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vatersein.de - Forum 26. Mai 2012, 12:37:44 *
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Autor Thema: Andere (Bundes)Länder, andere Sitten bei nachehelichem Unterhalt?  (Gelesen 2914 mal)
Taccina
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« am: 07. Dezember 2005, 18:25:35 »

Hallo,

hab mal ne Frage, die eine Bekannte mir gestellt hat.
Sie hat sich von ihrem Mann getrennt.
Sie hat während der Ehe (10 Jahre), nicht gearbeitet.
Nun ihr Anwalt ihren Mann aufgefordert Unterhalt zu zahelen. Der Anwalt ihres Mannes konterte dann damit, das das Kind immerhin schon 10Jahre alt sei und sie sich doch gefälligst nen Halbtagsjob suchen solle. Dazu wäre sie verpflichtet ab dem 8 Geburtstag des Kindes.
Ihr Anwalt meinte dann, der Gegen-Anwalt hätte da wohl recht und sie müße (wenn der Anwalt damit durchkommt) so um die 4 Bewerbungen am Tag schreiben (nachweisen können).

Nun rief sie mich gestern an....vollkommen in Tränen aufgelöst.
Soviele Bewerbungen würden sie 15-20Euro am Tag kosten und wo sie das Geld denn hernehmen soll. (frag ich mich allerdings auch)
Also erste Frage:

Wird das irgendwo berücksichtigt? Also 15-20 Euro am Tag für Bewerbungen ausgeben, das finde ich auch was happig...vorallem wenn man sowieso schon nichts hat.
Könnte sie sich auch telefonisch bewerben, also bei Firmen anrufen? Aber dann hätte sie ja keinen Nachweis.

Heutzutage ist man ja schon froh wenn man nen Minijob ergattern kann....Halbtags stellt doch fast eh keiner mehr ein (kenne das ja aus eigener Erfahrung nur zu gut)

Frage2: Wird die Momentane wirtschaftliche Lage berücksichtigt, also könnte sie auch zu men Mini Job "ja" sagen?

Und nun noch Frage 3

Ich war gestern bei meinem Anwalt.
Ich erzähllte ihm dann diese Geschichte meiner Bekannten und frug  meinen Anwalt dann, wie das denn dann bei mir wäre und ob das überhaupt Sinn machen würde meinen EX auf Unterhalt zu verklagen, weil mein Kind ja schon 8 Jahre geworden wäre.
Er meinte dann nur: Andere Länder, andere Sitten und sagte mir, das in dieser Beziehung in BW andere Gesetzte walten würden als in NRW.

Wir hatten leider keine Zeit darauf näher einzugehen, weil noch einiges zu klären war, darum nun Frage Nummer 3:
Kann mir das einer von Euch erklären? Wie sind denn die Gesetze in in BW?

Liebe Grüße Taccina




[Editiert am 7/12/2005 von Taccina]
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Oder wie würdest Du es finden, Dein ganzes Leben lang nicht mehr wirklich vertrauen zu können?
Delphin
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« Antwort #1 am: 07. Dezember 2005, 19:02:47 »

Hi Taccina,

ist Deine Bekannte schon arbeitslos gemeldet?Bekommt sie irgendwelche Gelder von Ämtern?

Ich bekomme vom KreisJobCenter das Geld was ich für Bewerbungen ausgebe zurück z:B. die Kosten für die Fotos.


Nachtrag:
 mad3  also 4 Bewerbungen am TAG ist ne Menge.Dem KreisJobcenter hier und auch dem Familienrichter reicht 1 AM TAG dazu zählen aber auch schon telefonische Anfragen ob dort eine Stelle frei ist.(Initiativbewerbung)

Gruss Delphin


[Editiert am 7/12/2005 von Delphin]
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Xe
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« Antwort #2 am: 07. Dezember 2005, 20:33:45 »

Moin,

ich habe nicht absolut alle Leitlinien der OLGs gelesen, aber die Grenze mit 8 Jahren, ab der Teilzeittätigkeit zumutbar ist, ist mir ebenfalls bekannt.
Üblicherweise sind Bewerbungsbemühungen bei Unterhaltsverpflichteten mit 30 Bewerbungen pro Monat nachzuweisen, ich denke, das würde analog ebenso bei zur Erwerbstätigkeit verpflichteten Unterhaltsempfängern gelten, da die grundsätzliche Begründung (Bedürftigkeitsdeckung einerseits bzw. Bedürftigkeitsminderung andererseits) ebenso von den mir bekannten OLG-Leitlinien ausgeht.
Im Prinzip wird ansonsten ein fiktives Einkommen angesetzt.

Gruß, Xe
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eskima
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« Antwort #3 am: 07. Dezember 2005, 21:06:42 »

Tipp zu den Bewerbungen:

gehe mal auf  www.meinestadt.de. Dort kann man "seine" Stadt raussuchen und Stellenanzeigen finden. Ebenso findet man Geschäftsadressen mit e-mail-Angabe. Dann kann man per e-mail Initiativbewerbungen dorthin schicken und spart damit eine Menge Geld.  ;)

LG

eskima
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Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie die Intelligenz. Jeder ist der Meinung, er hätte genug davon (René Descartes)
Kasper
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« Antwort #4 am: 07. Dezember 2005, 21:18:37 »

Immer mehr Unternehmen bevorzugen die Bewerbung per EMail, denn das zurücksenden der gedruckten Bewerbungsunterlagen ist recht Kostenintensiv! Und auch nicht jedes Unternehmen hält sich daran!

Als Nachweise aber unbedingt die Antworten aufbewahren.

Gruß
Kasper
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Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
brille007
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« Antwort #5 am: 07. Dezember 2005, 23:52:06 »

Hi Taccina, hello @ll,

eine wichtige Info vermisse ich hier komplett: Nachdem diese Trennung sehr frisch zu sein scheint, hat Deine Bekannte zunächst einmal Anspruch auf Trennungsunterhalt von ihrem Ehemann, zumindest im Trennungsjahr. In dieser Zeit muss sie auch nicht arbeiten, wenn sie bislang ausschliesslich Hausfrau war.

Ich bin zwar nicht der Meinung, dass eine Ehe auch nach ihrem Ende eine lebenslange Versorgungsinstitution sein sollte, aber wenn die bisherige Arbeits- und Aufgabenteilung beinhaltete, das Männe im Wesentlichen das Familieneinkommen beschafft und die Frau sich um Haus und Kiner kümmert, finde ich die Regelung, dass die bislang nicht berufstätige Ehefrau ein Jahr Zeit hat, um (wieder) in Lohn und Brot zu kommen, durchaus sinnvoll.

Also: Der Anspruch auf Trennungsunterhalt besteht in diesem Fall ab dem Tag der Trennung und hat mit dem Alter der betreuten Kinder nichts zu tun, sondern nur mit der bisherigen "eheprägenden" Regelung. Sag Deiner Freundin, sie solle dieses Jahr nutzen, um finanziell möglichst selbständig und unabhängig zu werden. Dazu gehört auch, nicht gleich den ersten Job anzunehmen, sondern in Ruhe einen zu suchen, der angemessen bezahlt wird, zu ihrer Zeitplanung passt und vor allem: Der ihr auch Spass macht. Denn mit der Trennung ändern sich nicht nur die Familienverhältnisse, sondern oft auch das Selbstbild. Und das Gefühl, sich selbst weitgehend selbst unterhalten zu können ist 100 mal besser als auf die Zahlungen und das Wohlwollen von jemand angewiesen zu sein, von dem man sich doch eigentlich trennen wollte.

Grüssles aus'm Wilden Süden
Martin
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     Der einzige Mensch, den man ändern kann, ist der, den man heute morgen geduscht und angezogen hat
Taccina
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« Antwort #6 am: 13. Dezember 2005, 11:07:43 »

Hi,

nachdem ich jetzt nochmal mit meiner Freundin telefoniert habe und ihr Eure antworten vorgelesen habe, nun mal ihre Antworten (sie hat keinen PC)

Also erstmal wohnt sie in einer Anreihung von Dörfern, wo wirklich weit und breit nichts ist. Bei den Firmen die dort ansäßig sind hat sie sich schon überall beworben. Die nächste Stadt ist 20-25km entfernt. Sie hat kein Auto und Bus kann man da auch vergessen (ich kenne es aus eigener Erfahrung, als ich damals selber da noch gewohnt habe....man ist dort echt am Ende der Welt).

So nun war in einer größeren Stadt ca 35km entfernt ne Stelle für sie "frei". Allerdings hätte sie morgens um 6 anfangen müßen. Wie sollte sie nun dorthin kommen? Busse fahren erst um 6Uhr los bei ihr (und dann auch nur im 1,5Stunden Takt bis 18Uhr). Mit etlichen Malen umsteigen wäre sie dann frühestens um 7:45-8:00Uhr da (der Bus klappert ja alle Kuhdörfer ab).
Dann hat sie versucht in der Satdt ne Wohnung zu finden, aber das was sie bekommen konnte, konnte sie nicht zahlen und das wäre auch für Hartz IV zu teuer und ein Umzug hätte sie eh nicht finanzieren können.
Außerdem meinte sie, ihr Kind wäre noch zu klein mit 10 Jahren, morgens alleine aufstehen zu müßen (sie hätte ja um 5:30Uhr das Haus verlassen müßen) und sich dann allein fertig zu machen und zur Schule zu gehen. (kann ich irgendwie verstehen).

So nun hat sie den Job abgesagt.....und hat natürlich ihren Mann am Hals.....

@Brille
Die beiden haben sich vor etwas über einem halben Jahr getrennt. Anfangs hat das auch wunderbar geklappt. Sie waren sich dann beide "einig" das sie das Trennungsjahr schon "vollzogen" hätten und so war die Scheidung ziemlich schnell durch.
So und nun "trumpft" der Kerl auf und will keinen Unterhalt mehr zahlen.
Andererseits will er aber auch nicht, das die Frau mit dem Knd wegzieht, weil dann könnte er das Kind nicht mehr regelmässig sehen (er sieht das Kind oft nach der Arbeit, da sie nur 2 Kilometer auseinander wohnen).
Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz oder?


Liebe Grüße Taccina
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Oder wie würdest Du es finden, Dein ganzes Leben lang nicht mehr wirklich vertrauen zu können?
Simon II
Gast
« Antwort #7 am: 13. Dezember 2005, 11:55:22 »

Zitat
So nun hat sie den Job abgesagt.....und hat natürlich ihren Mann am Hals.....
Völlig verständlich!

Zitat
So und nun "trumpft" der Kerl auf und will keinen Unterhalt mehr zahlen.
Warum sollte er?

Zitat

Andererseits will er aber auch nicht, das die Frau mit dem Knd wegzieht, weil dann könnte er das Kind nicht mehr regelmässig sehen (er sieht das Kind oft nach der Arbeit, da sie nur 2 Kilometer auseinander wohnen).


Warum bleibt das Kind nicht ganz bei dem Vater? Dann kann die Mutter ihren Job annehmen.

Simon II
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Taccina
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« Antwort #8 am: 13. Dezember 2005, 12:04:35 »

Simon II bei aller Liebe....
Eine Frau die schon Jahre aus dem Berufsleben raus ist, findet nun mal nicht so schnell nen Job. Wovon soll die Frau bitte Leben??? Hartz IV sagt ihr das gleiche wie mir: Sie ist vepflichtet den Mann auf Unterhalt zu verklagen.

Manche sturrköpfigkeit hier ist echt zum heulen....

Er kann und will das Kind nicht ganz zu sich nehmen, weil er selber nen super gut bezahlten Job hat und wenn er den an den Nagel hängen würde, könnte er sich seinen Lebensstanart nicht leisten. Und den gibt er nicht auf.

Er fährt nen dicken neuen BMW, hat Geld im überfluß und kommt der Frau (die damals auch gutes Geld verdient hat, bevor sie das Kind bekommen hat) nun so...

Irgendwo muss es auch aufhören...

Er "drückt" ihr das Kind "aufs Auge", sagt sie solle gucken wie sie püber die Runden kommt, will aber auch nicht das sie wegzieht, weil er dann sein Kind nicht merh sieht...

Also wo gibt es denn sowas?

Sorry Simon II wenn Du Dich mit so nem Kerl auf einer Stufe stellst, dann bist Du für echt Niveaulos...

Liebe Grüße Taccina
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Schmusepapa
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« Antwort #9 am: 13. Dezember 2005, 12:46:06 »

Hallo Taccina,

Zitat
Außerdem meinte sie, ihr Kind wäre noch zu klein mit 10 Jahren, morgens alleine aufstehen zu müßen (sie hätte ja um 5:30Uhr das Haus verlassen müßen) und sich dann allein fertig zu machen und zur Schule zu gehen. (kann ich irgendwie verstehen).

Ist das Kind behindert? Ich bin seit ich 6 Jahre alt war alleine in die Schule gegangen. Mit 10 Jahren kam ich aufs Gymnasium, da waren auch viele andere Kinder aus den "Dörfern" die mit dem Bus zur Schule kamen. Mit 10 Jahren konnte ich alleine aufstehen und zur Schule gehen. Und verhungert wäre ich auch nicht.
Bei einem Kollegen von mir (Frau hat ihn vor 7 Jahren verlassen, Kinder blieben bei ihm, soweit ich weiss damals 9 und 11 Jahre alt) war es so, dass er um 6.30 Uhr angefangen hat zu arbeiten damit er nicht so spät von der Arbeit nach Hause kommt. Folge: Die Kinder mussten alleine aufstehen, frühstücken und in die Schule gehen.
Und warum sollte das bei deiner Freundin nicht gehen? Vielleicht weil sie eine Frau ist und kein Mann? Ach ja ich habe vergessen zu erwähnen dass mein Kollege selbstverständlich (wie sich das für einen Mann gehört) einen Vollzeitjob hat.
Zitat
Sie hat kein Auto und Bus kann man da auch vergessen

Hat sie einen Führerschein? Autos kann man kaufen, und es gibt massenweise billige Gebrauchtwagen, die noch zwei Jahre "durchhalten". Klar kostet das Geld, aber entweder kann sie das finanzieren oder mit "Ex" reden, ob er nicht bereit ist, ihr ne billige Kiste zu finanzieren. Mit einem guten Einkommen und der Sicherheit, dass "Ex" wieder arbeitet und ich meine Unterhaltszahlungen senken kann, würde ich das liebend gerne machen. Alternative wäre ein Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang, an dem am Ende nur Anwälte und Gerichte Geld verdienen.

Sorry, bei der Argumentationskette steigt mein Blutdruck. Sie kann den Job nicht annehmen, weil Arbeitszeit zu früh. Auto hat sie nicht, umziehen kann sie auch nicht, also nimmt sie den Job nicht an.

So, jetzt stelle ich mir mal vor, mein Arbeitgeber versetzt mich an einen anderen Standort, ich sage mein Auto ist kaputt da kann ich leider nicht hin und ich verliere meinen Job.

Da bist du doch sicher mit mir einer Meinung, dass ich dann selbstverständlich keinen Unterhalt an meine Frau mehr zahlen muss, oder?

So, damit hier nicht unnötig diskutiert wird, möchte ich noch hinzufügen, dass die beiden letzten Sätze aus einem Anfall von Sarkasmus gemischt mit Ironie geschrieben wurden.

Gruß

Martin
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Taccina
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« Antwort #10 am: 13. Dezember 2005, 14:10:57 »

Schmusepapa,

ich kann Deine ärger gut verstehen.
Aber mir tut diese Frau ehrlich gesagt leid.
Der Mann war schließlich auch mit dran schuld das sie nicht arbeiten gegangen ist.
Ich weiß nicht wie es bei Dir aussieht, aber aus der Ecke, da wo ich herkomme, ist es noch lang nicht Gnag und Gebe das die Frauen arbeiten gehen.
War beimeinem Ex ja genauso.
"Was sollen die Leute sagen, wenn Du arbeiten gehst! Nein das kommt gar nicht in Frage"
Sie ist immerhin über 10 Jahre aus ihrem Job raus. Hat in Ihrem berufsleben nie mit Computern zu tun gehabt, was in Ihrem Job jetzt aber verlangt wird. Aber allein darauf kommt es nicht an. Sie würde auch andere Jobs annehmen.
Nur ich weiß auch aus eigener Erfahrung das es weiß Gott alles andere als einfach ist heutzutage einen Halbtagsjob zu bekommen. Viel lieber stellen die Firmen 400€ Kräfte ein, weil sie diese "feuern" können wie sie grade lustig sind bzw wenn nichts zu tun ist. Kann man ja auch verstehen, denn eine festeingestellte Halbtagskraft muss auch durchbezahlt werden, wenn grad mal keine Arbeit da ist.
Und selbst auf 400Euro Jobs habe ich schon erlebt, das auf eine Stelle 180Bewerbungen an nur 2Tagen eingegangen sind.

Ich kenne sie, und sie ist sicher keine Frau, die sich von ihrem EX Mann aushalten lässt. Aber man muß ihr auch ne Chance geben.
Und welche hat sie denn?
Sie wird doch an die Wand gedrängt....
Der EX Mann will ja schließlich nicht das sie wegzieht, in eine Gegend, wo sie mehr Chancen auf nen Job hat.

Was das Kind angeht....
Nun sowas ist sicherlich Erziehungssache und ihr Kind muss sicherlich auch lernen auf eigenen Beinen zu stehen. Nur geht das auch nicht von heute auf morgen.

Ich kenne es aus meiner Kindheit auch nicht anders, als das immer wer zu Hause war und mich weckte, mir mein Frühstück vor die Nase setzte und mich betötelte von vorn bis hinten.....
Und so war es nicht nur bei mir...es war so bei allen Kindern bei uns...Und auch jetzt ist das ganz normal da..... Macht man das nicht heißt es gleich "Das arme Kind muss alles allein machen...kein Mensch kümmert sich darum ob es sein Frühstück hat" usw usw.....
Vielleicht ist es für viele nicht ganz nachvollziehbar, aber es gibt echt noch gegenden in denen man "hinterm Mond" lebt!
Wäre ich damals da geblieben, hätte ich wohl genauso gehandelt und meinem Kind mit 12 Jahren noch alles vorgemacht (obs nun fürs Kind gut oder schlecht ist will ich mal dahin gestellt lassen...alles hat seine Vor- und Nachteile)

Was das Auto angeht...
Sie hat nen Führerschein....ja... aber ich kenne sie nun schon ...na so ca 9Jahre... und ich hab sie noch nie Autofahren sehen.
Sie traut sich nicht.
Sie hat irgendwann mal nen Unfall gehabt und ist dann wohl auch noch dermaßen von ihrem Mann zusammengestaucht worden (weil doch das tolle neue Auto kaputt war....das sie auch heftig verletzt war, war ihm scheinbar egal), das sie sich nicht mehr traute Auto zu fahren. Und wenn sie es dann doch nochmal versuchte (und das durfte sie nur wenn ihr Mann daneben saß) dann wurde an allem und jedem rum gemeckert....sie könnte das nicht und sie solle das sein lassen und und und...
Ob sie sich wieder hinters Lenkrad setzen würde? Ich hab keine Ahnung....wahrscheinlich wäre es besser sie würde nochmal Fahrstunden nehmen.

Ein Auto...nee...würde er ihr nie kaufen...
Und selber? Woher soll sie denn das Geld nehmen? Kommt ja so grade mal über die Runden.
Und selbst wenn sie 1000€ hätte.....
Ich komme aus der Motorsport und somit aus der Auto Branche....Weißt Du was Du für 1000€ bekommst?
Entweder ne Schrottkarre die vielleicht noch 2000km mit macht und dann fangen die teuren reparaturen an. Oder aber ne alte PS Schleuder ohne Kat oder nur mit G Kat an der sie sich an Steuern und Versicherung dusselig bezahlt.
Ich hab nen alten Astra gehabt...60 Ps.... fahr allerdings auf 30% ...und selbst für das Auto habe ich nicht alle 3 Monate 90€ versicherung berappen müßen....So und nun rechne Dir das ganze mal aus bei 175% mit dem sie anfangen würde! Dazu dann noch Spritkosten für täglich 70Km Arbeitsweg, Miete, Nebenkosten und das bei ner Halbtagsstelle bei der sie 650€ Netto verdient.

Ok...irgendwann würde eventuell ne Wohnung bei Ihrer Arbeit finden....aber der Ex Mann will nicht das sie umzieht wegen dem Kind, da das dan Nachmittags nicht mehr zu ihm kommen könnte....aber zahlen will er auch nicht....
Was soll sie denn machen?

Liebe Grüße Taccina




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Simon II
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« Antwort #11 am: 13. Dezember 2005, 15:40:51 »

Zitat
Er "drückt" ihr das Kind "aufs Auge", sagt sie solle gucken wie sie püber die Runden kommt, will aber auch nicht das sie wegzieht, weil er dann sein Kind nicht merh sieht...


Och, das arme Frauchen... läßt sich ein Kind aufs Auge drücken... und wird dann schmählich von dem Mann im Stich gelassen... damit er seinen dickes Auto fahren kann... schnieff, schluchz.. und dann will er noch, daß das Kind in der Nähe bleibt...

Sorry, Tacina: Du glaubst doch selbst nicht, was Du schreibst!

Wenn er wirklich so gut verdient, dann drückt er ganz schön Kohle an diese Frau ab und sie macht sich einen faulen Lenz auf seine Kosten!

Ist sogar verständlich, daß sie keinen Bock hat, zu arbeiten und jede Ausrede sucht, um davon herumzukommen.

Schließlich lebt es sich äußerst bequem auf Kosten anderer!

Leider wird sie damit durchkommen!

Simon II
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« Antwort #12 am: 13. Dezember 2005, 15:51:58 »

hi

auch wenn ich nun wirklich wenig verständnis habe für die sorte frauen die erst den mann loswerden ,aber, bitteschön, sein geld behalten wollen, gefällt mir die tonlage nicht, wie taccina hier angegangen wird. auch und gerade kritik bedarf eines gewissen stils in meinen augen. und den vermisse ich.

gruss

bengel
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« Antwort #13 am: 13. Dezember 2005, 16:05:34 »

Hallo Taccina,

bei einigen Leuten hab ich schon gedacht: die hätten nie heiraten sollen. Aber bei deiner Freundin kam mir der Gedanke: die hätte sich nie trennen sollen. Warum? Ganz einfach:

Kuhdorf 35km entfernt von der nächstgroßen Stadt
Die Anbindung an öffentlichen Verkehrsmittel ist miserabel
Sie hat keine Arbeit
Sie fährt kein Auto
Sie hat kein Internet
Sie will/kann nicht umziehen, weil der Vater des Kindes es nicht möchte

Als getrenntlebende oder geschiedene Frau wird sie dieses Leben meines Erachtens nicht weiterführen können, sie wird sich umstellen müssen. Und mal ehrlich: würde ihr ein wenig mehr Eigenständigkeit nicht gut tun?

Liebe Grüße

eskima
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« Antwort #14 am: 13. Dezember 2005, 16:30:55 »

Durchaus kann man unterschiedlicher Meinung sein, und auch verschiedene Meinungen vertreten ... dass ist sogar gut!

Allerdings vermisse ich, wie auch schon in einigen anderen Postings, den höflichen Umgangston und mitunter sachlichen Schreibstil zum Thema.

@Simon II: ich bitte Dich, einen weniger angriffslustigen Schreibstil zu pflegen.


Trennungen können vielfältig sein. Viele wissen wie die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist, und sie ist nun mal nicht für jede Berufsgruppe so rosig, wie viele gerne hätten. Stellen wir uns den Realitäten.
Wie ich herauslesen konnte, scheint der KV einen gehoben Lebensstandart zu pflegen und will diesen nicht aufgeben. Nun sollten beide Seiten sich genau überlegen, was sie wollen:
Will der KV das die KM arbeitet, so ist daran nichts auszusetzen. Allerdings muss er sich damit abfinden, dass die KM dann mehrere Kilimeter wegzieht, vielleicht auch weit über 100 km. Sie könnte so einer Arbeit nachgehen, sich um den Sohn kümmern und der KV müsste trotzdem evtl. Ergänzungsunterhalt zahlen und kann seinen Sohn nur erschwert sehen, da die räumliche Distance gegeben ist.
Oder aber, er aktzeptiert, dass es zur Zeit nur sehr schwer möglich ist, in der näheren Umgebung eine Stelle zu finden. Sieht seinen Sohn täglich und unterstütz auch seine Frau finanziell.
Auch der KV muss sich im klaren sein was er will und  sich nicht nur die Perlen raussuchen.
Diese Masseinheit sollte nicht einseitig angesetzt werden.

Gruß
Kasper
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« Antwort #15 am: 13. Dezember 2005, 17:00:28 »

Hallo!

Ich kenne weder Deine Freundin, noch ihren Mann. Aber alleine Aussagen wie:"aus der Ecke, da wo ich herkomme, ist es noch lang nicht Gnag und Gebe das die Frauen arbeiten gehen", bringen mich echt in Rage!

Dann wird es mal langsam Zeit!!!!!!!!!!!!!!

Wenn der Vater des Kindes Deiner Freundin tatsächlich einen hohen Lebensstandard haben sollte, kommt das mit Sicherheit auch seinem Kind zu Gute.

Ich finde, dass es einer Mutter mit einem 10-jährigen Kind durchaus zuzumuten ist, arbeiten zu gehen. Das es nach 10-jährigem Hausfrauendasein sicher nicht ganz leicht wird einen entsprechenden Job zu finden ist mir klar. Wenn es dann nicht sofort in dem erlernten Beruf klappt, muss man sich halt mal für eine Übergangszeit etwas anderes suchen.

Wenn ich Dein Posting richtig verstanden habe, ist Deine Freundin morgens zu Hause und Nachmittags ist das gemeinsame Kind bei seinem Vater. Also neben der Hausarbeit eine ganze Menge Freizeit.

Es gibt in diesem Forum viele alleinerziehende Väter. Frag mal wie viele von denen, den ganzen Tag zu Hause bleiben können und das Ganze von Ihrer EX auch noch finanziert bekommen.

Ich würde meiner Frau unter den von Dir geschilderten Voraussetzungen auch nicht ihren "Freizeitstress" finanzieren wollen. Da hätte ich lieber etwas mehr für meine Kinder und natürlich auch für mich.

LG, Lutz
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Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
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« Antwort #16 am: 13. Dezember 2005, 17:39:35 »

Mein Tip:

1) 300 km wegziehen, in einer größeren Stadt einen Halbtagsjob suchen!
2) Dem KV die Adresse dieser Webseite geben
3) Wir haben einen Kanidaten mehr, der sich über böse KM ausläßt, die "einfach, und aus Rache" so weit wegziehen, das der gelebte tägliche Umgang unmöglich geworden ist.

Mit dieser Erkenntnis begeben wir uns auf Augenhöhe mit den Feministinnen, die wir doch so gar nicht verstehen können!

So bleibt jeder unter seinesgleichen, bedient star sein Feindbild und scheint glücklich zu sein!

Gruß
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« Antwort #17 am: 13. Dezember 2005, 19:37:27 »


Hallo,

nun in einem Punkt muss ich Euch vollkommen recht geben:

SIE MUSS SELBSTÄNDIGER WERDEN!

Aber mach das mal von jetzt auf gleich!!! Wo soll sie das hernehmen???
Sie läßt sich nach der Trennung bzw Scheidung noch von ihrem Ex rumkommandieren.

Klartext...so deutlich wollte ich nicht werden um sie nicht bloß zu stellen....aber ich habe mit ihr gesprochen und sie sagt es wäre ok:

Der Kerl hat die Frau seit Jahren nach Strich und Faden betrogen. Ich habs selbst schon mit eigenen Augen gesehen wie er mit ner anderen rummachte.
Er hat Jahre mit jungen Mädels einen auf "dicke Hose" gemacht, das Geld zum Fenster raus geballert.
Angebliche Dienstreisen entpuppten sich später als LiebesUrlaub mit einer seiner jungen Dinger.
Und zu Hause saß seine Frau und wurde kurz gehalten. Ein paar Euro Haushaltsgeld von dem sie ales bestreiten mußte. Arbeiten gehen durfte sie nicht.
Da sie nicht Mobil war und ist, kam sie auch niemals irgendwo hin...wollte sie auch nicht, da sie sowieso überall nur belächelt wurde....
Einkaufen gefahren wurde einmal die Woche und wehe sie hat dann was vergesen.
Später kümmerte ihr Ex sich noch nicht mal mehr darum, das sie überhaupt noch zum einkaufen gefahren wurde. Entweder sie ackerte dann mit dem Fahrrad mit dicken Tüten behangen bei Wind und Wetter durch die Ortschaften, oder aber sie frug sich bei Freundinen durch, ob sie sie mit zum enkaufen nehmen könnten oder ihr was mitbringen könnten.
Und auch wenn das Haushaltsgeld mal alle ging, hat sie keinen Cent mehr bekommen. Im Gegenteil...sie wurde sogar noch von ihrem Ex zur Sau gemacht, weil das Geld ihr nicht gereicht hat und nun kein vernünftiges Essen auf dem Tisch stehen würde.
Sie wurde schon vom ihm fertig gemacht, wenn sie den Rasen Montags anstatt Dienstags mähte.

Er trug nur Markenklamotten....ein Hemd teurer wie das andere..kleidete seine jungen Liebschaften von oben bis unten in den teuerste Läden ein......sie durfte sich 2 mal im Jahr für 50€ komplett einkleiden....inklusive Schuhe Unterwäsche, Socken usw...

Ich habe ihr schon oft gesagt, sie soll ihre Koffer packen und gehen, aber sie hatte kein Plan wie es dann weitergehen sollte.

So ging es viele Jahre, nur jetzt hat sie es nicht mehr ausgehalten und gegangen...

Wo soll sie bitte das Selbstbewußtsein hernehmen? Der Typ trampelt ja noch immer auf ihrer Seele rum...

Sie soll arbeiten gehen, was sie auch super gerne machen würde, allein um von dem Mann endlich nicht mehr abhängig zu sein...und zu faul zum arbeiten ist das Mädel weiß Gott nicht.. aber auf der anderen Seite, soll sie auch nicht wegziehen...

ABER DA WO SIE IST IST NUN MAL KEINE ARBEIT!!!

Also muss der Mann sich entscheiden, entweder er will das sie arbeitet und sie zieht weg (was für sie sowieso das beste wäre aus dem Ort da raus zu kommen und dem Kerl nicht alle 5 Minuten über den Weg zu laufen) oder aber er zahlt für sie...

Ich hab ihr angeboten zu mir zu kommen....erstmal ein paar Tage bei mir zu bleiben, damit sie sich endlich mal sortieren kann. Aber sie meint ihr Ex würde dann ärger machen...
Er hat sie noch immer vollkommen in der Hand....sozusagen ist sie im hörig....nur wie kann ich sie dazu bringen diese hörikeit abzustellen.

Ich habe sie wenigstens dazu überreden können, das sie morgen erstmal zu Arztgeht und ne psychosomatische Kur beantrag.....Vielleicht hilft ihr das ein wenig auf die Sprünge...

Liebe Grüße Taccina

PS: Simon II....doch ich glaube was ich da schreibe....und ob Du es mir gleaubst ist mir Hose wie Jacke....aber leider ist dies alles ein trauriges Schicksal eines Menschen...Schade das verschiedene es nicht schaffen über ihren eigenen Tellerrand hinweg zu sehen...




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« Antwort #18 am: 13. Dezember 2005, 20:37:38 »

Hallo Taccina,

deine Schilderung macht mich betroffen und irgendwie hab ich das Gefühl, dass die gute Frau erstmal auf die Beine kommen muß. Eine psychosomatische Kur könnte da ein erster Schritt sein.

Mir drängt sich die Frage auf, ob deine Freundin momentan überhaupt arbeitsfähig ist, dies könnte nur ein Arzt/Therapeut abklären.

Würde deine Freundin sich denn einen Umzug in die nächstgrößere Stadt zutrauen? Wie groß ist die Unterstützung und die soziale Situation für das Kind und für sie im Kuhdorf und was hätte sie an Möglichkeiten in der Stadt, müßte sie und das Kind dort ganz von vorne anfangen oder gibt es dort Freunde? Muß das Kind vielleicht im Sommer die Schule wechseln, weil es auf die weiterführende Schule kommt und muß es dann vielleicht auch in die nächstliegende Stadt fahren?

Ist das Kind jeden Nachmittag und am WE beim Vater? Haben Vater und Kind ein gutes Verhältnis miteinander?

Sorry für die vielen Fragen, aber durch dein letztes Post hat sich die Situation etwas gedreht  mad3

LG

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« Antwort #19 am: 13. Dezember 2005, 20:52:17 »

Liebe Taccina,

ich konnte mir schon gut vorstellen, das eine solche Geschichte dahintersteckt.

Zitat
Schade das verschiedene es nicht schaffen über ihren eigenen Tellerrand hinweg zu sehen...


Was mich am meisten in diesen Post`s gestört hat, ist dieses schwarz/weiss sehen ohne sich auch nur die Mühe zu machen, etwas zu hinterfragen.

Das Deine Freundin arbeiten gehen wollte, hast Du ja bereits geschrieben!
Zitat
ist es noch lang nicht Gang und Gebe das die Frauen arbeiten gehen", bringen mich echt in Rage!


Gleichzeitig gab es die Forderung:
Zitat
Andererseits will er aber auch nicht, das die Frau mit dem Knd wegzieht, weil dann könnte er das Kind nicht mehr regelmässig sehen


Auf beides wurde hier Anspruch erhoben:
1) Sie soll arbeiten
2) Das Kind soll den gleichen Umgang wie bisher zum KV haben.

Da beißt sich die Katze mit einer Logik in den eigen Schwanz, dass einem schlecht werden kann.

Gruß
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« Antwort #20 am: 13. Dezember 2005, 20:52:59 »

Hallo Tacchina,

so, nachdem mein Blutdruck jetzt wieder normale Werte hat, können wir uns zur Abwechslung den praktischen Dingen des Lebens zuwenden.
Zitat
Was soll sie denn machen?

Antwort: Erwachsen und selbstbewusst werden. Deine allgemenine Argumentation, sie könnte ja schon, aber... ist wenig hilfreich und zielführend.
Zitat
Aber mir tut diese Frau ehrlich gesagt leid.
Der Mann war schließlich auch mit dran schuld das sie nicht arbeiten gegangen ist.
Ich weiß nicht wie es bei Dir aussieht, aber aus der Ecke, da wo ich herkomme, ist es noch lang nicht Gnag und Gebe das die Frauen arbeiten gehen.

Mir tut sie auch leid, aber eher deshalb, weil sie in Selbstmitleid zerfließt. Sie soll sich endlich vom 19. Jahrhundert verabschieden. Sie lebt getrennt, der Mann ist nicht mehr da und es ist in unserer modernen Gesellschaft nicht unüblich, dass Frauen arbeiten. Und was dann die Nachbarn sagen, die noch "hinterm Mond" leben, sollte ihr eigentlich egal sein. In einem Post hast du geschrieben, wie wunderschön es ist, dass du jetzt wieder einen Job hast, wenn auch auf 400€ Basis. auch wenn es dir wg. Hartz IV kaum Einkommensverbesserungen bringt. Brille007 hat das so ähnlich formuliert.
Zitat
Und selbst auf 400Euro Jobs habe ich schon erlebt, das auf eine Stelle 180Bewerbungen an nur 2Tagen eingegangen sind.

Die Arbeitsplatzsituation in Deutschland ist bekannt.  Aber sie hatte ja eine Jobzusage, trotz der bekannt miserablen Randbedingungen. Da sollte sie doch froh sein und alles tun, damit sie diesen Job auch antreten kann. Und das sind die nachfolgend beschriebenen Dinge.
Zitat
Was das Kind angeht....
Nun sowas ist sicherlich Erziehungssache und ihr Kind muss sicherlich auch lernen auf eigenen Beinen zu stehen. Nur geht das auch nicht von heute auf morgen.

Ich kenne es aus meiner Kindheit auch nicht anders, als das immer wer zu Hause war und mich weckte, mir mein Frühstück vor die Nase setzte und mich betötelte von vorn bis hinten.....
Und so war es nicht nur bei mir...es war so bei allen Kindern bei uns...Und auch jetzt ist das ganz normal da..... Macht man das nicht heißt es gleich "Das arme Kind muss alles allein machen...kein Mensch kümmert sich darum ob es sein Frühstück hat" usw usw.....
Vielleicht ist es für viele nicht ganz nachvollziehbar, aber es gibt echt noch gegenden in denen man "hinterm Mond" lebt!
Wäre ich damals da geblieben, hätte ich wohl genauso gehandelt und meinem Kind mit 12 Jahren noch alles vorgemacht (obs nun fürs Kind gut oder schlecht ist will ich mal dahin gestellt lassen...alles hat seine Vor- und Nachteile)

So, bei mir war es ähnlich. Nach der Trennung meiner Eltern musste ich mich umgewöhnen, und das habe ich auch sehr schnell geschafft. Klar geht die Umgewöhnung für das Kind nicht von heute auf morgen, aber von heute auf übermorgen. Und wenn sie nicht heute damit anfängt, ist es übermorgen auch nicht besser. Und selbst wenn sie einen Job findet wo die Arbeitszeit erst um 8 Uhr beginnt, muss das Kind lernen, selbständiger zu sein. Und die Meinung der "Menschen hinterm Mond" sollte sie einfach ignorieren.
Zitat
(sie hat keinen PC)

Gerade im Hinblick auf Online-Bewerbungen und weil Computerkenntnisse auch ihre Chance verbessert, eine Anstellung zu bekommen, sollte sie sich einen Computer beschaffen und einen Computerkurs machen. das geht z.B. bei der VHS (Volkshochschule), evtl. kann das auch übers Arbeitsamt (oder ARGE oder wie die Behörde heute heisst) bezuschusst werden.

Das geht nicht weil sie kein Auto hat, die VHS vielleicht 35 km entfernt ist und die Busverbindungen bescheiden sind? Da wären wir beim nächsten Problem:
Zitat
Was das Auto angeht...
Sie hat nen Führerschein....ja... aber ich kenne sie nun schon ...na so ca 9Jahre... und ich hab sie noch nie Autofahren sehen.
Sie traut sich nicht.
...
Ich komme aus der Motorsport und somit aus der Auto Branche....Weißt Du was Du für 1000€ bekommst?
Entweder ne Schrottkarre die vielleicht noch 2000km mit macht und dann fangen die teuren reparaturen an. Oder aber ne alte PS Schleuder ohne Kat oder nur mit G Kat an der sie sich an Steuern und Versicherung dusselig bezahlt.

Also einen Rennwagen bekommt man für 1000 € sicher nicht. Ich habe mir vor 3,5 Jahren (noch zu Ehezeiten) einen alten roten Kadett für 450 € gekauft. Kein schönes Auto, aber technisch akzeptabel. In 20 Monaten habe ich weitere 350 € für Reparaturen, Ölwechsel etc. investiert, mehr nicht. Dieses Auto war sicherlich ein Glückskauf. Beim Auto welches ich heute fahre kostete mich die letzte Inspektion 1200 €. Also weder für Autos noch für die Ehe gibt es irgendeine Garantie. Was mich stört ist wieder die Argumentation "im Prinzip richtig, aber es geht nicht, weil...". Sie soll sich ein altes Auto kaufen, sofern sie nicht umziehen will, und dann (auf dem Land wohl einfacher) mal wieder üben. Es wird kein nörgelnder Ehemann mehr neben ihr sitzen. Von 650 € Verdienst kann sie sicher ein altes Auto finanzieren. Das steigert ihre Flexibilität und auch ihre Berufschancen. Stell dir mal vor sie arbeitet im Büro, gibt bei der Berwerbung an sie habe den Autoführerschein, jemand drückt ihr den Autoschlüssel eines Firmenwagens in die Hand und sagt "Frau XXX, könnten sie diese wichtige Sendung mal kurz zur Post fahren?"
Zitat
Ok...irgendwann würde eventuell ne Wohnung bei Ihrer Arbeit finden....aber der Ex Mann will nicht das sie umzieht wegen dem Kind, da das dan Nachmittags nicht mehr zu ihm kommen könnte....aber zahlen will er auch nicht....
Was soll sie denn machen?

So, und das geht halt nicht. Ex-Mann will, dass sie sich einen Job sucht, aber nie wegzieht, obwohl sie in der nahen Umgebung keine Arbeit findet. Ich bin auch dagegen, dass sie mit dem Kind ohne Grund weit wegzieht, aber in diesem Fall würde sie 35 km weit wegziehen, dann müsste der Vater halt etwas weiter fahren, um den Umgang auszuüben (macht bestimmt Spass mit dem neuen BMW). Da muss sie einfach mal das Gespräch mit dem Vater suchen (die beiden können noch miteinander reden, oder?) und ihn fragen was er will.
Deine Bekannte muss handeln, nicht jammern. Eskima hat es in ihrem Post wunderschön "auf den Punkt" gebracht.

Gruß

Martin
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« Antwort #21 am: 14. Dezember 2005, 10:58:12 »

Zitat
Hallo Taccina,

deine Schilderung macht mich betroffen und irgendwie hab ich das Gefühl, dass die gute Frau erstmal auf die Beine kommen muß. Eine psychosomatische Kur könnte da ein erster Schritt sein.


Ja das hab ich ihr auch gleich geraten. Mir hat die Kur, die als Mutter-Kind-Kur ausgelegt war, auch die Starthilfe gegeben.
Ihr gehts noch bescheidener als mir damals. Ich hatte wenigstens jemanden der mich aus meiner Hölle raus geholt hat (denn aus eigener Kraft habe ich es nicht mehr geschafft) und der mir zur Seite gestanden ist.
Ausserdem war ich dann gleich weit weg und mußte nicht noch alle Demütigungen (hinterm Rücken reden usw) der Dorfbewohner aussetzen. Und vorallem konnte ich gleich bissel abschalten, ohne andauernd meinem Ex über die Füße zu laufen.

Zitat
Mir drängt sich die Frage auf, ob deine Freundin momentan überhaupt arbeitsfähig ist, dies könnte nur ein Arzt/Therapeut abklären.


Hab ich mich auch schon gefragt. Aber hier kommt dieses Thema "Hörigkeit" wieder ins Spiel. Ihr Ex hat ihr gesagt, sie soll sich ne Arbeit suchen, also tut sie das.
In den ganzen Jahren hat nie jemand rücksicht auf sie genommen und sie selber am wenigsten, weil sie immer versuchte ihrem Mann alles Recht zu machen (was sie natürlich nie konnte, weil er immer was zu nörgeln fand). Sie ist ein Nervenbündel und ich bin der festen Überzeugung, geht sie jetzt gleich Arbeiten, ohne vorher mal ein bissel was an ihrem Selbstbewußtsein zu stärken, wird sie die Arbeit nicht lange halten können.
Entweder sie bricht zusammen oder aber (und das glaube ich) ihr Chef feuert sie schneller als sie gucken kann, weil sie jeden Schritt den sie macht 5 mal hinterfragt, ob das auch ok so ist. Sie ist sehr unsicher und ängstlich. Traut sich selber gar nichts zu. Jahrelang ist ihr gesagt worden sie sei zu nichts nutze...könnte nichts...an allem (und hat sie es auch noch so toll gemacht) hat ihr Ex gemeckert..es wäre nicht gut genug.
Teilweise ist sie unbeholfen wie ein 5 jähriges Kind.
Selbstbeweußtsen gleich Null und daran muss gearbeitet werden.

Zitat

Würde deine Freundin sich denn einen Umzug in die nächstgrößere Stadt zutrauen? Wie groß ist die Unterstützung und die soziale Situation für das Kind und für sie im Kuhdorf und was hätte sie an Möglichkeiten in der Stadt, müßte sie und das Kind dort ganz von vorne anfangen oder gibt es dort Freunde? Muß das Kind vielleicht im Sommer die Schule wechseln, weil es auf die weiterführende Schule kommt und muß es dann vielleicht auch in die nächstliegende Stadt fahren?


Puh gute Frage.
Sie müßte komplett von neuem Anfangen. Kennen tut sie niemanden dort. Ob sie das so einfach packt wage ich zu bezweifeln, aber irgendwie wäre es trotzdem das Beste für sie, so schnell wie möglich aus dem jetztigem Ort raus zu kommen.
Unterstützung hat sie in dem "Kuhdorf" nicht.
Alles nur irgendwelche Bauern die sie nur belächeln. Hinter ihrem Rücken mit dem Finger auf sie zeigen und sich das Maul zerreißen.
Habs ja am eigenen Leib erfahren wie es da abgeht. HAb fast 33Jahre dort gewohnt. Jeder spielt Dir vor ein Freund zu sein. Braucht man dann aber mal HIlfe, verschwinden ALLE in ihren Löchern und lassen Dich allein.
Später tauchen sie dann wieder auf, um "neues" zu erfahren, damit sie wieder Gesprächsstoff haben, worüber sie sich beim Kaffeekränzchen das Maul zerreisen können.

Ihr hilft dort kein Mensch....sie ist ja nichts...sie hat ja nichts....warum sollten die Leute ihr da dann helfen...können sie ja keinen Profit drauß schlagen...
Hört sich hart an, aber ist so......ich spreche aus eigener Erfahrung.

Die einzige die sie noch hat bin ich am Telefon in 450km Entfernung.

Zitat
Ist das Kind jeden Nachmittag und am WE beim Vater? Haben Vater und Kind ein gutes Verhältnis miteinander?


Da die Eltern nicht weit auseinander wohnen, geht das Kind zu seinem Vater wann es Lust hat (vorausgesetzt der Vater ist dann mal zu Hause). Am WE hat der Vater selten Zeit für sein Kind, da er dann meist eh "auf Achse" ist.
Kann also schon mal vorkommen das das Kind fast jeden Nachmittag bei seinem Vater ist, manchmal aber auch nur einmal die Woche. Ne wirkliche Besuchsreglung gibt es nicht und sie legt dem Kind auch keine Steine in den Weg. Wenn es hin will dann kann es gehen. Wenn nicht dann eben nicht.
Das Verhältnis von Vater und Kind ist eigentlich ganz gut. Sie unternehmen zwar nicht iel zusammen, aber zu dem Kind selber ist er "gut" (wenn ich das mal so sagen darf).
Dem Kind hat es auch nie an was gefehlt.
Es hat zwar schon mal streit mitbekommen, aber meist hat die Mutter einfach nur immer "geschluckt" und "funktioniert" damit es erst gar nicht zum Streit kommt.
Von den ganzen iebschaften des Vaters weiß es natürlich nichts.

Zitat
Sorry für die vielen Fragen, aber durch dein letztes Post hat sich die Situation etwas gedreht  mad3


Ja ich habe auch was unbeholfen gefragt bzw etwas verwirrt angefangen....aber ich wollte sie hier nicht bloß stellen ohne mit ihr vorher darüber geredet zu haben. Sie schämt sich und ist sich mal wieder unsicher. Sie kann sich eben nicht vorstellen, das es Menschen gibt die es gut mit ihr meinen und ihr helfen wollen.
Sie ist wirklich nur noch ein häufchen Elend und daraus wieder einen Menschen zu machen, das dauert gleube ich ein wenig.
Habs ja bei mir gesehen....hat auch ne Zeit gedauert (trotz unterstützung) bis ich wieder auf den Beinen war.
Darum packt es mich umso mehr, weil ich weiß wie sie sich fühlt....allerdings hatte ich wenigstens noch 2-3 Menschen an meiner Seite...sie hat niemanden....

Liebe Grüße Taccina


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Bevor man das Vertrauen eines Menschen mißbraucht, sollte man sich im Klaren darüber sein, das man dann einen Menschen auf dem "Gewissen" hat.
Oder wie würdest Du es finden, Dein ganzes Leben lang nicht mehr wirklich vertrauen zu können?
Simon II
Gast
« Antwort #22 am: 14. Dezember 2005, 16:15:54 »

Zitat

PS: Simon II....doch ich glaube was ich da schreibe....und ob Du es mir gleaubst ist mir Hose wie Jacke....aber leider ist dies alles ein trauriges Schicksal eines Menschen...
an dem sie zum großen Teil selbst dran schuld ist!

Also ihr Mann betrügt sie angeblich (vielleicht auch tatsächlich) und sie richtet sich trotzdem total nach ihm?

Tja: Dem Mann auf der Tasche zu liegen ist halt immer noch einfacher, als selbst für den Unterhalt zu sorgen!

Ich sags doch!

Weißt Du: Ich kann ja durchaus verstehen, wenn Frau von zwei Übeln dasjenige wählt, das ihr als das kleinere erscheint.

Wenn sie sich dann aber beklagt, und selbst nichts tut, fehlt mir jedes (!) Verständnis!

Simon II

Und was Deine Beleidigungen betrifft: Wenn's an Argumenten gebricht, dann greift Frau halt zu solchen Mitteln.

Nicht neues.


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Kasper
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« Antwort #23 am: 14. Dezember 2005, 16:28:04 »

SimonII:

du hast nichts verstanden!

Gruß
Kasper
Gespeichert

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Aniram
Gast
« Antwort #24 am: 14. Dezember 2005, 16:35:31 »

@SimonII

Auch wenn ich Dir in vielen oder doch zumindest einigen Punkten
rechtgeben muss. Vieles deckt sich grundlegend auch mit meiner
Auffassung, dass Frau sich nicht auf der Tasche ihres Ex ausruhen
soll.

Aber ich finde die Art und Weise wie Du es zu Papier bringst und
gerade im letzten Post die Tatsachen verzerrst, unmöglich um
nicht zu sagen unverschämt. Es kommt schon immer auf die
Gesamtumstände an.

Ich möchte Dich bitten, Dich zu mäßigen !  mad  

Gruß

Marina
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