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Autor Thema: Stieftochter ist schwanger. Muss Stiefvater zahlen?  (Gelesen 6131 mal)
Biggi62
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 934


« am: 05. September 2015, 19:07:09 »

Hallo zusammen,

ein Cousin von mir ist mit einer Frührentnerin verheiratet, deren minderjährige Tochter (seine Stieftochter) ein Kind von einem Mitschüler erwartet. Mein Cousin und seine Familie sind im familiären Umfeld seiner Frau die Einzigen, die nicht mit HartzIV aufstocken oder ganz davon leben. Solange mein Cousin mit seiner Ehefrau und deren Tochter unter einem Dach lebt, ist klar wer die Miete und weitere Kosten zahlt, den Kühlschrank füllt, die Erstausstattung des Säuglings bezahlt und Barausgaben bestreitet: Der Ehemann der werdenden Großmutter.

Seitdem die Stieftochter schwanger ist, eskaliert die Lage zwischen den Eheleuten immer öfter und mein Cousin überlegt ganz ernsthaft, sich zu trennen. Er möchte, dass die Stieftochter trotz Baby die Schule beendet. Mutter und mütterliche Herkunftsfamilie sehen weder in einem Schulabbruch noch in der Teenagerschwangerschaft eine Katastrophe. Da prallen wirklich Welten aufeinander. Seitdem mein Cousin seiner Stieftochter zu Beginn der Schwangerschaft zu einem Abbruch geraten hatte, damit sie die Chance bekommt, zuerst erwachsen und erst später Mutter zu werden, wird er von seiner katholischen Schwiegerfamilie systematisch gemobbt und allmählich wechseln auch die anfangs loyale und verständnisvolle Ehefrau und Stieftochter den Standpunkt. Das häusliche Zusammenleben mit den beiden Frauen fällt ihm täglich schwerer und er hat schon mehr als einmal von seiner Ehefrau gehört, dass es "für das Baby" besser wäre, wenn er endlich ginge. Weil er schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten ist und folglich nur standesamtlich geheiratet hat, befürchtet er nun, dass seine katholische Ehefrau (beeinflusst von ihrer Sippschaft) deutlich weniger Hemmungen hat sich von ihm zu trennen, als es ihre Freundinnen haben, die alle "ganz in Weiß" in der Kirche zum Altar geführt wurden.

Die Ehe wurde vor kaum 3 Jahren geschlossen und er ist völlig arglos, was eventuelle Unterhaltspflichten angeht. Dass er während des Zusammenlebens für seine Ehefrau, deren Tochter und deren Kind finanziell einsteht, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Was bei einer Trennung schlimmstenfalls auf ihn zukommen könnte, ahnt er nicht einmal.

Habe ihm den Links auf die trennungsfaq.com gesendet, aber er ist immer noch 1. Vorsitzender im AMIGA-Club und hofft das Beste. Ihm graut bislang nur nur vor den emotionalen Folgen. Mir graut davor, dass er aus Liebeskummer und Verzweiflung Dummheiten machen könnte. Deshalb habe ich den Kontakt nach der letzten Familienfeier etwas intensiviert.

Die Summe aus der Frührente der künftigen Großmutter und sein 3/7-Trennungsunterhalt werden bis zur Scheidung nicht bedarfsdeckend für Großmutter, Mutter und Kind sein. Beim (ebenfalls minderjährigen) werdenden Vater und dessen Familie ist nichts zu holen. Genauso wenig, wie bei den Schwiegereltern meines Cousins. Auch die berufstätigen Verwandten beziehen aufstockendes ALG2.

Der leibliche Vater der werdenden Mutter ist eine vollkommen unbekannte Größe. Der ist in der Familie weder als Unterhaltszahler noch als Umgangsvater präsent. Er wird einfach nicht erwähnt. Mit meiner Frage nach ihm war ich auf der Hochzeit meines Cousins vor 3 Jahren gleich mitten im Fettnäpfchen bei den neuen Verwandten. Ich vermute, dass die minderjährige Schwangere gerade eine ungute Familientradition fortsetzt. Genau wissen kann ich das nicht. Der leibliche Vater der Stieftochter meines Cousins ist schlichtweg ein Tabu in der Sippschaft.

Angesichts der kurzen Ehedauer sehe ich meinen Cousin nicht unbefristet in der Pflicht, nachehelichen Unterhalt für seine derzeit noch Angetraute zu leisten. Die Frage ist, wie ein Gericht das sehen könnte, wenn die Alternative zur Unterhaltspflicht des Stief(groß)vaters wäre, dass Mutter und Tochter (so, wie vor der Ehe) mit dem Kind der Tochter von Sozialhilfe und einer winzigen Frührente leben.

Mein Eindruck bei (eher seltenen) Familienfeiern dort war, dass die traditionell-arbeitsteilige Ehe in der Gegend Standard ist und Mann sich eine Hausfrau auch dann gönnt, wenn dafür überhaupt kein Geld vorhanden ist. Dann wird eben aufgestockt. Tendenziell wird auch von ganz jungen Leuten eher gehartzt, als dorthin umzuziehen, wo es Arbeitsplätze gibt. Frauenarbeitsplätze gibt es im öffentlichen Dienst und/oder in Teilzeit. Mütter arbeiten - wenn überhaupt - nur als geringfügig Beschäftigte. Etwas Anderes lässt die Betreuungssituation dort auch gar nicht zu. Ganztagsplätze in KiTas und an Schulen sind kaum vorhanden und werden auch nur wenig nachgefragt. Die Ehemänner und Väter von dort pendeln ins Ruhrgebiet, nach Düsseldorf und ins Kölner Umland - teilweise mehr als 80 km eine Strecke, weil im Grenzgebiet zu den Niederlanden Immobilienpreise und Mieten sehr niedrig sind. Die junge Mutter kann in ihrer Heimat eher mit einem 6er im Lotto als mit einem existenzsichernden Job rechnen. Auch wird sie von ihrem Umfeld in keinster Weise ermutigt, selbst für ihr Kind und für sich zu sorgen. Dafür ist traditionell ein Mann - oder Vater Staat - zuständig.

Meine Frage ist, ob seine bislang sehr kurze Ehe für meinen Cousin auch dann zu einer lebenslangen finanziellen Last werden könnte, wenn er nicht der (Groß-)Vater der (Enkel-)Kinder seiner derzeit Angetrauten ist. Zuständig für die (aus meiner Sicht auf Dauer unabwendbare) Scheidung sowie für die Berechnung des Trennungsunterhalts und des eventuellen nachehelichen Unterhalts ist zuerst das Amtsgericht Viersen. Als OLG wäre Düsseldorf zuständig. Weiß jemand hier, welcher Wind dort weht? Die Gesamtsituation im Landkreis Viersen lässt mich das Schlimmste befürchten.

Ich streck hier einfach mal die Fühler aus, was ich ihm raten kann, damit das verpfuschte Leben der Stieftochter nicht zugleich das Leben meines Cousins ruiniert.

Danke für euren Rat.

GlG  Biggi
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Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
Ingo30
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« Antwort #1 am: 05. September 2015, 19:38:47 »

Moin Biggi,

Zitat
Mutter und mütterliche Herkunftsfamilie sehen weder in einem Schulabbruch noch in der Teenagerschwangerschaft eine Katastrophe

schaut man sich Sendungen der Privatsender an, (insb. Teenie-Mütter) verwundert diese Haltung nicht. Denn hier lernst Du als Zuschauer, dass Vater Staat Dir eine Erstaustattung spendiert, man eine Wohnung bekommt (und nicht wie sonst bis 25 zu Hause wohnen muss) und es noch eine super Möglichkeit ist, die ungeliebte Schule erstmal außen vor zu lassen.

Mir sind aus meiner Jugend die von Dir beschriebenen Rollenbilder in der Region auch noch gut bekannt. Da durfte die Mutter z.T. auch keinen Führerschein machen "die hat doch ein Fahrrad". Zum Wochenendeinkauf fährt Papi dann mit dem runtergerockten Bauernporsche von 1991...

Ich denk mal der Trennungs-FAQ ist eine sinnvolle Information für Deinen Cousin. Ansonsten solltest Du ihm den Tipp geben, sich hier selbst anzumelden und seine Fragen zu stellen. Aus meiner höchstpersönlichen Forenbeobachtung droht trennungswilligen Männern immer gerne eine extra Portion Boshaftigkeit, da sie die "traditionell" gut geplante, von weiblicher Seite ausgehende Trennung, unterläuft. Hier müsste Dein Cousin aber mehr Einzelheiten einbringen, um ihm die Chancen für eine möglichst friedliche Trennung aufzuzeigen. Gruß Ingo
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Susi64
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« Antwort #2 am: 05. September 2015, 19:52:48 »

Hallo Biggi,

da Dein Cousin mit der Stieftochter nicht verwandt ist, gibt es hier keinen Unterhaltsanspruch.
Komplizierter ist der nacheheliche Unterhalt. Wenn wir hier auch alle sagen, dass es keine ehebedingten Nachteile gibt, könnte es ein Gericht anders sehen. Es war ja offensichtlich nie die Rede davon, dass die Frau arbeiten geht. Hier dürfte es sich dann auch eher um nacheheliche Solidarität handeln.
Leider ist bei 3 Jahren Ehe auch keine Rede mehr von einer Kurzzeitehe. Allerdings sind 3-5 Jahre Ehe auch nicht soviel, dass daraus ein lebenslänglicher Anspruch erwachsen muss. Hier etwas zur Auswirkung einer langen Ehedauer.

Mir würde im konkreten Fall mehr Sorgen machen, dass er eine Frührentnerin geheiratet hat. Er konnte also gar nicht erwarten, dass sie einer Beruftätigkeit nachgeht und er hat es nie gefordert.

VG Susi
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oldie
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Bonnie 2


« Antwort #3 am: 05. September 2015, 20:17:40 »

Moin

Im Moment kapiere ich noch nicht, wer alles einen Schulabbruch gutheißt. M.M.: auf keinen Fall. Solange sich die werdende Mutter in der Lage sieht, dies zu bewerkstelligen, sollten alle anderen dies unbedingt unterstützen. Da gibt es viele (menschliche) Faktoren, warum das gut und sinnvoll ist.

Zitat
Der leibliche Vater der werdenden Mutter ist eine vollkommen unbekannte Größe. Der ist in der Familie weder als Unterhaltszahler noch als Umgangsvater präsent. Er wird einfach nicht erwähnt. Mit meiner Frage nach ihm war ich auf der Hochzeit meines Cousins vor 3 Jahren gleich mitten im Fettnäpfchen bei den neuen Verwandten. Ich vermute, dass die minderjährige Schwangere gerade eine ungute Familientradition fortsetzt. Genau wissen kann ich das nicht. Der leibliche Vater der Stieftochter meines Cousins ist schlichtweg ein Tabu in der Sippschaft.
Aha. Und? Duldest Du das? Würde mich bei Deiner sonstigen Parteinahme verwundern.

Vermutlich ist hier sowas von Sipphaft, Vorurteilen, Kuschen, Feigheit und all der sonstige Müll vorhanden, das es einer einzelnen Meinung schwer fällt, die eigene Linie zu fahren. Gibt es nicht einen Verbündeten?

Gruss oldie
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Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Biggi62
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« Antwort #4 am: 05. September 2015, 22:17:56 »

Mir sind aus meiner Jugend die von Dir beschriebenen Rollenbilder in der Region auch noch gut bekannt. Da durfte die Mutter z.T. auch keinen Führerschein machen "die hat doch ein Fahrrad". Zum Wochenendeinkauf fährt Papi dann mit dem runtergerockten Bauernporsche von 1991...
Daran hat sich bis heute nicht viel geändert, Ingo.

Mein Lebenswandel als durchgängig berufstätige Mutter vor, während und nach der Ehe sowie die Tatsache, dass mein Sohn in zwei Haushalten aufwächst, fördert nicht das Vertrauen der Schwiegerfamilie meines Cousins in meine Mutterqualitäten und in meinen Familiensinn. Eine Mutter, die ihre beiden Kinder schon früh in die KiTa bringt, um arbeiten zu gehen, die ihre kleinen Kinder nicht nur während der Ehe sondern auch danach stunden-, tage und wochenlang dem Vater überlässt, ist in deren Wahrnehmung kaum besser als eine Frau, die ihr Kind ins Heim gibt. Dass meine erwachsene Tochter Abitur gemacht hat und jetzt studiert, macht die Sache nicht besser. 

Ich denk mal der Trennungs-FAQ ist eine sinnvolle Information für Deinen Cousin.
Aber nur wenn er ihn auch liest und glaubt, was da steht ...
Ansonsten solltest Du ihm den Tipp geben, sich hier selbst anzumelden und seine Fragen zu stellen.
Du darfst davon ausgehen, dass ich ihm genau das als Erstes nahegelegt habe. Mein Cousin stellt sich nur die eine Frage, wie er seinen Ehefrieden wiederherstellen kann, ohne seine Überzeugungen und Werte zu opfern.
Aus meiner höchstpersönlichen Forenbeobachtung droht trennungswilligen Männern immer gerne eine extra Portion Boshaftigkeit, da sie die "traditionell" gut geplante, von weiblicher Seite ausgehende Trennung, unterläuft.
Das ist auch meine Sorge, falls meine "Saat" aufgehen sollte. Andererseits sind dort keine gemeinsamen Kinder im Spiel, sodass das Erpressungspotential deutlich geringer ist als im Standardfall.
Hier müsste Dein Cousin aber mehr Einzelheiten einbringen, um ihm die Chancen für eine möglichst friedliche Trennung aufzuzeigen.
Oh, eine friedliche Trennung ist in dem Fall ganz einfach: Mein Cousin zieht zu seinen Eltern, die ihn mietfrei bei sich wohnen lassen und ihn durchfüttern - inklusive Benzingeld für die Fahrt zur Arbeit. Er geht weiterhin für gutes Geld arbeiten und steht an den Wochenenden und nach Feierabend auf Abruf bereit, wenn bei der kranken Frau der Rasen zu mähen, die Hecke zu schneiden, ein Regal anzuschrauben und das Familienauto zu waschen ist. Er lässt der Ex-Gattin weiterhin (wie auch jetzt schon!!!) den uneingeschränkten Zugriff auf sein Gehaltskonto und lebt selbst von Luft und Elternliebe. Keinesfalls sollte er in Erwägung ziehen, eine neue Frau an seine Seite zu nehmen. Auch darf er sich weder wundern noch ärgern, wenn ein anderer Mann die Laken seiner geschiedenen Frau teilt. Jeglicher Kommentar über die Stieftochter ist zu unterlassen. Für das Stiefenkelchen muss er sorgen wie für ein eigenes Kind.

So - und nur so - kann er auch nach einer Trennung und Scheidung noch "gut Freund" mit seiner geschiedenen Frau bleiben und nach ein paar Jahrzehnten in diesem Status vielleicht sogar von der Schwiegerfamilie wieder geduldet werden.

Und nein, das ist keine Ironie. Genauso sehe ich die Zukunft meines Cousins, falls er nicht aufpasst. 

Er konnte also gar nicht erwarten, dass sie einer Beruftätigkeit nachgeht und er hat es nie gefordert.
Und er erwartet es bis heute nicht, Susi. Dass er während der Trennungszeit und eventuell auch noch einige Jahre länger Unterhalt für die kranke Frau zahlt, macht ihm keinen Kummer. Er ist an dem Punkt sowieso von einer Blauäugigkeit, die es schwer macht, mit ihm vernünftig zu reden. Auch die von Ingo bestätigten Rollenbilder machen unseren Dialog nicht unbedingt einfacher ...

Ich trage hier vor allem meine Sorge um seine Zukunft vor. Der Mann ist noch nicht 40, hat keine leiblichen Kinder und ist dabei sein Leben langfristig zu verpfuschen.

da Dein Cousin mit der Stieftochter nicht verwandt ist, gibt es hier keinen Unterhaltsanspruch.

Puh, das ist gut zu wissen.

Da mir die ganze ALG2-Thematik vollkommen unvertraut ist, hatte ich Sorge, dass die lokale ARGE den einzigen Gehaltsempfänger in diesem Biotop aus "Stammkunden" irgendwie auch dann noch zur Zahlung heranziehen könnte, wenn er nicht länger unter einem Dach mit Mutter und Stieftochter lebt. Deshalb habe ich in diesem Teil des Forums gefragt - und nicht im Unterforum "Unterhalt".

Solche Dinge weiß ich schlichtweg nicht. Und es ist auch keine Thematik, in die ich mich mal eben zwischen Tür und Angel einlesen kann oder will. Deshalb frag ich hier.

Im Moment kapiere ich noch nicht, wer alles einen Schulabbruch gutheißt. M.M.: auf keinen Fall. Solange sich die werdende Mutter in der Lage sieht, dies zu bewerkstelligen, sollten alle anderen dies unbedingt unterstützen.
Hier legst du den Finger in die Wunde, Oldie.

Das ist der Kernkonflikt zwischen den Eheleuten. Die Mutter bestärkt die Tochter in ihrem Vorhaben "nur für das Baby" da zu sein und alle eigenen Ambitionen für ein unabhängiges Leben zu begraben. Sie geht ganz selbstverständlich davon aus, dass auch im Falle einer Trennung entweder ihr Noch-Ehemann oder "das Amt" für sie sorgen wird wird. Am Punkt "Schulabschluss" der (Stief-)Tochter kracht es regelmäßig zwischen meinem Cousin und seiner angeheirateten Sippschaft. Er hat sich in den letzten drei Jahren sehr für das schulische Fortkommend er Tochter seiner Frau eingesetzt. Hat einen Schulwechsel von der Haupt- auf die Realschule gefördert und auch Nachhilfestunden zur Schließung von Wissenslücken nach dem Wechsel gern und bewusst gezahlt. Ihm liegt wirklich viel an dem Mädchen und er wünscht sich, dass sie die Schwangerschaft nicht als Anlass nimmt, ihre gesamte Zukunft aufs Spiel zu setzen. Genau das wird ihm von seiner Schwiegerfamilie angekreidet. Dass er seine Familie ohne "Stütze" durchbringt, hat ihm keine Anerkennung, sondern Missgunst und Feindseligkeit eingebracht. Diese Ressentiments gegen Menschen "die sich für was Besseres halten" fliegen ihm jetzt von allen Seiten um die Ohren, nachdem die Stieftochter sich seinen ehrgeizigen Wünschen durch die Schwangerschaft widersetzt hat. Sein Ehrgeiz war, dass sie einen guten Realschulabschluss und eine Ausbildung macht, bevor sie daran denkt, eine Familie zu gründen. Aus meiner Sicht vollkommen vernünftige und bodenständige Ambitionen. Niemand aus unserer Familie wollte das Mädchen gegen seinen Willen durchs Abitur und zur Promotion prügeln. ;)

Auch in unserer Familie gibt es nicht nur Akademiker, sondern jede Menge Arbeiter und Handwerker. Allerdings gibt es in unserer Familie auch Frauen, die nachts putzen gehen, damit ihre Kinder studieren können, ohne sich mit BaföG zu verschulden. Es gibt auch jede Menge Hausfrauen und in Teilzeit beschäftigte Mütter, die im Einvernehmen mit ihren Ehemännern ihre Berufstätigkeit reduzieren, solange ihre Kinder klein sind. Aber bis auf drei hochbetagte Tanten, die Sozialhilfe beziehen, seitdem sie selbst im Pflegeheim und ihre Kinder in Rente sind, lebt niemand von uns von "Stütze".

Da prallen wirklich Welten aufeinander in der Familie meines Cousins. Aus meiner Sicht kann er nur wählen, seine Werte oder seine kleine Familie aufzugeben. Wer seine ganz persönlichen Werte aufgibt, verliert erfahrungsgemäß auch die Selbstachtung und läuft Gefahr, seine Gesundheit zu riskieren.

Das Thema Schwangerschaftsabbruch ist sowieso durch - die Frist haben die Frauen hinter dem Rücken meines Cousins sehr bewusst unbemerkt verstreichen lassen. Als er von der Schwangerschaft seiner Stieftochter erfahren hat, war sie schon im 4. Monat und bekam dies sehr höhnisch unter die Nase gerieben, als er die Option Abbruch in den Raum gestellt hat. Die Mutter hat ihre Tochter beim Verschweigen unterstützt.  "Jedes Kind ist ein Geschenk des Himmels" ist ein Wert, der in dieser Familie sehr hoch gehalten wird. Diesen Wert hätte mein Cousin (wie ich ihn einschätze) nach ein paar Diskussionen respektieren können. So, wie seien Frau und seine Tochter seine Bildungsbeflissenheit und Leistungsorientierung respektiert haben. Aber der Vertrauensbruch durch diese vorsätzliche Lüge der Beiden lässt meinen Cousin ebenso wie die Ressentiments der Schwiegerfamilie täglich mehr an der Zukunft seiner Ehe zweifeln. 

Aha. Und? Duldest Du das? Würde mich bei Deiner sonstigen Parteinahme verwundern.
Was kann ich als Außenstehende denn tun? Die angeheiratete Sippschaft schweigt wie ein Grab und was Jahre bevor mein Cousin dort eingeheiratet hat, in dem Kaff passiert ist, kann niemand gegen den Willen der nächsten Verwandten der werdenden Mutter zu Tage fördern.

Die Frage "Wer ist der leibliche Vater deiner Stieftochter? Weshalb gibt es keinen Kontakt?" kann (oder will???) auch mein Cousin nicht beantworten. Ob er mit seiner Angetrauten früher einmal das Thema angesprochen hat, weiß ich nicht. Das Thema ist schlichtweg tabu. Meine Kinder und ich sehen diese Leute vielleicht 3 x im Jahr. Künftig vermutlich eher noch seltener. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwischen einem dieser Menschen und uns so tiefe freundschaftliche Bande sprießen, dass man mir gegenüber die familieninterne "Omerta" bricht, schätze ich extrem gering ein. 

Gibt es nicht einen Verbündeten?
Sieht nicht so aus. Kann ich aus der Distanz aber auch nicht beurteilen. Letzten Endes muss mein Cousin selbst entscheiden, wie er mit der Situation umgeht. Ich würde ihm wünschen, Menschen wie euch in seinem Umfeld IRL treffen zu können, wüsste aber nicht, wer dort anders tickt als die breite Mehrheit.

Danke für euer Mitdenken und -fühlen.

Gute N8! Biggi
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« Antwort #5 am: 06. September 2015, 05:11:41 »

Dien Möglichkeit für Stiefenkelunterhalt liegt bei Null und die für EU sehe ich nicht weit darüber,  sofern er sie schon als Frührentnerin geheiratet hat znd sue keine Kinder haben.
Das JC wird sicher bei ihm klingeln aber da muss er eben standhaft bleiben.
TU wird er aber sicher zahlen müssen.
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« Antwort #6 am: 06. September 2015, 08:04:21 »

Da prallen wirklich Welten aufeinander in der Familie meines Cousins. Aus meiner Sicht kann er nur wählen, seine Werte oder seine kleine Familie aufzugeben. Wer seine ganz persönlichen Werte aufgibt, verliert erfahrungsgemäß auch die Selbstachtung und läuft Gefahr, seine Gesundheit zu riskieren.
Diese Frage hätte er sich eigentlich vor drei Jahren (und das ist so lang noch nicht her) bei der Hochzeit stellen müssen.
Trotzdem halte ich das Wegwerfen dieser Ehe für übereilt und den vordergründig bequemen Weg. Der Cousin sollte vor allem herausfinden, was er selbst will und sich nicht auf die eine oder andere Seite zerren lassen.

Was den Unterhalt betrifft, könnte es zu einer indirekten Unterhaltspflicht kommen (die Oma muss zahlen und er kann bzw. darf sie nicht hängen lassen).

Gruss von der Insel
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« Antwort #7 am: 07. September 2015, 21:41:02 »

Das JC wird sicher bei ihm klingeln aber da muss er eben standhaft bleiben.
TU wird er aber sicher zahlen müssen.
Das war intuitiv auch meine Vermutung, Beppo. Zugleich sehe ich den arglosen Tropf aber in Gefahr, aus lauter Obrigkeitshörigkeit in diese Falle zu tappen:
Was den Unterhalt betrifft, könnte es zu einer indirekten Unterhaltspflicht kommen (die Oma muss zahlen und er kann bzw. darf sie nicht hängen lassen).
Es soll ja ab und an schon vorgekommen sein, dass "das Amt" (Jugendamt, Sozialamt, Finanzamt, Wohnungsamt ...) falsch rechnet. Natürlich ohne jede böse Absicht ... Nur wer nicht arbeitet, macht keine Fehler. Dann kann man sich als Bürger, Steuerzahler oder Leistungsempfänger wehren. Und bekommt oft sogar Recht. Oder man glaubt, was einem schwarz auf weiß ins Haus flattert. So schätze ich bislang den Cousin ein.
Der Cousin sollte vor allem herausfinden, was er selbst will und sich nicht auf die eine oder andere Seite zerren lassen.
Hat er. Er ist gestern zu einer Arbeitskollegin gezogen ... TrennungsFAQ sind überzogene Polemik. Ich hab keine Ahnung. Und er bleibt Ehrenvorsitzender im AMIGA-Club.

Ich bin da raus. Das sind alles erwachsene Menschen und die müssen selbst wissen, was sie tun und lassen. Wenn mein Cousin ernsthaft Rat und Hilfe sucht, kann er sich selbst hier anmelden und sich von anderen geschiedenen Männern den Kopf waschen lassen.

Danke für Eure Mühe!

LG Biggi
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« Antwort #8 am: 07. September 2015, 22:08:57 »

Moin Biggi,

Und er bleibt Ehrenvorsitzender im AMIGA-Club.
Bei diesem Stichwort fällt mir ein...

...was meint eigentlich Horst dazu? Der kennt sich doch in dieser speziellen Thematik relativ gut aus:
Rechne damit das er noch 1. Vorsitzender im AMIGA-Club ist [...]


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« Antwort #9 am: 09. September 2015, 10:35:49 »

...was meint eigentlich Horst dazu?
Wenn du mich so direkt fragst: Ich hab die AMIGA auch nur bei Rachels Vater geklaut.
Und bitte komme nicht mit dem AMIGA-Syndorm ("Aber Meine Ist Ganz Anders")...
Zu Geschichten über den Schwager vom Bruder vom Kollegen eines Nachbarn hab ich erst dann eine veröffentlichte Meinung wenn der Typ sich hier selbst anmeldet.
Gruss Horst
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« Antwort #10 am: 09. September 2015, 11:22:22 »

Wenn du mich so direkt fragst: Ich hab die AMIGA auch nur bei Rachels Vater geklaut.
Ahh, das AMIGA-Syndrom war gemeint. Dann will ich nichts gesagt haben.
Wobei ... einen hätte ich da noch auf Lager...  men_ani

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