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OLG Schleswig: Scheidungsbegehren ggü. suizidgefährdeter Ehefrau

Datum: Mittwoch, 21. Dezember 2005
Thema: Urteile Scheidungsrecht

 

  1. Bei Suiziddrohung eines psychisch Kranken, der in der Steuerung seiner seelischen Reaktionen erheblich beeinträchtigt ist, darf die Ehe nicht geschieden werden, bis die ausreichende medizinische Betreuung des Kranken gesichert ist.
  2. Zu den Obliegenheiten des die Scheidung begehrenden Ehepartners eines psychisch Kranken.

Ein Ehemann, der seit Jahren von seiner Frau getrennt lebt und die Scheidung einreicht, muss noch "alles ihm Zumutbare tun, um Gefahren für das Leben und die Gesundheit seiner Ehefrau möglichst auszuschließen". Glaubt die psychisch kranke Frau wahnhaft daran, die offensichtlich gescheiterte Ehe noch retten zu können, und ist sie konkret suizidgefährdet, so kann der Mann die Scheidung nicht durchsetzen, ohne die ärztliche Betreuung der Frau in die Wege geleitet beziehungsweise sie beim Vormundschaftsgericht beantragt zu haben. Dass die Depressionen der Frau ein Grund waren, die Ehe aufzugeben, spielt keine Rolle - mit dem Ehebund hat der Mann eine Schutzpflicht übernommen.

OLG Schleswig, vom 21.12.2005
15 UF 85/05

AG Bad Segeberg







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