere sagten, ist es doch meine und die sache meines Partners, diese Einmischung zu definieren, tolerieren und zwischen uns sozusagen auszuhandeln, was geht und was nicht geht. Und vergiss nicht, würde ich mich nicht einmischen, und gewisse Dinge von ihm fordern, wäre ICH die Leidtragende, da ich die finanziellen Folge (mit)trage. Und da sehe ich mich ehrlich gesagt vorranging in der verantwortung gegenüber meinem Sohn und nicht den Kindern meines Lg.  Insofern, finde ich steht mir eine gewisse Einmischung zu. Und ich bin froh dass mein Lg mich um rat fragt, täte er das nicht, hätte es uU eine ernsthafte Partnerkrise zur Folge:
Ich gehe doch nicht voll arbeiten, damit die Kinder meines LG ein schönes Leben haben. Und würde ihm was husten, würde er es verlangen, nach dem Motto misch dich nicht ein, aber ich verfüge gleich mal über dein Einkommen...? Nee.

Und viertens, ich habe bisher immer gedacht dass die Frauen hier gerade auch willkommen sind, und dass es dem forum gut tut, diese unterschiedliche Bandbreite vorweisen zu können. Manchmal ist es mir aber echt zu einseitig...bleibt doch so objektiv wie möglich und vor allem tolerant!

Also, Brille, behalte die Jacke.

ligr ginnie
 


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Smilla am 27. März 2009, 17:19:55
Ich werde mir diese Jacke auch nicht anziehen..... :mad:

Es gibt nicht DIE Zweitfrau, genausowenig wie es DEN Vater oder DIE Mutter gibt.
Jeder Mensch ist einzigartig, hat Unterschiedliches erlebt und reagiert eben auch nicht "einheitlich".

Schublade auf...Zweitfrauen rein....Schublade zu!

Schade...

Smilla


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: lesemaus am 27. März 2009, 17:35:36
Liebe Adelante,

vielleicht liest du dir Martins Ausführungen einfach nochmal durch.
Ich kann nicht recht verstehen, woraus du offensichtlich einen persönlichen Angriff ziehst.

Ich kann seine Ausführungen nur unterschreiben.

In erster Linie lese ich das als Warnung.
Und dass die Zweitfrau sich als das sieht, was sie ist: Geliebte, Freundin, Vertraute, Partnerin....

Ich habe beim Lesen mancher Geschichten, oder auch aus dem weiteren Bekanntenkreis schon öfter den Eindruck gewonnen, dass sich so manche Zweitfrau als eine Art Heldin sieht. Eine, die (natürlich ehrlicher, fairer, besser als die böse Ex) diesen armen und gebeutelten Mann aus seiner Misere holt und rettet. Und da man als Zweitfrau ja so wahnsinnig objektiv und weitsichtig ist, kann man auch viel ruhiger und sachlicher so manchen Brief formulieren, so manches Telefonat führen.
Das mag in kleinster Einheit ja auch ab und zu stimmen.
Aber in erster Linie ist es auch m.E. ausreichend, wenn man für den Partner da ist, ihm den Rücken freihält, ihn bestärkt.
Dieser gelegentliche Tritt in den Allerwertesten ist eigentlich auch nur nötig, wenn der andere den Wald vor Bäumen nicht mehr sieht, oder es um Fristen geht, bei denen der Partner eventuell mal die Übersicht verliert.

Im Zusammenleben mit meinen eigenen Kindern und der Tochter meines LG´s, die ja alle bei uns leben, und nicht nur zeitweise im Umgang ist es absolut notwendig, seine Erziehungsstile etwas anzugleichen, sich abzusprechen.

Sämtliche Punkte zu den Themen Umgang mit dem anderen Elternteil und Unterhaltszahlungen regelt bei uns jeder für sich, bzw. mit dem Ex-Partner, und zwar ausschließlich.
Sowohl mein LG wie auch ich wussten von Anfang an, worauf wir uns einlassen, etwaige Unterhaltsforderungen, Probleme mit Umgangsregelungen ect.pp eingeschlossen...
Fragt er mich um Rat, gebe ich ihm den, wenn er ihn nicht beherzigt bzw. doch anders handelt: So what. Seine Baustelle.
Umgekehrt genauso.

Ich bin allerdings auch kein gutes Beispiel, denn bei uns gab es keine Scheidungskämpfe, keine Geldschlachten.

Ein Neupaar, was in einer hässlichen Scheidung steckt ist meiner Meinung nach sehr gut beraten, wie von Martin vorgeschlagen, der Sache am Tag eine Stunde zu schenken, und den Rest wirklich konsequent mit der eigenen Beziehung zu füllen.

Ich stimme Martin auch zu, dass die betroffenen Männer der Zweitfrauen ihre Probleme hier selbst schildern, ihre Fragen persönlich formulieren sollten.
Eine Geschichte wird wahrhaftig nicht objektiver, wenn sie von Dritten erzählt wird. Und leider sind sie ja zwangsweise schon nie wirklich objektiv, wenn der Betroffene selbst erzählt, weil auch seine Darstellung nur die Hälfte des Ganzen ist.

Es gibt hier eine Menge Zweitfrauen, die es genau richtig machen (und ich denke, jeder hat sich schon mal mehr gekümmert, als er sollte. Das ist völlig menschlich)
Denjenigen Zweitfrauen, die sich als Erretter und Heldin sehen stehe ich auch eher kritisch gegenüber (aber damit spreche ich absolut niemanden persönlich an!!)
Hier wird oft (ungewollt) mehr zerrieben wie geklebt.
Und als Mann käme ich mir ein bisschen blöd und entmündigt vor.

Ach, übrigens: Das gilt für mich auch umgekehrt, und zwar in ebensolchem Umfang.
Auch wenn das auf vatersein.de eher keine Rolle spielt.

Liebe Grüße, Lesemaus

PS: Nochmal schnell zu ginnie und smilla, die hier dazwischen sind (weil ich noch nicht fertig bin): Ich will Zweitfrauen auf gar keinen Fall über einen Kamm scheren. Ich glaube nur auch, dass man wirklich große Fehler machen KANN als Zweitfrau, und dass es oft wirklich besser ist, sich rauszuziehen.Nicht nur für einen selbst, sondern auch für die Beziehung.
Aber im Grunde muss natürlich jedes Paar für sich entscheiden, wie es seine Beziehung führt, und es entscheidet auch jeder selbst, was er alleine durchzieht oder wo er sich Hilfe von der Partnerin holt.
Wirklich bessere Hilfe gäbe es aber sicherlich meistens eher von außen, denn wer von uns ist schon Mediatorin, Psychologin, Finanzexpertin, Juristin, Pädagogin, und Motivationscouch in einer Person...???




Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: ginnie am 27. März 2009, 19:19:35
Hallo Lesemaus,

dein Beitrag stellt eine sehr tiefsinnige, differenzierte Betrachtungsweise dar. Dieser kann ich sehr gut folgen und stimme dir auch zu!
Ich hätte mir gewünscht, dass brille in seiner "Gebrauchsanweisung" auch diese Sensibilität an den Tag gelegt hätte.
Dann wären seine wichtigen und guten ! Hinweise, die du ja auch noch mal herausgearbeitet hast, auch in den Vordergrund gerückt.
Dann hätte sein post einen besseren Sinn gemacht. Aber vielleicht hat er ja geglaubt, mit plakativen Aussagen erreicht er die "Zielgruppe" besser. Vielleicht geht er davon aus, dass die Heldinnen unter den Zweitfrauen nur diese Sprache verstehen...

ligr ginnie


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: brille007 am 27. März 2009, 19:58:11
Hallo ginnie, smilla, adelante & andere stille MitleserInnen,

ein altes deutsches Sprichwort sagt: "Wem der Schuh passt, der zieht ihn sich an". Das erklärt vielleicht die eine oder andere harsche Reaktion auf mein Opening-Posting in diesem Thread, zumindest, wenn man es nur oberflächlich gelesen hat. Von Schubladen ist dort nämlich keine Rede.

Angesprochen habe ich damit jedenfalls - und das erschliesst sich bei halbwegs sorgfältigem Lesen ohne weiteres - nicht die zahlreichen Zweitfrauen, die sich mit Liebe, Engagement und Verständnis in eine Patchwork-Familie einbringen. Sondern die, die es zu dominieren versuchen, indem sie nicht nur ihre eigenen Probleme lösen wollen, sondern die ihres neuen Partners gleich mit. Und/oder die, die aus einer diffusen Eifersucht auf eine Dame, die mit dem Herzallerliebsten zuvor schon das Laken geteilt und dieses offensichtlich auch zerwühlt hat (Minimalbeweis: Die vorhandenen Kinder des neuen Partners) glauben, diese Dame jeden Tag und bei jedem Anlass in irgendeiner Weise bekämpfen, toppen oder sonstwie schlechter aussehen lassen zu müssen als sich selbst. So wie es Mütter gibt, die ihren Kindern bei den Hausaufgaben HELFEN - und Super-Muttis, die sie für ihre Kinder gleich ERLEDIGEN. Wie "sinnvoll" Letzteres ist, erklärt einem jeder Grundschullehrer.

Ich bin selbst mit einer ganz zauberhaften "Zweitfrau" verheiratet. Sie passt in keine Schublade und würde sich selbst auch nie in einer solchen vermuten. Aber sie konnte während meines (!) Rosenkrieges, den sie (natürlich) hautnah erlebt hat, zu allen Zeiten zwischen ihren und meinen Problemen unterscheiden. Und sie war klug genug, mich dann zu beraten, wenn ICH das wollte oder brauchte - aber nicht meine Probleme in ihrem eigenen Sinne lösen zu wollen.

Grüssles
Martin

By the way: Wer das Wort "Gebrauchsanweisung" richtig versteht, weiss auch, dass Gebrauchsanweisungen nicht geschrieben werden, weil der Hersteller die Käufer seines Produkts grundsätzlich in eine Dummie-Schublade stecken möchte, sondern um ihnen zu ermöglichen, das neu erworbene Gerät mit all seinen Features in möglichst kurzer Zeit und ohne Beschädigung in Betrieb nehmen zu können (anstatt zuvor sicherheitshalber wild auf irgendwelchen Knöpfen herumzudrücken). Insofern: Wem der Schuh passt... :wink:


***edit - PS: @ ginnie,
Vielleicht geht er davon aus, dass die Heldinnen unter den Zweitfrauen nur diese Sprache verstehen...
die wahren Heldinnen unter den "Zweitfrauen" sind die, die nicht ständig und jeden darauf hinweisen müssen, was für Heldinnen sie sind...


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: gaya am 27. März 2009, 20:08:41
hey brille,

bist du dir sicher, das gebrauchsanweisungen nur  aus diesem grund beigefügt werden, dienen sie nicht eher der absicherung des herstellers. :wink:

schmunzelnde grüsse

gaya



Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Smilla am 27. März 2009, 20:37:28
Hallo Martin,

also ganz ehrlich:

Du hast hier alle Zweitfrauen über einen Kamm geschert....ich konnte auch bei nochmaligem Lesen keinerlei
Differenzierung erkennen.

Und zu Deinem Spruch, dass nur derjenige sich den Schuh anzieht, der ihm passt:

Du kannst Dir gerne meine sämtlichen Posts durchlesen....in keinem wirst Du irgendwas entdecken,
was auf eine, Deiner Ansicht nach "typischen" Zweitfrau hinweisen könnte.
Ich mische mich nicht in die Angelegenheiten meines LG, es sei denn, sie betreffen mich persönlich.
Ich verstehe mich auch mit seiner Ex ganz gut, was für die Kinder sicherlich positiv ist.

Ich selbst habe es mit so einer Frau zu tun, wie Du sie beschreibst:
Die LG meines Ex, die ihm die Mails an mich schreibt
(kann ich immer wunderbar am Schreibstil erkennen  :wink:) und ihm Tipps gibt, wie
man mir das Leben schwer machen kann!

Trotzdem empfinde auch ich Dein Posting unangemessen, eben weil Du derart verallgemeinerst!
Es würde Dir sicherlich auch nicht passen, wenn hier jemand alle Väter über einen Kamm scheren
würde....und zu Recht!

Also, auch wenn Deine Absichten möglicherweise nicht die schlechtesten waren...rübergekommen ist
es denkbar ungut!

Smilla 


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: ginnie am 27. März 2009, 20:37:54
@brille,

Zum Thema Über-Engagement fühlte ich mich durch den Beitrag nicht angesprochen. Da mir diese Jacke nicht passt.

Es waren einige Formulierungen, die mich angeregt haben, doch etwas zu schreiben:

Die Überschrift finde ich immer noch nicht richtig passend, auch nicht beim nochmaligen Durchlesen, weil es bei der Partnerschaft ja nicht um irgendein käufliches Produkt geht.
Weiterhin hast du ja größtenteils nur die eine Seite einiger "Zweitfrauen" beschrieben, nämlich das Über-Engagement.
Eine Gebrauchsanweisung, wenn wir jetzt doch mal bei dem Wort bleiben, sollte aber alle Funktionen beschreiben und nicht nur einen (negativen) Teil.
Somit gefällt mir die Überschrift gleich zweifach nicht. :wink:

Einige deiner Ausdrücke, wie "Exemplare", finde ich ebenso nicht so passend und nicht "auf gleicher Augenhöhe", und somit habe ich versucht, deinen Beitrag zu relativieren und habe habe versucht darzustellen, dass es nicht nur um Über-Engagement gehen kann, wenn über Zweitfrauen geredet wird.

Lesemaus hat es zugegebenermaßen noch viel besser auf den Punkt gebracht und sehr differenziert dargestellt.

Deinen Aussagen
So wie es Mütter gibt, die ihren Kindern bei den Hausaufgaben HELFEN - und Super-Muttis, die sie für ihre Kinder gleich ERLEDIGEN.
und
die wahren Heldinnen unter den "Zweitfrauen" sind die, die nicht ständig und jeden darauf hinweisen müssen, was für Heldinnen sie sind...

stimme ich uneingeschränkt zu.
Mit diesen Meinungen liegen wir überhaupt nicht auseinander.

Auch liegt es mir fern, bei der Lösung von Problemen, die mein Lg mit seienr ex hat, dominieren zu wollen. Kam das etwa so rüber?
Er findet selbst seinen Weg, und wenn er mag, unterstütze ich ihn.
Allerdings werden einige seiner Probleme zu meinen, sofern sie mich persönlich betreffen. Auch das war mir wichtig darzustellen. Ich bin involviert in einige seiner Problemlösungen, und trage den Kolateralschaden. Somit sind manche Entscheidungen einfach nur gemeinsam zu treffen, es geht gar nicht anders. Und wäre auch umgekehrt so, wenn es zB bedeuten würde, dass er finanziell für mich aufkommen müsste. Dann kann ich schwerlich sein Einverständnis voraussetzen, sondern müsste ihn fragen und in die Lösungen einbeziehen. Das hat nichts mit dominieren zu tun. Sondern mit Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe und Fairness.

Ich hoffe es ist jetzt klarer geworden.  

ligr ginnie




Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: DeepThought am 27. März 2009, 20:40:48
Moin,

natürlich hat es eine Berechtigung, dass Zweitfrauen sich kümmern. Mal mag es an der nicht verfügbaren Zeit liegen, mal an der situativ bedingten Eigenblindheit, mal an unzureichenden PC-Kenntnissen, mal an subjektiv nicht ausreichender Ausdrucksfähigkeit, mal an Berührungsängsten, ...

Ich versuche immer, das Individuum zu betrachten und bringe den sich kümmernden Zweitfrauen bis zum erträglichen Maß eine gerüttelte Portion Verständnis entgegen. Mir ist klar, dass emotional gebundene und be-/getroffene Menschen durchaus in eine Bewegungslosigkeit behaftet sein können und der Partner ihm schlich nur helfen will.

Hilfe über Umwege hat nur das potentielle Risiko des Streuverlustes und der gefilterten Wahrnehmung. Und: Durch die Fragestellung kann die Richtung einer Antwort vorgegeben werden. Oftmals haben wir erlebt, dass aus dem Gefragten nicht die Antworten wurden, die gewünscht/erhofft wurden und die Antworten die tatsächliche Intention der Fragen frei spülten. Ja, dafür haben wir ein Gespür.

Hilfe sollte aus dem Grunde der Hilfe gegeben werden. Eigene Ideen, Wünsche, Hoffnungen haben dabei wenig bis keinen Platz. Das ist schwer, sauschwer. Und Stück für Stück den Ratsuchen selbst heranzuführen, sich hier einzubringen, selbst zu diskutieren. Immer nach dem Motto: Den Führerschein macht man ja auch nicht vom Beifahrersitz aus.

DeepThought

P.S.: Ich meine, weisnich hatte einen ähnlichen Appell vor einiger Zeit formuliert...


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: oldie am 27. März 2009, 20:48:16
Hi

Jetzt, wo DeepThought es schreibt, fällt mir auch ein was mich stört. Das Wort "Gebrauchsanweisung". Warum nicht "Appell"?

Gebrauchsanweisung klingt so herabwürdigend - und zwar für den Mann, welcher auf ein Objekt reduziert wird.

Gruss oldie


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: ginnie am 27. März 2009, 20:52:31
Danke oldie.
Bin sehr froh dass dich das Wort auch stört.
Appell klingt viel netter und konstruktiver irgendwie...

ligr ginnie


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: oldie am 27. März 2009, 21:08:26
Hi

Na ich unterstelle mal brille007, dass er den Titel mit einem gewissen Augenzwinkern verfasst hat. Doch wie heisst es so schön in den Forumsregeln? -> siehe  Pkt. 4
Gefragt wurde zwar nicht, aber erkennbar ist das Nichtverstehen. :wink:

Trotzdem halte ich seinen Beitrag für sehr gelungen. Er zeigt ziemlich prägnant, was auch mir widerfahren ist. Und das sollte nicht nur auf vorhergehende Beziehungen als auch auf die sich daraus ergebende Verpflichtung als auch Verantwortung beziehen. Wird das alles verallgemeinert, so richtet sich dieser Text prinzipiell gegen eine Einmischung in die Persönlichkeit und Eigenverantwortung der Partnerin / des Partners. Man hat sich gefunden - warum muss er/sie verbessert werden, umgeformt werden? Helfen, unterstützen, beistehen, irgend wohin treten - alles kein Problem. Doch ICH möchte immer auch ICH bleiben. Darum bitte keine Einmischung in mein Selbst.

Gruss oldie


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: lesemaus am 27. März 2009, 21:39:33
... Das Problem, wenn beispielweise die Zweitfrauen hier die Fragen für ihre LG´s stellen, ist tatsächlich das, dass die gestellten Fragen zum Großteil die Probleme darstellen, die die Zweitfrauen selbst haben.
Selbst wenn man eine grundsätzlich übereinstimmende Lebenseinstellung hat, so empfindet doch jeder Partner ganz eigen.

Es ist doch ein großer Unterschied, ob man sich selbst trennt, mit der eigenen Person in der Problematik Expartner, Unterhaltsfragen, Scheidungsmodalitäten, Umgang mit den Kindern ect. drin steckt, oder es als neue Partnerin miterlebt und dabei ganz eigene Empfindungen hat.

Die Zweitfrau kann sich vielleicht gut reinfühlen, aber sie LEBT die Situation nicht. Die Kinder sind nicht ihre, die Ex wird oft gar nicht gekannt, die existenziellen finanziellen Sorgen berühren sie bestenfalls, sind aber nicht ihre.

Als Zweitfrau weiß ich als realistischer Mensch, dass ich einen Mann bekomme, der möglicherweise finanziell nicht mehr in der Lage sein wird, ein neues Haus zu bauen, eine neue Familie zu gründen, ich treffe im Grunde genommen vorher die Entscheidung, will ich das? Bin ich bereit, ebenfalls zurück zu stecken, wenn bei ihm schlicht das Geld fehlt, um einfach mal in Urlaub zu fahren, bin ich bereit, alle zwei Wochen mit Kindern zu leben, die nicht meine sind, die nicht wegen mir kommen, sondern Zeit mit ihrem Vater verbringen wollen, ect....

Habe ich selbst Kinder und einen Ex, dann muss auch das synchronisiert werden. In den wenigsten Fällen ist das eine immer harmonische Kiste, die akribisch organisiert sein will.
Natürlich kann das alles funktionieren, in vielen Fällen tut es das auch.

Nicht ohne Grund warten einige Männer (oder auch Frauen) mit einer neuen Partnerschaft, bis zumindest das Grobe einer Trennung/Scheidung erledigt ist.
Aber dafür kann es weder Rezepte noch Gebrauchsanweisungen geben.

Ohne eine große Portion gesunden Menschenverstand, daneben Sensibilität und auch die Fähigkeit, sich selbst mal zurück zu stellen, bis der sich scheiden lassende Partner seine Angelegenheiten geregelt hat, geht es einfach gar nicht.

Eine Scheidung, vor allem mit Kindern, ist ein dermaßen großer Schnitt im Leben, kein einziges der vielfältigen Gefühle, die man dabei durchlebt, kann man in irgendeiner Form an jemanden abgeben, der es dann wieder in die Spur schiebt.
Man muss jeden Schritt selbst gehen, sonst kann man es nicht zufriedenstellend regeln.
Und man muss mit allen Entscheidungen, die es abverlangt, im Nachhinein auch leben können.
Ein Partner kann immer nur da sein und einen dabei begleiten.

Wie wäre es denn, wenn der Partner unklare Krankheitssymptome hätte.
Natürlich kann ich zu einem Arzt gehen und ihn fragen, was es sein könnte, oder was helfen könnte. Ich kann sogar schildern, wie der andere sich fühlt, wenn er mir das vorher versucht hat zu erklären. Aber hat er alles erklärt? Hat er jedes Gefühl, jedes Zwicken geschildert??
Auf die Idee käme keiner. Man würde natürlich sagen: Geh zum Arzt, lass dich untersuchen, er kann dir am besten helfen, wenn er dich selbst sieht und die richtigen Fragen stellen kann.
Ich kann ihm Tee kochen, kann ihm ein Bad einlassen, das Bett frisch machen, ihm was kochen, und all das macht es ihm erträglicher. Gesund werden muss er aber ganz alleine...

LG, Lesemaus




Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: heidschnucke am 04. April 2009, 08:29:42
Hallo zuammen,

nun schreib ich doch auch was hier rein. Bin auch Zweitfrau oder "Next" - wie mich die Exfrau meines Mannes in diversen Foren nennt.
Ich habe die Diskussion hier sehr aufmerksam gelesen und habe nun ein paar Fragen:

- Wann ist es "Einmischung" und wann "Unterstützung"?
- Verweigert Ihr Eurem Mann die Hilfe, wenn er Euch darum bittet (z.B. ein "diplomatisches" Schreiben zu verfassen).
- Wie würdet Ihr Euch verhalten, wenn die Ex Euch im Fadenkreuz hat und gezielt versucht, Euch als Unmenschen darzustellen, der den Kindern schadet?
- Was tun, wenn die Ex sich direkt an Euch wendet? (Anrufe, E-Mails, Briefe,...)

Ich finde den Beitrag von Brille auch nicht so toll.
Das Wort "Gebrauchsanweisung".... ja.... gut..... nicht optimal, aber ich dachte echt "oh schön, ein Rat für mich denn ich bin Zweitfrau".
Dann lese ich das und versuche als doch recht selbstkritischer Mensch das ganze mal auf mich zu münzen und mein Verhalten zu hinterfragen.
Zugegebenermaßen mische ich mich auch ein. Jedoch muss ich sagen, dass mein Mann das gut findet und mir dankbar dafür ist, dass ich ihn (Achtung) "unterstütze":

Letztendlich ist es doch so in einer Partnerschaft, dass man möchte, dass es dem anderen (und ggf. auch dessen Kindern) gut geht. Das gilt für Frauen ebenso wie für Männer. Sobald eine Entscheidung ansteht wird darüber gesprochen. Bei uns geht das von "Was sollen wir heute kochen?" und "Was unternehmen wir am Wochenende?" bis hin zu "Wohin geht's in den Urlaub?" oder "Wofür geben wir das Geld aus?".
Dabei würde es auch bleiben, wenn es eben nicht das Thema "Ex-Frau" bzw. "Kind aus erster Beziehung" gäbe.
Da wir alles gemeinsam machen weil wir uns einfach lieben und eben nicht die "Luft zum Atmen" brauchen, die andere in ihren Beziehungen vielleicht für sich in Anspruch nehmen müssen, treffen wir auch in Sachen Umgang und Unterhalt gemeinsame Entscheidungen. Halt! Falsch formuliert!
ER trifft die Entscheidung und fragt mich zuvor um Rat. Schließlich ist sein Kind mein Stiefkind und Teil meines Lebens. Und auch die Ex ist nun eben in gewissem Maße Teil meines Lebens.
Als ich ihn geheiratet habe wusste ich das. Es ist schwerer als gedacht, das gebe ich zu, aber zusammen ist man eben einfach stärker.

Wenn einer weint, ist der andere da zum trösten.
Wenn einer nicht mehr weiter weiß, hat der andere einen Rat.
Wenn einer wütend ist, kann der andere ihn beruhigen.
Wenn einer keine Hoffnung mehr hat, dann macht ihm der andere Mut
...

Ich habe bei uns beobachtet, dass das "Weinen", "nicht weiter wissen", "wütend sein" oder "keine Hoffnung haben" bei uns sehr ausgeglichen ist.
Und ich weigere mich einfach nun zu glauben, dass ich zu viel getan habe.
Das muss jeder für sich entscheiden.
Ich sehe den Beitrag von Brille als "Denkanstoß", aber es wäre nicht richtig, wenn man nun als Zweitfrau ein schlechtes Gewissen bekäme oder gar die "Rollläden" runter lässt und den Mann im Stich lässt. V.a. nicht, wenn er sagt "ich brauche Hilfe".

Nun ist es doch mehr Text geworden als gedacht.
Eure Antworten würden mich aber echt interessieren.

Heidschnucke








Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Lavendel am 04. April 2009, 11:04:19
Hallo,

ich bin nur eine zeimlich böse Ex, zumindestens aus der Perspektive bestimmter Menschen.

Ich kann nur sagen, dass ich darauf bestehe, die Dinge, die unseren Sohn betreffen, mit meinem Ex-Mann zu klären.
Zugegebenermaßen hat er da keine Lust drauf, aber er ist nun einmal der Vater.
Auch ich kann mir manchmal schöneres vorstellen, bin aber nun einmal die Mutter.
Da muss man sich dann halt mal zusammenreißen.

Seine jetzige Lebensgefährtin betrachte ich auch nicht als "Steifmutter" unseres Kindes, dann müsste ich ja tot sein.

Sie hat einmal versucht, mit mir Dinge zu besprechen, die ganz klar wir als Eltern zu besprechen haben, kam dann auch gleich mit dem "Du" an.
Ich habe ihr höflich mitgeteilt, dass sie mich gerne siezen darf und  ich das "Problem" mit dem Vater des Kindes besprechen werde.

Umgekehrt sehe ich es genauso: Ich würde mich als "Zweitfrau" nirgendwo reinhängen, was mich nix angeht und dazu gehört die Kommunikation mit der Ex-Frau.

Was die beiden miteinander zu besprechen und zu organisieren haben, ist nicht mein Problem.
Aber Unterhalt, Umgang, etc. sind Dinge, die Eltern besprechen.
Besucht der Junge den Vater, ist der hauptsächlich für ihn verantwortlich und damit immer mein Ansprechpartner.
Schwer verbitten würde ich mir auch, wenn sie mit Behördern, etc. sprechen würde.
Das ist definitv nicht ihr Job.
Was die beiden sonst über mich zu lästern haben, ist mir ziemlich egal. Die fahren ihren Stiefel und ich meinen.
Es geht mich absolut nix an, solange das Kind darunter nicht leidet.

Ich weiß auch nicht, ob es so gut, ist, die Probleme mit den Expartnern andauernd mit dem neuen Partner durchzukauen. Ich hätte da keine Lust zu, es gibt doch viel schönere Dinge als nur, oftmals nicht lösbare Probleme wiederzukäuen; man hat sich ja nicht umsonst getrennt und befindet sich in einer neuen Partnerschaft.

Irgenwie muss das doch einmal abgschlossen sein und auf einem erträglichen Niveau für die Eltern handhabbar sein, ohne dass das gesamte soziale Umfeld dabei involviert wird und alles zum Problem wird.
Gruß: Lavendel







Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: heidschnucke am 04. April 2009, 12:22:12
Das Wort "Stiefmutter" gefällt mir persönlich auch nicht besonders. Ich sehe mich lieber als "Weggefährtin" oder "Freundin" und vielleicht werden manche "Geheimnisse" (erstes Verliebtsein etc.) auch eher mit Nicht-Eltern besprochen. Das meinte zumindest mein Mann, als ich mal wieder fertig war, weil ich nicht so recht wusste, welche Rolle ich hier spiele.
Dennoch muss ich Dich (Lavendel) korrigieren. Die Ex muss nicht tot sein, damit man Stiefmutter ist. Sogar in sog. "Regenbogenfamilien" kann es eine Mutter und eine Stiefmutter geben.

Wie hier bereits geschrieben wurde, müssen die Zweitpartner damit klarkommen, dass vor ihnen schonmal jemand da war. So weit so gut.
Es ist doch aber auch so, das "Erstpartner" lernen müssen damit umzugehen, dass der/die Ex eine neue Liebe findet.
Diesen Sachverhalt vermisse ich hier ein wenig.

Das Thema "Sie" oder "Du"... naja. Meiner Meinung nach gibt das "Sie" ein Signal an die Kinder, dass der/die Neue nicht in dem Maß akzeptiert wird wie es dem Kindeswohl vielleicht entsprechen würde.

Und was Behördengänge etc. angeht. Natürlich hat da der Zweitpartner nichts verloren. Er hat in der Regel kein Sorgerecht und ich denke, dass da auch die Behörde nicht mitmacht, wenn nun plötzlich Dritte daherkommen. Das steht auch gar nicht zur Debatte. Ebenso verhält es sich mit Abmachungen zwischen den Ex-Partnern (Unterhalt, Umgang, etc.). Da geb ich Dir vollkommen recht.
Wenn jedoch ein wichtiger Termin oder ein Schreiben oder sonst was ansteht, welches mein Mann ALLEIN zu erledigen hat und er bittet mich um Rat, dann werde ich einen Teufel tun und zu ihm sagen "geht mich nichts an". Und wie er dann handelt, das ist seine eigene Entscheidung.

Überlegt doch mal:
In Foren holt sich alle Welt Rat. Rat von Menschen die man nur sehr selten persönlich kennt. Und der neue Partner soll außen vorgelassen werden??? Häh???  :knockout:

Und zum Thema "Heldentum" muss ich nun doch auch noch (etwas überspitzt) meinen Senf abgeben:
Wenn Zweitmänner sich um ein Kind kümmern, dann sind es "total süße und tolle Typen, die sich ja so lieb um alles kümmern und kinderlieb sind und eben die absoluten Übermenschen" und bei Zweitfrauen heißt es dann "Tussy, die sich an das Kind ranmacht um beim Ex zu landen"...

Hatte mal die Idee ein Kinderbuch zu schreiben, in welchem auch Stiefeltern vorkommen (zur Abwechslung aber als "normale" Menschen und nicht immer wie in Grimms Märchen als Unmenschen). Ob sich dafür wohl ein Verlag interessiert?  :wink:

Schöne Grüße
Heidschnucke







Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Lavendel am 04. April 2009, 12:50:53
Hallo, Heidschnucke,

ich glaube, dass das Leben als Zweitpartner schon zu einer Gratwanderung werden kann, insbesondere, wenn die Ex zum größten Thema wird und man sich als Allianz gegen sie versteht.
Insbesondere glaube ich auch, dass gerade Frauen gerne dem neuen Partner "helfen" wollen und seine Baustellen mit übernehmen.
Macht nur nicht viel Sinn.

Auch kann es dann ganz schnell passieren, dass meine eine Allianz gegen die Ex schmiedet und sich dabei ganz toll fühlt. Frei nach dem Motto, "Ich wir/ sind ja viel besser als die.

Ich finde nicht, dass das Siezen einer mir wildfremden Person dem Kindeswohl schadet.
Und nebenbei bemerkt, kann ich das Wort nicht mehr hören, es ist oftmals eine leere Phrase, die gedroschen wird, wenn Argumente fehlen.
Ich quatsche auch nicht jeden mir fremden Menschen mit "Du" an.
Das hat eher was mit Höflichkeit zu tun.

Eigentlich hat euch Brille doch einen guten Rat gegeben:
Nach vorne gucken, Grenzen ziehen und die eigene Beziehung leben, ohne den "Geist" der Ex.
Ehrlich gesagt:
Seitdem mein Exmann nicht mehr im gleichen Ort lebt und seine Freundin hat, geht's mir richtig gut.
Er hat nämlich keine Zeit mehr, mir mit irgendwas auf den Keks zu gehen.
Somit bin ich der Neuen sehr dankbar und hoffe, dass sie ihn noch lange beschäftigt.
Gruß: Lavendel


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Beppo am 04. April 2009, 13:49:29
Moin,

Ich bin Froh, dass meine älteste Tochter einen guten "Zweitvater" hatte.

Mutter und ich hatten uns kurz nach der Geburt getrennt und sie sind 600Km weggegezogen, als sie von ihm schwanger wurde.

Sie wuchs bei ihm auf und er weiß sicher mehr von ihr als ich.

Ich weiß nicht, was gewesen wäre, wenn er ein A... gewesen wäre, war er aber nicht.
Er hat sich weder zwischen meine Tochter und mich gedrängt noch einen Unterschied zwischen meiner Tochter und seinen Kindern gemacht.

Dafür danke ich ihm.

Ich denke, unerwünschte Einmischung ist falsch aber konstruktives Mitwirken nicht.

Ich würde immer wieder versuchen, eine Verbindung aufzubauen und zum Glück hatten meine Exfrau und die Mutter meiner Ältesten auch nie ein Problem miteinander.
Auch meine Ex hat bei Ältesten mit geholfen, sich aber nicht eingemischt.

So würde ich es mir immer wünschen.

Gruss Beppo


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: lesemaus am 04. April 2009, 13:55:05
Also Lavendel,

dein post kann ich nur unterschreiben!!
(und das mit dem "Du" oder "Sie" ist reine Einstellungssache)

Eine Zweitfrau sollte unterstützen, sollte sich einbringen und sollte sich aus den Sachen heraus halten, die Expartner unter sich zu besprechen und abzuklären haben. Ratschläge kann und wird sie immer geben, und im Normalfall wird sich der Partner die anhören und auch aufnehmen oder umzusetzen versuchen, oft fehlt ja vielleicht wirklich nur zeitweise eine gewisse Objektivität, also ist ein Ratschlag durchaus angemessen und hilfreich.

Was du beschreibst, sollte im Idealfall immer gelebt werden.
Vollwertige Partnerschaft, mit Idealen und Zielen, unter Einbeziehung von Kindern aus ehemaligen Beziehungen, so normal und unverkrampft wie möglich.
Respekt oder Neutralität dem Expartner gegenüber.
Strikte Neutralität den Kindern gegenüber, was Expartner angeht, sprich keinerlei "harmlose" aber doch meistens spitze Bemerkungen oder Werturteile.
Die Kinder haben die nicht einfache Aufgabe, allen Erwachsenen in ihrem Leben einen Platz zu geben. Sind alle diese Erwachsenen neutral und respektvoll zueinander, können Kinder das entsprechend frei und ungezwungen tun. Und nur so gewinnen im Endeffekt ALLE.
Die neuen Beziehungen, die Expartner (allein oder ebenfalls neu liiert), und die Kinder (die immer diejenigen waren, die keiner gefragt hat, und die die neuen Lebensumstände NIE so gewollt haben!!)

Zitat
Es ist doch aber auch so, das "Erstpartner" lernen müssen damit umzugehen, dass der Ex eine neue Liebe findet.
Diesen Sachverhalt vermisse ich hier ein wenig.

DAS ist der Knackpunkt.
Denn das ist mit das Schwerste für den Expartner selbst.
Daran sollte ein Expartner schwer arbeiten, und daran scheitert oft genug vieles, vom oben so "einfach" beschriebenen. Gefühle kann man nämlich nicht nach Belieben ausschalten. Aber auch für einen (verletzten) Expartner ist es enorm wichtig, genau diesen Prozess möglichst zielorientiert zu durchleben und ehrlich abzuschließen.
Von Anfang klar sein muss allerdings, dass dieser Punkt in keinster Weise die Kinder betrifft.
Für MICH persönlich war dies der schwerste Prozess und der einzige Teil, wo meine Neutralität und Objektivität je in Gefahr geriet. Fast.

'Ich bin Ex und Next.
Es gibt nach allen Seiten neue Partner und insgesamt 5 Kinder aus drei ehemaligen Beziehungen.
Es gab auf allen Seiten eine Menge Gefühle jeder Färbung.
Und es wird nie aufhören, dass man kommunizieren muss, dass man Respekt zeigt und Neutralität und hier und da mal zurück steckt.
Aber im Großen und Ganzen lebt jeder einzelne, bzw. jedes "Neupaar" SEIN Leben, und den Kindern wird die Möglichkeit gegeben, sich frei zu fühlen, sie haben überall ihren Rückhalt, ihre Nischen, ihre sicheren Bahnen. Daneben streiten und vertragen sie sich, wie in jeder Otto-Normal-Familie auch.... !


Liebe Grüße, Lesemaus



Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: ginnie am 04. April 2009, 18:12:44
Hallo
ich empfand es am Anfang sogar als Bereicherung, dass mein Lg zwei Kinder hat. Weil er dadurch natürlich viel mehr in unseren Alltag einbringen und verstehen kann als ein Kinderloser und weil ich seine Kinder als Teil seiner selbst sehe, und als Bereicherung für mich und meinen Sohn, der nun quasi einen Stiefbruder vor die Nase gesetzt bekommen hat, damit umgehen musste, daraus lernen kann...so dass ich finde es tut seiner Entwicklung durchaus gut.

Mein Ex hat auch mit meinem Lg überhaupt kein Problem,  ich glaube er sieht es ebenso respektvoll wie beppo weiter oben schrieb. Dafür danke ich ihm ;-)

Die Angelegenheiten zwischen meinem LG und seiner Ex sind nicht mein Ding.
Allerdings war ich gern bereit der Frau mit der er zwei Kinder hat den nötigen Respekt entgegenzubringen, und die neutralität zu bewahren die notwendig ist. Er war nun mal lange zeit ihr Mann, hatte auch gute zeiten mit ihr, und ist sowieso mit ihr verbunden wegen der Kinder. Kein Problem für mich.

Leider tangieren mich seine Probleme mehr als ich das will, und das liegt am mangelnden Respekt der Ex meinem LG gegenüber. Ich fühle mich auch betroffen, wenn sie ihn beleidigt, denn wer darf schon meinen LG beleidigen und ich sitze nur daneben und sage, ist mir doch egal???
Dass sie mich als blöde Tussi (das ist ja noch nett) bezeichnet geht mir am A* vorbei.
Allerdings hat mein LG hier ihr auch schon deutlich gesagt er wünscht nicht dass sie mich beleidigt (ist ihr aber egal, aber was solls. Solange ich es nicht höre, kann sie lästern und den kindern was schlechtes erzählen wie sie will).

Ich würde es gern, aber wie soll ich einer Frau Respekt und Neutralität gegenüber bringen die meinen LG respektlos von oben herab behandelt, nicht achtet als Vater der gemeinsamen Kindern, sondern statt dessen als Abschaum bezeichnet? (und zwar wenn seine Kinder daneben stehen). Dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln, meinen LG aufbauen, trösten, ihm täglich zeigen, dass ich ihn achte und respektiere und liebe, aber auf gleiche Stufe stellen mit so einer Frau kann ich mich nicht. Sie hat im Laufe der zeit einfach mal meinen Respekt verloren. Und zwar durch ihr Handeln. Meinen Vertrauensvorschuss hat sie lange verspielt.

Allerdings kann ich seinen Kindern gegenüber Neutralität zeigen. Und das tue ich gewissenhaft jedes mal wenn sie hier sind. dadurch gibt es natürlich Tabuthemen, die wie wir finden aber notwendig sind. Seine Kinder sollen gern hierher kommen. Das allein zählt.

Wir leben unser Leben, und zwar ohne beweisen zu wollen, ob es "besser oder schlechter" ist. Es sind nunmal unsere Werte, dass wir uns Achtung und Respekt entgegenbringen. Wir tun es einfach, ohne darüber zu reden. Und wenn der Sohn meines LG zu respektlos zu seinem Vater ist, weil er es ja so gewohnt ist, dass sein vater der Ar* und Doofe ist, dann mische ich mich schon ein, und erkläre ihm, dass bei uns ein anderer Ton herrscht. Ich möchte es nicht hören, dass er zu seinem vater sagt, er sei blöd. Damit zeige ich ihm aber indirekt alles andere als Neutralität seiner Mutter gegenüber, denn sein Sohn bekommt schon mit, was die Unterschiede sind. Trotzdem kann ich es nicht dulden, weil ich es einfach unerzogen finde, wenn Kinder so respektlos Erwachsenen gegenüber sind. Auch mein Kind erziehe ich so, dass in der familie ein netter freundschaftlicher Ton herrscht und Konflikte nicht durch Rumbrüllen oder Ausfallendwerden gelöst werden können.

Ob das richtig ist?? Bin auf eure Kommentare gespannt...

@lesemaus: hast du eine Idee, wie man es hingekommt, dass die Ex auf die Ebene von respekt, neutralität und Gelassenheit gelangt? Wir sind bereit dazu bzw. ich habe es lange so gelebt. Jetzt kommt bestenfalls gleichgültigkeit in betracht, reicht das?

ligr ginnie



Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Lausebackesmama am 04. April 2009, 19:01:21
Hi Ginnie,

ich glaube, cool zu bleiben, wenn der Mensch, den man liebt, respektlos behandelt, rumgeschubst oder verletzt wird, das ist keinem Menschen gegeben. Wen man liebt will man verteidigen, unterstützen und mit ihm kämpfen. Das ist für mich einfach ein Folge, wenn man sich mit jemandem verbunden fühlt. Für mich persönlich gibt es aber zwei Grenzen, das sind Folgende:

1. Ich möchte nicht, dass aus der gegenseitigen Unterstützung eine unauflösbare Symbiose wird. Es muss klar bleiben, um wessen Probleme es geht, auch wenn diese sich an manchen Stellen verzahnen.

2. Für und mit dem anderen Kämpfen darf nicht darin enden, im  "Kampffeld" des Anderen die eigenen Interessen durchzuboxen.

Jeder Mensch hat sein persönliches Empfinden, was gut und was richtig ist, wie man lebt und wie man mit anderen Menschen umgeht. Meist finden sich ja Menschen, bei denen diese Aspekte harmonieren. Trotzdem sollte man so selbstkritisch sein und sich immer wieder fragen, ob man dem Partner nicht sein eigenes Bild von all dem überstülpen will.

Die Grenzen dafür sind gerade in höchstpersönliche Bereichen wie Vorleben und Kindern schnell erreicht.

Schwierig wird es in Beziehungen mit starkem Ungleichgewicht, ob das den Intellekt, die Einsatzkraft, die Motivation, Stärke/Schwäche oder auch das Faktenwissen betrifft. Dann neigt der, der es vermeintlich "besser" weiß bewusst oder unbewusst dazu, die Führung an sich zu reißen.
Hilfreich vielleicht, bei der Partnerwahl darauf zu achten, dass man jemanden findet, mit dem man pari ist.  Jemand, der auch Erfahrungen auf gleicher Ebene hat, zB konkret, der selber Kinder hat und weiß, welche Probleme eine Trennung, bei der Kinder im Spiel sind, mit sich bringen kann.

Entsprechend hoch liegt natürlich auch eine Messlatte, die gar nicht herablassend gemeint ist. Mit jeder Portion Stärke und Sicherheit die ich gewinne, wächst auch der Anspruch an einen Partner. Ich könnte mir nicht mehr vorstellen, jemanden neben mir zu haben, den ich an der Hand durchs Leben führen müsste.

Und damit komme ich zurück zum Ausgangspunkt: Viele LGinnen, die hier schreiben, haben Partner, die sie an der Hand durchs Leben führen. Da ist die Frage nicht unberechtigt, ob diese dann den Kampf des Partners mitkämpfen oder ob sie das Problem des Partners nutzen, um ihre Vorstellung von "gut, richtig, usw" in der Partnerschaft durchzusetzen.

Gerade Dich und Adelante empfinde ich zu der ersten Gruppe gehörend. Bei denen, die zur zweiten Gruppe gehören, bin ich mir aber auch nicht sicher, ob die hier das richtige Betätigungsfeld haben.

LG LBM


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: ginnie am 04. April 2009, 19:13:42
hi LBM
du hast die richtigen worte für mich gefunden, danke.
genau das ist der Knackpunkt. In meiner ersten Ehe hat es sich so ergeben dass wir uns sehr entgegengesetzt entwickelt haben und dass ich nach mehreren jahren des gemeinsamen Lebens die Muddi spielen sollte, mein damaliger Mann wollte, wie du sagst, an die Hand genommen werden ... das hat mich dann so genervt dass ich mich getrennt habe (natürlich gabs noch andere faktoren...).
Nun, bei der nächsten "Wahl" habe ich sehr darauf geachtet, einen Partner zu finden, der mit mir auf gleicher Augenhöhe ist, intellektuell und der sich das gleiche von einer Partnerschaft wie ich verspricht.
Dabei versteht es sich von selbst dass jegliche hilfe die ich ihm "zuteil" werden lasse, absolut von ihm gewollt sein muss. Und umgekehrt.
Und: ich kann besser Recht, er kann besser Flüge buchen  :wink:
So finde ich es nicht "an die Hand nehmen und Kindergärtnerin spielen" wenn ich ihm mal eine Formulierung vorschlage.
Ungefähr so wie du in deiner beziehung die Steuererklärung machen würdest ;-) Wäre ja Quatsch wenn der andere stundenlang grübelt und du 10 min brauchst.
Aber eben immer unter der Prämisse, dass es sich ausgleicht.

das dazu

ligr ginnie


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Lausebackesmama am 04. April 2009, 19:26:06
@ Ginnie: Richtig! :) Und gerade weil das alles ganz schön schwierig ist, werde ich wahrscheinlich noch Single sein, wenn ich die 40 überschreite *gg*

Aber egal. Lieber allein als mit dem Falschen zusammen.  :)


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Katrin1969 am 17. April 2009, 21:25:53
Hallo Brille!

Ich schreibe jetzt hier, weil Du mir  auch sagtest ich solle mich raushalten, weil ich keine Aktien drin hätte.

Muß ganz ehrlich sagen dass ich nicht genau weiß was Du mit "Aktien" meinst.

Ich sehe das mit der Ex meines LG sehr differenziert.

Einmal ist Sie Sie die Mutter seiner Kinder und das respektiere ich sehr.

D


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Katrin1969 am 20. April 2009, 09:30:52
Hallo  Nochmal.....

Irgendwie hat das am Freitag nicht so geklappt....bin dann auf einmal nicht mehr "reingekommen".....

Also nochmal...für mich besteht die ganze Sache auf verschiedenen Ebenen.

Zum einen ist Sie seine Expartnerin und mir ist klar dass die Beiden sich einmal geliebt haben. Beide verbindet eine gemeinsame Zeit und somit auch Erinnerungen.

Ich finde es wichtig diese zu haben, weil sonst würde man ja irgendwie ganze Teile seines Lebens streichen wollen.

Auch ich habe Exbeziehungen an die ich Erinnerungen habe. Gute und Schlechte...

All das hat mich ua zu dem gemacht was ich bin und das ist bei Ihm auch so.

Ich bin auf diese gemeinsame Vergangenheit nicht eifersüchtig, weshalb auch. Sie ist vorbei und es war für seine Ex sicher nicht schön als er Sie verlassen hat. Wieso sollte ich also neidig auf etwas sein?

Dann haben die beiden gemeinsame Kinder. Auch das ist für mich kein Problem und ich sehe das nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung!

Auch ich habe eine Tocher  mit einem anderen Mann. Wie käme ich also dazu mit zweierlei Maß zu messen?

Klar hätte ich auch gerne ein Kind mit meinem LG, aber die Dinge sind nun mal wie sie sind und daher ist es sowohl finanziell als auch räumlich nicht drin. Aber da kann Sie ja nichts dafür.

Wenn seine Mädels nicht wären, wäre unsere Beziehung nicht die, die Sie ist! Denn wir haben das Glück dass sich unsere Kinder wirklich gut verstehen und gerne gemeinsam die Freizeit verbringen!

Die Konstellation meine Tochter, ein Mann ohne Kinder und ich ist schwierig und bei mir bereits einmal gescheitert.

Ich liebe das Leben mit meiner Tochter, Ihm und seinen Kindern!

Es ist ja bei uns nicht so, dass die Kinder nur alle 14 Tage zu uns kommen. Die Große ist eigentlich immer da und die Kleine ca. die Hälfte des Monats.

Für mich gibt es den Begriff "Besuchskind" nicht, denn es sind SEINE Kinder, egal wie oft Sie da sind.

Jedes hat bei uns im Haus ein eigenes Zimmer. Das fand ich wichtig, damit sich keines der Kids benachteiligt fühlt.
Selbstverständlich empfinde ich für meine Tochter etwas anderes, als für seine Kinder, aber das ist ja nicht schlimm.
Man kannn Menschen auf die unterschiedlichsten Arten mögen.

Ich sehe in seiner Ex auch nicht nur das "Monster" oder so was. Oft finde ich auch nicht alles gut was er zu Ihr sagt und das teile ich Ihm auch mit!

Auch habe ich kein Problem die Kinder mal zu nehmen, wenn mein LG mal nicht da ist und Sie etwas vorhat.
Warum nicht?

Wir sind durchaus dazu in der Lage alle zusammenzusitzen ohne uns zu zerfleischen und Heilig Abend hat das wunderbar geklappt mit Bescherung für die Kinder und gemeinsamem Essen. Auch mein Ex und seine Freundin waren da.

Ich sehe zum Beispiel auch nicht, dass die Freundin meines Ex aus Allem was meine Tochter betrifft heraushalten soll!

Ich meine Sie und Ihre Tochter verbringen auch Zeit mit Ihr und Sie passt auch mal auf meine Tochter auf, wenn der Vater nicht da ist.

Auch auf der Kommunion meiner Tochter war Sie dabei und saß mit am "Elterntisch" genauso wie mein Freund und seine Kinder.

Ich meine das sind doch alles Menschen, die Im Leben meines Kindes eine Rolle spielen? Wieso sollte ich Sie außen vorlassen.

Klar gibt es für mich Grenzen. Ich würde Sie nicht an der Schulwahl beteiligen oder etwas in der Art. Und ich kann es nicht haben wenn Sie über mich bei meiner Tochter urteilt! Ich tue das auch nicht. Weder bei der Ex noch bei Ihr!

Das Andere ist der Streit zwischen meinem LG und seiner Ex, wobei es da immer um Geld geht und Sie immer die Kinder mitreinzieht.

Das ist etwas, was ich überhaupt nicht verstehen kann. Ich kann nicht verstehen, wie man sich als Frau so abhängig vom Geld eines anderen Menschen machen kann und damit auch unfrei!

Und meine Aktien in der Geschichte sind, dass ich den Streit teilweise life mitbekomme. Dass mein LG niedergeschlagen oder schlecht gelaunt ist, dass die Kinder weinerlich oder zickig sind und dass mir das Alles auf dem Magen schlägt, weil ich das Gefühl habe es hört nie auf!

Wir unterhalten uns weiß Gott nicht permanent über die Ex und beileibe auch nicht eine Szunde am Tag!
Die meißte Zeit kommt Sie nicht vor!

Wir besprechen, wann Sie arbeitet und wann die Kleine mit da ist oder ich die Kinder holen soll. Aber mehr nicht.

Nur in so aktuellen Dingen wie jetzt das "Drama" wegen der Ummeldung der Großen ist Sie Thema und wir sprechen über die aktuelle Situation.

Genau deshalb hatte ich hier geschrieben, weil ich mich in diesen Dingen auch nicht auskenne und  für meinen LG ein kompetenter Gesprächspartner sein wollte. Des Weiteren haben wir in´dem Strang Beide geschrieben. Es war also kein Alleingang meinerseits!

Ansonsten bin ich meilenweit davon entfernt mich pausenlos in irgendwelchen Foren rumzutreiben und einen Kampf gegen seine Ex zu führen! Wieso auch?

Wir führen eigentlich sonst ein relativ entspanntes Dasein.

Alles was stört ist Ihr ständiger Neid (auf was? Wir haben auch nicht groß Geld) und der Streit ums Geld von Ihrer Seite in einem Ausmaß, das man denkt Sie stünde kurz vor dem Abgrund und mein LG (den Sie häufig als Arschloch u.ä. tituliert) habe nichts anderes im Sinn als Sie dort hineinzustürzen. Und dem ist definitiv nicht so!

Das und nicht mehr ist es und meine Sicht zu den Dingen.

LG
Katrin


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: brille007 am 20. April 2009, 10:39:13
Moin Katrin,

Dein Posting klingt schon beinahe wie eine Rechtfertigung dafür und darüber, wie Ihr alle offline miteinander umgeht. Das war aber gar nie das Thema dieses Threads; hier ging und geht es ausschliesslich darum, ob es sinnvoll ist, dass Zweitpartner (bzw. meistens -innen) sich hier anmelden, um die Probleme ihres LG zu lösen. Bzw. oft genug vor allem das, was nicht der betroffene LG, sondern die "Zweitfrauen" selbst für ein Problem halten.

Wenn der LG nicht gerade Analphabet oder der deutschen Sprache unkundig ist, ist das ziemlich unsinnig: Er kann sich ja selbst hier oder sonstwo anmelden und seine Fragen zum Umgang mit seinen Kindern, zu Unterhaltsfragen oder whatever selbst stellen. Und wenn er sie nicht oder zumindest nicht jetzt stellen will - nun, dann werden sie vielleicht nicht so dringend sein. Natürlich kann manchmal ein Tritt in den Hintern sinnvoll und nötig sein, um Umgangs-, Unterhalts- oder Scheidungsfragen voranzubringen  - dann aber bitte offline und unter 4 Augen und nicht nach der Devise "Ich hab da schon mal in einem Forum gefragt, und die sagen alle, Du sollst jetzt unbedingt dieses und jenes tun..." Ein "ich mein's doch nur gut!" oder "ich will doch nur das Beste!" ist in diesem Zusammenhang ein ziemlich unpassendes Totschlagsargument.

Das teilweise verbissene Engagement mancher (nicht aller!) "Zweitfrauen" hier im Forum kommt mir so vor, als würde man einem Mann auf einer Party eine Frage stellen - und bevor er überhaupt den Mund aufmachen kann, sagt seine Frau bereits einen Satz, der mit "Mein Mann findet, dass..." beginnt. Und ich frage mich dann, ob diese Frauen auch für ihre Partner die Klamotten kaufen oder an ihrer Stelle zur Arbeit gehen, weil sie das auch viel besser können.

Zusammenfassend: Es geht hier nicht um das, was zwei Menschen untereinander besprechen. Sondern um das, was einer davon in die Öffentlichkeit trägt, ohne selbst beteiligt zu sein.

Grüssles
Martin


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Katrin1969 am 20. April 2009, 11:22:45
Hallo Brille!

Nun gut, ich will mich nicht rechtfertigen, ich wollte nur klarstellen, dass das Bild was man hier abgibt in den meisten Fällen etwas verzerrt ist und die Wirklichkeit etwas anders ist.

Es spiegelt nur einen winzigen Teil des Ganzen wieder.

Du hast sicher recht, dass es keinen Sinn macht die Ex als persönlichen Feind zu betrachten und nun zu einer Schlacht mit Ihr ins Felde zu ziehen, aber ich denke durchaus, dass es berrechtigt in dem Einen oder anderen Fall eine Frage zu stellen.

Mein LG unterhält sich dann schon mit mir über diese Sachen und fragt mich nach meiner Meinung und da würde ich Ihm dann ja auch gerne was dazu sagen können.

Wenn er sich mit anderen über seine Ex unterhält halte ich mich größtenteils raus und lasse Ihn reden.

Ich hatte Ihm des Weiteren den Link zu dem Strang geschickt und er hat sich dann ja selber eingeschaltet.

Weiter geht mein Engagement nicht.

Und wenn das unter uns abgesprochen ist sehe ich durchaus keinen Grund mich zurückzuhalten, nur weil ich vielleicht mal alle heilgen Zeiten mal eine Frage zu einem Thema stelle.

Nun gut, ich war sehr emotional, aber das ist auch ein wenig Charaktersache denke ich und vielleicht auch geschlechtsabhängig.

Außerdem war die "Sache" eben erst vorgefallen und ich war noch sehr aufgewühlt!

"Angefangen" hier zu schreiben habe ich u.a. auch, weil ich die Partie praktisch eröffnen wollte um Ihn dann dazuzuholen.

Selbstverständlich sollte man als Partnerin in erster Linie bei sich bleiben und nicht meinen jetzt alles für den anderen lösen zu wollen oder die EX als persönlichen Feind zu betrachten, weil das ist Sie ja nicht!

Doch einige Ihrer Feindseligkeiten betreffen auch einen Teil meines Lebens und das macht mir zu schaffen.

Deshalb ist Sie ja nicht durch und durch schlecht oder dauernder Bestandteil meines Lebens.

Ich kann hier auch nur für mich sprechen, aber ich denke mal dass ein Forum immer nur ein winziges Puzzleteil des Ganzen wiedergibt. ich weiß nie wieweit das auch im normalen Leben ständiges Thema ist oder nicht.

VG
Katrin


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Swedish am 06. Juni 2009, 18:34:49
Hallo zusammen,

auch ich bin eine Zweitfrau –  wie das hier so schön genannt wird. Zu dieser Bezeichnung möchte ich mich schnell noch äußern, bevor ich auf das eigentliche Thema eingehe. Schließlich bin ich im Leben meines Partners die Frau, die an erster Stelle kommt. Betrachtet man andere gängige Wörter mit dem Präfix „Zweit-„ wie bspw. Zweitwohnung, Zweitschlüssel, Zweitwagen etc. so suggerieren all diese Wörter, dass es sich um einen Ersatz für das „Erstteil“ handelt oder eine Ergänzung. Das ist bei „Zweitfrauen“ doch wohl nicht der Fall. Ich jedenfalls fühle mich weder als Ersatz noch als Ergänzung.

Zum eigentlichen Thema „Zweitfrauen“: einigen vorherigen Aussagen stimme ich zu, einigen nicht. Ganz klar ist, dass ich mich nicht in Dinge einmische, die mich nichts angehen. Dazu gehören Entscheidungen, die ganz klar von den Kindseltern getroffen werden müssen, dazu gehört vor allem aber auch die Beziehung meines Mannes zu seinem Sohn. Die beiden brauchen sich gegenseitig und das natürlich umso intensiver, je weniger Zeit sie miteinander verbringen können.

Nicht vergessen werden darf bitte bei der ganzen Diskussion, dass es eine ganze Menge an Entscheidungen und Fragen gibt, die die „Zweitfrau“ etwas angehen, weil sie von Ihnen ebenso betroffen ist, wie der Rest der Familie. Denn ich lebe das gleiche Leben wie mein Partner. Wir führen ein gemeinsames Leben, auch wenn wir kein gemeinsames Kind haben. Wir haben einen gemeinsamen Alltag ohne Kind. Und regelmäßige gemeinsame Wochenenden und Ferien mit Kind.

Klar werde ich nicht Mama, nur weil ich einen Stiefsohn habe, schon gar nicht seine Mama, denn er hat eine. Aber ich habe Familie. Ich bin nicht Teil eines kinderlosen Paares, sondern Teil einer Familie. Und wenn wir doch alle anderen Entscheidungen gemeinsam treffen, ich ihm einen Anwalt empfehlen kann oder von einigen Dingen mehr verstehe, weil ich selbst Anwältin bin oder Rechtsanwaltsfachangestellte oder selber schon so eine Situation erlebt habe oder einfach mehr Zeit habe, wieso sollte ich mich raushalten? Es ist auch mein Leben. AUCH mein Leben, nicht ausschließlich, darin besteht der Unterschied.

Was mich total baff macht, sind Aussagen wie die von Midnightwish: Sie meckert ihren Mann an, wenn sein Kind isst wie ein Ferkel. Das könnte ich nicht. Ich weiß, dass ich nicht für die allgemeine Erziehung meines Stiefsohnes zuständig bin: 1. hat er Eltern und 2. an den kurzen Wochenenden, die er mit uns verbringt groß erziehen, ist Quatsch. ABER: er lebt sein „Zweitleben“ mit seinem Vater UND mit mir. Seit mittlerweile 6 Jahren. Ich kann also mit ihm und für ihn Entscheidungen treffen, ohne mich als Mutterersatz aufzuspielen. Er war noch ein Kleinkind, als mein Mann und ich zusammengezogen sind, aber trotzdem wären wir nie auf die Idee gekommen, dass er mich jetzt doch auch Mami nennen könnte. Denn er hat eine. Und das bin NICHT ich. Mich würde mal interessieren, wie eine Beziehung funktioniert, wenn der Vater sein Kind regelmäßig sieht, die „Zweitfrau“ oder Stiefmutter oder wie auch immer sich aber überhaupt nicht angesprochen fühlt und auch nichts zu sagen hat. Mein Mann und ich sind an diesen Wochenenden ein Elternpaar. Wir entscheiden Dinge zusammen, wir sitzen abends – wenn der kleine Mann im Bett ist – auf der Couch und besprechen den vergangenen Tag gemeinsam. Und wenn mich etwas stört, wie bspw. fehlende Tischmanieren, dann spreche ich mit meinem Partner darüber, wir entscheiden zusammen, wie wir weiter verfahren und im Anschluss daran, sagen dann beide – Vater und Stiefmutter – dem Kind, wie es sich bei Tisch zu verhalten hat. Sorry, aber das sind doch genau diese Ehen von Eltern, die nicht funktionieren: Wenn sie sich nicht einig sind über die Erziehung, sich nur einer kümmert und der andere nur verwöhnt, wenn einer anteilslos ist…

Das zweite, was mir aufgefallen ist, ist die scheinbare Abwesenheit und auch der Abspruch von Gefühlen gegenüber dem Stiefkind: Denn ich liebe meinen Stiefsohn. Aus diesem Grund ist es mir unheimlich wichtig, dass er glücklich ist, dass ihm alle Möglichkeiten und Türen offen stehen. Wenn ich so was höre, dass es doch bitte in der alleinigen Verantwortung des Vaters liegt, ob SEIN Kind richtig am Tisch sitzt, oder womöglich, dass es seine Hausaufgaben macht oder Gemüse isst oder eine Jacke anzieht oder im Winter die Haare föhnt oder oder oder… Wenn ich doch der Ansicht bin, Manieren sind wichtig, und zwar nicht nur, damit „mir nicht schlecht wird“, sondern auch, weil man die als Erwachsener braucht, dann achte ich doch – als jemand, der dieses Kind liebt – genauso darauf, wie mein Partner.

Genauso wie meinen Stiefsohn liebe ich auch meinen Mann. Und wenn ich das Gefühl habe, dass ich ihm helfen kann, indem ICH MIR Rat hole, warum soll ich das dann nicht tun? Das heißt nicht automatisch, dass ich ihm seine Verantwortung abnehme oder ihn bevormunde. Aber wir leben 14 Tage von zwei Wochen zusammen und nur 2 Tage in zwei Wochen zu dritt.

Zum „Verteufeln der Exfrauen“: Man muss nicht jeden mögen. Und man muss sicher auch nicht mit allem einverstanden sein, was die Ex tut und lässt. Aber man lebt an den Wochenenden, an denen der kleine Große da ist, ein ganz anderes Leben und meiner Meinung nach trennt man das so stark von seinem Alltag, dass man auch die eventuellen negativen Gefühle gegenüber der Ex davon trennen kann. Bei uns ist die Kindsmutter im Gespräch immer nur die „Mami“, über sie wurde gegenüber dem Kind noch nie ein negatives Wort geäußert. Wer einen gesunden Menschenverstand besitzt, kann sich ausmalen, wer von solchen Äußerungen getroffen würde.

Ich denke, einige Wochenend-Eltern kennen das, dass die Situation für das Kind unheimlich schwer ist. Dass da auch Worte fallen, wie „Ich will nicht zurück nach… (Wohnsitz der Mutter)“, „Kann ich nicht immer hier sein?“, „Daheim ist alles doof“, „Die Mama ist doof und schimpft immer nur.“… Sorry, aber da muss man lernen, ÜBERAUS POSITIV über die Kindsmutter zu sprechen. Klar spüren Kinder Stimmungen, aber Erwachsene sind auch meist sehr geübt im Lügen.

@ Martin:

Ein letztes: In deiner „Gebrauchsanweisung“ schreibst du:
Zitat
„Stellt Euch doch einfach einmal vor, die Ex-Gattinen wären tatsächlich so, wie Ihr ihnen immer vorwerft, NICHT zu sein - dann wären ihre Ehen/Partnerschaften ja nie in die Hose gegangen.“

Was für ein Blödsinn. Ich steh wirklich nicht auf die Ex meines Mannes, aber diese Aussage ist einfach nur entwürdigend und ehrlich gesagt auch frauenfeindlich. Dass so was in diesem Forum akzeptiert wird, wundert mich sehr. Deiner Meinung nach sind also die Exen schuld an der Trennung, weil sie so vieles falsch gemacht haben (zumindest in den Augen von uns „Zweitfrauen“) und zweitens machen wir Zweitfrauen jetzt auch vieles falsch. Zum Begriff „Zweitfrau“ siehe oben. Dieser Beitrag ist derart pauschalisierend und qualitätsarm, man sollte meinen, da fehlen einem die Worte.

Deshalb bin ich jetzt auch am Ende.

Viele Grüße,

Stine


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: midnightwish am 06. Juni 2009, 18:54:51
Hallo Stine,

Was mich total baff macht, sind Aussagen wie die von Midnightwish: Sie meckert ihren Mann an, wenn sein Kind isst wie ein Ferkel. Das könnte ich nicht. Ich weiß, dass ich nicht für die allgemeine Erziehung meines Stiefsohnes zuständig bin: 1. hat er Eltern und 2. an den kurzen Wochenenden, die er mit uns verbringt groß erziehen, ist Quatsch. ABER: er lebt sein „Zweitleben“ mit seinem Vater UND mit mir.

da dich das so baff macht...

Ja ich meckere. Im Gegensatz zu eurer Situation lebt mein Mann eben nicht nur mit mir zusammen, sondern mit mir und meinen 3 Kindern. Von diesen wird auch verlangt, das sie sich bei Tisch benehmen, mit Messer und Gabel essen, nicht schmatzen und rülpsen. Warum sollen dann an den Umgangs-WE für seine Kinder andere Regeln gelten? Kannst du dir vorstellen, was meine Kinder sagen würden, wenn seine das dürften, sie aber nicht? Das ich ihn anmeckere hat einen ganz einfachen Grund: Sie reagiert seit eingier Zeit absolut nicht auf mich und ignoriert mich völlig (das war nicht immer so, es gab keinen offensichtlichen Grund dafür und inzwischen wird es plötzlich auch wieder besser) Seine kleinere Tochter, die (und das halte ich durchaus für ungewöhnlich) ist inzwischen 10 und kann nach wie vor nicht so essen, das man gefrne und mit Spaß mit ihr am Tisch sitzt. Ja, ich stehe dazu, das ich da empfindlich bin, aber mir wird tatsächlich übel, wenn mir ein Kind gegenüber sitzt, das schmatzt oder dem das essen aus dem Mund fällt, weil auf der Gabel einfach zu viel drauf war. Das muß er dann eben regeln, weil ich da nicht "rankomm". Das gleiche gilt in bezug auf meine Kinder, wenn es da Situationen gib, wo sie ihn mal nicht so akzeptieren, wie es "wünschenswert" ist.

Zitat
Sorry, aber das sind doch genau diese Ehen von Eltern, die nicht funktionieren: Wenn sie sich nicht einig sind über die Erziehung, sich nur einer kümmert und der andere nur verwöhnt, wenn einer anteilslos ist…

Keine Sorge, wir sind uns da in der Erziehung sehr einig und kümmern uns auch beide, sonst würde es nicht funktionieren. Aber es gibt nunmal Dinge, die einer von uns beiden mit dem jeweiligen Kind regeln muß.

Zitat
Mein Mann und ich sind an diesen Wochenenden ein Elternpaar.

Genau das ist man eben nicht als Frau eines Vaters. Man ist die Frau des Vaters, für die Kinder sind die Eltern eindeutig Mama und Papa, beiden eben mit neuen Partnern versehen. Ich kann auch Freundin, Ansprechpartnerin oder sonstwas der Kinder sein und bin das auch gerne, aber ich bin nicht Elternteil und möchte es auch nicht sein, weil die Kinder eben nur ein Elternpaar haben, nicht 1 1/2 oder 2.

Zitat
Sorry, aber da muss man lernen, ÜBERAUS POSITIV über die Kindsmutter zu sprechen. Klar spüren Kinder Stimmungen, aber Erwachsene sind auch meist sehr geübt im Lügen.

Nein, ich denke man muß ehrlich sprechen. Warum soll man den Putzfimmel der Mutter gegenüber dem Kind loben und beschönigen, wenn dem Kind dieser auf die Nerven geht und Mann weiß wie das ist? Nein, weder Mutter noch Vater sind göttliche und unfehlbare Wese und dazu darf man sie auch nicht machen. Man muß lernen die Kinder zu bestärken, sich mit dem jeweiligen Elternteil auseinanderzusetzen. Das übrigens schaffen bei mit beide Elternteile. Sie bestärken die kinder sich nicht mit meckern zu beschäftigen, sondern das Gespräch zu suchen. Das funktioneirt besser, als alles andere.

Tina



Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Swedish am 06. Juni 2009, 19:56:06
Hi Tina,

erstmal vorweg: Ich wollte dich mit Sicherheit nicht dumm anmachen oder ähnliches. Und ich wusste natürlich auch nicht, dass die Situation bei euch so ist, dass die Tochter deines Mannes Dir gegenüber so ist, wie Du beschreibst. Wenn das die Ausgangssituation ist, verstehe ich selbstverständlich, dass du - statt der Tochter deines Mannes direkt - Deinen Mann ins Gebet nimmst. Und dass man nicht einem Kind etwas durchgehen lässt, was man den anderen nicht durchgehen lässt, ist ebenso selbstverständlich. Darauf wollte ich nie hinaus. Ich hoffe, das ist jetzt okay für dich.

Ebenso verstehe ich, dass es für euch etwas anderes ist, wenn beide Kinder in die neue Beziehung bringen und die Kinder des einen immer da sind, aber die Tochter des anderen "Wochenendkind" ist. Das stelle ich mir sehr viel komplizierter vor. Da wollte ich dir sicher auch nichts absprechen.

Trotzdem sehe ich uns am Wochenende zumindest als eine Art "Elternpaar". Das mag durchaus nicht das richtige Wort sein, denn wie du richtig sagst, hat der Sohnemann Eltern. Zu denen ich persönlich nicht gehöre. Aber da hängt man sich an einer Begrifflichkeit auf. Wie ich geschrieben habe: Ich akzeptiere voll und ganz, dass mein Mann eine andere Beziehung zu seinem Sohn hat (bzw. andersrum) als ich. Dass es für die beiden unheimlich wichtig ist, "Quality-Time" miteinander zu verbringen und die Bindung eine andere ist. Trotzdem sind wir auch in der Zeit, in der der Große da ist, ein Paar. Und benehmen uns so. Und bei uns funktioniert das eben. Da zählt mein Wort genauso wie das meines Mannes. Und da kümmere ich mich genauso wie mein Mann.

Es ging mir mehr um folgendes: Wenn man sich einbringen soll, man ein Leben mit Kind leben soll, helfen soll, aufpassen soll, kochen soll (etc. pp.), dann will man sich doch auch kümmern und sorgen und mitentscheiden dürfen. Gerade, wenn man das Kind liebt. Sicher nicht von Anfang an, aber bei uns sind es jetzt 6 Jahre, sein Sohn war 1 als es anfing, er ist mit mir genauso aufgewachsen, wie mit seinem Vater (womit ich NICHT sagen will, dass ich das gleiche für ihn bin, wie sein Vater).

Wahrscheinlich habe auch ich mit dem, was ich geschrieben habe, pauschalisiert. So ist es eben bei uns und so funktioniert es bei uns. Und ich kann in der Situation nichts falsches sehen. Wie gesagt, das Wort "Elternpaar" war wohl schlecht gewählt.

Zu deiner letzten Aussage: Weißt du, wie weh es einem tut, wenn da so ein Knirps, den du irre lieb hast, vor dir steht, heult und plärrt, Bauchweh hat und nicht mehr weg will? Sich selbst alles schlecht redet? Denn er hat es gut bei seiner Mama, klar sind wir nicht mit allen Entscheidungen einverstanden, nein, sogar mit sehr vielen nicht, sie verhält sich öfter mal recht dämlich meinem Mann gegenüber, aber es wäre in so einer Situation absolut falsch, dem Zwerg zu zeigen, dass man so denkt. Da kann mein Mann mit seiner Ex direkt drüber reden, aber nicht vor dem Kind und nicht zu dem Kind. Wir achten immer schon darauf, dass auch am Wochenende ein bisschen Alltag herrscht, wir nicht nur tolle, typische "Wochenendpapi"-Sachen machen, um es ihm nicht noch schwerer zu machen. Aber wenn er dann trotzdem da steht, einfach, weil das Wochenende zu kurz war, und dir reißt es das Herz raus, ihn so zu sehen, weil du auch selbst nichts ändern kannst, du ihm nichts von seiner Last abnehmen kannst, dann meckerst du doch nicht vor ihm noch über seine Mutter? Sorry, aber damit helfen wir ihm sicher nicht! Außerdem fände ich es nicht fair ihr gegenüber. Ich weiß wie es ist, wenn ein Elternteil schlecht über den neuen Partner redet, wie lange das dauert, bis ein Kind sich da ein eigenes Bild macht und die Aussagen der KM vergisst. Das würde ich niemandem antun. Schon gar nicht einem Kind, das ich liebe. Da richtet man mehr Schaden an, als gutes. Wenn du nix ändern kannst dadurch.

Viele Grüße, Stine


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: midnightwish am 06. Juni 2009, 20:08:34
Hallo Stine,

Zitat
Zu deiner letzten Aussage: Weißt du, wie weh es einem tut, wenn da so ein Knirps, den du irre lieb hast, vor dir steht, heult und plärrt, Bauchweh hat und nicht mehr weg will? Sich selbst alles schlecht redet? Denn er hat es gut bei seiner Mama, klar sind wir nicht mit allen Entscheidungen einverstanden, nein, sogar mit sehr vielen nicht, sie verhält sich öfter mal recht dämlich meinem Mann gegenüber, aber es wäre in so einer Situation absolut falsch, dem Zwerg zu zeigen, dass man so denkt. Da kann mein Mann mit seiner Ex direkt drüber reden, aber nicht vor dem Kind und nicht zu dem Kind. Wir achten immer schon darauf, dass auch am Wochenende ein bisschen Alltag herrscht, wir nicht nur tolle, typische "Wochenendpapi"-Sachen machen, um es ihm nicht noch schwerer zu machen. Aber wenn er dann trotzdem da steht, einfach, weil das Wochenende zu kurz war, und dir reißt es das Herz raus, ihn so zu sehen, weil du auch selbst nichts ändern kannst, du ihm nichts von seiner Last abnehmen kannst, dann meckerst du doch nicht vor ihm noch über seine Mutter? Sorry, aber damit helfen wir ihm sicher nicht! Außerdem fände ich es nicht fair ihr gegenüber. Ich weiß wie es ist, wenn ein Elternteil schlecht über den neuen Partner redet, wie lange das dauert, bis ein Kind sich da ein eigenes Bild macht und die Aussagen der KM vergisst. Das würde ich niemandem antun. Schon gar nicht einem Kind, das ich liebe. Da richtet man mehr Schaden an, als gutes. Wenn du nix ändern kannst dadurch.

Nein, das kann ich mir wirklich nicht vorstellen, weil bei uns die Kinder gerne hier und gerne dort sind und die Probleme eher Pubertätsbedingt als sosnt was sind.

Ich meinte ja nicht das man schlecht über den anderen Elternteil sprechen soll, genauso wenig, wie man immer gut und lobend über ihn reden soll. Denn damit würde man das Kind in seinen Nöten auch nicht ernst nehmen Was ich meinte war eher in Richtung:

Mama und ich haben sicher über verschiedene Dinge andere Ansichten. Hier und bei ihr ist es eben etwas anders. Aber keines von beiden ist besser oder sch.lechter als das andere. Wenn du mit dem einen oder anderen Probleme hast, rede doch mit Mama darüber, wenn du dich das nicht traust, dann helf ich dir.

Mein Mann und auch seine Ex machen das so. Wenn die Große mit ihm ein Problem hat sagt sie ihr, redde da bitte mit Papa direkt darüber, gibt ihm aber meist kurz Bescheid, das da was zu klären ist. So kann er auch die Große ansprechen. Umgekehrt läuft es etwas anders, aber istauch ok.

Tina


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: brille007 am 06. Juni 2009, 20:44:48
@ Swedish,

vielleicht wäre es sinnvoll, Dich einfach einmal ein wenig in diesem Forum umzusehen und einzulesen, bevor Du gleich im ersten Posting und nach nicht einmal einer (!) Stunde Forumszugehörigkeit abschliessende Werturteile fällst?

"Zweitfrau" ist in familienrechtlichen Diskussionen ein oft benutzter, wertfreier Terminus; nicht nur in diesem Forum: Eine kurze, eindeutige Bezeichnung mit 9 Buchstaben. So wie "Stiefmutter" (in Märchen übrigens meistens sehr negativ besetzt, ohne dass diese wegen ein paar Sensibelchen umgeschrieben würden). Wenn Du Dir diesen Schuh mit derselben Wertigkeit wie "Zweitwagen", "Zweitschlüssel" oder "illegale Nebenfrau" anziehen magst: Herzlich gerne, aber das ist dann Dein Problem und nicht meines.

Wenn Du diesen Thread tatsächlich gelesen hättest, hättest Du unschwer festgestellt, dass es bei der hier in Rede stehenden Problematik an keiner Stelle darum geht, wie Du den Alltag mit Deinem Partner und seinem Kind organisierst; das ist Euer ureigenes Problem und findet "offline" statt. Mir ging es nur um das Über-Engangement mancher (längst nicht aller!) "Zweitfrauen", die sich hier anmelden und posten mit dem Ziel, die Probleme ihres Partners mit seiner Ex bzw. wegen seiner Kinder zu lösen. Gerade so, als könne dieser Partner selbst weder lesen noch schreiben oder einen Webbrowser bedienen. Oder so, als sei seine offenkundige Entscheidung, sich (warum auch immer) NICHT in einem Internet-Forum Hilfe für seine Probleme zu suchen, nicht zu respektieren. Gehen diese Frauen auch jeden Morgen anstelle ihrer Partner auf deren Arbeitsstelle? Oder am Wochenende an ihrer Stelle auf den Sportplatz, weil sie besser Fussball spielen können als Männe?

Ich habe immer wieder festgestellt, dass die überengagierten "Zweitfrauen" in solchen Fällen keine Probleme lösen, sondern oft genug zusätzliche Probleme schaffen, indem sie eine zweite Front eröffnen. Das gilt auch und gerade dann, wenn diese "Zweitfrauen" ihr Tun mit einem "ich mein's doch nur gut!" bemänteln. Wie weit das auf Dich selbst zutrifft, kannst Du nur selbst entscheiden.

@ Martin:

Ein letztes: In deiner „Gebrauchsanweisung“ schreibst du:
„Stellt Euch doch einfach einmal vor, die Ex-Gattinen wären tatsächlich so, wie Ihr ihnen immer vorwerft, NICHT zu sein - dann wären ihre Ehen/Partnerschaften ja nie in die Hose gegangen.“
Was für ein Blödsinn. Ich steh wirklich nicht auf die Ex meines Mannes, aber diese Aussage ist einfach nur entwürdigend und ehrlich gesagt auch frauenfeindlich. Dass so was in diesem Forum akzeptiert wird, wundert mich sehr. Deiner Meinung nach sind also die Exen schuld an der Trennung, weil sie so vieles falsch gemacht haben (zumindest in den Augen von uns „Zweitfrauen“) und zweitens machen wir Zweitfrauen jetzt auch vieles falsch. Zum Begriff „Zweitfrau“ siehe oben. Dieser Beitrag ist derart pauschalisierend und qualitätsarm, man sollte meinen, da fehlen einem die Worte.
auch hier hast Du wohl nur sehr selektiv gelesen; deshalb noch einmal zum Mitmeisseln: Zum Gelingen und Scheitern von Partnerschaften gehören bekanntlich immer zwei. Einen Menschen, bei dem schon eine Ehe gescheitert ist, hast Du Dir als Partner ausgesucht und wirst mit seinen Fehlern umzugehen wissen. Auf die früheren und heutigen Fehler seiner Ex-Frau hast Du dagegen keinen Einfluss. Wenn Du Dir aber einmal vorstellst, diese Ex-Frau wäre zu allen Zeiten so toll, liebevoll und freundlich zu Deinem Partner gewesen wie Du heute - dann hättest Du diesen Partner gar nicht, denn dann wäre dieser bis heute glücklich mit dieser "Erstfrau" verheiratet und Du würdest in seinem Leben schlicht keine Rolle spielen. Was bitteschön ist an dieser sachlichen Feststellung "entwürdigend", "frauenfeindlich", "pauschalisierend" oder gar "qualitätsarm"?

Just my 2 cents
Martin
(der den Dreiklang "Lesen - Verstehen - Schreiben" speziell in Internetforen für eine gute Sache hält)


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: FreundinvonPapa am 07. September 2009, 21:50:22
Ich habe mir Eure Postings in gemütlicher Atmosphäre zu Gemüte geführt - mit einem Gläschen Likörchen und dem treuen Hund zu meinen Füßen, damit wenigstens ein bisschen Wohlgefühl aufkommt, denn - sorry, Martin - dein Topic verbreitet KEINE Gemütlichkeit. Ich bin - wen wundert's - eine Zweitfrau, die zugegebenerweise manchmal sehr engagiert mit den Problemen umgeht, die ich ohne meinen "Zweitmann" (ja, es gab in meinem Leben auch einen "Erstmann") gar nicht gehabt hätte.

Hier kurz die Fakten, damit jeder sich ein Bild machen kann.

Seine Ex ist eine Ex-Kollegin von mir. Sie lernte einen neuen Mann kennen und war ab dem Zeitpunkt wild entschlossen, ihren Erstmann rückstandsfrei aus ihrem Leben (und dem ihrer Kinder) zu eliminieren. ("Üblicherweise zieht der Vater aus." - "Am besten wird der Kontakt zum Vater erst mal abgebrochen. Später kann man dann ja sehen, wie die Kinder damit umgehen.") Ausgezogen ist er natürlich nicht! Er hat ein halbes Jahr durchgehalten, bis wir uns gefunden hatten und zum "Gegenschlag" bereit waren: er zog mit den Kindern aus (tat also das, was sie immer vorhatte). Alle Vermittlungsgespräche in der Trennungszeit liefen nur darauf hinaus, dem Vater klar zu machen, dass er sowieso keine Chance habe und die Kinder kampflos der Mutter überlassen solle (vielen Dank, ortsansässiges JA, Caritas, Beratungsstelle im Landratsamt). Gut, nach einem weiteren halben Jahr bei uns hatte Ex alle auf ihrer Seite, weil ja nur geborene Mütter sich um die nächste Generation kümmern können. Das halbe Jahr nutzte sie, um sich mit ihrem Neuen ein neues, teures Leben aufzubauen (Reitpferde, etc. - die Geschichte wurde hier schon öfters geschildert).

LEIDER habe ich dieses Forum erst gefunden, als bei uns "der Fisch geputzt" war, aber es hat uns - abgesehen vom verlorenen ABR - mehr als einmal aus der Bredouille geholfen (in Fragen der EU, KU, Haushaltsteilung, PKH etc.)

Mein Zweitmann und ich haben uns gerade über die Meinungsäußerung von Martin unterhalten. Er meinte, er wäre in der heißen Phase gar nicht in der Lage gewesen, sich mit wortreichen Beiträgen an dieses Forum zu wenden. Und das nicht nur deshalb, weil seine Erstfrau ihn von heute auf morgen per Passwort vom PC ferngehalten hat. Er war auch einfach nicht in der Lage, sich mit der Situation so auseinanderzusetzen.

Wir haben es gemeinsam nicht als Last empfunden, die Probleme, die sich aus seinem Auszug mit den Kindern ergeben haben, auch gemeinsam zu erörtern. Jeder hat sich auf seine Weise Rat geholt und schlau gemacht. Ich hier, er bei der Anwältin (die leider eher zur Stillhalte-Taktik neigte, was sich im Nachhinein als Fehler erwiesen hat). Das ist auch eine Frage der Veranlagung. Nicht jeder schreibt gerne, nicht jeder telefoniert gerne, nicht jeder möchte sein Seelenleben vor Unbekannten ausbreiten.

Ich kann mich nicht aus der Interaktion zwischen meinem Zweitmann und seinen Kindern raushalten, wenn sie - nachdem sie gerichtlich erzwungen zur Mutter umziehen mussten - alle 14 Tage 48 Stunden da sind. Bis ich jedes Mal den Papa hole, wenn die Herren Söhne ein Problem haben oder selbst eines sind... außerdem: die Kinder betrachen mich doch auch als Teil ihrer Familie, vor allem, nachdem sie bei der Psychologischen Beratungsstelle unseres Landratsamtes beigebracht bekamen, dass eine Familie eben nicht nur aus "Mama und Papa" besteht, sondern auch aus "Freund von Mama" und "Freundin von Papa" und Oma und Opa etc. Und natürlich raunze ich auch den Großen an, wenn er wieder futtert wie eine Sau am Trog und natürlich knuddel ich den Kleinen, wenn er sich irgendwo die Rübe angehauen hat. Den Kindern sind diese Haarspaltereien nämlich wurschtpiepschnurzegal. Und nachdem sich die Kinder mittlerweile abgewöhnt haben, an jeder Kasse (Kino, Museum, etc.) jedem, der es hören wollte oder auch nicht, zu erklären, dass ich nicht die Mama, sondern die Freundin von Papa bin, werde ich einen Teufel tun und jetzt an Stelle der Kinder ein Gewese darum machen. Wir sind eine "Familie auf Zeit", und da die Mutter wieder solo ist, erfahren die Kinder wenigstens bei uns, wie es ist, wenn sie zwei Erwachsene schikanieren dürfen und dafür im Gegenzug zwei Erwachsene über sich wachen. Im Übrigen würde ich nie freiwillig oder hinter dem Rücken meines Zweitmannes mit der Ex sprechen, die eine Meisterin im Hinterlassen verbrannter Erde ist. Mittlerweile ist es so, dass mein Zweitmann nicht einmal mehr mit ihr reden will - sie macht ja sowieso, was sie will, und sie hält das ABR-Urteil wie einen Persilschein in die Höhe.

Ja, ich bin eine engagierte Zweitfrau, die die Probleme des Zweitmanns nicht ihm selbst überlassen will und einfach eher den Hang zum Schreiben hat. Nein, mein Zweitmann ist niemand, der sich von mir gängeln ließe und der seine Interessen bis zum OLG verfolgt hat und auch in Zukunft verfolgen wird.

Ich bin auch keine Heldin, die hier im Forum nach dem Ruhm heischt, sich einen abgelegten Vater geangelt zu haben. Im Gegenzug fragt mich doch auch keiner nach meiner Bitterkeit und Enttäuschung, dass wir uns auf Grund der horrenden Unterhaltszahlungen an die Ex keine eigenen Kinder leisten können, oder?

Mir sind im Forum schon öfter die unterschwelligen Vorteile gegenüber Zweitfrauen begegnet. Es gab den dezenten Hinweis, dass dieses Forum nicht umsonst "Vatersein.de" hieße. Ich lasse es mir trotzdem nicht nehmen, um sachkundigen Rat bei Euch nachzufragen.

PS: Meine Anwesenheitszeit unter diesem Nickname ist nicht repräsentativ. Ich habe meinen alten Nick gelöscht, als mein Zweitmann die Befürchtung hegte, wir könnten seiner Erstfrau auf diese Weise unfreiwillig Munition liefern.


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Joanna am 05. Oktober 2009, 14:12:59
Zitat
Und nachdem sich die Kinder mittlerweile abgewöhnt haben, an jeder Kasse (Kino, Museum, etc.) jedem, der es hören wollte oder auch nicht, zu erklären, dass ich nicht die Mama, sondern die Freundin von Papa bin, werde ich einen Teufel tun und jetzt an Stelle der Kinder ein Gewese darum machen.

Jaja so sind sie, die lieben Kinderchen. Ab einem gewissen Alter fangen sie dann eben doch mit der "Haarspalterei" an und erklären Gott und der Welt, wer Mami + Papi ist und wer der Freund oder die Freundin ist. Da sind sie dann doch fast alle relativ ähnlich.

Du schreibst, dass dich keiner nach deinen Enttäuschungen und Bitterkeiten fragt und sich keiner dafür interessiert, dass ihr euch keine Kinder leisten könnt - alles aufgrund der horrenden Unterhaltszahlungen.
Zu letzterem sag ich eiskalt: Du wusstest, worauf du dich einlassen würdest, wenn du mit einem Vater zusammen kommst.
Es ist nunmal so, dass heutzutage bereits ein Kind "Luxus" ist. Wenn man einen Partner mit Kind heiratet, stehen die chancen für ein zweites Kind nunmal nicht gerade gut.

Die Enttäuschungen und Bitterkeiten der "Zweitfrauen" (was für ein Ausdruck!) interessieren in diesem Forum eigentlich eher geringfügig - da es hier überwiegend um die Bitterkeiten und Enttäuschungen von Vätern  - an zweiter Stelle wahrscheinlich der von Müttern und an 3. Stelle der von den Kindern geht. Da ist nunmal kein Platz für die neue Beziehung. (Es wäre freilich eine Idee für ein "Zweitfrauen-Forum")

Dass sich die neue Beziehung um Informationen, die sachdienlich sind, kümmert, finde ich persönlich nicht schlimm. Im Gegenteil - ich verstehe das Resultat der Liebe, sich auch die Probleme daraus zu teilen - wie das eben in eine Beziehung reinpasst.
Kritisiert werden hier wahrscheinlich eher jene "Zweitfrauen", die mit einer Selbstverständlichkeit über die Exen ihrer Ehemänner herziehen (wenn man bedenkt, dass sie irgendwann auch mal "Ex" sein könnten und sich die neue womöglich auch mal in diesem Forum über sie auslässt - da möcht ich nicht an deren Stelle sein.), sie sofort - ohne sie gut zu kennen (und lediglich die Seite des Mannes gehört zu haben) verurteilen und als unfähig deklarieren, die Kinder sowieso bei den Zweitfrauen mit Papa besser aufgehoben wären und Papi zuerstmal dazu drängen, die Kinder ganz zu ihnen zu holen.

Die neue von meinem Ex war damals auch ganz gierig auf meine Tochter. Bis sie feststellte, dass auch meine Tochter kein Gold kackt und ins Bett kotzt, die Rotznase beim Weinen in den Klamotten abwischt und mit 1,5 Jahren auch noch sabbert wie ein Weltmeister, weil noch 4 Backenzähne warteten. Dass der Kindsvater ihr am liebsten das Windelnwechseln überlassen hat - und sie gern auch mal bei Durchfall die Klamotten eingesaut hat .... Jaja ... die lieben Kleinen.
Und das, was wir Mütter (und Väter) ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, wegmachen - würgte bei ihr die komplette letzte Mahlzeit hoch.
Und plötzlich war es nimmer so toll, "Elternteil" zu spielen. Vielleicht versucht sie es nochmal, wenn sie mit meiner Tochter shoppen gehen kann :-) Bis dahin ist mein Töchterchen vor ASR-Anträgen wahrscheinlich ziemlich sicher.

Es gibt einige Zweitfrauen (und je öfter ich das Wort schreibe, umso mehr stellt es mir die Zehennägel hoch), die weit übers Ziel hinaus schiessen.
Bei denen sich der Wunsch nach eigenen Kindern verquirrlt mit der Tatsache, dass der neue Kinder hat. Frei nach "Meine Kinder sind auch deine Kinder." - den Wunsch hegen, dadurch an etwas zu kommen, worum man sich kümmert.

Die Intentionen sind sicherlich unterschiedlich - die eine weiss aus Erzählungen über die "Grauenvolle Ex" bescheid. Die andere hat etwas miterlebt und die 3. ... die hat sie vl. einmal kurz auf der Strasse gesehen. Das Ziel scheint trotzdem ein ähnliches zu sein. Die Exen werden diskreditiert und denunziert - unter dem Deckmantel des "Kindswohl".
Doch wenn den lieben neuen Freundinnen/Frauen das Kindswohl am Herzen liegen - dann stehen sie da wie der Fels in der Brandung, nehmen keine Position ein oder ergreifen keine Partei (böses Ex, guter Papa) oder kommen gar niemals auf die wahnwitzige Idee, die Mama des Sprösslings zu sein (selbst wenn es sich persönlich so anfühlt, als wäre man jedes 2. Wochenende die Mama - wenn man eigenen Kinder hat, kennt man den Unterschied).
DAS sind auch neue Freundinnen, so wie ich sie schätze und mag. Die sich informieren, aber nicht treiben. Die ihre eigenen Interessen überdenken und das Kindswohl (nicht das Freundinnenwohl) im Auge haben.

Ich bin immer Misstrauisch bei neuen Freundinnen - weil ich wissen möchte, mit welcher intention und vehemenz sie agieren - und wo ihre Ziele hängen.
Denn: So schlimm die Geschichten sich teilweise anhören - so weiss ich, dass jede Gegenseite eine mindestens genauso schlimme Geschichte zu berichten hat.
Auch wenn man sich selbst gerne als Engel darstellt - so sind nicht alle Engel und bestimmt hat jeder in diesem Forum soviele Fehler gemacht, dass die "bösen Exen" Gründe für ihr reagieren darlegen können. (Deshalb find ich es so interessant, mal die Gegenseite zu hören ....)
Aus diesem Grund kann ich mir nicht vorstellen, dass eine neue Freundin sich hier einloggt. die Ex diskreditiert und sich selbst und den Vater glorifiziert, den Wunsch das Kind zu sich zu holen formuliert - OHNE dass sie sich bewusst ist, dass es da eine
a) EX gibt (die Chance demnach selbst zur "ex" zu werden ist also gegeben).
b) die Kinder nicht ihre sind und sobald Papi sich trennt die Kinder WEG sind (und dann? Was passiert dann mit der Ex? Wie geht man mit den Gefühlen um?)
c) SIE so absolut gar keine Rechte an dieser Geschichte hat. (Da will man neue Kinder haben, hat aber ausser das Wortrecht - kein einziges Recht ....)

Informieren JA! Sehr gut-  denn Wissen ist Macht!
Aber ein zu grosses Engagement ..... das schafft misstrauen. (Und dazu gehören die Worte "Elterteil" "Zweite Mama" "Mama" "bessere Mama" im Zusammenhang mit der neuen Frau/Freundin)


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: sleepy am 05. Oktober 2009, 15:03:49
@joanna
Jaja so sind sie, die lieben Kinderchen. Ab einem gewissen Alter fangen sie dann eben doch mit der "Haarspalterei" an und erklären Gott und der Welt, wer Mami + Papi ist und wer der Freund oder die Freundin ist. Da sind sie dann doch fast alle relativ ähnlich.
eben nicht, ab einem gewissen Alter (bzw. ab einer gewissen Dauer der Beziehung der neuen Lebenspartnerin zum Vater) hören sie mit der Haarspalterei auf. Wie bei FreundinvonPapa hat Stöpsel in der Anfangszeit auch jedem erklärt, dass ich nicht Mama bin. Mittlerweile werde ich vom Kind sogar stellenweise als Mama angesprochen. Und bevor ein falscher Eindruck entsteht: Mir ist das unangenehm. Ich bin nicht Stöpsels Mama und will und werde es nicht sein. Aber wenn es dem Kind rausrutscht ist es zumindest ein Zeichen dafür, dass man nicht, wie KM behauptet alles falsch macht und das Kind sogar Angst vor einem hat.

Das Thema mit der "Einmischung" ist übrigens sehr sensibel. Natürlich mische ich mich ein, wenn das Verhalten der KM in meine Beziehung eingreift. Da kommt man vielleicht auch in grenzwertige Bereiche. Ich weiß letztlich, wie ich mein Leben leben möchte und was ich mir von Dritten gefallen lasse und was nicht und da kommt auch KV zwangsläufig in die Lage, dass er entscheiden muss, ob er über das Stöckchen springt, dass KM ihm hinhält oder sich doch mal auf die Hinterbeine stellt und sagt "Halt Dich aus unserem Leben raus.".

lg sleepy


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Joanna am 05. Oktober 2009, 15:10:58
Zitat
eben nicht, ab einem gewissen Alter (bzw. ab einer gewissen Dauer der Beziehung der neuen Lebenspartnerin zum Vater) hören sie mit der Haarspalterei auf.
Um damit aufzuhören, müssen sie irgendwann damit anfangen, oder sehe ich das falsch? ;-)

Und das hat nichtmal was damit zu tun, was die böse böse KM ihrem Kind erzählt ....

Denn selbst meine 3jährige erzählt gerne mal, dass mein LG (der nunmal seit sie 1 Jahr alt ist an meiner Seite verweilt) nicht ihr Vater ist .....

Liebe Grüsse
Joanna


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: sleepy am 05. Oktober 2009, 15:14:52
Genau, sie fangen zu Anfang einer neuen Beziehung eines Elternteils damit an und hören bei länger dauernder Beziehung wieder damit auf (und nicht "ab einem bestimmten Alter".


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Joanna am 05. Oktober 2009, 15:20:09
Zitat
Genau, sie fangen zu Anfang einer neuen Beziehung eines Elternteils damit an und hören bei länger dauernder Beziehung wieder damit auf (und nicht "ab einem bestimmten Alter".

Auch nicht pauschal richtig. Denn meine Tochter (um wieder das lebende Beispiel zu nehmen) konnte bei Beginn der neuen Beziehung noch gar nicht sprechen, geschweige denn wusste sie nichtmal, dass ich "mama" bin. - also dass ich wichtig bin wusste sie, aber sie wusste nicht, dass sie micht "Mama" nennen sollte, da ich mich selbst nicht so nenne.
Also hat es mit einem bestimmten Alter zu tun, wann sie anfangen - und auch mit einem bestimmten Alter (und damit einhergehende Entwicklung) damit zu tun, wann sie aufhören (und ob sie aufhören).
Denn das Aufhören dieser "Haarspalterei" hat auch damit zu tun, inwieweit sich Kinder mit den neuen Partnern identifizieren können.
Es soll ja durchaus auch Fälle geben, die auch ohne zutun der bösen bösen Exen (Vater/Mutter) die neuen LG der Elternteile als Bezugsperson ablehnen.

Viele liebe Grüsse
Joanna


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: sleepy am 05. Oktober 2009, 15:30:18
Hallo Joanna,

dass ein Kind erst Protest üben kann, wenn es reden kann und die Bedeutung von Mama und Papa kennt dürfte klar sein.  :wink:

LG
Sleepy


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Joanna am 05. Oktober 2009, 16:13:49
Och protest üben können die meisten schon bevor sie reden können ...... *die Ohrstöpsel raussuch*  :rofl2:


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: sleepy am 05. Oktober 2009, 16:15:19
Wobei den Inhalt dieses Protestes Außenstehende eh nicht verstehen  :)


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Joanna am 05. Oktober 2009, 16:38:59
Ah die Ursache war dafür umso verständlicher: Ein Teufelskreis, der Proteste nach sich zog (ich hoffe, dass das keine auswirkungen auf ihre künftige Entwicklung macht:
Kind wollte Busen - bekam ihn - pennte weg - ich packte Busen ein (wird ja kalt) - kaum war Busen weg, war Kind wach. Kaum war Busen eingepackt, plärrte Kind und in Busen schoss Milch. Also Busen wieder auspacken - kind pennte wieder ein - busen wieder weg - kind wieder wach und plärrte .... na kannst dir vorstellen - da blieb im wahrsten Sinne kein Auge trocken ....  :rofl2:
Aber im vergleich zu den heutigen Wutausbrüchen waren das himmlische Zeiten.
Beim nächsten Kind werde ich versuchen, sie zu geniessen :-) Versprochen!


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Cor am 05. Oktober 2009, 19:57:18
Hallo

Das Thema mit der "Einmischung" ist übrigens sehr sensibel. Natürlich mische ich mich ein, wenn das Verhalten der KM in meine Beziehung eingreift. Da kommt man vielleicht auch in grenzwertige Bereiche. Ich weiß letztlich, wie ich mein Leben leben möchte und was ich mir von Dritten gefallen lasse und was nicht und da kommt auch KV zwangsläufig in die Lage, dass er entscheiden muss, ob er über das Stöckchen springt, dass KM ihm hinhält oder sich doch mal auf die Hinterbeine stellt und sagt "Halt Dich aus unserem Leben raus.".

Da sprichst du etwas sehr wichtiges an!
In einer Partnerschaft sind die Interessen beider Partner gleichwertig. Mein Partner ist für mich "die erste Geige" und ich bin es für ihn.
Kommen die Interessen der Kinder mit ins Spiel, dann ändern diese das Familienverhältnis; nicht das Paarverhältnis.
Die Interessen der Kinder meines Partners spielen für uns Erwachsene (KM, KV und KV-Freundin) in allen diesbezüglichen Entscheidungen die erste Geige. Aber auch die Interessen der KM sind, zumindest für uns, kein rotes Tuch.
In dieser Familie, und das sind wir unbestreitbar, verhalten sich alle erwachsen. Natürlich gibt es Differenzen, aber die gibt es immer und auch in Paar- und Eltern/Kindbeziehungen.
Unsere KM ist momentan beruflich sehr gestresst und beinahe fertig mit den Nerven - wir versuchen ihr und den Jungs das Leben dahingehend zu erleichtern, dass wir die Jungs öfter nehmen und uns in der Wochenendverteilung möglichst nach ihr richten. So haben alle etwas davon: die Jungs haben eine entspanntere und glücklichere Mutter und sie Können mehr Zeit mit uns verbringen.
Ist etwas am (noch) gemeinsamen Haus kaputt, dann hilft der KV bei den Reparaturen so wie es für ihn möglich ist.
Ist es uns nur schwer möglich, die Jungs mal abzuholen oder zu bringen, dann werden sie uns auch mal einfach gebracht/abgeholt.

Gibt es Probleme (in der Schule, bei Krankheiten, Verhaltensauffälligkeiten etc.) dann werde auch ich in die Lösung mit einbezogen und ich engagiere mich gerne für sie. Nein, es sind nicht meine Kinder. Aber sie lieben mich und ich liebe die Beiden und werde einen Teufel tun und mich aus ihrem Leben heraushalten; auch wenn ich die Entwicklung bedenklich finde, wenn sie ihren Vater ins Kinderzimmer verbannen wollen, damit die Beiden mit mir im großen Bett schlafen können  :wink: .

Und jetzt fälle ich mal ein ganz pauschales Urteil: würden sich alle Beteiligten konsequent wie Erwachsene verhalten, welche das Kindeswohl in den Vordergrund ihres Handeln stellen, dann würden die ganzen Streitigkeiten, Hassattacken und böse Zungen überflüssig sein.

Natürlich habe auch ich eigene Interessen, aber solange diese mit berücksichtigt werden, warum sollte ich dann das gute Verhältnis zerstören? Die KM nimmt uns finanziell nicht aus, wir halten ihr kein Geld vor. Wir greifen sie nicht an, sie greift uns nicht an.
Warum etwas daran ändern?

Und ja, ich schreibe und denke sehr bewusst in den Kategorien "uns" und "wir". Wir haben eine Familienkasse, wir finanzieren unser Leben gemeinsam, wir verplanen unsere Zeit zusammen. Wird dort eingegriffen, dann greift das auch mich an und ich lasse mir nicht die Möglichkeit nehmen mein Leben zu verteidigen.
Aber wenn sich alle Beteiligten human verhalten, dann ist das ja auch gar nicht nötig.

Ich bin keine unbeteiligte Dritte. Ich bin mit Sichrheit keine vorher eingeplante Dritte, aber wir arrangieren uns so gut es geht. Und bis jetzt läuft mit dieser Methode alles sehr gut  :) .

Viele grüße,
Cor


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: brille007 am 05. Oktober 2009, 20:04:40
Moin Cor,

an dieser Stelle mal ein ganz grosses, spontanes Kompliment: Wenn andere getrennte und geschiedene Eltern, aber auch ihre Familien und ihre neuen Partner sich ebenso erwachsen und WIRKLICH kindeswohlorientiert verhalten würden wie offensichtlich alle Beteiligten Eures Patchworks, bräuchte es Foren wie vatersein.de gar nicht.

Grüssles
Martin
(der sich freut, dass es mal wieder um das eigentliche Thread-Thema geht)


Titel: Zur Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen :-)
Beitrag von: amitica am 07. November 2009, 23:56:48
Als Zweit-erst-vor-nach-und Hinterfrau.... hab ich jetzt eine Möglichkeit ausgelassen?...  :wink: hab ich deine Gebrauchsanweisung mit zwei lachenden und einem weinenden Auge durchgelesen.

Wenn alles so einfach wäre lieber Martin, bräuchte es diese Gebrauchsanweisung nicht und dieses wunderbar mit gutem und wichtigem Inhalt gefüllte  Forum vermutlich auch nicht.

ups, ich merke gerade ich habe die Grußformel vergessen, liebe Forengemeinde ich grüße euch herzlichst, mein Name ist Birgit.

Vielleicht gibt es ja die eine oder andere Next, Ex, (h)ex  oder wat weiß ich was, welche hier nicht im Namen ihres Mannes, Partners oder LABS postest um seine Probleme zu lösen, sondern schlicht und ergreifend einfach für sich selbst Input  braucht, sucht und hoffentlich das eine oder andere Mal auch gefunden hat.

Ich jedenfalls habe das. In vielen vielen Einträgen welche in hier in diesem Forum durchgelesen, und niemals kommentiert habe, konnte ich das eine oder andere für mich mitnehmen und auch tatsächlich umsetzen.

Ich möchte allerdings eine Passage deiner Gebrauchsanweisung nicht unkommentiert lassen, und entschuldige mich gleich mal, mit dem zitieren hat das nicht hingehauen, daher habe ich es einfach kopiert:

Ja, es sind ihre Probleme, nicht Eure, auch wenn sie Euch stellenweise jeden Tag zu begleiten scheinen. Aber Ihr seid nur Beobachter und Berater; Ihr seid nicht beteiligt (auch wenn es sich so anfühlt). Ihr könnt Euren Partner trösten, ablenken, ihm den Rücken stärken und selbigen von allem Möglichen freihalten – aber Ihr könnt nicht die Probleme lösen, die er mit seiner Ex, mit dem Umgang mit seinen Kindern, mit Unterhalt oder anderen Trennungs- und Scheidungsfolgen hat. Natürlich könnt Ihr zu all diesen Themen eine Menge Geräusch und haufenweise Wellen machen, aber Euer Über-Engagement beschleunigt die Lösungen nicht, sondern verkompliziert sie.

Ich gebe dir in diesem Punkt Recht: Es sind nicht die Probleme des/der Next, aber von wegen einer Nichtbeteiligung muss ich dir das schlicht und ergreifend einfach in Abrede stellen.

Ich persönlich bin schon mal finanziell nicht mehr "nicht beteiligt".  Dafür sorgt schon der liebe Staat, indem meinem Mann der fiktive Ehegattenunterhalt meinerseits als Kindesunterhalt angerechnet wird.  Das ist nun mal so, ich habe das akzeptiert. 

Es gab eine  Zeit,  da haben mich die Forderungen, der wöchentliche Telefonterror und das ganze Gedöns seiner ersten Frau  fast krank gemacht, nicht weil ich die Probleme meines Mannes lösen wollte, weil ich einfach nicht verstanden habe, warum man ( Ex) so sein kann. Mein Mann und ich hatten damals ausgemacht, dass wir über diese Dingen überhaupt nicht mehr reden, geregelt  hat mein Mann übrigens immer alles selbst.
Ich gehe seit über  einem Jahr nicht mehr an den Briefkasten, mein Mann grundsätzlich nicht mehr an einem Freitag damit einem nicht noch das Wochenende versaut wird.

Und trotz allem kann man nicht "nicht beteiligt werden". Mein Mann geht auf den Balkon wenn Ex anruft, und ich kann es seinem Gesicht ansehen, wie sehr ihm so ein  Anruf wieder zugesetzt hat. Ich bin unweigerlich finanziell mit im Boot wenn Ex die RAttenpeitsche meint rausholen zu müssen, auch wenn meistens nichts bei rum kommt.

Das alles lieber Martin ist mit "raushalten" eben leider auch nicht auszusitzen. Ich weiß nicht, ob du Ulli´s Tagebuch gelesen hast, ich möche Ulli keinesfalls zu Nahe treten, im Gegenteil ich ziehe meine Hut vor ihm und seiner Frau. Aber Ulli´s Frau wurde leider sehr krank, und ich kann das mittlerweile vollkommen nachvollziehen.

Der vorletzte Brief der RAttin brachte meinen  Mann dermaßen in Rage, er hatte mir nur teilweise ein paar Passagen genannt. Zwei Minuten später hatte ich Durchfall. Das alles hört sich sehr labil und mädchenhaft an, das ist mir klar.  Ich bin alles nur nicht labil und mädchenhaft, aber mich macht es mittlerweile richtig krank, weil ich mit niemanden reden kann. Mit meinem Mann nicht, dem geht es eh schlecht genug.

Von daher tut es teilweise ganz gut es irgendwie, auch wenn es dieses Forum ist, rauslassen zu können.

Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse.

B.










Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: DeepThought am 08. November 2009, 10:18:50
*zusammengeführt*


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: sternchen01 am 04. August 2010, 10:00:10
Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe die "Gebrauchsanweisung" erst heute in Ruhe lesen können. Auch wenn ich mich an manchen Stellen widererkenne, finde ich es gut und würde mir wünschen, ich könnte immer so handeln. Leider habe ich bei uns das Gefühl, dass es nicht klappt.

Ich versuche ganz oft meinem Mann klar zu machen dass es seine Probleme sind und er das regeln muss. Manchmal klappt es, oft wirft er mir dann vor dass ich nicht ausreichend unterstütze und er sich Hilfe anders vorstellt. Hhhmm. Dann.. leider werde ich auf anderem Weg in viele Dinge mit einbezogen ohne dass ich Einfluss habe. Z.B. jetzt bei der Unterhaltsklage. Ich muss auch alle Daten von mir offen legen. Sprich Verdienst etc. Und..auch ich und unser gemeinsames Kind sind finanziell betroffen weil die Ex mit Geld nicht umgehen kann, weil auch wir die bevorstehenden Schulden (die eigentlich nicht mein Problem sind!) mit abstottern müssen. Da fragt keiner nach was seine und meine Schulden sind.

Bei der "Erziehung" der Kinder ist es weiterhin schwierig für mich. Mein Mann verlangt nicht nur dass ich auch etwas zu den Kids sage wenn etwas ist, auch die Kinder kommen von sich aus oft mit Problemen zu mir. Ich weiß auch ganz ehrlich im Zusammenleben gar nicht wie ich mch raushalten soll?

Also...alles in Ehren, Aber ich glaube auch man kann das nicht pauschalisieren weil sich auch glaube ich, jeder Mann eine unterschiedliche "Zweitfrau" wünscht. Meiner empfindet es z.B. als sehr große Entlastung dass ich mich hier schlau mache und ihn informiere. Die weiteren Entscheidungen trifft er selber. Und zum Anderen tut es mir auch mal gut, mit jemanden Aussenstehenden zu reden und mich auszutauschen.

Vielen Dank auch allen an dieser Stelle!

LG, sternchen


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: riviera68 am 26. August 2010, 04:35:31
Hallo Martin,
hallo an alle,

ein super interessanter Thread ist das, vor allem, weil es mir ehrlich gesagt so geht, dass ich mich im Kreise drehe.

Es gab Zeiten in den vergangenen, sagen wir mal 10 Jahren, da hab ich manchmal gedacht, ich kann und mach Dinge besser als "die Ex", und ueberhaupt, und ich hatte Energie fuer alles was "diese andere Familie" betrifft, nicht zu fassen. Und dann gab es genauso Zeiten, wo ich unendlich genervt und voellig energielos war...es gab wirklich alles.

Heute weiss ich (mich betreffend jedenfalls), dass ich mich hier und da zu sehr eingebracht habe, ich zu viel von meiner Zeit und meiner Energie weggegeben habe. Und das ist nicht mal vorwurfsvoll gemeint, sondern einfach Tatsache. Vermutlich wuerde ich es wieder so tun, weil ich halt ich bin.

Allerdings habe ich (hoffentlich wenigstenst) gelernt, dass Ex eben Ex ist, ihre eigenen Gruende hat, warum sie was tut oder auch nicht....und ich finde sie gar nicht mehr soooooo doof oder bloed wie damals, nein, ich kann einiges sogar gut verstehen.

Ich bin in erster Linie ich und nicht Ehefrau, Zweitfrau oder Ex...ist zwar ok es zu sein, aber erstmal bin ich ich und die Ex ist eben mehr als nur Ex.

...lange Rede kurzer Sinn...toller Thread.

cheers


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: bigdad20000 am 18. August 2011, 18:06:09
Dieses Thread hier bringt mich zum lächeln....hat zwar nun ewig gedauert, bis mein Sprachsystem mir alles vorgelesen hat......aber ich habe es bis zum Ende durchgezogen.

Meine Frau sollte sich das nachher hier mal durchlesen,....ich wäre ja mal so gespannt was sie dazu sagt.

Sie ist auch eine Ex, mit zwei Kindern und ist meine Ehefrau *stolzbin*
Sie war bisher immer die, die versucht hat zu schlichten!

Was mich lange gestört hat, das meine Ehefrau oft das tat, was meine Ex verlangte.
Zum Wohle des Kindes. Im Grunde, das selbe wie ich lange Zeit. Bei mir fiel es mir nicht auf, bei meiner Frau schon.

Wir haben alle Stufen durch,.....
meine Ex kam bei meiner Ehefrau nicht mehr weiter,...und schießt jetzt gegen sie.
Aber seid vier Jahren, war sie immer gut genug, mein Kind abzuholen. (Letztlich für mich, aber meine Ex profitierte ja auch davon) bei Ihren ganzen Terminen. Ich bin fast blind, und Renter,.....kann mit meiner Rente keinen Unterhalt zahlen und auch sonst nicht wirklich viel. Das liegt alles im Ermessen meiner Frau.....
Und meine Ex fordert auch, von meiner Frau.
Schließlich lebt sie mit mir zusammen, sie hat das Auto, sie hat das Geld.....da kann sie.
Aber alles andere ginge meine Frau nix an.
Ohje,....sollte meine Frau nachher bloß nicht lesen.

Ich finde, Zweitfrauen,....hört sich total bescheuert an, aber die Leben mit dem neuem Mann zusammen. Und haben was das gemeinsame Leben betrifft,....auch wenn das Kind da ist,......auf jeden Fall was zu sagen. Ich nehme meine Frau auch mit zum Anwalt. Das geht meine Frau genauso was an wie mich. So sehe ich das!
Meine Ex, hat das zwar mit mir abzuklären, und nicht mit meiner Frau,.......aber ich bespreche alles mit meiner Frau. Demnach wird sie immer inwollviert (schreibt man das so)? Und sie hat Mitsprache Recht, auch im Bezug auf mein Kind. Wenn es hier ist, wie wir den Umgang gestalten, wann er geholt wird, wie wir ihn in den Ferien nehmen...... Natürlich schließe ich die Schulischen Sachen aus, wie auch Ärztliche Dinge etc...pp. Aber ICH bespreche die Dinge auch mit meiner Frau, und was sie meint.


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: okina am 04. Oktober 2011, 22:04:36
Na endlich mal ein Normaler hier.

Zweitfrau klingt wirklich seltsam, aber leider ist es so auch vor dem Gesetz. Da gibts ja auch die Zweitfamilie.

Während sich die Exfrau dumm und dämlich verdienen darf, muss der Exmann mehr zahlen, wenn er mehr verdient.

Während sie nach herzenslust neu heiraten darf, hat er ja mehr Unterhalt zu zahlen, wenn er selbiges tut. Plötzlich hat man ja mehr Einkommen durch geteilte Kosten.

Während sie ein Haus haben darf, nein viele sogar - hat er ja dann nur Wohnvorteil oder Mehreinkommen durch Miete und darf mehr zahlen.

Und bei allem weiß man nicht ob das Geld beim Kind ankommt, wenn es schon anruft und fragt ob man was zu einem 13 Euro Füller dazu gibt  :question:

So ist das Leben eben und solange sich das nicht ändert, dass das Gehalt von Mutti mit angerechnet wird, wird er auch wenig verdienen und nichts besitzen.  :wink:


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Mateusz74 am 05. Oktober 2011, 10:56:44
Hallo Birgitt,
ich sehe dies genauso. Man kann sich einfach nicht raushalten, wie denn auch???

Daher nehme ich die Aussagen von Martin eher nur noch scmunzelnd zur Kenntnis. Er hat manchmal ganz gute Tipps am Start, diese schlagen aber immer in die selbe Kerbe und differenzieren überhaupt nicht die Einzelfälle. Auch hinken seine Vergleiche oftmals sehr. Dies ist aber seine Art mit seinem Fall umzugehen, einen Schutzschild aufzubauen der absolut nicht s mehr an sich ranlässt was mit seiner Scheidung zu tun hat. 

Aber nochmals zu deinem Post, du machst es absolut richtig. Halt dich nicht raus, stehe deinem Mann zur Seite, mit Tat und Rat. Nur dies ist der einzig gangbare Weg die Sache gemeinsam durchzustehen. Alles andere ist feige und scheinheilig. Und lasst euch nicht das LEben von der EX kaputt machen, denn dazu hat sie gar keine Handhabe denn sie ist Geschichte. Und durch das Störfeuer zeigt die EX nur wie bemitleidenswert sie eigentlich sit !!


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: brille007 am 05. Oktober 2011, 11:40:29
Ach @ Mateusz,

Hallo Birgitt,
wo ist denn hier eine Birgitt? Hast Du Dir die ausgedacht?

ich sehe dies genauso. Man kann sich einfach nicht raushalten, wie denn auch???
doch, natürlich kann man das. Im Aussenverhältnis haben neue Partner schlicht nichts zu melden; das schafft Probleme und löst keine.

Daher nehme ich die Aussagen von Martin eher nur noch scmunzelnd zur Kenntnis. Er hat manchmal ganz gute Tipps am Start, diese schlagen aber immer in die selbe Kerbe und differenzieren überhaupt nicht die Einzelfälle. Auch hinken seine Vergleiche oftmals sehr. Dies ist aber seine Art mit seinem Fall umzugehen, einen Schutzschild aufzubauen der absolut nicht s mehr an sich ranlässt was mit seiner Scheidung zu tun hat. 
mal für den Hobbypsychologen Mateusz zum Mitmeisseln: Meine Trennung war 2002, meine Scheidung 2005, meine neuerliche Heirat mit einer klugen und tollen "Zweitfrau" 2006. Ich bin der glücklichste Mensch der Welt, habe mit meiner Ex und mit meinen Kindern keinerlei Probleme und brauche auch keine "Schutzschilde" gegen irgendwas.

Warum um Himmels willen sollte ich heute "nichts mehr an mich ranlassen, was mit meiner Scheidung zu tun hat"? Mein Trennungsstress ist seit vielen Jahren Geschichte. Ich habe allerdings auch nie versucht, meine Ehe der Kinder wegen aufrechtzuerhalten, wie Du es immer wieder postuliert hast; das beschleunigt die Lösung der Probleme ganz erheblich :wink:

Grüssles
Martin


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Merlot am 17. Januar 2014, 09:22:35
Meine Erfahrung ist, dass es in der Patchwork-Konstellation dann gut klappen kann, wenn das Paar zueinander steht und jeder über seine Befindlichkeiten sprechen darf. Bei uns war es so: Dein Sohn, meine Tochter. Beide Teenager lebten bei uns. Die Beziehung zerbrach an mangelnder Offenheit. Ich hatte viele Verpflichtungen, auch für den Sohn meines Partners. Der Sohn wollte den Vater, doch der war leider oft abwesend. Meine Tochter wollte die Mutter, doch ich musste mich aufteilen. Mein Partner fühlte sich wahrscheinlich überfordert und "machte dicht". Für mich war das schwer. Wir kamen alle an unsere Grenzen. Unsere Partnerschaft zerbrach, die Kinder verloren ihre "Zweitfamilie". Rückblickend hätte ich eine Familientherapie anregen sollen.


Titel: Re: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen
Beitrag von: Dagmar am 07. Juni 2016, 10:06:29
Das Wort "Gebrauchsanweisung" ist vielleicht etwas falsch gewählt, denn es klingt so, als müsste sich jede neue Frau so verhalten und alles andere wäre unangebracht! Doch so einfach geht es nicht. Bei dem Thema Patchworkfamilie gibt es keine Richtlinien, keine Anleitung. Jeder sollte für sich den richtigen Weg finden, um mit der schwierigen Situation umzugehen.
Mein Mann steckt gerade mitten in der Scheidung und fragt mich auch manchmal um Rat oder er spricht mit mir über seine Sorgen und Ängste. Ich höre ihm zu und unterstütze ihn bei jeder seiner Entscheidungen, nur ich nehme ihm nichts ab. Genauso stehe ich auf dem Standpunkt, dass ich mir über seine Ehe oder seine Ex kein Urteil bilden kann. Sicher muss es Probleme gegeben haben, sonst wären sie ja noch zusammen. Und ich kann auch nicht behaupten, dass mich diese Tatsache traurig macht, denn sonst hätte ich diesen liebevollen Mann niemals getroffen. Doch nur weil ich mit ihm jetzt zusammen bin und ihn liebe, kann ich nicht sagen, dass es alles ihre Schuld ist und er ein Unschuldsengel war. Ich kenne ihre Ehe und ihre Beziehung nicht. Außerdem möchte ich mich nicht immer mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen, denn das würde doch nur unsere eigene Beziehung belasten. Daher ist dieses Thema bei uns nicht allgegenwärtig, wir genießen einfach die gemeinsame (zu dritt) Zeit.  Ich würde mir nur für die Kleine der Beiden wünschen, dass sie irgendwann es schaffen, mal wieder freundschaftlich miteinander umgehen zu können.