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vatersein.de - Forum 26. Mai 2012, 16:57:15 *
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Autor Thema: Erklärung  (Gelesen 2825 mal)
eskima
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« Antwort #25 am: 03. Oktober 2006, 00:05:18 »

Hallo AJA,

ich muss ehrlich gestehen, je mehr du schreibst, desto weniger verstehe ich  mad3

Zitat
Und nun flüchtet er sich aus der Bestimmung seiner Schwester wieder zu mir und ich will und kann das nicht tragen. Trotzdem kann ich aber die Kinder nicht allein bei ihm lassen.

1. Du willst und kannst es nicht tragen, aber du stellst dich zur Verfügung, du hörst ihm zu und drehst dich nicht um und gehst.
2. Warum kannst du die Kinder nicht allein bei ihm lassen?

Zitat
Nun, da ich es erkannt habe, möchte ich meine Kinder davor schützen. Aber der Zug scheint abgefahren zu sein

Was bedeutet es konkret, deine Kinder "davor" zu schützen? Und warum meinst du, dass es dafür zu spät ist?

Gruß

eskima

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Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie die Intelligenz. Jeder ist der Meinung, er hätte genug davon (René Descartes)
Lausebackesmama
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Wir kommen wieder!!


« Antwort #26 am: 03. Oktober 2006, 10:47:30 »

Hallo Aja!

Doch, ich verstehe das. Es ist nur eine Theorie, aber ich denke, dass Frauen einfach zum Helfen erzogen werden, zum "sozial Dasein" und das man das einfach nicht mit einer Scheidungsurkunde ablegen kann.

Ich habe bei meinem Mann ja auch den Fehler gemacht, ihm Dinge abzunehmen, mit denen er einfach nicht klar kommt oder mit denen er sich vielleicht einfach nicht auseinandersetzen will. Sprich, man übernimmt für Dinge die Verantwortung, weil man erkennt, dass es Dinge sind, für die einfach jemand die Verantwortung übernehmen MUSS.

Mein Vater war zB auch total lebensuntüchtig. Wahrscheinlich wäre er noch früher gestorben, wenn meine Mutter ihn nicht immer in die richtige Richtung geschubst hätte. Als er starb, waren meine Eltern schon 10 Jahre getrennt und 7 geschieden und TROTZDEM hat meine Mutter ein so schlechtes Gewissen gehabt, als sie ihn tot hat in der Wohnung liegen sehen (und was für eine Wohnung!!!), dass sie wieder zu ihrer Therapeutin gegangen ist.

Meine Oma (seine Mutter), die 500km weit weg wohnt, hat auch immer meiner Mutter für die Trennung und uns Kindern (Schwester und ich) Vorwürfe gemacht, weil WIR uns nicht um IHN gekümmert haben. Dass zum Zeitpunkt der Trennung meine Schwester 15 war und "KÜMMERN" gebraucht hätte, sieht sie nicht. Es ist verdammt noch mal Aufgabe der Frau sich um das Wohl und Wehe der Männer zu kümmern.

Ich bin so groß geworden, dass meiN Vater gearbeitet hat und meine Mutter sich darum gekümmert hat, dass das Leben läuft. Ich habe mich in unserer Beziehung gekümmert, dass das Leben läuft. Sprich, Raten und Rechnungen bezahlt wurden, organisatorische Dinge geklärt, usw. Ich bin da selber in einen Trott reingeraten, der sehr schwer zu durchbrechen ist.

Und das vermute ich mal, ist auch Dein Problem Aja: Du hast Dich darum gekümmert, während eurer Beziehung, dass das Leben läuft. Die soziale Verantwortung empfindest Du vielleicht noch immer, ob wohl sie "auf dem Papier" Dir nicht mehr zuzuordnen ist.
Nun trennt "das Papier" aber nur Dich von der sozialen Verantwortung. Aber nicht Deine Kinder. Und DAVOR hätte ich auch Angst! Da ist ein Vater, der eigentlich Verantwortung für seine Kinder tragen sollte und vielmehr ist es so, dass eine 13jährige anhand einfacher Mathekenntnisse weiß, dass ihr Vater am Ende ist. Das tut weh und das weckt auch in einem Kind, das den Papa liebt, das Bedürfnis zu "helfen".

Ich glaube, dieses Helfersyndrom haben einfach sehr viele Frauen, einfach, weil es ihnen anerzogen wurde.

Meine Schwester knabbert heute noch daran, dass sie - weil sie das soziale Abgleiten meines Vaters nicht mehr ertragen hat - den Kontakt eingeschränkt hat und "ihm nicht mehr geholfen" hat.
Das ist ein ganz fieser Knackpunkt: Man erzieht seine Kinder zu Nächstenliebe, Rücksicht, Hilfsbereitschaft, aber man kann sie nicht dazu erziehen, einen Menschen, dem man nicht helfen KANN (oder der sich nicht helfen lassen WILL) auch so ziehen zu lassen, dass man selber an dem Schmerz des Untätigzusehens nicht zerbricht.

LG Lausebackesmama
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(Ernst Ferstl)
eskima
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« Antwort #27 am: 03. Oktober 2006, 11:28:26 »

Hallo LBM,

das was du schreibst, verstehe ich schon. Ich verstehe aber nicht, dass, wenn jemand ein System als krankmachend für sich erkannt hat, eine Therapie deshalb gemacht hat, dann immer noch wieder zurück in das krankmachende System geht.

Aber mich berührt dieses Thema mehr als es eigentlich dürfte, ich bin heute morgen mit dem Gedanken aufgewacht, ob AJA wohl schon geantwortet hat. Und dies ist für mich ein Signal, dass es für mich besser ist, mich hier aus dem thread rauszuziehen und die Überlegungen anderen zu überlassen.

Lieben Gruß an alle hier

eskima
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AJA
Frischling

Beiträge: 0


« Antwort #28 am: 03. Oktober 2006, 17:20:01 »

Zitat
1. Du willst und kannst es nicht tragen, aber du stellst dich zur Verfügung, du hörst ihm zu und drehst dich nicht um und gehst.
2. Warum kannst du die Kinder nicht allein bei ihm lassen?

zu 1.: Ich könnte natürlich Oropax mitnehmen oder ihm klipp und klar sagen, dass mich seine Probleme nichts mehr angehen. Aber LBM hat ganz gut beschrieben, wie das mit der vermeintlichen sozialen Verantwortung ist. Da mache ich keinen Unterschied ob es sich dabei um meinen Ex, einen Nachbarn oder jemand Fremden handelt, der in mein Büro rein schneit und Hilfe sucht. Ich übernehme damit keine Verantwortung, aber ich VERSUCHE wenigstens zu helfen.  Bei Fremden habe ich natürlich den Vorteil schnell einen Schlussstrich ziehen zu können, wenn ich merke, dass keine Hilfe möglich ist.

zu 2.: Der Grund liegt im Ausgangspost dieses Threads. Das Vertrauen ist nach wie vor nicht wieder da. Mal bin ich auch spazieren gegangen. Als ich wieder kam saß der Ex auf dem Sofa, ein Mädchen rechts, ein links an ihn gekuschelt, Sohnemann auf seinem Schoß. Seine eine Hand unter dem T-Shirt von Sohnemann, Rücken kraulen, die andere Hand unter dem Pulloverärmel der Mittleren. Vielleicht ist das normal, ich bekam jedenfalls eine Gänsehaut. Alle Eltern, mit denen ich über Kuscheln und Streicheln ihrer Kinder gesprochen haben und auch Beobachtungen, die ich im Umkreis gemacht habe - keiner streichelt seine Kinder UNTER dem T-Shirt.

Der Grat ist sehr schmal und ich weiß, dass meine Kinder sicher ein Problem hätten, sich bei weitergehenden Übergriffen ihres Vater zu wehren. Er ist ja kein Fremder und jeder weiß, dass die meisten Mißbräuche innerhalb der engeren Familie passieren  mad

Wahrscheinlich halten mich jetzt alle hier für hysterisch und ich gebe zu, bei diesem Thema auch hypersensibel zu sein. Andererseits macht es mich stutzig, dass ich von einer anderen Mutter höre, dass sie ein "komisches Gefühl" bezüglich meines Ex und ihren Kindern hätte und sie beaufsichtigt, wenn sich mein Ex im Garten aufhält, obwohl sie von nichts weiß.

Zitat
Was bedeutet es konkret, deine Kinder "davor" zu schützen? Und warum meinst du, dass es dafür zu spät ist?

Zu spät meine ich, meinem Ex zu helfen. Es nützt nicht viel, wenn er allein immer wieder eine Therapie anfängt. Da gehört die Schwester mit dazu. Die macht für sich allein schon auch immer wieder mal ein paar Beratungsstunden, nur scheint sie nichts daraus zu lernen.

Meine Kinder schützen vor diesem kranken System, dafür ist es nie zu spät, den Zusammenhang habe ich falsch beschrieben. Allerdings kann ich sie nicht davor schützen, den Untergang ihres Vater miterleben zu müssen.

Gruß AJA

P.S.: Eskima, ich verstehe deine Entscheidung, auch wenn dich deine Gedanken vermissen werde 
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Lausebackesmama
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« Antwort #29 am: 03. Oktober 2006, 20:12:12 »

Hallo Aja (und alle anderen!)

Ich finde, das ist ein Fall, wo man als betroffene Mutter nur überfordert sein KANN! Denn ich will mal so sagen Aja, Du wirst so oder so die A-Karte haben! Einerseits durch Dich selber, weil Du bei Deinem Vorwissen nicht entspannt sein kannst und weil Du immer latent auf dem Sprung sein wirst, um zur Not "Deine Brut" zu beschützen und andererseits:
- würdest Du den Kontakt zum KV verhindern, bist Du die böse Mutter, die den Kindern den Vater nimmt,
- tust Du es nicht und es passiert was, wird jeder aufschreien und sagen: wie verantwortungslos, Du hast um die Gefahr gewußt.

Also so oder so wirst Du mit dem Mann und in Bezug auf dieses Thema NIE zur Ruhe kommen.

Andererseits hab ich gerade geschluckt, denn natürlich krabbel ich meinen Sohn unterm T-Shirt. Das heißt, er legt sich vor mich auf die Couch und zieht sein T-Shirt hoch und verlangt: Rücken krabbeln (Arme, Beine, Bauch!) Er wollte sogar mal, dass ich an die delikaten Stellen gehe (na logisch, das ist ja auch schön) und ich sagte dann: "nee, da mußt Du selber krabbeln, das möchte ich nicht" und damit war das Thema durch. Kinder sehen ja hinter diesen familiären Zärtlichkeiten nichts vermeintlich Falsches oder Anstößiges. Und auch in meiner Familie war das üblich, dass irgendwer den anderen gekrabbelt hat.

@Eskima: Ich glaube schon, dass so eine Therapie helfen kann, Wege aufzuzeigen. Aber ich glaube nicht, dass man das Grundproblem wegreden kann. Und das ist mal derb ausgedrückt der Vater mit seinem Familienstamm.

Vom Prinzip gebüht Dir, Aja, doch aller Respekt, dass Du versuchst, Deinen Kindern die Familie zu erhalten. Ich vermute 99,9 aller anderen Alleinerziehenden beider Geschlechte würde in so einem Moment zum Kindeswohl die Brücken abbrechen.

LG Lausebackesmama
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(Ernst Ferstl)
AJA
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« Antwort #30 am: 03. Oktober 2006, 20:28:52 »

Zitat
Andererseits hab ich gerade geschluckt, denn natürlich krabbel ich meinen Sohn unterm T-Shirt.

Das meinte ich mit der Gratwanderung LBM und dass das auch was ganz natürliches sein kann. Wie viele Väter baden zusammen mit ihren Töchtern! Das ist genauso normal wie krabbeln an Armen, Rücken und Bauch, solange der erwachsene Teil nicht geniesserisch die Augen dabei verdreht  mad

Gruß AJA
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nena62
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« Antwort #31 am: 03. Oktober 2006, 20:34:36 »

Hallo Aja,

ich möchte dir einfach nur mal sagen, dass ich deine "Ängste" durchaus nachvollziehen kann. Meine Tochter ist ja 16 und bisher hatte sie zu einem Bekannten (35) von uns immer ein herzliches Verhätnis.. mit in den Arm nehmen usw.... nu ist er seit ein paar Monaten mit einer 17-jährigen zusammen und plötzlich bin ich ganz hellhörig, ich hab sie gebeten den Kontakt zwar nicht abzubrechen aber doch die "körperliche Nähe" einzuschränken. Wäre er ihr Vater wüsste ich nicht was ich machen sollte.

DIe Gratwanderung für dich muss grausam sein und ich würde da auch immer auf meinen Bauch hören und die Kids soweit ich kann schützen wollen.

Ich wünsch dir viel KRaft und das richtige Bauchgefühl
Nena
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« Antwort #32 am: 03. Oktober 2006, 20:53:15 »

Das ist genauso normal wie krabbeln an Armen, Rücken und Bauch, solange der erwachsene Teil nicht geniesserisch die Augen dabei verdreht  mad

Oh ha! Bei uns ist es natürlich die Lausebacke, die die Augen verdreht und nicht ich, Papa oder Oma oder Opa....

@Nena:

Ich denke, da liegt der Hase etwas anders. Klar ist das nicht so die Regel, dass solche Altersunterschiede zwischen Paaren sind. Aber ehrlich gesagt, hatte ich auch mit 15 einen Freund, der 27 war (und das drei Jahre lang) oder mit 24 mal einen, der 40 war.
Vielleicht fühlen sich Menschen in dem Alter wirklich auch auf der Paarebene zueinander hingezogen, ohne das da was Krankes im Spiel sein muss.

Das ist aber anders, bei Kindern...

LG LBM
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(Ernst Ferstl)
Aniram
Gast
« Antwort #33 am: 03. Oktober 2006, 22:37:27 »

Hallo Aja + LBM !

Zitat
Andererseits hab ich gerade geschluckt, denn natürlich krabbel ich meinen Sohn unterm T-Shirt. 

Ich auch... aber anders.

Ich habe das schon einmal hier in einem Tread geschildert.

Bei uns war es meine Nichte, die offensiv aufforderte (jeden von uns
unabhängig vom Geschlecht) zu "kratzen" wie sie es nannte. Gemeint
war damit, mit den Fingernägeln über den Körper zu streicheln.

Sie war dann irgendwann mal so um die 5 oder 6 Jahre und ich hab
geistesabwesend dabei zugeschaut. Es war bei uns im Garten.

Und irgendwie sah das seltsam aus oder andersherum gesagt. Ich hab
mich gefragt, was für ein Bild das für einen Aussenstehenden abgibt
und war unangenehm berührt von dem Gedanken, daß das ohne
weiteres falsch ausgelegt werden könnte. Aber irritiert hat es mich
vorher auch schon einige Male... nur da waren wir zu Hause und es
sah niemand.

Hier war es zwar so, daß auch "nur" meine Nichte genießerisch die Augen
geschlossen hatte - aber trotzdem.

Da wir gerade alle beisammen waren, hab ich das Thema auf den Tisch
gebracht und die anderen darauf aufmerksam gemacht, wie das gesehen
werden könnte.

Ich erinnere mich noch gut an die erstaunten aber dann doch nachdenklichen
Reaktionen.

Lange Rede - kurzer Sinn: Alle haben es von jetzt auf gleich eingestellt.

Irgendwie traurig und manchmal frag ich mich in welcher Zeit wir leben, das
eine an sich harmlose Sache so einen Schaden anrichten könnte.

Andererseits, man braucht nur die Zeitungen aufschlagen - fast täglich wird
irgendwo von einem Kindesmissbrauch erzählt.

Zum Kontakt von Aja's Kindern zu ihrem Vater brauch ich nicht viel sagen.

Du Aja kennst meine Meinung und jeder der mich nur ein bißchen kennt,
auch.

Dieses Thema zieht mich irgendwie immer runter, es ekelt mich an  exclamation_smile

LG

Marina


PS: Mir fällt gerade ein... mein Vater hat es nie gemacht. Und in unserem
       Gespräch hat er gemeint, daß das genau der Grund war, warum er
       sich immer geweigert hat und sie zur Oma geschickt hat. Er ist halt
       noch so von der "alten Schule" und für ihm gehörte sich "das" aus
       genau dem Grund nicht.

       Mein Bruder hat eher naiv reagiert - so in Richtung - ich bin ja nicht
       pervers. Nur beweis das mal wenn vielleicht schon blöd geredet
       wird.

       Meine Mutter u. Schwägerin haben mich erst ausgelacht. Sie wären
       ja schließlich Frauen - wie sollte man da auf dumme Gedanken kommen.

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