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vatersein.de - Forum 26. Mai 2012, 13:18:35 *
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Autor Thema: Wenn der Ex Mann plötzlich bettelarm ist!!  (Gelesen 1685 mal)
Taccina
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« am: 02. Januar 2006, 15:36:54 »

Gefunden bei Berlinonline.de vom 31.12.05


Um Unterhalt zu sparen, tricksen manche - was strafbar ist

Eva Dorothée Schmid

Das Paar aus Charlottenburg war immer sehr wohlhabend, der Mann war Geschäftsführer einer Firma, man verkehrte in den Kreisen der Schönen und Reichen. Doch nach der Scheidung behauptete der Mann, er lebe von Sozialhilfe, Unterhalt fürs gemeinsame Kind sei nicht drin. Seine Ex-Frau Simone Jahn (Name geändert) bekam erst mal für 72 Monate von der Unterhaltsvorschusskasse Geld für ihr Kind. Als sie sich danach wieder an ihren Ex-Mann wandte wegen des Unterhalts, legte dieser eine Gehaltsbescheinigung vor, laut der er netto nur 775 Euro verdiente. Weil das 100 Euro weniger als der Selbstbehalt sind, der einem nicht weggenommen werden darf, galt er als nicht unterhaltspflichtig.

Karin Susanne Delerue, Fachanwältin für Familienrecht, kennt viele solcher Fälle, in denen Männer, die selbstständig sind, nach der Scheidung plötzlich weniger verdienen als vorher, um Unterhalt zu sparen. "Teilweise übertragen sie ihre Firma Freunden oder Freundinnen und lassen sich gegen ein sehr geringes Gehalt einstellen", berichtet die Anwältin. Selbstständige verfügten über mehr Gestaltungsmöglichkeiten als Angestellte und wüssten diese oft zu nutzen, um sich der Unterhaltspflicht zu entziehen.

Auch beim Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (Isuv) kennt man solche Fälle. "Ich beriet eine Frau, die erzählte, dass sich ihr Mann selbstständig gemacht hatte und sie in der Firma mitgearbeitet hat, die von Anfang an schwarze Zahlen schrieb. Nach der Trennung war der Betrieb plötzlich in den roten Zahlen", sagt Gerlinde Leyh, Landesbeauftragte des Verbandes für Berlin und Brandenburg. Viele Selbstständige rechneten sich arm. "Unterhaltsverweigerer sind bei Selbstständigen häufiger."

Die Unterhaltsvorschusskasse des Landes musste im Jahr 2004 exakt 55,28 Millionen Euro auszahlen, weil Väter ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkamen. "Das war der Rekordwert der letzten fünf Jahre", sagt Jens Stiller, Sprecher der Senatsverwaltung für Jugend. Weil der Bund ein Drittel der Kosten trägt, musste Berlin rund 37 Millionen zahlen. Für 2005 geht die Verwaltung von einer ähnlichen Summe aus. Einen Teil des Geldes bekommt die Kasse zurück - allerdings nur, wenn sich bei Männern, deren Vaterschaft ungeklärt war, herausstellt, dass sie unterhaltspflichtig sind und sie zahlen können, oder wenn bei Vätern, die sich bisher weigerten zu zahlen, etwas zu holen ist. Dann muss das Geld zurückerstattet werden. 2004 flossen so rund acht Millionen Euro zurück, zwei Drittel davon darf Berlin behalten, ein Drittel geht an den Bund.

Simone Jahn glaubte nicht, dass ihr Ex-Mann plötzlich mittellos ist. In den von ihm vorgelegten Gehaltsbescheinigungen sah sie, dass Freunde ihres Ex-Mannes seine Chefs sind. Sie recherchierte und fand mittels des Handelsregisters heraus, dass ihr Ex-Mann in drei Firmen Geschäftsführerposten innehat und Geschäftsanteile in Höhe von 30 000 Euro gekauft hatte. Sie stellte Strafanzeige wegen Verletzung der Unterhaltspflicht.

Dies ist ein Schritt, zu dem Fachanwältin Karin Susanne Delerue als letzte Möglichkeit rät, wenn man das Gefühl hat, hingehalten zu werden. "Sich der Unterhaltspflicht zu entziehen, ist eine Straftat", sagt sie. Die Staatsanwaltschaft habe zudem ganz andere Möglichkeiten als ein Familiengericht und könne Unterlagen beschlagnahmen. "Es kann sehr interessant sein, was bei so einer Durchsuchung rauskommt." Wenn sich herausstellt, dass der vermeintlich arme Vater gar nicht arm ist, muss er mit Strafe rechnen und außerdem Unterhalt nachzahlen. "Für mich war die Anzeige die letzte Hoffnung", sagt Simone Jahn. Noch aber dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft an.
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Bevor man das Vertrauen eines Menschen mißbraucht, sollte man sich im Klaren darüber sein, das man dann einen Menschen auf dem "Gewissen" hat.
Oder wie würdest Du es finden, Dein ganzes Leben lang nicht mehr wirklich vertrauen zu können?
sehrtraurig
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« Antwort #1 am: 02. Januar 2006, 16:00:47 »

Hallo!

Was möchtest Du uns damit sagen???

LG, Lutz
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Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
slave_machinery
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« Antwort #2 am: 02. Januar 2006, 16:15:39 »

Hi,
wir können wohl alle davon ausgehen, dass solche Fälle die absolute Ausnahme bilden. Die meisten Männer sind nach der Scheidung wirklich bettelarm - eben weil sie bis auf den Selbstbehalt herab Unterhalt an Kids + Ex zahlen müssen. Über die große Mehrheit der ehrlichen Unterhaltszahler bzw. der einfachen Arbeiter und Angestellten, die gar nicht die Möglichkeit haben, sich "arm zu rechnen", schweigt der Artikel.

Was diesen einen Fall angeht, so ist der Vater natürlich dran. So ein Verhalten ist einfach gesagt unter aller S**.

Gruß
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slave_machinery
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« Antwort #3 am: 02. Januar 2006, 16:19:38 »

Ach übrigens: Was diese Zeitung macht ist schlechter Journalismus. Die hohen Ausgaben für den Unterhaltsvorschuss anführen und als einziges Beispiel einen klaren Betrug nennen impliziert für den unbedarften Leser, dass alle Kinder, für die Unterhaltsvorschuss geleistet wird, von solchen Betrügern abstammen. mad

Wieso schildert der Artikel nicht wenigstens einen Fall eines Vaters, der schlicht nicht in der Lage ist für den Kindesunterhalt aufzukommen?

Grüße

[Editiert am 2/1/2006 von slave_machinery]

[Editiert am 2/1/2006 von slave_machinery]
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Taccina
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« Antwort #4 am: 02. Januar 2006, 16:23:18 »

Hallo SehrTraurig,

was ich damit sagen will?
Nun, ich habs im Netz gefunden und fand es durchaus auch mal erwähnenswert das es auch Väter gibt, die sich um den Unterhalt drücken (womit ich natürlich nicht die Jungs hier aus dem Forum meine).

Es gibt nicht nur Fauen die NUR fordern, sondern auch Männer die nicht zahlen (absichtlich...hab ich ja auch schon bekanntschaft mit gemacht beim KU...aber mittlerweile kommt er ja regelmässig)

@Slave
In dem Artikel geht es ja auch nicht um die Arbeitnehmer die keinen Unterhalt zahlen....und dieser Artikel will sicherlich auch nicht sagen, das ALLE Selbständigen sich um den Unterhalt drücken, aber solche Fälle, wie hier beschrieben wird es sicherlich zu hauf geben....
Gibt ja hier im Forum auch ein paar Mädels, die zu wenig bis gar keinen Unterhalt für die Kids bekommen, obwohl der Vater es sich leisten könnte.

Und ich finde es einfachj ne bodenlose Frechheit sich so aus der VErantwortung um sein Kind zu ziehen.


Liebe Grüße Taccina
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Taccina
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« Antwort #5 am: 02. Januar 2006, 16:34:20 »

Hi Slave,

nun ich weiß zwar ned, warum Du Dich auf den Schlips getreten fühlst, aber versuch doch auch mal zu verstehen, das nicht ALLE Männer so sind wie ihr.
HIer im Forum haben auch schon mal ein paar "Nachgefragt" wie man sich denn am besten um den Unterhalt für Kids drücken könnte (die dann aber vonn Deep und anderen erstmal die passende Antwort bekommen haben und oft auch niemals mehr wiedergesehen wurden)

Warum gibt es in vielen Männeraugen nur schwarze Schafe unter den Frauen???
Es gibt ebensoviele schwarze Schaafe unter den Männern!

Ich weiß nit warum, aber wenn man man was negatives berichtet (was den einzelnen noch nicht mal betrifft)  Fühlen viele Männer sich dann gleich immer angegriffen.....


Liebe Grüße Taccina

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« Antwort #6 am: 02. Januar 2006, 16:38:09 »

Taccina,
ich weiß, dass es solche Fälle gibt! Aber nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, habe ich ein äußerst ungutes Gefühl in der Magengegend. Denn so wie ich es schon geschrieben habe: Wenn ein Beispiel genannt wird, im gleichen Atemzug die hohen Kosten für den Unterhaltsvorschuss aufgeführt werden, wird die Mehrzahl der Leser denken, dass eben die Zahlungen nach dem UVG nur solchen Betrügern zu verdanken sind - und am Ende wird in den Augen der entsprechenden Leser jeder Trennungsvater zum Betrüger deklariert.

Es fehlen einfach andere Beispiele...

Natürlich macht es mich auch wütend, dass es solche Väter gibt. Ich würde gerne auch mehr an Unterhalt zahlen wenn ich es nur könnte. Dass dann manche Geschlechtsgenossen eine solche Kaltblütigkeit an den Tag legen erschreckt mich.

Gruß
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DeepThought
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« Antwort #7 am: 02. Januar 2006, 17:49:47 »

Moin Taccina,

etwa gleichlautender Artikel war am 28.12.2005 in "Die Welt" - und wurde von mir mit einem Leserbrief prämiert:
Zitat
Zu: "Hamburg zahlt 26 Millionen Euro für säumige Väter"; WELT vom 28. Dezember
Sehr geehrte Damen und Herren,

in einem Punkt mangelt es ihrem Beitrag an Objektivität: Wird Unterhaltsvorschuss tatsächlich nur für bei der Mutter lebende Kinder gezahlt, sind mithin ausschließlich nichtzahlende Väter der Grund für die Notwendigkeit staatlicher Ausfallleistung?

ALG II (=Hartz IV) stellt das Existenzminimum des Empfängers dar. Dies gibt automatisch mit, dass für Kindesunterhalt kein Raum vorhanden ist. Es liegt also nicht an der schleppenden Bearbeitung gestellter Anträge. Ein ALG-II-Empfänger kann und darf keinen Kindesunterhalt zahlen. Oft genug können Väter noch nicht einmal mehr Umgang mit ihren Kindern wahrnehmen. So sind die Kinder betroffener Eltern gleich doppelt berührt.

Väter sind Unterhaltsdrückeberger und der Staat muss für sie herhalten. Ein Märchen, das nicht totzubekommen ist.

Studien wie die des Kinderschutzbundes (Kinderschutz Aktuell Ausgabe 3/03) belegen: "93,5 Prozent der Väter, die sich mit der Mutter das Sorgerecht teilen, gaben an, Kindesunterhalt zu leisten - und immerhin 86,7 Prozent der Mütter bestätigten das. Ein zweifelhaftes Licht werfen beide Studien übrigens auf die Frauen. Sind Mütter unterhaltspflichtig, dann ist es, so belegen die Zahlen der Proksch-Studie, mit ihrer Zahlungsmoral nicht allzu weit her: 57 % der unterhaltspflichtigen Mütter mit gemeinsamem Sorgerecht und 65 % der unterhaltspflichtigen Mütter, bei denen der Vater das alleinige Sorgerecht hat, gaben an, gegenwärtig keinen Kindesunterhalt zu leisten."

Prof. Proksch hat in seiner vom BMFSFJ beauftragten Studie herausgefunden:
Etwa 9 von 10 Männern leisten Unterhalt.
Etwa 4 von 10 Frauen leisten Unterhalt (http://www.bmj.de/enid/cc83d4f0458dccfedb5739d934ebcc44,55a304092d09/6g.html).

Mit freundlichem Gruß

DeepThought
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Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06 als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Taccina
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« Antwort #8 am: 02. Januar 2006, 18:01:25 »

Hi Deep, hi Slave,

ja klar...ich kann Eure Aufregung ja auch verstehen....ihr zahlt bzw versucht das zu zahlen was ihr könnt....
Es sind aber nicht alle so...
Genauso wie nicht alle Mütter boykottierende hysterische männeraussaugende Hexen sind...

KLar es wird immer auf die Männer rum gehackt die keinen Unterhalt zahlen..
In dem Artikel hätte man sicher auch schreiben müßen das es sicherlich genausoviele Mütter sind die keinen KU für ihre Kids zahlen.

Hab da grad so nen Fall im Bekanntenkreis.

Familie, 3Kinder..... Mutter geht und läßt die Kinder beim Vater.
Mutter zahlt monatelang nicht für die Kids....
MErkt nach ein paar Monaten, das sie mehr Geld hätte, wenn sie die Kids zu sich holt...
Bei dem jüngsten Kind hat sie es gescchafft...die beiden älteren sind beim Vater geblieben.
Kind war kaum bei der Mutter, kommt ein Schreiben von ihrem RA an den Vater. Er soll gefälligst Unterhalt für den Jungen zahlen...
Sie zahlt im Gegenzug aber immer noch keinen Unterhalt für die beiden anderen Kids die noch beim Vater sind.
UVG bekommt er nicht mehr für die Kinder da eine 16 und die andere 12Jahre ist.
Nun sitzt der "arme" Mann da, darf 2 Kinder "durchfüttern" und bekommt keine Cent dafür. Für das dritte Kind muss er aber im Gegentzug auch noch zahlen...

Allgemein gibt es VIELE Unterhaltsünder und dabei weiß Gott nicht nur Männer....

Liebe Grüße Taccina
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jogi65
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« Antwort #9 am: 02. Januar 2006, 19:55:18 »

@Taccina,

ich denke auch, dass es wichtig ist, auch diese Fälle aufzuzeigen. Aber wie Deep schreibt: 9 von 10    Männern zahlen.

Und mich würde mal folgender Versuch interessien:

- Mutter geht zum JA und am nächsten Tag geht Vater zum JA
- es ist noch nicht klar wo das Kind leben wird (sie wechseln sich ab)
- es gibt sogar GSR
- die Stelle der Sachbearbeiterin ist durch eine Frau besetzt (nein, nein: es soll auch einige Männer geben, die dort sitzen ;-)

Was denkst du, wie die Würfel fallen werden? Ich kann es dir sagen.

Und die WELT? Na, ja......klingt aber schön spektakulär. Lässt sich sicher auch an die - ach so armen Mütter - gut verkaufen.

Aber eines ist aus meiner Sicht auch klar: Diesen Typen soll das Handwerk gelegt werden. Und zwar schnell.

Nein ehrlich, ich habe in wenigen Tagen mehr Informationen aus diesem Forum gezogen, als Jahre vorher in irgendwelchen Zeitungen zu lesen war.

LG jogi
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