Hi Michael,
vielen Dank für deine rasche Antwort.
Ja, ich sollte etwas ausführlicher werden, aber ich wollte nicht als erstes Posting zu viel schreiben. ... könnte ja abschrecken.
Meine Ex und die Kinder sind hier geb. Deutsche. Es ist momentan noch kein fester Entschluss mit dem Auswandern nach Amerika, aber meine momentanen finanziellen Verhältnisse drängen mich evt. dazu. Ich zahle im Moment laut DT 548 € für meine beiden Kinder. Ich habe noch ein drittes Kind. Bei mir mit Lebenspartnerin lebend, welches diese Höhe eines Kindesunterhalts nicht genießen kann, aber ich denke das interessiert wohl keinen.
Ich liebe meine Kinder sehr, die mich sicherlich auch. Ich bin nur wirklich „fix und fertig“ mit meiner momentanen Situation, dass ich in nächster Zeit, eventuell den Unterhalt für meine Kids nicht regelmäßig aufbringen kann. Es ist ja nicht so, dass ich es nicht will, oder mich der Verantwortung entziehen möchte. Ich will ja, dass es meinen Kindern gut geht. Ich bin seit ca. 8 Jahren ein freiberuflicher EDV-Dozent. Ich will auch wieder viel arbeiten, so wie ich es bisher auch getan habe. In Tages- und Abendkurse unterrichten und Zuhause geht die Arbeit in diesem Bereich natürlich weiter (nix mit 40Std Woche, oder weniger). Ich habe seit den ersten 6 Jahren als EDV-Dozent kein Problem gehabt den Unterhalt an meine Kinder zu bezahlen. Ich habe Währendessen meine Kinder regelmäßig zu mir genommen und alles Erdenkliche unternommen. Würde mir wünschen es bliebe so!
Durch die allgemeinen Einsparungen und der wirtschaftliche Lage hier in Deutschland, sind meine Aufträge immer mehr zurückgegangen. Ich weis, es interessiert ja keinen. Ich bin ja für diese Situation selbst verantwortlich. Es hilft auch kein jammern. Ich habe nur Zukunftsangst, wie alles weiter gehen soll. Ich kann sehr schlecht schlafen, bin auch zeitweise wie gelähmt auch normale menschliche Gefühle stumpfen ab. Ich möchte nur sagen, mein Leben ist im Moment nicht besonders schön, so wie es mal war.
Ich habe ja evt. Glück, dass ich wieder eine Arbeit habe, ohne finanzielle Durststrecken. Sollte aber trotz meiner Bemühungen um Arbeit kein Erfolg in Aussicht sein, dann werde ich diesen Schritt gehen müssen. Meine Lebenspartnerin arbeitet bisher noch halbtags und kann gerade so die notwendigen allgemeinen Unkosten tragen. Das bedeutet sie könnte mir nicht mal aushelfen.
Es wäre nicht das erste Mal, dass ich nach Amerika fliege. Ich habe dort den Rest meiner Familie (Geschwister und Vater). Ich sehe es erstmal als eine andere Möglichkeit zu Arbeiten. Ich habe evt. bessere Möglichkeiten bzw. Perspektiven dort wieder Fuß zu fassen und mich wieder zu regenerieren. Sollte es dort nicht so klappen, wie ich es mir vorstelle, dann werde ich nach ca. 3 Monaten wieder zurückkommen und mich diesem Leben neu stellen. Ich bin für mich in der glücklichen Lage, jederzeit dort rüberfliegen zu können, da Amerikaner, um dort zu arbeiten. Soll aber nicht heißen, dass ich den Flug mir aus den Ärmeln schüttele, evtl. bezahlt mir mein Vater das Flugticket.
Was meine Kinder anbetrifft, sicherlich muss man solch einen Schritt mit vernünftigen Worten erklären, welche ich der KM nicht zutraue, da sie oft negative Dinge über meine Person mit meinen Kindern spricht. Das kann halt, aus meiner persönlichen Ehrfahrung, eine KM ausnutzen! (leider)
Ich hatte vor zwei Jahren war ich für 3 Monate drüben. Ich hatte selbstverständlich Kontakt mit allen meinen Kindern und meiner Lebenspartnerin, leider nicht real, aber immerhin per Telefon, E-Mail, Chat, WebCam. Ich muss zugeben es war für mich nicht ganz so einfach. Meine Kinder wussten aber, dass ich wiederkommen würde. Ich werde für meine Kinder immer der Papa bleiben, egal wo ich mich auf der Welt aufhalte!
Ich denke auch daran, falls ich doch länger beabsichtige, rüber zu fliegen, dann kann ich mir sehr wohl vorstellen meine Kinder und Lebenspartnerin in den großen Ferien rüber zu holen, falls es wiederum finanziell möglich ist. Es hört sich bestimmt nicht so glücklich an, aber anders geht es momentan nicht. Meine Lebenspartnerin und unser gemeinsames Kind sind hier noch eine Weile, aus anderen Gründen, hier in Deutschland gebunden und können somit nicht permanent mitkommen.
Diesen Schritt zu gehen zu müssen, tut mir wirklich weh, aber ich habe auch keine Lust/Kraft mich dann evtl. mit Pfändungen und RA, Gerichte herumzuschlagen mit unangemessener Härte und Ungereimtheiten! Wenn ich irgendwann finanziell zerschlagen am Boden liege nützt es bestimmt keinem auch nicht meinen Kindern.
Ich fühle mich jetzt schon als ein Krimineller, in punkto „Unterhaltsverweigerer“, obwohl ich nie was verbrochen habe. Bisher zahle ich aber, auch wenn ich selber wirklich nicht viel habe und sehen muss, wie es weiter geht.
Bisher habe ich nur mit einer Rechtsanwältin zu tun, die mich jetzt auffordert hatte, ohne zu prüfen was ich überhaupt habe an Geldeingängen, 548 € an meine Kinder zu zahlen, was ich bisher auch nachgekommen bin. Sollte ich pünktlich und ordnungsgemäß zahlen, dann wird sie mir eine moderate Ratenzahlungsvereinbarung machen (habe noch Unterhaltsschulden bei dem Bezirksamt). Das ist ja wie eine Erpressung! Ich habe doch keine Glaskugel, und kann die Zukunft meiner Arbeit/Finanzen vorausschauen. Das können ja nicht mal die Politiker. Man mag zwar denken, ich sehe das alles zu verbissen, aber jeder ist auch mit seinen Gefühlen anders geprägt.
Ich weis, dass solch ein Posting nicht alles erklären oder deuten kann, aber ich habe meine Gefühle und auch momentanen Gedanken freien Lauf gelassen.
Ich wollte eingentlich nicht so viel schreiben, hoffe aber hiermit das
„WILLST DU DAS WIRKLICH?“ besser verdeutlichen konnte.
Later...
Steve
[Editiert am 28/4/2005 von steve]
[Editiert am 28/4/2005 von steve]