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vatersein.de - Forum 22. November 2017, 21:03:21 *
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Autor Thema: Weiß nicht mehr weiter  (Gelesen 23191 mal)
LucasDaddy
_LucasDaddy
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 366



« am: 20. Mai 2014, 10:28:22 »

Hallo zusammen,

mal wieder brauche ich euren Rat und möchte gerne von Erfahrungen anderer profitieren, denn ich weiß momentan wirklich nicht mehr weiter.

Da ich sonst immer viel zu lange Romane schreibe, versuche ich mich heute einmal kurz zu fassen:

Mein Sohn lebt ja jetzt seit fast einem Jahr bei mir und in der ersten Zeit war eigentlich alles, bis auf die wahrscheinlich zu solch einer Umstellung gehörenden Anlaufschwierigkeiten, absolut in Ordnung. Seit ein paar Wochen sieht das aber leider anders aus, denn Sohnemann ist dermaßen respektlos, dass mir oft einfach die Worte fehlen. Er wird im Herbst 11 Jahre alt und sicherlich hat sein Verhalten auch etwas mit der Vorpubertät zu tun, aber wenn ich alles damit entschuldigen wollte, möchte ich an die wirkliche Pubertät gar nicht denken.

Es ist so, dass er sich sowohl seiner Mutter als auch mir gegenüber absolut respekt- und rücksichtslos verhält. Er hat sich noch nie wirklich an Regeln gehalten, aber momentan bricht er diese absichtlich bzw. stellt seine eigenen auf. So kommt er z.B. zwei Stunden zu spät nach Hause, ohne dass ich weiß, wo er überhaupt ist (er soll mir einen Zettel hinlegen, wenn er zu einem Freund geht, macht er aber nicht). Natürlich stelle ich ihn nach solch einer Aktion zur Rede, bekomme dann aber nur zur Antwort, dass mich das gar nichts angeht und ich gefälligst still sein soll. Seine Art, mit mir zu sprechen, ist im übrigen nur noch beleidigend, denn die Schimpfwörter sprudeln nur so aus ihm heraus. "Halt Deine Schnauze!" und "Leck mich am A....!" sind hier nur die Spitze des Eisbergs, was ich mir sonst noch so anhören muss, möchte ich euch lieber nicht antun. Seine Mutter beschimpft er im übrigen auch, aber sie scheint das schon gewohnt zu sein und überhört fast alles bzw. zeigt nur selten eine Reaktion.

Momentan ist das Zusammenleben leider extrem belastend, denn an einen geregelten Tagesablauf ist nicht mehr zu denken. Sohni bombardiert irgendwie alles und so langsam verliere ich die Nerven. Selbst sein Abendessen landet fast täglich im Mülleimer, denn obwohl ich ihn vorher frage, was er denn essen möchte, kommt - natürlich nachdem ich gekocht habe - sehr oft ein Spruch á la "Deine bilige Schei.... kannst Du alleine fressen!". Manchmal nimmt er sich dann einfach etwas Geld aus seiner Spardose und holt sich wortlos eine Pizza. Alternativ verzieht er sich in sein Zimmer, dreht den Fernseher bis zum Anschlag auf und legt sich auf sein Bett. Da macht das Kochen natürlich Spaß ohne Ende...

Angesichts der Tatsache, dass er erst 10 ist, empfinde ich sein Verhalten fast schon schlimmer, als das eines aufmüpfigen Jugendlichen. Mittlerweile hat er selbst unseren Hund soweit eingeschüchtert, dass dieser sich nur noch zitternd in die letzte Ecke verkriecht, wenn Sohnemann mal wieder absichtlich die Türen zuknallt oder mich in einer Tour anschreit und beleidigt. Bei seinen Kumpels gibt er mit unserem Hund auf der anderen Seite sehr gerne an, aber kümmern tut er sich kein Stück. Die Hoffnung, dass er uns wenigstens auf dem kurzen Abendspaziergang begleitet, habe ich mittlerweile aufgegeben. Irgendwie mache ich sowieso alles alleine, denn er hat keinen Bock auf Einkaufen oder ähnliche Dinge und bleibt dann einfach zu Hause oder, sollte er doch einmal mitkommen, weigert sich dann im letzten Moment aus dem Auto auszusteigen. Aber natürlich mault er mich, wenn ich zurückkomme, an, dass ich ihm nicht dieses oder jenes mitgebracht habe. Ich sage dann immer, dass ich nicht hellsehen kann und die Chancen auf Schokopudding etc. rapide steigen, wenn er denn mal mitkommen würde. Auf Einsicht brauche ich hier aber offensichtlich nicht zu hoffen, denn anstatt sich meinen Vorschlag durch den Kopf gehen zu lassen, werde ich auch dann wieder nur als geizig etc. bezeichnet. Null Selbstreflektion...

In der Schule gibt es momentan auch nur Probleme, denn er lässt sich auch dort nichts sagen und nimmt am Unterricht nur dann teil, wenn er Lust auf das Thema etc. hat. Nachdem er in den letzten Klassenarbeiten nur 4er, 5er und sogar eine sechs fabriziert hat, hat mich seine Klassenlehrerin natürlich zum Gespräch geladen. Tja, was soll ich sagen, denn sein Verhalten in der Schule ist deckungsgleich mit dem bei mir zu Hause, denn er meint auf der einen Seite alles zu wissen und auf der anderen interessiert ihn so gut wie gar nichts. Mit ihm zu üben funktioniert weder bei mir, noch bei seiner Mutter, denn er lässt sich absolut nicht darauf ein und macht jedesmal einen Aufstand, der kaum zu beschreiben ist.

Wahrscheinlich könnte ich hier noch seitenweise weitere Dinge aufzählen, aber das bringt sicherlich nichts. Ich habe schon oft versucht, mit ihm zu sprechen, aber er macht da einfach dicht. Ich möchte ihm ja nur helfen, aber ich weiß momentan wirklich nicht wie. Es muss ja einen Grund für sein Verhalten geben, aber ich komme einfach nicht dahinter. Mit seiner Mutter spricht er auch nicht und tut so, als wäre alles in Ordnung. Auch auf die Frage, ob er sich bei mir nicht wohlfühlt und er evtl. nicht bei mir bleiben möchte, bekomme ich immer als Antwort, dass er auf keinen Fall zu seiner Mutter ziehen möchte. Sicherlich mache ich auch Fehler, aber ich bin bereit mir zu arbeiten und habe deshalb auch einen Termin bei der Erziehungsberatung in der kommenden Woche vereinbart. Wenn Sohnemann aber weiter dicht macht, wird es aber auch für Aussenstehende schwer werden, hier Hilfe zu leisten.

Mich zermürbt die ganze Situation langsam und ich habe das Gefühl, dass ich keine Kraft mehr habe. Tagsüber leite ich eine Firma und werde mit Problemstellungen überhäuft und Nachmittags / Abends bringt mein Sohn mich zur Verzweiflung. Ich glaube nicht, dass so etwas sehr lange gut gehen kann. Abschalten kann ich seit Wochen nicht mehr, habe in der letzten Zeit mehr als 10 Kilo abgenommen und bin innerlich immer auf 180. Manchmal möchte ich einfach nur noch weg und alles hinter mir lassen.

Ganz ehrlich, ich weiß nicht mehr weiter...

LG,
LD
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AnnaSophie
_AnnaSophie
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« Antwort #1 am: 20. Mai 2014, 10:46:39 »

Hallo,

wie reagierst du, wenn du so beschimpfst wirst?

Warum hat er einen Fernseher in seinem Zimmer?

Was das Geld in der Spardose angeht: das ist irgendwann alle oder?

Allerdings denke ich auch, dass er bei dir jetzt versucht gegen die Regeln anzugehen, die du aufgestellt hast, nach einem Jahr "Eingewöhnungszeit" bei dir ist er angekommen und testet aus wie weit er gehen kann....

Die Schule sollte euch - wenn sie dazu bereit ist - auf ein gemeinsames Gespräch einladen und ihm erklären (du weisst es ja schon) dass seine Versetzung mit der Leistung gefährdet ist. Und das die Kopfnoten (sofern es die bei euch gibt) auch nicht berauschend ausfallen werden.

Aber ich vermute, dass er diese Dämpfer einfach braucht.

In dem Alter lassen sich Kinder auch sehr von anderen beeinflussen, wie sind seine Kumpels drauf? Läuft das da ähnlich ab? Bzw. kommen die zu Besuch wenn du da bist oder nur wenn er alleine ist?

Sophie
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Kasper
Spezialgruppe
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« Antwort #2 am: 20. Mai 2014, 11:14:47 »

Moin,

mir fallen da ein paar Knackpunkte auf.

Manchmal nimmt er sich dann einfach etwas Geld aus seiner Spardose und holt sich wortlos eine Pizza. Alternativ verzieht er sich in sein Zimmer, dreht den Fernseher bis zum Anschlag auf und legt sich auf sein Bett. Da macht das Kochen natürlich Spaß ohne Ende...
Die Spardose wäre dann das Erste, was weg ist! Allerdings, eine Pizza ist auch nicht so günstig, dass die Spardose unendlich hält.
Fernseher im Zimmer eines 10jährigen, sorry, aber ein "no-go"! Ist Dir bekannt, was er dort alles sieht? Er kann noch garnicht die Inhalte filtern und bekommt da Eindrücke, die durchaus auf sein Verhalten abfärben. Die Kiste wäre dann auch huete raus ... auch wenn es Stress gibt. Raus mit der Kiste.
Wir haben einen Fernseher für 4 Personen, und kaputt gehen wird dieser garantiert auch nicht an Überhitzung  ! Ich achte sehr genau darauf, was die Zwerge schauen, auch wenn ich nciht verhindern kann, dass sie einige Sachen woanders sehen, die nicht für sie geeignet sind. Aber hier herrschen "meine" Regeln und die sprechen zum Thema Fernsehen eine klare Sprache.

Beleidigungen:
Könnte es sein, dass er damit eine entsprechende Reaktion bei Dir hervorruft? Reagiere garnicht, aber halt auch nicht auf die Sachen die er dann gerne möchte.

Essen:
Es gibt die vorgegebene Mahlzeit. Passt sie ihm nicht, kann er sich ein Brot machen! Fertig, nicht mehr und nicht weniger. Verhungern wird er schon nicht.

Gewünschte "Artikel":
Geht einher mit den Beleidigungen. Kann er sich an die Regeln nciht halten, dann gibt es schonmal nichts. Alles andere kann man in einem vernünftigem Ton besprechen, ist er dazu nicht bereit ... zurück zu "nix"!

Türen knallen ...
Ok, passiert mal, jeder ist mal sauer. Da Türen aber Geld kosten, wenn sie denn kaputt sind, hänge ich diese bei "Wutanfällen" aus und stell sie sicher ab ... das klappt hervorragend! Das Kind ist dann zwar stinkig, denkt aber nach und die Tür bleibt heile. Naja, und einige Stunden in einem offenen Zimmer zu sitzen ist dann auch nicht so wirklich gemütlich 

Es ist bei Dir scheinbar schon ziemlich weit vorangeschritten, das ändert sich auch nicht sofort und wird in nächster Zeit noch ein paar Nerven kosten. Aber Du kommst nicht umhin, da einiges auf den Weg zu bringen und das jetzt möglichst schnell.
Das Beste wäre gleich heute den Fernseher rauszuholen, damit Junior den "frischen Wind" spürt.

Gruß
Kasper
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Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
brille007
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« Antwort #3 am: 20. Mai 2014, 11:17:02 »

Moin LD,

ich habe bei der Schilderung ähnlicher Fälle (auch in so genannten "intakten" Familien) schon des öfteren erstaunte Blicke geerntet, wenn ich sagte "die basics der Kindererziehung lernt man ihm Zoo vor dem Affenkäfig!" Will heissen: Es muss klar sein, wo oben und unten ist, wer der Chef ist und dass ein bestimmtes Benehmen bestimmte Folgen hat. Wer das in der Familie nicht lernt, hat auch grösste Probleme, es in einem grösseren sozialen Kontext bei anderen anzuwenden.

Der Besuch der Erziehungsberatung ist sicher eine gute Idee, auch wenn Sohnemann - sofern er überhaupt mitkommt - dort sicher nicht offen sagen wird, was mit ihm los ist (er weiss es vermutlich nicht einmal), sondern nur mit verschränkten Armen dort sitzt und nichts sagt. Es ist ein erster Schritt, ihm zu zeigen, dass es ein Problem gibt und eine Lösung her muss. Und natürlich auch, dass garantiert nicht ein 10-Jähriger vorgibt, wie es zu laufen hat.

Unabhängig davon kann ich Anna-Sophie nur zustimmen: Ich an Deiner Stelle würde dafür sorgen, dass die Spardose leer ist und Sohnemann vielleicht einmal ein Gefühl dafür bekommt, wie sich Hunger anfühlt - erst dann lernt man die Beschaffung und das Kochen von Lebensmitteln richtig zu schätzen. Falls er auf die Idee kommt, sich irgendwo Geld zu leihen oder zu klauen, solltest Du den lokalen Pizzamann anweisen, ihm nichts zu verkaufen. Der Fernseher in seinem Zimmer hätte in meinem Haushalt kein Signal mehr, das Internet wäre off und das Handy würde ich auch konfiszieren. Und innen an der Klotür würde - so, dass er sie täglich mindestens dreimal sieht - eine einfach Hausordnung mit den wesentlichen Punkten hängen.

Und vor allem: Du magst innerlich auf 180 sein - aber versuche, es Dir nicht anmerken zu lassen. Du bist der grosse Affe, und Du sagst, wie es läuft und welche Bedingungen dafür einzuhalten sind. Ihr seid Vater und Sohn und keine Kumpels.

Grüssles
Martin
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When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
engelherz
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« Antwort #4 am: 20. Mai 2014, 11:18:40 »

Hallo LucasDaddy

Helfen kann ich dir leider nicht wirklich, aberumsomehr mitfühlen.
Wir haben fast genau das selbe durch mit Junior wie du mit deinem Sohn.
Als der Terror bei uns losging, wohnte Junior seit 2 Jahren beim Vater und seit einem Jahr mit mir zusammen und war bereits 14. Auch bei uns war am anfang alles soweit in Ordnung und es lief mit den üblichen Kleinigkeiten ganz gut.

Wir liefen beide am Limit und ich litt gesundheitlich unter den Angriffen von Junior.
Ich hatte schon auf der Arbeit Bauchschmerzen wenn ich an den Feierabend dachte...


Die Schule sollte euch - wenn sie dazu bereit ist - auf ein gemeinsames Gespräch einladen und ihm erklären (du weisst es ja schon) dass seine Versetzung mit der Leistung gefährdet ist. Und das die Kopfnoten (sofern es die bei euch gibt) auch nicht berauschend ausfallen werden.

Aber ich vermute, dass er diese Dämpfer einfach braucht.


Das hat bei Junior überhaupt nichts bewirkt - es kam dann immer noch mehr Protest und ein "ach, dass ist mir doch eh alles Sch****egal"

Bei uns verschlimmerte sich die Lage noch, als Junior mit 14 zum erstenmal Strafffällig wurde. Statt einsicht und daraus zu lernen, folgte eine Strafftat nach der andern.
Nach einem Tiemout in einer Einrichtung, wurde er vom Gericht unter Beobachtung gestellt mit einem Sozialarbeiter der 2x in der Woche mit Junior arbeitete. Ihm vertraute Junior und er konnte sich da etwas öffnen...
Richtig heilsam wurde es für Junior jedoch erst, als er mit 17 kaum noch Freunde im Dorf hatte, niemand mehr etwas mit ihm zu tun haben wollte...

Unterdessen ist Junior 18 und als letzte Chance hat er ein Ausbildungsstelle in einer Einrichtung erhalten für Jugendliche mit Problemen. Er ist nun jedes Wochenende Zuhauseund unter der Woche wohnt er im Betrieb.
Seither läuft es Zuhause wieder... Er hat sich gefangen und wird die Ausbildung hoffentlich abschliessen.

Eigendlich kann ich dir auch nur Raten, dir externe Hilfe zu holen, allenfalls auch von einem Phsychologen - Wenn Junior zu der Person Vertrauen fassen kann ist viel gewonnen und euch kann geholfen werden.

Ich weis wie zermürbend und kräfterauben die Situation für euch alles ist.
Auch dein Sohn wird mit der Situation wie sie jetzt ist nicht glücklich sein - auch wenn er etwas anderes sagt...

Ganz ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen wünsche ich dir!
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Engel211
Zeigt sich öfters
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Beiträge: 87


« Antwort #5 am: 20. Mai 2014, 11:23:46 »

Hallo Du!

Schimpfwörter, musst Du an dir abprallen lassen, definitiv nicht reagieren, Du darfst ihm ja nicht zeigen wie sehr er Dich damit trifft, ansonsten wird er die "Macht" die er in dem Bereich über dich bekommt, gekonnt weiter ausspielen.

Türen knallen, häng alle Türen für eine zeitlang aus und stell sie in den Keller.

Essen, da ich davon ausgehe, dass du ihm nichts vorsetzt was er definitv nicht mag. einfach Tisch decken, ihn rufen, isst er nicht, dann danach Küche abschließen, Spardose weg und fertig. Hat er Hunger und mault, biete ihm ne Stulle an. (Alles dann aber freundlich, ohne vorhalten dass er ja vorher hätte essen können und lass Dich ja nicht auf Diskussionen wieso, weshalb und warum ein.

Laute Musik, TV usw., Sicherungrung raus oder (hab ich auch schon gemacht) alles aus seinem Zimmer entfernen.

Einkaufen, meine wollten da in dem Alter auch nicht mehr mit, haben auch gemault wenn ich was vergessen hab. habe dann in der Küche einen Einkaufszettel aufgehangen, auf welchem sie die Dinge die ich speziell für sie mitbringen soll dazu schreiben konnten. Haben sie es vergessen, hab ich das gemaule überhört und auch nicht kommentiert.

Zu spätes nicht angekündigtes nach Hause kommen.
Vielleicht ist es Dir möglich mal zwei, drei Wochen so Feierabend zu machen wie der Bub Schule aus hat, eventuell im Wechsel mit Deiner EX.
Kommt er unentschuldigt zu spät heim, Konsequenz er wird am nächsten Tag in die Schule gebracht und abgeholt.
Kommt er von einem Kumpel unentschuldig später heim, Konsequenz am nächsten Tag bleibt er nachmittags zu Hause.

Was die Schule betrifft.
Dinge die er sich in der Schule zuschulden kommen lässt, wird die Lehrerin schon in irgendeiner Form regeln, sei es durch Strafarbeiten ect. halte dich da in nächster zeit weitgehend raus, den Vordergründig ist erst Mal sein Verhalten zu Hause zu ändern.
D.h. auch wenn es schwer fällt, kommentiere schlechte Noten "nur" mit einem "das nächste Mal läuft es sicher besser".
Klar hast Du Angst, dass er nicht versetzt wird, doch Dein Bub spürt Deine Angst und bekommt dadurch wieder eine Macht über Dich.
Ein in dem Alter wiederholtes Jahr, finde ich nicht weiter schlimm.

Ich finde, erst wenn ihr mit liebevoller Konsequenz (d.h. er merkt dass ihr meint was ihr sagt, aber ihn trotzdem nicht mit Ignoranz, Härte und "liebesentzug" und Unfreundlichkeit straft) erziehtund danach merkt es klappt nicht, dann würde ich zu einer Erziehungsberatung gehen.

Natürlich wird dieses ganze "Vorgehen" erst Mal richtig tagtäglich knallen, aber durch ein wochenlanges anhalten der Konsequenzen (Du brauchst einen langen Atem) wird er sehen und lernen, dass ihm sein Verhalten nichts bringt.

Ich würde ihm auch keine Konsequenzen androhen, vorallem keine die du eventuell nicht durchziehen kannst, aber auch so im Vorfeld keine Konsequenzen ala "wenn......dann...", sondern auf Fehlverhalten immer kommentarlos reagieren.

Beispiele:

Essen ist sch...., dann Essen weg, Spardose weg.
Kommt er später an und mault er hat Hunger, dann nehm ihn in den Arm und sag liebevoll und freundlich "dann macht dir Papa mal ein Brot" meckert er dann immer noch bzw wieder, dann widmest du dich einfach weiter Deinen Dingen.
Türen knallen, kommentarlos genau diese Tür/Türen ausbauen.
Lautes Musik hören ect. Sicherung raus, meckert er, dann sag es war Dir zu laut, hört er dann immer noch zu laut diese Dinge, dann werden die Sachen in den Keller gebracht.
Meckert er oder schreit rum bzw beschimpft dich, dann antworte nur mit "wer nicht hören will muss fühlen"
Ja nicht diskutieren!!!

Habe ich bei meinen Beiden auch schon durch ;)
Bin der Meinung, alle paar Jahre testen die Kids die von uns gesetzen Grenzen aus, was uns an den Rand der Verzweiflung bringen kann.Bei mir hat da immer liebevolle Konsequenz mit absoluten Durchzug auf beiden Ohren (bei Beschimpfungen usw) geholfen.

LG Engel





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ich-habe-angst
Gast
« Antwort #6 am: 20. Mai 2014, 11:47:23 »

Hallo,

- nimm dir Zeit für deinen Sohn
- Sohn ist wichtiger als Job
- reduziere seine finanziellen Reserven
- "friss" gemeinsam mit ihm und lache darüber
- KM darf dir nicht in den Rücken fallen. Tut sie das etwa ? Untergräbt sie dich unbewusst ? Prüfen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
- Fussball, Lagerfeuer, Radtour gemacht ?
- Radtour kannst du erzwingen wann immer dein Auto leider kaputt ist ....
- Wenn du keine "Zeit" findest für deinen Sohn, so geht er verloren. Ohne Alternative.
- Welche Freunde hat er eigentlich so ? Was sind das für Jungs ?
- Sport ist hilfreich. Teamsport am besten.
- Erziehungsberatung sehe ich persönlich kritisch.

« Letzte Änderung: 20. Mai 2014, 11:49:28 von ich-habe-angst » Gespeichert
jenpa
Nicht wegzudenken
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Beiträge: 440



« Antwort #7 am: 20. Mai 2014, 12:33:45 »

@ luccas daddy

Schreib mir mal ein Mail. Was du beschreibst habe ich bereits durch.
Vielleicht kann ich dir ein paar hilfreiche Tips geben.

jenpa
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..dem Kind beide Eltern
vj
_vj
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 621



« Antwort #8 am: 20. Mai 2014, 12:34:58 »

Hi LucasDaddy,

Wir hatten eine sehr ähnliche Situation mit meiner Stieftochter - mit dem Ergebnis, dass sie seit 10 Tagen in einem Krisenzentrum ist.
Sie wird wohl wieder zurückkommen, weil sie scheinbar einsieht, dass es so nicht weitergeht, aber wie weit das wirklich hält wissen wir noch nicht.

Dir würde ich unbedingt raten, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wenn mal solche respektlosen und aggressiven Verhaltensweisen da sind, dann kann man als Elternteil kaum noch irgendwas machen, weil absolut nichts mehr zum Kind durchdringt.
Vor allem wird sich das alles ja noch weiter verstärken, denn da ist etwas in dem Jungen, das ihn so "wahnsinnig" macht, so aggressiv sein läßt - und wenn er da keine Hilfe bekommt, dann wird es immer schlimmer werden.
Und Du kannst ihm nicht mehr helfen. Von Dir nimmt er nichts an.
Da müssen jetzt andere Personen ran, die ev. auch darauf geschult sind, mit solchen Problemen umzugehen.

Die Ratschläge, Du solltest mehr Zeit mit dem Jungen verbringen, geduldig sein, Ruhe bewahren - die werden aus meiner Sicht nichts mehr bringen, wenn es wirklich schon so stark eskaliert ist. Denn ein solches Verhalten kommt nicht davon, dass man zu wenig Zeit mit dem Kind verbringt. Da steckt irgendwas dahinter, was ihr noch nicht sehen könnt.
Aber jemand von außen, der sich das alles anschaut und dem sich der Junge vielleicht sogar öffnen kann, der kann da wieder Ruhe reinbringen und hoffentlich das aufdecken, was den Jungen so quält.

Das wurde uns auch von den Sachbearbeitern und Betreuern bestätigt, die jetzt mit unserer Tochter arbeiten: ab einem gewissen Punkt können die Eltern nichts mehr richtig machen und nicht mehr helfen. Da führt alles nur noch zu weitern Eskalationen - ev. sogar bis jemand verletzt wird (Kind, Eltern, Hund...). Das muss man erkennen und dann auch danach handeln.
Und das hat nichts damit zu tun, dass man versagt hätte oder etwas falsch gemacht hätte - im Gegenteil: Hilfe holen zeigt Stärke!

Wünsche Dir, dass Du den richtigen Menschen / die richtige Stelle findest, wo euch geholfen werden kann!

lg
vj
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Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)
LucasDaddy
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« Antwort #9 am: 20. Mai 2014, 12:53:55 »

Hallo zusammen,

vorab vielen Dank für eure vielen Antworten!

Vieles davon habe ich mir auch schon gedacht, aber nicht alles durchgezogen. Zum Thema Fernseher gehe ich mit euch absolut konform und räume das Teil noch heute aus seinem Zimmer. Leider hat ihn seine Mutter immer so einen Mist á la GZSZ, Berlin Tag und Nacht und diesen Quatsch mit Köln schauen lassen. Das fand ich zwar noch nie gut und habe dies ihm auch gesagt, weshalb er anfänglich bei mir auch - wenn überhaupt - nur eher kindgerechte Sachen geschaut hat. Mittlerweile guckt er aber wieder nur diesen Schund und klar, ist das nichts für ein Kind in diesem Alter. Also weg mit der Kiste.

Internet habe ich ihm auch schon des öfteren gesperrt, da er auch hier kein Ende findet und nur schwachsinnige Videos auf YouTube schaut. Blöderweise hat er einfach zu viel Technik-Kram (Smartphone, Tablet, PC, iPod), aber hier werde ich wohl einen Teil erstmal verschwinden lassen müssen. Seit kurzem räume ich sowieso schon o.g. Dinge jeden Abend aus seinem Zimmer, da er ansonsten heimlich bis spät in die Nacht herumdaddelt. Als ich ihn letztends dabei erwischte, hat er mir im übrigen nur den Mittelfinger gezeigt.

Auch das Thema Spardose werde ich angehen. Es ist zwar richtig, dass deren Inhalt irgendwann erschüpft ist, aber Sohnemann bekommt einfach viel zu viel Geld jeden Monat. Er bekommt von mir Taschengeld (3,- € pro Woche) sowie von seiner Mutter und deren Freund (5,- € die Woche) und Oma und Opa stecken ihm auch alle Nase lang etwas zu. Zudem vermute ich (wie gesagt, ich vermute es nur), dass er sich bereits bei mir bedient hat, denn irgendwie deckt sich der Inhalt meiner Börse nicht mit dem, was eigentlich drin sein müsste.

Zu dem Thema Freunde kann ich eigentlich nur sagen, dass dies ein ziemlich bunter Haufen ist. Manche von ihnen sind wirklich sehr freundlich und gut erzogen, andere aber wieder als die größten Störenfriede der Schule bekannt. Komischerweise gerät er mit ersteren öfter aneinander und "beendet" die Freundschaft regelmäßig, mit zweiteren passiert dies aber nicht. Sie kommen im übrigen sowohl dann vorbei, wenn ich zu Hause bin, als auch wenn ich nicht da bin, was ich aber nicht so klasse finde, da insbesondere mein Sohn gerne mal zu Unsinn anstiftet. Seine Freunde mögen mich im übrigen und suchen auch gerne meine Nähe oder das Gespräch mit mir. Mich freut dies natürlich, macht mich aber auch traurig, denn von meinem Sohn wünsche ich mir ja nichts anderes.

Was mich am meisten belastet, sind wirklich die Beschimpfungen. Es fällt mir schwer bei solchen Sätzen wie "Du W..er bist doch gar nicht mein Vater!" oder "Ich hasse Dich mehr als jeden anderen!" ruhig zu bleiben. Es verletzt mich einfach, mich so titulieren lassen zu müssen, obwohl sich mein ganzes Leben praktisch nur noch um meinen Sohn dreht. Ich glaube auch nicht, dass ich mich nicht genug um ihn kümmere, denn er kommt gegen 16.45 Uhr aus der Schulbetreuung nach Hause und ich bin spätestens um 17.15 Uhr ebenfalls da (kein Vergleich zu meinen alltäglichen 14 Stunden Tagen der letzten Jahre). Der Nachmittag gehört auch zu 90% dann uns, denn ich nehme mir keine Arbeit mehr mit nach Hause und möchte bis zur Schlafenszeit um 21.00 Uhr für meinen Sohn greifbar sein. Er muss aber auch wollen...

Evtl. ist ein Besuch beim Kinderpsychologen wirklich ratsam, denn wann immer Sohnemann ausflippt, steigert er sich dermaßen in die Situation herein, dass er kein Ende findet. Vor ein paar Tagen hatte er am Morgen irgendein Problem mit seinen Haaren und hat den gewohnten Style trotz Unmengen an Gel etc. nicht auf Anhieb hinbekommen. Ich kann euch gar nicht sagen, was da für Worte aus dem Badezimmer kamen. Es hat wirklich jeder sein Fett abbekommen, nur er hat mit der ganzen Sache natürlich nichts zu tun gehabt. Letztendlich stand er mit feuerrotem Kopf wutentbrannt vor mir und hat mich angeschrieen, weil ich Schuld daran sein soll, dass er "so billige Haare" und wir nur "so billiges Gel" haben. Das ganze Herumgeschreie im Bad habe ich nicht kommentiert, aber nach dem anschließenden Auftritt war für mich der Tag schon wieder gelaufen.

Oft denke ich mir, dass er doch merken muss, dass er mit seinem Verhalten unser Zusammenleben zur Hölle macht, aber da täusche ich mich wohl. Er kann aber auch super lieb(enswert) sein, aber in letzter Zeit ist dies eher selten der Fall. Wenn er sich aber gut benimmt, dann sagt er selber, dass so alles viel mehr Spaß macht. Aber warum lernt er nichts aus dieser Erfahrung? Es ist leider auch wirklich sehr schade, dass so viel positiv zu nutzende Zeit einfach sinnlos verstreicht, weil er mit seinem Gemecker schon immer alles vorab in die Tonne kloppt. Deshalb plane ich auch momentan nichts mehr mit ihm, denn es ist egal, was es ist, kurz vorher wird der Ausflug oder die Radtour etc. schon wieder für total blöd und bescheuert erklärt, da er zu diesem Zeitpunkt schon weiß, dass dies nicht klappen wird und er jenes nicht bekommt. Sehr schade (auch für mich).

In Bezug auf seine Mutter musste ich eine sehr außergewöhnliche Erfahrung machen, denn seitdem sie gemerkt hat, dass das Leben mit ihrem Lover ohne (nerviges) Kind weitaus entspannter ist, zieht sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten sogar mit mir an einem Strang. Dies gab es in den letzten 10 Jahren ja nicht wirklich. Ich vermute, dass es ihr selber davor graut, diesen Kampf mit unserem Sohn austragen zu müssen, denn schließlich ist er in erster Linie zu mir gezogen, weil sie nervlich und körperlich am Ende war und absolut nicht mehr konnte oder wollte. Das unser Sohn nun bei mir das gleiche Verhalten an den Tag legt wie bei seiner Mutter, habe ich damals allerdings nicht gedacht. Na ja, heute bin ich klüger...

Den Besuch bei der Erziehungsberatung werde ich mir mal antun, denn verlieren kann ich ja nichts und ich finde es auch nicht peinlich oder ein Zeichen von Schwäche, wenn man sich Hilfe sucht. Alleine schaffe ich das vermutlich sowieso nicht, denn entweder raste ich irgendwann aus und schlage im schlimmsten Falle zu oder ich klappe irgendwann zusammen. In meinem Leben war ich schön ganz, ganz weit unten (aber auch ganz weit oben), aber so tief wie im Moment noch nie.

Nächste Woche ist Sohnemann für drei Tage auf Klassenfahrt (wenn ich ihn nicht vorher abholen muss) und ich freue mich (leider) auf die Zeit ohne ihn. Noch vor einem Jahr hätte das ganz anders ausgesehen.

LG,
LD
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LucasDaddy
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« Antwort #10 am: 20. Mai 2014, 12:58:22 »

Wir hatten eine sehr ähnliche Situation mit meiner Stieftochter - mit dem Ergebnis, dass sie seit 10 Tagen in einem Krisenzentrum ist.
Sie wird wohl wieder zurückkommen, weil sie scheinbar einsieht, dass es so nicht weitergeht, aber wie weit das wirklich hält wissen wir noch nicht.

Hi vj,

wie alt ist Deine Stieftochter denn?

LG,
LD
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Kruemelmonster
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« Antwort #11 am: 20. Mai 2014, 12:59:08 »

Moin LucasDaddy,

für mich hört sich das Ganze doch sehr nach "(Vor)Pubi" an. Zu Pubertätsproblemen speziell bei Jungens kann ich nicht wirklich was beitragen, da mein Sohn bei der KM aufwuchs und nur marginaler Kontakt bestand.

Eine meiner Töchter ist aber bei mir aufgewachsen (wohnt auch jetzt als junge Erwachsene noch bei mir), und wir hatten auch unsere Pubertätsprobleme. Das war zwar nicht so heftig wie bei dir, aber manchmal auch nicht ganz ohne. Folgendes hat geholfen:

Nichteinhalten von Regeln: Eine freundliche Ermahnung, danach direkte Konsequenzen. Beispiel Fernseher wesentlich zu laut: Zuerst Ansage: "Mach bitte den Fernseher leiser" Keine Reaktion --> Antennenkabel einkassiert bis zum nächsten Tag.

Bei allem war ich niemals nachtragend. Egal was es für einen Stress gab, der nächste Tag beginnt normal und freundlich.

Wenn Zicken und Meckern in eine Endlosschleife abzudriften drohte (soll allerdings wohl eine Mädelsspezialität sein) hab ich mich dem gerne mal mit dem Spruch entzogen: "Das muss ich mir jetzt nicht länger anhören" Normalerweise bin ich dann mal eine halbe Stunde Inliner gelaufen, oder auch mal auf EIN Bier in den nächsten Biergarten. Meistens hatte sich die Situation danach beruhigt, manchmal hatte sie sogar drüber nachgedacht und sich entschuldigt.

Einmal wie sie doch sehr grenzüberschreitend und verletzend war und Ausdrücke gebraucht hatte, die überhaupt nicht gehen, habe ich ihr Verhalten bewusst gespiegelt. D.h. ich habe kurz genauso heftig und verletzend reagiert. Sie fing dann an zu weinen und sagte: "Das war gemein" Ich hab sie dann sofort in den Arm genommen und ihr gesagt: Ich habe mich vorhin so gefühlt, wie du dich jetzt fühlst, verstehst du das?" Als sie "ja" sagte, habe ich mich bei ihr entschuldigt, ich gesagt, dass ich das nicht so gemeint hatte und nur wollte, dass sie versteht wie ich mich fühle. Später entschuldigte sie sich auch, und damit war dann das Thema für mich auch gegessen.

Es gab danach natürlich noch genug pubertäre Ausraster, aber niemals mehr so verletzend.

Zitat
Mit ihm zu üben funktioniert weder bei mir, noch bei seiner Mutter, denn er lässt sich absolut nicht darauf ein und macht jedesmal einen Aufstand, der kaum zu beschreiben ist.

Das kenn ich auch. Wir hatten das bei Mathe. Wenn ich mit ihr geübt habe, gab es regelmäßig Frust und Zickenalarm. Ich hatte dann ihre Schwimmtrainerin (studierte damals   Sport und Mathe auf Lehramt) als Nachhilfe engagiert. Mit ihr gabs dann Spass am Lernen und bessere Noten. Sie erklärte mir damals, dass Lernen mit den Eltern ab Pubertätseintritt ganz oft schwierig ist, weil die Pubis sich von ihren Eltern nunmal nicht dauernd korrigieren lassen wollen.... sie sind doch schon so groß und erwachsen und zeigen keine Schwächen... und gegenüber den Eltern schon zehnmal nicht  

Gruß und viel Kraft vom

Krümelmonster

« Letzte Änderung: 20. Mai 2014, 13:03:35 von Kruemelmonster » Gespeichert

Alle sagten: " Das kann nicht funktionieren"
Dann kam einer, der das nicht wusste und hat es einfach gemacht
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« Antwort #12 am: 20. Mai 2014, 13:28:36 »

Hi LD,

Unsere Prinzessin ist 14.

Dass sich das Kind dann in die Wutanfälle so richtig heftig reinsteigert und dann alle beschimpft werden, auch wenn sie absolut nichts dafür können, das kennen wir auch nur allzu gut.
Wir hatten dann immer das Gefühl, da würde ein fremdes Kind vor uns stehen bzw. da wäre im Hirn irgendwas "ausgeklinkt" und sie könne aus diesem Anfall von selbst nicht mehr raus.
Als sie dann aber vor 10 Tagen in einer solchen Situation die Katze geschlagen hat, da war Ende mit weiteren Erziehungsversuchen von unserer Seite.

Konsequenzen, wie von Krümelmonster vorgeschlagen, helfen teilweise - können aber auch noch zu viel heftigeren Wutausbrüchen führen. Das mußt Du ausprobieren.
Die Sache mit dem Zurückziehen: das hatten wir auch versucht, aber unser Teenie ist dann soweit gegangen, dass sie sich in den Weg gestellt oder einen festgehalten hat, wenn man ins Schlafzimmer oder aus der Türe gehen wollte. Dabei wurde man auch fleißig mit zunehmender Lautstärke angebrüllt.
Wenn es mal so weit ist, dann ist Hilfe wirklich dringend nötig, denn das fällt schon unter Gewaltanwendung.

Auch wenn Du den Verdacht hast, dass der Junge dich beklaut - dem würde ich unbedingt nachgehen.
Ev. mal die Scheine zählen und dann überprüfen?

Wir merken jetzt erst, wo Kiddy mal für einige Tage weg ist und wo ihr auch geholfen wird, wie erschöpft wir eigentlich sind und wie wichtig es auch für sie ist, außerhalb der Familie Ansprechpartner zu haben.
Du sagst ja selbst, dass die Freunde von Sohnemann gerne mit Dir reden (und ev. mit ihren Eltern nicht?) - vielleicht braucht der Junge auch außerhalb der Familie eine Vertrauensperson und hat niemanden?

lg
vj

P.S.: Bei uns werden jetzt auch von Seiten der Sachbearbeiter medizinische Untersuchungen für Teenie eingeleitet, denn das alles kann auch seine Ursachen im Ungleichgewicht von Hormonen oder anderen Stoffen haben.
Auch eine psychiatrische Untersuchung wird stattfinden und es wird ev. medikamentöse Unterstützung geben.
« Letzte Änderung: 20. Mai 2014, 13:31:33 von vj » Gespeichert

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« Antwort #13 am: 20. Mai 2014, 13:55:58 »

Hallo LD,

evtl. noch ein Punkt zum Internet: über bestimmte Router/boxen kann man den Internetzugang pro Tag begrenzen.

Bei uns haben die Handys oder Spielgeräte auch öfters im Wohnzimmer "geschlafen" wenn sie zu lange im Bett damit zugange waren....
Morgens konnten sie sich wieder nehmen.

An deiner Stelle würde ich schon Ausflüge und ähnliches planen. Aber: frage im Vorfeld ob er mit will. Wenn er nein sagt, dann planst du für dich allein. Stell aber klar, dass er mitmuss, wenn er jetzt ja sagt, ansonsten hat es Konsequenzen - Fernsehverbot o. ä. für den Abend und mach es für dich.

Essen kochen - würde ich am Wochenende gemeinsam..wenn er nicht isst, dann eben nicht.

Und das Geld aus der Spardose, da würde ich ein Sparbuch anlegen, an das er nur mit Zustimmung rankommt. Damit ist sichergestellt, dass er nur abgestimmt Geld ausgeben kann - allerdings sein Taschengeld gehört ihm und wenn er das in Pizza umsetzen will, dann soll er.

Die Wutanfälle würde ich versuchen abzuklären, warum, das geht aber nur in einer ruhigen Minute.

Sophie
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« Antwort #14 am: 20. Mai 2014, 14:06:06 »

Hallo nochmals !

wie vj schon schrieb, können und werden in erster Zeit Konsequenzen zu zusätzlichen eventuell heftigeren Wutanfällen führen.
Doch da ist es an Dir LD, die Ruhe zu bewahren und diese liebevoll durch zu ziehen.

Nach solchen Vorfällen war ich, aber sobald sich die Situation wieder beruhigt hatte immer gleich bleibend liebevoll und nie nachtragend, denn ich bin der Meinung eine Konsequenz reicht und selbst anschließend zickig sein zum Kind wäre ja eine weitere Strafe/Konsequenz.

Das mit der Situation Haare machen im Bad, kenn ich genügend  gun ich verkrümmelte mich dann schnellstens aus der Schussbahn und tauchte erst wieder auf, wenn der erste Rauch verflogen ist.
Außerdem so ein "Bad-Haar-Day" kommt immer mal wieder vor,  mad3 auch bei mir.

Auch ich habe mir schon angehört, billiges Gel ect. In einer ruhigen Minute habe ich Meinen dann vorgeschlagen die Kosten für das gewünschte teuere 50/50 zu teilen. 50% zahle ich, 50% das Kind vom Taschengeld.
Musste ich mir aber in der Folgezeit nochmals anhören es läge am "GEL", war meine finanzielle Beteiligung daran gestrichen bzw ich kaufe wieder den billigen Kram.

Was das Taschengeld anbelangt, welches Euer Bub bekommt, finde ich es extrem zuviel für einen Jungen in dem Alter. Meine Beiden (15 und 17) bekommen 20,-- Euro im Monat. Handy, Fitness-Studio, Geburtstagsgeschenke für die Freunde zahle ich aber zusätzlich.
Wollen die beiden "Markensachen" müssen die von Beiden angespart werden (Geb.-Geld, Ostergeld ect.), wobei ich meinen Anteil dazu gebe (was eben "Normalsachen" gekostet hätten)
Tja und es langt meistens  mad3

Rede mit Deiner Ex und den Großeltern/Tanten wegen den dauernden Geldgaben, mache ein Sparbuch auf und zahle diese Geldzuwendungen auf dieses ein, davon hat Dein Sohn später mehr (Mofa/Roller, Autoführerschein).

Davon dem Bub von jetzt auf nachher alles weg zu nehmen (TV, Handy, I-Pad usw) halte ich absolut garnichts, wird auch so keinen Lerneffekt für den Bub bedeuten.

Stelle klare Regeln für die Benutzung der Geräte auf und erklär ihm einmal was ein Nichteinhalten der Regeln zur Folge hat.
Mach Dir aber auch klar, dass es dann nichts bringt, eins der Geräte nur für einen Tag wegzuräumen, da er ja noch genügend andere zur Auswahl hat.
Die einfachste Regel, welche Meine befolgen mussten, ist: egal welches Gerät, insgesamt aber nur 2 Stunden.

Der TV allerdings gehört in dem Alter definitiv nicht Deines Bubes, vorallem da Du Euch dadurch selbst gemeinsame Zeit vor dem TV klaust.

Im Grunde genommen, läuft bei Dir das ab, womit die meisten Eltern in der Pubertät lernen müssen umzugehen. Ein schlauer Pfarrer sagte mal zu mir "wenn ihr Kind nicht mindestens ein Mal in seinem Leben zu ihnen sagt ich hasse Dich, ist was falsch gelaufen" 

Ich hatte die besten Eltern der Welt und ich hab mit Sicherheit öfters genau diesen Satz zu ihnen gesagt, wenn sie ihre Erziehung durchgezogen haben.

Eine Erziehungsberatung, denke ich wird den Bub nur noch wütender machen als er eh schon ist. Er weiß genau, dass er falsch dreht und braucht nun Deine Stärke und Regeln wieder richtig zu drehen. Du bist dran wieder den Rahmen zu stecken in dem er sich sicher fühlen wird.

LG Engel

ps: Rechtschreibfehler sind Heute eindeutig ein Teil von mir  rofl2


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« Antwort #15 am: 20. Mai 2014, 14:09:48 »

ach so: kurzer Nachtrag:

Wenn ihr etwas gemeinsam geplant habt, dann solltest du ab und zu auch darauf bestehen, dass er mitkommt, wenn er es sich vorher anders überlegt.
Manchmal ist hinterher die Freude groß, dass war ja doch toll, da will ich wieder hin....

Insofern abwägen: ob du alleine oder du mit ihm - was die Konsequenz ist

Sophie
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« Antwort #16 am: 20. Mai 2014, 14:25:47 »

Als sie dann aber vor 10 Tagen in einer solchen Situation die Katze geschlagen hat, da war Ende mit weiteren Erziehungsversuchen von unserer Seite.

Hi vj,

diesbezüglich mache ich mir mittlerweile wirklich Gedanken, denn es handelt sich bei uns um einen als Schutzhund ausgebildeten Schäferhund mit fast 40 Kg Gewicht. Da ich mit sehr gut mit Hunden auskenne und in meiner Freizeit sehr viel auch mit anderen Hunden arbeite, weiß ich (leider), daß gerade ein Schäferhund sehr feinfühlig für solche Aggressionen seitens meines Sohnes ist. Normalerweise ist es seine Aufgabe (diese braucht ein Schäferhund unbedingt und um allem vorzubeugen: Ich bin weder rechts gerichtet, noch Anhänger irgendwelcher Spinnereien á la "Ein großer Hund lässt auch mich größer wirken") sein Rudel (Sohnemann und ich) zu beschützen, aber gerade weil ein DSH so feinfühlig ist, könnte er auch Partei für nur ein Mitglied des Rudels ergreifen. Das Problem ist, dass Sohni im Zuge seiner Austickerei auch unseren Hund anschreit, aussperrt oder sogar nach ihm tritt. Bis dato kann ich die Reaktion darauf noch gut einschätzen, aber ich kann nicht garantieren, dass es nie zu einem Übergriff kommen würde, wenn er mich z.B. direkt angreift. Das wäre natürlich fatal, denn hier sind große Verletzungen vorprogrammiert.

Das komische ist, dass mein Sohn dann gerne gemeinsam mit mir mit unserem Hund arbeitet, wenn wir dafür z.B. Anerkennung ernten (Hundeschule etc.), aber ihn sonst eigentlich nur ausnutzt. Zum kuscheln ist er am Abend bspw. gut genug, aber wenn Sohnemann am Morgen schlecht drauf ist, dann gibt es gleich eine auf die Nase.

Ich habe mit ihm schon mehrmals darüber gesprochen und er hat auch Besserung gelobt, aber leider hat dies nicht lange gehalten. Ein paar Tage später hatte er einen Freund zu Besuch und er wollte mal wieder präsentieren, wie sehr er unseren Hund doch im Griff hat, indem er ihm in einer Tour ins Gesicht gepfurzt hat. Sein Kumpel fand das wohl sehr witzig und hat fleißig mitgemacht, nur war die Reaktion eine andere, denn er wurde in den Po geknappt (nichts wildes, kein Blut oder so). Mein Sohn ist daraufhin derart ausgerastet und hat nur noch Dinge wie "Mach den sche... Hund tot!" und "Der Hund muss erschossen werden!" herumgebrüllt. Sein Kumpel hat sich schnell wieder beruhigt und meinte - sehr erwachsen, obwohl erst 9 Jahre alt - zu meinem Sohn, dass die beiden wohl selber Schuld wären, wenn sie ein Tier derart ärgern.
Das Theater mit Sohnemann hatte ich allerdings noch stundenlang, obwohl wirklich nichts dramatisches passiert war. Sein Kumpel spielt im übrigen auch heute noch mit unserem Hund, auch wenn er sich das Gepfurze oder ähnliches verkneift.

LG,
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« Antwort #17 am: 20. Mai 2014, 15:41:30 »

Hi LD,

Das klingt für mich sehr beunruhigend...

Ich würde - wie schon gesagt - auf jeden Fall den Rat eines Fachmannes einholen und fragen, wie das Verhalten dort eingeschätzt wird.
Davon muss Sohnemann zuerst ja nicht mal was mitkriegen.

Aber hier hast Du verschiedene Menschen mit vielen verschiedenen Erfahrungen - was auch ein Nachteil sein kann. Denn jeder rät Dir (verständlicherweise) das, was aus der eigenen Erfahrung heraus das richtige zu sein scheint.
Ich mag die Dinge aufgrund unserer Geschichte vielleicht zu streng sehen und jemand anderer sieht sie vielleicht zu harmlos.
Jemand, der mit vielen Kindern zu tun hat und entsprechend ausgebildet ist, kann ev. objektiver beurteilen, was als Reaktion bei deinem Sohn angebracht ist.

Meine Meinung: beim Quälen von Lebewesen (Tieren oder Menschen) hört der Spaß definitiv auf.
Denn wer weiß - wenn er beim Hund damit durchkommt, dann quält er als nächstes vielleicht ein kleineres Kind...? Ich will nicht schwarz malen, aber diesen Verlauf hört man häufiger...

lg
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« Antwort #18 am: 20. Mai 2014, 15:55:21 »

Hi,

ganz ehrlich, das hat für mich mit normaler Pubertät überhaupt nichts mehr zu tun. Mein Sohn ist ebenfalls 10 Jahre alt. Wenn der sauer ist, dann knallt eine Tür, er flucht oder verhaut vielleicht mal ein Kopfkissen. Vielleicht sagt er auch mal "blöde Kuh", aber mit der Hemmschwelle das so laut zu sagen, dass ich das höre. Ihm würde aber niemals einfallen seine Katze zu quälen oder ihr den Tod zu wünschen.

Für meine Begriffe hat Dein Sohn eine innere Aggressivität, die sich antiproportional zur Hemmschwelle entwickelt. Und das ist fatal. Für mich fühlt sich das so ein wenig wie "kurz vor Amok" an. Ich würde da mit dem Kinderarzt drüber reden und absprechen, welche psychiatrischen Untersuchungen da zu erfolgen hätten. Er ist dein Sohn, den du liebst, aber für sein Umfeld eine tickende Zeitbombe. Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass er seine Wut über erzieherische Maßnahmen so auslebt, dass er DIR vors Schienbein tritt, sondern dass im Zweifelsfall ein Schwächerer dran glauben muss, damit er sich wieder obenauf fühlt.

Am schlimmsten finde ich, dass er eben erst 10 ist und nicht 16/17, wo häufig sämtlich Hormone  mit den Pubis Gassi gehen.

Alternativ dazu würde ich ihn vielleicht in einem Sportverein anmelden, in dem er lernen kann, diese Wut zu kanalisieren und sich auszupowern. Vielleicht Boxen, KungFu, Karate. Diesen Sportarten ist gemein, dass sie vor allem die Selbstbeherrschung trainieren.

LG LBM
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« Antwort #19 am: 20. Mai 2014, 16:04:48 »

Hallo!

Ich finde es genauso beunruhigend wie vj, allerdings nicht ganz so schwarz.

Als aller Erstes, würde ich den Hund vom Kind sowie andersrum fernhalten für ne Weile. Kein schmusen, auch keine Aufforderung mehr mit Gassi zu gehen, sowie auch kein Vorführen des Hundes bei den Freunden des Kindes.

Dann den Bub nicht mehr mitnehmen um mit dem Hund zu "arbeiten" und ihn drauf hinweisen, dass er so lange nicht mit kann, solange er sein Verhalten dem Hund gegenüber nicht ändert.

Und ganz klar sagen (auch wenn jetzt alle auf mich losgehen)
"Mein Junge, haust, trittst usw Du den Hund noch ein Mal, dann klatsch ich Dir eine, damit Dir mal bewusst wird, wie sehr Du dem Hund damit weh tust"

Was ich nicht kapier, Dein Sohn ist grad mal 9, der ist Dir körperlich doch absolut unterlegen. Warum klemmst du Dir den einfach unter den Arm wenn er austickt und bringst ihn in sein Zimmer???

Bei allem Verständniss was Euer Kind mitgemacht hat durch die Zeit bei Deiner Ex und die Umstellung auf Dich. Und natürlich bekommst Du seine ganze Wut ab, darüber dass er sich von der Mutter abgeschoben vorkommt, denn jetzt gehts ihr ja wieder gut, aber zurück will sie ihn nicht.

Diese Situation von einem Fachmann aufarbeiten zu lassen ist oft hilfreich und in eurem Fall dringend notwendig!

Aber, aber das ist nur meine Meinung, fehlt es dem Jungen an Respekt anderen gegenüber! Vielleicht hast Du den Respekt selbst verspielt, weil Du (eben weil Du sein vorheriges Leben wieder gut machen wolltest) Dich unbewusst mit Deinem Verhalten auf eine Stufe mit ihm gestellt hast und er Dich dadurch nicht mehr als Respektperson sehen kann.

LG Engel

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« Antwort #20 am: 20. Mai 2014, 17:52:02 »

das ist nur meine Meinung, fehlt es dem Jungen an Respekt anderen gegenüber!
Hi Engel, das ist nicht nur deine Meinung. Meine auch.

Hi LD,
ein schlechtes Gewissen ist ein ganz schlechter Ratgeber im Umgang mit Kindern.

Deine Ex und du ihr habt dem Jungen die Scheidung zugemutet.
Das war bestimmt kein Spaß für den Sohn.
Ist aber auch kein Grund den Rest des Lebens vor dem Bengel im Staub zu kriechen.

Du bist groß. Er ist klein.

Heißt konkret: Lass dir nicht anmerken, wenn du dich aufregst.
Sei freundlich und gelassen und streng.
Du bist der Chef im Ring.
In deinem Haus gelten deine Regeln.


So bin ich mit Stiefsohn ganz gut gefahren.
Eher weniger Regeln als zuviele.
Nur Verbote aussprechen die du auch durchsetzen kannst.

Wenn Junior Freunde in die Wohnung gebracht hätte als seine Ma und ich arbeiten waren dann hätte er den Hausschlüssel abgegeben. Das geht garnicht. Tierquälerei geht auch nicht. Kannst du Hund und Kind wirksam trennen? Türen aushängen klingt gut.

Das wichtigste ist: ruhig bleiben egal wie sehr du innerlich kochst.
Wenn du dich aufregst gibst du ihm Macht die ihm nicht zusteht.

Zeig deine körperliche Überlegenheit gewaltfrei.
Hochheben. Wegtragen. Zu Boden ringen und festhalten.
Umarmen auch wenn er sich wehrt.   
Dabei freundlich bleiben.
Mach solche Aktionen nur wenn du selbst innerlich wirklich ruhig bist.
Je gelassener und freundlicher du deine Stärke demonstrierst desto wirkungsvoller ist es.

Die Freunde würde ich mir genauer angucken und im Zweifelsfall vom hausrecht Gebrauch machen.
 
Bin auch schon von Kumpels von Stiefsohn beklaut worden.
Als Junior den "Freund" mit den Fingern in meiner Geldbörse erwischt hat war die Freundschaft zuende.
Hätte ich Junior beschuldigt wär das ins Auge gegangen.

Kopf hoch das geht vorüber wenn du stark bleibst.
Lass dich von so einer Rotznase nicht aus der Reserve locken.

Erziehungsberatung wirkt wie Kapitulation.
Was anderes werden die dir auch nicht sagen.

Gruss Horst
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« Antwort #21 am: 20. Mai 2014, 18:06:45 »

Hallo zusammen,

ganz ehrlich gesagt, glaube auch ich nicht, dass sein Verhalten ausschließlich auf die sich ankündigende Pubertät zurückzuführen ist. Dafür sind die Dinge, die er sagt und tut, einfach zu krass. Was soll denn dann in der Hochphase der Pubertät noch folgen? Ganz offensichtlich legt er es darauf an, mich zur Weißglut zu bringen. Ganz konkret hat er mir vor ca. einer Stunde per Telefon mitgeteilt, dass er nicht zu Hause sein wird, wenn ich komme. Auf meine Frage, wo er denn hin wolle nur ein "Geht Dich gar nichts an." Auf meinen Hinweis, dass er übermorgen eine Arbeit schreibt und wir noch üben müssen:"Das kannst Du Dir sonstwohin stecken." Und auf unseren geplanten Grillabend hat er nur geantwortet, dass er diese Ka..e hier nicht mehr essen wird und wenn er nach Hause kommt sofort ins Bett geht. Beendet hat er dann das Telefonat wie immer mit einfach auflegen und dem Satz "Frühestens halb 8.", nachdem ich ihm sagte, er solle dann wenigstens um 7 Uhr zu Hause sein.

Nun weiß ich wieder nicht wo er ist und wann er gedenkt hier wieder zu erscheinen und versuche ruhig zu bleiben, aber mit mäßigem Erfolg. Sein Handy lag mal wieder in der Toilette auf dem Boden und ich wäre beinahe drauf gelatscht.

Vielleicht sollte ich das einfach mal tun, aber vorher hänge ich noch den Fernseher ab...

Mir reicht es wirklich und ich bin mit den Nerven sowie meinem Latein am Ende. Es kann und darf so nicht weitergehen, denn für mich ist das mittlerweile Terror pur und ihr habt wahrscheinlich recht damit, dass ich ihm nicht helfen kann. Zumindest dann nicht, wenn er nicht mit mir über seinen Zorn und seine Gefühle spricht. Früher hat er immer über alles mit mir gesprochen, zwar sehr zum Leidwesen seiner Mutter, aber ihm hat es geholfen. Heute provoziert er nur noch und benimmt sich wie ein Erwachsener mit einem IQ eines nassen Lappens.

LG,
LD
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« Antwort #22 am: 20. Mai 2014, 19:58:06 »

Guten Abend, LD!

Ganz offensichtlich legt er es darauf an, mich zur Weißglut zu bringen.

Uuups! Und das gelingt ihm regelmäßig?
Bei der Mutter und beim Vater???

Dann hat euer Sohn wirklich Grund zur Sorge.

Meine Erfahrung ist: Kinder brauchen zuverlässige, souveräne, lebenstüchtige Erwachsene so nötig wie die Luft zum Atmen.

Schwankt ein Erziehungsberechtigter wie ein Blatt, im Wind bekommen die lieben Kleinen es mit der Angst.
In ihrer Panik drehen sie so lange auf, bis der Erwachsene wieder fest steht.
Und sei es, dass er mit dem Rücken an der Wand steht.

Was für deinen Sohn jetzt wichtiger als alles andere ist, ist dass du dich nicht länger provozieren lässt.

Als meine damals 13-Jährige auf meine freundlichen Bitten, Wäsche aufzuhängen oder die Musik leiser zu machen rotzig geantwortet hat: "Keine Lust" oder gar nicht reagiert hat, habe ich die Wäsche fröhlich pfeifend selbst  waescheauf aufgehängt und mich dazu in dem Sinne geäußert, wie bequem mein Leben künftig ohne die vielen kleinen Gefälligkeiten sein würde, die die Tochter von mir bekommt.

Die Musik war ohne Strom sofort leise. Unser Sicherungskasten hängt im Keller, den Kellerschlüssel hatte ich.

Am nächsten Morgen habe ich sie sehr freundlich eine halbe Stunde früher als sonst geweckt und gesagt: "Wenn du Schulbrote brauchst, steh bitte etwas früher auf. Ich habe heute keine Lust Brote zu machen."

"WAS SOLL DAS HEISSEN??? KEINE LUST!?!?!" war die empörte Antwort meiner Jung-Zicke.

"Darauf hatten wir uns doch gestern geeinigt, als ich die nasse Wäsche aufgehängt habe. Erinnerst du dich nicht mehr, Schatz?" habe ich zuckersüß geflötet und habe mich sehr entspannt mit einer Tasse Kaffee und der Morgenzeitung an den Küchentisch gesetzt.

Als sie zur gewohnten Zeit in die Küche kam, war der Tisch gedeckt und alles stand bereit zum Brote schmieren.
"Dafür hab ich jetzt keine Zeit mehr. WILLST DU MICH VERHUNGERN LASSEN?!?!?" kreischte der Mini-Drache.

"So schnell verhungerst du nicht." habe ich geschmunzelt. Sie hat hastig eine Scheibe Käse zwischen zwei Brotscheiben gepackt und ist vor Wut türenknallend und ohne Frühstück aus dem Haus gestürmt.

Mittags war das Essen fertig wie immer und ich habe das Thema nicht mehr angesprochen.
Außer "Wie war's in der Schule?" hat sie von mir nichts mehr dazu gehört.

Nachmittags - nachdem sie sich ausgeruht und die Hausaufgaben erledigt hatte, habe ich sie gefragt, ob sie Lust habe, den Müll raus zu bringen. "Lust hab ich nicht. Ich tu's trotzdem. Sonst lässt du mich ja verhungern." pampte sie zurück. "Mir macht Müll rausbringen auch keinen Spaß." habe ich eingeräumt. "Den Müll in der Wohnung stapeln mag ich aber auch nicht."

"Danke, dass du dich um den Müll gekümmert hast." war mein Kommentar zum Auftritt der Drama-Queen im Sole-Stück "Das geknechtete, missachtete und ausgebeutete Kind" mit meiner Tochter in der Hauptrolle.

Am nächsten Morgen habe ich sie wieder früh genug geweckt, dass sie sich ihre Brote selbst schmieren konnte.

"Bitte," sagte sie "Bitte liebe Mama, mach du das für mich."

Auf diese freundliche Bitte war meine Antwort. "Ich tu dir gern einen Gefallen. Das ist aber keine Einbahnstraße, mein Schatz."

Danach ist "Keine Lust" oder ignorieren freundlicher Bitten lange nicht mehr vorgekommen.

Die nächste Masche war "Handy vergessen" - um nicht erreichbar zu sein.
Habe das Handy in meinen verschließbaren Schrank gelegt und das Thema nicht von mir aus angesprochen.

Als sie abends heimkam war das Handy "weg".

"Wo ist MEIN Handy?!?!"

"Weg."

"Was soll das heißen?"

"Ich habe es weggeschlossen. Bevor das Baby darauf herumkaut und es kaputt geht. Dafür habe ICH kein Handy gekauft."

Sie hat getobt und gewütet.

"Geh auf dein Zimmer und überleg dir was du ändern möchtest damit es hier wieder gemütlicher wird."

Ihre Antwort war weder druckreif noch praktikabel.

Ich habe nur gelacht: "Meld dich einfach, wenn du wieder du selbst bist, mein Schatz. Ich hab dich auch lieb!"

Danach kam "Mama wegdrücken, wenn sie anruft."

Und wieder war das Handy "weg". Mit derselben Begründung: "Dafür habe ICH kein Handy gekauft."

Der Punkt ist, selbst innerlich fest zu dem zu stehen, was man gerade tut oder lässt und dabei entspannt und freundlich zu bleiben.
Und zugleich die eigenen Reaktionen auf respektloses Verhalten ohne Diskussion und ohne Kompromisse durchzuziehen.

Unsere innere Haltung ist das, worauf die Kinder reagieren.
Wenn die innere Haltung wohlwollend, liebevoll und fürsorglich ist.

Wenn du innerlich selbst über das was du tust besorgt und ängstlich bist, treibst du dein Kind mit verzweifelten und hilflosen Aktionen zur Verzweiflung.

Das z.B. habe ich auch schon gemacht.
dann hätte er den Hausschlüssel abgegeben.

Länger als eine halbe Stunde lag seinerzeit nicht zwischen ihrer und meiner Heimkehr.

Vertrauen muss man sich verdienen - und kann es auch wieder verspielen.
Mit 4 Jahren hatte meine Tochter keinen eigenen Schlüssel weil sie zu klein war. 
Mit 8 hatte sie einen. Mit 14 war der Schlüssel wieder "weg", nachdem mein Hausrecht missachtet worden war.

Wer sich auf meinem Sofa in meinem Wohnzimmer fläzt, das entscheide immer noch ich. Und seitdem der Vater des Kleinen ausgezogen ist, auch ganz allein. Meine Tochter hat an dem Punkt nur ein Vorschlagsrecht. Das letzte Wort habe ich.

Das wichtigste ist, solche Aktionen ganz frei von Feindseligkeit und im Bemühen um ein Zuhause, wo sich alle wohlfühlen, durchzuziehen.

Saubere Kleidung gehört ebenso dazu wie leere Mülleimer und ein angemessener Umgang mit den anderen Mitbewohnern - seien sie 2- oder 4-beinig.

Solange ich bei dem was ich tue innerlich fest davon überzeugt bin, dass es zum Besten meines Kindes ist, dann kann ich auch einer Zweijährigen die Ohren abtrocknen und ihr eine Mütze anziehen oder einer 12-Jährigen ein Wochenende lang Hausarrest geben.

Wenn ich selbst bei dem, was ich tue, ein schlechtes Gewissen habe, ist alles sinnlos.

Geh bitte davon aus, dass du deinem Sohn keinen größeren Gefallen tun kannst. als ihm endlich den Halt und die Sicherheit zu geben, nach der er so nachdrücklich verlangt. Anfangs wird er fortfahren dich zu testen. Bleib unerschütterlich, freundlich und zugewandt und setze durch was du von ihm verlangst.

Der größte Fehler, den du machen kannst, sind leere Drohungen und Gebote/Verbote die du weder kontrollieren noch durchsetzen kannst.


Die besten Wünsche von

  Biggi   
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« Antwort #23 am: 20. Mai 2014, 20:08:16 »

Hallo LD,

Du hast schon eine Menge Ratschläge bekommen, aber ich will meinen Senf auch noch dazugeben.
Mit Deiner Ex solltest Du reden damit ihr an einem Strang zieht, außerdem dürfte ihr das Problem gut bekannt sein.
Dein größtes Problem ist, dass Du nicht konsequent sein kannst/willst. Dass hat Dein Sohn voll erkannt, er ist konsequent, kriegt er nicht was er will, dann wirst Du bestraft!
Da Du jetzt schon ausgelaugt bist, könntest Du beim JA Familienhilfe beantragen. Aus meiner Sicht sollte es ein Mann sein, Alter eher unwichtig. Auch wenn Du das jetzt als Kapitulation empfinden magst, so sehe ich darin Vorteile, da es Dich entlastet, da Dein Sohn einen Ansprechpartner bekommt und Du auch jemanden, der Dir hilft, der Dich bestärkt konsequent zu sein und Dich durchzsetzen.

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« Antwort #24 am: 20. Mai 2014, 20:12:14 »

Moin,

eigentlich kann ich Biggi's Kommentar nicht mehr viel hinzufügen.
Deine "Beschreibungen" machen auf mich den Eindruck, wie wenn Du Dir von Deinem Sohn zu sehr auf der Nase herum tanzen lässt und wenig Konsequentzen walten lässt.

Bei mir läuft auch nicht alles rund ... na und? Aber das Grundsätzliche klappt (inzwischen). Wenn die Kids was haben wollen, dann müssen sie einfach lernen und merken, dass dies keine Einbahnstraße sein kann. Und auch wenn sie zicken und fast amok laufen, ein "liebevoller" Hinweis bringt sie zum nachdenken. Tür aushängen ... ich liebe es. Die kleine süße Maus mit verzogenem Gesicht, aber im Hirn rattert es ... und inzwischen reicht die bloße Androhung. Heute sind wir bei dem herrlichen Wetter noch für eine Stunde ins Schwimmbad gefahren (habe Saisonkarten gekauft). Meine Bedinung war schlicht und einfach, wenn die Stunde um ist, wird ohne gequarke und generve gegangen, ansonsten war es das letzte mal dass wir in der Woche für eine Stunde in das Bad fahren ... die Kids haben Freunde getroffen, einen heiden Spaß ... und ohne gezicke und gemurre gings nach einer Stunde nach Hause. Klasse, das hat sogar mir Spaß gemacht. Aber die Zwerge wussten auch, dass die Ansage von mri keine hohle Phase war ... und den Spaß wollten sie dann doch noch öfter haben.

Ist der Fernseher inzwischen weg?

Gruß
Kasper
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