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vatersein.de - Forum 26. Mai 2012, 02:57:47 *
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Autor Thema: Probleme vermeiden...  (Gelesen 461 mal)
Herodias
Frischling

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1


« am: 06. Dezember 2011, 17:26:31 »

Ok,
ich habe nun viele Berichte hier gelesen und zum einen deprimieren die vielen üblen Berichte natürlich, zum anderen habe ich aber die Hoffnung, dass ich gewisse Probleme vermeiden kann.

Hier der Hintergrund: (Noch) verheiratet, 2 Kinder (5 und 7).
Ich schleppe mich nun seit Jahren dahin aber mehr und mehr reift in mir der Entschluß dass wir keine gemeinsame Zukunft haben. Naja, ehrlich gesagt reift er nicht mehr - er ist ausgewachsen. Der einzige Grund noch verheiratet zu sein sind die Kinder - und das ist keine wirkliche Basis mehr. Ich habe auch schon mit meiner Frau mehrfach darüber gesprochen, daß ich das durchaus in Erwägung ziehe, aber sie will eine Trennung auf keinen Fall.
Eine Bitte: ich brauche keine Beratung wie die Ehe evtl. zu retten sei. Das muß ich am Ende selber entscheiden und kaue die Frage ohnehin wieder und wieder durch. Nicht böse gemeint, aber da KÖNNT ihr mir nicht helfen.

Aber gesetzt den Fall ich treffe die Entscheidung endgültig für mich - welche ganz praktischen Dinge sind zu beachten?

Gesetzt wir können uns bilateral dann auf eine "gütliche Trennung" einigen - besteht überhaupt die Möglichkeit sich einen gemeinsamen Anwalt zu nehmen? Ist das überhaupt empfehlenswert?
Was wären die ersten Dinge, die ICH erledigen muss wenn ich davon ausgehe, dass sie von sich aus nicht in die Scheidung einwilligt?

Und eine eher schwierige Frage, da eher persönlicher Natur:
Was sind/waren eure Erfahrungen wie man den "Auszug" gestalten sollte:
Sollte ich alles "heimlich" vorher planen und sofort ausziehen oder ihr meinen endgültigen Wunsch mitteilen und erstmal in der Wohnung "trennen" (wäre grundsätzlich möglich) und danach Wohnung suchen etc?
Ich sehe bei beiden Wegen Vor- und Nachteile, daher höre ich mir gerne Eure Erfahrungen an. Gerade Im ersten Fall, müsste ich hier von einer "Vorbereitungszeit" von mehreren Monaten ausgehen, was ich moralisch schon als bedenklich empfinde.

Was sind weitere Fallstricke, die ich evtl. bedenken sollte?

Zum Thema Wohnung noch: Gibt es hier Mindestanforderungen wie eine Wohnung ausgestattet sein sollte, damit JAugendamt/Gericht (oder wer auch immer) nichts gegen den zumindest zeitweiligen Aufenthalt der Kinder haben kann? Ganz praktisch gefragt: Wäre eine 2-Zi-Wohnung in irgendeiner Form bedenklich, wo die Kinder kein "ausgewiesenes" Kinderzimmer hätten, oder sollte ein eigenes Kinderzimmer eingeplant sein? (Anmerkung: ich wohne in einer echten Hochpreisgegend :-( )

Falls von Bedeutung, hier noch ein paar weitere Infos: Wir sind uns noch nicht spinnefeind und bisher sind wir uns zumindest weitgehend einig wenn es um die Kinder geht. Allerdings rechne ich nach der Trennung schon damit, dass sie mir den Umgang so schwer wie möglich machen wird ohne ihn mir ganz zu entziehen. Aber würde ich zB eine wirkliche 50:50 zeitliche Trennung der Kinderbetreuung anstreben, würde es mit Sicherheit im Rosenkrieg enden. Begnüge ich mich mit einem Umgangsrecht, zB jedes 2. WE und/oder einzelne Tage/Abende, gehe ich davon aus, dass wir uns auch gütlich einigen könnten. Wirklich wissen kann man das natürlich vorher nicht, das ist mir schon klar.
Das finanzielle sollte auch kaum ein Mega-Thema werden. Wir beide haben fast auf den Euro identische Einkommen, d.h. im Normalfall würde ich wohl Kindesunterhalt zahlen - womit ich auch kein Problem hätte. Der Teufel wird natürlich im Detail stecken, aber ich gehe davon aus, dass wir das geregelt bekommen würden - solange der (gemeinsame) Anwalt hier halbwegs vernünftig agiert.
Gespeichert
Guddis
Schon was gesagt
*
Beiträge: 39


« Antwort #1 am: 06. Dezember 2011, 18:04:31 »

Hi Herodias, willkommen hier im Forum. Gemeinsamer Anwalt ?? Gibt es nicht!! Einer von euch beiden muss das Mandat übernehmen. Aus meiner und auch aus der Erfahrung meines Anwaltes weis ich das eine gemeinsame Anwaltskanzlei häufig in die Hosen geht. Zitat meines Anwaltes - Seltsam ist, das alle Paare mit Trennungsabsichten , und diese im vernünftigen Bereich durchziehen wollen später die größten Schlachten miteinander führen. Zitat Ende  Ist leider so.

Das ist aber nur meine Erfahrung und die Erfahrung meines Anwaltes.

Viel Glück auf deinem Weg
Gespeichert
Agent_Zero
_Agent Zero
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1.702



« Antwort #2 am: 06. Dezember 2011, 18:18:00 »

Moin,

ich finde, wenn sich beide Elternteile "einig" sind, spricht "grundsätzlich" nichts gegen einen gemeinsamen Anwalt. Vorteil kann
u.U. sein, dass er die Interessen "beider" Elternteile vertritt.

Wenn der Karren natürlich schon im Dreck ist, kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Es kommt mitunter auf die Basis
an, die ihr (noch) habt.

LG
Agent
Gespeichert

Mantra:

NEIN, NICHT nächste Woche. Heute noch oder morgen. Und schreib jetzt nix vom Anwalt (...), sondern heb Deinen Hintern samt Eiern hoch und werde aktiv.


Zitat Brille007, 22. August 2008, 22:44:25
Ingo30
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1.184


« Antwort #3 am: 06. Dezember 2011, 18:31:52 »

Hi Hero,

da ich selber gute Erfahrung mit der einvernehmlichen Scheidung gemacht habe, gerne mehr dazu. Natürlich kann das Ganze mit einem Anwalt ablaufen. Es spart viel Geld, verlangt aber natürlich auch einiges von BEIDEN an der Trennung Beteiligten.

Der Anwalt ist immer seinem Auftraggeber verpflichtet, aber Du als Auftraggeber kannst die Marschrichtung vorgeben. Lautet diese "einvernehmliche Scheidung" wird ein Anwalt, der nicht nur auf stritte Fälle geil ist, dass auch so nach Deinen Wünschen umsetzen. Was bedeutet das in der Praxis?

Zum einen sollte der Anwalt die enstprechenden Zahlenwerke fertig stellen: Sprich: Trennungsunterhalt, Kindesunterhalt, incl. Beträge nach Lohnsteuerklassenwechsel im Folgejahr. Dazu sollte durch den Anwalt eine Scheidungsfolgenvereinbarung ausgearbeitet werden, die für die einvernehmliche Scheidung eh fast immer Pflicht und auch sinnvoll ist. Diese wird von EUCH BEIDEN geprüft und durchgesprochen und wenn diese in Ordnung ist gehts zum Notar. Und hier seid ihr Vertragspartner auf Augenhöhe. Der Notar ist unparteiisch und klärt Euch noch mal über die getroffenen Punkte auf. Dann macht ihr das ganze amtlich und der Anwalt kann danach die Scheidung bei Gericht einreichen.

Positive Folge: Ihr entscheidet selbst, wie ihr Eure Zukunft gestaltet. Innerhalb des rechtlichen Rahmens legt ihr Zahlen und Dauer von nachehlichem Unterhalt fest, regelt die Nutzung der Ehewohnung oder Folgen zu einer Immobilie und zum Versorgungsausgleich. Durch Klärung dieser Punkte wird Streit vermieden - es gibt dann nichts mehr zu streiten. Dazu bindet die Vereinbarung auch das Gericht. Somit habt ihr, wenn der Partner für den Termin auch noch einen Anwalt mitbringt, innerhalb von 10 min eine saubere, rechtskräftige Scheidung mit der jede Partei gut leben kann. Als Dankeschön gibts noch mal die Hälfte der Gerichtsgebühren vom Gericht erstattet.

Wie gesagt, das geht nur, wenn ihr auch in Trennung noch vernünftig denken könnt. Für Paare die sich nicht mehr mal auf den Kinderumgang einigen können oder gleich meinen der Ex-Partner fechtet die Vereinbarung an, bringt soetwas auch nichts.

Nur noch mal so nebenbei: Für Deine Ehe bist Du natürlich selber verantwortlich. Wenn Du meinst, es geht nicht, ist dem halt so. Auf der anderen Seite siehst Du hier Frauen, die generalsstabsmäßig ihren Männern die Kinder entziehen, die Bude leer räumen und mit dem nächst besten Arbeitslosen durchbrennen und Du als Mann wirst fiannaziell schnell nahe den Ruin gebracht. Denk vielleicht auch darüber noch mal nach, warum Du dich trennen willst und wie Du dir Dein zukünftiges Leben vorstellst. Mit massiven fianziellen Einschnitten, die oftmals für uns Männer die Aufnahme einer neuen Beziehung (falls Du damit liebäugelst) z.m. für 2-3 Jahre völlig illusorisch machen. Gruß Ingo
Gespeichert
neuezeit
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 553



« Antwort #4 am: 06. Dezember 2011, 21:34:25 »

Hi Herodias,

wofür einen Anwalt?

Wieso meinst Du, dass JA/Gericht irgendetwas wegen einer Wohnung nachfragen sollte/könnte?

Könntest Du zu obigen Fragen Deine Gedanken posten.

neuezeit, bei dessen Trennung erst nach 5 Jahren ein Anwalt in´s Spiel kam (zur einvernehmlichen Scheidung), das JA nicht involviert war und die Richterin beim Scheidungstermin nichts von (m)einer *Wohnung* wissen wollte.

"Funktioniert" hat das Ganze durch einige Stunden Mediation nach der Trennung und daran, dass sich beide an Vereinbarungen gehalten haben, die wir später auch beide ganz allein veränderten.
Gespeichert

So ist das Leben
Beppo
Globaler Moderator
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 11.168


Ich bin nicht Deutschland. Ich bin Griechenland.


« Antwort #5 am: 06. Dezember 2011, 21:44:02 »

Hallo Herodias,

zur Einstimmung auf das, was passieren könnte gibt es hier ein wenig zu lesen.
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"Wer Kinder hat, wird bis auf die Haut ausgezogen!"
Meo-Micaela Hahne, Vorsitzende Richterin am BGH
TotoHH
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Beiträge: 537


« Antwort #6 am: 07. Dezember 2011, 11:01:58 »

Moin Herodias,
da hast Du ja viele Themen angerissen.
Ich versuche mal ein paar aufzugreifen:

Anwalt: Dazu ist ja schon recht viel geschrieben worden. Ich würde Dir empfehlen, den Anwalt selbst zu beauftragen, und KM anzubieten, dass dieser für eine einvernehmliche Trennung die notwendigen Sachen regelt. Du als Mandant kannst ihm dann vorgeben, es "fair" zu regeln, solange KM nicht anders agiert. Und KM kann dann für sich entscheiden, ob sie es als fair erachtet  oder mit eigenem Rechtsberater dagegen schiesst.

Vorbereitung: Sichere mal für alle Fälle Kopien/ Scans der wesentlichen Unterlagen (Bank, Versicherungen, Urkunden, Zeugnisse) - man weiß ja nie. Für eine heimliche Vorbereitung eines Auszugs gibt es m.E. keinen Grund. Wer wann auszieht kann ja gemeinschaftlich erarbeitet werden, nachdem Du ihr die Unausweichlichkeit der Trennung eröffnet hast. Nicht ganz unwichtig: Wer steht denn bei Euch im Mietvertag? Und an Deiner Stelle würde ich nicht pauschal davon ausgehen, dass (nur) Du derjenige bist, der auszieht.

Anforderungen an eine neue Wohnung: Konkrete Anforderungen wie von Dir nachgefragt gibt es nicht. Du solltest für Dich nur bedenken, dass je nach Größe und Ausstattung der Wohnung natürlich die Freude, mit der Deine größer werdenden Kids Dich besuchen kommen variiert. Und das kann, sollte es schwieriger werden mit KM, ein Vorteil werden.

Umgang: Es liest sich für mich so, dass Du - auch um des lieben Friedenswillen - eher UmgangsET werden willst und ein echtes WM (50/50) oder gar selbst BetreuungsET Deinerseits nicht zur Debatte steht. Damit bist Du KU pflichtig, was da an Zahlungen auf Dich zukommt, kannst Du iW der Düsseldorfer Tabelle entnehmen. Wenn Dir das bewusst ist, dann würde an Deiner Stelle etwa so in die Verhandlungen reingehen, dass Du - im Sinne der Kinder - gleichberechtigten Umgang anstrebst (bis eben 50%), aber der KM den KU nicht streitig machst. Dann hat sie die Sicherheit, den KU zu kriegen, und muss sich outen, ob sie im Sinne der Kinder einen (fast) gleichberechtigeten Umgang unterstützt oder aber ihre Macht über den Kindesbesitz ausüben will. Aber hier siehst Du auch, dass für einen gleichberechtigten Umgang auch zwei vermutlich eher gleichgroße Wohnungen erforderlich sind.

So, und nun zum eigentlich (teuren) Knackpunkt: Zwar schreibst Du, dass ihr fast identische Einkommen habt (auch netto bei Änderung der Steuerklassen?). Aber wie sieht es mit den Betreuungsmöglichkeiten aus? Kann das (in diesem Fall die KM) bei den Arbeitszeiten auch als AE geleistet werden? Ggf. ist dies übrigens auch ein weiteres Argument für einen anzustebenden gleichberechtigten Umgang. Nächste Frage die sich mir stellt: Könnte KM denn (wie von Dir unterstellt) aus ihrem Einkommen und Deinem KU die Whg halten?

Ja, ja, da gibt es noch einiges zu überdenken. Aber wie Du schon geschrieben hast, nur der Kinder wegen an der Ehe festzuhalten macht keinen Sinn. Aber warum will Deine Frau eine Trennung eigentlich nicht? Vielleicht kann man aus ihren Gründen heraus auch schon erkennen, wo zukünftige "Frontlinien" verlaufen werden.

Achja: wie sieht es denn mit einer neuen Partnerschaft bei Dir aus? Ist das eine Triebfeder? Dann bedenke, dass eventuell jede gütliche Trennung auch hieran scheitern könnte, wenn KM hohl dreht!

Viel Erfolg, ich glaube fast, wir werden hier noch ein paar Mal was von Dir lesen. Aber, es ist gut dass Du hier bist! Denn typischerweise sind Frauen diejenigen, die gut vorbereitet in die heiße Trennungsphase gehen und wir Männer erst perplex und handlungsunfähig sind und dann auch noch von den Exen (mit Unterstützung des dt Familienrechts) überfahren werden

gruß, toto, der eine einvernehmliche Trennung und ein WM lebt
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