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vatersein.de - Forum 17. Dezember 2017, 11:00:04 *
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Autor Thema: Die Eigentümerin meines Sohnes...  (Gelesen 12873 mal)
PausBanderI
Rege dabei
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Beiträge: 138


« Antwort #100 am: 19. Juni 2017, 14:50:06 »

Ja das ist alles klar soweit. Ging hier rein um die "technische" Seite. Ich frage mich nämlich dann, wie ein Urteil aussieht, dass regelt, wer Umgang hat und wer eben der "Chef" ist, wie meine Holde es wohl empfinden würde.
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Tsubame
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« Antwort #101 am: 19. Juni 2017, 17:21:25 »

Hallo,

Der "Chef" wäre der Elternteil, welcher das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht vor Gericht eingeklagt und erhalten hat. Will Deine Frau also "Chefin"sein, muss sie genau das tun.

Als Teil des Sorgerechts nach § 1627 Bürgerliches Gesetzbuch gehört das Aufenthaltsbestimmungsrecht zur Personensorge. Die Bedeutung des Aufenthaltsbestimmungsrechts besteht darin, den räumlichen Aufenthaltsort für das minderjähriges Kind zu bestimmen. Dazu gehört in erster Linie der dauerhafte gewöhnliche Aufenthalt des Kindes, also der Wohnort und die Wohnung des Kindes. (Ihr seid gerade dabei, gemeinsam die Wohnung des Kindes zu bestimmen.)

Sind beide Eltern sorgeberechtigt, üben sie gemeinsam das Aufenthaltsbestimmungsrecht aus. Das gilt ebenso bei Trennung und Scheidung. (So ist das in Eurem Fall.)

Nur dann, wenn die getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern sich über das Recht über die Aufenthaltsbestimmung nicht einigen können, kann jeder Elternteil beim Familiengericht ein alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen. Maßstab ist dabei das Kindeswohl. Das gemeinsame Sorgerecht beider Elternteile wird davon jedoch nicht berührt. (So weit seid ihr noch nicht.)
Das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht muss also beantragt werden. Bis dahin bleibt das gemeinsame Recht der Eltern zur Bestimmung des Aufenthalts bestehen.

 Die aufgestellten Behauptungen, das Aufenthaltsbestimmungsrecht
-gehe automatisch auf denjenigen über, der die Kinder nach der Trennung zuerst aufnimmt, oder
-erhalte immer derjenige, bei dem die Kinder längere Zeit ihren Hauptwohnsitz haben, oder
-stünde generell der Mutter zu
sind daher unzutreffend.

Solange ihr Euch einig seid, habt ihr beide das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Und so solltest Du das der Mutter kommunizieren. Es gibt keinen "Chef".
Je mehr Du in den Alltag des Kindes eingebunden bist (Krabbelgruppe, Schwimmen, Übernachtungen etc. ...), desto besser sind die Chancen im Streitfall nicht entsorgt zu werden. So solltest Du, wenn die räumliche Trennung vollzogen ist, sofort darauf achten, dass das Kind auch bei Dir übernachtet.  

Während der Papazeiten bestimmst Du den Aufenthalt des Kindes. Dazu gehören Besuche bei Freunden, Verwandten,, Ausflüge und Kurzurlaube innerhalb von Deutschland, ggf. auch ins das benachbarte europäische Ausland.
VG,
Tsubame
« Letzte Änderung: 19. Juni 2017, 17:24:27 von Tsubame » Gespeichert
MJ1977
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Beiträge: 104


« Antwort #102 am: 19. Juni 2017, 17:34:29 »

Das Problem dass viele BETs dass nicht kapieren. Die stehen viel zu oft auf dem Standpunkt: Lebensmittelpunkt (50+ % Betreuung) bei mir, also ich Chef. Da wird nicht nach ABR gefragt oder Rücksicht genommen und mit vernünftiger Argumentation hat das auch nix zu tun.
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Susi64
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Beiträge: 3.107


« Antwort #103 am: 19. Juni 2017, 17:34:59 »

Hallo,

es geht nicht nur um das Aufenthaltsbestimmungsrecht sondern vorallem um den Lebensmittelpunkt des Kindes. Liegt dieser bei der KM, dann kann sie Fragen des Alltags alleine entscheiden und nur für das Kind wesentliche Entscheidungen bedürfen Deiner Zustimmung.

Auf Umgang sollten sich Eltern selbständig einigen können. Können Sie sich nicht einigen wird das ein Gericht entscheiden. Die Frage nach dem Lebensmittelpunkt kann auch gerichtlich geklärt werden. So, wie Du aber den Fall schilderst, sehe ich den Lebensmittelpunkt des Kindes bei der KM und nicht bei Dir. Sprich Chefin ist die KM (siehe auch MJ1977).
Das hat mit der Frage nach dem Aufenthaltsbestimmungsrecht erst einmal nichts zu tun. Das ABR liegt höher und es gibt keinen Grund einem von euch beiden das ABR abzuerkennen.

VG Susi
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Tsubame
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 301


« Antwort #104 am: 19. Juni 2017, 19:00:07 »

Hallo Susi,

Es gibt die gesetzlichen Regelungen und die Art und Weise, wie man sie lebt und damit umgeht.

Natürlich kann die Kindesmutter in ihren Zeiten die Fragen des Alltags alleine entscheiden. Genauso wie der Kindesvater in seinen Zeiten. Deshalb sollte er, wenn er es will, sich so viel wie möglich einbringen, gerade wenn der Lebensmittelpunkt des Kindes  bei der Kindesmutter ist.

Und es gibt natürlich auch Gerichtsurteile, welche genau bestimmen, was für Entscheidungen zur Alltagssorge gehören. Ich hoffe aber, dass es für die beiden nie zu einer gerichtlichen Entscheidung zu diesem Thema kommen wird. Denn da kann es um Fragen gehen wie : "Darf der Vater mit dem Kind zum Frisör ? " bis zu "natürlich kann die Mutter ohne den Vater das Kind in der Montessori-Schule anmelden" und auch" zum Fussballspiel jedes Papawochenende". Oder "die Krabbelgruppe ist schlecht für das Kind". Da wird dann plötzlich alles, was das Kind betrifft, Alltagssorge und von einer Person bestimmt.

Meine Nachricht soll den TO darin bestärken, dass er versucht, von dem "es gibt einen Chef"-Modell wegzukommen, es gar nicht erst zu suggerieren  bzw. die Kindesmutter dahingehend zu überzeugen, dass es beim Elternsein eben keinen Chef gibt, sondern beide Elternteile gleichberechtigt sind.

Ansonsten kann es passieren, dass das Kind bald nichts mehr "darf", wenn es um den Vater geht.
VG,
Tsubame. 



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PausBanderI
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« Antwort #105 am: 19. Juni 2017, 22:08:52 »

Na die Überschrift sagt doch schon, daß es sowas wie ein vernünftiges Diskutieren um solche Dinge mit dieser Frau wohl nicht geben wird...

Neben vielen anderen Dingen ist das auch eine große Sorge von mir. Die nächsten 16 Jahre alle naselang vor Gericht zu müssen, weil man mit Madame nicht vernünftig darüber diskutieren kann, welche Schulhefte er einkaufen soll.
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MJ1977
Rege dabei
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 104


« Antwort #106 am: 19. Juni 2017, 22:12:11 »

Da kann ich nur sagen willkommen in meiner Welt. Ich bin eine Etappe weiter, aber das ganze artet mittlerweile zum Kleinkrieg von seiten der KM aus. Sie geilt sich mittlerweile an Kleinigkeiten auf, weil sie nix anderes findet.

Ich mache mir aber ähnliche sorgen was meinen Kampf der nächste 15 Jahre betrifft.
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PausBanderI
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« Antwort #107 am: 13. August 2017, 12:45:06 »

Hallo zusammen, nach mittlerweile zwei Monaten will ich ein kurzes Update machen:

Die sozialpädagogische Diagnose ist jetzt beendet und wir warten jetzt auf die weiteren Maßnahmen des Jugendamtes. Von seiten der Anwälte ist Ruhe, auch was den Unterhalt angeht.

Die Pädagogen sehen die Situation mit der Isolation des Kindes und der Einschränkung seiner Entwicklung als genauso kritisch an, wie ich es seit Monaten befürchte. Aber auch die häusliche Situation ist noch dieselbe und die Streitereien wirken sich extrem negativ auf das Kind aus.

Es treten Situationen auf, in denen meine Frau neben mir steht und zähnefletschend auf mich einredet und ich Mühe habe, sie vor Handgreiflichkeiten zu bewahren, während mein Sohn in sein Spieltelefon starrend neben mir sitzt. Was er dabei denkt und wie er sich fühlt, wenn er seine Mama so erlebt, ist ihr dann einfach nur sch...egal. Darauf angesprochen kommt dann natürlich die Standardantwort "Du bist natürlich dran schuld, Du hast alles angefangen" In solchen Situationen könnte ich sie packen und in den Schrank sperren, wenn ich ihn da so sitzen sehe.

Also Tatsache ist, ich muss aus der Wohnung. Bzw. sie. Frage an alle: Kennt ihr solche Situationen, kann da das Jugendamt bei der Wohnungsbeschaffung helfen? Und was, wenn sie sich absolut standhaft weigert, auszuziehen? Denn das ist im Moment der Eindruck: Ich muss ausziehen, aber will eigentlich gar nicht. Gleichzeitig bestätigt sie natürlich, daß ich für sie immer der Böse und der ... bleiben werde. Nunja. Ich kann ja gerade nicht ausziehen, weil mich sonst der gemeinsame Mietvertrag finanziell erdrücken würde. Die Privatinsolvenz wäre unabwendbar, wenn sie es drauf anlegt.

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Lausebackesmama
aka LBM
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Ein Leben lang!


« Antwort #108 am: 13. August 2017, 12:59:25 »

Kannst du die Betreuung des Kindes gewährleisten? Ggf. solltest du dich darüber mal mit deinem Anwalt beraten. Insbesondere, wenn diese Maßnahme das kranke Verhalten der KM darlegt.

LG
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‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Kasper
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« Antwort #109 am: 15. August 2017, 13:09:28 »

Es treten Situationen auf, in denen meine Frau neben mir steht und zähnefletschend auf mich einredet und ich Mühe habe, sie vor Handgreiflichkeiten zu bewahren, während mein Sohn in sein Spieltelefon starrend neben mir sitzt. Was er dabei denkt und wie er sich fühlt, wenn er seine Mama so erlebt, ist ihr dann einfach nur sch...egal. Darauf angesprochen kommt dann natürlich die Standardantwort "Du bist natürlich dran schuld, Du hast alles angefangen" ...
Ja, kenn ich. Nur zu gut.

Das erste Problem, vor dem Du stehen wirst, ist das Dir kaum einer offen glauben wird, dass die KM gewalttätig ist. Hinter vorgehaltener Hand pflichten sie Dir bei, aber es gilt immer noch das Mantra, dass nur Männer (Väter) gewalttätig sind. Ich kenne diese Szenen auch nur zu gut.

Was kannst du tun?

1) Du darfst auf keinen Fall ausziehen!
Denn greift das Hilfesystem und es wird der KM geholfen, an ihr herum gedoktert und vermutlich wirst Du, weil Du Umgang haben willst bzw. Dich um Dein Kind kümmern möchtest, als Störenfried angesehen.
Du musst als Stütze für das Kind präsent bleiben.

2) Betreuung des Kindes.
Sei überall dabei, nehme Termine war, alle die Du schaffen kannst. Sei präsent in der Erziehung Deines Kindes, übernehme alle Aufgaben um der KM das Leben leicht zu machen. Ich vermute, dass sie es dankbar annehmen wird.

3) Wohnung / Auszug!
Schwierige Kiste. Letztendlich geht es nur über ein Gerichtsverfahren.
Du musst die Zuweisung der ehelichen Wohnung beantragen und dies mit der Gefahr für das Kind begründen. Damit ist es aber noch kein Selbstläufer. Ich bin diesen Weg gegangen und beim Familiengericht wurde keine Gefahr gesehen, selbst das JA hat noch einen Bericht abgegeben, dass „keine Gefahr der Kinder durch die Kindesmutter besteht, da der Kindesvater im Haushalt präsent ist!“. Die Worte des Senatsvorsitzenden beim OLG klingen mir auch nach 6 Jahren immer noch in den Ohre: „mit diesem Wisch kann man sich den  **tsts - ID 6** abwischen…“.
Du wirst es nur hinbekommen, wenn Du die Gefahr für das Kind darlegen kannst und die Betreuung sicherstellen kannst. Weiterhin solltest Du es so darstellen, dass es auch darum geht, der KM zu einem vernünftigen Kontakt zum Kind zu ermöglichen und die Probleme durch einen Umgang zu schmälern. Denn ich denke nicht, dass Du Kindesunterhalt bekommen wirst, also fällt die finanzielle Komponente weg. Aber durch die Entlastung in der Erziehung und Betreuung hilfst Du der KM sich zu regulieren und sich auf die wesentlichen Dinge zu besinnen. Du hilfst ihr also, aus Konfliktsituationen herausgelassen zu werden und vielleicht, wenn sie es selber will, sich therapeutische Hilfe zu suchen. Diese Punkte sind auf lange Sicht die erfolgversprechenden.

Grundsätzlich:
Dies ist ein langer Weg, der schlimmsten Fall über Jahre gehen kann. Weiterhin ist es abhängig davon, wie die Beteiligten ticken und denken (FamG, JA, Verfahrenbeistand, Therapeuten, etc.). Wenn diese pro-KM eingestellt sind, dann kann es in alle Richtungen gehen, selbst dass Du selber als Provokateur dastehst. Sind diese sachlich orientiert, dann glauben die zwar immer noch nicht alles, aber schauen genauer hin und bilden sich ein (eigenes) Urteil und handeln dann entsprechend.

Ein einfacher Weg wird das vermutlich nicht.

Gruß
Kasper
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Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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