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Autor Thema: Kindesmutter sucht weiterhin Streit - wie kann ich dem entgehen?  (Gelesen 34042 mal)
brille007
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« Antwort #25 am: 03. Februar 2014, 13:05:15 »

Moin karlson,

Der Streitwert (und damit seine Kohle) ist doch lächerlich gering.
Als Anwalt würde ich da einen großen Bogen machen; ich arbeite nicht in diesem Metier, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er bei dieser Klage zu einer vernünftigen Gewinnmarge kommt.
aus der Ferne kann man nur spekulieren. Das wird Dich nicht davon entbinden, das Risiko selbst abzuschätzen und eine eigene Entscheidung pro oder contra Klage zu treffen. Am Ende gibt's keine "Gerechtigkeit", sondern einfach ein Urteil.

Dass der AG die Fahrtkosten übernimmt, kann ich nachweisen.
Dazu gibt es eindeutige Regelungen, die für die Öffentlichkeit einsehbar sind.
wenn Du nicht genau denselben Arbeitgeber hast, das kannst Du ziemlich sicher NICHT, zumindest nicht gerichtsfest. Irgendwelche "Beweise" die Du eigentlich nicht haben dürftest, wird kein Gericht anerkennen. Und aus der öffentlichen Einsehbarkeit von irgendwas wird es nicht den Schluss ziehen, dass das bei Deiner Ex genauso gehandhabt wird. Über die Unwirksamkeit von "weiss doch jeder!" wundern sich Scheidungsparteien auch immer wieder, wenn sie versuchen, Schwarzgeld-Einkünfte in irgendwelche Unterhaltsberechnungen einzuführen; am Ende noch damit, dass sie den steuervermeidenden Auftraggeber als Zeugen aufführen.

Was Dein RA beantragen kann sind die vollständigen (!) Einkommensbelege Deiner Ex der vergangenen 12 Monate (also nicht nur einen oder zwei mit der lapidaren Erläuterung "die anderen sind genauso"): Deren Inhalt wird in der Regel als "wahr" unterstellt. Was dort nicht drinsteht (zum Beispiel Fahrtkostenerstattung) gilt als nicht existent.

Grüssles
Martin
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karlson69
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« Antwort #26 am: 03. Februar 2014, 13:16:19 »

Meine EX arbeitet im öffentlichen Dienst.
Die Besoldungsregelungen sind an dieser Stelle eindeutig und für jedermann/frau einsehbar.
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brille007
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« Antwort #27 am: 03. Februar 2014, 13:29:50 »

Moin karlson,

Meine EX arbeitet im öffentlichen Dienst.
Die Besoldungsregelungen sind an dieser Stelle eindeutig und für jedermann/frau einsehbar.
nochmal: Das mag DIR logisch und stringent erscheinen. Das Familiengericht erhebt aber keinen Beweis über die üblichen Besoldungsregelungen oder gängige Fahrkostenerstattung im öffentlichen Dienst und ihre Interpretation; es schaut sich vorgelegte Einkommensunterlagen an - fertig. Was da nicht steht, gilt einkommenstechnisch als nicht existent. Deshalb ja mein o. a. Vergleich mit der Schwarzarbeit: Selbst wenn Du dem Gericht einen Zeugen aufdrängen würdest, der bestätigen wollte, dass Deine Ex nebenbei noch steuerfrei irgendwo putzt und dabei jeden Monat schwarz noch einen Extra-Tausender verdient - nobody cares.

Grüssles
Martin
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jensB
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« Antwort #28 am: 03. Februar 2014, 13:32:49 »

Moin,

Meine EX arbeitet im öffentlichen Dienst.
Die Besoldungsregelungen sind an dieser Stelle eindeutig und für jedermann/frau einsehbar.

Das ist doch fein, nutzt aber nix.
Die Rechengrundlage liefert Dir Deine Ex in Form von Gehaltsnachweisen. Diese Beträge gelten, und nicht die, die öffentlich einsehbar sind.

Über die Erstattung oder anteilige Übernahme von Fahrtkosten läßt sich der TVöD meines Wissens nicht aus!

Grüsse!
JB
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Diskutiere nicht mit Idioten -
Sie ziehen Dich auf ihr Niveau und schlagen Dich dort mit Erfahrung!
karlson69
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« Antwort #29 am: 03. Februar 2014, 16:44:00 »

ok, das müsst Ihr mir nochmal erklären, als ob ich fünf Jahre alt wäre.

Vielleicht an diesem Beispiel:

Ein Mann, unterhaltspflichtig ggü. zwei Kindern, fängt als Referendar an einer Schule an.
Die Schule liegt an seinem Wohnort A.
Aufgrund seines Referendariats ist er verpflichtet, einmal wöchentlich in die Stadt B zu fahren, um dort selbst noch theoretischen Unterricht zu erhalten.
Die Fahrten dorthin werden ihm erstattet, das ist in der Besoldungsregelung für Anwärter für den Staatsdienst beschrieben, wird aber von dem Institut, welches den theoretischen Unterricht in B anbietet, ebenfalls in einem Merkblatt erwähnt.

Das JA wendet sich nun an den Mann und bittet ihn zwecks Festsetzung des KU, seine Einkommenssituation anzugeben.
Der Mann gibt für die Fahrten in die Stadt B Kosten in Höhe von 400.- Euro an, die sein Einkommen derartig reduzieren, dass er nicht mehr leistungspflichtig ist, obwohl diese Kosten eigentlich nicht existent sind.

Verstehe ich Euch richtig, dass Ihr meint, dass es in dieser Situation keine weiteren, kritischen Nachfragen bzgl. der Fahrtkosten geben wird, auch wenn der Hinweis im Raume steht, dass diese Fahrtkosten das Einkommen nicht schmälern können, weil sie erstattet werden?

Gruß, karlson

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brille007
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« Antwort #30 am: 03. Februar 2014, 17:19:54 »

Moin karlson,

es ist viel einfacher: Diese Fahrtkosten tauchen entweder mit entsprechendem Text auf der Lohn-/Gehaltsabrechnung auf - oder sie sind unterhaltstechnisch nicht existent. Gilt auch dann, wenn Deine Ex beispielsweise zu ihrem AG sagt "gib's mir bar gegen Quittung". Letzteres kannst Du nicht gerichtsfest beweisen; dann kann  Deine Ex sagen "20 Arbeitstage pro Monat mal x Kilometer ergibt in Summe 400 EUR Fahrtkosten". Gilt auch dann, wenn Du mal gesehen hast, dass sie gar nicht selbst fährt. Ein Familiengericht könnte lediglich sagen, dass es nur die Kosten eines ÖPNV-Tickets einkommensmindernd anerkennt, um wenigstens den Mindestunterhalt sicherzustellen. Ob es das tut, erfährst Du nur, wenn Du es ausprobierst.

Familiengerichte befassen sich nicht mit den Feinheiten von Besoldungsordnungen, sondern nur mit Geld, das - zweckgebunden und dokumentierbar - fliesst (oder eben nicht fliesst). Mit irgendwelchen Dingen von der Sorte "das weiss man doch!", "das kann man aber in XYZ nachlesen" oder "hier ist die Gehaltsbescheinigung einer gleichaltrigen Kollegin" wirst Du eine Bauchlandung erleiden, weil das unterhaltsrechtlich alles nicht relevant ist.

Grüssles
Martin
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Kasper
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« Antwort #31 am: 03. Februar 2014, 23:31:35 »

Vergleich mit der Schwarzarbeit: Selbst wenn Du dem Gericht einen Zeugen aufdrängen würdest, der bestätigen wollte, dass Deine Ex nebenbei noch steuerfrei irgendwo putzt und dabei jeden Monat schwarz noch einen Extra-Tausender verdient - nobody cares.
Sorry, Martin,
eine schwache Behauptung!
Hier gibt es mehrere Möglichkeiten:
1) der berühmte §170 ... diese Maßstäbe sind wesentlich andere, zumal das Familiengericht hier ... wie? Richtig, von außen zuschaut.
2) PKH/VKH - Sprich Prozessbetrug - vorliegt. Einkommensverschweigung ist ein Betrug, der geahndet wird.
3) Das Einkommen muss - laut gängiger Rechtssprechung - das dreifache überschreiten, damit ein Betreuungselternteil auch Barunterhaltspflichtiger Elternteil wird. Bis dahin obliegt auch der Mutter eine sog. Erwerbsobliegenheitspflicht zu, die eine Nebentätigkeit durchaus nützlich erscheinen lassen.
4) diese Möglichkeit muss ich leider noch für mich behalten, da diese noch für mich wichtig werden kann ... Aber es gibt "Türen" die man nutzen kann ;-)

Gruß
Kasper
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Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
karlson69
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« Antwort #32 am: 16. Februar 2014, 14:21:44 »

Neuigkeiten  bzgl. Klageerhebung wg. Forderung nachträglicher Mehrbedarf:

Nach Absprache hat mein Anwalt dem Amtsgericht folgende Antwort zugesandt:

Antrag wird von uns kostenpflichtig zurückgewiesen, weil

- der nachträglich geforderte Unterhalt den Kindern zusteht. Da die Kinder jedoch im Haushalt des KV leben (und somit dieser KU-berechtigt ist), ist die KM nicht aktiv für die Forderung legitimiert
- der KV zwar eine Zusage zur Kostenbeteiligung gemacht hatte, aber diese an Bedingungen geknüpft hatte. Die Bedingungen wurden aber nie verhandelt. Die KM fordert nun eine 50%-Aufteilung ohne Berücksichtigung von Bedingungen
- der nachträgliche Unterhaltsanspruch aufgrund des Zeitmomentes verjährt ist
- der KV nachweislich nicht leistungsfähig war (Aufstockung des KUs hätte zu einer Absenkung des EU wg. SB geführt)

Das Schreiben sollte am 10. oder 11.02 ´rausgegangen sein.

Ein paar Tage später erhalte ich ein Schreiben vom Amtsgericht, datiert auf den 12.02.14 mit folgendem Inhalt:

Termin zur Güteverhandlung und zur mündlichen Verhandlung

Für das vorliegende Verfahren besteht Anwaltszwang. Nur ein Rechtsanwalt kann wirksam Verfahrenserklärungen abgeben. Handlungen, die ein Beteiligter selbst vornimmt, sind verfahrensrechtlich unwirksam. Der Antragsgegner wird daher aufgefordert, einen Rechtsanwalt zu bestellen.


Meine Fragen an Euch dazu:

- Wie kann es sein, dass das Amtsgericht offensichtlich nicht mitbekommen hat, dass ich seit Jahren durch einen RA vertreten werde?
  Muss ich davon ausgehen, dass mein Anwalt Fristen nicht eingehalten hat?
- Meine Ex hatte PKH beantragt, der ich widersprochen hatte. Hätte ich nicht erfahren müssen, wie das Amtsgericht entschieden hatte?
- Warum besteht Anwaltspflicht? Ich fühle  mich regelrecht entmündigt, wenn es nicht möglich ist, unmittelbar an dem Geschehen teilzunehmen!
- Es gibt m.E. genügend Gründe, die gegen die nachträgliche Unterhaltsforderung meiner Ex sprechen, insbesondere die Tatsache, dass ich definitiv nicht leistungsfähig war. Ein Vergleich, der wohl häufig am Ende einer Güteverhandlung steht, wäre bei meiner vermeintlich komfortablen Ausgangssituation ein GAU. Kann ich schon im Vorfeld erklären, dass ich keinen Vergleich eingehen werde?

Danke für Eure Antworten...

karlson
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Malachit
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« Antwort #33 am: 16. Februar 2014, 18:44:51 »

Hallo Karlson,

so zeitlich nahe wie die Ereignisse beieinander liegen, vermute ich hier im ersten Moment mal keine böse Absichten oder Versäumnisse der einen oder anderen Seite, sondern dass der Versand der Schreiben durch deinen Anwalt bzw. durch das Gericht sich überschnitten haben. Sicherheitshalber solltest du aber nochmal bei deinem Anwalt rückfragen (und ggf. wohl besser auch beim Gericht, nämlich für den Fall, dass dir dein eigener Anwalt die Geschichte vom Pferd erzählt hat).


Ach so, und diese Frage kann ich natürlich beantworten:

- Warum besteht Anwaltspflicht?

Das war ein "Abschiedsgeschenk auf anderer Leute Kosten", das die unerträgliche Brigitte Zypries (SPD) ihren Anwaltskollegen zugeschustert hat, nämlich kurz bevor sie als Justizministerin ihre Koffer gepackt hat.

Viele liebe Grüße,

Malachit.
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Der Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie besteht darin, ob das Volk vor der Regierung Angst hat, oder die Regierung vor dem Volke.
Mux
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« Antwort #34 am: 17. Februar 2014, 10:34:13 »

- Es gibt m.E. genügend Gründe, die gegen die nachträgliche Unterhaltsforderung meiner Ex sprechen, insbesondere die Tatsache, dass ich definitiv nicht leistungsfähig war. Ein Vergleich, der wohl häufig am Ende einer Güteverhandlung steht, wäre bei meiner vermeintlich komfortablen Ausgangssituation ein GAU. Kann ich schon im Vorfeld erklären, dass ich keinen Vergleich eingehen werde?

Wer soll Dich daran hindern, durch Deinen Anwalt dem Gericht Deine Kompromisslosigkeit mitteilen zu lassen? Ist das aber klug? Vermutlich nicht. Die Richter sind i.d.R. sehr darauf bedacht zu einem Vergleich zu kommen, der ist schwer anfechtbar und erspart eine berufungsfeste Begründung. Du solltest Dich hier eher auf die Verhandlung vorbereiten und verschiedene Szenarien durchspielen. Und Deine Gründe überzeugend vortragen. Im Famielenrecht ist nichts zu eindeutig wie es scheint. Einen Vergleich muss Du allerdings aktiv zustimmen, Dich kann niemand dazu zwingen, zuzustimmen, wenn Du nicht einverstanden bist, ggf. verärgerst Du den Richter, damit musst Du dann leben.

Insofern würde ich versuchen, zu überlegen, wo man geschickt Zugeständnisse machen kannst und wo nicht, um so Verhandlungsbereitschaft zu demonstireren.  Im Vorfeld den Hammer auszupacken und zu sagen: "Ich lasse nicht mir mir reden!" gehört nicht dazu. Egal wie sehr Du Dich im Recht wähnst.

LG,
Mux 
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AnnaSophie
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« Antwort #35 am: 17. Februar 2014, 10:47:17 »

Hallo,

hast du jemals eine Rechnung von dem Mehrbedarf gesehen?

Ich würde nicht zu Beginn der Verhandlung erklären, dass ich keinen Vergleich möchte, sondern mir erst mal anhören, was der Richter sich überlegt hat.

Allerdings würde ich dort darauf hinweisen, dass du damals ein Einkommen von X, Unterhalt 2xy und EU in Höhe von Z gezahlt hast. Entsprechend war dein verfügbares Einkommen für Mehrbedarf unter Berücksichtigung des Selbstbehaltes max. A

Und da dieser Mehrbedarf nie weiter thematisiert worden ist, als du eine grundsätzliche Bereitschaft erklärt hast, bist du davon ausgegangen, dass dieser ohne deine finanzielle Beteiligung abgehandelt wurde.

Heute leben beide Kinder bei dir und die KM ist trotz abgeschlossenem Studium und Anstellung nicht in der Lage auch nur einen Teil des Kindesunterhaltes zu leisten oder auch nur die Umgangsfahrtkosten. Insofern liegt die finanzielle Hauptlast heute wieder allein bei dir und deshalb bist du nicht in der Lage diesen Mehrbedarf aus 2010 auch nur mit einer geringen Summe zu bedienen, es sei denn die KM wäre bereit Unterhalt zu zahlen oder aber zumindest die Fahrtkosten der Kinder zum Umgang, die monatlich ca. xxx € betragen.


Sophie
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« Antwort #36 am: 17. Februar 2014, 10:55:28 »

Hallo Mux,

bin Newbie, was Gerichtsverfahren angeht.
Welche Strategie richtig ist, entzieht sich meinem Erfahrungshorizont, deswegen nehme ich Deine Hinweise sehr ernst.

Bei einem Vergleich stellen sich mir die Nackenhaare einzeln auf.
Das wäre ungefähr so, als wenn mich ein Fremder auf der Strasse anquatscht und behauptet, ich schulde ihm 1000.- Euro.
Und der Vergleich wäre dann, dass ich ihm 500.- zahlen würde...

In diesem Beispiel könnte ich wahrscheinlich sehr leicht seine Forderung widerlegen - bei einer armen, kranken, sorge- und verantwortungsvollen Alleinerziehenden, die nur das Beste für ihre Kinder will, würde mir das als reicher, verantwortungsloser, sich aus dem Staub gemachter und an seinen Kindern total desinteressierter **tsts - ID 28** wohl viel schwerer fallen... zumindest, wenn man sich so gängige Urteilspraxis deutscher Familiengerichte anschaut.

Gruß, karlson
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« Antwort #37 am: 17. Februar 2014, 11:05:45 »

Hallo Sophie,

die Betreuungskosten werden von der KM übernommen... wenigstens etwas.

Den ausstehenden KU von 2013 (den die KM mit Hinweis auf SB ihrerseits noch nicht gezahlt hat) als Verhandlungsmasse anzusehen, wäre auch noch eine Idee.
Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass der KM-Beraterstab genau das beabsichtigt; quasi eine unrealistische Forderung zu stellen, um meiner möglichen Forderung damit entgegenzutreten.

Das würde wenigstens erklären, dass die KM nicht paranoid ist, sondern eine taktisch beachtenswerte Strategie fährt, um sich vor weiteren Unterhaltszahlungen drücken zu können.

LG, karlson
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brille007
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« Antwort #38 am: 17. Februar 2014, 11:08:42 »

Moin karlson,

bin Newbie, was Gerichtsverfahren angeht.

unter diesen Vorausetzungen ist das
- Warum besteht Anwaltspflicht? Ich fühle  mich regelrecht entmündigt, wenn es nicht möglich ist, unmittelbar an dem Geschehen teilzunehmen!
keine gute Idee. Du würdest ohne profunde Sachkenntnis ja auch keinen Blinddarm selbst entfernen oder die Zylinderkopfdichtung Deines Autos wechseln, nur weil Du der Ansicht bist, Du hättest ein Recht auf eine unmittelbare Teilnahme am Geschehen.

Und wie @Mux bereits zutreffen geschrieben hat: Es wäre wirklich keine gute Idee, vor Gericht den Querulanten zu geben oder die Spielregeln der Prozessordnung diskutieren zu wollen; dabei ziehst Du mit Sicherheit den kürzeren.

Grüssles
Martin
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« Antwort #39 am: 17. Februar 2014, 11:30:06 »

Hey Martin,

völlig klar! Es wäre auch nicht mein Ziel gewesen, die Verhandlungsführung zu übernehmen.

Ich habe einfach nur etwas dagegen, dass ich verpflichtet bin, dem Verfahren beizuwohnen, aber meine Originalmeinung nicht verfahrenswirksam ist.
Und angenommen, ich hätte den Mut des Ahnungslosen und wollte mich selbst "verteidigen", oder ich hätte tatsächlich profunde, juristische Kenntnisse, dann empfände ich (tatächlich: ich empfinde) es als Unding, dass mir als mündiger, deutscher Staatsbürger das Recht genommen wird, mit eigener Stimme zu sprechen.

Das am Ende nur Murks herauskommen kann, ist dann ein Risiko, das man vorher abwägen sollte. Das prinzipielle Recht auf eigene Stellungnahme im O-Ton halte ich aber für immanent.

Ich glaube nicht, dass das Procedere, einen RA einbeziehen zu müssen, eine Verhandlung geschmeidiger ablaufen lässt, es ist m.M.n. vielmehr der gelungene Versuch, den Futtertrog unserer RA-Kaste etwas größer zu dengeln.

Grüße, karlson
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« Antwort #40 am: 17. Februar 2014, 12:04:59 »

Moin karlson,

Ich habe einfach nur etwas dagegen, dass ich verpflichtet bin, dem Verfahren beizuwohnen, aber meine Originalmeinung nicht verfahrenswirksam ist.
Das ist ja auch nicht der Fall. Obwohl es prozesstaktisch tatsächlich oft angebrachter ist, wenn ein kühler Profi das Wort führt und nicht die emotional aufgeladenen Streitparteien. Aber selbstverständlich kannst Du Dich auch MIT Anwalt zu Wort melden, wenn das angebracht ist.

Und angenommen, ich hätte den Mut des Ahnungslosen und wollte mich selbst "verteidigen", oder ich hätte tatsächlich profunde, juristische Kenntnisse, dann empfände ich (tatächlich: ich empfinde) es als Unding, dass mir als mündiger, deutscher Staatsbürger das Recht genommen wird, mit eigener Stimme zu sprechen.
Es gibt auch Leute, die der Ansicht sind, sie würden ihr Auto in- und auswendig kennen. Trotzdem erspart ihnen das nicht die regelmässige Überprüfung durch den TÜV.

Ich persönlich finde Anwaltspflicht vor Gericht nicht grundsätzlich verkehrt: Zum einen kennen die die Spielregeln und Formalien; zum anderen bremst es die Prozesswut. Als Richter würde ich mich jedenfalls nicht täglich mit "hab ich nicht gewusst" oder "hat mir keiner gesagt" herumschlagen wollen, wenn Amateure irgendwelche Unterlagen nicht oder nicht rechtzeitig oder in der falschen Form vorgelegt und Anträge falsch gestellt haben. Jura ist nichts für Hobbyisten; deshalb muss man es ja auch studieren.

Ich glaube nicht, dass das Procedere, einen RA einbeziehen zu müssen, eine Verhandlung geschmeidiger ablaufen lässt, es ist m.M.n. vielmehr der gelungene Versuch, den Futtertrog unserer RA-Kaste etwas größer zu dengeln.
Das hat - siehe oben - in den meisten Fällen schon gute Gründe. Und gilt auch fernab der Justiz: Schon mal versucht, den eigenen Schornstein zu fegen oder die eigene Elektrik ans Stromnetz anzuschliessen?

Grüssles
Martin
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« Antwort #41 am: 17. Februar 2014, 12:18:31 »

@karlsson

Überleg dir vorher - möglichst zusammen mit deinem Anwalt - wo deine Schmerzgrenze ist. Diese sollte in einem Vergleich nicht berührt werden. Ansonsten könntest du ja auch ein Urteil kassieren.

Was deine Bedenken mit dem Unterhalt für die Kinder angeht: der BGH ging in seinem Urteil davon aus, dass bei einem mehr als dreifachen Einkommen der Barunterhalt für den barunterhaltspflichtigen Elternteil komplett entfällt. Ansonsten würde es eher eine Qoutelung geben. Und vielleicht könnt ihr das bei dieser Verhandlung ja mit aufnehmen lassen, dass die KM jetzt zumindest teilweise Unterhalt für das minderjährige Kind zahlen muss.

Sophie
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« Antwort #42 am: 17. Februar 2014, 13:44:38 »

Hallo Martin,

Aber selbstverständlich kannst Du Dich auch MIT Anwalt zu Wort melden, wenn das angebracht ist.

Das hatte ich ja nicht bestritten. Ich sprach von Originalmeinung. Wenn ich über meinen Anwalt kommuniziere, spiele ich stille Post - da geht dann was verloren (und wenn es meine Emotionen sind).

Es gibt auch Leute, die der Ansicht sind, sie würden ihr Auto in- und auswendig kennen. Trotzdem erspart ihnen das nicht die regelmässige Überprüfung durch den TÜV.
Gegenfrage: Lässt Du an der Tankstelle den Tankwart kommen, um den Reifendruck zu prüfen?
Es gibt Dinge, die man durchaus selbst regeln kann.
Ich habe meine Gartenhütte selbst aufgebaut, das Treppenhaus renoviert und die Kellerfenster selbst eingesetzt. Sogar meine EStE mach ich selbst, obwohl es Steuerberater gibt.

Das ist eine Frage der Komplexizität und fallabhängig. Die Konsequenzen sollte man natürlich überdenken. Aber ein grundsätzliches NEIN gegen Selbstvertretung halte ich für bedenklich.

Der vorliegende Fall ist juristisch beherrschbar (so meine laienhafte Einschätzung), sollte dem nicht so sein, plädiere ich zum Wohle aller für eine Optimierung bestehender Rechtsverfahrensweisen.

Aber was rede ich...

´nen bunten Gruß,
karlson

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« Antwort #43 am: 17. Februar 2014, 13:59:03 »

Moin karlson,

Das hatte ich ja nicht bestritten. Ich sprach von Originalmeinung. Wenn ich über meinen Anwalt kommuniziere, spiele ich stille Post - da geht dann was verloren (und wenn es meine Emotionen sind).
dann überschätzt Du sowohl "Originalmeinung" als auch "Emotionen" in Gerichtsverfahren - auf beides kommt es nicht wesentlich an.

Gegenfrage: Lässt Du an der Tankstelle den Tankwart kommen, um den Reifendruck zu prüfen?
Es gibt Dinge, die man durchaus selbst regeln kann.
Ich habe meine Gartenhütte selbst aufgebaut, das Treppenhaus renoviert und die Kellerfenster selbst eingesetzt. Sogar meine EStE mach ich selbst, obwohl es Steuerberater gibt.
Wir leben in einem Land, das ungefähr 80 Millionen Bundestrainer und Bundeskanzler hat. Ein System wie die Justiz funktioniert - schlecht genug - mit ein paar formalen Standards. Wenn man die auch noch aufgibt, funktioniert es nicht besser; das Ergebnis ist dann vielmehr "Anarchie". Vor allem, nachdem die Mehrzahl der Bürger glaubt, es gäbe zum einen einen gesetzlich verbrieften Anspruch auf Gerechtigkeit und zum anderen eine einheitliche Rechtsprechung von Flensburg bis Füssen.

Das ist eine Frage der Komplexizität und fallabhängig. Die Konsequenzen sollte man natürlich überdenken. Aber ein grundsätzliches NEIN gegen Selbstvertretung halte ich für bedenklich.

Der vorliegende Fall ist juristisch beherrschbar (so meine laienhafte Einschätzung), sollte dem nicht so sein, plädiere ich zum Wohle aller für eine Optimierung bestehender Rechtsverfahrensweisen.
Es ist Dir ja unbenommen, für Deine Ansichten Mitstreiter zu suchen und sie an passender Stelle vorzutragen.

Grüssles
Martin
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« Antwort #44 am: 19. Februar 2014, 12:05:56 »

Moin Karlson,

Ich sprach von Originalmeinung. Wenn ich über meinen Anwalt kommuniziere, spiele ich stille Post - da geht dann was verloren (und wenn es meine Emotionen sind).
Deine Meinung darfst Du Deinem Anwalt erläutern.
Ihr könnt im Vorwege auch vereinbaren, dass Du ihn antickst, wenn Du etwas sagen möchtest.
Ggf. wird Dein Anwalt dann um eine kurze Beratungsunterbrechung bitten oder Dir signalisieren, dass Mund geschlossen halten, wichtig ist ...

Etwas vor Gericht - ohne einen anwaltlichen Kopfnicker - zu sagen, birgt immer ein Risiko.

Soviel Vertrauen zum Anwalt solltest Du haben, ansonsten ist es der falsche.

Gruß
United
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« Antwort #45 am: 27. März 2014, 11:49:05 »

Komisch. In den Verhandlungen (Sorgerecht, Unterhalt) haben meine hEXe und ich ganz klar mehr gesagt als unsere Anwälte.
Du hast eine völlig falsche Vorstellung von dem ganzen.

Aber auch Dir sage ich, was ich hier schon ein paar anderen gesagt habe: Wenn Du Dich vor Gericht so gibst wie hier, ziehst Du den Kürzeren. Beweis: Meine hEXe. Die hätte besser einen Maulkorb gehabt.
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« Antwort #46 am: 04. April 2014, 12:03:49 »

@ pseudonuem

Aber auch Dir sage ich, was ich hier schon ein paar anderen gesagt habe: Wenn Du Dich vor Gericht so gibst wie hier, ziehst Du den Kürzeren. Beweis: Meine hEXe. Die hätte besser einen Maulkorb gehabt.

Wie gebe ich mich denn, dass das den Groll eines Richters / einer Richterin provoziert?
Magst Du mir mal ein paar wertvolle Hinweise für "MustNots" geben?

Ich habe bisher noch an keiner Verhandlung aktiv teilgenommen (Ausnahme: Scheidung), deshalb bin ich für Tipps natürlich dankbar.
Andererseits glaube ich, dass auch ein Richter Verständnis dafür hat, dass eine Verhandlung emotional belastet und sich Teilnehmer entsprechend menschlich verhalten...

Gruß, karlson
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« Antwort #47 am: 04. April 2014, 12:31:43 »

Die anderen ausreden lassen. Egal was sie für einen Quatsch absondern.

Den Richter immer ausreden lassen (das schreibe ich absichtlich zweimal).

Die Gegenseite nicht angreifen. Nur sogenannte Fakten angreifen. Wenn der andere ausgeredet hat. Es ist besser, das letzte Wort zu haben.

Angriffe der Gegenseite (der kann nicht mit Geld umgehen, der guckt jedem Rock nach) ignorieren. Der Richter tut das auch. Er ignoriert es aber nicht, wenn Du Dich über sowas streiten willst. Das hilft dem Richter, gut und böse zu unterscheiden.

Nicht gleich alles Pulver verschießen. Man kann auch ganz am Ende der Verhandlung, in der man sich zwei Stunden über Lappalien gestritten hat und die Ex sich zu Deinem Lebenswandel geäußert hat noch ganz treudoof fragen, ob das nicht die falsche Stufe der DT ist. Wenn der Richter und der gegnerische Anwalt zum nächsten Termin müssen, ist vieles unstreitig, was vorher streitig gewesen sein könnte.
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