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vatersein.de - Forum 26. Mai 2012, 05:02:06 *
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Autor Thema: Ein Teil meiner Geschichte...  (Gelesen 362 mal)
Thomas1981
Frischling

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1


« am: 02. Januar 2012, 23:00:58 »

Hallo.

Da meine *Geschichte* eigentlich Fragen zum Sorgerecht und Umgangsrecht beinhaltet, schreibe ich sie einfach hierrein.

Also, ich bin Vater eines sechsjährigen Sohnes. Mit der Mutter bin ich seit 2007 nicht mehr zusammen, wir haben nicht zusammen gewohnt und waren nicht verheiratet, kennen uns aber schon unser halbes Legen lang. Ich besitze nur das Umgangsrecht, welches wir aber in den ersten Jahren, nachdem wir getrennt waren, sehr locker umgesetzt hatten, da wir einen guten Kontakt pflegten. Dieserer lockerer Umgang war/ist auch nötig, da ich in der Altenpflege arbeite, und dort auch Schichten habe sowie sich Dienste schnell mal ändern können. Meist hatte ich ihn 2-3x pro Woche, manchmal mehr, manchmal weniger. Wir wohnen nicht weit von einander entfernt, somit habe ich ihn oft auch spontan holen können.

Das Problem das ich habe ist, dass sie immer wieder Phasen hat, in denen es extrem schwierig ist, mit ihr normal bezüglich des Kindes zu kommunizieren. Sie schafft ihn z.B. einfach mal nicht in den Kindergarten [ruft dort auch nicht an um ihn abzumelden], versäumt Artzttermine, kümmert sich nicht um wichtige Belange [ich habe 2 Jahre reden müssen ehe ein Besuch bei einen Ohrenarzt und einer daraus resultierend Logopädie aufgrund der schlechten Sprachentwicklung stattfand], fährt manchmal in der Weltgeschichte rum und ich stehe dann, wenn ich ihn zu ihr bringen möchte, vor verschlossener Tür [da geht er dann zu ihrer Mutter, obwohl sie mich darüber nicht informiert hat], gibt mir keine Krankenkassenkarte mit, ist in der Zeit, in der ich ihn habe, fast nie zu erreichen usw. Nur ein kleiner Anriss von Problemen die es immer mal wieder gibt. Wenn ich ihn dann mal aus dem Kindergarten hole kann ich mir meist eine Liste von Sachen anhören, die die Mutter betreffen [Bestimmte Dinge nicht bezahlt, ihn nicht abgemeldet, dann und dann war er nicht da, Vorschule versäumt etc] und wo die Erzieherinnen gezielt das Gespräch mit mir suchen. Ich hatte schon ewige Gespräche mit ihr, um ihr klar zu machen das ich gern über alle wichtigen Dinge die mein Kind betreffen informiert sein möchte. Dann klappt das mal ne Weile und dann bekomme ich wieder raus das sie mich entweder anlügt oder wieder irgendwelche anderen Dinge ablaufen. Hinzu kommt noch, das ich sehr unter der Trennung von meinem Kind leide, selbst wenn es mal nur 1 Tag ist. Das macht die ganze Sache für mich noch schwieriger. Heute war z.B. wieder ein Vorfall, das ich gebeten hatte ihn Nachmittag zu holen, über Nacht bei mir zu lassen und ihn morgen in den KiGa zu bringen. Da ich ab morgen 4 Tage Spätdienst habe, könnte ich ihn somit erst am Wochenende wiedersehen. Sie wollte aber heute was mit ihm unternehmen. Da habe ich gesagt das es nett wäre, wenn zumindest das Übernachten klappt, sie meinte, dass sie mir aber nicht sagen könnte wann das wird und das war das letzte was ich heute von ihr gehört habe. Weder wurde mir abgesagt, noch auf meine geschätzen 20 Anrufe/Nachrichten zum Abend hin reagiert.

Gern hätte ich das gemeinsame Sorgerecht um zumindest etwas Mitspracherecht zu haben [vor allem in Hinblick auf die Schule ab diesem Jahr]. Das habe ich auch schonmal bei ihr angesprochen aber das lehnt sie ab. Sie sagte mir wortwörtlich, da sie das Kind geboren hätte, hätte sie auch 10% mehr Aspruch... Kein Kommentar diesbezüglich. Des weiteren hätte ich gern eine feste Regelung zwecks des Abholens. Gibt es eine Möglichkeit dies nach Tagen pro Monat festzulegen? Das Problem ist halt mein Beruf und das "Frei" im Dienstplan am Anfang eines Monats nicht heißen muss, dass dieser freie Tag garantiert ist. Ich möchte ihn einfach gern so oft wie möglich sehen. Aber ich weis, das er seine Mutter sehr, sehr lieb hat und auch seine Schwester [aus ihrer vorherigen Beziehung, 9 Jahre alt] und diesbezüglich möchte ich natürlich auch so wenig wie möglich Unanehmlichkeiten haben [Ich denke das ich, wenn ich wöllte, durch die ganzen [auch dokumentierten] Vorfälle der letzten Jahre ihr sehr viel Ärger einbringen könnte]. Ich habe es jetzt 5 Jahre auf normalen Weg versucht, komme aber absolut an meine Grenzen [meine letzte Beziehung ist u.a. auch durch die ganzen Umstände mit der Kindesmutter gescheitert], psychisch sowie physisch.

Ich weis, das ist alles recht verzwickt und vielleicht auch verwirrend, aber möglicherweise kann mir jemand einen Tipp geben an wen ich mich am besten mit meinen Problemen wenden kann. Jugendamt oder Anwalt?

Schonmal danke im vorraus an die Interessierten, die sich meine Schilderung durchgelesen haben.

Thomas
Gespeichert
Malachit
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 2.262



« Antwort #1 am: 16. Januar 2012, 22:45:43 »

Hallo Thomas,

erst mal, ein nachträgliches "Herzlich Willkommen" hier.

Ich weis, das ist alles recht verzwickt und vielleicht auch verwirrend, aber möglicherweise kann mir jemand einen Tipp geben an wen ich mich am besten mit meinen Problemen wenden kann. Jugendamt oder Anwalt?

Das sind zwar schon die richtigen Ansprechpartner, und zwar in genau dieser Reihenfolge, wenn mit der KM keine Einigung zu erzielen ist. Allerdings, sowohl beim Jugendamt als auch beim Anwalt (bzw. später vor Gericht) sollte man schon vorher ziemlich genau wissen, was man will. Weißt du, was du willst? Wenn ich deinen Text durchlese, dann finde ich zwar ziemlich viele Dinge, die du nicht willst (vieles davon wohl aus gutem Grund), aber wenig, was konkret anders werden soll.

Gemeinsames Sorgerecht? Ist gegen den Willen der Mutter immer noch schwierig zu bekommen, wenn auch nicht mehr ganz unmöglich; aber lies dir bitte die entsprechenden Themen der vergangenen Monate unter "Sorgerecht" durch, bevor du diese Baustelle aufmachst. In der Praxis ist das gemeinsame Sorgerecht nämlich i.d.R. nicht ganz so viel wert, wie man mit dem gesunden Menschenverstand glauben würde.

Regelmäßiger Umgang? Hm, du erwähnst mehr als nur einmal, dass du das mit deinem derzeitigen Job nicht auf die Reihe bekommst ... wie soll also eine Elternvereinbarung zwischen dir und der KM aussehen, die ihr unter Vermittlung des Jugendamtes erarbeiten könntet, oder wie soll eine Umgangsregelung aussehen, die du von einem Familienrichter beschließen lassen möchtest? Was nicht funktionieren wird, ist ...

Heute war z.B. wieder ein Vorfall, das ich gebeten hatte ihn Nachmittag zu holen, über Nacht bei mir zu lassen und ihn morgen in den KiGa zu bringen. Da ich ab morgen 4 Tage Spätdienst habe, könnte ich ihn somit erst am Wochenende wiedersehen. Sie wollte aber heute was mit ihm unternehmen. Da habe ich gesagt das es nett wäre, wenn zumindest das Übernachten klappt, sie meinte, dass sie mir aber nicht sagen könnte wann das wird und das war das letzte was ich heute von ihr gehört habe.

... etwas in der Art von "Mama hat zu springen, sobald Papa die Umgangskarte zieht". Nee, das geht so nicht. Genau so, wie du die Umgangszeiten mit deinem Beruf unter einen Hut bekommen musst, muss auch die KM ein gewisses Maß an Planungssicherheit haben. Einfach wird das bei deinen Arbeitszeiten nicht.


Insofern lautet mein Rat, dass du dir (a) darüber klar wirst, was dein wichtigstes Ziel ist und (b) wie du, unter den geschilderten Randbedingungen, möglichst viel von diesem Ziel verwirklichen kannst. Und glasklare Ansage: Bei (a) wirst du unter anderem für dich selbst die Frage beantworten müssen, ob dir Beruf oder Kind wichtiger ist.

Wenn für dich der Beruf über dem Kind steht, dann wirst du dir für (b) überlegen müssen, wie du zu einer flexiblen, aber trotzdem halbwegs umfangreichen Umgangsregelung kommst; und so etwas ist wesentlich erfolgversprechender, wenn die KM ihren eigenen Vorteil darin erkennen kann und deshalb mitzieht, oder andersherum gesagt, Jugendämter und Gerichte sind da nur begrenzt hilfreich. Also müsstest du dir überlegen, wie du's ihr schmackhaft machen könntest. Ich nehme als Beispiel mal das Problem "Gesundheitsfürsorge", da könntest du versuchen, ungefähr so zu argumentieren: "Ach Ex-Schnuckipucki, ich weiß ja, dass diese ganzen Arztbesuche lästig sind und man oft nur Termine bekommt, die so gar nicht in den Tagesablauf passen. Allerdings, ich habe ja häufig Spätschicht - da könnte ich doch verstärkt diese Arztbesuche mit Junior machen!" Gerade bei regelmäßigen Terminen wie der Logopädie eine Möglichkeit, das Kind häufiger zu sehen. All dies natürlich unter der Annahme, dass du das dann tatsächlich mit deinem beruflichen Kalender in Übereinklang bringst (z.B. weil es für dich möglicherweise einfacher ist, deine Tagschicht mit einem Kollegen gegen seine Spätschicht zu tauschen, als andersherum).

Wenn hingegen für dich das Kind über dem Beruf steht, und wenn die KM weiterhin uneinsichtig bleibt, dann solltest du bei (b) dringend über einen Wechsel zu einer Arbeitsstelle nachdenken, wo du die Wochenenden zuverlässig frei hast und mindestens einen Tag in der Woche fix planen kannst. Denk' bitte auch daran: Es dauert nicht mehr lange, dann kommt Junior in die Schule, da verschiebt sich für einen Umgangspapa sowieso ein Großteil der Zeit mit dem Kind aufs Wochenende und die Schulferien. Und eine gerichtliche Regelung, bei der du Junior jedes zweite Wochenende von z.B. Freitagabend bis Sonntagabend hast, sowie einen weiteren Nachmittel jede Woche (oder zumindest alle zwei Wochen), plus die Hälfte der Schulferien - so eine gerichtliche Umgangsregelung solltest du normalerweise ohne jedes Problem bekommen können. Auch gegen den Widerstand der Frau Mama. Wesentlich schwieriger zu bekommen ist eine gerichtliche Regelung mit der Flexibilität, die du für deinen derzeitigen Job bräuchtest. Wie gesagt: Deine Entscheidung, was für dich an erster Stelle kommt.

Ach so, fast überflüssig zu erwähnen: Wenn für dich das Kind über dem Beruf steht, und die KM mal halbwegs gut gelaunt ist, dann würde ich an deiner Stelle auch mal das Thema "Wechselmodell" in den Ring werfen. Also Kind im z.B. wöchentlichen Wechsel bei ihr und bei dir. Mag sein, dass sie bei dieser Idee erst mal senkrecht die Wand hochgeht, gerade wenn von ihr schon mal Sprüche gekommen sind in der Art von "da sie das Kind geboren hätte, hätte sie auch 10% mehr Aspruch". Einen Versuchsballon ist es aber m.E. allemal wert.

Viele liebe Grüße,

Malachit.
Gespeichert

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