Home Aufsätze Forum Chat Lexikon Links Feedback Impressum
 
 

Login

Benutzername:

Passwort:



Hauptmenü

 Startseite

Community

 Forum
 Chat
 Deine Daten
 User-Liste
 Umfragen

Informationen

 Erste Hilfe
 Urteile
 Lexikon Familienrecht
 Prozesskostenrechner
 Urteile auf RECHTplus
 Väterhymne

Service

Tags
 Links
 Downloads
 Buchempfehlungen
 Newsletter
 Webring
 Gästebuch
Internes

 Nachricht an uns
 Uns empfehlen
 Impressum und
     Nutzungsbedingungen

Studie - Mitmachen


Linkpartner


vatersein.de durchsuchen

Benutzerdefinierte Suche


Info


vatersein.de gehört das achte Jahr in Folge zu den 6.000 wichtigsten deutschen Internetadressen.

vatersein.de - Forum 26. Mai 2012, 17:00:50 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.


Einloggen mit Benutzername und Passwort
 
 
Übersicht Hilfe
Seiten: [1] 2   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Erklärung  (Gelesen 2825 mal)
AJA
Frischling

Beiträge: 0


« am: 27. September 2005, 23:39:18 »

 
Zitat
Auch auf die Gefahr hin, jetzt als "grosser Verharmloser" dargestellt zu werden: Nimm die Zahlen doch einfach mal als wahr an und rechne sie gegen die deutsche Gesamtbevölkerung: 80 Mio. Deutsche gegen 17.000 geschätzte Täter gibt 0,02 Prozent der Bevölkerung. Vereinfacht gesagt: Einer von 5.000 Deutschen ist diesbezüglich ein perverses Schwein.


Setz es in Relation zur Weltbevölkerung und es wird noch „harmloser“.

Warum ich bei diesem Thema so sensibel reagiere, und warum ich schon einen einzigen zu viel finde, möchte ich jetzt an dieser Stelle (endlich) erklären.

Ich habe aus Elternteil_m’s Post diffuse Ängste heraus gelesen. Wahrscheinlich deswegen, weil ich sie selbst immer hatte.

Mein Ex besaß mengenweise pornografische Hefte und Videos, alle legal. Aber: alle mit Frauen, die in erstaunlicher Weise auf „jung“ gemacht waren. Ich fand das immer höchst merkwürdig und auch beängstigend. Die Angst habe ich einmal beim JA geäußert, daraufhin bekam er die Anweisung, das Material vor den Kindern zu verschließen. Ansonsten: was wollen Sie, ist doch legal.

Hat mich nicht wirklich beruhigt.

Auch die Tatsache, dass er die zusätzlichen Nachmittage nach kürzester Zeit wieder eingestellt hat mit der Begründung: ein Umgang ohne Übernachtung ist kein richtiger Umgang und lohnt sich nicht, ebenso wie die Tatsache, dass die Kinder nachts bei ihm im Bett lagen, wurde mir von allen Seiten als völlig normal dargestellt.

Also habe ich meine Hysterie weg gesteckt, alles auf die Trennung zurück geführt und mir geschworen, ruhig zu bleiben.

Bis zu jenem verhängnisvollen Tag, als mir hier im Forum der Gaul durchging und ich eine unbedachte, aus der Wut heraus geschriebenen Bemerkung gemacht habe.

Anlass war ein Verbot der Übernachtung des oder der Kinder beim KV, weil der kein separates Kinderzimmer hat. Ich war in dem Moment einfach nur sauer, weil ich mir dachte, wie schaffen es Mütter völlig ohne Grund, den Vätern ihre Kinder zu entziehen, während ich mit meinen Ängsten völlig allein dastehe.

So schrieb ich als Antwort: obwohl ich von den pädophilen Neigungen meines Ex weiß...

Über den Begriff Pädophilie habe ich mich erst weit später schlau gemacht. Bis dato dachte ich, wie wohl so viele, das sei eine mehr oder weniger harmlose Sache. Gut, sie schauen sich Bilder an, so wie mein Ex, aber es betrifft nicht wirklich Kinder.

Ja, ich war wohl blauäugig, was die Definition angeht. Den Begriff habe ich gewählt auf Grund des mir bekannten Materials. Auf der anderen Seite – wer möchte schon wahrhaben, dass der eigene Mann, die eigene Frau davon betroffen ist?

Jedenfalls hat DeepThought meine Antwort gelöscht, nicht ohne sie vorher bei der Kripo einzuschicken.

Im ersten Moment war ich völlig geschockt. Monate- nein jahrelange Vermittlungsgespräche beim JA waren plötzlich in Frage gestellt. Vertrauen (von seiner Seite), das in meinen Augen wieder da war, wäre plötzlich zerstört worden. Blöd, im Nachhinein, denn es war auf der anderen Seite die Chance, meinen Ängsten einen Namen zu geben.

Selbst als die Kripo zum Verhör kam – mehr als zwei Monate nach dem Einschicken von Deep, habe ich noch Stein und Bein geschworen, dass sie sich eine Hausdurchsuchung sparen könnten, habe erklärt, warum ich das geschrieben habe und was ich damit gemeint habe. Brett vorm Hirn, kann man da nur sagen! Waren doch genau DAS meine Ängste.

Wie auch immer – es dauerte weitere zwei Monate, bis ich durch einen Anruf erfuhr, dass man mengenweise (O-Ton) Material auf seinem PC gefunden hätte und ich nun Fotos meiner Kinder bringen müsste, um auszuschließen, dass er sie fotografiert hat.

Er hatte es nicht.

Seit dem lebe ich mit der Gleichgültigkeit, der Verharmlosung.

Beim JA wurde mir gesagt, dass es ihm ja hoch anzurechnen sei, dass er nicht seine eigenen Kinder fotografiert hat.  mad

Meine Schwägerin, die erst nach etwa einem Jahr davon erfahren hat meinte, das sei ja wohl nicht so schlimm, Männer machen das mal. c

Er hat eine Geldstrafe von 4.200 € bekommen und damit ist die Sache aus der Welt.

Für ihn und für die Gesellschaft. Für mich noch lange nicht....

Und um das Outing komplett zu machen  - es war die Duldefrau, damals im Februar 2004.

So, jetzt könnt ihr machen mit mir, was ihr wollt. Mir liegt das seit Monaten auf der Seele und ich habe immer wieder das Gefühl, ich kann mich nicht richtig verständlich machen ohne diese Hintergrundinformation.

Ich will nach wie vor nicht, dass die Kinder ihren Vater verlieren und ich gebe mir die Mühe, die ich mit dem zerstörten Vertrauen aufbringen kann. Aber es fällt mir zusehends schwerer, da ich von ihm aus kaum Initiative sehe, außer der einen: möglichst schnell zu erreichen, die Kinder wieder über Nacht zu haben.

Fürs erste schließe ich hier und falls ihr mich nicht des Forums verweist, bin ich auch gerne bereit, noch mehr Hintergrund zu schildern.

Gruß AJA
Gespeichert
Xe
_vj
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1.619



« Antwort #1 am: 28. September 2005, 01:44:28 »

Moin,

zuallererst will ich jeden warnen, in diesem Thread seine persönliche Aggressivität oder Schwachsinn zu produzieren - dazu ist das Thema zu ernst, und wer einiges von mir liest weiß, was es heißt, wenn ich verbal auskeule. Das zur Warnung.

Ich denke, bei diesem Thema bewegt man sich auf einem unglaublich schmalen Grad. Auf der einen Seite ist es leider so, daß dieses Thema von den Medien unglaublich ausgeweidet wird, teilweise mit den übelsten Detail, weil es die Auflage oder die Einschaltquoten noch ein Quentchen erhöhen könnte - und dabei die seriöse Presse gleich mit in den Schmutz zieht, weil sie kurzerhand überdeckt wird. Auf der anderen Seite ist das gesamte Thema mit einer Art Tabu belegt, die es fast unmöglich macht, unvoreingenommen darüber zu sprechen, da schließe ich mich nicht aus.

Jeder Mißbrauchsfall ist einer zuviel. Jeder Fall von vorgespiegeltem Mißbrauch steht einem tatsächlichen in seiner Übelkeit nicht nach. Ich denke, jeder wird da zustimmen.

Das Problem ist auf einer Seite tatsächlich die Medienparanoia, die produziert wird, mitsamt ihren Folgen, nämlich Personen des öffentlichen Lebens, denen das Thema ansonsten sehr weit am verlängerten Rückgrat vorbeigeht, aber plötzlich einen unglaublichen Aktionismus an den Tag legen, um auf der Welle mitsurfen zu können. Diese blende ich einmal aus.
Die Tatsache, daß eine Dunkelziffer logischerweise nicht beziffert werden kann, da sie eben nicht bekannt ist, ist eine andere Art der Meinungsmache und gehört ebenfalls nicht zu diesem ernsten Thema, sondern in den Bereich des Populismus. Es ist eine zielgerichtete Aussage mit einem bestimmten Zweck, der alles andere als uneigennützlig ist.

Aus meiner Sicht ist Deeps Vorgehen absolut gerechtfertig, denn auch wenn dieses nicht augenscheinlich ist, ist es zuallererst aus der Abwägung des Schutzes der Kinder entstanden. Danach kommt die simple Tatsache, daß die Kenntnis einer möglichen Straftat rechtliche Relevanz hat, die kaum von der Hand zu weisen ist, weil es sich hierbei um ein Offizialdelikt handelt. Ich würde definitiv nicht anders handeln, auch weil ich mich mittlerweile seit Jahren im Internet bewege und sowohl von Userseite als auch Adminseite weiß, wie wenig Hemmungen Menschen haben, wenn sie sich sicher und anonym glauben. Und last but not least ist der Gedanke der Vater der Tat - und die potenzielle Gefahr ist definitiv dagewesen, auch jetzt noch, wenn auch geringer, weil der Ex in diesem Fall vorsichtiger geworden sein wird. Ob das zur Aufgabe der Aktionen führt, ist für mich eher zweifelhaft.

Es gibt die Statistik, die sagt, mit soundsoviel Wahrscheinlichkeit wird man geschieden, mit soundsoviel ermordet, soundsoviel als Kind mißbraucht. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist (eben die besagten 1:5000), sie ist genauso existent wie ein Verkehrsunfall morgen früh.

Es gibt meiner Meinung nach eine objektive und eine subjektive Welt. Die objektive rechnet in Zahlen, sieht mit außenstehenden Standpunkten, erklärt mit logischen Worten und individuellen Aussagen. Die subjektive sieht nur den eigenen Standpunkt, der meist einen derartig traumatischen Ursprung hat, daß er alles überlagert und blind macht für die Tatsache, das man selber eine schreckliche Ausnahme von der großen Menge ist - aber diese Ausnahme grade mindestens ein Leben zerstört hat. Und eine der Pflichten eines jeden Elternteiles ist es auch, die eigenen Kinder so gut es irgendwie geht zu beschützen, um ihnen eine Zukunft zu ermöglichen. Daß vielen Elternteilen diese Möglichkeit genommen wird, ist eine Sache, aber wo es ihnen möglich ist, muß diese Pflicht erfüllt werden. Eine bestimmte grundsätzliche Sorge, daß was passieren könnte, ist diffus, aber nicht von der Hand zu weisen.

Ich interpretiere einen Hinweis auf Zahlen, Fakten, den Versuch, einen objektiven Gesichtspunkt zu erreichen mitnichten als Verharmlosung. Es ist der Versuch, als Nichtbeteiligter eine Haltung einzunehmen, die verhindert, sich rein gefühlsmäßig mit etwas auseinandersetzen zu müssen, das für die meisten in normalen Bahnen denkenden Menschen etwas abgrundtief Grausames und Zerstörerisches ist, daß kaum geistig in seiner Ausdehnung erfasst werden kann. Es ist ein Selbstschutzmechanismus, der einem erlaubt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ohne dabei zu verzweifeln und erkennen zu müssen, wie schlimm und abartig derartige Neigungen ausgeprägt sind, und eventuell auch, um den Glauben an das Gute irgendwie bewahren zu können, auch wenn das kitschig klingt. Verharmlosend ist daran absolut nichts.

Das Problem als Außenstehender ist allerdings noch ein zweites: durch diese "Nichtinvolviertheit", das nur rein logische Nachvollziehen fehlt die Information, wie man damit umgehen soll. Mitleid ist eine Sache, Bedauern oder Scham (auch das gibt es zur Genüge) ebenfalls. Alles das ist jedoch nicht ausreichend, denn es hilft niemandem, eher im Gegenteil - es macht ein Opfer noch mehr zum Opfer, weil es ständig erinnert und die Gefahr beinhaltet, daß aus dem realen Opfersein ein Opfersein aus dem Bedürfnis, weiter im Mittelpunkt zu stehen entsteht. So wird aus einem Opfer ein Mensch mit Münchhausensyndrom.

Die Aussage
Zitat

Meine Schwägerin, die erst nach etwa einem Jahr davon erfahren hat meinte, das sei ja wohl nicht so schlimm, Männer machen das mal.

sehe nicht nur ich als abgrundtiefe Beleidigung an, denn mit Personen, die ein Kind mißbrauchen oder auch nur an dem Mißbrauch in Form von Fotos beteiligt sind lasse ich mich auch nicht durch so etwas schwaches wie Geschlechtszugehörigkeit in eine Ecke stellen. Es ist eine ebenfalls derart unerhörte Aussage, daß die Person, die sie getätigt hat, sich ihrer Dummheit schämen sollte und sich einen anderen Entschuldigungsversuch für das eigene Versagen und die eigene Blindheit ausdenken sollte als eine derartig abstruse Verallgemeinerung.

Ich stehe zu meiner Meinung, daß eine Übernachtung beim Ex brandgefährlich ist. Mir ist bewußt, daß ich mich dabei weit aus dem Fenster lehne, aber das, was als reine Fakten zu erkennen ist, läßt kaum einen anderen Schluß zu. Sofern die Geschichte stimmt (jeder kennt die Einseitigkeit des Internets), wäre das Risiko eines Übergriffen, und nur ein einziger richtet einen nicht wiedergutzumachenden Schaden an, zu groß. Außerdem äußert sich ein Vatersein nicht durch die Anzahl der Stunden, die miteinander verbracht werden, sondern duch die Qualität, die sie beinhalten. Genausowenig wie man väterliche Zuwendung in Form von KU messen kann, kann man Vatersein durch die Anzahl an Übernachtungen messen.

Gruß, Xe
Gespeichert
Aniram
Gast
« Antwort #2 am: 28. September 2005, 04:55:51 »

@Aja

Ich bin sehr stolz auf Dich weil ich weiss, wie groß Deine Angst ist
mißverstanden zu werden und vor allem, daß man Dir nicht glauben
könnte.

@All

Ich kenne Aja's Geschichte seit Wochen und bin immer noch nicht
sicher, ob ich sie zu Gänze kenne. Ich war es auch, die ihr geraten
und gut zugeredet hat, es sich von der Seele zu reden, wenn ich
mir auch gewünscht hätte, sie hätte an den 7 Seiten, die es bereits
waren weitergeschrieben. Aber sie wurde schon einmal mißverstanden
und entsprechend groß ist ihre Angst, daß das wieder passiert. Nur
das ist es doch, was dieses großartige Forum auszeichnet - das jeder
seine Geschichte so wie sie war erzählen kann und wir demjenigen
oder derjenigen, sprechen nicht zuviele Ungereimtheiten dagegen,
auch Glauben schenken.

Sonst müßte bzw. könnte man jede persönliche Geschichte eines
Vaters hier, dem seine Kinder entzogen wurden oder werden, in
Zweifel ziehen und heimlich denken, die KM wird schon Gründe dafür
haben. Und niemals, das schwöre ich sogar (auch wenn das ein wenig
dramatisch klingt) kam mir dieser Gedanke.

Und gerade in diesem Fall hat Deeps Drohung und konsequente
Durchführung - nämlich die von ihm tatsächlich erfolgte Anzeige, den
Stein erst ins Rollen gebracht und Aja's diffuse Ängste, an die sie bis
zum Schluss ja selbst nicht so recht glauben wollte, bestätigt.

Die Worte der Schwägerin von Aja, also der Schwester ihres Ex will
ich gar nicht extra werten, das hab ich privat schon zu Genüge getan.
Vielleicht nur soviel - ich habe auch einen Bruder und würde er sich
in so einem Fall nicht unverzüglich in Therapie begeben, würde ich
den Kontakt abbrechen. Das Ganze als Kavaliersdelikt abzutun und
noch mit den Worten "das tut Mann schon mal..." zu krönen, finde
ich beinahe ebenso schlimm, wie das Tun an sich.

@Xe

Danke für Deine Worte und auch wieder einmal für Deine Sachlichkeit.
Es ist unentschuldbar, Männern fälschlicherweise solch einer Tat zu
bezichtigen, nur um sie aus dem Leben ihrer Kinder zu drängen. Aber
wenn das den Umkehrschluss zuläßt, daß niemand sich mehr traut
einen wirklich begründeten Verdacht auszusprechen, so ist damit den
Kindern nicht gedient. Ich hoffe nie in eine solche Lage zu kommen,
weil ich könnte weder damit leben nichts unternommen zu haben,
noch - jemanden zu Unrecht beschuldigt zu haben.

In dem Fall ist es gut, so wie es gekommen ist. Weil Aja hätte keine
Anzeige gemacht, weil sie es ja selbst nicht glauben konnte und
wollte. Etwas wirklich Greifbares war ja nicht da.

Gruß

Marina
(ich bin derzeit so gestresst und übermüdet, daß ich nicht mal
richtig schlafen kann, darum auch die unchristliche Zeit dieses Posts)
Gespeichert
Sad Dad
Rege dabei
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 130


« Antwort #3 am: 28. September 2005, 10:01:35 »

Klasse Beitrag Xe!  Respekt dafür.
Gespeichert

Das Ziel unseres Lebens ist zu werden, wer wir sind.
(F. Nietzsche)
Lausebackesmama
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 7.858


Wir kommen wieder!!


« Antwort #4 am: 28. September 2005, 12:57:56 »

Liebe Aja,

ich sitze hier mit einer richtigen Gänsehaut. Dein "Outing" finde ich sehr mutig und wichtig. Im Moment bin ich viel zu durcheinander, um es näher zu kommentieren. In einem schließe ich mich allerdings Aniram an, egal WER das in meinem Umfeld täte, ich würde ebenfalls jeglichen Kontakt abbrechen, wenn derjenige sich nicht therapieren ließe.
Das was Deine Schwägerin da von sich gegeben hat, ist für mich Verharmlosung einer Straftat. Ich frage mich, wie sie darüber denken würde, wenn es IHRE Kinder betroffen hätte. Egal wie Kinder mißbraucht werden, die Strafe dafür muss die Härteste sein, die das Gesetz zu bieten hat.

Ich sende Dir mal eine Umarmung.

LG Lausebackesmama
Gespeichert

Der Sprung
über den eigenen Schatten
gelingt leichter,
wenn wir ihn für jemanden wagen,
der Licht in unser Leben bringt.

(Ernst Ferstl)
DieMystiks
_DieMystiks
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 3.472


WWW
« Antwort #5 am: 28. September 2005, 13:56:47 »


Hallo zusammen,

ich habe jetzt lange überlegt was bzw. wie ich schreibe.

Ich schließe mich komplett Xe`s Ausführungen an.

Ich kann mich an den Thread von damals noch gut erinnern, zumal er böse Erinnerungen in mir weckte.
Diese Erinnerungen schaffte ich letztlich nach 27 !! Jahren zu verarbeiten, nicht eher weil niemand etwas unternommen hat oder mir geglaubt hat.

Das Thema ist ein höchstbrisantes. Wir kennen hier Geschichten von Vätern, denen auf bösester Art und Weise genau diese Übergriffe unterstellt wurden, aus reinen Rachegefühlen und an den Haaren herbeigezogen.

Ich selbst muss zugeben, daß ich mich mit solchen Geschichten nicht allzu sehr vor der Mietgliedschaft in diesem Forum beschäftigt habe, das hat aber eher etwas mit meiner eigenen Vergangenheit zu tun.
Man ist als Betroffene/r nicht immer in der Lage objektiv zu sein.

Ein Verdrängungsmechanismus ist im Verwandten -bzw. Bekanntenkreis oft zu beobachten, scheint es doch in ihren Augen zu unwahrscheinlich und abwägig zu sein, "so etwas" in ihrer Umgebung zu haben.

Es gibt zum Glück inzwischen auch an Schulen Programme, die den Kindern helfen, mit solchen Situationen umzugehen. Ich habe mir, wenn sich die Möglichkeit hier im Kreis ergab für alle diese Themenabende Zeit genommen.

Ich kann Ängste von Eltern bzw. Elternteilen gut nachvollziehen. Die Dunkelziffer ist in Deutschland zu hoch, auch ist es ein merkwürdiges Gefühl selbst ein Teil dieser Dunkelziffer zu sein. Das mag an der Gleichgültigkeit der Gesellschaft liegen, an der Unsicherheit das Richtige zu tun oder eben an einer anderen Wahrnehmung.

@Aja

Ich kann dein Zögern zu schreiben gut verstehen. Die Handlungsweise damals von Deep fand ich richtig und gerechtfertigt, da sie ausschließlich dem Wohle der Kinder diente.
Ich freu mich für dich, daß du es geschafft hast dich hier mitzuteilen. Es bringt einen selbst oft ein ganzen Stück weiter und so lernt man dann auch mit diesen Ängsten umzugehen.

LG
Tina, die selten so lange für einen Beitrag gebraucht hat, wie für diesen.





[Editiert am 28/9/2005 von DieMystiks]
Gespeichert

Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
AJA
Frischling

Beiträge: 0


« Antwort #6 am: 28. September 2005, 14:02:47 »

Danke euch schon mal für die bisherigen Statements.

Nur noch eine kleine Anmerkung: Nach dem ersten Schock war ich Deep richtig dankbar und habe ihm das damals per PN auch mitgeteilt.

In dem Moment war er für mich sozusagen der rettende Engel.

Gruß AJA
Gespeichert
DeepThought
Owner & Fast-alles-Versteher
Administrator
*******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 12.055



WWW
« Antwort #7 am: 28. September 2005, 18:29:13 »

...ich bin platt! ...muss jetzt erst mal sortieren!

Über vatersein.de haben wir eine Reihe von im Forum angedeuteten/beschriebenen Straftaten über die Ermittlungsbehörden erfolgreich verfolgen können (Suizidversuch, Kinderpronographie, Missbrauch an Schutzbefohlenen, ...).

Auf der einen Seite sitzt mir das Gesetz im Nacken hinsichtlich Mitwisserschaft; das zählt für mich aber nicht arg so doll. Für mich sind ausschließlich unsere Kinder wichtig. Und wenn den Trägern unserer Zukunft irgendein durchgeknallter Mensch etwas antut, ihr Urvertrauen in die Erwachsenen erschüttert, dann kann er was erleben. Das war bei mir immer so, das ist so und das bleibt so.

@AJA
Zitat
und falls ihr mich nicht des Forums verweist
Nein! ! Ich bin mächtig stolz auf dich !

DeepThought
Gespeichert


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06 als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Lausebackesmama
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 7.858


Wir kommen wieder!!


« Antwort #8 am: 28. September 2005, 19:57:53 »

Und ich finde es toll, Deep, dass Du da so rigoros vorgehst.
Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig gehandelt.

Das ist meine persönliche Angst als Mutter, dass sich IRGENDJEMAND mal an meinem Kind vergreifen könnte.

LG Lausebackesmama
Gespeichert

Der Sprung
über den eigenen Schatten
gelingt leichter,
wenn wir ihn für jemanden wagen,
der Licht in unser Leben bringt.

(Ernst Ferstl)
HaS
Rege dabei
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 145


« Antwort #9 am: 28. September 2005, 20:17:50 »

Zitat
Und ich finde es toll, Deep, dass Du da so rigoros vorgehst.
Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig gehandelt.



Einmal zuviel hinterlässt genauso zerstörte Menschen. Und ich finde diese Rigorosität nicht lobenswert, das nächstemal ist vielleicht ein Unschuldiger dran.
Gespeichert
Aniram
Gast
« Antwort #10 am: 28. September 2005, 20:36:39 »

Hallo LBM !

Da muss ich Dir rechtgeben.

Gerade in unserer heutigen Zeit bin ich im Grunde ziemlich froh,
daß mein Sohn bereits erwachsen ist. Es stimmt schon, daß das
früher auch vorgekommen ist und natürlich erfährt man heute
durch die Medien mehr und schneller davon.

Und trotzdem hab ich den Eindruck, daß bestimmte Perversionen
heute vermehrt auftreten als vor 20, 30 Jahren. Aber vielleicht
täusche ich mich da auch, weil belegen kann ich weder das eine
noch das andere.

@HaS

Dein Post finde ich unangemessen, auch wenn Du es wahrscheinlich
nicht böse meinst. Deep schießt ja nicht einfach nach Lust und Laune
ins Blaue. Da müssen schon bestimmte Faktoren zusammenkommen.

Urteile also bitte nicht über Dinge, wo Dir die Hintergründe nicht
bekannt sind. Abgesehen davon, könnte er wenn etwas passiert,
wegen unterlassener Hilfeleistung zur Rechenschaft gezogen werden.

Ich möchte die Verantwortung gar nicht tragen müssen, zuviel oder
zuwenig den Mund aufgemacht zu haben. Nachher ist es leicht klüger
zu sein.

Und gerade in dem gegenständlichen Fall, war es genau das Richtige,
was er getan hat.


Gruß

Marina
(die wieder einmal nicht den Mund halten kann)
Gespeichert
AJA
Frischling

Beiträge: 0


« Antwort #11 am: 28. September 2005, 21:34:54 »

 
Zitat
Einmal zuviel hinterlässt genauso zerstörte Menschen


DAS HaS dachte ich damals auch erst. Aber glaube mir, die Kripo geht mit solchen Hinweisen sehr sensibel um und es erfährt KEINER, wo der Hinweis her kam. Es wird lediglich überprüft, und wenn nichts ist, dann verläuft es im Sande.

Mein Ex wüsste bis heute nicht, warum sie seinen PC beschlagnahmt haben, hätte ich es ihm nicht nach Monaten gebeichtet. Und - er war nicht überrascht, als sie kamen. Er wusste ja, was er getan hatte.

Hätte er nichts getan, wäre das eine Hausdurchsuchung mit dem Titel "wir wollten mal sehen" geworden. Er hätte sich nichts vorzuwerfen gehabt, hätte sich vielleicht gewundert, warum sie ausgerechnet auf ihn kommen, aber mehr nicht. Wäre ja auch nichts weiter passiert, denn wie gesagt, die sagen nicht: Frau XY sagt, dass sie das und das tun. Nein, ganz im Gegenteil!

Und ich denke mal, davon gehe ich einfach aus, ein Admin, ein Seitenbetreiber, wie Deep es ist, kann ganz gut abschätzen, wann tatsächlich eine Gefahr besteht, und was nur Dampfplauderei ist.

Und selbst wenn er sich verschätzt - siehe oben.

Gruß AJA
Gespeichert
Kasper
Gehört zum Inventar
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1.963



« Antwort #12 am: 28. September 2005, 21:51:16 »

Moin, Moin!

Heute habe ich es mir auch einmal besonders Schwer gemacht!!!!!!  Traurig  

 
Zitat
Moin,

zuallererst will ich jeden warnen, in diesem Thread seine persönliche Aggressivität oder Schwachsinn zu produzieren - dazu ist das Thema zu ernst, und wer einiges von mir liest weiß, was es heißt, wenn ich verbal auskeule. Das zur Warnung.
 


Prinzipiell finde ich es unangebracht, einen Kommentar mit einer Drohung zu beginnen! Dies zeug meines erachtens mehr davon, dass man sich vor anderen Meinungen, die der eigenen zuwider läuft, fürchtet! Wer will beurteilen, ob eine Meinung Schwachsinnig ist, oder vielleicht auch nicht? Also, der erste Absatz gefällt mir gar nicht!


Allerdings muß ich der gut ausformulierten Meinung meine Zustimmung erteilen. Ich habe diesen Treat am Mittag entdeckt und den ganzen Tag darüber nachgedacht (und mich auch über den ersten Absatz geärgert!).

Der Grad ist schmal! Unglaublich schmal! Und gerade als Mann kann man sehr schnell in Verruf geraten (meistens sind es halt die Männer).

Ich bezeichne meine Familie als "Knutschfamilie"! Wir alle Vier stehen unglaublich auf das Küssen und auch in anderen Dingen gehen wir recht ungezwungen um! DAS HAT JETZT ABER NICHTS MIT MISSBRAUCH ZU TUN!!
Auch wenn Papa mit den Kindern in der Badewanne sitzt, hat das nicht einmal annähernd etwas mit Mißbrauch zu tun.
Schließlich und endlich nehme ich als Vater keine anderen Aufgaben war, als die Mutter und ich denke das jeder hier nachvollziehen kann, welche dies sind!

Aber, und hier liebe Aja möchte ich Dich unterstützen, es ist die verdammte Pflicht jeden Elternteils für das Wohlergehen und das kindgerechte Aufwachsen ihrer "Ableger" zu sorgen. Ich denke, dass dies auch in der Mehrheit der Fall ist. Um die Minderheiten haben sich dann mit die "normal" Denkenden zu sorgen.
Ein ebendso schmaler Grad ist es, "lieber einmal zuviel, als einmal zu wenig" Alarm zu schlagen. Ein zu unrecht Beschuldigter wird diesen Manko nie wieder wirklich los. Also muss man schon abwegen!

Ob Deep zurecht gehandelt aht, kann und will ich ich zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten, da ich es schlicht und ergreifend nicht kann!              

Ah ja.
@Aja: wie ich Dich verstanden habe, wurden nach dieser Anzeige tatsächlich entsprechende Bilder gefunden!? Unter diesen Bedingungen wären bei mir auch alle Alarmglocken aktiviert. Schließlich müssen auch die Bilder zum anschauen erst einmal produziert werden, und wie schnell ist diese Schwelle überschritten?

Ich werde mich mit Sicherheit noch weiter äußern, und verbleibe daher erst einmal mit einem herzlichen Gruß aus dem Süden Schleswig-Holsteins.

Kasper                                                                                                                                                                                                                                                          
Gespeichert

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
AJA
Frischling

Beiträge: 0


« Antwort #13 am: 01. Oktober 2006, 21:04:13 »

Ich bin gerade ziemlich aufgewühlt und daher muss ich meinen Uraltthread mal wieder nach oben holen. Das Thema ist auf unangenehme Weise wieder aktuell geworden. Allerdings nur als Tüpfelchen auf dem i.

Meine ehemalige Nachbarin hat mich vor knapp zwei Wochen angerufen und mir erzählt, dass sie der Mieterin meines Ex das erzählt hat, was sei weiß, nachdem diese diffuse Ängste bezüglich meines Ex und ihren Kinder erwähnt hat.

Nun hatte ich heute anlässlich des Vater-WE ein langes und sehr intensives Gespräch mit dem Mieter. Er war sehr deprimiert – wohnen sie doch nun erst seit ca. einem halben Jahr dort und müssen nun schon wieder ausziehen.

Sie haben eine Ungezieferplage – der Kammerjäger war schon da, hat als Ort des Übels den hintern Teil der Scheune ausgemacht. Wäre ein leichtes, dieses Übel zu beseitigen – es passiert aber nichts. Er hat mir heute die Wohnung gezeigt – ich hatte sie zuletzt gesehen, bevor sie eingezogen sind. Es fehlt an allen Ecken und Enden. Die einzige Tür – und das auch erst seit vier Wochen – befindet sich am Badezimmer. In der Küche ist noch nicht einmal ein Türrahmen vorhanden – da gucken einen die nackten Ziegel an. Der Boden hört vor der Badezimmertür auf – nackter Estrich. Wegen der Ungezieferplage mussten sie sich von meiner Exschwägerin anhören, dass sie es wohl mit der Hygiene nicht so genau nähmen.

Jener Mieter hat es dermaßen auf den Punkt gebracht, dass mir ganz Angst wurde. Ich hatte nichts, aber auch gar nichts von den ganzen familiären Zusammenhängen erzählt, er hat es von sich aus erkannt. Mein Ex ist ein kleines Kind, völlig unter dem Pantoffel seiner dominanten Schwester.

Jener Mieter erzählt, dass er dass so sieht, dass sich mein Ex eine Glaskugel um sich herum aufbaut, die ihn schützt und dass seine Schwester nichts anderes tut, als diese Glaskugel zu erhalten. Und dass er genau weiß, dass wenn diese Glaskugel platzt, alles andere rund herum auch platzt. Genau die Angst, die ich immer schon hatte.

Finanzielle Probleme hat er zunächst negiert. Er hat Baumaterial vom Ex angefordert, der brachte nur ein Drittel davon. Als der Mieter dann bei seiner Schwester anrief, warum das so sei (sie hat ja wie immer die Fäden in der Hand) war sie erstaunt und meinte, sie hätte ihm doch heute Vormittag 1.500 € gegeben. Am Nachmittag war da aber nur noch genug für 10 Ziegel da?

Einerseits hat mich dieses Gespräch darin bestätigt, dass es sich hier um ein völlig krankes Familiensystem handelt, dass ich mir eben nicht eingebildet habe, wenn es so doch relativ unbeteiligte Personen innerhalb von einem halben Jahr erfassen, wofür ich fast Jahrzehnte gebraucht habe, bzw. Jahrzehnte versucht habe anzukämpfen. Andererseits befinde ich mich einmal mehr in der verzwickten Lage, wie ich meine Kinder davor schützen kann. Jene Schwägerin hat per Anwalt versucht ein monatliches Besuchsrecht für meine Kinder zu bekommen. Das konnte ich zum Glück abbiegen, zumal die Kinder sie auch absolut „gefressen“ haben. Ich glaube den Hintergrund habe ich auch schon mal irgendwann geschrieben.

Auf der anderen Seite gibt es da noch meine Nichte und meinen Neffen. Beide sind mir zwar sehr ans Herz gewachsen, aber ebenfalls von der Frau derart beeinflusst, dass ich mir nicht sicher bin, ob es für meine Kinder gut ist, den Kontakt aufrecht zu erhalten.

Mit meiner Nichte verband mich eine tiefe Freundschaft. Ich lernte sie kennen, da war sie 12 Jahre alt und das erste intensive Gespräch hatten wir, als sie heulend auf der Bettkante saß, weil sie von AIDS erfahren hatte. Ich habe ihren ersten und zweiten Liebeskummer mit ihr durchlitten. Sie war fast bis zum Ende der Geburt meines ersten Kindes dabei, was jetzt ihr Patenkind ist. Auch danach – bis zur Trennung haben wir uns regelmäßig gesehen und sie hat mich als ihre Lebensberaterin bezeichnet. Nun ist das Verhältnis zu mir merklich abgekühlt, wobei ich der Meinung bin, dass da ihr Mann dahinter steckt. Laut ihrer Aussage hat er Probleme mit Frauen die ihre Männer verlassen. Merkwürdigerweise ist er aber der Schwägerin, die drei Kinder von drei Männern hat – und jeweils diejenige war, die sich getrennt hat – absolut erlegen.

Ich weiß grad nicht mehr weiter. Ich bin gerade mal wieder an dem Punkt angelangt, wo ich mir denke, ein gerader Schnitt wäre der beste. Wäre da nicht meine Große. Die beiden Kleinen (11 und 8 ) sind wie immer einfach ins Auto gestiegen, haben noch mal kurz gewunken und gut wars. Die Große hat ihren Vater noch dreimal in die Arme genommen, bis sie dann endlich nach kam.

Was dahinter steckt, weiß ich eben nicht. Ich habe öfter Probleme mit meiner Großen, bin inzwischen auch schon bei der Erziehungsberatung gelandet. Sie kann sich einfach nicht öffnen. Blockt immer wieder total. Einmal habe ich sie gefragt, wem sie sich denn mal anvertrauen würde mit ihren Problemen. Da kam lange nichts, dann begann ich zu fragen: mir? Hm, vielleicht. Dem xy (Stiefvater) wohl eher nicht. Der Oma? Schon eher. Dem Papa? Ne, dem schon gar nicht. HuchHuch??


Es ist eine so vertrackte Situation und ich weiß nicht, was ich machen soll.

Ich hoffe auf Ideen  cry_smile

Gruß AJA
Gespeichert
brille007
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 10.405



« Antwort #14 am: 01. Oktober 2006, 23:18:43 »

Hi AJA,

wie ich Dir dieser Tage schon in anderem Zusammenhang sagte: Man hat den Eindruck, dass Du Probleme damit hast, diese Ehe loszulassen. Was die provokante Frage aufwirft: Warum hast Du Deinen Ex überhaupt verlassen, wenn Du Dich ständig in seinem Leben befinden willst? Wenn Du über seine Finanzen nachdenken möchtest und darüber, ob er sich sein Haus leisten kann? Ob seine Mieter wegen fehlender Fliesen die Miete mindern oder wegen Ungeziefers ausziehen? Warum musst Du das mit seinen Nachbarn diskutieren?

Nochmal zur Erinnerung: Du hast ihn geheiratet und Kinder mit ihm bekommen. Du hast diese Ehe beendet, weil sie nicht mehr das war, was sie für Dich sein sollte. Alles ok. Aber irgendwann muss es gut sein! Man beendet eine Ehe nicht, um sich anschliessend fortlaufend weiter mit dem Ex-Partner zu beschäftigen. Es ist auch nicht fair einem "neuen" Partner gegenüber. Abgesehen davon bist Du vermutlich derjenige Mensch auf der Welt, der am allerwenigsten in der Lage ist, Deinen Exmann auch nur halbwegs objektiv zu beurteilen. Alles Positive wirst Du übersehen; alles Negative potenzieren - es muss ja in ein bestimmtes Bild passen.

Ich verstehe Deine Motivation nicht. Auch nicht die Gründe, Deine Erkenntnisse hier ins Forum zu tragen. Geht es am Ende darum, Dir selbst den Vater Eurer Kinder irgendwie schlechtzureden, um die Kinder nicht mehr zu ihm zu lassen? Weil er so "gefährlich" ist? Dann lass Dir sagen. Mit einer Menge Gefahren, die Euren Kindern noch drohen werden, hast Du bis heute noch gar keine praktischen Erfahrungen. Irgendwelche kruden Ideologien, Alkohol, Drogen, falsche Freunde, intime Beziehungen mit den falschen Menschen, am Ende ohne Verhütung, Disco-Unfälle und vieles andere wird ihnen in den nächsten Jahren begegnen. Du wirst mit ihnen darüber reden können - aber Du kannst sie nicht in Watte packen. Dass ihr eigener Vater eine Gefahr für sie sein soll, findet dagegen vor allem in Deinem Kopf statt - wobei ich nicht bestreite, dass Du diese Ängste auch auf die Kinder überträgst. Irgendwann könnte sich dadurch in den Kinderköpfen festsetzen: "Papa ist schrecklich." Dabei wollen sie nichts anderes als alle anderen Kinder auch: Beide Eltern liebhaben. Ob es beim einen etwas schmuddelig aussieht oder er seine Rechnungen nicht bezahlen kann, interessiert die Kinder nicht die Bohne.

Nach Deinen Schilderungen ist Dein Ex auf eine bestimmte Weise lebensuntüchtig. Ok, Du lebst ja nicht mehr mit ihm. Aber akzeptiere doch endlich das Ende Eurer Ehe und damit das Ende Deiner "gefühlten Verantwortung" für ihn. Auch Deine Werturteile über ihn sind vollkommen unangebracht. Eure Kinder haben ihr eigenes Bild - über ihren Vater und über Dich. Kinder haben andere Wertmassstäbe. Sie wollen sich angenommen und geliebt fühlen. Dass Ihr beide es nicht geschafft habt, ein Paar zu bleiben, spielt für Kinder nicht die geringste Rolle. Höchstens, wenn nach dem Ende dieser Ehe einer forlaufend versucht, der "bessere" Elternteil zu sein oder aus seiner Meinung über den Ex-Partner eine Art "Grundsatz-Meinung" über seine Vaterqualitäten zu machen. Und diesen Schuh musst derzeit Du allein Dir anziehen.

Ganz ehrlich: Wie fändest Du es, wenn Dein Ex auch heute noch die ganze Zeit in Deinem Leben herumturnen, sich über die Sauberkeit Deiner Wohnung und Deinen Umgang mit Geld Gedanken machen oder sich gar öffentlich darüber auslassen und mit Deinen Nachbarn über Dich reden würde? Ich bin sicher, Du sagst jetzt nicht "Das fände ich ganz toll..."

Vermutlich dauert das Ganze schon zu lange, um es einfach selbst abzustellen; Du wachst auch heute noch jeden Morgen mit Deinem Ex auf - nicht im gleichen Bett, aber in Deinem Kopf. Tu Dir und Euren Kindern einen Gefallen und lass Dir von Fachleuten helfen - irgendwann muss man nämlich auch gedanklich mal endgültig getrennt und geschieden sein.

Grüssles
Martin
(der einen guten Bekannten hat, dessen Ex-Frau sich seit der Trennung im Jahr 1986 täglich mit ihm beschäftigt...)
Gespeichert

     Der einzige Mensch, den man ändern kann, ist der, den man heute morgen geduscht und angezogen hat
eskima
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2.752



« Antwort #15 am: 02. Oktober 2006, 00:21:28 »

Hallo AJA,

Zitat
Einerseits hat mich dieses Gespräch darin bestätigt, dass es sich hier um ein völlig krankes Familiensystem handelt, dass ich mir eben nicht eingebildet habe, wenn es so doch relativ unbeteiligte Personen innerhalb von einem halben Jahr erfassen, wofür ich fast Jahrzehnte gebraucht habe, bzw. Jahrzehnte versucht habe anzukämpfen

Was kann man bei krankmachenden Familiensystemen machen? Am ehesten wohl eine Therapie in der man lernt, aus diesem System auszusteigen 

Mir fehlen bei dir die klaren Grenzen. Es geht um deinen Ex, mit ihm verbindet dich die Vergangenheit und die gemeinsamen Kinder. Mit seinem jetzigen Leben hast du nichts zu tun ich ich hab mich beim Lesen gefragt, warum du eigentlich der Nachbarin und dem neuen Mieter soviel Gehör geschenkt hast.

Zum Beispiel der Nachbar, der seit vier Wochen eine Tür hat, der muss doch ganz ohne Türen eingezogen sein. Sorry, aber warum zieht der in eine Wohnung ohne Türen ein, das Problem ist von ihm doch auch (mit)verursacht.

Meines Erachtens solltest du dir bei diesen Problemen immer die alte und von mir sehr gehasste Beamtenfrage stellen: Bin ich zuständig?

Zuständig bist du für die Kinder und diese scheinen ihren Vater zu lieben. Somit werden sie auch bereit sein, Abstriche in seinem Umfeld zu machen, aber daran werden sie nicht sterben. Wichtig finde ich eigentlich, dass du mit deinen Kindern über Fakten reden kannst (bei Papa ist es nicht so sauber wie bei Mama, zum Beispiel, keine Ahnung ob dem so ist, nur mal als Beispiel) ohne es gleich als oberschrecklich hinzustellen. Kinder machen sich ihr eigenes Bild und beobachten, wenn man sie lässt. Und sie lernen daraus, je älter sie werden, desto mehr.

Zitat
Die beiden Kleinen (11 und 8 ) sind wie immer einfach ins Auto gestiegen, haben noch mal kurz gewunken und gut wars. Die Große hat ihren Vater noch dreimal in die Arme genommen, bis sie dann endlich nach kam.

Was war daran so wichtig, dass du es hier reingeschrieben und danach betont hast, dass du mit der Großen Probleme hast? Als Außenstehende sehe ich, dass den Kleineren der Abschied vielleicht leichter gefallen ist oder aber, dass sie dir zuliebe den Abschied einfach kurz gehalten haben. Die Große hatte vielleicht mehr Abschiedsschmerz oder sie wollte dem Papa zeigen, dass sie auch in Anwesenheit der Mutter zu ihm steht. Oder sie ist in einer Phase, in der sie gegen dich rebelliert und nimmt den Papa deshalb nochmal extra in deiner Gegenwart in den Arm.

Wahrheit beginnt immer in unserem eigenen Kopf. Aber was wirklich los ist, haben wir damit noch lange nicht erkannt.  mad3 Lass doch einfach mal los und erlaube euren Kindern, sich eine eigene Meinung zu bilden

Lieben Gruß

eskima

« Letzte Änderung: 02. Oktober 2006, 00:23:01 von eskima » Gespeichert

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie die Intelligenz. Jeder ist der Meinung, er hätte genug davon (René Descartes)
sehrtraurig
_sehrtraurig
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 327



WWW
« Antwort #16 am: 02. Oktober 2006, 12:09:16 »

Hallo AJA!

Auch ich denke, dass Du noch sehr in Deiner alten Partnerschaft steckst.

Bei fast allen Deiner Antworten in vollkommen anderen Threads, erzählst Du regelmäßig über Vorkommnisse Deines EX (was hat das Gespräch zwischen Dir und den Mietern Deines EX in einem fremden Thread verloren??).

Ich meine es nicht böse, denke aber doch, dass mal gesagt haben zu müssen. Ascheinend gibt es da für Dich noch eine ganze Menge aufzuarbeiten.

LG, Lutz 
Gespeichert

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Platt
Gast
« Antwort #17 am: 02. Oktober 2006, 13:19:11 »

Hi @AJA

Ich weis gar nicht wo ich jetzt anfangen soll. Ich fühle mich richtig überfordert. Ich verstehe auch diesen Thread nicht.
Dass mag wohl daran liegen, dass dieses Thema vor einiger Zeit schon einmal am Rande besprochen wurde.

Ich bekomme Deine Infos, Posts und Threads bezüglich Deines Ex auch nicht mehr mit einander verknüpft. Deine Äußerungen in anderen Threads, in denen Du auch Deinen Ex oder die Gründe für Deine Trennung dargestellt hast verwirren mich um so mehr. Ich bin auch ein wenig ärgerlich, wenn ich nur an die letzten 2 Wochen denke. (Thema Signale, Gesundheit der Männer)

Ich fühle mich extrem hilflos, da ich nichts einordnen kann. Selbst jetzt gelingt es mir nicht, eigenermaßen meine Gedanken bezüglich Deiner Person und Situation zu sortieren.

Was ich aber nicht gut finde, ist die Tatsache, dass ich jetzt wohl reininterpretiere, dass alles was Du zu gewissen Themen gesagt hast, ich drücke es einmal höflich aus, von Dir nicht so erlebt wurde, wie Du es dargestellt hast.

Ich weis auch nicht weiter.


Platt
Gespeichert
AJA
Frischling

Beiträge: 0


« Antwort #18 am: 02. Oktober 2006, 16:09:33 »

Vielleicht hätte ich einen neuen Thread aufmachen sollen, aber dann hätte irgendwie wieder der Zusammenhang gefehlt. Es ist furchtbar schwierig diese komplexe Situation in Gedanken zu fassen.

Meine Ehe liegt hinter mir, keine Frage. Über die Kinder bin ich nach wie vor in irgendeiner Weise mit dem Ex verbunden, mehr nicht. Oder besser - mehr sollte es nicht sein. Irgendwie kann ich halt die letzten 25 Jahre nicht einfach aus meinem Leben streichen. Dabei geht es nicht um die Ehe an sich, sondern darum, dass ich viel zu viel Verantwortung übernommen hatte und letztlich einen Mann mit einer emotionalen Reife eines 8-jährigen Kindes zurück gelassen habe. Ihr habt völlig Recht, dass ich diese Verantwortung gar nicht mehr tragen DARF! Auf der anderen Seite sind da drei Kinder, die ich nicht in dieses kranke Familiensystem rennen lassen möchte, das mich selbst zum Therapeuten gebracht hat.

Zitat
Zum Beispiel der Nachbar, der seit vier Wochen eine Tür hat, der muss doch ganz ohne Türen eingezogen sein. Sorry, aber warum zieht der in eine Wohnung ohne Türen ein, das Problem ist von ihm doch auch (mit)verursacht.

Eingezogen ist er, weil vollmundig versprochen wurde, dass bis zum Tag X ALLES fertig ist. Der Tag X ist längst vorbei und die Versprechungen kamen hauptsächlich von meiner Ex-Schwägerin, die eigentlich wissen müsste, dass ihr Bruder das nicht gebacken bekommt. Aber da sie immer und überall ihre regierenden Finger mit drin haben muss, hat sie mal wieder ein gutes Stück dazu beigetragen, dass es mit dem Ex bergab geht.

Zitat
Wichtig finde ich eigentlich, dass du mit deinen Kindern über Fakten reden kannst (bei Papa ist es nicht so sauber wie bei Mama, zum Beispiel, keine Ahnung ob dem so ist, nur mal als Beispiel) ohne es gleich als oberschrecklich hinzustellen. Kinder machen sich ihr eigenes Bild und beobachten, wenn man sie lässt. Und sie lernen daraus, je älter sie werden, desto mehr.

Keine Angst, eskima. Mit den Kindern habe ich über diese Themen überhaupt noch nicht geredet und sie machen sich sehr wohl ihr eigenes Bild. Ich setze mich an den überfüllten Tisch, schiebe ein bisschen was auf die Seite, damit Platz ist für den Autoschlüssel und tu ansonsten so, als wäre das normal. Schliesslich geht mich der Tisch ja auch nichts an. Ich rede auch mit ihm nicht in Gegenwart der Kinder über derlei Dinge. Und ich stelle fest, dass sie in letzter Zeit von allein anfangen aufzuräumen, obwohl ihre Zimmer durchaus Ähnlichkeit mit dem Chaos beim Vater haben  .

Zitat
Die Große hatte vielleicht mehr Abschiedsschmerz oder sie wollte dem Papa zeigen, dass sie auch in Anwesenheit der Mutter zu ihm steht. Oder sie ist in einer Phase, in der sie gegen dich rebelliert und nimmt den Papa deshalb nochmal extra in deiner Gegenwart in den Arm.

Es ist sicher von allem etwas dabei. Was in deiner Aufzählung noch fehlt ist, dass sie allmählich anfängt Ängste zu entwickeln, ihren Vater zu verlieren. Sie kann denken und sie kann rechnen, sie kann zusammen zählen, wenn ER erzählt, dass er ja eigentlich kein Geld hat, aber sich dies oder das gekauft hat. Sie spürt seine abwesenden Blicke, wenn er gerade mal wieder abdriftet, sie sieht sein schmerzverzerrtes Gesicht, wenn das Telefon klingelt und er meint, das könne eh nur seine Schwester sein. Sie hat tausend Gedanken, die sie mit ihren 13 Jahren überhaupt nicht einordnen kann und ich bin damit überfordert, ihr diese Ordnung zu schaffen. Deswegen habe ich die Hilfe der Erziehungsberatung gesucht.

Zitat
Höchstens, wenn nach dem Ende dieser Ehe einer forlaufend versucht, der "bessere" Elternteil zu sein oder aus seiner Meinung über den Ex-Partner eine Art "Grundsatz-Meinung" über seine Vaterqualitäten zu machen.

Darum geht es nicht, Martin. Ich will den KV weder schlecht reden, noch selbst das bessere Elternteil sein. Ich würde sie nicht alle zwei Wochen hinkarren, wenn mir nicht daran gelegen wäre, dass der Kontakt bleibt. Ich weiß über seine Grenzen und die Kinder kommen damit klar. Er hat nie Verantwortung für sie übernommen und wird es nie tun. Er ist der Kuschelpapa und das soll er von mir aus bleiben.

Zitat
Bei fast allen Deiner Antworten in vollkommen anderen Threads, erzählst Du regelmäßig über Vorkommnisse Deines EX (was hat das Gespräch zwischen Dir und den Mietern Deines EX in einem fremden Thread verloren??).

Wie meinst du das sehrtraurig? Ich hatte diesen Thread als Bezug gewählt, da diese alte Geschichte der Auslöser für das Gespräch mit den Mietern war. Diese Geschichte war das Tüpfelchen auf dem i für ihren endgültigen Entschluss dort wieder aus zu ziehen.

Zitat
[Was ich aber nicht gut finde, ist die Tatsache, dass ich jetzt wohl reininterpretiere, dass alles was Du zu gewissen Themen gesagt hast, ich drücke es einmal höflich aus, von Dir nicht so erlebt wurde, wie Du es dargestellt hast.

Was genau meinst du, platt? Was habe ich deiner Meinung nach anders erlebt als dargestellt?

Zitat
Was kann man bei krankmachenden Familiensystemen machen? Am ehesten wohl eine Therapie in der man lernt, aus diesem System auszusteigen

Diese Therapie habe ich hinter mir, eskima, siehe oben 

Das wirklich kranke an diesem System liegt nämlich nicht beim Ex, sondern bei seiner Schwester. Den Kontakt zu ihr habe ich völlig abgebrochen und seit ca. 2 Jahren lässt sie mich auch endgültig in Ruhe. Aber leider bestehen über die Kinder wiederum andere Verbindungen zu weiteren Familienmitgliedern, die ebenso in diesem System drin stecken. Wiederum NICHT der KV.

Warum ich überhaupt so aufgewühlt war von diesem Gespräch mit dem Mieter - einfach die Tatsache, vielleicht kann ich es jetzt noch mal deutlicher schreiben - dass ein relativ unbeteiligter, aber klar denkender Mensch innerhalb weniger Monate Zusammenhänge erfasst und als Resumee beschliesst, die Flucht zu ergreifen, weil Hilfe nicht möglich ist. Ich wiederum dafür viele Jahre gebraucht habe, diesen Kampf jahrelang gekämpft habe, bis ich endlich auch die Flucht ergriffen habe. Und dass ich nach Wegen suche, meinen Kindern das zu ersparen. Auch wenn mir bewusst ist, dass ich sie nicht in Watte packen kann und auch gar nicht will. Aber ich habe keine Lust sie in augenscheinliche Gefahren rennen zu lassen, oder würdest du, Martin, deinen Kindern erlauben, vom Hochhaus zu springen?

Warum mich das Thema ebenfalls aufwühlt ist mein ziemlich sicheres Wissen darüber, dass ich meine Kinder bald mit der Tatsache werde konfrontieren müssen, dass sie keinen Vater mehr haben werden  exclamation_smile

Gruß AJA
Gespeichert
Platt
Gast
« Antwort #19 am: 02. Oktober 2006, 16:21:52 »

Hi @aja

Zitat
emotionalen Reife eines 8-jährigen Kindes zurück gelassen habe.


Das wäre jetzt etwas für den Button PN. Das kann ich in Anbetracht der langen Ehe nun wirklich nicht mehr nachvollziehen. Ich kann und werde dazu auch nichts mehr sagen.

Gott sei Dank ist es auch bei mir so, dass ich nicht alles verstehen muss.


Platt

Gespeichert
AJA
Frischling

Beiträge: 0


« Antwort #20 am: 02. Oktober 2006, 16:37:38 »

Vielleicht verstehst du es nach meiner PN besser ... soeben den Button bedient ...

Gruß AJA
Gespeichert
DeepThought
Owner & Fast-alles-Versteher
Administrator
*******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 12.055



WWW
« Antwort #21 am: 02. Oktober 2006, 17:51:07 »

Moin,

Warum mich das Thema ebenfalls aufwühlt ist mein ziemlich sicheres Wissen darüber, dass ich meine Kinder bald mit der Tatsache werde konfrontieren müssen, dass sie keinen Vater mehr haben werden

Warum? Habe ich etwas überlesen?

DeepThought
Gespeichert


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06 als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
AJA
Frischling

Beiträge: 0


« Antwort #22 am: 02. Oktober 2006, 18:45:03 »

Deep, dieses Haus bringt ihn um, die Schulden, die ungesunde Schwester-Bruder-Konstellation. Das sieht jeder, der ein bisschen Einblick bekommt - unter anderem jener Mieter.

Ob noch Zeit ist für einen Absprung, ich weiß es nicht. Versetz dich in seine Lage: Frau weg, Kinder weg, Mutter gestorben, Katze gestorben (sie war das letzte Lebewesen, das noch um ihn war), alles innerhalb von vier Monaten. Der Schuldenberg war bereits zu Ehezeiten unüberschaubar und wächst (zum Großteil durch "Unterstützung" der Schwester) unaufhörlich weiter. Das letzte, was ihn am Leben hält, ist sein Haus. Und nun sag nicht, dass da ja noch die Kinder sind. Er hat wortwörtlich zu mir gesagt, dass er all sein Geld (was über den Mindestunterhalt hinaus geht, den zahlt er ja) für sein Haus verwenden möchte. Das ist sein Lebenstraum, den er auf Biegen und Brechen halten möchte. Wenns mir nicht reicht, kann ich ja für die Kinder Sozialhilfe beantragen, die Kinder werden es ihm danken, dann haben sie mal ein hübsches Erbe.  c

Mit Selbstmord gedroht hat er nicht nur einmal. Man könnte natürlich jetzt auch die These vertreten, dass die, die dauernd davon reden es nicht tun. Kann sein, muss aber nicht.

Eine Perspektive für dieses Haus gibt es über kurz oder lang nicht mehr. Daher habe ich auch dieses Mieter-Wohnungs-Problem so ausführlich geschildert. Er bekommt diese Wohnung niemals fertig und wird demnach auch keinen Mieter mehr finden. Darüber hinaus fällt bereits ein Teil des Daches zusammen (über dem unbewohnten Teil). Somit fehlen monatlich 530 € und das bei einem Mangelfall. Selbst wenn ich komplett auf den KU verzichten würde, wie meine Schwägerin das schon vor Jahren von mir verlangt hat, würde das die Zwangsversteigerung nur kurzfristig heraus schieben.

Ja, und dann? Was meinst du Deep, was wird er dann tun? Natürlich bist du ebenso wenig Hellseher wie ich und kennst ihn obendrein noch nicht einmal. Aber was bleibt ihm dann tatsächlich noch? Genau - NICHTS.

Gruß AJA
Gespeichert
brille007
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 10.405



« Antwort #23 am: 02. Oktober 2006, 20:19:48 »

Moin AJA,

ich klinke mich nochmal ein. Wir sitzen hier schliesslich nicht zu Gericht über Dich; also musst Du bestenfalls etwas erklären, aber nichts rechtfertigen.

Im Wirtschaftsleben nennt man das, was Du forlaufend tust, "Geschäftsführung ohne Auftrag". Und dort ist es ein absolutes "No Go" - selbst wenn derjenige, der ständig anderer Leute Aufgaben an sich reisst, mit dem Killerargument kommt "Ich mein's doch nur gut!"

Unbeantwortet ist weiterhin die Frage nach dem "Warum". Ihr seid geschieden - das ist Fakt. Ihr seid auch keine Freunde. Es gibt also keinerlei moralische Verpflichtung für Dich, Dich ständig in sein Leben hineinzuhängen. Die einzige "Verbindung" zwischen Dir und ihm ist der Mindest-Kindesunterhalt - und den bezahlt er ja. Und was in seinem Haus geschieht oder eben nicht geschieht, geht Dich persönlich so viel oder so wenig an wie bei Deinen Nachbarn. Stell Dir einfach vor, Du würdest Dir ständig Gedanken über deren Lebensstil und Finanzen machen - und wie diese Nachbarn auf diese fortgesetzte Einmischung reagieren würden. Könntest Du erwarten, dass sie Deinen ungefragten "Ratschlägen" Folge leisten - weil Du es "ja nur gut mit ihnen meinst"?

Ganz ehrlich: Wäre ich unter den gegebenen Umständen Dein Ex-Mann, wärest Du vermutlich der letzte Mensch auf der Welt, dem ich eine wirkliche Sorge um meine Person und echte Hilfsbereitschaft unterstellen würde. Auch meine Ex hat in meinem heutigen Leben nichts mehr zu suchen; sie ist abgehakte Vergangenheit. Ansonsten würde ich mich bis heute nicht geschieden fühlen und wäre auch nie frei gewesen, nach vorne zu schauen und die Zukunft anzupacken.

Mag sein, dass Du Dir Gedanken machst, dass im Falle eines eines Suizids Deines Ex der KU ausbleibt. Dann müsstest Du eben andere Wege finden - das Leben geht weiter. Hunderttausende von Kriegerwitwen haben das vor 60 Jahren auch getan, ohne dass es staatlicherseits grosse Hilfen gab. Und auch deren Kinder mussten damit zurecht kommen; keine ihrer Mütter hat es geschafft, die Väter vor den Gefahren dieses blödsinnigen Krieges zu bewahren, und alle mussten mit den Folgen weiterleben.

Diese Gefahr besteht heute nicht - aber wie willst Du Deine Ex-Mann vor Erwerbslosigkeit oder Autounfällen schützen? Ist er verpflichtet, sich nicht mehr in ein Auto zu setzen und keine Steckdose mehr anzufassen, weil das für ihn tödliche und für Dich vielleicht finanzielle Folgen haben könnte? Schleifst Du ihn wöchentlich zum Arzt, um sicherzugehen, dass er keine unheilbare Krankheit hat, die Eure Kinder in kürzester Zeit zu Halbwaisen machen könnte?

Ich sag's jetzt mal brutal: Wenn er seine Hütte nicht mehr halten kann und sie zwangsversteigert wird - was geht es Dich an? Wenn er hinterher pleite ist - musst Du für seine Schulden aufkommen? Selbst wenn er danach von der Brücke springen wollte - wie willst Du ihn hindern und mit welchem Recht? Auch Dein Ex-Mann ist ein selbstbestimmtes Wesen. Dürfte er denn ständig in Deinem Leben herumturnen, mit Deiner Familie und Deinen Nachbarn über Dich konferieren, um hinterher zu sagen "Die AJA macht alles falsch!"? Und wenn dieses Haus nun einmal sein Lebenstraum ist: Mit welchem Recht versuchst Du, ihn an der Verwirklichung seines Traums zu hindern? Selbst wenn es nur ein Traum ist? Andere Männer bauen Modellflugzeuge oder Eisenbahnen oder buddeln den Garten um - wirtschaftlich betrachtet eine Katastrophe, die nur Kosten verursacht, aber nichts einbringt. So what - sie sind glücklich mit ihrer selbst gewählten Aufgabe, und dieses Glück ist der Profit.

Lass ihn und diese Ehe endlich los! Wenn's alleine nicht geht, such Dir die nötige Hilfe von aussen. Mir scheint wirklich, Du versteckst Dich hinter einem (angeblichen) Unglück Deines Ex-Mannes, um die Sehnsucht nach eigenem Unglücklich-Sein irgendwie zu rechtfertigen. Es gibt bekanntlich auch Leute, die kreuzunglücklich sind, weil der Nachbar seinen Rasen nicht mäht oder die Strasse nicht kehrt oder einen piependen Vogel oder die falsche Frau hat. Die Frage ist: Wer ist an diesem Unglück schuld? Der vorgebliche "Verursacher" oder derjenige, der darunter leiden möchte?

Der erste Schritt ist in jedem Fall: Du hast keinen wie auch immer gearteten Auftrag, das Leben Deines Ex zu beaufsichtigen oder zu beeinflussen. Also lass es einfach!

Ratlose Grüsse
Martin

PS: Ob ich mir mein Haus leisten kann, wie gross die Hypothek darauf noch ist, welche Reparaturen demnächst anstehen und ob ich akut von der Zwangsversteigerung bedroht bin, wissen einige Leute - aber Du darfst sicher sein: Meine Ex hat davon nicht den blassesten Schimmer. Und ich habe keinen Anlass, ihr hierüber irgendwelche oder gar wahrheitsgemässe Angaben zu machen. Sie darf darüber aber spekulieren, solange sie möchte...
Gespeichert

     Der einzige Mensch, den man ändern kann, ist der, den man heute morgen geduscht und angezogen hat
AJA
Frischling

Beiträge: 0


« Antwort #24 am: 02. Oktober 2006, 22:11:32 »

Du schaffst es irgendwie immer die richtigen Worte zu finden, Martin  .

Die Hilfe von außen ist bereits beantragt. Ich merke selbst, dass das nicht in Ordnung ist. Fakt ist aber auch, dass nicht ich nachfrage, sondern er sich bei mir ausheult. Und Fakt ist auch, dass es mir nicht gut tut, dass er das immer noch tut und ich mich zu sehr in das System hinein ziehen lasse. Nicht aus Liebe oder Freundschaft - aus purem Mitleid. Das Buch "die hilflosen Helfer" hat mir schon vor vielen Jahren mal jemand empfohlen.

Inzwischen habe ich eine Ausbildung gemacht in diese Richtung, kann anderen gut zur Seite stehen, aber mir selbst bin ich zu viel. Irgendwo hier im Forum habe ich neulich gelesen, dass auch Psychologen Hilfe suchen, weil sie selbst nicht weiter kommen. An diesem Punkt stehe ich gerade.

Zitat
Auch Dein Ex-Mann ist ein selbstbestimmtes Wesen.

Sorry, genau DAS ist er eben nicht. Er war es nie, ich habe es nur jahrelang nicht gemerkt. Ich schiebe da auch einen Teil der Schuld auf mich, denn er war von mir genauso fremd bestimmt, wie er bei einem Gespräch beim JA geäussert hat, jetzt: von seiner Schwester, seiner Mutter (die zum Zeitpunkt dieses Gesprächs zwar schon nicht mehr lebte, aber wohl immer noch präsent war). seiner Anwältin, der JA-Sachbearbeiterin, seinen Töchtern  c, die waren bei dem Gespräch gerade mal 8 und 10 Jahre alt. Alle miteinander hat er als dominante Frauen beschrieben, die sein Leben bestimmen.

Und nun flüchtet er sich aus der Bestimmung seiner Schwester wieder zu mir und ich will und kann das nicht tragen. Trotzdem kann ich aber die Kinder nicht allein bei ihm lassen.

Zitat
Unbeantwortet ist weiterhin die Frage nach dem "Warum".

Das warum fußt einzig und allein in meinem schlechten Gewissen, vor vielen Jahren schon etwas falsch gemacht zu haben, die Augen verschlossen zu haben, nicht wahr haben zu wollen.

Nun, da ich es erkannt habe, möchte ich meine Kinder davor schützen. Aber der Zug scheint abgefahren zu sein.  cry_smile

Gruß AJA
Gespeichert
Seiten: [1] 2   Nach oben
Drucken
vatersein.de - Forum  |  Themen  |  Deine Geschichte (Moderatoren: midnightwish, Malachit)  |  Thema: Erklärung
 
Gehe zu:  

Powered by SMF 1.1.10 | SMF © 2006, Simple Machines LLC


www.vatersein.de
Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2002 - 2012 by Vater sein trotz Trennung/Scheidung - Das Portal für Trennungseltern
Diese Webseite basiert auf pragmaMx 0.1.10.
Die Inhalte dieser Seite sind als RSS/RDF-Quelle verfügbar.

Erste Hilfe | Unterhaltsrechtliche Leitlinien
Aufsätze, Urteile, Studien, Informationen zum Familienrecht | Lexikon Familienrecht | Abkürzungen Familienrecht | Sonderbedarf
Urteile Ehegattenunterhalt | Urteile Kindesunterhalt | Urteile Sorgerecht | Urteile Umgangsrecht | Urteile Versorgungsausgleich | Urteile Zugewinnausgleich
Forum Umgangsrecht | Forum Sorgerecht | Forum Unterhaltsrecht | Forum Behörden/Gerichte | Forum Politik/Gesellschaft/Soziales

 

Theme created by Khon Bangkok WebWebWeb team