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vatersein.de - Forum 19. November 2017, 07:51:50 *
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Autor Thema: Die Zweitmutter - das seltene Wesen  (Gelesen 19115 mal)
vj
_vj
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 621



« am: 18. Oktober 2013, 10:49:51 »

Hi @ all,

Ich habe mir mal meine Gedanken ein wenig von der Seele geschrieben...
Anbei der Text, der dabei herausgekommen ist.

lg
vj



Die Zweitmutter – das seltene Wesen

Familienformen verändern sich und in einschlägigen Foren und Artikeln wird schon lange darüber gesprochen, dass es immer mehr Patchworkfamilien gibt.
Aber auch hier scheint sich eine Form deutlich seltener zu bilden, als andere: nämlich die, wo ein oder mehrere Kinder beim Vater leben und eine Frau die Vorsilbe „Stief-“ (er)trägt.

Entsprechend seltsam komme ich mir immer wieder vor, wenn ich erklären muss, dass ich nicht die Mutter der Tochter meines Mannes bin, sondern dass die Mutter in Deutschland lebt.
Die Verwunderung und die Neugierde des Gegenübers sind dann mal mehr, mal weniger greifbar – aber eigentlich immer vorhanden.
Und spätestens wenn ich auf die fast unweigerlich folgende Frage nach weiteren „eigenen“ Kindern mit einem „Nein – nicht vorhanden und auch nicht geplant“ antworte, werde ich vollständig als Kuriosum abgestempelt.

Hin und wieder spüre ich bei Fragenden auch eine latente Ablehnung, vor allem wenn es sich um Mütter mit leiblichen Kindern handelt. Aufgrund einzelner Bemerkungen entsteht bei mir der Eindruck, dass diese mich als eine Art Konkurrenz für die leibliche Mutter meiner Stieftochter sehen; als eine Frau, die einer anderen ihr Kind und ihr Mutter-Sein „weggenommen“ hat.

Aus diesen Erfahrungen heraus möchte ich hier einen kleinen Einblick in das Leben einer Zweitmutter (ich finde diesen Begriff deutlich besser als das negativ belegte „Stiefmutter“) geben.


Die Gründe

Was veranlasst also eine Frau, ein „fremdes“ Kind anzunehmen und als Zweitmutter täglich für dieses Kind zu sorgen?

Jede Zweitmutter wird hier ihre eigenen Gründe haben – ich kann nur meine aufzählen.

Zum einen bin ich der festen Überzeugung, dass jedes Kind die Chance auf eine möglichst gute Zukunft haben sollte – und die war für meine Stieftochter bei ihrer leiblichen Mutter definitiv nicht vorhanden.
Körperliche und psychische Misshandlungen, Isolation, Vernachlässigung und das Fehlen jeglicher Förderungen haben die ersten acht Jahre des Mädchens geprägt.

Des Weiteren ist dieses Kind die Tochter des Mannes, den ich liebe und somit musste ich ihm helfen, damit er seiner Tochter aus diesen Lebensumständen heraushelfen konnte – die Mutter war dazu nicht in der Lage und war auch nicht bereit, Hilfe von irgendjemandem anzunehmen.

Da ich diese Verantwortung nun einmal übernommen habe und die Situation bei der Mutter sich in der Zwischenzeit noch weiter verschlechtert hat, kann ich die Aufgabe nicht mehr so einfach zurückweisen – selbst wenn sich mir an manchen Tagen durchaus die Frage aufdrängt „Warum tust du dir das eigentlich an?“

Und nicht zuletzt ein sehr wichtiger Grund: ich habe das Kind mittlerweile liebgewonnen und möchte sie auf dem Weg ins Erwachsen-werden weiter begleiten.
Die einzig mögliche Begründung dafür, sie wieder gehen zu lassen, wäre wenn sie selbst gehen wollen würde.


Die Aufgabe

Was bedeutet es, Zweitmutter zu sein?

Für mich als Zweitmutter, die jeden Tag (nicht nur am Wochenende) für das Kind mitverantwortlich ist, gibt es natürlich die selben Pflichten wie für jede leibliche Mutter auch:
Hausaufgaben, Hausarbeit, Arztbesuche, Geburtstagsfeste organisieren und noch vieles mehr – neben einem Vollzeit-Job.

Zusätzlich finden sich im Alltag einer Zweitmutter aber noch weitere Herausforderungen, auf die ich im Vorfeld der Entscheidung nicht wirklich gefasst war.

Dass dieses (damals achtjährige) Mädchen, das da vor mehr als fünf Jahren plötzlich bei uns eingezogen ist, Probleme mit der Umgewöhnung haben würde, war ja zu erwarten – aber die Heftigkeit der Reaktionen war dann schon überraschend.
Da musste ich vieles aushalten, angefangen von Beschimpfungen und Wutanfällen bis hin zu körperlichen Angriffen des Kindes gegen mich.
Auch die Beleidigungen, die seitens der leiblichen Mutter in meine Richtung geworfen wurden, waren nicht ohne…

Lange Zeit über die Eingewöhnungsphase hinaus mussten wir uns dann mit den Defiziten des Kindes auseinandersetzen, die sich durch das Leben bei der Mutter entwickelt hatten.
Hier waren verschiedenste Untersuchungen, Therapien und Förderungen notwendig, um zumindest einen Teil dessen aufzuholen, was in den ersten acht Lebensjahren verloren gegangen war.
Rückschläge gab es nach jedem Kontakt des Kindes mit der Mutter.
Trotzdem gehörte auch das zu meinen Aufgaben: die Bedeutung der leiblichen Mutter für das Kind zu respektieren und die Beziehung zu fördern. Egal, was ich von dieser Frau halte und egal was sie alles angerichtet hat, sie ist und bleibt die leibliche Mutter.

Zu unserem Familienalltag gehörte auch die Überwachung durch Jugendamt und Gericht. Die Behörden wollten sicherstellen, dass es richtig gewesen war, das Kind von der Mutter wegzuholen.
Und so war ich in der seltsamen Situation, dass ich einerseits von einem Tag auf den anderen die perfekte Mutter sein sollte, damit es dem Kind bei uns besser ging – auf der anderen Seite war ich aber für das Gericht „nicht existent“.
Von Jugendamt und Gutachter wurde ich zwar mit einbezogen, aber bei den Verhandlungen, wo Entscheidungen getroffen wurden, kam ich höchstens in einem Nebensatz vor. Zugelassen oder gar eingeladen war ich nie.

Als Zweitmutter muss man also mit einer Tatsache sehr vertraut sein:
Man hat kein Recht, in Bezug auf die Zukunft des Kindes irgendetwas zu entscheiden – aber man muss alle Entscheidungen die getroffen werden, vollständig zum Wohle des Kindes mittragen und unterstützen.

Eine weitere Realität, der sich jede Zweitmutter stellen muss, wurde mir vor einigen Tagen von einer Psychologin wieder in Erinnerung gerufen:
„Erwarten sie keine Dankbarkeit. Das einzige, was sie erwarten können ist, dass alles was das Kind in seiner Kindheit erlebt hat, bei ihnen wieder zum Vorschein kommt.“


Die Gefühle

In den Aufgaben einer Zweitmutter stecken also viele Widersprüche und Stolperfallen, die sich auch in meinen Gefühlen wiederspiegeln.

In der Anfangszeit stand ich ständig unter Druck, vor allem wegen der drohenden Möglichkeit, dass uns das Kind bei einem Fehler jederzeit wieder weggenommen werden konnte.
Plötzlich stand da eine Achtjährige und ich sollte nun faktisch für sie sorgen - und wie gut ich das machte, wurde beurteilt und geprüft.
Nervosität, Anspannung und Stress waren die Folge, gepaart mit massiven Selbstzweifeln. Aber ich lief zu Höchstleistungen auf und war sowohl von mir selbst als auch von der Entwicklung des Kindes sehr positiv überrascht.

In den darauffolgenden Monaten und Jahren machte ich dann Bekanntschaft mit Ungerechtigkeiten, Vorurteilen und Anfeindung, lernte mit Beleidigungen umzugehen und erlebte so manchen Heulkrampf vor Angst, Enttäuschung und Wut.
Meist standen diese Gefühle in direktem Zusammenhang mit der leiblichen Mutter meiner Stieftochter.
Sie gab mir die Schuld an allem – obwohl sie selbst jahrelang immer wieder alle Hilfsangebote und alle Warnungen ignoriert hatte und das Kind beinahe durch ihr Verhalten zerstört worden war.
Sie wurde von fast allem Beteiligten an dem ganzen Verfahren (auch von manchen Richtern!) umsorgt, bevorzugt und verhätschelt und ihr Wohlergehen wurde in den Mittelpunkt gestellt – während ich mich im Hintergrund Tag für Tag um ihr Kind kümmerte und alle Schäden zu reparieren versuchte, die sie angerichtet hatte.
Es war die größte Kraftanstrengung meines Lebens, dieser Frau trotz allem freundlich und höflich entgegenzutreten, wenn wir uns begegneten.

Aber die Erleichterung und Freude meiner Stieftochter, wenn sie gesehen und erfahren hat, dass es für mich ok ist, dass sie ihre Mama weiterhin lieb hat, waren alle Mühen wert.

Nun ist das Kind kein Kind mehr, sondern schon beinahe 14 Jahre alt. Sie ist nicht mehr so abhängig von uns und ich muss sie nach viel zu kurzer Zeit schon wieder loslassen.
Leibliche Mütter haben von der Geburt des Kindes an Zeit, eine Bindung zueinander aufzubauen und gemeinsam zu wachsen, bis sie das Kind dann allmählich in die Selbstständigkeit entlassen.
Mir fehlen die ersten Jahre in der Entwicklung meiner Stieftochter komplett. Dann musste die Bindung unter extremen Umständen hergestellt werden, die Beziehung musste gegen emotionale Stürme und diverse Widerstände wachsen und sich entwickeln.
Und jetzt, wo wir langsam wirklich zu einer Familie geworden sind, ist das Kind schon wieder auf dem Weg in sein eigenes Leben.
Das ist nur sehr schwer zu verarbeiten.

Aber bevor meine Stieftochter wirklich erwachsen wird, muss ich in ihrer Pubertät noch all die Wut aushalten, die eigentlich ihrer leiblichen Mutter gilt. Hoffentlich ist unsere Beziehung trotz allem stark genug, das zu überstehen.

Denn ich bin stolz auf meine Stieftochter, weil sie sich so gut entwickelt hat und so vieles gelernt hat und ich würde sie gerne weiter begleiten.
Und ich liebe sie.
Ob ich sie genauso liebe, wie ein eigenes Kind? Um das zu beantworten, fehlt mir die Vergleichsmöglichkeit. Und es ist eigentlich auch irrelevant.
Wichtig ist, dass sie ein wundervolles Kind ist und dass ich ihre zweite Mutter bin.


Fazit

Zweitmutter zu sein ist eine sehr undankbare und extrem anstrengende Aufgabe.
Man steht ständig im Hintergrund und füllt die Lücke aus, die durch das Nichtvorhandensein der leiblichen Mutter im Alltag entstanden ist – trotzdem wird die leibliche Mutter immer den ersten Platz im Herzen des Kindes und in der öffentlichen Wahrnehmung haben.

Im Gegensatz zu Pflege- oder Adoptiveltern, wo ja beide Elternteile in der selben Situation sind, gibt es bei einer Zeitmutter auch noch ein „Machtgefälle“ gegenüber dem eigenen Partner, der ja der leibliche Vater des Kindes ist und rechtlich die Obsorge (Sorgerecht / Sorgepflicht) innehat.
Gibt es Differenzen bzgl. einer Entscheidung, die das Kind betrifft, so hat er immer das letzte Wort. Denn er hat offiziell die Verantwortung.

Allen Problemen zum Trotz bin ich sehr froh, dass meine Stieftochter bei uns lebt.
Denn die Zukunft, die sie bei ihrer leiblichen Mutter gehabt hätte, wäre sehr düster gewesen – und ich weiß, dass ich zumindest einen Teil dazu beitragen kann, dass dieses eine Kind nun eine Chance auf eine bessere Zukunft hat.
Ihr Lachen und ihre gute Entwicklung entschädigen mich für alles, was ich durchmachen und aufgeben musste.

Für mich und andere Zweiteltern (hier sind ganz klar Zweitväter auch mit eingeschlossen) wünsche ich mir, dass wir in den Sorgerechts-Verfahren als das anerkannt werden, was wir sind: Menschen, die sich täglich um das betroffene Kind kümmern und somit ebenfalls gehört werden sollten.

Und zum Schluss noch ein Appell an alle Zweiteltern: wir sind diejenigen, die sich ganz klar auf die Seite der Kinder stellen sollten, wenn die Eltern mit ihren privaten Machtkämpfen beschäftigt sind.
Wir können die Kinder im Alltag auffangen und ihnen helfen, die Trennung der Eltern besser zu verarbeiten, indem wir ihnen zuhören und für sie da sind.



***edit: Korrektur auf Wunsch von @vj
« Letzte Änderung: 18. Oktober 2013, 11:22:27 von brille007 » Gespeichert

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« Antwort #1 am: 18. Oktober 2013, 11:18:05 »

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« Antwort #2 am: 20. Oktober 2013, 19:24:12 »

Sehr gut!
Auch von mir:
applaus1 schild_respekt

Ich erlaube mir mal, das an die Kirchentür dieses Unterforums zu nageln.
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Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
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« Antwort #3 am: 20. Oktober 2013, 20:06:53 »

Moin,

sehr schön, das mal aus der engagierten Perspektive eines "Zweitelternteils" zu lesen. Ich bin ja selbst mit einem zauberhaften Exemplar dieser Sorte verheiratet und habe über Jahre viele Sorgen und Nöte und manche Tränen miterlebt, wenn Ereignisse mit meiner Ex und meinen Kindern Anlass dazu gaben.

Aber auch der eine oder andere User dieses Forums, der eifersüchtig darüber wacht, was der neue Partner der Ex (oder umgekehrt) mit *meinen* Kindern anstellt kann sich daran ein Beispiel nehmen: Es geht nicht um exklusive "Rechte" und auch nicht darum, wer wen wie nennt, sondern um engagierte Menschen, die verlässliche Vorbilder für unsere Kinder sind. Die haben sich schliesslich nicht ausgesucht, dass ihre Eltern ihre Beziehung oder Ehe an die Wand gefahren haben. Einen engagierten neuen Partner des anderen Elternteils sollten wir deshalb nicht argwöhnisch beäugen, sondern uns über ihn oder sie freuen wie über einen tollen Lehrer in der Schule.

Grüssles
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« Antwort #4 am: 21. Oktober 2013, 09:44:29 »

Hi,

Danke für eure liebe Worte! mad3

Ich hoffe, dass der Text vielleicht in ein paar Beziehungen zwischen leiblichen Eltern und Zweiteltern für ein wenig mehr Verständnis sorgt und dass sich dann auch alle etwas mehr auf das konzentrieren, worauf es wirklich ankommt:
Den Kindern zu helfen, die Trennung der Eltern möglichst gut zu verarbeiten...

Natürlich gibt es leider auch Zweitpartner, die nicht auf Seiten der Kinder stehen, sondern sich aktiv und parteiisch in die Bereiche der Eltern einmischen - denen möchte ich ans Herz legen, dass sie ihre Rolle nochmal neu überdenken und sich darauf besinnen, wo ihr Platz in der jeweils vorliegenden Konstellation ist.

In einer Patchworkfamilie hat jeder seinen Platz - genau wie in einer "klassischen" Familie auch. Nur sind diese Rollen in den Patchworkfamilien nicht so genau definiert und somit kommt es immer wieder vor, dass einer seine Grenzen überschreitet. Das führt immer zu Stress.

Wünsche euch allen, dass ihr für eure Kinder und Stiefkinder so gut wie möglich da sein könnt!

lg
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« Antwort #5 am: 16. Januar 2014, 10:32:50 »

Es ist schön, wie du das mal erklärt hast. Ich glaube vielen ist das gar nicht bewusst. Als Stiefvater ist es meist nicht anders. Jedenfalls, was die Beschimpfungen des Kindes angeht. Es ist nicht leicht und zeugt von wahrer Liebe, dass man das durchsteht.
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Merlot
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« Antwort #6 am: 17. Januar 2014, 09:24:05 »

Meine Hochachtung vor deinem Beitrag, liebe vj. Ich wünsche, damals wäre jemand da gewesen zum Austausch über die Situation als Zweitmutter. Es war eine sehr anstrengende Zeit; zumal ja meine Tochter auch bei uns lebte. Mein Partner entschied dann eigenständig, dass sein Sohn nun die Wahl hat, zu uns zu kommen. Der Auslöser waren Probleme mit seiner Mutter und in der Schule. Wir kannten uns von den Wochenenden und ich wusste da schon, dass es nicht einfach wird. Ich mochte p. doch die jahrelangen Streitereien zwischen seinen Eltern hatten ihre Spuren hinterlassen. So war ich plötzlich "Stiefmutter" und hatte viele Fragen.  Obwohl das nun hinter mir liegt tut es doch gut, das zu lesen. Ich kann das wirklich gut verstehen
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« Antwort #7 am: 17. Januar 2014, 09:43:51 »

Hi Merlot,

Danke für deine Worte.

Ja, diese Dinge hinterlassen sehr tiefe Spuren bei den betroffenen Kindern - Spuren, die sich dann oft erst Jahre später auswirken.

Wir "Zweiteltern" müssen dann all das ausbaden, was die leiblichen Eltern (einer oder beide) "verbockt" haben.
Und die Kids leiden oft ein Leben lang darunter...

lg
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« Antwort #8 am: 17. Januar 2014, 10:58:08 »

Das hast du sehr schön dargelegt, ganz herzlichen Dank, vj!  thumbup
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LG - Life´s good, meistens!  ;)
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« Antwort #9 am: 17. Januar 2014, 23:30:18 »

Liebe vj,
danke für deine offenen Worte.
Ja, diese Dinge hinterlassen sehr tiefe Spuren bei den betroffenen Kindern - Spuren, die sich dann oft erst Jahre später auswirken.

Wir "Zweiteltern" müssen dann all das ausbaden, was die leiblichen Eltern (einer oder beide) "verbockt" haben.
Und die Kids leiden oft ein Leben lang darunter...
Genauso habe ich es damals als Ziehmutter von zwei Kindern auch erlebt.

LG  Biggi
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Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
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« Antwort #10 am: 22. Januar 2014, 12:30:59 »

Es gibt ja viele Zweitmütter, die sich mit dieser Situation auseinander setzen müssen. Damals hätte ich gern Ansprechpartnerinnen gehabt. Es hätte mir wohl schon geholfen, die Situation, so wie hier jetzt, zu reflektieren. Ich war ja auch nicht perfekt mit allem. Allerdings: Das Ausweichen meines Partners hat mich oft ziemlich dumm dastehen lassen. Er liebte seinen Sohn. Aber irgendwo wollte er auch der Mutter des Jungen eins auswischen. Das hat der natürlich gespürt und es hat ihn belastet... Ja, das alles hinterlässt Spuren. Aber, ehrlich, außer Familientherapie fällt mir auch heute nicht ein, was uns damals geholfen hätte. Deshalb finde ich den Austausch hier so gut.
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Spartaner
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« Antwort #11 am: 22. Januar 2014, 13:34:45 »

Ich persönlich habe ein völlig informelles Verhältnis zu menschlichen Angelegenheiten. Für mich ist die Familien als Institution an sich auch nicht so wichtig, weil ich aus eigener Erfahrung und aus den Berichten vieler Menschen, die ich kenne, weiß, dass es nur darauf ankommt, dass man sich mag, sei es nun die eigene Mutter/der eigene Vater oder ein anderer Mensch, der später in das Leben tritt. Und ich finde, das klappt sehr gut, denn die Menschen haben das Bedürfnis nach anderen Menschen. So einfach sehe ich das.
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« Antwort #12 am: 12. August 2014, 08:51:11 »

Ich denke, dass du es völlig richtig siehst spartaner. Kann aus eigener Erfahrung nur bestätigen!
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Dagmar
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« Antwort #13 am: 06. Juni 2016, 16:45:47 »

Danke für den geteilten Text. In deinen Worten finde ich mich selbst wieder und endlich erzählt mal jemand, wie wir uns als "Zweitmütter" fühlen. Oft werden wir komisch angesehen, weil wir uns, um ein fremdes Kind kümmern, aber die Kritiker verstehen nicht, dass es egal ist, ob man dieses Kind geboren hat oder nicht, dass ändert doch nichts an den Gefühlen, die wir für diese Kinder empfinden. Eine Blutlinie entscheidet nicht darüber.
Mein Mann hat einen kleinen Sohn mit in die Beziehung gebracht und sicher hatte ich zum Anfang Angst, wie der Kleine mich aufnehmen würde,ob er mich akzeptieren kann. Doch schnell habe ich gemerkt, dass ich mir zu viele Sorgen gemacht habe, was ich gar nicht hätte machen müssen. Nun sind wir seit sieben Jahren verheiratet und eine glückliche Familie.
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