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vatersein.de - Forum 26. Mai 2012, 11:07:07 *
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Autor Thema: Anatomie einer Trennung - oder "[...] Vater sein dagegen sehr."  (Gelesen 538 mal)
lostsoul76
Frischling

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1


« am: 18. Juni 2006, 11:09:38 »

Guten Morgen!

Nun ist sie eingetreten, die Situation, von der ich hoffte, dass sie nie eintreten würde (und ich auch ungemein Angst hatte): ich sitze mit meiner knapp 4 jährigen Tochter auf meinem Bett und sie fragt mich:

Tochter: "Papa, wo ist die Mama?"
Ich: "Ich weiss es nicht genau...sie hat heute nicht zuhause übernachtet."
Tochter: "Warum?"
Ich: "??!!?!?Huch??!???!"

Dies ist nur eine der typischen Situationen, seit meine Frau mir Ostern (unfreiwillig) eröffnet hat, dass sie im Moment keine Beziehung (gleich welcher Art und zu egal wem) haben möchte.
Natürlich haben wir unserer Kleinen versucht zu erklären, warum wir seit diesem Zeitpunkt getrennte Betten haben. Sie hat unsere Antwort ("Wir haben Streit und haben uns nicht mehr so lieb wie früher.") scheinbar akzeptiert. Aber im Moment häufen sich die Momente, in denen meine Tochter wohl das Ausmaß der folgenden Konsequenz wahrzunehmen scheint.

Wir hatten zunächst keinerlei Entscheidung darüber getroffen, wie es nun weitergehen könnte. Auch gab es bisher nur wage Vorstellungen davon, wie eine solche Entscheidung aussehen könnte.
Nur in einem sind wir uns im Prinzip einig: wir wollen nicht, dass unsere Tochter aus ihrem gewohnten Umfeld rausgezogen wird (Kindergarten, Nachbarschaft, Großeltern), wenn schon einer der Eltern nicht mehr so allgegenwärtig sein wird.

Um etwas Abstand zu gewinnen, bin ich mit meiner Tochter in den als Familie geplanten Urlaub gefahren. Ich wollte diese Zeit nutzen, um mir auch darüber klar zu werden, ob ich in der Lage bin meine Tochter alleine groß zu ziehen (ja ich weiss, nur weil man sich trennt, heisst das noch lange nicht, dass man "alleine" ist).
Der Urlaub war eine Katastrophe. Meine Tochter ist krank geworden und bekam (deswegen, oder vice versa) schreckliches Heimweh. In einem solchen Moment (der Verzweiflung für mich) wird einem klar, dass für Kinder die Menschen häufig in zwei Kategorien aufgeteilt sind: die Mama und "Nicht-die-Mama".
Meine Frau hat unsere Abwesenheit genutzt, endlich mal ihre Freiheit auszuleben und war nahezu unerreichbar für uns. So habe ich den Urlaub abgebrochen um meine Tochter wieder in ein vertrautes Umfeld zu bringen (und auch mich).

Die ganze Situation hat mich dazu gebracht etwas entschlossener an einer Entscheidung zu arbeiten, und da meine Frau nach der Ankündigung nicht mehr das Bedürfnis nach meiner Nähe zu verspüren, keine Konsequenzen gezogen hat (sprich auszuziehen oder ähnliches), habe ich nun den Schritt gemacht und ihr nahegelegt sich möglichst zeitnah eine Wohnung zu suchen.
Da wir hier zusammen, im selben Haus mit meinen Eltern leben (eine Haushälfte haben wir gemietet), bedeutet das soviel, dass ich wohl mit unserer Tochter hier wohnen bleibe. Dann kann meine Frau (auch wenn sie sich das nicht so eingestehen möchte) ihrem Wunsch nach Freiheit nachkommen.

So beginnt es nun, und ich weiss nicht wie es weitergeht...allein die praktischen Sachen, wie regelmäßige (häufige) Treffen meiner Tochter mit meiner Frau, zeitliche Organisation (Arbeit, vom Kindergarten abholen), oder die juristischen Sachen, wie Trennungsunterhalt, Scheidungsvereinbarung etc. ...wie wird das von statten gehen?

Gruß Lostsoul76
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