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vatersein.de - Forum 26. Mai 2012, 08:41:44 *
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Autor Thema: Umgang auf Biegen und Brechen?  (Gelesen 3758 mal)
AndreaDD
Gehört zum Inventar
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 1.533


« Antwort #25 am: 25. Januar 2005, 14:23:54 »

Hallo Nico

Zitat


Die Argumentation deines Mannes kenne ich auch. Das ist die Anfangszeit, in der Man(n) nicht so richtig weiß, wie es weiter gehen soll. Ich hab ähnlich gedacht und finde es auch heute noch ok, wenn sich solche Gedanken einschleichen und das Bewußtsein lenken.

Aber ich lese ein wenig heraus, dass es wohl jetzt in seinem Kopf anders tickt. Er hat den Weg zum Vater sein wieder neu gefunden. Dann ist doch der Umgang nicht mehr schwierig, oder? Dein Mann gehört damit nicht in die Kategorie "WillnichtVatersein".



Ja und nein. Der Zustand hielt bei meinem Exmann immerhin 2 Jahre an. Wenn ich ihn nicht davon überzeugt hätte, dass er da völlig falsch lag, würde er wohl heute noch denken, dass das so richtig ist.

Sandgren hat mit seiner "Sandkastentheorie" auch Recht. Teilweise kam ich mir auch vor, als ob ich ständig einen mit der Schüppe kriege, obwohl ich ihm gar nichts wollte. Alleine dass ICH das gesagt habe, war schon Kritik und Provokation. Es hat lange gedauert, bis er verstanden hat, dass ich ihm nicht meinen Willen aufzwingen wollte, sondern mich zum Sprachrohr der Kinder gemacht habe. Da erst ist der Knoten geplatzt.

Zitat


AJA muss ja um den Umgang förmlich kämpfen. Ob das so gut sein soll, wage ich zu bezweifeln!

 


Das schätze ich etwas anders ein. Der Vater würde ja gerne, wenn er könnte. Und das Problem liegt nicht bei AJA. Er steht sich selbst im Weg, da er psychisch krank ist. Wenn das überstanden ist, wird er sich sicher bei seinen Kindern (und AJA) melden.

Gruß
Andrea
Gespeichert

Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
Dalai Lama
Papa Nico
Nicht wegzudenken
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 763



« Antwort #26 am: 25. Januar 2005, 14:27:52 »

 
Zitat
Das schätze ich etwas anders ein. Der Vater würde ja gerne, wenn er könnte. Und das Problem liegt nicht bei AJA. Er steht sich selbst im Weg, da er psychisch krank ist. Wenn das überstanden ist, wird er sich sicher bei seinen Kindern (und AJA) melden.
Hab mich da ziemlich bekloppt ausdrückt  c  Sie will den Umgang und setzt sich dafür ein. Nur der Erfolg scheitert in ihrem Fall an der Zielperson selbst. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Zuerst muss er wieder mit sich klarkommen - dann geht's auch beim Umgang wieder vorwärts!

LG
Nico
Gespeichert

Der eine wartet, daß die Zeit sich wandelt.
Der andere packt sie kräftig an - Und handelt.
(Dante)
AJA
Frischling

Beiträge: 0


« Antwort #27 am: 25. Januar 2005, 17:47:02 »

Papa Nico,

ich denke die Beschreibung, die Andrea über ihren Ex abgegeben hat, trifft in weiten Teilen auch auf meinen Ex zu. Dass die Trennung für ihn der Hammer war, weiss ich. Wohl nicht die Trennung von mir, dafür sind vorher viel zu viele Dinge gelaufen bis hin zu der Tatsache, dass er der erste war, der schon Jahre vorher (noch bevor wir Kinder hatten) von Trennung gesprochen hat. Dass ich es irgendwann durchziehe hat er nie geglaubt. Er war sich meiner sicher, das hat er auch nachher des öfteren betont. Er hat dem Scheidungsantrag vor Gericht zweimal widersprochen, erst als ihm der Richter sagte, dass er die Ehe auch MIT seinem Einspruch scheiden würde und der Einspruch die Sache nur erheblich verteuern würde, hat er zugestimmt.
Nein, es ist wohl eher die Trennung von der Alltagssituation mit den Kindern. Bei Licht betrachtet hat er die Kinder nach der Trennung wesentlich häufiger, länger und vor allem intensiver gesehen als während der Ehe. Aber die Situation ist eben doch eine andere.

Das macht die Sache zwar erklärbar, aber noch nicht unbedingt verständlich. Trennungsschmerz und veränderte Alltagssituation hin oder her, aber müsste die Sehnsucht nach den Kindern nicht genug Kraft verleihen, darüber auch mal hinweg sehen zu können? Wie lange kann so etwas dauern? Auf diese Frage erwarte ich keine Antwort, die kann man nicht allgemeingültig sagen, ist mir klar. Schalter um und gut - solange wie eine Ehe dauerte, so lange dauert die Trennung - da reagiert sicher jeder anders.

Ich hatte auch schon die Idee, ob vielleicht gerade WEIL dieses letzte Treffen so harmonisch verlief - im Grunde das, was er sich schon einmal vorgestellt hatte - er jetzt wieder aus der Spur ist. Weil es halt, wenn überhaupt nicht mehr so wird, wie es war. Oder anders ausgedrückt, solche Treffen immer nur ein Ausnahmezustand sein werden, die mit der Normalität nichts mehr zu tun haben.

Sandgren -  
Zitat
:"ich lasse mich doch nicht fernsteuern,wann und ob ich meine kinder sehen will bestimme immer noch ich!"


Damit hast du wahrscheinlich genau den Nagel auf den Kopf getroffen. Aber er ist nicht nur von mir ferngesteuert. Auch von seiner Schwester und von seiner Anwältin. Lange Zeit gehörte auch die JA-Mitarbeiterin dazu. Er weiss das und leidet darunter.

 
Zitat
sage den kindern wenn sie nach dem KV fragen bitte nicht "der papa ist krank",
selbst wenn es so ist finde ich es unpassend und wenig diplomatisch von kindgerecht ganz zu schweigen.
warum bist du nicht ehrlich und sagst ihnen das du es selbst nicht weist?


Ich kann ihnen im Moment ehrlich sagen, dass ich nicht weiss, warum er sich nicht rührt. Ich kann ihnen aber nicht ehrlich sagen, dass er nicht krank sei. Mit nur "ich weiss es nicht" geben sie sich nicht mehr zufrieden. Kindgerecht ist eine schwierige Sache. Damals habe ich beim JA um Rat gebeten, was und wie ich es meinen Kindern sagen sollte. Spontane Antwort: die Wahrheit ist immer das Beste. Als ich dann zu bedenken gab, dass mein jüngstes Kind ja erst sechs Jahre alt sei, und die älteste mit damals noch nicht ganz elf auch noch nicht alles versteht, kamen dann Bedenken. Kindgerecht - ein Pauschalbegriff - erklären konnte ihn mir keiner so recht.

Anfang Februar habe ich jetzt mal endlich einen Termin bei der Erziehungsberatungsstelle. Mal sehen, was die dazu sagen.

Ich danke euch auf jeden Fall für euer Verständnis und auch konstruktive Kritik (sandgren *winke*).

Jetzt warte ich halt mal ab - meistens erledigen sich die Probleme oft schneller von selbst als man denkt. Und: ich arbeite daran, auch Schwebezustände auszuhalten  mad3

Gruß AJA
Gespeichert
AndreaDD
Gehört zum Inventar
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 1.533


« Antwort #28 am: 25. Januar 2005, 18:06:43 »

Zitat


Trennungsschmerz und veränderte Alltagssituation hin oder her, aber müsste die Sehnsucht nach den Kindern nicht genug Kraft verleihen, darüber auch mal hinweg sehen zu können? Wie lange kann so etwas dauern? Auf diese Frage erwarte ich keine Antwort, die kann man nicht allgemeingültig sagen, ist mir klar. Schalter um und gut - solange wie eine Ehe dauerte, so lange dauert die Trennung - da reagiert sicher jeder anders.



Hallo AJA,

nach Erklärung meines Exmannes war die Sehnsucht nach den Kindern heftig da. Er hat sie unterdrückt in dem Glauben, den Kindern damit etwas Gutes zu tun. Er hat nicht vermutet, dass sie auch so fühlen. Niemals wollte er seinen Kindern schaden.

Gruß
Andrea

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Dalai Lama
AJA
Frischling

Beiträge: 0


« Antwort #29 am: 25. Januar 2005, 18:31:25 »

Hallo Andrea,

ich wollte damit auch nichts Böses unterstellen. Ich weiss ja auch, wie gross die Sehnsucht nach den Kindern ist und ich glaube nicht, dass er mit seiner Abwesenheit den Kindern "etwas Gutes" tun möchte. Was ich meinte war: kann denn eine so große Sehnsucht nicht etwas mehr KRAFT verleihen, um so ein Loch zu überwinden? Offenbar ist das Loch einfach noch viel tiefer als ich dachte und wahrhaben wollte.

Gruß AJA
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