Home Aufsätze Forum Chat Lexikon Links Feedback Impressum
 
 

Login

Benutzername:

Passwort:



Hauptmenü

 Startseite

Community

 Forum
 Chat
 Deine Daten
 User-Liste
 Umfragen

Informationen

 Erste Hilfe
 Urteile
 Lexikon Familienrecht
 Prozesskostenrechner
 Väterhymne

Service

Tags
 Links
 Downloads
 Buchempfehlungen
 Newsletter
 Webring
 Gästebuch
Internes

 Nachricht an uns
 Impressum und
     Nutzungsbedingungen

vatersein.de durchsuchen

Benutzerdefinierte Suche


Info


vatersein.de gehört das neunte Jahr in Folge zu den 6.000 wichtigsten deutschen Internetadressen.

vatersein.de - Forum 23. November 2017, 19:40:54 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.


Einloggen mit Benutzername und Passwort
 
 
Übersicht Hilfe Suche
Seiten: 1 [2] 3 4   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Weiß nicht mehr weiter  (Gelesen 23203 mal)
LucasDaddy
_LucasDaddy
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 366



« Antwort #25 am: 20. Mai 2014, 21:50:22 »

Mahlzeit,

vorab, der Fernseher ist noch da, aber bedingt durch fehlende Antenne sowie Stromkabel nur noch Deko.

Danke für eure Antworten, aber einiges hört sich für mich sehr abgeklärt ab. Ist aber kein Vorwurf an euch, denn wenn ich das alles irgendwann einmal durch haben sollte, sehe ich solche Sachen wie an einem Abend wie heute sicherlich auch eher mit etwas Abstand. Momentan verletzen mich dutzendweise Beleidigungen wie (wird sowieso alles unkenntlich gemacht) "Blöder Wixer, verficktes **tsts - ID 7**, dumme und fette Sau, leck mich am  **tsts - ID 6** oder Du krankes Stück **tsts - ID 35** sowie was bist Du denn für einer" noch ganz direkt und sind wie ein Stich in mein Herz. Selbst jetzt ist noch keine Ruhe, denn little L. mosert noch immer lautstark in seinem Zimmer herum.

Habe mich erstmal aus der Schußlinie gebracht, denn das ist wahrscheinlich besser. Und ja, er hat seine Mutter über Jahre an den Rand des Wahnsinns getrieben, aber nein, er wird es bei mir nicht schaffen! Versuchen tut er es aber gerade, nur nehme ich mir eure Ratschläge sehr zu Herzen und tue alles, um ruhig und bestimmt zu bleiben.

Mit der KM habe ich vorhin lange telefoniert und es war ein gutes Gespräch. Sie hat mir bestätigt, dass er sich auch bei ihr nicht anders benommen hat und ist bereit, mit mir für ihn an einem Strang zu ziehen. Dass er Hilfe braucht und dies schnell, sieht sie genauso und traut mir sogar zu, diese für ihn zu suchen. WOW, vor wenigen Jahren wäre dies nicht möglich gewesen.

Sorry, aber mir fehlen momentan irgendwie die Worte und ich fühle mich nur leer und alleine und mir graut es davor, diesen Abend in Gedanken noch einmal zu durchleben. Ich liebe meinen Sohn mehr als alles andere, aber seine ewigen Beleidigungen setzen mir wahrscheinlich deshalb sehr zu. In den Arm nehmen würde ich ihn sehr gerne mal wieder, aber im Moment darf ich weder ihn noch sein Bett oder seinen Stuhl anfassen   cry_smile

LG und danke,
LD
Gespeichert
Biggi62
_Biggi62
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 934


« Antwort #26 am: 20. Mai 2014, 22:44:51 »

... darf ich weder ihn noch sein Bett oder seinen Stuhl anfassen   cry_smile

Sagt wer?

Wenn du deinen Sohn anfassen willst, fasst du ihn an.

Bitte glaube nicht, dass mein 8-Jähriger immer froh ist, wenn ich nach sehe ob die Ohren und der Hals gewaschen sind.
Dennoch fühle ich mich verpflichtet, genau dies zu tun. Ebenso, wie sein Vater es auch tut.
Und selbstverständlich hat ein kleiner Junge solche Berührungen von seinen Eltern zu dulden.

Du tust deinem Sohn nicht nur keinen Gefallen, wenn du dir von ihm Vorschriften machen lässt.
Du schadest ihm dauerhaft. So, wie Martin es hier beschreibt:

"die basics der Kindererziehung lernt man ihm Zoo vor dem Affenkäfig!" Will heissen: Es muss klar sein, wo oben und unten ist, wer der Chef ist und dass ein bestimmtes Benehmen bestimmte Folgen hat. Wer das in der Familie nicht lernt, hat auch grösste Probleme, es in einem grösseren sozialen Kontext bei anderen anzuwenden.

Wenn du das Zimmer deines Sohnes betreten willst, betrittst du es.
Zu jeder Tages- und Nachtzeit. So, wie es dir sinnvoll erscheint.

Wenn du Möbel, Kleidung oder Spielzeug anfassen, reparieren, säubern oder wegräumen willst, tust du das.

Er ist der Kleine, du bist der Große.
Er braucht dich. Du brauchst ihn nicht.

Du liebst ihn. Es steht nicht in seiner Macht das zu ändern.
Ob er dich für eine konkrete Ansage, Handlung oder Unterlassung spontan liebt oder hasst, ist dir gleichgültig.

Du tust und lässt, ausschließlich und ohne jede Ausnahme, nur das, was du selbst für richtig hältst.
Dein Sohn kann dein Verhalten kommentieren wie es ihm gefällt. Du bleibst unerschütterlich.

Nach dieser Sicherheit und Geborgenheit bettelt der Kleine mit seinem Verhalten.
Offenbar schon seit vielen Jahren. Und offenbar bis heute bei beiden Eltern vergeblich.

Auch das ist ein sehr wertvoller Tipp im Umgang mit Jungs jeden Alters:
Zeig deine körperliche Überlegenheit gewaltfrei.
Hochheben. Wegtragen. Zu Boden ringen und festhalten.
Umarmen auch wenn er sich wehrt.   
Dabei freundlich bleiben.

Körperlich zu spüren: "Papa ist stark. Mama ist stark. Ich bin kleiner und schwächer als sie."
und dabei die Gewissheit zu haben: "Papa hat mich lieb. Mama hat mich lieb. Es  steht nicht in meiner Macht das zu ändern."
gibt Kindern die Geborgenheit, die sie brauchen um gesund heranzuwachsen.

Wir haben unsere Kinder, als sie noch kleiner und leichter waren, auch gern in die Luft geworfen und aufgefangen. Oder im Schwimmbad aus dem Wasser herausgehoben und von uns ins Wasser geworfen. Natürlich nur wenn sie schwimmen konnten. Kitzeln und lachen löst auch viele Spannungen in Kinderkörpern. Ich habe meine Kinder nur ganz selten weinen lassen, ohne sie dabei im Arm zu halten. Weinen ist OK. Es gibt im Kinderleben vieles, was traurig macht. Allein weinen ist grausam. Sogar Erwachsene fühlen sich sich beim Weinen wohler, wenn sie eine Schulter zum Anlehnen oder eine Hand zum Halten haben. Männer und Frauen, junge und alte. Bitte lass den Kleinen nicht mit seiner Trauer und seinem Zorn allein.

Dein Sohn braucht dich. Er braucht dich und seine Mutter als starke, verlässliche Beschützer und Welt-Erklärer.
Bitte, bitte lasst den armen Kleinen nicht länger im Stich. Als Spielbälle seiner Launen macht ihr eurem Kind Angst.

Geh in sein Zimmer und fasse dort alles an, was "verboten" war.
Auch und gerade den kleinen Wutknubbel.
Ganz gleich ob er wach ist oder schläft.
Und ob es ihm passt oder nicht.

Gewaltfrei. Freundlich interessiert. Zugewandt.
Ohne Scheu und schlechtes Gewissen.

Im Zimmer deines Sohnes gibt es nicht ein Staubkorn, das der Kleine nicht dir verdankt.
Inklusive seiner eigenen Person. Es gibt absolut NICHTS was er dir verbieten kann.

Es gibt Dinge, die willst du nicht tun. Weil du selbst das nicht richtig findest:
Gewaltsame Übergriffe, Beleidigungen, Sachbeschädigung usw.
Tu nichts, was du als liebevoller und verantwortungsbewusster Vater nicht guten Gewissens tun kannst.

Was du selbst tun oder lassen willst, das entscheidest du selbst. Und nur du allein. Nicht dein kleiner Junge.
Entlaste ihn endlich von der Bürde, seine Mutter und seinen Vater steuern zu können /müssen /dürfen.
Diese Last ist zu schwer für Kinderschultern.

Wenn er diese Gewissheit, dass ihr beide nur das tut, was ihr selbst für richtig haltet und dass er bei euch nur bitten und danken kann, endlich wieder hat, dann kann auch L. sich endlich wieder ausruhen, der arme kleine Kerl.

Lass den Kleinen heute Abend nicht durchschlafen ohne dass du ihn umarmt und gedrückt hast.
Lass ihn nie wieder ohne Umarmung einschlafen, solange er nicht auf Klassenfahrt oder bei seiner Mutter ist.
Jedenfalls nicht, bevor er alt genug für eine Freundin ist, die sich nach dem S*x mit ihm in den Schlaf kuschelt.

Deine Angst vor seinem Trotz macht dem Jungen Angst.
Angst ohne deine Stärke schutzlos zu sein.
Und Angst vor der Allmacht kindlicher Faxen.
 
Bitte gib deinem Sohn, was er von dir braucht.

Gute N8! Biggi     
Gespeichert

Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
LucasDaddy
_LucasDaddy
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 366



« Antwort #27 am: 20. Mai 2014, 23:04:20 »

Hi Biggi,

DANKE!

Deine Antwort treibt mir zwar die Tränen in die Augen, aber Du sagst die Wahrheit. THX!

KM und ich haben viele Fehler gemacht und bekommen nun die Quittung. Ich werde für unseren Kleinen da sein und an mir arbeiten. Hilfe von außen brauchen wir aber trotzdem.

Gehe ihn jetzt mal drücken.

Gute Nacht,
LD
Gespeichert
Biggi62
_Biggi62
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 934


« Antwort #28 am: 21. Mai 2014, 09:06:12 »

Guten Morgen, LD.

Ich freue mich, dass du den Mut aufgebracht, den schlafenden Kleinen in den Arm zu nehmen.

Was die Schule betrifft.
Dinge die er sich in der Schule zuschulden kommen lässt, wird die Lehrerin schon in irgendeiner Form regeln, sei es durch Strafarbeiten ect. halte dich da in nächster zeit weitgehend raus, den Vordergründig ist erst Mal sein Verhalten zu Hause zu ändern.

Engel211s Zuversicht, was die Reaktion der Lehrer angeht, teile ich nicht. Im 3. Jahrtausend haben viele Lehrer Angst, sich mit Nachsitzen, Sonderarbeiten etc. den Zorn der Eltern oder sogar einen Rechtsstreit zuzuziehen. Deshalb halte ich es für sinnvoll, gemeinsam mit der KM den Klassenlehrer aufzusuchen und ihm eindeutig und gemeinsam "grünes Licht" für angemessene Strafen zu geben.

Erwachsene, die Angst vor kleinen Kindern zeigen, schaden den Kindern meiner Meinung nach mehr, als Erwachsene, die gezielt und kaltblütig (nicht im hilflosen Zorn) auch körperliche Strafen einsetzen.

Ein Klapps auf die Finger. Zeitnah und in der entsprechenden Situation ist eine Sprache, die nicht nur junge Affen, Katzen und Fohlen verstehen. Dosiert und liebevoll eingesetzt, schadet diese Form eines wirksamen STOPP-Signals auch kleinen Kindern nicht. Solange der Klapps nicht zur Gewohnheit wird und von den Erwachsenen bewusst für wirklich schlimme, gefährliche Situationen reserviert wird.

Ich habe noch nie erlebt, dass eine Katzenmutter ihre Jungen blutig gebissen hat. Aber schon oft gesehen, wie die Jungen einen Klapps der mütterlichen Tatze ohne Krallen bekommen haben. Diese liebevolle Strenge sollte unser Maßstab sein. Als Hundehalter wirst du ähnliche Reaktionen von erwachsenen Tieren gegenüber Welpen kennen.

Niemals bösartig oder gefährlich, immer souverän und dominant zeigen sie schon den allerjüngsten, wo ihr Platz im Rudel ist. Dieselbe Aufgabe haben Eltern, Erzieher und Lehrer gegenüber unserem Nachwuchs.

Als meine 2½-Jährige mit Omas Stricknadeln die Kindersicherung aus den Steckdosen gepuhlt hat, gab's was auf die Finger.
Als Sohnemann (im selben Alter) während der Fahrt den Anschnallgurt im Autokindersitz geöffnet hat, gab's auch was auf die Finger. Nicht bei jedem verschütteten Milchglas. Der unerwartete und ungewöhnliche Klapps war in dem Alter wirksamer als stundenlange Diskussionen. Durch inflationären Gebrauch kann man dieses Notfall-Werkzeug allerdings auch entwerten.

Einem Lehrer oder Erzieher würde ich die Erlaubnis für körperliche Strafen keinesfalls geben.

Aus dem Alter pädagogisch sinnvoller Klappse ist euer Sohn auch schon heraus.
Pädagogisch sinnvolle Ringkämpfe könnten ihm aber schon helfen.
Nicht in der Schule, aber mit dir oder einem vertrauenswürdigen Trainer.

LBMs Tipp, im Rahmen einer Kampfsportart seine eigene Selbstbeherrschung und innere Haltung zu schulen, halte ich in diesem Zusammenhang für sehr hilfreich. Für den Kleinen und für dich selbst. Eventuell sogar als gemeinsames Hobby?

Klettern (an der Wand oder in Seilgerüsten) ist auch ein großartiger Sport, um die Bindung und das Vertrauen zwischen Eltern und Kindern zu erhalten und zu stärken.

Viele Lehrer brauchen am Punkt Disziplin und Strafen die ausdrückliche Ermutigung und Erlaubnis der Eltern. Weil viele Eltern vollkommene Freiheit ihrer Kinder mit vollkommener Liebe verwechseln und zu feige sind, ihren Kindern den Halt zu geben, den diese brauchen.

Wenn Lehrer versuchen, diesen haltlosen, ungehaltenen Kindern Regeln und Respekt zu vermitteln, werden sie häufig von empörten Eltern in Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Deshalb halte ich Engel211s Erwartung, dass die Schule schon reagieren wird, leider für wenig wahrscheinlich, solange deine Ex-Frau und du nicht ganz klar die Erlaubnis dazu gebt.

Der Kinderschutzbund bietet Kurse an, die "Starke Eltern, starke Kinder" heißen. Vielleicht gibt es so etwas auch in eurer Nähe.

Die besten Wünsche von Biggi
Gespeichert

Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
United
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3.156



« Antwort #29 am: 21. Mai 2014, 09:50:05 »

Moin LD,

Du hast hier viele lesenswerte, gute Hinweise bekommen, die ich gar nicht weiter ergänzen möchte.

Dennoch will ich einen Punkt, den man nicht außer Acht lassen darf, nochmal betonen:
Jeder Mensch tickt anders.

So kann ich Dir beispielsweise zu Biggi´s "Gegen-den-Kindeswillen-Umarmung" sagen, dass dieses seitens meiner Mutter durchaus ebenso praktiziert wurde ...
... das hat mich nachhaltig geprägt (und ich nehme es ihr - so sehr ich sie liebe - bis heute übel):
Wenn ich nicht umarmt werden möchte, dann möchte ich nicht umarmt werden!

Dieses Recht gestehe ich jedem Menschen zu.

Erzieherische Maßnahmen, die bei dem einen Menschen fruchten, können bei einem anderen Menschen auch das Gegenteil bewirken.

Das m.E. in der Tat wichtigste in der Erziehung ist, dass DU konsequent in Deinem Handeln bist.
Wo Grenzen sinnvoll zu setzen sind, ist eine individuelle Frage (dass es hierbei nicht verhandelbare No-Gos gibt, versteht sich), ebenso wie eine angemessene Konsequenz bei Grenzüberschreitungen.

... eine fünfminütige Verspätung darf nicht die gleiche Strafe wie "Hund schlagen" nach sich ziehen, nur weil sie einmal so gut funktioniert hat.

Externe Hilfe für Dich scheint mir wichtig.
Externe Hilfe für Junior wird nur funktionieren, wenn er ein Mindestmaß an Einsicht mitbringt (Ausnahme: Gewaltanwendung gegen sich oder andere ... dazu zählt auch der Hund).

Konsequente und angemessene Grüße
United
Gespeichert
Hampelchen
Rege dabei
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 114


« Antwort #30 am: 21. Mai 2014, 10:41:58 »

Dringend(!) möchte ich noch einen ganz wichtigen Punkt ansprechen - alles andere wurde, denke ich, sehr gut und ausführlich gesagt - das ist ein herangewachsenes Kind, das keine Grenzen kennt.. es wird schlimmer werden, bevor es besser wird.

Im Grunde passiert da eine emotionale Entwicklungsstörung. Man stelle sich einfach mal vor, der Knabe wäre 2 oder 3. Dann wäre dieses Verhalten ziemlich unspektakulär. Grenzen testen eben.
Dein Sohn hat in genau dieser wichtigen Phase eben den Entwicklungsschritt "sozialverträgliches Verhalten" offenbar nicht machen können, weil es an Grenzen gefehlt hat. Das hat man ihm einfach nicht beigebracht.

Natürlich kann man das auffagen und korrigieren.

Dabei muss aber absolut klar sein, dass das Verhaltensmuster aktuell gefestigt ist und der Junge ist eben nicht mehr 2 oder 3 sondern deutlich größer und deutlich stärker. Und so wie ein 2jähriger richtig aufdrehen würde, wenn man ihn zum ersten mal einbremst, so wird mit großer Wahrscheinlichkeit auf dein Sohn richtig aufdrehen, wenn er jetzt plötzlich doch an Grenzen stößt.

Man liest/hört einfach zu oft, dass in genau solchen Situationen das Kind dann plötzlich in einer klinischen Einrichtung landet, weil solche Ansätze in einem Nasenbruch bei einem der Eltern geendet sind.
Das ist aber keine Pathologie, sondern eine Entwicklungsverzögerung auf emotionaler Ebene.

Was immer du tust - stell dir vor, er wäre 2 und hätte einen Trotzanfall. Er ist schlicht sehr viel stärker als ein 2jähriger und auch deutlich intelligenter.
Das musst du mit auf dem Radar haben. Schon für deine und seine Sicherheit.

Gespeichert
LucasDaddy
_LucasDaddy
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 366



« Antwort #31 am: 21. Mai 2014, 11:35:04 »

Hi zusammen und danke für eure Antworten.

Logischerweise gehen diese teilweise in komplett andere Richtungen, denn es gibt ja leider kein Patentrezept. Wahrscheinlich muss ich etwas herumexperimentieren, um den richtigen Weg zu finden. Bzgl. der körperlichen Nähe hatte ich mir auch noch Gedanken gemacht und bin mir nicht mehr so sicher, ob Zwang hier der richtige Weg ist. Gestern Abend schlief Sohni schon und hat daher auch nichts mitbekommen, aber mir tat es schon gut, mal wieder seine Nähe - wenn auch nur kurz - zu spüren. Man liebt sein Kind eben, egal wie unverständlich es sich verhält.

Bzgl. der Antwort von Hampelchen habe ich leider auch die Vermutung, dass die ganze Sache erst schlimmer anstatt besser werden wird. Eigentlich zeigt sich diese Tendenz schon jetzt, denn seit dem ich meinem Sohn ruhiger und konsequenter entgegentrete dreht er noch mehr auf. Gestern Abend kam er ja mal wieder zu spät und ich habe ihm daraufhin mitgeteilt, dass das so zukünftig nicht gehen wird und er dann zu Hause bleiben muss, bis ich von der Arbeit komme. Seine Antwort war außer, dass ich das sowieso egal ist, dass er dann eben nach der Nachmittagsbetreuung erst gar nicht nach Hause kommt und ich dann eben Pech habe, weil ich nicht weiß, wo er ist und wann er kommt etc. Das geht natürlich gar nicht, weshalb ich ihm sagte, dass ich ihn ab sofort erstmal von der Betreuung abholen werde, da er diese Regel nicht akzeptieren möchte. Gestern war ihm das noch ziemlich egal, aber als ich ihm dies heute Morgen noch einmal mitteilte, ist er wieder komplett ausgeflippt. Die ganze Sache war schon sehr absurd, denn er stand mit ausgestrecktem Mittelfinger und hochrotem Kopf vor mir und schrie mich an: "Bitte nicht abholen, Du Wixer." Diesen Satz wiederholte er mit wirklich allen ihm (leider) bekannten Schimpfwörtern bestimmt drei Dutzend mal. Ganz im Ernst, mich hat noch nie jemand in einem einzigen Satz um etwas gebeten und mich gleichzeitig beleidigt. Ich wusste gar nicht, dass das überhaupt geht...

Er tut mir in solchen Situationen wirklich sehr leid, denn seine Hilflosigkeit ist nicht zu übersehen. Mir bleibt aber nichts anderes übrig, als konsequent zu bleiben und die Beschimpfungen über mich ergehen zu lassen. Er hat dann selbst an der Haustür noch sehr, sehr schlimme Schimpfworte in meine Richtung geschmettert und irgendwann die Tür zugeknallt und ist gegangen. Wirklich nicht die schönste Art und Weise, einen Tag zu beginnen (für uns beide nicht).

Heute früh habe ich mich bereits an einige Kinderpsychologen in der Umgebung gewandt und hoffe, dass wir relativ kurzfristig einen ersten Termin bekommen. Manche meinten zwar, dass vor September / Oktober nichts möglich wäre, andere sehen aber bereits innerhalb der nächsten 3 Wochen eine Möglichkeit.

Zitat
Dein Sohn hat in genau dieser wichtigen Phase eben den Entwicklungsschritt "sozialverträgliches Verhalten" offenbar nicht machen können, weil es an Grenzen gefehlt hat. Das hat man ihm einfach nicht beigebracht.

Genau dies ist leider richtig, denn es gab bei seiner Mutter leider so gut wie keine Grenzen. Während unseres gestrigen Telefonats hat sie auch offen zugegeben, dass sie irgendwann einfach aufgegeben hat und unseren Sohn sich selbst überlies. Sicherlich ein großer Fehler und ihre späte Einsicht nutzt zum jetzigen Zeitpunkt leider nichts mehr. Zumindest sieht sie die Dinge aber so wie ich und wirft uns ausnahmsweise mal keine Knüppel zwischen die Beine.

Heute Abend werde ich noch einmal versuchen, wenigstens kurz mit Sohnemann zu sprechen. Ob er mir überhaupt zuhört, bezweifle ich bedingt durch die Erfahrungen aus den letzten Wochen aber.

LG,
LD

Gespeichert
HoWi64
_HoWi64
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 666


« Antwort #32 am: 21. Mai 2014, 11:43:05 »

Heute Abend werde ich noch einmal versuchen, wenigstens kurz mit Sohnemann zu sprechen.

Hi LD,
lass dich bloß nicht auf Diskussionen ein. Sag ihm das du traurig bist wenn ihr euch so wenig versteht und bleib bei deinen Ansagen. Einmal sagen ist genug. Von 1000 nutzlosen Wiederholungen werden Kinder nur elterntaub. Du brauchst nicht seine Zustimmung für dein tun und lassen. Die Zustimmung deiner Ex ist viel wert. Wenn der Kurze zum ersten Mal in seinem Leben spürt das ihr euch einig seit kann das viel nützen. Hampelchen hat recht das wird vermutlich erst mal schlimmer werden. Tu was für dich und deine innere Ruhe.
Gruss Horst
Gespeichert
LucasDaddy
_LucasDaddy
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 366



« Antwort #33 am: 21. Mai 2014, 13:00:49 »

Tu was für dich und deine innere Ruhe.

Hi Horst,

das wäre wohl mehr als nötig, wobei ich von innerer Ruhe kaum sprechen kann. Aber wie soll ich das anstellen? Das ganze Theater geht bereits los, nachdem er aufgestanden ist und endet erst gegen 21.45 Uhr. Danach bin ich einfach nur noch kaputt und ausgelaugt. Da fehlt mir selbst die Kraft zum Abschalten und die Gedanken kreisen nur noch um das, was sich in den letzten Stunden ereignet hat. Wirklich schlafen kann ich auch kaum noch, weil ich regelmäßig aufwache und nicht mehr einschlafen kann.

Die KM sagte mir gestern, dass sie, als unser Sohn noch bei ihr lebte, regelmäßig Magenkrämpfe bekam, wenn sie sich auf den Weg nach Hause machte. So langsam kann ich sehr gut verstehen, dass dies alles zu viel für sie war. Blöderweise bekomme ich anscheinend nicht so schnell einen Termin bei einem Kinderpsychologen und werde immer wieder auf die Ambulanz verwiesen. Aber ganz im Ernst, ich kann doch nicht meinen Sohn schnappen wenn er ausflipt und mit ihm in die Klinik fahren. Das, da bin ich mir sicher, wird er mir nie verzeihen. Auf der anderen Seite kann ich ihm in solch einer akuten Situation auch nicht helfen und er steigert sich immer weiter in seine Aggression hinein und es kann nicht mehr lange dauern, bis bei uns die ersten Dinge zu Bruch gehen. Das eine oder andere hat er schon provokativ durch die Gegend gefeuert, aber zum Glück noch nichts großes oder mit hohem Wert.

Mir ist gestern eingefallen, dass ich ihn bei einem dieser "Anfälle" einfach mal versteckt filmen könnte. Vielleicht nutzt es ja etwas, wenn er sich selber - sollte er sich wieder beruhigt haben - in solch einer Situation sehen und hören kann. Vielleicht wird dadurch aber alles auch noch nur schlimmer, denn er wird Angst davor haben, dass ich die Aufnahmen anderen zeigen könnte (was ich nicht vorhabe) und daher sicherlich direkt wieder ausflippen.

Ich habe im Moment echt ein ganz schlechtes Gefühl und ziemliche Angst, dass alles eskalieren könnte und er unüberlegte Dinge tut, mit denen er sich oder anderen schadet. Er ist schlicht unberechenbar und auch nicht mehr Herr seiner selbst. Anders kann ich mir seine ständigen Wutausbrüche nicht erklären und so kenne ich meinen Sohn aus der Vergangenheit auch nicht.

LG,
LD
Gespeichert
HoWi64
_HoWi64
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 666


« Antwort #34 am: 21. Mai 2014, 13:18:34 »

Aber wie soll ich das anstellen?
vater-kind-kur?
einhändig grüßt horst
Gespeichert
midnightwish
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 9.822



« Antwort #35 am: 21. Mai 2014, 13:22:21 »

Hi LD,

du kannst mal versuchen, ob dir deine KK Therapeuten nennen kann, die derzeit noch keine Kassenzulassung haben. Die haben oft nicht so lange Wartezeiten.

Da es wohl eine Richtlinie gibt, dass in Akutfällen Patienten innerhalb von max. 6 Wochen einen Termin bekommen müssen, kann man mit diesem Hinweis die Kostenübernahme bei der KK beantragen.

Das wäre eine Alternative zur Ambulanz.

Hat bei meiner Tochter damals gut geklappt.

LG Tina
Gespeichert

Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
ich-habe-angst
Gast
« Antwort #36 am: 21. Mai 2014, 13:34:31 »

Bei uns hat geholfen: Reckstange in Türrahmen einklemmen, Boxsack dran hängen, drauf hauen
Gespeichert
Engel211
Zeigt sich öfters
**
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 87


« Antwort #37 am: 21. Mai 2014, 13:42:35 »

Hi LD!

Vielleicht kannst Du Dich ja zwei Wochen krank schreiben lassen, auf Grund Deiner derzeitigen desolaten Verfassung. Das würde auch bei Dir den Druck rausnehmen, allem gerecht zu werden.
Zudem hättest du die Möglichkeit, Dir am Tag einige Zeit zum Erholen und Kräfte sammeln nehmen zu können.

Wie auch die Anderen bin ich der Meinung, dass Du Dir Hilfe holen musst.

Aber dennoch bin ich der Meinung, dass Du durch Deine Angst, wie der Sohn auf Deine Konsequenz reagieren könnte, Dich in eine Stockstarre begibst.
Und genau diese Stockstarre gibt Deinem Sohn das Gefühl sich in einem freien Fall zu befinden.
Du malst dir gedanklich aus, was alles richtig schlimmes passieren könnte, wenn Du konsequent bist. Aber genau diese schlimmen Dinge werden zwangsläufig passieren, wenn du nicht selbst bei Dir aktiv wirst. DU bist das Rettungsseil für Deinen Buben und nur Du kannst ihm die Sicherheit geben, ihn aufzufangen.

Auch wenn Du Hilfe für Deinen Sohn bekommst, wird sich nichts von Heute auf Morgen ändern und der Respekt Dir gegenüber nicht einfach über Nacht wieder vorhanden sein.

Mein Vater sagte mal: Respekt muss man sich verdienen, auch als Eltern. Und ganz ehrlich, hast Du vor jemandem Respekt, bei dem Du ganz sicher weißt, dass der vor Deinen Aüßerungen und Reaktionen Angst hat? Da hat man eher Mitleid als Respekt.

Erziehung ist harte Arbeit Tag für Tag. Sie bringt uns an unsere Grenzen und oftmals darüber hinaus. Aber wenn wir wollen, dass sie dahin führt wo wir sie haben wollen, müssen wir uns überwinden.

Denn Eins ist sicher, nur über den von uns gesteckten und konsequent eingehaltenen Erziehungsrahmen vermitteln wir unseren Kindern Sicherheit. Diese Sicherheit haben unsere Kinder nötiger als irgendwas Anderes. Sind wir selbst unsicher in unserem Handeln, lassen wir die Kinder alleine und der freie Fall beginnt.

LG Engel
Gespeichert
Lausebackesmama
aka LBM
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 10.156


Ein Leben lang!


« Antwort #38 am: 21. Mai 2014, 13:47:07 »

Google mal zum Begriff Krisenintervention. Möglicherweise geht bei entsprechenden Stellen ganz schnell was.

LG LBM
Gespeichert

‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
vj
_vj
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 621



« Antwort #39 am: 21. Mai 2014, 14:38:21 »

Hi LD,

Aber ganz im Ernst, ich kann doch nicht meinen Sohn schnappen wenn er ausflipt und mit ihm in die Klinik fahren. Das, da bin ich mir sicher, wird er mir nie verzeihen.

Aber noch viel weniger wird dein Sohn sich selbst verzeihen können, wenn er irgendwann dich oder den Hund ernsthaft verletzt...

Wir haben auch sehr lange überlegt, ob wir Teenie ins Krisenzentrum bringen, aber irgendwann war klar: es gibt keine andere Möglichkeit mehr. Definitiv nicht.
Und wenn das so ist und das Kind kann einem das nicht verzeihen - nun, dann ist das so.

Das klingt total hart und hat mir extreme Probleme verursacht, nachdem wir Teenie "abgegeben" hatten, aber langsam komme ich damit klar und ich erkenne, dass man diesen Weg gehen muss, bevor irgendjemand verletzt wird.
Selbst auf die Gefahr hin, dass das Kind es noch nicht begreift und einem nicht verzeihen kann.

Bei uns war es so, dass wir nach dem der Wutanfall abgeklungen war, als Eltern klar und deutlich zu Teenie gesagt haben: Es geht so nicht mehr weiter. Entweder du kommst freiwillig mit und wir bringen dich dorthin oder die Rettung holt dich ab. Eine andere Wahl hast du nicht.
Das war ein ziemlicher Schock für Teenie.
Aber mittlerweile sieht sie ein, dass es richtig war.

Mitten im Wutanfall das Kind einzupacken ist nicht ratsam.
Da ist die Verletzungsgefahr viel zu groß.

Entweder nach dem Anfall mit dem Kind reden oder im Akutfall die Rettung rufen mit der Angabe "Kind in psychischem Ausnahmezustand und Gefahr der Selbstverletzung oder Verletzung anderer"
So wurde es uns bei den Gesprächen mit dem JA geraten.
(Da die Wutanfälle schon länger Thema waren, hatten wir uns da im Vorfeld schon informiert - weiß aber nicht, wie das in D läuft)

lg
vj
Gespeichert

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)
vj
_vj
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 621



« Antwort #40 am: 21. Mai 2014, 14:52:40 »

Noch ein Nachtrag hierzu:
Denn Eins ist sicher, nur über den von uns gesteckten und konsequent eingehaltenen Erziehungsrahmen vermitteln wir unseren Kindern Sicherheit. Diese Sicherheit haben unsere Kinder nötiger als irgendwas Anderes. Sind wir selbst unsicher in unserem Handeln, lassen wir die Kinder alleine und der freie Fall beginnt.

Grundsätzlich stimme ich Engel zu - bei einem Kind, das von Geburt an bei den selben Bezugspersonen lebt, wird diese Art der Erziehung vollkommen richtig und auch anwendbar sein.

Aber - und das ist ganz wichtig - Kinder aus Krisenfamilien haben diese Sicherheit oft von Beginn an nicht erlebt. Und das bedeutet, dass die Unsicherheit tief in ihnen steckt und leider allzu häufig auch durch die besten Erziehungsmethoden nicht mehr überwunden werden kann.

Und dann fragt man sich selbst: aber ich habe doch alles richtig gemacht - warum funktioniert das einfach nicht?
Daran kann man im schlimmsten Fall total verzweifeln. Denn auch Eltern sind nur Menschen und wenn man alle Erziehungsratschläge befolgt und es wird trotzdem nicht besser (ja manchmal sogar schlimmer), dann ist man natürlich verunsichert.

Bei Kindern, die jahrelang in schlimmen Situationen leben mußten, vernachlässigt wurden (emotional, sozial...) oder sogar mißhandelt wurden, da gelten andere Maßstäbe und da greifen die üblichen Methoden oft nicht mehr. Und macnhmal muss man einsehen, dass das Kind woanders besser aufgehoben ist (vielleicht nur zeitlich begrenzt) weil es dort die Grenzen auch annehmen kann, die es braucht.

Ich hoffe für euch beide, dass es in eurem Fall nicht notwendig ist, dass der Junge woanders hinkommt. Aber wenn es denn sein sollte, dann wünsche ich euch, dass ihr eine gute Stelle findet, wo euch beiden geholfen wird!

lg
vj
Gespeichert

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)
brille007
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 14.785



« Antwort #41 am: 21. Mai 2014, 15:34:54 »

Moin LD,

unabhängig von der Frage, was nun der richtige Therapieansatz sein könnte, fallen mir Äusserungen von Dir auf wie:
ich kann doch nicht meinen Sohn schnappen wenn er ausflipt und mit ihm in die Klinik fahren. Das, da bin ich mir sicher, wird er mir nie verzeihen.
[...]
Vielleicht wird dadurch aber alles auch noch nur schlimmer, denn er wird Angst davor haben, dass ich die Aufnahmen anderen zeigen könnte (was ich nicht vorhabe) und daher sicherlich direkt wieder ausflippen.
Du bist - möglicherweise nach vielen Jahren Trennungstress - in der sehr defensiven Rolle, auf keinen Fall etwas falsch machen oder bei Sohnemann schlecht dastehen zu wollen. Das könnte aber auch genau die Grenze sein, die er auszutesten versucht und die nicht kommt.

Immerhin ist es recht unwahrscheinlich, dass Deine Ex Dir in den Rücken fällt und sagt "komm doch einfach wieder zurück; bei mir ist alles entspannter als bei Papa..." Deshalb kann auch ich nur betonen: Klare Kante zeigen. @Biggi hat das auch in den praktischen Details sehr gut beschrieben. Mach Dich nicht vor einem 10-Jährigen zum Affen.Vielleicht muss WIRKLICH mal alles Kommunikationsgerät weg und er es sich durch passendes Verhalten neu verdienen. Und wenn er der Ansicht ist, er könne kommen und gehen wie es ihm passt, sollte er vielleicht mal vor einer verschlossenen Tür stehen und wenigstens eine halbe Stunde lang nicht wissen, was er heute essen und wo er heute Nacht schlafen wird.

Ich habe im Moment echt ein ganz schlechtes Gefühl und ziemliche Angst, dass alles eskalieren könnte und er unüberlegte Dinge tut, mit denen er sich oder anderen schadet. Er ist schlicht unberechenbar und auch nicht mehr Herr seiner selbst. Anders kann ich mir seine ständigen Wutausbrüche nicht erklären und so kenne ich meinen Sohn aus der Vergangenheit auch nicht.
Stell Dir vor, wer würde vor lauter Zorn auf eine stark befahrene Strasse laufen - würdest Du Dir dann auch über Dein "Image" Gedanken machen oder wie etwas bei Sohnemann ankommt - oder würdest Du nicht einfach passende Sofortmassnahmen ergreifen und kein Stück daran denken, wie das jetzt nach aussen aussieht?

Grüssles
Martin

PS: Hast Du schon Türen ausgehängt? Du solltest nicht übervorsichtig alle paar Tage was anderes ausprobieren, sondern möglichst viel auf einmal tun, das dokumentiert: Hier ist gerade etwas sehr anders als noch vor kurzem.
Gespeichert

When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
LucasDaddy
_LucasDaddy
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 366



« Antwort #42 am: 21. Mai 2014, 15:47:58 »

Grundsätzlich stimme ich Engel zu - bei einem Kind, das von Geburt an bei den selben Bezugspersonen lebt, wird diese Art der Erziehung vollkommen richtig und auch anwendbar sein.

Hi vj,

so sehe ich das eigentlich auch. Sicherlich habe ich auch viele Fehler gemacht, war nicht immer souverän und konsequent und manchmal ganz sicher auch unfair. Aber man darf bei allem nicht vergessen, dass mein Sohn fast 10 Jahre seines Lebens nicht bei mir sondrn bei seiner Mutter gelebt hat. Natürlich hat er trotzdem Zeit mit mir verbracht, aber logischerweise a) viel weniger als mit seiner Mutter und b) war diese Zeit für uns beide immer zu kostbar um zu streiten o.ä. Regeln gab es bei mir schon immer und diese auch konstant, aber ein Kind kann sich sehr leicht an diese halten, wenn es dies nur vier Tage im Monat tun muss.

Heute ist die Situation eine andere, denn zusätzlich zu den Regeln, die es schon immer gab, gibt es natürlich einige mehr. Ich kann ja z.B. nicht so tun, als sei jeder Tag ein Sonntag und meinen Sohn unter der Woche schlafen lassen solange er will. Genausowenig kann er unter der Woche bis in die Puppen aufbleiben, das geht eben nur am Wochenende oder in den Ferien.

Meiner Meinung nach hat mein Sohn in mir immer eine verlässliche und konstante Respektsperson gesehen. Er wusste und weiss auch, dass ich um einiges strenger bin als bspw. seine Mutter. Weshalb er seit einiger Zeit trotzdem so reagiert bzw. agiert wie er es tut, weiss ich leider nicht. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass der Grund nicht darin zu suchen ist, dass ich das Thema Erziehung zu lasch sehe oder aus Angst vor meinem Sohn im Staub krieche. Ganz sicher nicht, aber es kann natürlich sein, dass er verucht mich dahinzubekommen, wo seine Mutter letztendlich war. Gleichgültig und lethargisch und auf beiden Ohren taub für jede Art von Beleidigung. Das klappt bei mir aber nicht, denn er ist letztendlich zu mir gezogen, weil zum einen seine Mutter nicht mit ihm zu Recht kam und zum anderen sein Umfeld (Schule, Hort, Sportverein etc.) auch keine Lust mehr auf tagtägliche pädagogische Sonderschichten hatten. Mir war damals schon klar, dass es nicht leicht mit ihm werden wird, aber wie bereits gesagt, ist die Qualität der Probleme nun eine ganz andere als noch vor ein paar Monaten und evtl. habe ich mir nicht zu wenig sondern eher zu viel zugetraut.

LG,
LD
Gespeichert
LucasDaddy
_LucasDaddy
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 366



« Antwort #43 am: 21. Mai 2014, 15:56:24 »

Hi Martin,

da haben sich unsere Postings wohl gerade überschnitten.

Aber genau dies hier
PS: Hast Du schon Türen ausgehängt? Du solltest nicht übervorsichtig alle paar Tage was anderes ausprobieren, sondern möglichst viel auf einmal tun, das dokumentiert: Hier ist gerade etwas sehr anders als noch vor kurzem.

habe ich ja bereits gestern komplett durchgezogen, allerdings hängt die Tür noch, denn ich habe ihm sehr unmißverständlich mitgeteilt, dass sie dies nur so lange tut, wie sie nicht zugeschlagen wird. Das hat er sich wohl gemerkt (sieht heute sicher wieder anders aus). Alles andere (TV, Tablet, Handy, iPod, PC, Nintendo) ist erst einmal einkassiert worden und wird auch nicht mehr herausgerückt, bis sich sein Verhalten gebessert hat. Und wenn es herausgerückt wird, dann nur gegen ganz klare Regeln, was die Benutzungsdauer etc. angeht. Bei einem Verstoß kassiere ich alles wieder ein.
Sicherlich gibt es dann wieder Geschrei etc,. aber das ist eigentlich das auch egal, denn das gibt es sowieso.

LG,
LD
Gespeichert
HoWi64
_HoWi64
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 666


« Antwort #44 am: 21. Mai 2014, 16:17:51 »

aber das ist eigentlich das auch egal, denn das gibt es sowieso.
applaus1 genauso!
nicht der kleine bestimmt was du tust. nur du.

du kannst nicht sein verhalten ändern. das kann er nur selbst.
ich glaub nicht das der sich wohl fühlt wies jetzt ist. kann nur besser werden.
je eher er kapiert das du nicht an seinem bändel hängst desto leichter wirds für euch beide.

wie verschaffst du dir respekt bei deinem hund?
wenn dein hund dir vertraut und genau weiß was von dir zu halten ist.
vieles was du auf dem hundeplatz übst kannst du 1:1 im kinderzimmer anwenden.

gruss horst
Gespeichert
LucasDaddy
_LucasDaddy
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 366



« Antwort #45 am: 21. Mai 2014, 17:13:16 »

vieles was du auf dem hundeplatz übst kannst du 1:1 im kinderzimmer anwenden.

Na ja, dann hätte ich eben schon wieder ein extra enges Halsband gebraucht  mad

Kurz dazu (Wahnsinn live):

Habe ihn eben freundlich von der. Betreuung abgeholt. Er mal wieder kein Wort, sondern schmollend extra schnell in Richtung Auto gelaufen. Einsteigen wollte er dann mit Ranzen, ich also: "Gib mir bitte Deinen Schulranzen." Er darauf nur "Still!" und wirft mir den Ranzen vor die Füße.

Im Auto dann auf einmal in voller Lautstärke: "Was für ein Vollhonk, so ein blödes **tsts - ID 7**! Ich will einen neuen Papa und nicht so einen Spasti!" Und warum das? Weil ich an unserem Haus vorbei gefahren bin, um mir an der Tanke noch Kippen zu holen.

Dann wieder motzendes Schweigen und zu Hause angekommen, keine Anstalten auszusteigen. Ich habe dann meinen Hund usw. ausgeladen und bin rein gegangen. Er blieb sitzen.

5 Minuten später bin ich wieder raus, er saß noch immer. Freundliche Aufforderung von mir, nun doch bitte das Auto zu verlassen. Nix. Dann mache ich die Tür auf und der gnädige Herr setzt sich in Bewegung um direkt im Anschluß seinen Ranzen quer über den Bürgersteig zu treten, anschließend auf mein Auto und seinen Kaugummi auf die Straße zu spucken. Den durfte er dann erstmal aufheben, das kostet hier nämlich Strafe.

Zu Hause angekommen Türen geknallt, dann mit den Worten "Vor halb 8 bin ich nicht wieder da." das Haus verlassen. Ich sagte noch, dass er spätestens um sieben hier sein muss, daraufhin nur wieder Geschreie und Beleidigungen sowie knallende Türen.

Da soll ich ruhig bleiben??? Welche Tabs könnt ihr mir empfehlen  c

LG,
LD
Gespeichert
LucasDaddy
_LucasDaddy
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 366



« Antwort #46 am: 21. Mai 2014, 17:35:32 »

Sorry, ich schon wieder,

habe mir gerade mal sein Handy angeschaut und gesehen, dass er seiner Mutter gestern eine SMS mit dem Inhalt "xxxx (mein Vorname) ist ein Arsc..och" geschickt hat. Wird ja immer besser......

LG,
LD
Gespeichert
Susi64
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 3.049


« Antwort #47 am: 21. Mai 2014, 17:41:31 »

Hallo LD,

warum darf Sohnemann denn nach diesem Verhalten überhaupt noch raus?
Bring ihn in sein Zimmer und sage ihm, dass er raus aus seinem Zimmer darf, wenn er wieder vernünftig ist, dann kann er sich bei Dir entschuldigen. Danach, wenn er freundlich gesagt hat wohin er gehen will und wann er wieder da ist, darf er gehen.
Ansonsten zurück in sein Zimmer. Heulen, Schimpfen, Schlagen, .... in seinem Zimmer musst Du alles ignorieren, wenn er sich ausgetobt hat und friedlich ist, warte bis er kommt.

Wenn Du das nicht schaffst, versuche Dir frei zu nehmen, so dass Du solche Aktionen planen kannst und Dich darauf vorbereiten, außerdem kannst Du Dich, wenn er in der Schule/Betreuung ist erholen. Damit zumindest einige Regeln nach 14 Tagen funktionieren.

Einen Hund, der immer wieder seinen Platz verlässt würdest Du doch auch zurückbringen.

Mehr Mut! VG Susi
Gespeichert
LucasDaddy
_LucasDaddy
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 366



« Antwort #48 am: 21. Mai 2014, 17:56:45 »

Hi Susi,

danke für Deine Antwort, aber das klappt so leider nicht. Ich müsste ihn in seinem Zimmer einsperren, damit er nicht bei nächster Gelegenheit einfach das Haus verlässt. Wenn er eingesperrt ist, dann schreit er die gesamte Nachbarschaft zusammen und zerlegt sein Zimmer. Bei meiner Ex standen die Bullen deshalb zigmal vor der Tür, weil die Nachbarn sie gerufen hatten. Und entschuldigen würde er sich nie bei mir. Lieber beleidigt er weiter in einer Tour oder versucht Diskussion anzufangen, die ich eigentlich vermeiden möchte.

Aber klar hast Du Recht damit, dass er nach solch einer Aktion nicht raus darf. Mir fehlt aber momentan offensichtlich die Kraft, alles, egal wie auch immer, durchzusetzen.

LG,
LD
Gespeichert
Lausebackesmama
aka LBM
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 10.156


Ein Leben lang!


« Antwort #49 am: 21. Mai 2014, 17:58:31 »

Also ich will nicht gemein sein, aber das Problem bist du! Du zappelst wie eine Fliege im Spinnennetz. Der Bengel wäre bei mir nirgends mehr hingegangen. Im Grunde tritt er dir vors Schienbein und du hältst das andere hin und sagst: Hier bitte auch noch!

Hier brennt echt schon Rom!

Und mit "ich will einen anderen Papa" gibt er dir doch das entsprechende Feedback. Wie soll er denn an dir wachsen, wenn du so watteweich bist? Was glaubst du eigentlich was passiert,  wenn er sich so einem älteren/stärkeren Kind gegenüber benimmt? Da kriegt er politisch unkorrekt eine aufs Maul, wenn ich das mal so sagen darf.

Damit meine ich nicht, dass du ihn verprügeln sollst, sondern dass er Grenzen braucht. Und die müssen derzeit aus Stahlbeton sein.

Geh am WE mal mit ihm irgendwo hin, wo ihr euch miteinander auskämpfen könnt. Körperlich.  Lass ihn sich verausgaben, aber sieh zu, dass du ihn zuletzt immer beherrschst,  niederringst. Zerquatsch das nicht sondern ZEIGE ihm, dass du zuletzt oben auf bist. Dass DU der Herr im Ring bist. Irgendwo, wo ihr schreien,  laut sein könnt. Aufs Feld,  in den Wald.

LG LBM

Gespeichert

‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Seiten: 1 [2] 3 4   Nach oben
Drucken
vatersein.de - Forum  |  Themen  |  Alleinerziehend (Moderator: 82Marco)  |  Thema: Weiß nicht mehr weiter
 
Gehe zu:  

Powered by SMF 1.1.10 | SMF © 2006, Simple Machines LLC


www.vatersein.de
Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2002 - 2017 by Vater sein trotz Trennung/Scheidung - Das Portal für Trennungseltern
Diese Webseite basiert auf pragmaMx 0.1.10.
Die Inhalte dieser Seite sind als RSS/RDF-Quelle verfügbar.

Theme created by Khon Bangkok WebWebWeb team