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vatersein.de - Forum 21. November 2017, 18:29:58 *
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Autor Thema: Weiß nicht mehr weiter  (Gelesen 23175 mal)
Lausebackesmama
aka LBM
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Ein Leben lang!


« Antwort #50 am: 21. Mai 2014, 18:00:58 »

Dann würde ich den grünen Männern sagen,  dass sie ihn mitnehmen dürfen. Vielleicht merkt er dann, dass auf AKTION REAKTION folgt.

LG LBM
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‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
LucasDaddy
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« Antwort #51 am: 21. Mai 2014, 18:54:40 »

Liebe LBM,

vielleicht hast Du Recht und ich bin wirklich zu weich, aber glaubst Du nicht auch, dass es etwas zu viel verlangt ist, seinen kompletten Erziehungsstil innerhalb von 48 Stunden zu ändern? Ich arbeite an mir und bin hier jedem einzelnen für jeden Beitrag dankbar, aber ich kann auch nicht von jetzt auf gleich umschalten. Und noch einmal: Wir hatten diese Probleme in der Vergangenheit nicht miteinander, sondern erst seit ein paar Wochen. Da kann wirklich niemand erwarten, dass ein Elternteil innerhalb kürzester Zeit die Zügel derart anzieht. Selbst mein Hund bekommt immer mehr als eine Chance und erst wenn er wirklich nicht pariert Streß.

Aber Dein Vergleich mit dem Stahlbeton stimmt und mein Sohn wird genau dies zu spüren bekommen. Aber die unendlich große Keule werde ich heute noch nicht auspacken und ihm alles verbieten. Er hat schon nichts mehr von seinem multimedialen Zeug und er wird morgen auch zu Hause bleiben müssen, aber ich werde ihm zumindest jetzt noch die Chance geben, das gesprochene Wort zu verstehen. Wenn das nicht klappt, dann folgt die Konsequenz.

Und sicherlich bin auch ich einTeil des Problems, etwas anderes habe ich nie behauptet, aber ich suche uns keine Hilfe damit mein Sohn einen Einlauf bekommt, sondern damit auch ich etwas lernen kann. Ob hier, bei der Erziehungsberatung oder beim Psychologen.

LG,
LD
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Lausebackesmama
aka LBM
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Ein Leben lang!


« Antwort #52 am: 21. Mai 2014, 19:05:21 »

Hallo LD,

natürlich kann man sich nicht von jetzt auf gleich ändern. Da hast du mich wohl missverstanden. Das kann man weder von dir noch vom Sohn erwarten. Aber mir fehlt die spontan-logische Reaktion, die da lautet: Stop! Du gehst nirgendwo hin!

Wenn es so plötzlich kam mit der Veränderung,  was kann in dem Zeitraum passiert sein?  Gab es einschneidende Erlebnisse?

LG LBM
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Hampelchen
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« Antwort #53 am: 21. Mai 2014, 19:53:44 »

Nimm es bitte nicht übel, aber "Teil des Problems" ist schon eine Untertreibung.

Du bist ja mehr damit beschäftigt, gut Wetter zu machen, als Vater zu sein. Selbst während(!) du Konsequenzen durchziehst bist du peinlich bemüht, irgendwie eine künstlich gute Stimmung drüber zu legen.
Wie soll denn das funktionieren?!

Das Abholen von der Betreuung war eine Konsequenz, weil er sich nicht benommen hat. Er war stinkig deshalb. Und statt deutlich Kante zu zeigen und klar zu machen, dass DU entscheidest, wie es läuft, biederst du dich prompt wieder bei ihm an.
Was hattest du denn erwartet?

Und seine Sprüche zeigen mehr als deutlich dass er ganz genau weiß, mit welcher emotionalen Erpressung er dich für gewöhnlich kriegen kann. Ablehnung. Neuer Papa. Das sind so Schlagworte, die einem Hirn entspringen, das begriffen hat, wo du durch Trennung und Co. verwundbar geworden bist. Er haut ganz gezielt da hin, wo es am meisten weh tut, weil er hofft, dass er dann doch noch kriegt, was er will.

Du hast einen ausgebildeten Schutzhund, sagst du.
Wenn ihr morgen Gassi geht und es springt einer aus dem Gebüsch, wie reagiert ein souveräner Hund mit solider Bindung zum Menschen?
Er attackiert NICHT, weil er sich erst einmal drauf verlässt, dass DU das regelst.

Dein Sohn hingegen hängt grade einem Passanten im Gesicht und du wedelst verzweifelt mit Leckerchen und gebetmühlst "das hat er ja noch nie gemacht!" und "der meint das nicht böse, der freut sich nur so!"

Aufwachen!
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riviera68
Gast
« Antwort #54 am: 21. Mai 2014, 20:32:16 »

Hallo LD,

ich seh das genau wie LBM.

Ich versteh zbsp nicht warum du nur halbe Sachen machst. Nehmen wir den TV, der sollte raus aus dem Zimmer. Stattdessen nimmst aber nur das Kabel weg und der TV bleibt drin. Raus heisst raus, das hat mit 180 Grad Erziehungsaenderung nichts zu tun, das nennt sich Inkonsequenz.

Wenn man als Elternteil Dinge nur androht aber weder vorhat Drohungen auch umzusetzen oder wenn die Drohnungen von Hause aus Unsinn sind, dann geht das frueher oder spater in die Hose. Mein Lieblingsding ist, wenn Eltern ihren dreijaehrigen Kindern androhen "Du gehst gleich nach Hause!". Umsetzbar? Wohl kaum.

Bei euch geht es nicht mehr um schoenes Wetter sondern um Grundsaetzliches und das sofort.

Du bist doch schon der Allerletzte in den Augen deines Sohnes (sprachlich betrachtet), was hast du also zu verlieren?

Nicht nur dein Sohn sollte Hilfe bekommen, auch du solltest umgehend Hilfe suchen, die dich staerker macht.

Der Vorschlag von LBM ist uebrigens grossartig. Und lass solche halben Geschichten! Wie hier schon jemand sagte, du bist sein vater nicht sein Kumpel!

cheers, riviera

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ginnie
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« Antwort #55 am: 21. Mai 2014, 21:38:48 »

Hi LD

wenn ich das alles lese, dann ist mein Eindruck, dass dein Sohn nach Grenzen schreit, und wahrscheinlich schon jahrelang.

Ich denke auch, dass du zu weich bist, so dass er statt auf Stahlbeton, auf Watte trifft, was ihn noch wütender macht.

ich denke übrigens nicht, dass du das Allerletzte für deinen Sohn bist, denn sonst würde er nicht soviel Gefühle zeigen. Auch seine Bitte (mit dem Nicht-Abholen), die gleichzeitig mit Schimpfwörtern gespickt war, deutet darauf hin, dass du noch nicht verloren hast. Im Gegenteil, du bist sehr wichtig für ihn, denn er sucht Halt. Da seine Mutter ihm nicht geben konnte, was er benötigt, testet er jetzt bei dir, ob die Beziehung, deine Kraft und deine Liebe belastbar genug sind, um ihn aufzufangen. Kinder wollen keine Gleichberechtigung, sie wollen eine Art "gerechte" Hierarchie. Und wirklich mag es einige Parallelen zu einem Hunderudel geben, wo der Chef seine Kraft beweisen muss, um als Rudelführer anerkannt zu werden, aber er muss auch beweisen, dass er zum Anführer taugt und für sein Rudel sorgen kann.

Wenn er dir den Ranzen vor die Füße, auf die Straße wirft, was passiert dann? Hebst du ihn auf? Also, ich würde - EGAL ob es hinterher Geld kostet wegen Neuanschaffungen - den Ranzen liegen lassen, und selbst ins Auto einsteigen, und ihn sanft - aber mit sehr knallharter Stimme - darauf hinweisen, dass er den Ranzen vergessen hat. Meinst du, dass er tatsächlich nicht aussteigt, um den Ranzen mitzunehmen? Und wenn er sitzen bleibt, und du losfährst, welche Erfahrung macht er? Dass du verlässlich bist und man besser hören sollte, auf das, was du bestimmst. Übernimm in solchen Situationen nicht seine Verantwortung, denn wo es möglich ist, muss er selbst die Verantwortung tragen. Er hat ja auch Taschengeld für neue Schulbücher...  wenigstens einmal

Und der Tipp von LBM, irgendwo mit ihm hinzugehen, wo man sich mal körperlich austoben kann, ja, da kam mir der Gedanke, ob ihr nicht beide an so einen Hochseilklettern teilnehmen solltet, so wie diese Teamcoachings, wo man sich in schwindelerregender Höhe aufeinander verlassen lernt, ohne wirklich gefährliche Situation, da es ja immer eine Sicherung gibt. Denn dann lernt er mal seine Grenzen kennen, sinnbildlich gesehen und lernt, dass er sich verlassen kann auf dich, und ihn auffängst. Ob so ein Experiment ohne therapeutische Begleitung gelingt, weiß ich nicht. Mein Eindruck ist, dass ihr schon zu tief drin steckt, als dass man mit eigenen Ideen oder Methoden weiterkommt.

Denn ich denke, dass du hier im Internet zwar gute Ratschläge, und vielfältige eigene Erfahrungen lesen kannst, diese spiegeln kannst, und auch was davon mitnimmst, aber letztendlich muss Hilfe im wirklichen Leben her. Und wenn das bedeutet, dass du ihn in die Psychiatrie schleppst, zur Notfallaufnahme. Du kannst danach googeln, wo die nächstgelegene Kinder- und Jugendpsychiatrie mit Notfallversorgung ist, und dann weißt du es für den Fall der Fälle.

ligr ginnie
« Letzte Änderung: 21. Mai 2014, 21:41:51 von ginnie » Gespeichert

Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
LucasDaddy
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« Antwort #56 am: 21. Mai 2014, 22:12:05 »

Hi zusammen,

ich bin gerade etwas am zweifeln, denn außer aus dem Post von ginnie lese ich hier nichts wirklich hilfreiches. Hart und unerbittlich sein kann ich und muss ich in meiner Firma jeden Tag, aber mein Sohn ist 10 und keine 45.

Angreifen möchte ich hier niemanden, aber ich brauche etwas Zeit, um das Gelesene für mich zu ordnen.

Heute Abend hat es hier im übrigen sehr gescheppert und ich habe ganz klar die Richtung aufgezeigt. Es ist ein wenig eskaliert und mein Sohn und ich haben letztendlich miteinander gesprochen und zumindest für heute einiges geklärt. Und ja, in den Arm genommen habe ich ihn auch und das hat er sogar genossen. Stand jetzt ist für mich nichts verloren, aber Hilfe von außen brauchen wir trotzdem.

Lässt mich eine Nacht drüber schlafen, dann kann ich auch besser mit allem umgehen und trete niemandem unbeabsichtigt auf die Füße.

LG,
LD
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riviera68
Gast
« Antwort #57 am: 21. Mai 2014, 22:18:43 »

@ginnie
Ich denke, dass mit dem Allerletzten hast du falsch verstanden. Das bezog sich rein auf die Beschimpfungen.

cheers, riviera
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riviera68
Gast
« Antwort #58 am: 21. Mai 2014, 22:34:21 »

Lieber LD,

ja das ist sicher viel input fuer dich.

Ich habe Bekannte, deren 14 jaehrige Tochter hatte ein Alkoholproblem. Es fiel den Eltern extrem schwer hart zu sein, ihr kein Geld zu geben. Sie meinten, lieber geben sie ihr Geld anstatt das Tochter sich das Geld irgendwoher holt. Sie wollten nicht Schuld sein daran, dass sie vielleicht klaut und kriminell wird. Die bessere Variante schien zu sein, die Akoholsucht selbst zu foerdern.
Es hat gedauert bis sie verstanden haben, dass es nicht um das eigene Gefuehl geht sondern um die kranke Tochter.

Nachdem Tochter geklaut hat (Zuhause) und manipuliert ohne Ende, dann auch noch demoliert landete sie fuer eine nacht auf der Wache und wurde von den Eltern, die die Polizei selbst gerufen hatten wieder rausgeholt. Die Angst davor, dass Tochter abhauen oder sie hassen wuerde war groesser und staerker als der Gedanke, dass die Mitfinanzierung frueher oder spaeter ernsthafte Folgen (sogar Tod) haben kann.

So schwer es ist, manchmal ist das Alter nicht so wichtig wie das "Uebel" mit dem der-oder diejenige zu kaempfen hat. Du selbst sagst, deine Frau und du haben eine Menge Fehler gemacht und die koennt ihr halt nicht ungeschehen machen. Ihr koennt aber Regeln aufstellen, diese vorgeben und vor allem selbst einhalten und das moeglichst mit dem Wissen das der Ex-Partner da voll mitzieht.

Manchmal sage ich meiner Volljaehrigen Tochter wo es langgeht, sie kommt damit gut zurecht. Sie liebt das sogar. Liebhaben ist nicht immer nachgeben, immer laecheln und ja und Amen sagen.

cheers, riviera

....die Tochter ist uebrigens in einem Treatment Centre gelandet. die Eltern geplagt von schlechtem gewissen ihr Kind "verlassen und abgeschoben zu haben" haben dann nach reltaiv kurzer Zeit gesehen,wie sich Tochter gefangen hat. Sie hat sogar die Schule super geschafft. Und, sie liebt ihre eltern dafuer, dass sie nur 1 x richtig hart waren!
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vj
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« Antwort #59 am: 22. Mai 2014, 08:36:45 »

Hi LD,

Kann Dich sehr gut verstehen - wir haben das alles auch durchgemacht.

Für uns ist es jetzt sehr gut, dass wir mal eine "Auszeit" haben, wo Teenie nicht zu Hause ist. Der Abstand tut uns gut. Wir können überlegen, wie wir in Zukunft weitermachen wollen und Teenie hat mit den Betreuern ebenfalls immer wieder Gespräche, wie sie sich das vorstellt.
Und in absehbarer Zeit werden wir dann den Praxistest machen müssen, ob das so funktioniert.

Hast Du auch die Möglichkeit, mal Ruhe reinkommen zu lassen?
Ev. wirklich zwei Wochen krank schreiben lassen, damit Du zumindest tagsüber auftanken und nachdenken kannst?
Oder vielleicht gibt es die Möglichkeit, den Jungen übers WE woanders unterzubringen?

Gut und wichtig wäre vielleicht auch, die Ratschläge, die Du hier bekommen hast und das, was Dir dazu einfällt, mal für Dich selbst aufzuschreiben und zu sortieren.
Oder gemeinsam mit jemand anderem darüber zu sprechen.
Denn wenn Du sie nur hier liest, dann ist das zu flüchtig und zu viel auf einmal - durch das selbst aufschreiben und bewußt darüber nachdenken siehst Du einiges vielleicht klarer.

Mich hat es auch überfordert, wenn ich so viele gute Ratschläge bekommen habe, weil "scheinbar jeder wußte, wie ich es machen sollte" (so das Gefühl), aber ich habs einfach nicht geschafft.
Natürlich meinen es alle total gut, aber Du alleine bist in der jetzigen Situation und daher mußt Du alleine schaun, was umsetzbar ist - auch aufgrund deiner eigenen (nicht mehr vorhandenen!) Energie.

Um das ganze mal zu strukturieren - ich würde folgende Schritte empfehlen:
- Versuch, Ruhe reinzubringen, ev. ein paar Stunden / Tage Abstand von Sohnemann zu bekommen
- die Situation aufschreiben / anderweitig "sichtbar machen"
- die Ratschläge aufschreiben und sortieren, was gleich umsetzbar ist und was Zeit / Unterstützung benötigt
- mit einem Außenstehenden (am besten jemandem, der für diese Dinge ausgebildet ist) über die Situation sprechen

Damit werden die nächsten notwendigen Schritte sichtbar werden, Dir wird klar werden, was zu tun ist und was möglich ist.
Du steckst momentan mitten in dem Chaos drinnen, da ist es kaum möglich, einen klaren Kopf zu haben oder neue Energie zu tanken. Du mußt "einen Schritt zurücktreten".

Kleine Dinge, wie eben Elektronik, TV oder das Abholen von der Schule setzt Du ja jetzt schon um und das ist gut.
Aber Du mußt darauf achten, welches Tempo für Dich richtig ist und dass Du nicht selbst daran kaputt gehst.

lg
vj
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« Antwort #60 am: 22. Mai 2014, 12:12:00 »

Moin zusammen,

vorab: Ich habe nachgedacht 

vj hat absolut Recht, denn sicherlich ist jeder Vorschlag hier nur gut gemeint (anders kenne ich dieses Forum seit Jahren nicht), aber es war wirklich etwas viel für mich in so kurzer Zeit. Ist ja logisch, dass man von außen mit dem nötigen Abstand die Probleme anderer anders sieht, als der, der bis zum Hals drinsteckt. Auch ich bin ein guter und gern gefragter Problemlöser und wenn es nicht meine eigenen sind, dann bekomme ich das auch meist gut hin. Nur bei mir eben nicht immer.

Aber kurz zurück zu der aktuellen Situation: Gestern Abend hat es noch richtig gekracht bei uns, aber ein Gewitter reinigt bekanntlich die Luft. Nachdem Sohnemann sein allabendliches Theater abzog und sogar seine Tür zum ersten mal ausgehängt werden mußte, ist mir irgendwann der Kragen geplatzt. Er lag auf seinem Bett und hat in einer Tour mit Schimpfwörtern um sich geschmissen, so dass ich mir nicht mehr anders zu helfen wusste, als ihm den Mund zuzuhalten. Da er schon immer zu Nasenbluten neigt, hat er natürlich auch prompt welches bekommen, was natürlich nicht so toll war, aber ihn zumindest ganz schnell wieder auf den Boden zurückholte. Mir tat das natürlich leid, auch wenn es sich nicht um einen Bruch des Nasenbeins handelte. Ich habe ihm im Badezimmer erstmal das Blut abgewischt und die Nase gekühlt, die auch schnell nicht mehr blutete. Anschließend ging er noch in die Badewanne, weil er sich ein wenig vollgetropft hatte. Wir haben dann ganz ruhig miteinander gesprochen und er hat sich bei mir für sein Verhalten entschuldigt und wirkte irgendwie auf einmal ganz klein und zierlich. Auf meine frage, weshalb er den so oft dermaßen austickt und mich beleidigt, meinte er, dass er unbedingt möchte, dass Mama und Papa wieder ein Paar sind und dass er Angst davor hat, dass die Mama ihren Freund heiraten könnte. Das war natürlich ein ganz schöner Schlag für mich, denn eigentlich war ich der Meinung, dass dieses Thema nach über 10 Jahren Trennung nicht mehr so präsent für ihn ist. Ich habe ihm das mit Mama und Papa noch einmal erklärt und er hat mich auch verstanden und sich diesmal sogar wirklich geöffnet. Er wollte anschließend unbedingt in den Arm genommen werden, worum er mich natürlich nicht zweimal bitten muss. Ins Bett ist er dann so gegangen, wie schon seit Monaten nicht mehr und ist auch sofort eingeschlafen.

Heute früh war auch kein Vergleich zu den Wochen davor, denn alles lief harmonisch und ruhig ab. Zum Abschied hat er mich sogar noch einmal ganz fest gedrückt und mir gesagt, wie lieb er mich hat.

Klar, ist das mit dem Nasenbluten nicht schön, aber auch kein Beinbruch. Zudem war es natürlich nicht meine Absicht, ihn zu verletzen, aber manchmal muss so etwas evtl. passieren (soll sicherlich kein Dauerzustand werden), damit er aus seinem eigenen Gefängnis aus Wut und Trauer ausbrechen kann und die Realität ihn wieder hat. Natürlich ist jetzt nicht alles wieder in Butter und ich werde den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen und uns Hilfe suchen. Zumindest kann man im Moment wieder mit ihm sprechen und sicherlich können wir in den nächsten Tagen noch ein wenig "aufräumen". Sollte er sich nicht wieder verschließen, erfahre ich dadurch auch mehr über die Dinge, die ihn bewegen oder wovor er Angst hat. Da kann man dann einfacher ansetzen, als wenn man immer nur im trüben fischt.

Ab Montag ist er ja erstmal für drei Tage auf Klassenfahrt und dadurch habe ich etwas Zeit für mich. Evtl. lasse ich die Firma Firma sein und bleibe einfach mal zu Hause. Eine Krankschreibung brauche ich dafür nicht, denn es ist ja mein eigenes Unternehmen.

Mit seiner Mutter werden wir uns wohl noch einmal zusammensetzen, damit auch sie ihm erklären kann, dass eine Heirat für ihn keinen Nachteil bedeutet und dass wir natürlich trotzdem immer seine Eltern bleiben werden. Vielleicht hat unser Sohn auch dadurch wieder Hoffnung auf ein Zusammenleben mit uns beiden geschöpft, weil wir uns seit er bei mir lebt, deutlich besser verstehen als in den Jahren zuvor.

LG,
LD
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vj
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« Antwort #61 am: 22. Mai 2014, 12:28:01 »

Hi LD,

Finde es schön, dass ihr diese Erfahrung machen konntet - auch wenn das Nasenbluten selbst nicht angenehm war.
Aber es ist genauso, wie Du sagst: manchmal braucht es einen kleinen Schock, damit jemand aus dieser Wut-Spirale rauskommt.

Nimm dir die paar Tage wirklich frei! Schau auf Dich und komm zur Ruhe!

Denke, wenn Junior in einer eher gelösten und ruhigen Stimmung ist, dann ist auch ein guter Zeitpunkt, bei ihm mal anzusprechen, dass es ev. gut wäre, wenn ihr euch Hilfe holt, damit er nicht mehr so extrem wütend werden muss.
Also dass Du ihm sagst, dass Du es auch so siehst, dass er eigenlich ja nicht so agressiv werden will, aber dass scheinbar irgendwas in ihm - eben z.B. so Gedanken wie mit der Angst um die Hochzeit - ihn dazu bringt, so verletzende Worte zu sagen.
Und dass Du ihm helfen willst, aber auch genau weißt, dass in solchen Situationen oft jemand Außenstehender besser helfen kann.

Zeige ihm, dass Du ihn verstehst und dass Du ihn lieb hast (wie Du es eh schon tust) und so kann er dann vielleicht zustimmen, Hilfe zu suchen und mit jemandem zu reden, bevor es wieder so eskaliert.
Denn wenn diese Dinge nicht aufgearbeitet werden, dann brechen sie immer und immer wieder aus.

Das Gespräch mit der KM finde ich eine sehr gute Idee - so sieht er, dass ihr euch einig seid.

Wünsche euch alles Liebe und viel Kraft!

lg
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« Antwort #62 am: 22. Mai 2014, 13:57:12 »

Das Gespräch mit der KM finde ich eine sehr gute Idee - so sieht er, dass ihr euch einig seid.

Und vorallem, dass er keinen von Euch beiden verliert, nur weil ihr getrennt oder sogar wieder verheiratet seid

Gruß, toto
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« Antwort #63 am: 22. Mai 2014, 18:06:53 »

Lieber LD,

DU hast auf das Blut deines Kindes spontan und ohne Nachzudenken "wie ein Großer" reagiert:
Ich habe ihm im Badezimmer erstmal das Blut abgewischt und die Nase gekühlt, die auch schnell nicht mehr blutete. Anschließend ging er noch in die Badewanne, weil er sich ein wenig vollgetropft hatte.
Verantwortungsbewusst, klar, fürsorglich. Dein erwachsenes Verhalten hat zugleich deine Wahrnehmung des Kleinen geändert:
wirkte irgendwie auf einmal ganz klein und zierlich.
Auf deine angemessene innere Haltung (du groß, er klein) hat der Kleine sofort, unbewusst und ebenfalls angemessen reagiert:
er hat sich bei mir für sein Verhalten entschuldigt.
...
Er wollte anschließend unbedingt in den Arm genommen werden
...
ist auch sofort eingeschlafen.

Zum Abschied hat er mich sogar noch einmal ganz fest gedrückt und mir gesagt, wie lieb er mich hat.
Vertrauen, Anlehnung, Unterordnung und gaaanz tiefe Entspannung.

Genau diese erwachsene, klare, fürsorgliche innere Haltung hat der arme verzweifelte kleine Kerl über Jahre vergeblich von seiner Mutter und von dir eingefordert.

Gestern Abend hast du (vielleicht zum ersten Mal seit Jahren wieder) innerlich gespürt wie es sich anfühlt, die Führung und damit auch die Verantwortung für dein Verhalten und für das Wohlergehen deines Kindes zu übernehmen.

Als erfahrener Hundebesitzer sollte dir diese Rückkopplung aus Verantwortung und Vertrauen, Dominanz und Unterordnung nicht ganz unbekannt sein.

Solange dein Schäferhund spürt, dass du ohne wenn und aber die Führung beanspruchst und solange du keine Sekunde darüber nachdenkst, dass es auf deiner Seite eventuell Gründe geben könnte, die deinen Hund zur Widersetzlichkeit ermuntern, kann der Hund sich dir anvertrauen und würde notfalls sein Leben für euer Rudel geben. Ich bin mir relativ sicher, dass du nicht im Traum daran denkst, deine Stellung im Verhältnis zu hinterfragen: Er ist der Hund, du bist der Herr.

Dasselbe Bedürfnis nach innerer Klarheit hat euer Sohn: Er ist der Kleine, du bist der Große.
Gestern Abend - nach dem Nasenbluten - hast du sein Bedürfnis nach klarer, erwachsener Fürsorge und Führung endlich erfüllt.
Ganz souverän und ohne den Hauch eines Zweifels an der Richtigkeit deines Tuns.

Die Reaktion des Kleinen war ebenso eindeutig wie vorhersehbar:
Vertrauen, Anlehnung, Unterordnung und gaaanz tiefe Entspannung.

Es ist wirklich soooo einfach. 

Zugleich kann es sooo schwierig wirken, wenn sich bestimmte Unsicherheiten in deinem Kopf erst einmal eingeschlichen haben.

Als Hundehalter wirst du ganz genau wissen, was ich meine.

Ich freue mich für euch beide, wie klar und vertrauensvoll dein Kleiner auf dein groß Sein reagiert hat.

Die besten Wünsche von Biggi   
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Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
ginnie
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« Antwort #64 am: 22. Mai 2014, 19:49:35 »

Hi LD

auch wenn du gestern den Eindruck hattest, dass sehr viele Posts dir nicht weiterhelfen würden, so kann ich nur sagen, dass ich die anderen - teilweise breit gestreuten - Meinungen gelesen und mit eigenen Worten und eigenen Gedanken zusammengefasst habe.  mad3

Die Geschichte mit dem Nasenbluten hat irgendwie was "befreiendes", ich hoffe du weißt, was ich meine. Das hat anscheinend dein Sohn auch gespürt.

Sicher ist fremde, professionelle Hilfe trotzdem sinnvoll. Man neigt dazu, alles zu relativieren, sobald es wieder mal gut läuft.

Vielleicht könnt ihr so eine Art Familienregel erarbeiten, die immer greifen kann, wenn er an die Grenze der Beleidigungen kommt. Von deiner Firma kennst du ja sicher Teamregeln fürs Betriebsklima, ungeschriebene "Gesetze" und evtl. auch aufgeschriebene Regeln, wie miteinander umgegangen werden sollte. Für euch ist vielleicht eine Visualisierung von Vorteil, denn wie du richtig sagst, er ist 10, und nicht 45.  

Viel Erfolg und großen Respekt, dass du hier - zwar anonym, aber doch sehr offen, und selbstreflektierend - Unterstützung holst. Hier hast du immer ein offenes Ohr. (und einen geballten Haufen eigener Erfahrungen).

Gern würde ich wissen, wie es weitergeht.

ligr ginnie

ich muss noch was ergänzen: wie steht er denn zu dem Freund seiner Mutter? Ich persönlich finde ja sehr gut, wenn ein Kind, auch nach der Trennung, durch die neuen Partner neue, zusätzliche Bezugspersonen findet, die das Kind auch gernhaben, und seine Entwicklung unterstützen. Manche Sprichwörter gehen ja davon aus, dass man zur Erziehung ein ganzes Dorf braucht. Ich denke, es würde auf jeden Fall helfen, wenn seine Mutter mit ihm selbst redet, und auch den Freund einbezieht, damit euer Sohn merkt, dass es alle Erwachsenen seines Umfeldes gut mit ihm meinen. Ich hoffe, das ist möglich!
« Letzte Änderung: 22. Mai 2014, 19:53:38 von ginnie » Gespeichert

Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
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« Antwort #65 am: 23. Mai 2014, 08:52:54 »

Moin LD,

Heute früh war auch kein Vergleich zu den Wochen davor, denn alles lief harmonisch und ruhig ab. Zum Abschied hat er mich sogar noch einmal ganz fest gedrückt und mir gesagt, wie lieb er mich hat.
Ich freue mich (mit den anderen) für Dich über diesen Etappensieg !

Das wird nicht (von heute auf morgen) so bleiben ...

Rechne weiterhin mit Tiefschlägen, aber lass Dich davon nicht unterkriegen und bleibe konsequent.

Wobei "konsequent" nicht gleichbedeutend mit "kompromisslos" sein muss.

Gruß
United
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« Antwort #66 am: 28. Juni 2014, 13:09:42 »

Hallo zusammen,

nach einigen sehr turbulenten Wochen melde ich mich mit leider keinen guten Nachrichten zurück.

Die positive Phase im Verhalten meines Sohnes hat leider recht schnell ein Ende genommen und in den letzten Wochen war alles um ein Vielfaches schlimmer. Seine Beleidigungen haben an Qualität und Quantität zugelegt und er verfällt sehr oft in einen schieren Rausch an Aggressivität. In diesen Situationen hat er komplett die Kontrolle über sich verloren und ich finde keinerlei Zugang mehr zu ihm. Seine Wortwahl ist einfach nur erschreckend und ich möchte mich hier auf ein Beispiel - nur zur Verdeutlichung - beschränken: Meine Mutter, die logischerweise seine Oma ist, ist leider bereits verstorben und in seinem Rausch kommen immer wieder Sätz wie "F...e Deine tote Mutter, die alte Schl..e, in ihrem Grab mal so richtig durch, Du blöder Wi...r!" Zeitweise geht dies über Stunden so und er findet einfach kein Ende. Es macht mich sehr traurig, ihn so zu sehen und seine Beleidigungen treffen mich meist direkt ins Herz. Bei der Erziehungsberatung hatte ich bereits einen Termin, allerdings noch ohne ihn, und am Montag folgt der zweite, an welchem ich ein Video von einem seiner "Anfälle" zeigen werde. Die Psychologin macht zumindest auf mich einen kompetenten und engagierten Eindruck und obwohl sie die Situation(en) sehr gut erkannt hat, weiß ich nicht, ob sie uns wirklich helfen kann. Die KM sieht es natürlich wieder nicht ein, mich zu diesen Terminen zu begleiten. Ist ja eigentlich nichts wirklich Neues, aber dazu später mehr.

In der Schule hat er in den letzten Wochen auf Komplettverweigerung umgestellt und wird die vierte Klasse wiederholen müssen. Eine Versetzung ist mit seinen Noten, insbesondere in den Kernfächern, absolut ausgeschlossen. Eigentlich dachte ich, dass ihm dies einen heilenden Schlag versetzt, aber ihm ist selbst das relativ egal und die Schuld an der ganzen Sache haben natürlich immer die anderen.

Ein erträgliches Zusammenleben ist unter diesen Umständen absolut unmöglich und die wenigen einigermaßen ruhigen Momente versuche ich nach wie vor zu nutzen, um einen Zugang zu ihm zu bekommen, was aber meist nicht funktioniert, weil er sofort dicht macht. Einmal habe ich ihn gefragt, ob er sich evtl. so verhält, damit Mama und Papa wieder zusammenkommen und er hat meine Frage bejaht. Das war natürlich ein Schock für mich, denn dies ist so unwahrscheinlich, wie dass wir beide gleichzeitig vom Blitz getroffen werden. Auf der anderen Seite sorgt er mit seinem verhalten natürlich auch dafür, dass ich zumindest versuche mit seiner Mutter des öfteren ein Gespräch zu führen. Allerdings ist dies nicht wirklich von Erfolg gekrönt, denn sie hält sich wie immer zumindest vordergründig aus allem heraus und meint nur, dass dies meine Sache wäre und zu unserem Sohn sagt sie immer, dass er solche Dinge mit mir klären muss und sie keinen Nerv dafür hat. Wirklich sehr engagiert, das Muttertier....

Wie ich leider erfahren musste, engagiert sie sich aber mal wieder in eine ganz andere Richtung, denn sie hat unseren Sohn hinter meinem Rücken erneut versprochen, dass er in den Sommerferien wieder zu ihr zieht. Solange sie immer wieder dieses Zeichen setzt, kann ich natürlich machen was ich möchte und unser Sohn wird immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen und sich einfach denken, dann ziehe ich eben wieder zur Mama, denn da gibt es keine Regeln und ich kann machen, was mir gefällt. Die Ignoranz der KM erstaunt mich immer wieder, denn schließlich ist ihre lauwarme Kuschelerziehung Schuld daran, dass unser Sohn regelrecht nach Grenzen und Aufmerksamkeit schreit. Zudem war sie es ja, die vor knapp einem Jahr mit den Nerven komplett am Ende war und sich nichts sehnlicher wünschte, als von unserem Sohn erlöst zu werden. Dass die Zeit nach seinem Umzug zu mir für keinen von uns leicht werden würde, war mir klar, denn fast 10 Jahre Erziehungsunfähigkeit kann auch ich nicht in ein paar Wochen oder Monaten ungeschehen machen. Vielleicht hat sie aber genau das gedacht und es war von Anfang an ihr Plan mich wieder nur als "Notfallambulanz" zu missbrauchen. Ich weiß es nicht...

Morgen Abend möchte sie mir ihre Pläne, die ich ja schon kenne, präsentieren und ich werde wohl nachgeben, wenn beide darauf bestehen, dass das Projekt "alleinerziehender Papa" als gescheitert und beendet angesehen werden soll. Der endgültige Abstieg meines Sohnes ist damit besiegelt und ich werde mich zukünftig sehr zurückhalten. Versteht mich bitte nicht falsch, denn natürlich möchte ich das nicht, aber ich bin mit meinen Kräften am Ende und nur noch ein Schatten meiner selbst. Die letzten Monate haben mich regelrecht ausgesaugt und ich habe auch keine Lust mehr auf das Leben an sich. Der Gedanke, genau diesem ein Ende zu setzen, ist leider sehr präsent und macht mir noch nicht einmal mehr Angst. Evtl. schmeiße ich auch einfach alles hin und verabschiede mich mit meinem Hund (der im übrigen auch langsam durchdreht) aus Deutschland und suche mein Glück in einem anderen, sehr weit entfernten Land als Aussteiger aus diesem beschi..... System. So wie es heute ist, ist mein Leben für mich nur noch eine Last, die ich ertragen muss und daran gehe ich zu Grunde. Der jahrelange Kampf für das Wohl meines Sohnes gegen Gerichte, Ärzte, Gutachter, unfähige Mitarbeiter des JA und letztendlich leider auch gegen die KM hat unter dem Strich zu absolut gar nichts außer zu der langsamen Vernichtung meiner selbst geführt. Mit dem Umzug meines Sohnes zu mir, war ein Etappenziel erreicht, aber gegen die verlogene und selbstsüchtige Einflußnahme der KM und ihrer Familie komme ich einfach nicht an. Ich glaube zu wissen, wann es an der Zeit ist das Schwert ein für alle mal niederzulegen und den Kampf als verloren zu betrachten.

Gewollt habe ich dies alles nicht und für meinen Sohn, den ich über alles liebe, tut es mir aus tiefster Seele leid. Sorry!

LG,
LD
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« Antwort #67 am: 28. Juni 2014, 15:50:39 »

Nochmal Hallo,

denn ich habe etwas in meinen Augen wichtiges vergessen:

Es geht mir um die Message bzw. die Erfahrung, die mein Sohn daraus ziehen wird, wenn er wieder zur KM wechselt: Diese kann ja nur sein, dass es faktisch egal ist, wie er sich benimmt oder was für einen Mist er baut, denn am Ende kommt Muddi um die Ecke und alles ist wieder propper. Genau das ist nämlich der Grund, weshalb er überhaupt so ist, wie er ist, nämlich ohne jedes Selbstvertrauen, ohne jede Art von Verantwortungsbewusstsein, ohne jede Bindungstoleranz und ausgestattet mit einer sehr geringen Frustrationsschwelle. Mutti hat immer alles für ihn geregelt und er musste nie die Erfahrung machen, dass das eigene Verhalten durchaus schmerzvolle Konsequenzen haben kann. Konkretes Beispiel: Letzte Woche habe ich ihn in einer seiner Wutausbrüche und nachdem es mal wieder Dutzende Beleidigungen in meine Richtung gehagelt hat einfach mal gefragt, ob ich ihn auch mal mit solchen Worten betiltern soll. Selbstverständlich kam von ihm als Antwort: "Mach doch! Ist mir doech egal (Schimpfwort)." Daraufhin habe ich ihm zwei! sehr humane Worte an den Kopf geworfen und was war seine Reaktion? Er hat sofort wie ein Schloßhund angefangen zu weinen und sich auf sein Bett geworfen. Nach einer minutenlangen Rache á la "Ich kenne noch schlimmere Worte als Du!", hat er mir dann mitgeteilt, dass er der Mama nun sagen wird, wie unfair ich ihn doch beleidigt habe  c Die Mama wird mich dann schon fertig machen...

Mein Vorgehen war pädagogisch gesehen sicherlich nicht einwandfrei, aber mit 10 Jahren sollte man doch langsam auch mal lernen, dass der der austeilen kann, auch einstecken können muss. Die KM hat mir meine zwei Worte natürlich noch am selben Tag zum Vorwurf gemacht.... Eine Glucke auf dem Ei ist wirklich schon verantwortungslos dagegen.

LG,
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« Antwort #68 am: 28. Juni 2014, 16:00:59 »

Hi Daddy,

aus meiner Sicht hast Du längst einen Punkt erreicht, wo man als Elternteil alleine nicht mehr weiterkommt. Nach Deinen Schilderungen liegen hier ja längst keine "normalen" Wutausbrüche vor, die es wohl in jeder Eltern-Kind-Beziehung hin und wieder mal gibt.

Das beliebte "Das Kind darf entscheiden, was es will" ist ja ein Trend, den wir hier schon bei so mancher (nicht jeder!) KM gesehen haben. Auch aus meiner Sicht ist so ein Verhalten fatal, da ohne Grenzen das Verhalten gerade in der Pubertät noch krasser wird ("Fahrkarten kaufen, warum denn - fahr ich halt schwarz..").

Gibt es vielleicht auch betreuute Projekte in Eurer Nähe, in der Euer Junge vielleicht mal für eine Zeit gehen könnte? Vielleicht würde mal ein "neutraler" Boden (ohne die Intervention von Papa oder Mama) eine Veränderung bewirken?

Es bringt auf jeden Fall nichts, wenn Du dich selbst bis zur Selbstaufgabe aufopferst. Dein persönliches Limit hast Du ja schon längst erreicht - zieh mal die Notbremse, bevor Du in ein richtiges Loch fällst. Gruß Ingo
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« Antwort #69 am: 28. Juni 2014, 16:11:14 »

Hi Ingo,

in dem Loch sitze ich wohl schon, aber genau das, was Du sagtest, meinte ich damit, dass sein Abstieg mit dem Umzug besiegelt ist. Die KM ist resistent gegen jede Art von Lebenserfahrung und sie wird unseren Sohn zu einem nicht lebensfähigen Waschlappen erziehen. Das hat sie in der Vergangenheit schon mehr als ausreichend bewiesen.

Hier in der Nähe gibt es eine Gruppe für Kinder geschiedener / getrennter Eltern und dort sollte mein Sohn eigentlich in Kürze hingehen. Die Erziehungsberatung hat den Vorschlag gemacht und ich finde ihn wirklich gut, denn die Kids sind dort unter sich und können - wenn sie wollen - mit anderen über ihre Gefühle, Ängste etc. reden. Am Montag wollten wir die ersten Termine festlegen, aber ob es wirklich noch dazu kommt, das weiß ich erst morgen Abend. Ich glaube aber nicht mehr dran.

LG,
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« Antwort #70 am: 28. Juni 2014, 16:36:24 »

Hi Daddy,

da Du wirklich sehr düster wirkst, zieh mal umgehend die Bremse. Nimm Dir dringend mal eine Auszeit (aktivere Oma + Opa bzw. gute Freunde mit Kids) um wieder runter zu kommen und Dich selber auch wieder wahrnehmen zu können. Wie wir hier immer wieder sagen: Nur ein gesunder Papa kann wirklich effektiv etwas für das Kind tun.

Wie schauts übrigens mit dem Klassiker "Mutter-Kind / Vater-Kind"-Kur aus bei Dir? Das wäre vielleicht auch mal eine Möglichkeit. Gruß Ingo
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« Antwort #71 am: 28. Juni 2014, 16:57:17 »

Hi Ingo,

"düster" trifft es wohl ganz gut.

Oma und Opa kann ich leider nicht aktivieren, denn Oma ist wie gesagt schon verstorben und mein Herr Papa verdient diesen Namen nicht und kennt seinen Enkel noch nicht einmal, weil er ihn schlicht nicht interessiert. Mit Freunden ist es auch schwer, denn Sohnemann benimmt sich überall daneben. Vor kurzem stand sogar der Vater eines seiner Kumpels bei mir vor der Tür und hat sich mit Recht beschwert, weil mein Sohn den seinen in einer Tour wirklich heftig beleidigt hat. Da hat nun wirklich niemand wirklich Lust drauf...

Sehr viele Möglichkeiten, wirklich einmal Luft zu holen, bleiben mir daher leider nicht.

Das Thema Kur hatte ich auch schon angesprochen und werde es am Montag noch einmal tun. Muss die Kasse diese bei med. Indikation eigentlich bewilligen? Hintergrund ist der, dass ich als Selbstständiger Privatpatient bin und seit einiger Zeit nur noch den Notlagentarif habe, weil ich zwischenzeitlich die Beiträge nicht in voller Höhe zahlen konnte. Da sind ja eigentlich nur akute Vorfälle versichert...obwohl, akut ist die ganze Sache ja eigentlich schon.

LG,
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« Antwort #72 am: 29. Juni 2014, 12:50:02 »

Hi,

keiner kennt deinen Tarif und die Vertragsbedingungen, aber ich denke eine Kur wie du sie dir vorstellst, wird nicht vom Notlagentarif eingeschlossen. Denn Notfallbehandlung umfasst eher oder erstmal die Krankenhausbehandlung bei Notfällen (akut und unabwendbar).

Eine Vater-Kind-Kur (also das Pendant zur vielgerühmten berüchtigten Mutter-Kind-Kur) ist aber eine Leistung aus dem Vorsorgebereich. Eine "echte" Reha-Maßnahme für dich (und Kind als mögliche Begleitperson, aber nicht als Patient), die nicht als Vorsorge, sondern als Reha gedacht ist, würde eine vorherige Ausschöpfung der ambulanten oder auch stationären Behandlungsversuche voraussetzen.

Hier kurz und knapp die Erläuterungen zu den Maßnahmen, zwar aus Sicht der Gesetzl. KV, aber in der PKV sicher ähnlich:
Vorsorge - drohende Krankheit verhindern oder bestehende (chronische) Krankheit in ihrem Verlauf stoppen, verlangsamen, damit es nicht dazu kommt, dass man dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung steht, oder pflegebedürftig wird
Reha - bestehende Krankheit im Verlauf stoppen, verlangsamen bzw. die Genesung beschleunigen, oder erreichen (und dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehen bzw. die Pflegebedürftigkeit abwenden oder verringern)

Bei beiden Formen kommt es darauf an, wer der Patient ist (=Hauptleistung), Kind oder Erwachsener, und der andere kann dann ggf. als Begleitperson mit, oder beide werden als Patient behandelt.
Je nachdem welche Krankheiten zugrunde liegen.

Ich denke, bei einem Notlagentarif sind die Vorsorgemaßnahmen nicht, und die Rehas nur teilweise enthalten (und zwar als Anschlussheilbehandlung nach einer OP, zB Hüft-OP, oder Reha nach Herzinfarkt).

Was kannst du aber nun tun?
Er ist doch bestimmt über die KM versichert? Sollte er nämlich auch nur einen Notlagentarif haben, solltest du vor einer evtl. Inanspruchnahme einer Leistung eine Kostenübernahme beantragen. Wenn er in der gesetzl. KV ist, dann käme das folgende so in Frage:
Wenn dein Sohn so "austickt", wieso überlegst du nicht, IHN stationär in ein Krankenhaus einweisen zu lassen? (Kinder - und Jugendpsychiatrie, Krisenintervention). Dann ist er im geschützten Raum, wo man sich professionell seiner Probleme annimmt, und die KM kann ihn nicht einfach so "zurück bekommen". Wenn es eine Notfalleinweisung ist, wird auch normalerweise keine vorherige Kostenübernahme benötigt, oder eine vorherige Unterschrift der KM. Das ist etwas, was du noch für ihn tun kannst, denn alle anderen Optionen hast du, wie es scheint, ausgeschöpft, und zwar bis hin zu deinen eigenen Grenzen. Würde er in Behandlung kommen, kannst du auch selbst Luft holen. Und mir scheint, dass das eine durchaus nicht allzu abwegige Überlegung sein sollte, ihn in Behandlung zu geben.

ligr ginnie



 


« Letzte Änderung: 29. Juni 2014, 12:53:22 von ginnie » Gespeichert

Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
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« Antwort #73 am: 29. Juni 2014, 16:03:00 »

Hi Ginnie,

das mit dem Notlagentarif habe ich mir schon gedacht, allerdings ist mein Sohn ja noch gesetzlich bei der KM mitversichert. Er ist ja der Patient und ich höchstens die Begleitperson. Da muss ich wohl mal bei der KK anfragen, wie sich das verhält.

Vorab noch ein Frage: Ist es eigentlich korrekt, dass er noch bei der KM mitversichert ist obwohl er bei mir lebt? Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass ich ihn zwingend bei mir privat mitversichern muss, aber ich glaube das gilt nur dann, wenn die KM im gleichen Haushalt lebt. Leider weiß ich das nicht mehr so genau.

Um 17.30 Uhr steht die ganze Bande vor der Tür und dann wird es lustig  men_ani

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« Antwort #74 am: 29. Juni 2014, 16:13:44 »

So ist es.

Der Zwang zur Versicherung beim Besserverdiener gilt nicht nach der Trennung.

Es ist also rechtlich zulässig, dass er weiterhin bei ihr in der GKV versichert ist und in eurer Situation für beide von Vorteil.
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Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
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