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vatersein.de - Forum 19. November 2017, 07:51:03 *
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Autor Thema: Unterhalt nach Scheidung  (Gelesen 5531 mal)
Dremml
Schon was gesagt
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Beiträge: 41



« am: 08. Januar 2016, 11:59:54 »

Hallo,

meine Lebensgefährtin ist zur Zeit noch in zweiter Ehe verheiratet, ihr Ehemann wohnt im gemeinsam vor vier Jahren erworbenen Haus in einer saparaten Wohnung.
Ihr Mann verdient aktuell ca. 4.500 Euro netto, zahlt den Kredit fürs Haus alleine ab (monatlich 1.200 Euro). Meine Lebensgefährtin ist zur Zeit Hausfrau und hat kein eigenes Einkommen, ausser 500 Euro Haushaltsgeld von mir und Unterhalt für zwei Kinder (13 und 17 Jahre) aus erster Ehe.

Nun hat ihr der Ehemann vorgeschlagen, ihr im Trennungsjahr und auch nach der Scheidung bis zum Ende seiner Erwerbstätigkeit monatlich 300 Euro Unterhalt zu zahlen.
Sie würde dafür das Haus bekommen, müsste allerdings den restlichen Kredit fürs Haus in Höhe von derzeit ca. 230.000 Euro selbst abbezahlen (was finanziell in einem Rutsch möglich wäre).

Was sie jetzt gerne wüsste:
Wie ist sie besser beraten, den Unterhalt per Anwalt und Gericht regeln lassen, oder die 300 Euro monatlich nehmen.
Dazu wäre noch zu sagen, daß ihr Ehemann 50 Jahre alt ist und vllt. noch 10 Jahre arbeitet.
Und ob sie ihrem Mann bei der Scheidung etwas fürs Haus geben muss.

Sollten ihr noch mehr wissen wollen, ruhig fragen.

Ansonsten freue ich mich auf eure Antworten.
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TotoHH
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« Antwort #1 am: 08. Januar 2016, 12:11:05 »

Moin.

Hier werden Themen Unterhalt und Zugewinnausgleich/ Vermögensaufteilung bunt vermischt.
Deshalb wird es anhand der begrenzten Infos schwer werden, eine abschließende Meinung zu erarbeiten.

Aber vielmehr - insbesondere da ich kein Freund von "ich-will-was-mir-zusteht" bin:
Ist sie denn zufrieden mit dem was sie nun, am Ende der Ehe, bekommt:
- 10 Jahre lang mtl. 300 EUR Unterhalt (ich gehe davon aus, dass dies der Unterhalt für Deine LG ist, KU sollte unabhängig davon sein, dass sie darauf namens ihrer Kinder kaum verzichten kann)
- den Nettowert des Hauses (also Immobilienwert abzgl. der Schulden) - ich lese das Angebot so wie hier geschildert so, dass nichts bezahlt werden muss.

Gruß, toto
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Mrs_Mima
Gast
« Antwort #2 am: 08. Januar 2016, 13:13:03 »

@Toto,

die Kinder hat sie mit ihrem 1. Ehemann, das Haus mit dem Ehemann Nummer 2. Der TO ist der neue LG.

Mima
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Dremml
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Beiträge: 41



« Antwort #3 am: 08. Januar 2016, 13:33:53 »

@ Toto

Welche Infos bräuchtest du noch, damit man eine genauere Meinung verfassen könnte?

Meiner LG geht es in erster Linie darum, ob sie mit den 300 Euro monatlich besser fährt, als mit normalem Unterhalt nach der Scheidung.
Ich bin der Meinung ja, da ich jetzt bald seit einem Jahr hier wohne und sie noch nicht mal in Trennung wohnen.

MfG
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TotoHH
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« Antwort #4 am: 08. Januar 2016, 13:49:26 »

Meiner LG geht es in erster Linie darum, ob sie mit den 300 Euro monatlich besser fährt, als mit normalem Unterhalt nach der Scheidung.
Das ist genau das, was ich mit
"ich-will-was-mir-zusteht"
meine...  exclamation_smile

Die erste Frage muss doch sein: Ist sie mit dem Angebot in seiner absoluten Höhe zufrieden? Kann sie damit auskommen?
Wenn ja, braucht sie m.E. gar nicht weiter drüber nachzudenken!
Und ich finde 300 EUR pro Monat plus das Haus (netto) gar nicht so verkehrt. Hängt aber natürlich stark vom Zugewinn, Ehedauer, Rollenverteilung etc ab... Wahrscheinlich hat der Noch-Mann sich auch ein wenig Verhandlungsspielraum eingebaut...
Nur wenn sie nicht zufrieden ist, dann lohnt sich m.E. das genaue nachrechnen... mit Anwalt kanns aber teuer werden...

Gruß, toto, der das nicht rechnen kann
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United
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« Antwort #5 am: 08. Januar 2016, 15:08:43 »

Moin,

Welche Infos bräuchtest du noch, damit man eine genauere Meinung verfassen könnte?

Meiner LG geht es in erster Linie darum, ob sie mit den 300 Euro monatlich besser fährt, als mit normalem Unterhalt nach der Scheidung.
Ich bin der Meinung ja, da ich jetzt bald seit einem Jahr hier wohne und sie noch nicht mal in Trennung wohnen.
In die Überlegungen einzubeziehen:
Wie hoch ist der Verkehrswert der Hütte ?
Wie hoch wäre die Miete für ein vergleichbares Objekt ?

Du beschreibst Dich als Lebensgefährten ... wie verfestigt ist denn Euer Verhältnis ? Das könnte (irgendwann) als Verwirkungsgrund für nachehelichen Unterhalt ins Feld geführt werden ...

Für ihre (und die ihres Ex) Überlegungen sollte weiterhin eine Rolle spielen: Wovon soll sie leben, wenn Dein Haushaltsgeld wegfallen sollte ?

Gruß
United
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midnightwish
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« Antwort #6 am: 08. Januar 2016, 15:33:15 »

Zäumen wir das Pferd mal von der anderen Seite auf.

Deine LG hat mit dem Bald-Exmann keine gemeisamen Kinder.

Nach neuem Recht ist nach der Scheidung im Prinzip jeder für seinen Unterhalt selsbt verantwortlich. Ein Nachehelicher Unterhalt ist dann nur noch in engen Grenzen möglich. Kinderbetreuung fällt schon mal weg (denn dafür ist Exmann 2 ja nicht verantwortlich), lange Ehedauer, Krankheit o.ä. dürften fast auch nicht in Betracht kommen.

Wenn es vor Gericht geht könnte auch viel weniger als von ihm vorgeschlagen herauskommen. Auch eine Begrenzung auf 2,3, 5 oder 7 Jahre für den nachehelichen Unterhalt könnten dann unter den vorgeschlagenen 10 Jahren liegen.

btw. noch ein paar Anmerkungen:

Zitat
ihr Ehemann wohnt im gemeinsam vor vier Jahren erworbenen Haus in einer saparaten Wohnung.

Zitat
Ich bin der Meinung ja, da ich jetzt bald seit einem Jahr hier wohne und sie noch nicht mal in Trennung wohnen.

Damit leben die beiden schon 1 Jahr getrennt. Der Nochmann könnte jederzeit die Scheidung einreichen. Für das Trennungsjahr ist es nur notwendig das man getrennt wirtschaftet und das Bett nicht mehr miteinander teilt. Ob man das Trennungsjahr in derseleben Wohnung hinter sich bringt oder wie hier unter einem Dach, aber getrennten Wohnungen ist dabei unerhablich.

Zitat
ca. 230.000 Euro selbst abbezahlen (was finanziell in einem Rutsch möglich wäre).

Na, wenn das kein Problem ist, dann sollte sie auch fairerweise auf den Unterhalt des Ex verzichten. Ganz ehrlich, IMO wollt ihr den Kerl über den Tisch ziehen
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« Antwort #7 am: 08. Januar 2016, 15:41:09 »

Hallo,

zum einen geht es um nachehelichen Unterhalt. Normalen nachehelichen Unterhalt gibt es in der Weise nicht mehr.
Nach der Scheidung sollte grundsätzlich jeder Ehegatte für seinen Lebensunterhalt selbst sorgen (§ 1569 BGB).
Auch muss nur so lange gezahlt werden, wie ehebedingte Nachteile ausgeglichen werden sollen oder es die nacheheliche Solidarität erfordert. Ist das nicht mehr der Fall, kann der nacheheliche Unterhalt befristet oder herabgesetzt werden.
Quelle

Nach der Scheidung besteht eine Erwerbspflicht, die auch dazu führen kann, dass ein Erwerbsenkommen fiktiv angerechnet wird.
Möglich wäre hier ein befristeter Aufstockungsunterhalt. Die maßgebliche Grundlage wären dabei die ehelichen Verhältnisse, also das Einkommen des Ex minus Kredit = 3300 Euro netto für ihn.
Hätte Sie ein Nettoeinkommen von 1500 Euro, dann gäbe es eine Differenz von 1800 Euro, die Hälfte davon sind 900 Euro. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass diese 900 Euro auf ewig gezahlt werden müssten bzw. würden, da wie gesagt jeder nach der Scheidung für selbst sorgen muss. 300 Euro für ca. 10 Jahre ist da schon ok.

Das Haus ist Bestandteil des Zugewinnausgleichs. Wenn beide im Grundbuch stehen, dann ergibt sich aus dem Haus ein gleicher Zugewinn für beide und es ist nichts auszuzahlen bzw. auszugleichen, auch wenn er alleine die Kredite bezahlt hat.

Sinnvoll wäre, wenn man sich einig ist, eine Scheidungsfolgenvereinbarung abzuschliessen, die dann auch die Details regelt. Siehe hier.

VG Susi
 
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« Antwort #8 am: 08. Januar 2016, 15:43:32 »

Die erste Frage muss doch sein: Ist sie mit dem Angebot in seiner absoluten Höhe zufrieden? Kann sie damit auskommen?

Das sehe ich nicht so. Am Anfang steht natürlich die Frage, was steht ihr rechtlich zu. Wenn man in eine Verhandlung geht, und von den rechtlichen Ansprüchen keine Ahnung hat, ist man natürlich ein ideales Opfer, das über den Tisch gezogen wird.

@Dremml: Die Frage, ob und ggf. in welcher Höhe Deiner LG nachehelicher Unterhalt zustünde, hängt von einigen Faktoren ab, darunter:

- Wie lange hat die Ehe gedauert?
- Wie alt ist Deine LG, welche Ausbildung hat sie und wie lange war sie nicht erwerbstätig?
- Sind es die Kinder des Noch-Ehemannes, die sie betreut hat?

All diese Faktoren beeinflussen eine eventuelle Entscheidung.

Um abschätzen zu können, ob der Deal für Deine LG ein akzeptabler wäre, wäre noch wichtig zu wissen, wie hoch in etwa der Verkehrswert des Hauses ist.

Da die Abschätzung recht komplex ist, es andererseits aber auch um eine Stange Geld geht, würde ich an der Stelle Deiner LG einen Anwalt zu Rate ziehen.
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« Antwort #9 am: 08. Januar 2016, 16:03:37 »

Das sehe ich nicht so. Am Anfang steht natürlich die Frage, was steht ihr rechtlich zu. Wenn man in eine Verhandlung geht, und von den rechtlichen Ansprüchen keine Ahnung hat, ist man natürlich ein ideales Opfer, das über den Tisch gezogen wird.
Das sehe ich nicht so. Denn wenn ich zufrieden bin mit dem was mir angeboten wird, dann werde ich nicht über den Tisch gezogen, auch wenn einem rechtlich vielleicht mehr zusteht... Die Diskussion ist aber müssig, da offensichtlich das Ergebnis für Dremml und seine LG maximiert werden soll - insofern scheint man nicht zufrieden.  exclamation_smile

Da die Abschätzung recht komplex ist, es andererseits aber auch um eine Stange Geld geht, würde ich an der Stelle Deiner LG einen Anwalt zu Rate ziehen.
Und schon verlässt eine Stange Geld den Kreis der direkt involvierten...

Aber darauf kommt es vermutlich nicht an, wenn 230k EUR für eine Kredittilgung in einem Rutsch bereitstehen  exclamation_smile - wobei dies bei dem derzeitgen Zinsniveau auch nicht der sinnvollste Weg sein muss.

Viel Erfolg!
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« Antwort #10 am: 08. Januar 2016, 16:07:14 »

Die Ehe dauert jetzt fünf Jahre.
Meine LG ist 42, gelernte Arzthelferin, sie war bis Mai 2015 in diesem Beruf erwerbstätig.
Das Haus hat einen Verkehrswert von ca. 300.000 Euro.
Meine LG und ihr Nochehemann stehen beide im Grundbuch, wenn sie sich scheiden lassen, übernimmt meine LG das Haus und den restlichen Kredit und bezahlt ihn auf einmal ab, was mit Strafzinsen etwa 270.000 Euro ausmacht.
Die beiden Kinder stammen nicht vom Nochehemann, sondern sind aus erster Ehe mit eingebracht worden.

Anzumerken wäre noch, daß meine LG ihm bei einer Scheidung 20.000 Euro geben würde, da auch er damals beim Umbau einen kleinen Teil bezahlt hat.
« Letzte Änderung: 08. Januar 2016, 16:10:39 von Dremml » Gespeichert
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« Antwort #11 am: 08. Januar 2016, 16:11:05 »

96k EUR für 5 Jahre Ehe? Nicht ganz so schlecht...
Hat sie denn ihren Beruf für den Nochehemann aufgegeben?

hat sie beim Erwerb des Hauses denn Eigenkapital beigesteuert?
« Letzte Änderung: 08. Januar 2016, 16:15:21 von TotoHH » Gespeichert
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« Antwort #12 am: 08. Januar 2016, 16:12:00 »

Ganz ehrlich, unter diesen Umständen sehe ich keine Notwendigkeit für Unterhalt von Seiten es Ex.

Sie war auch während des Trennungsjahres berufstätig. Es ist also ihm nicht anzulasten, wenn sie jetzt nichts verdient. Es gibt keine gemeisamen Kinder, die Ehe hat nicht allzulange gedauert.

Wenn der arme Tropf ihr das freiwillig gibt, dann soll sie zufrieden sein. Vor Gericht wird sie wohl weit weniger zugesprochen bekommen.

Wenn sie Anstand besitzt, dann verzichtet sie auf diese 300 € und übernimmt das Haus ohne ihn weiter finanziell zu belasten
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« Antwort #13 am: 08. Januar 2016, 16:14:44 »

@ Toto

Zitat
Hat sie denn ihren Beruf für den Nochehemann aufgegeben?

Mit Sicherhei nicht, denn:

Zitat
Meine LG ist 42, gelernte Arzthelferin, sie war bis Mai 2015 in diesem Beruf erwerbstätig

Zitat
Ich bin der Meinung ja, da ich jetzt bald seit einem Jahr hier wohne und sie noch nicht mal in Trennung wohnen.

Ich habe Mitleid mit dem armen Trottel von Mann
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« Antwort #14 am: 08. Januar 2016, 16:17:26 »

Ich habe Mitleid mit dem armen Trottel von Mann
Naja, das wohl nicht - ich vermute, dass er auch rechnen kann. Und wenn da noch ein größerer Zugewinn schlummert...
Oder er will sich "freikaufen" - ohne viel Stress.

Aber in beiden Fällen erkenne ich wenig bis keinen Grund für Dremmls LG sich hier zu optimieren.

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« Antwort #15 am: 08. Januar 2016, 16:26:35 »

Ok, noch ein wichtiger Nachtrag.
Meine LG hatte Anfang Dezember letzten Jahres einen Herzinfarkt, würde das die Dauer eines Nachehelichen Unterhalt ändern oder sind es ohnehin nur zwei Jahre?
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« Antwort #16 am: 08. Januar 2016, 16:31:02 »

Das wird wohl kaum etwas ändern.

Der Herzinfarkt liegt im Trennungsjahr. Warum sollte der dafür mehr oder länger zahlen.

Mal ne Frage, du bist ja auch Ex und Vater. Warum bist du so scharf darauf ,dass er möglichst lange/viel zahlt, obwohl das ja anscheindend gar nicht benötigt wird. Wer hat schon so viel auf der hohen Kante um den Hauskredit komplett in einem Stück zurückzuzahlen?

Warum will sie unbedingt Unterhalt? Sie leben schon nahezu 1 Jahre getrennt, du lebst mit ihr etwa genaus lange in einem Haushalt. Sie sollen einfach die Ehe auflösen und jeder geht seiner Wege ohne den anderen finanziell weiter zur Rechenschaft zu ziehen
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« Antwort #17 am: 08. Januar 2016, 17:06:20 »

Hallo,

nochmal im Klartext:
Im Regelfall gibt es keinen nachehelichen Unterhalt (§ 1569 BGB):
"Nach der Scheidung obliegt es jedem Ehegatten, selbst für seinen Unterhalt zu sorgen. Ist er dazu außerstande, hat er gegen den anderen Ehegatten einen Anspruch auf Unterhalt nur nach den folgenden Vorschriften."

Deshalb muss es für den nachehelichen Unterhalt Gründe geben:
1. minderjährige Kinder --> keine, da die Kinder nicht aus dieser Ehe stammen,
2. ehebedingte Nachteile, da auch während der Ehe berufstätig --> keine
3. wegen Krankheit, d.h. die Krankheit muss Ursache dafür sein, dass keine/keine Vollzeit möglich ist und der Bedarf deshalb nicht gedeckt werden kann. Hat sie einen Grad der Behinderung? Nein? dann nein.
4. Wegen Alter ---> zu jung.
5. lange Ehedauer --> nein.

Mit dieser Grundlage sind vielleicht 1-2 Jahre nachehelicher Unterhalt möglich (abzüglich Anwaltskosten und natürlich würde Ex dann auch nicht weiter zahlen).

VG Susi
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« Antwort #18 am: 08. Januar 2016, 20:55:02 »

Der Herzinfarkt liegt im Trennungsjahr. Warum sollte der dafür mehr oder länger zahlen.

Weil es gesetzlich so vorgesehen ist. Auch im Trennungsjahr besteht die Ehe noch.

@Dremml: Ob Deine LG Anspruch auf Unterhalt hätte, hängt in ihrem Fall wohl ausschließlich davon ab, wie sehr sie durch den Infarkt in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.

Vermutlich hat der Noch-Ehemann aus diesem Grund das Angebot mit den 300 € gemacht. Aus der Sicht des Noch-Ehemanns ist durchaus das Risiko gegeben, dass seine Noch-Frau arbeitsunfähig bleibt. In diesem Fall könnte er zu einem deutlich höheren Unterhalt verurteilt werden. Dazu besteht für ihn noch das Risiko, dass die Beziehung der Frau mit Dir nicht hält, so dass für ihn die Möglichkeit wegfielen, nach zwei Jahren zu versuchen, den Unterhalt wegen der gefestigten Beziehung zu Dir abändern (streichen) zu lassen.

Aus Sicht Deiner LG wäre das größte Risiko, dass sie sich auf die 300 € einlässt, aber doch nicht mehr arbeiten kann. In dem Fall hätte sie dann nur 300 € Einkommen. Würde sie allerdings wieder voll arbeitsfähig, dann hätte sie mit der Annahme des Angebots von monatlich 300 € einen guten Deal gemacht.

Von daher sollte  sie die Entscheidung von ihrem Gesundheitszustand und der Prognose des Arztes abhängig machen.
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« Antwort #19 am: 09. Januar 2016, 07:20:42 »

Hi,

immer wieder erstaunlich: da trennt sich ein erwachsener Mensch von seinem Ehepartner und will nichts mehr mit dem zu tun haben. Aber erwartet allen Ernstes, dass eben dieser finanziell weiter für ihn sorgt?

Sorry, das kann ich nur dann verstehen wenn gemeinsame Kinder da sind. An sonsten bin ich als erwachsener Mensch für mich selbst verantwortlich.

LG
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« Antwort #20 am: 09. Januar 2016, 09:49:35 »

Moin Dremml,

in Ergänzung zu Susi ...

Damit eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit gegen eine Befristung des Nachehelichen Unterhalts spricht, müsste diese ehebedingt sein.

Das Dilemma bei "ich will nur was mir zusteht" bzw. "ich will wissen, was mir zusteht" liegt i.W. darin, daß ein cleverer Anwalt ihr durchaus ausrechnen kann, was ihr zustehen könnte ...
... und dann liegen die Honorare und Gerichtskosten bei den gegebenen finanziellen Verhältnissen schnell im fünfstelligen Bereich.

Eine Alternative zu Unterhaltszahlungen sähe ich hier noch darin, daß auf die Rückzahlung der 20.000 EUR verzichtet wird.
Scheidungsfolgenvereinbarung: Haus zu ihr, kein Zugewinnausgleich, kein Unterhalt. Scheidung mit einem Anwalt (nur Scheidung und Versorgungsausgleich).

Zu Lasten Dritter dürfte eine solche Vereinbarung nicht sein, weil LG aufgrund der Vermögensverhältnisse in den nächsten drei Jahren kaum in den SGB-Bezug fallen dürfte.

Gruß
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« Antwort #21 am: 09. Januar 2016, 11:42:18 »

Damit eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit gegen eine Befristung des Nachehelichen Unterhalts spricht, müsste diese ehebedingt sein.

Das ist definitiv falsch. Du verwechselt hier die Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit mit ehe bedingten Nachteilen.

Damit eine Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit zu Unterhaltsansprüche fûhrt , ist es lediglich notwendig, dass die Krankheit vor Eheschließung oder während der Ehe aufgetreten ist (in bestimmten Fällen auch nach der Scheidung, aber das ist hier nicht relevant). Die Bedingung hat also lediglich eine zeitliche Dimension (Par. 1572 BGB).

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« Antwort #22 am: 09. Januar 2016, 15:03:28 »

Moin,

Das ist definitiv falsch. Du verwechselt hier die Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit mit ehe bedingten Nachteilen.
Bei der Möglichkeit der Befristung geht es um (dauerhaft) ehebedingte Nachteile.

Aus BGH <XII ZR 111/08> :
Zitat
Eine dauerhafte Unterhaltsverantwortung des geschiedenen Ehegatten für das allein im zeitlichen Zusammenhang mit der Ehe stehende Krankheitsrisiko ist deswegen nicht ohne weiteres gerechtfertigt.

Nix verwechselt (vielleicht mißverständlich ausgedrückt) ... daß das eine Einzelfallfrage ist, ist mir auch klar.
... und an der Klärung, was einem potenziell UH-Berechtigten im Einzelfall "zusteht", verdienen Juristen.

Das ist definitiv richtig.

Gruß
United
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KU ist wie Benzingeld für den Autodieb


« Antwort #23 am: 10. Januar 2016, 14:07:13 »

Moin.
Wofür will sie denn überhaupt Unterhalt, bzw. wiomit begründet sie diesen?

Diese Frage spielt nicht nur vor Gericht eine Rolle sondern sollte es auch im Kopf tun.
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Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
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vatersein.de - Forum  |  Themen  |  Trennung, Scheidung (Moderator: 82Marco)  |  Thema: Unterhalt nach Scheidung
 
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