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Autor Thema: Mein Sohn sagt Papa zu ihm...  (Gelesen 12631 mal)
Kitefan
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« am: 28. Mai 2014, 13:36:27 »

Hallo zusammen,

eigentlich verliefen Trennung, Scheidung und die gemeinsame Elternschaft bislang recht gut. Meine Ex-Frau und ich ziehen an einem Strang, was die Erziehung unseres Sohnes (4) angeht. Aber nun ist eine Situation eingetreten, mit der ich so gar nicht klarkomme:

Meine Ex-Frau hat seit längerem einen neuen Partner, sie leben zusammen und erwarten ein gemeinsame Kind, unser Sohn lebt hauptsächlich bei ihnen, verbringt aber viel Zeit mit mir (wöchentliche Besuche, jedes zweite WE komplett , Treffen auf ein Eis zwischendurch etc.). Nun kamen wir (unser Sohn und ich) am letzten "Papawochenende" auf das Thema, was "Mama" und "Papa" eigentlich bedeutet und wie er es findet, dass er jetzt ein großer Bruder wird. In diesem Gespräch sagte unser Sohn, dass er zwei Papas habe, den Papa-(Name des neuen Lebensgefährten meiner Ex) und mich. Er ist wohl recht stolz darauf, da dies ja nicht der Regelfall ist. Mich nennt er nach wie vor Papa, ihn weiterhin bei seinem Vornamen. Anderen gegenüber jedoch nennt er uns beide Papa.

Unserem Sohn geht es damit wohl recht gut und ich befürworte es auch, dass er in meiner Abwesenheit ein männliches Vorbild hat. Allerdings empfinde ich es doch als falsch. Er hat nunmal nur einen Papa und so sollte es auch bleiben. Es verletzt mich einfach. Wie seht ihr das?

Gruß
Kitefan
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Jemmy
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*rotzfrech*sagt LG


« Antwort #1 am: 28. Mai 2014, 13:46:08 »

Hallo

Natürlich kann einem das einen Stich versetzen, zumal es nochmal klar macht, das es für die Zukunft dravierende und nicht mehr rückgängig zu machende Einschnitte in deinem und dem Leben des Kindes gegeben hat.
Aber du musst dir klarmachen, das euer Kind sich dieses Konstrukt nicht ausgesucht hat, sondern dazu gezwungen wurde (von euch Erwachsenen) jetzt zwei Papas zu haben. Also kannst du ihm nicht "vorwerfen" wie er damit umgeht.

Letzten endes ist es doch nicht die Tatsache, dass er den anderen Papa nennt, sondern es ist deine eigene Eitelkeit die da verletzt wird und um das händeln zu können solltest du alt genug sein.

Jemmy
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Die Lüge wird nicht zur Wahrheit, weil sie sich ausbreitet und Anklang findet. (Mahatma Ghandy)

Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen (Edmund Burke).

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« Antwort #2 am: 28. Mai 2014, 13:54:06 »

Das Kind kann natürlich nichts für die Situation, aber man muss dem Kind auch nicht irgendein Quatsch beibringen.
Erklär deinem Kind dass es nur einen Papa gibt, das Papa und Mama aber nicht mehr zusammen sind und das der Next der Kindsmutter der (Vornamen) nennen.

Und wenn der nächste Next kommt, hat das Kind 3, 4 oder 10 Papas???  c
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United
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« Antwort #3 am: 28. Mai 2014, 13:59:42 »

Moin Kitefan,

Er ist wohl recht stolz darauf, da dies ja nicht der Regelfall ist. [...] Wie seht ihr das?
Ich sehe das als eine Nachhilfestunde die Junior Dir in "Positivem Denken" gegeben hat.

Freue Dich, dass ...
... Du Papa eines aufgeweckten Kerlchens bist, der die positiven Aspekte von getrennten Eltern erkennt,
... nicht Du derjenige bist, der jetzt mit Vornamen angesprochen wird und
... Deine Ex offensichtlich Deine Anwesenheit als Papa in Junior´s Leben nach wie vor fördert.

Gruß
United
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mekmen
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« Antwort #4 am: 28. Mai 2014, 14:14:06 »

Hallo Kitefan,

ich würde das auch nicht so hoch hängen. Besonders wo dein Sohn jetzt ein (Halb-)brüderchen bekommt und wahrscheinlich einfach bei deiner Ex und Next ebenfalls die Familienkonstellation erklärt wurde, kann es durchaus sein, dass ihm das als Hilfe zum Einordnen und die Welt verstehen ganz gut gefallen hat. Schau mal er ist doch erst 4.
Wenn du mit deiner Ex halbwegs kommunizieren kannst, dann erwähne das mal bei Gelegenheit und das dich das irritiert, aber mach kein Fass auf.
Solange er immer noch Papa zu dir sagt ist doch alles ok.

mekmen
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AnnaSophie
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« Antwort #5 am: 28. Mai 2014, 14:42:40 »

Hallo,

selbst meine großen Töchter mit 16 und fast 18 widersprechen nicht, wenn jemand fragt: sind das deine Eltern? Ihnen ist es zu kompliziert zu erklären, dass Papa und seine Frau oder Mama und ihr Freund mitkommen.

Solange sie wissen wer wer ist reicht es doch völlig aus.

Sophie
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psoidonuem
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« Antwort #6 am: 28. Mai 2014, 15:11:09 »

Hier wird zuallererst mal "Vater" mit "Papa" verwechselt bzw gleichgesetzt. Der Fehler liegt aber nicht beim Kind, das weiß offenbar was es tut.

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HoWi64
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« Antwort #7 am: 28. Mai 2014, 15:22:20 »

Ihnen ist es zu kompliziert zu erklären, dass Papa und seine Frau oder Mama und ihr Freund mitkommen.
Fast alle Kinder hassen es Wildfremden ihre ganze Familiengeschichte zu erzählen.
Wenn jüngere Geschwister Papa sagen will das andere Kind dasselbe sagen dürfen.
Mein Stiefsohn hat immer "Papa" zu mir gesagt. Noch früher als seine kleine Schwester.
Das ändert nichts dran das der Junge auch einen leiblichen Vater hat.

Gruss Horst
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« Antwort #8 am: 28. Mai 2014, 15:34:46 »

Moin Kitefan,
in Ergänzung zu den Vorschreibern: Hier geht es nicht um eine Exklusivbezeichnung à la "Schützenkönig Klein-Kleckersdorf 2014", sondern einfach um eine Bezeichnung, die aus Sicht eines 4-Jährigen vollkommen ok ist: Papa hat nichts mit Biologie zu tun, sondern mit dem Mann/den Männern, die einen vom Kindergarten abholen, am Fahrrad basteln, Fussball spielen, angeln gehen, Pflaster kleben und vieles mehr. Andere Kinder haben nur einen Papa; Dein Sohn hat eben zwei. Er macht sich darüber keine Gedanken; so wenig wie über zwei Opas und notfalls 13 Onkel und 17 Nachbarn. Dabei kann man es auch belassen, ohne ein Fass aufzumachen.

Denk mal einen Schritt weiter: In zwei Jahren kann der kleine Halbbruder sprechen. Der darf dann zum LG/Ehemann seiner Mutter "Papa" sagen - und Dein Sohn nicht? Da würde ich mich als 6-Jähriger aber gehörig zurückgesetzt fühlen.

Es geht nicht um Deine persönlichen Eitelkeiten durch (vermeintliche) Exklusivität, sondern darum, das es Eurem Zwerg gut geht. Und das scheint der Fall zu sein; Deine Ex ist offenbar das Gegenteil einer Kinderbesitzerin oder Umgangsboykotteuse. Alles andere sind Luxusprobleme. Abgesehen davon hast Du darauf, wie die Menschen sich in anderen Familien ansprechen, so wenig Einfluss wie auf deren Speiseplan oder Kühlschrankinhalt.

Grüssles
Martin
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Papavonfuenfen
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« Antwort #9 am: 28. Mai 2014, 15:50:53 »

Hallo Kitefan,

ich kann mich den Vorschreibern nur anschließen, insbesondere wenn er das so handhabt:

In diesem Gespräch sagte unser Sohn, dass er zwei Papas habe, den Papa-(Name des neuen Lebensgefährten meiner Ex) und mich. Er ist wohl recht stolz darauf, da dies ja nicht der Regelfall ist. Mich nennt er nach wie vor Papa, ihn weiterhin bei seinem Vornamen. Anderen gegenüber jedoch nennt er uns beide Papa.

Das zeugt sogar von recht hoher Sensibilität deiner Ex und Ihres Partners. Bei vielen anderen Müttern (Kindesbesitzerinnen) wird sehr schnell darauf bestanden, dass der Neue der Papa ist und der leibliche Vater beim Vornamen angesprochen wird.

Bestärke deinen Sohn darin, dass er für sich den Unterschied zwischen seinem "sozialen" Papa (den er wohl häufiger sieht, als dich) und seinem leiblichen Vater kennt. Mach aber kein zu großes Ding draus.


Grüßle aus dem Schwarzwald


PvF
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Kitefan
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« Antwort #10 am: 29. Mai 2014, 14:23:42 »

Schönen Vatertag zusammen.

Mag sein, dass es sich hier um Luxusprobleme handelt, aber dennoch um Probleme. Aus meiner Perspektive ist das nun mal ein Rückschritt. Ich finde es daher ein wenig unsensibel, meine Frage mit "Hab Dich nicht so" zu beantworten. Sei's drum.

Natürlich gönne ich meinem Jungen jedes nur erdenkliche Glück und ich freue mich, dass meine Ex einen guten neuen Partner gefunden hat, der auch einen echten Papa darstellen kann (denn ich bin ja weggegangen, das wirft sie mir leider auch heute noch manchmal vor).

Das eigentliche Problem ist, dass ich diese Entwicklung als Folge oder Konsequenz in einer langen Reihe von Kleinigkeiten sehe. Vielleicht hätte ich das eingangs erwähnen sollen: Unser Sohn war von Geburt an ein Papakind. Das liegt wohl zum Großteil daran (und hier klopf ich mir mal selbst auf die Schulter), dass ich mich in der Zeit bis zur Trennung sehr intensiv in die Erziehung eingebracht habe. Ich habe viel mit unserem Jungen unternommen und mich viel um ihn gekümmert. Deshalb hänge ich natürlich auch stark an ihm und er an mir, genau so wie er an allen weiteren männlichen Bezugspersonen in seinem Umfeld hängt: seinen beiden Opas und jetzt auch am neuen Lebensgefährten meiner Ex. Ihr ist das oft aufgefallen und es störte sie immer ein wenig. Er hört z.B. kaum auf sie, es muss immer erst ein Mann einwirken, um ihn zu steuern. Teilweise ruft sie mich sogar an, damit ich ihn dazu bringe, auf sie zu hören.

Da dies so ist, hätte ich natürlich gerne noch mehr Kontakt zu unserem Sohn, das will sie aber nicht. Bis zur Scheidung habe ich fast täglich mit ihm telefoniert, ihn oft vom KiGa abgeholt, ihn zum Kinderturnen und zur Musikschule gebracht etc. Seit der Scheidung aber möchte meine Ex das nicht mehr so stark. Sie sagt, es störe die Abläufe in ihrer "neuen Familie", es mache ihn unruhig. Davon stelle ich aber nichts fest. Im Gegenteil, er ist immer sehr entspannt und gut drauf, wenn er bei mir ist und oft nervös und nörgelig, wenn er bei ihr ist. Sie ist mit Sicherheit keine schlechte Mutter, aber ich denke, dass er sich einfach wohler fühlt bei mir als bei ihr.

Wir haben über das Thema "wer nennt wen wie" auch schon einige Male gesprochen. Sie fördert es zwar nicht, aber ihr gefällt es z.B., wenn Fremde ihren Lebensgefährten als Papa unseres Jungen bezeichnen. Und das sagt sie auch ganz offen.

Insgesamt verstehen wir uns ganz gut, aber ich glaube, dass dies auf Seiten meiner Ex nicht an tatsächlicher Einsicht liegt, sondern eher an einer Art gefühltem Zwang. Ich bin (beruflich bedingt) rechtlich sehr bewandert und habe mich von Anfang an in alle möglichen Richtungen abgesichert, was Unterhalt, Sorgerecht, Vermögensaufteilung etc. angeht. Ihr Entgegenkommen geschieht nicht aus ihrer Überzeugung heraus, sondern eher aus der Angst, dass ich sofort interveniere, wenn sie sich gegen die bislang getroffenen Vereinbarungen stellt. Ich würde ihr nichts unterstellen wollen, aber ich habe Bedenken, dass sie, naja, ihn manipuliert. Nicht offensichtlich, sondern eher wie eine unterbewusste Suggestion. Das kann sie gut.

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich glaube, dass das oben beschriebene dazu dient, uns auf Dauer voneinander zu entfremden. Wäre unser Sohn älter, dann könnte ich anders mit ihm darüber sprechen oder er wäre in der Lage, seine eigenen Gedanken dazu zu entwickeln. So aber ist er erst vier und natürlich recht leicht zu beeinflussen. Das ist, was mir Angst macht. Und ich habe im Moment keine Idee, wie ich damit umgehen soll.

Gruß, Kitefan.
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TotoHH
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« Antwort #11 am: 29. Mai 2014, 15:43:01 »

Moin Kf.

Und danke für die weiteren Ausführungen. Allerdings bin ich - weiterhin - ähnlicher Auffassung wie die Vorschreiber. Und das soll nicht als "Hab Dich nicht so" interpretiert werden, sondern vielmehr als neutrale, nicht emotional in der Situation verhaftete Sichtweise.

mal ganz genau anhand Deiner Beschreibung: Euer Sohn ist kein Papakind, sondern findet es als Junge offensichtlich gut in männlicher Gesellschaft! Du selbst nennst neben Dir die Opas und eben auch den Next. Sei froh, dass KM dies (inkl. Dir) gutheißt, fördert, und nicht wie andere Exemplare von denen man hier auch lesen kann, Männer aus der Welt der Jungs verbannt. Angesichts des weiblichen Überhangs an Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen ist eine solche Gefahr groß, sodass es gerade Jungs (aber auch Mädchen!) schnell an männlichen "Vorbilder" fehlen kann.

Das KM einen einigermaßen festen Rhythmus in ihrer neuen Familie etablieren will, würde ich ihr nicht vorwerfen. Klar ist Flexibilität immer zu begrüßen, aber einen gewissen Rhythmus kann ich nachvollziehen. hier solltest Du versuchen mehr Umgang durch feste Erweiterung der Umgangsregelung zu erhalten. Je fester die neue Familie ist, desto ungelegener kommt natürlich ein spontan auftauchender Ex (Stell Dir die Situation einfach man anders herum vor...)

Nun, und das KM es gern sieht, wenn ihr Neuer von Fremden als Vater angesehen wird, das hat glaube ich weniger mit der eigentl Vaterrolle zu tun, sondern vielmehr damit, dass Next und KM somit von Fremden wohl als Paar, als Familie wahrgenommen werden. und darauf wird sie stolz sein.

Wichtig ist doch, dass Euer Junge weiterhin Dich als Vater kennt. Und wer dann daneben noch im Alltag eine soziale Vaterrolle wahrnimmt eventuell als Papa Peter bezeichnet wird,  ist echt nebensächlich. Vielmehr macht es es Eurem Jungen wahrsch sogar leichter, wenn er in Deiner Abwesenheit eben den Next, der ihn vom Kiga oder Sport abholt der Einfachhalthalber auch als Papa bezeichnet. Stell Dir doch mal vor, er würde immer sagen, dies ist mein Stiefvater der mich abholt oder das ist der Lebensabschnittsgefährte meiner Mama oder das ist Peter, den liebt meine Mama jetzt weil sie Papa nicht mehr liebt... Und vom Vergleich mit einem Halbgeschwisterchen ganz zu schweigen... Du kannst doch auch nicht wollen, dass Euer Kind alleine nur durch die Benennung des Next sich als nur halbes Familienmitglied fühlt...

Arbeite an Euer intensiven Vater-Kind-Beziehung. Das ist viel wichtiger als das Thema, was wir hier diskutieren. Und es ist doch mehr als offensichtlich, dass KM Euch keine Steine in den Weg legt! Sei froh darüber!

Ideen zum Umgang damit bekommst Du hier!

Dir noch einen schönen Vatertag, Gruß Toto


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« Antwort #12 am: 29. Mai 2014, 15:58:42 »

Hi Kitefan,

mein Sohn ist 10. Er sagt, mein LG ist immer "wie ein Papa für mich". Weil er eben die Papa-Sachen macht. Seinen Vater hat er seit - lass mich lügen - 3 Jahren (?) nicht mehr gesehen, aber seit kurzem wieder telefonischen Kontakt. Er weiß genau, wer Papa ist und dass mein LG eben M ist. Aber wenn jemand mit ihm darüber spricht, dass seine Eltern x oder y tun, dann ist für ihn normal, dass das mein LG und ich sind. Er sagt auch "meine Eltern" wenn er vor Dritten über uns spricht. Oder sagt zu uns "ihr seid liebe Eltern".

Ich selbst habe meinen Vater verloren, da war ich 28. Meine Mutter hat einen neuen Mann, seit ich 19 bin. Ich rede auch von "meinen Eltern" von meiner Mutter und meinem Stiefvater.

Ich denke, jeder Mensch, selbst die kleinen Menschen, wissen, dass sie EINE Mutter und EINEN Vater haben. Und dennoch sind die angepatchten Lebensgefährtinnen und Lebensgefährten auch "Elternteile".... irgendwie. Und die angepatchten Schwiegerleute eben auch "Oma" und "Opa". Mein Stiefvater ist DER OPA schlechthin. Ganz ohne gemeinsame Gene.

Vielleicht hilft Dir der Gedanke: "Liebe ist das einzige, was mehr wird, wenn man es teilt." Dein Sohn nimmt Dir nichts weg, wenn es auch einen "Papa Klaus" gibt oder Deinen Eltern, wenn es eine "Oma Marianne" gibt. Im Gegenteil, er hat einfach nur noch mehr Menschen um sich, die er liebhaben darf und die ihn liebhaben dürfen.

Ich finde, das ist eine schöne Ausgangssituation für ein Kind.

LG LBM
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« Antwort #13 am: 29. Mai 2014, 17:36:16 »

@LBM:
stehender  applaus1 hierfür!!

Grüßung
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« Antwort #14 am: 29. Mai 2014, 17:55:56 »

@LBM:
stehender  applaus1 hierfür!!
dem schliesse ich mich vorbehaltlos an!

Meine Tochter fand Patchwork schon vor Jahren toll; sie sagte einmal ganz pragmatisch "Eigentlich hab' ich ja jetzt viel mehr Verwandte als gewöhnliche Leute."
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« Antwort #15 am: 29. Mai 2014, 21:21:17 »

Hallo Kitefan.


Meine Älteste ist 600 Km weg gezogen, da war sie noch nicht 2.

Ihre Mutter hat dort einen Anderen geheiratet und mit ihm noch 2 Kinder bekommen.

Dieser Mann war allen 3 Kindern immer ein guter Vater und hat, soweit ich es beurteilen kann, nie einen Unterschied zwischen den 3 gemacht, obwohl immer klar war, dass nicht er sondern ich der Vater der Ältesten war.

Auch wenn der Umgang über die Distanz nicht einfach war, hat weder er noch seine Mutter jemals etwas gegen mich getan.
Er hat mich oft vom Flugplatz abgeholt und ich habe sogar eine Zeit lang bei denen gewohnt, wenn ich zu Besuch war.

Irgendwann hat meine Tochter Papa zu ihm gesagt und ich war B.

Das hat mir auch einen Stich versetzt aber trotzdem überwog weiter die Ansicht, dass es besser so ist, als wenn er sie nicht wie seine Tochter behandeln würde.

Sie ist inzwischen 21 und wohnt immer noch in 600 Km Entfernung in ihrer eigenen Wohnung und ich sehe sie auch nicht öfter.

Die beiden sind auch geschieden und sie sieht ihn auch nur noch selten aber ich werde ihm immer für sein Verhalten dankbar sein.


Auch wenn ich gerne Papa geblieben wäre.
« Letzte Änderung: 29. Mai 2014, 21:24:57 von Beppo » Gespeichert

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« Antwort #16 am: 30. Mai 2014, 10:37:19 »

Das ist wirklich reine Eitelkeit. Immer.
Kinder hängen sich an diesen Bezeichnungen nicht auf - das tun grundsätzlich nur die betroffenen Erwachsenen.

Für Kinder ist das alles viel simpler: Das sind Rollenmuster. Und wer die ausfüllt, der heißt so.
Entsprechend logisch ist es, dass der Mann, der mit ihnen zusammen lebt, Brote schmiert, zum Kiga bringt und sie abends ins Bett bringt irgendeine Form von "Papa" sein muss.

So wie eben der Mensch, der Pakete bringt, irgendeine Form von Postmann sein muss, auch wenn da nicht DHL auf dem LKW steht - das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, welche Rolle er einnimmt.

Für die Kinder ist das völlig unspektakulär. Dass Kinder auch ohne Trennungshintergrund sich "Ersatzmamas" und "Ersatzpapas" im Bekannten- oder Familienkreis aussuchen, ist ja auch keine Seltenheit. Die sehen einfach nicht diesen enormen Egotrigger in diesen Bezeichnungen. Für die sind es Tätigkeitsbeschreibungen.


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Beppo
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« Antwort #17 am: 30. Mai 2014, 10:47:08 »

Das ist wirklich reine Eitelkeit. Immer.

Stimmt. Hier geht es nicht um Kindeswohl, sondern um Elternwohl.

Es versetzt eben einfach einen Stich.
Und je weniger man seine Kindern sehen kann, desto schmerzhafter wird er.

Und ein klein wenig ist es auch Kindeswohl, denn "neue" Elternteile lösen sich manchmal eben auch mal schnell wieder in Luft auf, deswegen denke ich, dass das Kind eben doch den Unterschied zwischen dem eigenen Vater und dem "netten Mann, der mir im Moment den Kakao umrührt" kennen und verinnerlichen sollte.
Und die Bezeichnung "Papa" ist nunmal das Symbol dieser Verinnerlichung.

Ich habe und würde jedenfalls dem Kind meiner Partnerin immer erklären, dass ich es zwar genauso lieb habe, Papa aber eben doch ein anderer sei.
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« Antwort #18 am: 30. Mai 2014, 12:13:53 »

Ich habe und würde jedenfalls dem Kind meiner Partnerin immer erklären, dass ich es zwar genauso lieb habe, Papa aber eben doch ein anderer sei.

 thumbup so in der Art hat's mein LG auch gemacht. War für L. auch in Ordnung so.

Es ist sicher auch noch ein Unterschied, ob es einen Papa gibt, der aktiv ist oder nicht. L. hat einen Papaersatz gesucht. Da hat es eben auch eine andere Qualität, als wenn Papa 2-8x im Monat auftaucht.

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« Antwort #19 am: 30. Mai 2014, 21:32:29 »

Naja, im Eingangspost steht ja, dass der Knabe nur "Passanten" gegenüber von "Pappa X" und "Pappa Y" spricht, im vertrauten Kreise seinen leiblichen Vater mit Papa und den LG der Mutter mit Vornamen. Find ich einfacher, als immer wieder die Familienkonstellation erklären zu müssen.
Zitat
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Besonders mit dem Hintergrund, dass da nun ein Halbgeschwisterchen im Anflug ist. Da will der Knabe nicht seitab stehen.
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« Antwort #20 am: 30. Mai 2014, 22:50:06 »

Richtig und das finde ich auch völlig in Ordnung.
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« Antwort #21 am: 31. Mai 2014, 12:17:23 »

Hi

ich denke, je jünger die Kinder bei der Trennung sind, desto eher wird sich die Anrede "Papa" für den Next nicht vermeiden lassen. Erst recht, wenn neue (Halb)Geschwister dazukommen. Es ist einfach ein Ausdruck des gelebten Alltages.

In dem hier geschilderten Fall sieht es ja so aus, als wenn eine sehr gute Elternebene besteht, die vom Neuen auch nicht torpediert wird.
Insofern finde ich eher gut, wie der Kleine damit umgeht, da er den Unterschied auch sehr gut kennt, und nicht eine KM im Spiel ist, die ihn zwingt, Papa zum Neuen zu sagen, und den biologischen Papa rausdrängen will.

Mein Sohn war ca. 8, als er seinen jetzigen Stiefvater kennenlernte, und hat ihn immer nur mit Vornamen angesprochen. Aber es gab auch Phasen, wo mein Mann liebevoll "Papa 2" genannt wurde. Ein Ausdruck dafür, dass mein Sohn ihn als (Stief)-Elternteil anerkennt, in der Zeit, wo sich zeigte, ob unsere Patchworkfamilie funktionieren kann und zusammenwuchs, und auch in der so wichtigen Zeit der "Vorpubertät", wo es im Alltag darauf ankommt, dass die Autorität auch des Stiefelternteils anerkannt und gefestigt wird.

Also, als Fazit, solange die Kids den Unterschied kennen, und solange die Elternebene trotz Trennung funktioniert, sollte man diese funktionierende Elternebene eher im Fokus haben. Ich finde es eher gut, und wichtig, wenn die Kinder auch dem leiblichen Elternteil gegenüber ihre Zuneigung zum Stiefelternteil zeigen können, denn das ist derjenige, mit dem sie zwar nicht blutsverwand sind, der aber eine große Verantwortung im Alltag übernimmt. Dein Sohn hat seinen Stiefvater halt auch lieb, und das ist doch auch gut so. So, wie er sein Geschwisterchen lieben wird, und das gleiche dann auch irgendwie von dir erwartet 

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« Antwort #22 am: 25. Juni 2014, 12:21:15 »

Der "Stich ins Herz" ist verständlich, ich würde das aber auch nicht hoch anhängen und bin diesbezüglich ganz bei den Vorschreibern.

Allerdings denke ich schon, dass KM und neuer Partner diesbezüglich Einfluss nehmen können. Die Lütte meiner NEXT käme niemals auf die Idee, mich "Papa" zu nennen. Wir haben ein wirklich gutes Verhältnis miteinander und ich bin sogar ihr "Lieblings-zu-Bett-Bringer", aber ich habe mich ihr gegenüber von Anfang an als erwachsener "Freund und Kumpel" positioniert und mich klar von einer "Paparolle" abgegrenzt. Wenn wir alle mal von "Papa" sprechen ist auch definitiv Papa gemeint, zu dem Gottseidank regelmäßiger Umgang besteht, was auch die KM sehr befördert.
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« Antwort #23 am: 26. Juni 2014, 09:44:47 »

Moin,

prinzipiell bin ich auch der Meinung, dass es die tatsächliche Vaterrolle nicht in Frage stellt, wenn dein Sohn von zwei Papas redet. Redet er ihn eigentlich auch direkt mit „Papa“ an? Das würde mich auch stören, aber eher weil es von Exe&Next etwas unsensibel ist, nicht vom Kind.

Zitat ginnie: "desto eher wird sich die Anrede "Papa" für den Next nicht vermeiden lassen." - doch, darüber kann man mit dem Kind reden, wenn man das nicht will.

Ich kenne nun auch die Situation des Next, die Tochter meiner DEF war keine vier Jahre alt, als wir zusammengezogen sind. Das Verhältnis zu ihr war von Anfang an sehr gut. Ohne es zu manipulieren wurde ich von ihr aber immer mit Vornamen angeredet, sie hat mich nie anders genannt. „Papa“ bleibt dem leiblichen Vater vorbehalten. Ich habe da auch nie etwas anderes erwartet oder gar verlangt. Wenn sie mich „Papa“ genannt hätte, hätte ich ihr gesagt, dass ich das sehr lieb finde, ich aber nicht der Papa bin. Natürlich gab es Situationen, in denen ich für den Vater gehalten wurde, wir haben das einfach ignoriert, wohl wissend, dass es nicht stimmt. Durch diverse Umstände habe ich letztendlich viel mehr von ihrer Kindheit erlebt als ihr Vater (was ich so nicht wollte), trotzdem hat das nie etwas am innigen, einzigartigen Verhältnis zu ihrem „echten“ Papa geändert. Insofern sehe ich solche „Begleiterscheinungen“ selber etwas gelassener ;)

@Thoralf: Da decken sich unsere Geschichten ja sehr stark. Wenn es so läuft, kann man wirklich froh sein und ich behaupte mal, dass meine Stieftochter sehr gut durch diese erste Trennung gekommen ist. Mit dieser Erfahrung werden wir hoffentlich auch diese zweite Trennung wuppen!
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Hampelchen
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« Antwort #24 am: 26. Juni 2014, 11:54:16 »

Wie sieht denn die Alternative aus?
Mal ehrlich und Hand auf´s Herz - ich glaube die wenigsten Kinder, die zu nicht-biologischen Elternteilen anfangen Papa oder Mama zu sagen, tun das, weil irgendjemand es ihnen einredet.
Für die meisten Kinder wird das ein simpler Reflex sein, von dem auch jede Erzieherin in Kinderkrippen und jede Kindergärtnerin ein Lied singen kann. Desto mehr jemand in diese jeweiligen Rollen hineinkommt - indem er mit Mama/Papa zusammenlebt und täglich da ist zum Beispiel - umso schneller etabliert sich sowas.

Und was sollte da jetzt die "richtige" Verhaltensweise sein? Ein/e Next, der/die das Kind aufgeregt korrigiert "Nein, nein, nein Timmy, ich bin NICHT die Mama/der Papa"?
Ein BET, der heranstürmt "Das sagen wir aber nicht zu Peter/Veronika, es gibt nur eine/n Papa/Mama und das ist xy"?

Egal wie, für das Kind, das nicht im geringsten begreifen kann, wo das Problem an der Sache liegen soll, ist es eine ziemlich harsche Zurückweisung. Denn Mama/Papa ist immer auch ein Ausdruck emotionaler Nähe. Es sagt also dem/der Next "du gehörst für mich zur Familie" und kriegt ein "Nein!" zurück? Das ist ein Korb. Ein simpler Korb, weil es unmöglich ist, dem Kind zu erklären, dass es ja fühlen darf, wie es will, nur der Papa/die Mama kriegt ein Egoproblem, wenn es einen anderen Menschen so nennt...

So wie es bei dem Thema nur und ausschließlich um die Erwachsenen geht, so wird auch regelmäßig komplett ausgeblendet, wie es den Kindern damit geht.
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