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vatersein.de - Forum 26. Mai 2012, 13:46:32 *
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Autor Thema: Heimlicher Auszug eines Kindes  (Gelesen 11233 mal)
tortour
Nicht wegzudenken
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 329



« am: 21. Januar 2006, 12:29:45 »

hallo,

welche Unterhaltsansprüche hat ein volljähriges Kind (kein eigenes einkommen, schließt im sommer die HöHa ab), welches

- seinen Auszug heimlich still und leise vorbereitet hat, indem es in den letzten wochen unbemerkt immer wieder sachen mit zu ihrem freund nahm
- welches einem einen evtl. auszug nicht mitteilte, sondern man das als elternteil per brief im briefkasten erfuhr, als ich von der arbeit kam und aus allen wolken fiel, weil keine anzeichen dafür vorhanden waren
- welches sich schon eine woche vorher ebenso heimlich still und leise umgemeldet hat, man das aber auch erst stunden nach erhalt des briefes erfuhr.

auch wenn es sich unglaublich lies, ist das kein witz, deswegen wäre ich für tips und links dankbar.

gruß
tortour
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Was ich weiß, ist ein Tropfen - was ich nicht weiß, ein Ozean
Aniram
Gast
« Antwort #1 am: 21. Januar 2006, 12:41:57 »

Hallo Tortour !

Meine erste spontane Reaktion wäre - gar keinen !

Aber das wird es wohl nicht spielen, so wie eure Bestimmungen
sind.

Und diese, meine Reaktion leite ich nicht aus dem heimlichen
Auszug ab. Aber ich bin der Meinung, wenn man erwachsen genug
ist um aus- und zum Freund zu ziehen, dann sollte man auch er-
wachsen genug sein, für seinen Lebensunterhalt selbst sorgen
zu können.

Und nach Abschluss einer HöHa (Höheren Handelsschule ?)
sollten die Voraussetzungen Arbeit zu finden, doch gegeben
sein.

Was mich dabei mehr erschreckt - ist euer Verhältnis so gestört,
dass sie das heimlich machen mußte ?

Oder hat ihr nur der Mut gefehlt es Dir zu sagen, weil sie wußte,
dass es Dir schwerfallen wird sie gehen zu lassen ?

Weil, wenn grundsätzlich ein gutes Einvernehmen zwischen euch
herrscht, sollte sich doch sonst eine vernünftige Lösung finden
lassen.

LG Marina
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tortour
Nicht wegzudenken
****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 329



« Antwort #2 am: 21. Januar 2006, 12:48:01 »

hi,

sie hat es wohl heimlich gemacht, weil sie wußte, daß ich damit nicht einverstanden wäre, da sie in ruhe die schule und ausbildung beenden soll und wir ihr damit wohl auf die nervern gingen. sie weiß ja noch nicht einmal welchen beruflichen weg sie einschlagen will, noch nicht einmal eine richtung ist klar.

in meinen augen waren es ganz normale differenzen die zwischen eltern und pupertierenden, jungen erwachsenen durchaus normal sind. jetzt will sie natürlich die hand aufhalten, und das sehe ich weiß gott nicht ein. hier ist ein riesenzimmer für sie, von dem andere nur träumen. das steht auch weiterhin für sie bereit.

gruß
trotour
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Was ich weiß, ist ein Tropfen - was ich nicht weiß, ein Ozean
Aniram
Gast
« Antwort #3 am: 21. Januar 2006, 13:06:43 »

Hallo Tortour !

Ich bin völlig Deiner Meinung weiss aber nicht, inwieweit
Du ihr die Unterstützung verweigern kannst.

Soviel ich bisher hier gelesen habe, ist dieser Anspruch in
Deutschland leider gegeben. Richtig finde ich es nicht, die
Gründe dafür habe ich in meinem ersten Post dargelegt.

Ich kann nicht auf der einen Seite darauf pochen, erwachsen
zu sein und tun und lassen zu können was ich will und auf
der anderen Seite verlangen, dass diese Eigenständigkeit
von anderen finanziert wird.

Ich hoffe für euch, das ihr eine für alle annehmbare Lösung
finden werdet.

LG Marina
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DeepThought
Owner & Fast-alles-Versteher
Administrator
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 12.055



WWW
« Antwort #4 am: 21. Januar 2006, 14:22:18 »

Moin,

deine Frage hat sachliche und emotionale Hintergründe. Ich gehe auf die sachlichen Aspekte ein.

Ein volljähriges Kind mit eigenem Hausstand hat gegenüber beiden Eltern einen Unterhaltsanspruch i.H.v. 640 €. Diesem sind eigene Einkünfte gegenzurechnen. Das Kind ist ggf. gehalten, staatliche Leistungen wie BaFöG zu beantragen und somit den Unterhaltsanspruch zu reduzieren.

Die HöHa ist keine abgeschlossene Berufsausbildung. Allerdings muss das Kind nachweisen, dass es sich um eine Ausbildungsstelle ernsthaft bemüht. Das ist heute noch nicht von Bedeutung, da der Schulabchluss erst im Sommer sein wird.

DeepThought
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Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06 als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
tortour
Nicht wegzudenken
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 329



« Antwort #5 am: 21. Januar 2006, 16:04:57 »

Hi Deep,

auch wenn ein Kind just for fun auszieht, weil es sein leben leben will und sie in ihrem zimmer alles hat und diese kosten vorsätzlich produziert?

unter anderen umständen hätte man dieses kind unterstützt wo es nur geht, aber ich glaube, da würde ich es auf einen richterspruch ankommen lassen. ich denke nicht, das es ihr unzumutbar ist, bis ausbildungsende hier zu wohnen.

es ist ja noch nicht einmal von ihrer seite aus ein gespräch versucht worden, um lösungen für evtl. probleme zu finden, die ich ehrlich gesagt nicht sehe.

liebe grüße
tortour
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Was ich weiß, ist ein Tropfen - was ich nicht weiß, ein Ozean
JensB2001
eingeschränkt
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 2.099


« Antwort #6 am: 21. Januar 2006, 17:32:23 »

Hey!

Kann dich eigentlich irgendwie verstehen...

Sie will erwachsen sein..u ihr Leben leben, das aber brav von natürlich anderen finaziert bekommen..
Und das geht sie dann an wie ein Kleinkind..heimlich Sachen zum Freund schaffen, Briefchen dann im Briefkasten usw. ..vermutlich hat sie debn Wohnungs/Hausschlüssel natürlich behalten, man weiß a nie wann man noch irgendwas gebrauche kann..

Naja..

Also kann dich verstehen..wenn sie doch so erwachsen schon ist, dann muß sie auch zusehen wie sie an Geld zum/ für ihr Leben kommt...

Erstmal müßte sie die Eltern ja dazu auffordern Unterhalt zu leisten..
Und dann kann man ihr immernoch mitteilen das Unterkunft u Verpflegung und weiteres gegeben ist...

Naja u wo ist sie doch gleich hingezogen? Zu ihrem Freund..und der wohnt wo???
Die zwei sind ja wirklich sehr erwachsen und reif...

Naja und Kindergeld u. weitere Gelder, darum kann sie sich ja dann jetzt ma erst selber kümmern..
Und vermutlich merkt sie schnell das das man nicht alles so einfach ist u wird evtl. schnell doch den Rückzug antreten..die Realität sieht dann meist schnell anders aus..

Gruß
Jens
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tortour
Nicht wegzudenken
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 329



« Antwort #7 am: 21. Januar 2006, 17:49:39 »

Hi Jens,

danke auch für deine antwort. mit dem haustürschlüssel hast du recht, den hat sie behalten, alle anderen hat sie fein säuberlich nebeneinander auf ihren schreibtisch gelegt, nur eben den nicht. damit sie mir nicht hier die bude leerräumt, wenn wir arbeiten sind und in den schränken rumschnüffelt, haben wir, als wir das bemerkt haben, sofort das schloß ausgetauscht.

an die kindergeldkasse will ich morgen ein schreiben aufsetzen, den sachverhalt schildern und dann  faxen. was ich nicht habe, kann ich nicht weiterleiten, so wird sie sich selber drum kümmern müssen. ob sie es kriegt, wage ich zu bezweifeln, weil sie ja nicht berechtigt ist. sie wollte es so und nicht anders.

vorhin kam eine sms von ihr, ob sie sich nächste woche ihre restlichen sachen abholen könne, wie fernseher ect. ich habe ihr geschrieben, das ich das nicht per sms bespreche und sie meine telefonnummer kenne. es kam natürlich kein anruf. auch habe ich erst einmal  nicht vor, die sachen auszuhändigen. es ist zwar ihr eigentum, aber ich habe von ihr gefordert, das sie wieder zurückkommt und hier ihre ausbildung beendet.

Sie ist vermutlich auch bei einem anwalt gewesen. sie sagte mir, ich müßte ihr unterhalt zahlen, weil ich ihre mutter wäre. keine ahnung was sie dem erzählt hat.

von ihrem freund habe ich das ehrlich gesagt auch nicht erwartet, weil er bisher immer einen sehr netten und bodenständigen eindruck machte. aber weiß der himmel, was sie ihm erzählt hat, damit er sie aufnimmt, denn vor ein paar monaten hat er noch ganz anders gesprochen und deswegen schon mal mit ihr schluß gemacht, weil ihm ihre lasche art und lebenseinstellung nicht gefiel.

ist sie eigentlich jetzt noch eine priviligierte volljährige? dieser zusatz gilt ja, soweit ich weiß nur für unter 21 jährige ohne eigenes einkommen, die noch im haushalt eines elternteiles leben. das tut sie ja eben nicht mehr.

lg
tortour
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Was ich weiß, ist ein Tropfen - was ich nicht weiß, ein Ozean
Aniram
Gast
« Antwort #8 am: 21. Januar 2006, 18:10:46 »

Hallo Tortour !

Ich kann Deinen Ärger verstehen und auch Deine Gekränktheit.
Mir erginge es da nicht anders.

Aber ob es gut war, gleich die Schlösser auszutauschen ? Das
verhärtet doch nur die Fronten und außerdem... traust Du ihr
das zu ? Dass sie Dir die Bude leer räumt wie Du es nennst und
herumschnüffelt. Was kann sie schon schnüffeln, was sie bis
jetzt nicht gekannt hat. Immerhin hat sie ja bei und mit euch
gelebt.

Aber wie gesagt... verstehen kann ich es schon.

Auch die SMS zeigt mir, daß sie sich nicht besonders wohl in
ihrer Haut fühlen kann, sonst hätte sie den Mut anzurufen.

Witzig (im negativen Sinne) finde ich, wie selbstverständlich
Kinder heutzutage es finden, Dinge einfach mitnehmen zu
können. Und ihr Eigentum ist lediglich das, was sie sich selbst
vom Taschengeld gekauft oder als Geschenke erhalten hat.

Alles andere, habt ihr ihr zur Verfügung gestellt... damit hat
es sich aber auch schon.

Ist vielleicht nicht gerade ein guter Anfang für eine Gesprächs-
basis aber manchmal muss man die "lieben Kleinen" aus ihrem
Traumland schon ein wenig wachrütteln. Man kann das ja auch
lieb und sanft sagen.

Ich drück Dir beide Daumen, dass ihr aus der Geschichte heil
rauskommt ohne das die Mutter bzw. Eltern/Kind - Basis nach-
haltig gestört bleibt.

LG Marina
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tortour
Nicht wegzudenken
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 329



« Antwort #9 am: 21. Januar 2006, 18:31:08 »

hallo Marina,

heil rauskommen aus dieser situation? ich weiß nicht, ob das seit den vergangenen 27 stunden überhaupt noch möglich ist.

und ja, das traue ich ihr durchaus jetzt zu. vorher war ich mir ziemlich sicher, daß sie das nicht tut, aber jetzt nicht mehr. vorher war ich mir auch immer ziemlich sicher, daß sie nicht an geld geht, jetzt würde ich mir einen tresor besorgen und meine geldbörse abends dort einschließen sowie alle wichtigen papiere und sparbücher.

Ihr auszug war so bis ins detail geplant, daß einem angst und bange wird. hier liegt noch ne rechnung von ihr über 383,--, die wir ursprünglich bezahlen wollten. der zahlungstermin war am 17. da wir die rechnung erst noch prüfen lassen wollten, weil sie uns ziemlich hoch erschien, war sie bis gestern noch nicht bezahlt. das wußte sie aber nicht. nu frag ich mich, wenn sie sich doch letzte woche umgemeldet hat, warum ist sie dann nicht schon am letzten WE zu ihrem freund gezogen? ganz einfach für mich, weil ihre rechnung noch nicht bezahlt war. als ich ihr gestern sagte, daß diese noch offen wäre, meinte sie auch ganz entsetzt, wie, die sollte doch bis zum 17. bezahlt sein, toll. ich werde sie am montag zurückschicken und dem rechnungsausteller ihre neue adresse mitteilen.

soviel zum wachrütteln aus dem traumland.... sie wird härter fallen als ihr und ihrem freund lieb ist... sorry, aber ich kann nicht anders. unter anderen umständen, wie gesagt, hätte sie von uns jede unterstützung erhalten, die sich ein kind von seinen Eltern/Stiefvater nur wünschen kann, aber so?

lg
tortour
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Was ich weiß, ist ein Tropfen - was ich nicht weiß, ein Ozean
Aniram
Gast
« Antwort #10 am: 21. Januar 2006, 19:17:22 »

Hallo Tortour !

Ich weiss gar nicht was ich sagen soll. Mir fehlen sozusagen
die Worte - fast  ;)  

Auf der einen Seite ist da in mir die Mutter, die glaubt ziemlich
genau zu verstehen, wie und was Du jetzt fühlst. Angefangen
beim angeknacksten Vertrauen über Frust bis hin zu Zorn. Und
auch das Gefühl ausgenützt zu werden.

Auf der anderen Seite frage ich mich aber natürlich, ob Du
aufgrund der noch sehr frischen Vorkommnisse vieles nicht
überbewertest.

Ihr minutiös geplanter Auszug sagt noch nichts über den Charakter
aus, eher ein bißchen darüber, dass sie ein wenig feige ist und mit
Tatsachen schaffen, einer Diskussion aus dem Weg gehen wollte.

Wenn Du ihr also bisher gewisse Dinge nicht zugetraut hast, dann
halte Dich daran für den Moment fest. Deine Tochter hat sich bestimmt
nicht von heute auf morgen in ein Ungeheuer verwandelt. Du hast sie
doch erzogen und wenn Du das gutgemacht hast, dann wird das wieder
durchkommen.

Mir kommt das eher so vor, als wollte sie auf Biegen und Brechen
etwas durchsetzen von dem sie weiss, dass es nicht Deine Zustimmung
findet.

Und gerade das Nichtbezahlen dieser € 383,00 zeigt ihr ziemlich deutlich,
dass das künftig Dinge sind, für die sie alleine grade stehen muss und
dann nicht ankommen und erwarten kann, dass das andere erledigen
und bezahlen.

Unterstütze sie nicht mit Geld soweit Du es nicht mußt, aber lass ihr die
Tür offen. Und lass sie ihr so offen, das sie sie ohne Gesichtsverlust öffnen
kann.

Und sonst - lass sie ruhig ein wenig auf die Nase fallen.

Das hätte meine Mutter auch gemacht. Mal abgesehen davon, dass ich
so etwas niemals gewagt hätte. Und noch weniger hätte ich mich getraut
einen Anwalt aufzusuchen. Ich hätte ihr nie wieder in die Augen sehen
können. Aber noch weißt Du ja nicht, ob sie das getan hat.

Versuch Dich soweit es geht zu beruhigen und warte erst einmal ab. Mir
ist klar, dass das leichter gesagt als getan ist.

LG Marina
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tortour
Nicht wegzudenken
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« Antwort #11 am: 21. Januar 2006, 19:27:57 »


die tür steht ihr offen, das habe ich ihr auch gesagt...

ansonsten bin ich im moment ziemlich fertig, ja, das stimmt...

ich chat wurde ich grad angemacht, daß ich der größere egoist wäre, meiner tochter wegen der 400 € die zukunft zu versauen und einen eintrag in die schufa für sie zu riskieren...

darauf habe ich geantwortet, aber eltern müssen sich wie fußabtreter behandeln lassen oder wie?...

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Was ich weiß, ist ein Tropfen - was ich nicht weiß, ein Ozean
RomyH
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« Antwort #12 am: 21. Januar 2006, 19:36:16 »

Hallo tortour,

also, ich schildere mal mich: ich war 21 als ich Knall auf Fall das elterliche Nest verließ(jetzt bin ich 27). Im dritten Semester und ohne Rücklagen. Es gab vorher großen Krach mit viel Geheule auf beiden Seiten. Es wäre sicher wieder i.O. gekommen, aber ich war stur. Sehr stur. Meine Eltern haben mir Unterhalt gezahlt, aber weniger als mir "zugestanden" hätte, KiGe plus 100 DM. Sie haben sich von dem Moment an total aus meinem Leben herausgehalten. Was immer ich machte war meine Entscheidung, mit der ich dann leben musste, auch oder besonders finanziell. Es gab viele schlimme Zeiten, weil ich nie so richtig gelernt hatte mit Geld umzugehen. Mein Job neben dem Studium warf auch nicht soviel ab, so dass ich des Öfteren in Teufels Küche kam und meine Oma anpumpen musste. Ich habe ihr aber alles auf Heller und Pfennig zurückbezahlt.

Wenn ich so zurückblicke, bin ich meinen Eltern dankbar. Wenn sie es anders gemacht hätten, wäre ich so schnell nicht erwachsen geworden - wie auch!

Ich finde es schon okay was du machst. Besonders wegen der Rechung: Sie hat sie verursacht? Dann muss sie dafür grade stehen. Soll sie doch mal gucken wie sie's löst, wenn sie so erwachsen ist. Ratenzahlung o.ä. anbieten z.B.

Sie will erwachsen sein? Dann mit allen Konsequenzen.

Gruß, Romy
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Aniram
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« Antwort #13 am: 21. Januar 2006, 19:52:10 »

Liebe Tortour !

 
Zitat
ich chat wurde ich grad angemacht, daß ich der größere egoist wäre, meiner tochter wegen der 400 € die zukunft zu versauen und einen eintrag in die schufa für sie zu riskieren...


Kann ich weder nachvollziehen und noch weniger unterschreiben.

Wie Romy schon sagte - sie will erwachsen sein ? Dann eben auch mit
allen Konsequenzen und auch Pflichten.

Und sie muss den Schufa-Eintrag ja nicht risikieren. Sie braucht nur
kein Geld ausgeben, dass sie nicht hat oder was auch immer passiert
ist.  

Aber so bequem spielt das Leben eben nicht, das man sich benimmt
wie ein Kind und behandelt werden will wie eine Erwachsene.

Ich bin auch sonst froh über Romy's Eintrag. Weil er mir zeigt, das
ich mit meinen Gedanken so falsch nicht liegen kann. Und wenn das
so ein junger Mensch schreibt dann hat es meistens mehr Gehalt als
wenn das von so einem alten Esel wie mir kommt ;)

Ich für meine Person würde diesen Weg gehen. Was Du schlussendlich
machst werden die Zeit und auch die Umstände zeigen.

Ich hoffe es geht gut... weil ich halt auch schade finden würde, wenn
die Dummheit und die Sturheit eines jungen Mädels alles kaputtmachen
würde.

Halt die Ohren steif !

LG Marina
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eskima
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« Antwort #14 am: 21. Januar 2006, 20:45:11 »

Hallo tortour,

was willst du? Bei der jetzigen Vorgehensweise werden sich die Fronten immer weiter verhärten und allein durch den Austausch der Schlösser kann deine Tochter hervorbringen, dass du sie rausgeschmissen hast und sie gar nicht mehr haben willst. Somit zieht das Argument, dass sie ja bei dir wohnen kann, nicht mehr und du wirst zum Unterhalt, notfalls auch gerichtlich, verpflichtet.

Ist es dir gar nicht wichtig zu erfahren, warum deine Tochter dich so hintergangen hat und heimlich ausgezogen ist? Warum baust du die Mauern genauso hoch wie sie?

Das Kindergeld steht dir weiterhin zu, weil deine Tochter noch in der Ausbildung ist. Vielleicht könntest du dich überwinden und ihr zumindest das Kindergeld zukommen lassen (gegen Unterschrift oder per Überweisung auf ihr Konto) und mal um ein Gespräch von Frau zu Frau unter vier Augen bitten?

Ich wünsche dir, dass du zusammen mit deiner Tochter einen Weg aus diesem Dschungel findest.

LG

eskima
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Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie die Intelligenz. Jeder ist der Meinung, er hätte genug davon (René Descartes)
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« Antwort #15 am: 21. Januar 2006, 20:57:16 »

hallo eskima,

ich habe ihr deutlich gesagt, das sie wiederkommen soll und dann auch wieder nen schlüssel bekommt. ich will nur vermeiden, das sie während unserer abwesenheit hier mit irgendwelchen kumpels auftaucht und abräumt. mehr nicht.

ich bin verpflichtet, das der kindergeldkasse zu melden und die werden dann vermutlich die zahlung von alleine einstellen.

gespräch von frau zu frau? hmmm, bei dem verhalten weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob es so ist. zum anderen meldet sie sich ja nicht. bis sie an ihr handy geht, muß ich schon ellenlang klingeln lassen.

lg
tortour

[Editiert am 21/1/2006 von tortour]
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« Antwort #16 am: 21. Januar 2006, 21:04:36 »

rehi,

meine Tochter ist auch in Ausbildung und lebt alleine in ihrer Wohnung. Ich bekomme für sie Kindergeld und sie hat einen Antrag auf Abtretung gestellt, somit überweist die Kindergeldkasse direkt auf ihr Konto.

Allerdings haben wir es gütlich regeln können. Und ungefähr ein halbes Jahr nach ihrem Auszug ist unser Verhältnis dauerhaft sehr gut geworden, während die Zeit um den 18. Geburtstag teilweise hier auch die Hölle war.

LG

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« Antwort #17 am: 21. Januar 2006, 21:11:18 »

ihr leiblicher vater ist ja auch noch da. um den bezugsberechtigten festzustellen, muß sie erst einmal unterhalt fordern. von uns beiden. bis jetzt hat sie mir nur am telefon gesagt, ich müsse ihr unterhalt zahlen, ich wäre ihre mutter. war das schon eine forderung?

keine ahnung, ich werde erst einmal abwarten, was da noch von ihr kommt und die stellen informieren, die zuständig sind, Lohnsteuerkarte wieder ändern lassen ect.pp...
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« Antwort #18 am: 21. Januar 2006, 21:34:42 »

Hallo tortour,

auf der einen Seite löst dein Beitrag bei mir das blanke Entsetzen aus, auf der anderen Seite fühle ich mich an meine Jugend erinnert.

Entsetzen: wie kann es zu einem solchen Zerwürfnis kommen, dass Mutter und Tochter nicht mehr miteinander reden können. Dass es so weit kommen kann, dass eine Mutter eiskalt kalkuliert und nur ans Geld denkt. Dass eine Tochter ebenso eiskalt kalkuliert und einen Anwalt einschaltet.

Auf der anderen Seite sehe ich meinen eigenen Auszug. Ich hatte die Nase gründlich voll von all den Nachfragen. Wo warst du, wo gehst du hin, wann kommst du wieder. Gespickt mit all den üblichen Redewendungen: solange du deine Füße unter meinen Tisch streckst  puzzled

Endgültig vorbei war es bei mir, als ich mit Freunden auf eine Party wollte. Ich rief zu Hause an (war kurz vor meinem 18.ten Geburtstag), da ich zu der Zeit immer gegen 20 Uhr zu Hause sein musste. Partys fingen damals nie vor 21 Uhr an. Wollte Bescheid geben, dass es später wird, nein, ich habe sogar um Erlaubnis gefragt. War am Wochenende, nur so nebenbei. Reaktion meiner Mutter, ich bin dagegen, ich gebe dir deinen Vater. Papa: gib mir den ans Telefon, der euch zu der Party bringt. Okay, Hörer weiter gegeben. Frage meines Vaters: wie alt sind sie? Antwort: 21. Gut, sie sind strafrechtlich verfolgbar, entweder, Sie bringen meine Tochter sofort nach Hause, oder ich erstatte Anzeige.

Klasse. Davon abgesehen, dass mir das sch... peinlich war hatte ich gehörige Angst. Trotzdem bin ich zu der Party gegangen. Als ich nachts um zwei heim kam sass meine Mutter mit rot geweinten Augen vor dem Telefon. Zu dem Zeitpunkt verstand ich ihre Aufregung nicht wirklich. Ich hatte doch Bescheid gesagt. Sie hatte bei der Polizei angerufen, eine Vermisstenmeldung aufgegeben und die haben ihr gesagt, sie sollte doch mal warten bis ich wieder Hunger kriege, dann würde ich schon heim kommen.  ;)

Jetzt, da ich selbst Kinder habe, sehe ich das natürlich mit anderen Augen. Aber was sich mir ins Hirn gebrannt hat: hab Vertrauen zu deinen Kindern und zeig ihnen das auch. Nur wenn ihnen Vertauen entgegen gebracht wird, können sie auch ihren Weg gehen, ohne dass irgendwas schreckliches passiert. Und selbst wenn etwas passiert wissen sie auch, dass da noch jemand ist, der sie auffängt.

Das fällt mir zu diesem Satz ein:

 
Zitat
ich will nur vermeiden, das sie während unserer abwesenheit hier mit irgendwelchen kumpels auftaucht und abräumt.


Da scheint schon einiges im Argen zu liegen  Traurig

Gruß AJA
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« Antwort #19 am: 21. Januar 2006, 22:13:25 »

Hallo AJA,

ich bin mir 16 zu meinem Freund gezogen und glaub mir, meine Eltern hatten keine andere Wahl, als dem zuzustimmen  mad es gab zu dem Zeitpunkt schon keine Vertrauensbasis mehr. Meine Eltern haben mir monatlich das Kindergeld ausgezahlt (50 DM?). Mein Freund hat mich ein halbes Jahr mit durchgefuttert, dann waren unsere Finanzen so übel, dass er kein Geld mehr von der Bank bekam. Also meldete ich mich im März (genau: Frühjahrsanfang) von der Realschule ab, mir fehlte noch ein viertel Jahr zum Realschulabschluss. Meine Mutter ging mit mir zur Schule, sie musste ja die Abmeldung unterschreiben. Auch dort sagte sie, dass ich jederzeit nach Hause kommen könne. Aber der Weg "nach Hause" war für mich die schrecklichste Vorstellung, die ich mir vorstellen konnte.

Lieber ging ich zu einem großen Discounter und arbeitete dort, verdiente mein Geld. Meine Eltern hielten mir lange Zeit vor, dass ich weder eine vernünftige Schulausbildung, noch eine Lehre gemacht hab. Mit 23 Jahren wurde ich schwanger, meine Mutter riet mir zur Abtreibung, da ich doch endlich mal meine Realschule und eine Ausbildung machen solle...

Ende vom Lied? Ich hab gelernt mich im Leben durchzubeißen. Ich habe später eine Ausbildung gemacht und an dem Tag, als ich meine Prüfung mit 1,75 bestanden hab, hab ich mich von meinen Eltern abgewandt, bis heute. Und es tut mir kein Stückchen leid.

Bei meiner Tochter hab ich auf das Vertrauensverhältnis geachtet. Wir hatten es oft nicht leicht, aber sie war über lange Strecke das Wichtigste in meinem Leben. Irgendwann ertappte ich mich mal dabei, dass mein jetziger Mann mir genauso wichtig ist wie meine Tochter und heute sind wir alle drei uns unendlich wichtig.

@tortour

warum ich das in deinen thread schreibe? Damit du sehen kannst, wie es gehen kann, wenn die Fronten so verhärtet sind. Und damit du sehen kannst, dass es auch andere Wege gibt. Wichtig ist nicht deine Steuerkarte oder die Abmeldung des Kindergeldes. Wichtig sind die Menschen und in dem Fall deine Tochter und du.

LG

eskima
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« Antwort #20 am: 22. Januar 2006, 08:58:25 »

hi,

sorry, aber einige wollen wohl gar nicht lesen, das es mir nicht ums geld geht, sondern nur um die art und weise des auszuges.

die finanziellen dinge, die ich erledigen will, betreffen die dinge, die ich verpflichtet bin zu erledigen.

sie konnte kommen und gehen, wann sie wollte, das einzige, was ich verlangt habe, war, wenn sie schule hatte, daß sie dann frühzeitig (bis 23 Uhr zu hause war). die wochenenden verbrachte sie bei ihrem jeweiligen freund. an verpflichtungen waren auch kaum welche da: alle 2-3 tage spülmaschine ausräumen, alle 14 tage Flur putzen, alle paar wochen bügeln, wenn ich am waschen war und sie zu hause war, die wäsche aufhängen. oh, vielleicht mal zwischendurch 3 töpfe spülen, aber das kam das letzte mal vor 4 oder mehr wochen vor.

nachdem ich nun die 2.nacht drüber geschlafen habe, sehe ich das problem als ein ganz anderes. nämich als das, das die mutter hü sagt und der vater hott. aber das würde hier zu weit führen. fakt ist, daß in der erziehung bei ihr niemals an einem strang gezogen wurde mit dem vater, auch in der ehe nicht. auch hat der vater mir nie geglaubt in der ehe, wenn sie irgendwelchen bockmist verzapft hat. und da war von einer trennung noch lange nicht die rede. er hat ihr immer brav übers köpfchen gestreichelt. das wurde nach der trennung noch schlimmer, weil er die kinder ja immer nur alle 14 tage hatte und von daher keine strafen o.ä. aussprechen wollte und ab da hat er mir gar nichts mehr geglaubt. auch wenn sie ihn offensichtlich belogen hatte, kam nur ein ach, kind (sie wollte bei ner freundin übernachten bei nem besuchswe bei ihm. in wahrheit übernachtete sie aber bei einem freund), konsequenz war keine und ich war dem himmel dankbar, das sie es mit ihm gemacht hat diesmal. da war sie 14.
wenn es darum ging, von irgendwelchen verwandten geld zu erhalten, war sie die erste, die dort war und die erste, die es wieder mit vollen händen ausgegeben hatte. ich habe hinterher meinen jetzigen schwiegereltern verboten ihr geld zu geben, welches sie immer uns mitgegeben haben für die kinder, mit der begründung, wenn sie es nicht für nötig hält, sich mal sehen zu lassen, braucht sie auch kein geld.

das mit dem abräumen war vielleicht ein wenig misserständlich ausgedrückt. ich habe einfach keine lust, das hier einige wildfremde leute, die ich nicht kenne, in meiner wohnung rumrennen.

Eskima, es ist schön, das du noch deine ausbildung gemacht hast, aber ich kenne mein kind. sie stellt sich das leben als eine große kirmes mit viel spaß vor und ohne jegliche pflicht. die harte realität habe ich immer versucht ihr zu vermitteln. sie ist der meinung, die arbeitgeber würden nur auf sie warten und sie dann mit kusshand nehmen. sie ist 18 1/2 jahre alt, hat aber noch keinen schimmer, in welche richtung ihr berufsleben gehen soll.

ich nenn mal 2 beispiele: sie wollte damals unbedingt französisch als wahlpflichtfach. ich sagte ihr, nimm niederländisch, das ist zu schwer, da mußt du hart für pauken, das liegt dir nicht. (sie hat nun mal halt eine faule ader) nein, ich will aber französisch, alle anderen nehmen das auch. es war ein krampf die 4 jahre. oder: mach dein qualifikationszusatz, bau dein fachabi auf deiner schule, das ist viel einfacher als auf der HöHa. auf der HöHa mußt du pauken ohne ende, das mußt du auf deiner schule nicht. es waren nur verbesserungen in 2 fächern erforderlich, um auf ihrer alten schule zu bleiben. nein, Madame verweigerte die leistung, weil sie unbedingt auf die HöHa wollte, weil dort auch alle anderen hingingen.

3 Monate nach beginn der HöHa, als die ersten Noten von den arbeiten kamen, die sie unterschlagen hat, weil die komplett in den sand gesetzt wurden, stand sie vor mir, die arme verschränkt und meinte: ach, im übrigen: sie wolle die schule wechseln, sie wäre ihr zu schwer. nur niederländisch fand sie sooo einfach inzwischen. ich sagte zu ihr, sie habe sich die schule durch leistungsverweigerung ausgesucht, also solle sie nun auch mit den konsequenzen leben und dann halt mehr dafür lernen.

sie wollte, als sie 18 wurde alle rechte haben, aber pflichten, die damit verbunden waren, die gab es nicht.

das verhältnis zu meiner mutter war auch nicht das beste, aber dadurch gegeben, weil sie sich nicht gekümmert hat. ich habe mich gekümmert und immer nur das beste für mein kind gewollt. aber bedingt durch das verhalten ihres vaters in den späteren jahren, hatte ich einfach keine chance, weil ihr ein leben ohne irgendeine konsequenz für ihr verhalten vorgemacht wurde.

vielleicht wird das ganze jetzt ein wenig klarer.

lg
tortour
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« Antwort #21 am: 22. Januar 2006, 09:45:22 »

Hallo tortour,

ich kann gut verstehen, dass deine Sorge nicht dem Geld gilt.

Das alles sieht für mich aus wie eine Flucht in eine Beziehung (vielleicht auch bald mit Kind).
Ich sehe sowas im Moment oft im Umkreis meiner ebenfalls 18-jährigen Tochter. Deine Tochter möchte:
- den Freund wieder haben und behalten
- der Schule entfliehen
- deiner Kontrolle entfliehen
- versorgt werden.
Das alles kann sie so vermeintlich erreichen.

Ich würde mit dem Freund reden. Es ist unwahrscheinlich, dass er das durchschaut. Zumindest würde ich ihm sehr ans Herz legen, für Verhütung zu sorgen. Wenn er deiner Tochter deutlich sagt, dass ihre Lösung nicht seine Lösung ist, ist vielleicht auch wieder besser mit ihr zu reden und man kann gemeinsam überlegen, welche vernünftigen Wege es für sie gibt.

Liebe Grüße
Andrea
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« Antwort #22 am: 22. Januar 2006, 10:20:27 »

hallo Andrea,

danke, das du verstanden hast, um was es mir geht.

das mit freund ist ja ein punkt, den ich überhaupt nicht verstehe. als er vor einem halben jahr schluß gemacht hat mit ihr, waren seine worte: ich muß für mein geld hart arbeiten, da hole ich mir doch nicht sowas ins haus -zitat ende.

er hat mit ihr schluß gemacht damals, weil ihm ihre lasche art und lebenseinstellung nicht gefiel. er war in meinen augen eigentlich auch immer ein ziemlich vernünftiger und bodenständiger junger mann mit seinen 22 jahren. nun sind sie seit 4 wochen wieder zusammen und von da an ging es rapide bergab. wenn ich richtig über verschiedene situationen nachdenke, hätte mir was auffallen müssen. aber mit sowas habe ich im leben nicht gerechnet und wahrscheinlich auch deswegen allem keine bedeutung beigemessen.

das mit dem kind und versorgt werden ist auch meine größte befürchtung. nichts gegen kinder oder enkelkinder, aber nicht zu diesem zeitpunkt. aber das würde zu ihrer lebenseinstellung passen, weil dann käme ohne arbeiten zu gehen, erziehungsgeld und kindergeld für das kind. diese einstellung hat ihr keiner in der familie vorgelebt, nicht ich und ihr vater auch nicht.

er hat es damals durchschaut und heute nicht mehr? wie schon geschrieben, ich habe ja auch keine ahnung was sie ihm erzählt hat, wodurch es bei ihm zu dieser für mich doch gravierenden meinungsänderung kam, deswegen weiß ich nicht, ob es sinn hat überhaupt mit ihm zu reden.

sie will frei sein und ihr leben ohne verpflichtungen leben, dann auch mit allen daraus resultierenden konsequenzen. die erste erfahrung für sie wird sein, das es nicht so einfach ist, an mama´s geld zu kommen. sie wird sich kümmern müssen, um an geld zu kommen und ich werde warten, ob da eine aufforderung von ihr kommt. ich werde es ihr nicht ohne eine aufforderung geben, eben weil sie merken soll, das nichts ohne eigenes zutun passieren wird. bis vor kurzem war sie ja auch noch der meinung, meiner neuer ehemann wäre ihr gegenüber auch zu unterhalt verpflichtet (also unterhalt für sie von 3 stellen, vater, mutter und stiefvater), weil es mein mann ist. den gesichtsausdruck werde ich wohl im leben nicht vergessen, als wir ihr sagten, das es nicht so ist. nur glaubte sie mir das widerrum auch nicht, erst als ihr vater es ihr sagte glaubte sie es und dann kam dieser besagte, entsetzte gesichtsausdruck (wir waren da grad bei ihm, die kinder vom besuchswe abzuholen).

es ist im moment einfach eine ziemlich verfahrene situation.

lg
tortour
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« Antwort #23 am: 22. Januar 2006, 11:24:42 »

Tortour, ich denke schon, dass ich dich richtig verstanden habe. Warum ich das mit dem Geld erwähnt habe - weil es mich an meine Situation damals erinnert hat. Es liest sich für mich wie ein Versuch, deine Tochter über das Geld wieder zu holen.

Meine Eltern haben das eben auch gemeint - sie gaben mir damals 200 DM im Monat und ich bin nicht ZU meinem Freund gezogen, sondern wir haben uns gemeinsam eine Behausung gesucht, er lebte zu der Zeit ebenfalls noch bei seinen Eltern. Er bekam überhaupt keine finanzielle Unterstützung und wir haben uns das nötige Kleingeld durch Wochenendarbeit verdient, die darin bestand, einen querschnittgelähmten Mann zu versorgen. Wir gingen beide noch zur Schule und unsere Zukunftsperspektive bestand darin nach Schulabschluss auszuwandern.

Wie du siehst, ich bin immer noch hier und es ist sogar halbwegs was "geworden" aus mir.

Ehrlich gesagt, weiss ich nicht, was mich damals bei meinen Eltern hätte halten können. Verpflichtungen, wie du sie beschreibst, hatte ich keine. Ich musste lediglich für Ordnung in meinem Zimmer sorgen und selbst das hat mir meine Mutter oft abgenommen. Was mich genervt hat war die ständige Kontrolle und damit verbunden das Gefühl, meine Eltern hätten überhaupt kein Vertrauen zu mir. Begonnen hat das ganze, als ich einen Brief fand, den ich in tausend kleine Schnipsel zerrissen hatte - meine Mutter hat ihn fein säuberlich wieder zusammen geklebt.

Hintergrund: ich bin mit ca. 14 in eine sektenorientierte Gruppe gerutscht. Dort habe ich viele Freunde gefunden, wir haben gemeinsam gesungen und gebetet. Manchmal kam auch ein Prediger, aber das war mir schon fast wieder zu abgehoben. Mir ging es hauptsächlich darum mit Freunden zusammen zu sein. Der besagte Brief war von einem Pfarrer an mich geschrieben, dem ich mich anvertraut hatte, da ich von dieser Gruppe weg wollte. Zu dem Zeitpunkt, als meine Mutter diesen Brief wieder zusammen pfrimelte war das Thema Gruppe längst vom Tisch, nur wusste sie das nicht. Ich kann verstehen, dass sie das damals gemacht hat, sie hat sich einfach Sorgen gemacht und durch ihre ständig besorgte und vorwurfsvolle Art habe ich einfach dicht gemacht. Aber andererseits war damals das Vertrauen komplett zerstört.

Halten hätten sie mich können, wenn sie mich mein Leben hätten leben lassen. Wenn sie mir gezeigt hätten, dass sie mir vertrauen, dass ich schon nicht in der Gosse lande, wenn ich nicht eins zu eins umsetze, was sie sich vorstellen. Diese Chance gaben sie mir nicht, also musste ich gehen.

Ich weiss jetzt immer noch nicht den Grund warum sich deine Tochter verabschiedet hat, tortour, aber ich denke, es ist schon richtig ihr zu zeigen, dass sie nicht von Beruf Tochter sein kann. Mir hat es nicht geschadet und eskima hat das auch schon geschrieben.

Es war ein langer Weg zurück zu meinen Eltern. Nicht räumlich, nur mental. Irgendwann haben sie akzeptiert, dass sie meinen Weg nicht mehr bestimmen können. Von da an wurde es besser. Irgendwann habe auch ich verstanden, dass sie es "nur gut" meinten.

Jetzt habe ich meine halbe Lebensgeschichte erzählt und ich hoffe, dass irgendetwas Brauchbares dabei ist, was du auf deine Situation umsetzen kannst.

Gruß AJA
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« Antwort #24 am: 22. Januar 2006, 11:44:34 »

Hallo tortour,

selbstverständlich kann ich deine Gedankengänge, sie in Eigenverantwortung zu drücken, sehr gut nachvollziehen.

Ich denke allerdings, dass das alleine nicht reichen wird. Es ist eher wahrscheinlich, dass sie aufgrund des Drucks von deiner Seite noch mehr Gas geben wird in ihrem Vorhaben, sich unabhängig von dir machen zu wollen. Der einzige, der dem Einhalt gebieten könnte, wäre ihr Freund. Auch ich habe die Vermutung, dass sie ihm etwas anderes erzählt hat. Denn das erklärt ihr Abschirmen des Freundes von dir und die Tatsache, dass er sie so schnell aufgenommen hat, trotz der Vorgeschichte. Ich glaube, der junge Mann rennt da gerade ein wenig in eine Falle.

Gerade der Umstand, dass ihr Freund vor einiger Zeit mehr Umsicht gezeigt hat würde mir Mut machen, mit ihm zu reden.

Ich glaube, dass deine Tochter sich da gerade ein sehr romantisch verklärtes Bild malt von der eigenen heilen Familie. Sicher wird sie erstmal sauer sein, wenn du einen Strich durch die Rechnungs machst. Ich glaube allerdings auch, dass sie dir dankbar sein wird, wenn sie wieder zu Verstand gekommen ist.

Ich drück dir die Daumen!

Liebe Grüße
Andrea
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