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vatersein.de - Forum 26. Mai 2012, 06:19:04 *
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Autor Thema: Eingetrübte Vaterfreuden - Meine Geschichte  (Gelesen 443 mal)
Padajan
Frischling

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3



« am: 16. Januar 2012, 23:15:44 »

Hallo zusammen!

Da ich mich gerade neu hier auf dieser Seite, diesem Forum angemeldet habe, möchte ich mich und meine Geschichte vorstellen. Ich versuche mich kurz zu fassen ;-)

Nachdem ich mich von meiner Exfreundin getrennt hatte, bzw. sie die Beziehung mehr oder weniger beendet hatte, habe ich erfahren, daß sie schwanger ist. In der 10. Woche. Wir waren nicht sehr lange zusammen. knapp 6 Monate, kannten uns aber aus Schulzeiten. Somit haben wir uns vor 18 Jahren kennengelernt. Kontakt war während all den Jahren allerdings nicht vorhanden. Aus dieser vermeintlichen Vertrautheit heraus, fanden wir letztendlich zusammen. Es ging alles sehr schnell. Anfangs bewunderte mich meine Exfreundin, und tat das groß kund. Im nachhinein stelle ich fest, daß sie wohl 2 Gesichter hat. Vom einen extrem ins andere, denn jetzt kann ich ihr wohl gar nichts mehr richtig und gut machen. Sie sei "generalgenervt" und wollte während der gesamten Schwangerschaft keinen Kontakt zu mir, versicherte mir aber , sie wolle und werde mir das Kind nicht vorenthalten.

Ich hab mich über die Nachricht Papa zu werden schon sehr gefreut, zumal ich mir das auch immer gewünscht hatte und ich dachte mir, wir werden das Kind schon schaukeln.

Immer mehr wurde ich aber hingehalten. Ich bekam keinerlei Informationen über den Verlauf der Schwangerschaft. Den einzigen gemeinsamen Besuch beim Frauenarzt am Anfang, hatte sie mir ja versprochen und gerade mal so eingelöst. Das Ultraschall Bild musste ich selbstverständlich bezahlen.

Nun ist mein Töchterchen letzten Donnerstag zur Welt gekommen und ich muss Euch nicht sagen wie stolz ich auf die kleine bin. Gott sei Dank ist sie gesund und munter.

Sie zu sehen, direkt nach der Geburt, musste ich mir in einem langen Telefonat erkämpfen. und wieder mal fühlte ich mich hingehalten.
Es ist sehr schwer sich in dem Moment größter Freude so hinzugeben wie man möchte, wenn man so behandelt wird, als Kindsvater. Das hat sie im übrigen nie bestritten.
Auch mit einem Vaterschaftstest war sie stets einverstanden.

Ich stehe voll und ganz zu meinem Kind, aber möchte mir natürlich der biologischen Vaterschaft sicher sein, bevor ich eine Anerkennung unterschreibe.
Hat jemand von Euch da Erfahrungen, was das ganze Prozedere angeht?

Was kann ich tun um meine Vaterrolle auch wirklich einnehmen zu können?
Wie weit ist man der Willkür der Kindsmutter ausgesetzt? (unehelicherweise)
Gibt es Chancen auf ein gemeinsames Sorgerecht, auch wenn die Kindsmutter nicht zustimmt?
Wie "ausgeliefert" ist man der Kindsmutter, wenn lediglich das Umgangsrecht besteht?

Fragen über Fragen und umso mehr ich mich mit diesen Themen beschäftige, desto weniger schein ich zu wissen, da doch die Gesetzeslage in meinen Augen etwas schwammig scheint!?

Vielen dank schon mal fürs lesen und vielleicht hat der ein oder andere ja einen oder mehrere Ideen für mich...
Liebe Grüße



Gespeichert
yamagotchi
Schon was gesagt
*
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 10


« Antwort #1 am: 17. Januar 2012, 02:00:52 »

Hallo Padajan,

erstmal Glückwunsch zum Vatersein!

Nun zu den Fragen:
Vaterschaftstest - Im Prinzip reicht ein Termin zu dritt beim Hausarzt, wo die Probe entnommen wird und dann an ein Labor Deiner Wahl abgeschickt werden kann. Nur so ist es gerichtsfest.
Sorgerecht - Ist Prinzip nicht mehr als ein Wisch Papier. Wenn die (getrennten) Eltern miteinander auskommen, dann braucht es das nicht unbedingt, wenn nicht hilft Dir auch das Sorgerecht erstmal nicht viel. Wenn Du das Sorgerecht hast kannst Du höchstens ein paar Extremfälle verhindern, wie z.B. den Umzug ins Ausland, oder die Freigabe zur Adoption. Alles andere wie z.B. hunderte Kilometer wegziehen, Umgasngsvereitelung, etc., gibt es mit und ohne Sorgerecht genauso. Du wirst Deine Tochter nicht öfter sehen können, nur weil Du das Sorgerecht hast. Allerdings schadet es nicht, das bei der Geburt einzufordern, geht seit dem Urteil des Verfassungsgericht letztes Jahr um einiges einfacher.

Wie weit ist man "ausgeliefert"?
Ich kenne persönlich einen Mann, der hat den Namen seines Vaters erst an dessen Todestag erfahren. Von seiner eigenen Mutter, die damit ihre "Rache" am Ex vollendet hat.

Stell Dich gut mit der Mutter, dann klappt es auch mit dem Vatersein. Such das Gespräch (und dafür würde ich mir richtig viel Zeit nehmen) und sprecht mal darüber, was die Erwartungen sind. Will sie überhaupt, dass Du eine aktive Vaterrolle übernimmst?
Ich meine, Ihr habt Euch bereits vor der Geburt getrennt, das ist eine andere Situation, als wenn man bereits eine Zeit lang als Familie zusammengelebt hat. Ich würde das ganz offen ansprechen, wie man sich verhalten will, z.B. was passiert wenn am Horizont jeweils ein neuer Partner auftaucht.  Sprecht Euch ganz offen aus, ohne Vorwürfe und Forderungen, einfach nur die Zukunftsvorstellungen.

Danach müsstet ihr herausgefunden haben, wieviel aktive Vaterrolle gut für Euch drei ist. Manchmal ist weniger sogar mehr.
Ich persönlich bin der Meinung, das es beim Umgang nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität ankommt. Du brauchst keine Angst zu haben, dass Du weniger Vater bist, wenn Du Dein Kind weniger oft siehst. Zum Beispiel stehen uns allen die Großeltern sehr sehr nahe, obwohl wir die meistens weniger oft sehen als unsere Arbeitskollegen oder Freunde. Du bist der Vater und das kann Dir keiner nehmen.
Wenn Sie sich so früh bereits zurückzieht, dann hat es bestimmt einen Grund, z.B. weil Sie so eine Chance auf einen Neuanfang sieht. Gib Ihr die.


Gruss,
yamagotchi, der an Schlaflosigkeit leidet
Gespeichert
Padajan
Frischling

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3



« Antwort #2 am: 17. Januar 2012, 11:27:31 »

Hallo Yamagotchi!

Erst mal vielen Dank für Deine Nachricht.
Das mit der Schlaflosigkeit haben wir wohl gemeinsam.

Ich denke Du hast da mit Sicherheit Recht. Es muß eine Aussprache geben. Das ist mit Der Kindsmutter jedoch scheinbar nicht so einfach, da sie ständig blockt. Ihre Worte passen nicht mit ihrem Handeln zusammen. Vielleicht ja doch noch hormonell bedingt.
Ich hab ihr stets meine Hilfe angeboten und sie wissen lassen, daß ich da bin.
Erzwingen kann und will ich sowas natürlich nicht.

Sie hat ja auch immer beteuert, daß sie mir die kleine nicht vorenthalten/wegnehmen will. Ich denke sie hat lediglich bedenken, daß ich mich zuviel einmischen könnte.

Aber eine Frage wäre da noch offen. Was hab ich für Möglichkeiten und Chancen auf meine Tochter bzw. mein Vatersein, wenn sie mich nun aus einer Laune herraus gar nicht erst als Vater angibt? Was hätte das zur Folge? (Für alle Beteiligten)
Trotz vieler Erkundigungen sehe ich mich doch etwas hilflos.

Danke schon mal im Vorraus
Liebe Grüße
Padajan
Gespeichert
diskurso
Nicht wegzudenken
****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 627


« Antwort #3 am: 17. Januar 2012, 12:10:51 »

Hallo Padajan,,

Sie hat ja auch immer beteuert, daß sie mir die kleine nicht vorenthalten/wegnehmen will.
Diese Phrase kennen fast alle Väter, die ausgegrenzt werden.
In der Regel hört mann dies: "ich möchte Dir das Kind ja nicht vorenthalten, aber ... ".
Natürlich muss das bei Dir nicht auch der Fall sein, jedoch deutet sich so etwas aus Deinem Beitrag schon an.
Lass der Mutter gerade so kurz nach der Geburt etwas Ruhe und bedränge sie nicht zu sehr.
Nach einigen Wochen allerdings würde ich da schon etwas konsequenter vorgehen - so Du das überhaupt möchtest.
Regelmäßige Kontakte zum Kind sind für den Aufbau einer stabilen Vater-Kind-Beziehung sehr wichtig.

Ich denke sie hat lediglich bedenken, daß ich mich zuviel einmischen könnte.
Du bist lediglich der andere Elternteil des Kindes, d.h. 50% der Idendität des Kindes.
Ein Kind braucht beide Elternteile für eine gesunde Entwicklung!

Was hab ich für Möglichkeiten und Chancen auf meine Tochter bzw. mein Vatersein, wenn sie mich nun aus einer Laune herraus gar nicht erst als Vater angibt?
Da damit nicht unerhebliche finanzielle Mittel verbunden sind, wird sie das wohl kaum tun.


Sorgerecht - Ist Prinzip nicht mehr als ein Wisch Papier.
Das sehe ich und viele Väter, die auch gerichtlich darum kämpfen aber ganz anders.
Wenn Herr Zaunegger das auch so oberflächlich gesehen hätte, gäbe es den Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes von 2010 erst gar nicht.

Will sie überhaupt, dass Du eine aktive Vaterrolle übernimmst?
Das ist keine Frage des Willens der KM, sondern das selbstverständliche Menschenrecht von sowohl dem Vater als auch dem Kind.
Wer schon bei der Geburt eine solche Frage stellt, unterwirft sich vorauseilend der Willkür der Mutter und ignoriert das Recht des Kindes auf beide Elternteile.

Danach müsstet ihr herausgefunden haben, wieviel aktive Vaterrolle gut für Euch drei ist. Manchmal ist weniger sogar mehr.
Ich persönlich bin der Meinung, das es beim Umgang nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität ankommt.
Genau diese Alibi-Behauptung hören regelmäßg viele Väter, die mit einer KindesbesitzerIn zu tun haben, auch die Helfermafia "argumentiert" mit diesem harrsträubenden Unfug.
Die Phrasen Quantität und Qualität (Begriffe, die eher in die Industrie gehören) werden sehr gern benutzt, wenn es darum geht, massive Behinderungen der Vater-Kind-Beziehung zu rechtfertigen.
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bagger1975
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Beiträge: 624


« Antwort #4 am: 17. Januar 2012, 13:16:15 »

Servus Padajan,

Deine Geschichte kommt mir z.T. bekannt vor. Sofern Deine Vaterschaft fest steht, folgendes:

@diskurso hat m.E. schon die ganz richtigen Punkte angesprochen, v.a. dass Deine Elternrolle (als Vater) für die KM grds. nicht disponibel ist und v.a. auch und gerade nicht die Beziehung zu (auch) Deinem Kind, welches ohne Abstriche vollen Anspruch auf unbelasteten Kontakt zu beiden(!) Elternteilen hat, was für eine gute Kindesentwicklung unerläßlich ist. Einer offensichtlichen Degradierung durch die KM zu einem bloßen "Erzeu..er" würde ich mich strikt widersetzen.

Zu einer verantwortungsvollen Elternschaft gehört m.E. dann auch das GSR, damit beide(!) Eltern im Sinne des Kindes die besten Entscheidungen treffen.

Nun ist Dein Kind ja noch recht klein und von daher ist enormes(!) Fingerspritzengefühl angesagt. Evtl. hat Deine KM auch "nur" unbegründete und diffuse Angst vor was auch immer (?).

Bevor es in dieser Situation gffs. durch Rechthaberei und Anspruchsdenken ggfs. zur Eskalation kommt empfiehlt sich die Insanspruchnahe professioneller Hilfe bei Dritten (ggfs. Mediation bei einem Familienhilfeverein), um durch moderierte Gespräche eine tragfähige Basis für Eure künftige Elternschaft zu erarbeiten, den Umgang und sonstige Fragen einvernehmlich zu klären und ggfs. verlorenes Vertauen aufzubauen bzw. vorstehendes einmal zu versuchen.

Die grundsätzliche Weichenstellung musst aber grds. Du treffen, d.h. willst Du es hinnehmen durch KM zu einem bloßen Zahlvater degradiert zu werden oder Deine Vaterrolle für das Kind aktiv leben.

Sofern Du diese Grundentscheidung getroffen hast solltest Du in vorstehendem Sinne aktiv werden, um Dich nicht dem bekannten Vorwurf mancher KM auszusetzen, Du würdest Dich angeblich nicht kümmern.

Ich will nicht verhehlen, dass dies alles ggfs. ein sehr steiniger Weg sein kann und enorm Kraft kosten kann, aber dafür gibt`s schon einmal dieses Forum, denn Vater-sein und Vater-sein-dürfen sind 2 Paar Stiefel. Auf letzte Variante sollte es bei Dir dann aber hinaus laufen. 

Viele Grüsse
« Letzte Änderung: 17. Januar 2012, 13:20:26 von bagger1975 » Gespeichert

Wer den Hafen nicht kennt, für den ist kein Wind günstig!*

*frei nach Seneca
Padajan
Frischling

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3



« Antwort #5 am: 17. Januar 2012, 22:19:40 »

Servus zusammen!
Es freut mich sehr, daß schon einige von Euch auf meine Geschichte hin geschrieben haben.
Und ich muss sagen, daß ich dadurch wirklich wieder ein Stückchen Mut und Zuversicht bekommen habe.
Vielen Dank soweit schon einmal dafür!

Ich werde mir alles noch einmal genauer durchsehen und mir meine Gedanken machen darüber.
Toll, daß es dieses Forum gibt!
Nachdem ich wie Yamagotchi an schlaflose Nächte verbringe zur Zeit, dürfte das kein Problem sein!

Liebe Grüße und bis bald
Padajan
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