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vatersein.de - Forum 26. Mai 2012, 09:55:37 *
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Autor Thema: Erfahrung mit solchen „Mediationen“ und deren Bedingungen?  (Gelesen 939 mal)
alexander_2004
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Beiträge: 55



« am: 15. April 2005, 12:08:56 »

Mediation ?

Hallo,
da ich meine Tochter vom 21.3 bis heute nicht mehr sehen durfte habe ich natürlich diverse rechtliche und menschliche Schritte unternommen.
Nun ruft mich gestern das Jugendamt an, und fragt ob ich zu einer Mediation bereit wäre.
Nun, im interese des Kindeswohl kann ich Angebote seitens des Jugendamts nicht ablehnen, obwohl mir die Erfolgsausichten sehr gering erscheinen, denn bis heute habe ich auf dem JuAmt nur meine Zeit vertrödelt, denn machen konnten sie bis jetzt nicht wirklich etwas, aber das ist ein anderes Thema.
Aber dann erklärte die Sachbearbeiterin, eine wichtige Bedingung wäre das es keine laufende Verfahren beim Familiengericht geben dürfe.

Was hat es mit so etwas auf sich? Ist es dem Kindeswohl zutreffend wenn ich meine gestellten Anträge zurückziehe, und damit das Prozedere vielleicht (wahrscheinlich) noch weiter verlängere? Es dauert ja sowieso alles schon ewig!

Wer hat Erfahrung mit solchen „Mediationen“ und deren Bedingungen?

Gruss
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- Jeder bekommt was er verdient, irgendwann! -
DeepThought
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 12.055



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« Antwort #1 am: 15. April 2005, 12:20:00 »

Moin Alexander,

Sinn einer Mediation ist ein Vergeben, Vergessen, Aufeinanderzugehen und im Sinne der Kinder Miteinandergehen (guckst du >hier<).

Das kann nicht klappen, wenn Verfahren anhängig sind, da dies aufzeigt, die Eltern können nicht miteinander eine gemeinsame Regelung treffen.

Eine Mediation im Umgangsverfahren halte ich für überzogen. Das Thema sollte in einem (vielleicht auch längeren) Beratungsgespräch abgefackelt werden.

DeepThought
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Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06 als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
biga
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Beiträge: 1.429


« Antwort #2 am: 15. April 2005, 12:55:03 »

Hallo Alexander und deep,

ich habe da eine etwas andere Ansicht, was ein Mediationsverfahren wegen Umgang angeht.
So wie ich deine Geschichte in Erinnerung habe - ich hoffe es ist die Richtige von den vielen hier ;-) - gibt es ja zwischen Dir und Deiner Ex ziemlich viel Streß wegen des Umgangs, vermutlich beruhend auf der alten, gewesenen Beziehung.

In der Mediation geht es auch darum, neue Wege für das Miteinander zu finden. Es wäre danach dann möglich über den Umgang relativ Konfliktfrei miteinander zu reden. Insofern kann es also bei euch schon Sinn machen - nicht nur weil das JA es vorschlägt.

LG
 Biga
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alexander_2004
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Beiträge: 55



« Antwort #3 am: 15. April 2005, 13:30:49 »

Hallo,
danke für die sehr schnelle Hilfe. Konnte mir mit dem Referat ein gutes Bild machen, denke ich.

„Beratungsgespräche“ hatten wir schon unzählige. Die meisten hab ich angeleiert.
Aber der Ablauf war aber immer in etwa derselbe:
Vorwürfe ihrerseits die nichts mit meiner Tochter zu tun haben,
Erklärung meinerseits, Übergang zum eigentlich wichtigen,
totale Weigerung ihrerseits zum weiteren Gespräch,
Sachbearbeiterin und ich erklären ihr die Tragweite ihres Verhaltens,
entweder wütend oder heulend verlässt sie an der Stelle meist den Raum.

Ich arbeit selbständig, und es schmerzt finanziell sehr, wenn ich 1 bis 2 Stunden für nichts außer Ärger verschwende. OK, das ist jetzt übertrieben, aber es stimmt dass alle Gespräche bis jetzt mir zwar einen guten Ruf beim JA gebracht haben, mehr aber nicht.
Und darauf kann ich verzichten.

Daher sehe ich nüchtern betrachtet keinen Sinn in weiteren Gesprächen.
Ich habe den Eindruck, dass JA will ihr verhelfen die Trennung besser zu verarbeiten, denn das erscheint dem JA und mir der Grund für ihr Verhalten zu sein.

Nur das Verhalten der Kindesmutter zeugt bis heute nur störrisches Weigern vergleichbar mit einem Esel, und wenn dann so eine Mediation über einen längeren Zeitraum sich hinzieht, ist meine Tochter schon in der Schule, bevor ich sie wieder sehen darf, übertrieben ausgedrückt.

Aber nun gut, wenn es dem Kindeswohl zutreffend ist, spiele ich halt den Psychiater für die Kindesmutter, ...
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haddock
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« Antwort #4 am: 15. April 2005, 13:33:18 »

Hi, Alexander

ich würde au keinen Fall die Anträge zurückziehen.
Sollte es nötig werden siedoch noch einmal zu stellen, ist man ja fast unglaubwürdig. Obwohl ein zurückgezogenen Antrag wie ein nicht gestellter Antrag behandelt wird.

Du kannst ja der Mediation zustimmen (halte ich - egal ob du zurücknimmst oder nicht -für sinnvoll), aber mit der zusätzlichen Aufgabenstellung, ob du deine Anträge zurückziest.

In der Mediation werden ja alle Ansprüche und Positionen wertfrei und objektiv (HaHa) jeder Seite aufgedröselt, und dann soll ein tragfähiger Kompromiss ausgehandelt werden, mit dem Ziel, daß sich niemand übervorteiilt fühlt.

Kommt jetzt das JA und verlangt deine Anträge zurückzunehmen, dann halte ich das im Sinne der gerechten Verhandlungsposition für unseriös.

Deine Anträge kannst du nach einer Regelung per mediation immer noch zurückziehen.

Will das Jugendamt selber die Mediation vornehmen? Wer soll den Mediator aussuchen?

Vielleicht gibt es ja die Möglichlkeit deine Verfahren für die Dauer der Mediation auzusetzen.

Gruß
Haddock
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AndreaDD
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« Antwort #5 am: 15. April 2005, 13:40:40 »

Sinn oder Unsinn einer Mediation hängt in meinen Augen von der Kompromißfähigkeit beider Eltern ab. Wenn keine Kompromißfähigkeit besteht (auch nur auf einer Seite) wird die Mediation abgebrochen.

Vielleicht hilft dir das als Entscheidungskriterium, Alexander.

Liebe Grüße
Andrea
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haddock
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« Antwort #6 am: 15. April 2005, 13:41:03 »

Zitat
Hallo,

„Beratungsgespräche“ hatten wir schon unzählige. Die meisten hab ich angeleiert.
Aber der Ablauf war aber immer in etwa derselbe:
Vorwürfe ihrerseits die nichts mit meiner Tochter zu tun haben,
Erklärung meinerseits, Übergang zum eigentlich wichtigen,
totale Weigerung ihrerseits zum weiteren Gespräch,
Sachbearbeiterin und ich erklären ihr die Tragweite ihres Verhaltens,
entweder wütend oder heulend verlässt sie an der Stelle meist den Raum.


Daher sehe ich nüchtern betrachtet keinen Sinn in weiteren Gesprächen.
Ich habe den Eindruck, dass JA will ihr verhelfen die Trennung besser zu verarbeiten, denn das erscheint dem JA und mir der Grund für ihr Verhalten zu sein.

Aber nun gut, wenn es dem Kindeswohl zutreffend ist, spiele ich halt den Psychiater für die Kindesmutter, ...
 


Sorry, meine Antwort hat sich überschnitten.
Möchte hier nur anmerken:

Beratung ist keine Mediation.

Das JA hat nicht die Aufgabe deiner Ex die Trennung zu erleichtern - kann ich mir nicht vorstellen.

Du sollst in einer Mediation nicht den Pschiater spielen, sondern deine Position dezidiert vertreten. Aufgrund eurer Positionen soll ein Kompromiss erarbeitet werden.

Wahrscheinlich hast du Recht, und es ist sowieso ohne Ergebnis, aber vor Gericht kommen - auch ergebnislose-  Mediationen (aber auch Beratungen) eigentlich gut an.


Gruß
Haddock
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kleinegon
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Beiträge: 596


« Antwort #7 am: 15. April 2005, 18:38:22 »

Hallo Alexander_2004
Zitat
jetzt mir zwar einen guten Ruf beim JA gebracht haben, mehr aber nicht.
Und darauf kann ich verzichten.
 
Leider nicht: das JuAmt ist in Sorgerechtsfragen verpflichtet, dem Gericht eine eigene Stellungnahme abzugeben. Und da ist ein guter Ruf sehr wichtig.
Meine Meinung:
Du hast schon sehr viel sehr lange versucht. Und der Umgangsboykott läuft. Sage dem JuAmt doch ganz klar Deine Befürchtung: mit der Rücknahme Deines gerichtlichen Antrages wird der Umgang nur noch länger verhindert, und das darf im Interesse des Kindes nicht sein. Sobald bei der Mediation sofortige Umgangskontakte wieder zustandekommen, und zwar regelmäßig, und dazu ist das JuAmt auch zur Hilfeleistung verpflichtet, dann ziehst Du den Antrag zurück. Vorher nicht. Dies sollte m.E. das JuAmt akzeptieren, da ja schon einige Beratungsgespräche negativ gelaufen sind.
Ich drück Dir die Daumen für ein baldiges Wiedersehen mit deinem Kind!
Kleinegon
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