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vatersein.de - Forum 26. Mai 2012, 09:35:19 *
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Autor Thema: Kinder, Trennung?, geplatzte Liebe  (Gelesen 1873 mal)
Floret
Zeigt sich öfters
**
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 58


« Antwort #25 am: 28. März 2005, 18:41:44 »

Hallo Josie,

deine Geschichte hat mich ein bißchen an die erinnert, die mein Freund gerade durchmacht. Ich habe erst mal alles lesen müssen, um sicher zu gehen, dass er das nicht ist  ;) .  Es ist immer wieder die Rede von der Frau, die dich so sehr liebt, um dir bei allem zu helfen. Es gibt bestimmt so eine Frau.

Bei uns liegt die Sache ähnlich, wie bei dir. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder, liebt diese über alles und möchte sie nicht verlieren. Dummerweise haben wir für uns beide die Liebe fürs Leben entdeckt und können nicht loslassen-wir haben es schon den Kindern zuliebe versucht. Noch wohnt er zu Hause und ist ängstlich vor der Zukunft, das Endergebnis ist ihm aber schon klar. Was bleibt mir also anderes übrig, als stark zu sein und ihm immer wieder zu sagen, dass wir das gemeinsam durchstehen.  Unter Zweitpartner findest du meinen Betrag und die netten Antworten, die mir geholfen haben von papa nico und kleinegon.

Was ich aber eigentlich sagen will: Sollte das mit deiner Frau und der Familie nicht so klappen, dass ihr alle wieder glücklich werdet, Ssche und du wirst die Frau finden, die dich ohne Ende liebt und dir hilft.  Es gibt sie irgendwo und du hast sie verdient!
Gespeichert
josie
Schon was gesagt
*
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 12


« Antwort #26 am: 28. März 2005, 19:05:51 »

Oh Floret,

wie sich die Geschichten gleichen können. Ich kann mich gut erinnern, als das mit meiner "Freundin" zu laufen schien, da habe ich für einen Moment voller Panik gedacht: Du kannst doch nicht deine Kinder und das alles hier aufgeben! Vielleicht ähnlich wie dein Freund jetzt. DieMystiks hat schon recht, wenn sie sagt, daß es schwer ist, sich geplatzte Träume einzugestehen. Ich habe mir dann die Konsequenzen vor Augen geführt. Schon länger habe ich nach anderen Frauen die Augen offen gehabt, allerdings eher so als Art Affäre. Jetzt erstmals ist mir etwas passiert, was mir den Mut gegeben, alles zu ändern. War allerdings zu Beginn von mir nicht geplant war. Hat sich halt so entwickelt. Leider nur bei mir. Aber auf was will man denn warten? Bis man zu Hause gar nichts mehr zu melden hat oder sich einen Haufen Ersatzbefriedigungen angewöhnt hat?

Dann hat das leider bei mit der anderen Frau nicht geklappt, so daß ich jetzt denke, daß ich mit Hilfe einer mich liebenden Frau die Trennung wohl hinkriegen würde. Leider habe ich mich doppelt in die Sch. gefahren, einerseits die enttäuschte Liebe, andererseits die wohl überfällige Trennung.

Schön ist es von Dir, daß zu voller Zuversicht sagst, dass es die mich liebende Frau gibt und ich sie auch verdient habe.

So sage ich Dir voller Zuversicht: Die Liebe und Geborgenheit, die Du deinem Freund geben kannst, wird sich durchsetzen denn ich weiß, dass ich all meine Probleme mit Hilfe meines geliebten Menschen meistern könnte.

Ob ich das alleine kann, weiß ich nicht. Du kannst ihn halten, ihn trösten, ihm zureden, ihm Mutmachen usw. Ich kenne ja nicht die Frau deines Freundes, aber hier bei uns hat sich langsam durchgesetzt, daß es im Fall einer Trennung für die Kinder das beste ist, wenn beide Eltern weiter an der Erziehung teilhaben. Und aus Liebe zu den kindern zu bleiben ist glaube ich nicht gut, weil man sich dann aus der Erziehung immer weiter zurückzieht. Geht mir jedenfalls so. Kennst Du die gelangweilten Ehemänner bei der Einschulung oder bei den Elterntreffen. Die sind nicht immer gelangweilt, sondern vielleicht nur zurückgezogen. Ist das vielleicht gut?

Aber was red ich, auchmich übrkommt die Panik, wenn ich daran denke, meine beiden Jungs nicht zusammen aufwachsen zu sehen. Eine Lösung ohne schmerzen gibt es wohl nicht.

Ist aber schon komisch, wenn ein Suchender oder Verirrter wie ich einem anderen versucht, den Weg zu erklären. Trotzdem wäre ein mich liebender Mensch meine Rettung. Ganz lieben Dank für deine Zuversicht

Josie

Dir und deinem Freund viel Glück, ihr schafft das!

[Editiert am 28/3/2005 von josie]
Gespeichert
josie
Schon was gesagt
*
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 12


« Antwort #27 am: 01. April 2005, 14:50:56 »

So, gestern hatten wir unseren ersehnten Paartherapie-Termin. Ging etwas unglücklich los, weil die Therapeuten zu spät kam, hat den Einstieg etwas erschwert.

Ging dann eine Stunde lang, in der wir eigentlich im großen und ganzen unsere Geschichte erzählt haben und die Therapeutin eigentlich nicht viel gesagt hat. Sie fragte uns aber nach unseren Zielen und was wir eigentlich geklärt haben wollten, und meine Frau meinte, sie wolle die Trennung organisieren. Ich meinte, ich weiß es nicht.

Die Therapeutin hat zwischendurch gesagt, dass ich mich nie für meine Frau entschieden habe. Das hat sie wohl recht, ich hatte nie dieses "Ja-das-ist-die-Frau-für-mich"-Gefühl, daher habe ich mich wohl auch immer gegen eine Heirat entschieden. Wahrscheinlich habe ich mich vielleicht vielmehr gegen sie entschieden, denn ich kann mir nicht vorstellen, meiner Frau treu zu bleiben, selbst wenn wir das moment wieder auf die Reihe bekommen würden.

Allerdings ist meine Frau aber auch schwer getroffen, weil ich trotz nachfragen das neue kurze Verhältnis nicht gestanden habe.

Bei der Beratung ist mir auch klar geworden, dass ich durch die krisenhafte Situation doch mehr in eine Depression hineingeraten bin, als ich das dachte. Angstanfälle überkommen mich, Weinkrämpfe, nach 2 Stunden muss ich Pause machen, wo ich früher ohne Ende arbeiten konnte.  Ständig grübele ich, die Zeit geht nicht rum, die Zukunft erscheint mir leer und dass ich mal wieder ganz glücklich bin, erscheint mir unmöglich. Jetzt ausziehen würde sicher die Depression noch verschlimmern. Dann muss ich noch ständig an die verflossene Freundin denken, macht es auch nicht besser.

Ich habe jetzt noch mal versucht, einen Termin für eine Einzelberatung/therapie zu bekommen, vielleicht geht da was.

Schade, ist nichts besser geworden seit Ostern.
Gespeichert
kleinegon
Nicht wegzudenken
****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 596


« Antwort #28 am: 01. April 2005, 16:26:50 »

Hallo Josie,
schön, wieder etwas von Dir zu lesen.
Hast Du einen Einzelberatungstermin bekommen ?
Meine Erfahrungen sind kurz zusammengefasst: ich brauchte Vertrauen zu dem Therapeuten und zweitens die Änderung geschieht sehr, sehr langsam, fast unmerklich -- aber trotzdem sehr anstrengend.
Zitat
Schade, ist nichts besser geworden seit Ostern.
Geht auch nicht so schnell!
Hast Du mal in Deinen Bauch gefühlt, in Dein Versuchslaboratorium?

LG   Kleinegon
Gespeichert

Hast Du nur eine Möglichkeit, dann bist Du in einer Zwangslage. Bei zwei Möglichkeiten hast Du nur das Entweder - Oder. Such Dir eine dritte Möglichkeit. Jetzt hast Du Wahlmöglichkeiten und es beginnt die Verantwortung in Freiheit.
AJA
Frischling

Beiträge: 0


« Antwort #29 am: 02. April 2005, 01:02:44 »

Hallo josie,

 
Zitat
Angstanfälle überkommen mich, Weinkrämpfe,


Ähnliche Worte habe ich neulich von einem Mann gehört, der sich nach fast 40 Jahren von seiner Frau trennen möchte. ER ist derjenige, der sich trennen möchte. ER ist derjenige, der inzwischen die Traumfrau gefunden hat, wegen der er sich von seiner Frau trennen möchte. Die Frau ist nicht der Grund für die Trennung. Sie ist nur der Auslöser, endlich eine Ehe zu beenden, die seit langem nur noch aus Gewohnheit und mit Rücksicht auf die inzwischen längst erwachsenen Kinder aufrecht erhalten wurde. Und trotzdem - die gleichen Worte.

Es ist nie einfach lange Gewohnheiten über Bord zu werfen. Angstfrei in die Zukunft blicken zu können. Ich denke, davon ist niemand frei. Keiner kann vorhersagen, wie es werden wird. Die bisherige Sicherheit, auch wenn man nicht glücklich war, ist auf einmal weg. Es gilt, neue Wege zu finden, sich auf neue Dinge einzustellen. Alles wird anders und man kann es nicht vorhersehen. Selbst wenn man sich alle Eventualitäten versucht vorzustellen, nachher wird es doch wieder anders sein als man es sich versucht hat vorzustellen.

Ich denke, dieser Schritt in eine ungewisse Zukunft kann nur dann gelingen, wenn man sich versucht, von allem frei zu machen. Wenn man versucht, nur noch nach vorne zu blicken. Versucht, das Vergangene hinter sich zu lassen. Vor allem versucht, das Positive daran zu erkennen. Die Chance zu erkennen, etwas für sich tun zu können, ohne Rücksicht auf andere.

 
Zitat
die Zukunft erscheint mir leer und dass ich mal wieder ganz glücklich bin, erscheint mir unmöglich


Versuche, wenn irgend möglich, dich da nicht hineinzusteigern. Natürlich erscheint dir die Zukunft im Moment leer und damit ist auch die Möglichkeit ausgeschlossen, jemals wieder glücklich zu werden. Aber die Zukunft wird nicht leer bleiben, warum sollte sie das auch! Und damit ist auch der Weg in ein neues Glück wieder frei. Allerdings lässt sich das nicht erzwingen. Zuerst musst du dich von alten Zwängen und Gewohnheiten frei machen, dann kannst du auch offen in die Zukunft blicken.

 
Zitat
Jetzt ausziehen würde sicher die Depression noch verschlimmern.


Jetzt NICHT auszuziehen könnte aber den gleichen Effekt haben.


Gruß AJA
Gespeichert
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