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vatersein.de - Forum 25. Mai 2012, 20:22:23 *
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Autor Thema: Vorwürfe von Kindsmutter und ihrem neuen Partner bzgl. Umgang  (Gelesen 1293 mal)
wedi-
_wedi
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1.961


« Antwort #25 am: 11. September 2011, 20:08:49 »

Hi Martin

Ich war gerade noch mal draussen, die letzten Sonnenstrahlen geniessen und habe regeneriert.
Dabei habe ich über deine Worte nachgedacht.

Mein Glück ist, das ich das jeweils von beiden Seiten aus betrachten kann.

Ich bin/war Umgangsvater und habe ein Kind das bei mir lebt.

Was ich vergessen habe ist, das ich das Kind, das bei mir lebt, 24 std täglich, 365 tage im Jahr betreue.
Ich gebe dir absolut Recht.

Von meiner Seite aus gebe ich zu, das ich, wenn ich hier schreibe, meine Twins in den Vordergrund stelle, mein bei mir lebendes Kind dabei völlig vergesse.
Die Kleine erlebt hier ein völlig normales Familienleben und ich muss auch den Urlaub mit ihr ertragen.

Stimme dir vollkommen zu.

Gruss Wedi

Gespeichert
brille007
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 10.401



« Antwort #26 am: 11. September 2011, 20:33:08 »

Moin wedi,

Was ich vergessen habe ist, das ich das Kind, das bei mir lebt, 24 std täglich, 365 tage im Jahr betreue.
Ich gebe dir absolut Recht.
das liegt m. E. zumindest teilweise daran, dass um das "Kinder haben" heute oft ein Mega-Aufriss gemacht wird. Ich sehen das kopfschüttelnd im Bekanntenkreis, wo "ich habe ein Kind!" stellenweise dazu führt, dass die Mütter der Ansicht sind, keiner nennenswerten Erwerbstätigkeit nachgehen zu können, weil das Kind nach der Schule sofort ein selbst und frisch gekochtes Essen vorfinden muss, um danach durch die Hausaufgaben begleitet zu werden, bevor man es zur Musikschule, zum Ballett, zum Reiten oder zu einer Spielfreundin fährt - und nebenbei noch Arzttermine machen oder Lehrer anrufen muss, weil diese das eigene Gottesgeschöpf bei der Benotung der letzten Klassenarbeit mal wieder benachteiligt oder boshafterweise das Thema der Arbeit nicht haarklein angesagt haben. Und mit Spielzeug randvolle Kinderzimmer führen offenbar dazu, dass manche Kinder heute gar nicht mehr wissen, wie man alleine spielt. Oder wie man ein Buch liest.

Ich selbst bin - salopp gesagt - in einem Umfeld aufgewachsen, in dem Kinder (wir waren 6) eher "kleine Menschen waren, die eben im gleichen Haus wie ihre Eltern wohnten". Unsere Freizeitaktivitäten erreichen wir zu Fuss oder mit dem Fahrrad, Teile der Hausarbeit waren jedem von uns undiskutierbar zugeteilt, und für schlechte Schulnoten waren wir selbst verantwortlich. Meine Ex und ich haben - ich denke erfolgreich - versucht, möglichst viel davon zu übernehmen: Unsere Kids waren da und wichtig, aber sie waren nicht der Mittelpunkt, sondern einfach zwei von vier Personen in unserem Haushalt. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass ich mich regelmässig von ihnen hätte "erholen" oder "regenerieren" müssen.

Grüssles
Martin
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     Der einzige Mensch, den man ändern kann, ist der, den man heute morgen geduscht und angezogen hat
dantes_79
Nicht wegzudenken
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 310


« Antwort #27 am: 11. September 2011, 23:10:00 »

das liegt m. E. zumindest teilweise daran, dass um das "Kinder haben" heute oft ein Mega-Aufriss gemacht wird. Ich sehen das kopfschüttelnd im Bekanntenkreis, wo "ich habe ein Kind!" stellenweise dazu führt, dass die Mütter der Ansicht sind, keiner nennenswerten Erwerbstätigkeit nachgehen zu können, weil das Kind nach der Schule sofort ein selbst und frisch gekochtes Essen vorfinden muss, um danach durch die Hausaufgaben begleitet zu werden, bevor man es zur Musikschule, zum Ballett, zum Reiten oder zu einer Spielfreundin fährt - und nebenbei noch Arzttermine machen oder Lehrer anrufen muss, weil diese das eigene Gottesgeschöpf bei der Benotung der letzten Klassenarbeit mal wieder benachteiligt oder boshafterweise das Thema der Arbeit nicht haarklein angesagt haben. Und mit Spielzeug randvolle Kinderzimmer führen offenbar dazu, dass manche Kinder heute gar nicht mehr wissen, wie man alleine spielt. Oder wie man ein Buch liest.
Kann ich bestätigen... Und dann werden die selbsternannten Supereltern unausgeglichen, meckern rum und scheitern an Ihren eigenen Ansprüchen.
Gespeichert
nadda
_nadda
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 573


« Antwort #28 am: 12. September 2011, 07:22:15 »

Hi,

also ich gebe durchaus zu, dass meine Kinder jeden Mittag ein frisch gekochtes Essen hier vorfinden. Für diesen Luxus habe ich mit meinen Eltern eine Abmachung, entweder koche ich für das ganze Haus, oder meine Mutter. Durch diese Abmachung war gibt es für uns eben immer gemeinsames Essen und sowohl meine Mutter als auch ich konnten über lange Zeit berufstätig sein und es organisieren sich um zwei Kleinkinder zu kümmern. Kinderbetreuung war  hier ja bei kleinen Kindern nur stundenweise möglich und meine Arbeitszeiten haben zum Betreuungsangebot so gar nicht gepasst.

Trotzdem kann ich den Gedanken auch einmal alleine zu sein, und Zeit alleine haben zu wollen verstehen. In den Jahren die ich ganz alleine war bestand mein Leben nur aus Arbeit, Haushalt und Kinder. Das war teilweise ganz schön anstrengend. Es gab in meinem Fall ja keinen KV der die Kinder mal längere Zeit betreut hätte /betreuen hätte wollen. Und der Gedanke einmal ein Wochenende frei zu haben, der kam mir auch.

Nach dem ersten Halben Jahr haben meine Eltern mir angeboten, dass ich 24 Stunden alleine haben kann und sie die Kinder solange übernehmen. Habe meine Sachen gepackt und bin zu ner sehr guten Freundin, mit nem Buch im Gepäck und hab einfach die Ruhe genossen.

Klar, ich liebe meine Kinder und ich möchte sie auch nicht mehr hergeben, trotzdem tut es gut auch hin und wieder ein paar Stunden alleine zu haben.

Auf der anderen Seite hat Brille auch wieder total recht, Kinder sollten nicht die ganze Zeit total betüddelt werden. Damit erreicht man nur, dass sie total unselbstständig sind und nicht lernen sich alleine zu beschäftigen. Das sind dann die Kinder die ständig einen Animateur brauchen, und von denen gibt es nach meiner Erfahrung mehr als genug.

Prinzipiell ist es aber halt so, dass ein Kind immer da ist und das man sich kümmern muss. Meinen Ex beneide ich da teilweise schon um seine Freiheit. Ok, in dem Ausmaß möchte ich sie nicht haben. Aber er kann sich stressfrei hinstellen und sagen: 12 Stunden Kinder im Monat sind genug, das ist mir anstrengend genug, das macht mich schon fertig. 12 Stunden??? Naja, der Mann hat jedenfalls echt viel Zeit für sich alleine, sehr viel Zeit.

Eine vernünftige Umgangsregelung hilft also nicht nur den Kindern, sondern entlastet auch die Eltern. Eines der besten Argumente fürs Wechselmodell. Es hat für alle Beteiligten einfach Vorteile!

LG
Nadda
Gespeichert
brille007
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 10.401



« Antwort #29 am: 12. September 2011, 09:42:23 »

Moin nadda,

ich wollte mit meinem Einwurf nicht für das dauerhafte Verabreichen von Fertigpizza plädieren; mir ging es nur um den "Wahnsinns-Stress", den sich manche Eltern rund um die Uhr mit und wegen ihrer Kinder machen. Und eben um die "Regenerierungs-Formulierung", die so klang, als gäbe es für Eltern - analog zum Urlaubs-Anspruch eines Arbeitnehmers - ein einklagbares Recht auf kinderfreie Zeiten.

Tatsächlich haben getrennte Eltern in dieser Frage aber noch ein paar Möglichkeiten mehr als zusammenlebende, wenn sie für ihre gemeinsamen Kinder ein vernünftiges Betreuungskonzept erarbeiten. Aber eben nicht bis hin zu "wenn ich arbeitsfrei habe, stört mich auch kein Kind."

Grüssles
Martin
Gespeichert

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