Das mit den Übernachtungen erweist sich mittlerweile als absolut schwierig.
Ich hatte die Kleine gestern, und sie bekam im Gegensatz zum ersten Versuch auch Nachtzeug von der Mutter mit.
Das Abholen war aber schonmal eine sehr schlimme Situation.
Die KM kam aus dem Haus und beschimpfte mich und warf mir vor, daß wegen mir das Jugendamt bei einem der anderen Kindsväter aufgetaucht wäre und deswegen der Umgang dieses Vaters mit seinem Kind (er hat Hepatitis; ist drogenabhängig) auf der Kippe stand und das JA wegen mir tätig geworden wäre. Ich fand diesen Vorwurf unerträglich, denn ich zerstöre nicht bei einem anderen Vater, was ich mir jahrelang erkämpfen mußte. Zumal ich mit diesem Mann auch früher ganz gut auskam und nur keinen Kontakt mehr habe. Aber die KM versucht jetzt ihre älteren beiden Söhne gegen mich zu instrumentalisieren.
Naja, auf jeden Fall kam dann meine Tochter auch ziemlich giftig und agressiv aus dem Haus, lies sich nicht beim Sachen tragen helfen usw. Sie war also von vornherein negativ eingestellt, leider....
Ich hatte damit aber schon meine Erfahrungen und habe sie deswegen, damit sie sich abregt, auch die ganze Fahrt lang scheinbar nicht beachtet. Mein Freund, der mich gefahren hat, unterhielt sich dafür ganz nett mit ihm und so war die Aggressivität raus. Hier in Flensburg hat sich das dann auch mehr oder weniger in Luft aufgelöst.
Der Tag war dann ganz schön, wir sind wie immer im Hafen unterwegs gewesen (da ist die Kleine sehr gerne und füttert gern die Schwäne, Möwen und Tauben), haben einen neuen Abenteuerspielplatz entdeckt und sind dann in einen Indoor-Kinderspielplatz gefahren (das ist für die Kleine in FL der schönste Ort auf der Welt). So weit, so gut. Als es nach Hause zu mir ging, machte meine Tochter Theater und sagte, sie wolle sofort nach Hause. Alle Versuche, sie dazu zu bewegen, hier zu übernachten , waren zum Scheitern verurteilt. Das hat nichts mit mangelndem Durchsetzungsvermögen zu tun, die Barriere war schon fast unüberwindlich . Ich versuchte dann noch einen Bus zu erwischen (hab keinen PKW), aber das ist abends und nach Nordfriesland ein Ding der Unmöglichkeit.
Ich stellte ihr dann als letztes in Aussicht, daß sie die KM anrufen darf und wenn sie die Kleine abholt, dann ok. Ich machte ihr aber klar, daß ich wahnsinnig enttäuscht wäre.
Naja, wir fuhren dann hier in meine Wohnung, sie machte sich ihre Lieblings-DVD rein und was zu essen und stellte ihr auch hier alles mögliche an Süßigkeiten und Snacks hin. Sie schien dann auch mit der Zeit doch zumindest bereit , hier zu übernachten- so schien es. Aber dann passierte halt die Katastrophe. Eigentlich hatte sie schon Schlafzeug an, ihr Lieblingsriesenstofftier XXL-Murphy lag schon in ihrem Bett und ich hatte ihr dann noch versprochen, ihr aus ihrem Lieblingsmärchenbuch vorzulesen, da erinnerte sie sich, noch ihre Mama anzurufen und dann ging das wieder los mit der Heulerei, auf dem Boden rumstampfen usw. Ich war mittlerweile mit den Nerven völlig am Ende. Ich wählte ihr dann die Nummer und sie rief dort an. Mit mit selbst wollte die KM nicht reden am Telefon. Ich überließ der Kleinen und der KM dann die Entscheidung, weil ich nichts davon halte, die Kleine hier zum Übernachten zu zwingen. Die KM sagte dann, daß sie sie abholt. Danach war, es war schon fürchterlich spät geworden, endlich wieder etwas Ruhe, die Kleine zog sich wieder um und entspannte sich.
Ich wollte - ich machte aus meiner Enttäuschung ausnahmsweise mal keinen Hehl - wenigstens wissen, warum sie sich gegen die Übernachtung sperrt. Sie sagte, daß es daran liegt, daß ich mit der Mutter im Streit liege und sie dagegen ist. Das war auch meine Vermutung.
Irgendwann kam dann die KM...im Gegensatz zu meiner Erwartung konnten wir uns draußen vor meiner Haustür, ich würde die Mutter eigentlich nicht so gern in die Wohnung lassen, relativ "normal", so weit das unter diesen Umständen überhaupt möglich ist, darüber unterhalten. Trotzdem glaube ich natürlich, daß das Abholen für die KM ein innerer Reichsparteitag gewesen ist....Aber hier vor der Haustür sagte sie mir dann, daß sie auch eher enttäuscht ist, daß es nicht geht. Ich zeigte ihr dann auch das Zimmer, wo die Übernachtung hätte stattfinden sollen und die KM war da eigentlich, das war an der Gestik absolut zu deuten, einigermaßen beeindruckt von der Mühe, die ich mir gegeben habe. Aber hilft ja nix, letzten Endes ist es gescheitert. Wir sind jetzt, was die eigentliche Überraschung gestern war, übereingekommen, daß wir das immer wieder mit der ÜBernachtung versuchen werden. Also die Kleine bekommt Nachtzeug mit und wird wie immer abgeholt. Scheitert daß, holt die KM sie ab...ich weiß natürlich, daß ich da jetzt einen Fluchtpunkt geschaffen habe, aber die Alternative wäre im Moment, ihren Willen zu brechen. Ich werde - noch besteht ja die Umgangspflegschaft - morgen mal erörtern, ob eine Mediation - wo sich alle an einen Tisch setzen - und zwar in den nächsten Wochen - nicht doch noch möglich ist. Ich bin auch müde des ganzen Klageweges. Zur Not nehme ich in den nächsten 1-2 Monaten auch noch hin, daß die Kleine zurück möchte.
Aber Redebedarf besteht unter allen Beteiligten an allen Fronten.
Naja, die Wendung am Ende gibt mir wenigstens noch ein bißchen Hoffnung, ansonsten hätte mich der Tag gestern wohl ins Bodenlose hinuntergezogen.....
Die Kleine, und das sie immer versucht, IHREN Willen durchzusetzen, unterschätze ich dabei natürlich auch nicht, aber sie sagte mir gestern, daß sie total gerne hier ist und mich auch sehr mag, aber nicht hier übernachten möchte. Da muß der Hebel halt angesetzt werden, ich brauche so langsam aber sicher hier irgendeine Routine.....
Naja, bin im Moment etwas traurig und wollte das mal loswerden jetzt....
Hmh, eine Situation fand ich gestern sehr sinnbildlich - ich mag Xavier Naidoo eigentlich überhaupt nicht - daß im Autoradio auf der Hinfahrt dieses Lied kam: "Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg ist steinig und schwer".
Da hat der Mann wirklich mal recht.....
[Editiert am 22/1/2006 von kuwe]