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Autor Thema: Wie das aktive Interesse des KV wecken?  (Gelesen 126407 mal)
brille007
(Fast) Eigentumsrecht
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 14.785



« Antwort #25 am: 04. August 2011, 20:43:54 »

Moin Biggi62,

das war einer der besten Erst-Kommentare, die ich in 7 Jahren in diesem Forum gelesen habe (und ich habe schon einige gelesen).

Mach einfach so weiter hier

Grüssles
Martin
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When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
mahjoko
_mahjoko
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Beiträge: 452


« Antwort #26 am: 04. August 2011, 22:09:57 »

Hallo Biggi,

danke für die ausführliche und wirklich nachvollziehbare Antwort!!    thumbup

Hab´s ganz oft gelesen. Vieles unterschreibe ich, zB. das hier: 
 
Zitat
Nach dem endgültigen Scheitern einer Beziehung ist in dieser Hinsicht endgültig "der Ofen aus".
Nachdem ich diesen guten Rat wirklich verinnerlicht hatte, habe ich mich aus der Beziehung meiner Ältesten und ihres Vaters endgültig herausgehalten. Auf ihre Fragen, warum ihr Vater dieses tut und jenes lässt, antworte ich seitdem gebetsmühlenartig, freundlich und entspannt: "Ich weiß es nicht." bzw. "Das kann nur dein Vater dir beantworten."

Handhabe ich ja ohnehin so, mit dem: "Frag Papa!"
Aber ganz raushalten kann ich mich nicht, denn die sprechen Termine ab, oder sagen Papa Hilfe zu, die er von ihnen einfordert (bsp. mein Auto, meine Arbeitskraft, Unterschriften etc.), deren Konsequenzen sie nicht erkennen. Dass er das wiederum macht und für verbindlich nimmt, spricht ja auch für sich.

Zitat
Wenige Monate, nachdem ich meinen Druck auf den Ex abgebaut hatte, fand die ganz natürliche Sehnsucht zwischen Vater und Tochter kreative und für die beiden passende Wege, sich in Treffen, Telefonaten und Mails auszudrücken.


Kannst du sagen, wie du "nachgelassen" hast?

Ich fühle mich nach wie vor in der Zwickmühle und oft auch schlecht.
Wenn der KV keinen Umgang will, soll ich das akzeptieren und nicht drängen, und wenn er ihn plötzlich will, soll ich das zulassen (unter allen Umständen), weil die Kinder ja auch was davon haben.
Ich kann gar keine "Wünsche" äußern bzw. durchsetzen.

Ich plane hier gezwungenermaßen ziemlich viel, und das kann ich nicht jedesmal bei den kurzfristigen Launen des KVs umstoßen. Dabei geht es um unsere Existenz. Und um den Tagesablauf und Wochenablauf von sechs Personen, davon fünf aus unterschiedlichen Gründen schwer von mir abhängig, Nr. sechs bin ich selbst.

Soll ich nur ein Wort zu den Sommerferien sagen, in denen sich er sich wieder angekündigt hat, und dass er die Kinder sehen will, wenn es ihm passt, und die jetzt bald vorbei sind?!?
Habe ich mich ohnehin nicht drauf verlassen ...  men_ani

LG, mahjoko 
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Biggi62
_Biggi62
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Beiträge: 934


« Antwort #27 am: 05. August 2011, 00:18:08 »

Kannst du sagen, wie du "nachgelassen" hast?

Ich fühle mich nach wie vor in der Zwickmühle und oft auch schlecht.
Wenn der KV keinen Umgang will, soll ich das akzeptieren und nicht drängen, und wenn er ihn plötzlich will, soll ich das zulassen (unter allen Umständen), weil die Kinder ja auch was davon haben.
Ich kann gar keine "Wünsche" äußern bzw. durchsetzen.

Liebe Mahjoko,

wie handhabst du das denn mit anderen Menschen, die sich mit deinen Kindern verabreden möchten und nicht zu eurem Haushalt gehören?

Mit Nachbarn?
Mitschülern?
Vereinskameraden?
Freunden?
Paten?
Großeltern?

Bei uns läuft das so, dass ich im Einvernehmen mit den Menschen, die mit mir zusammen in einem Haushalt leben, die Regeln bestimme, die für uns als Familie gelten.

Wenn z. B. Töchterlein nach der Schule mit der besten Freundin ohne Ankündigung shoppen und Eis essen geht, statt wie üblich zum Mittagsessen einzutrudeln, ist das ein Regelverstoß. Auch ich selbst halte mich an solche Regeln und bleibe nicht einfach ohne Ankündigung (z. B. beruflicher Termin) bzw. Information (z. B. Autopanne) einer gemeinsamen Mahlzeit fern. Dasselbe erwarte ich von meinen Kindern. Dafür gibt es schließlich Handys.
  
Wenn also ein Kind im Einvernehmen mit anderen Kindern oder Bekannten gegen eine solche Regel verstößt, hat das für unser Haushaltsmitglied Konsequenzen. Für das jeweils eigene Verhalten ist das Kind selbst verantwortlich. Das klappt auch schon mit unserem Jüngsten (5). Der weiß auch schon, was bei uns zuhause üblich und zulässig ist bzw. was  gegen iunsere informelle, allgemein bekannte "Hausordnung" verstößt.

Von Außenstehenden erwarte ich nicht, dass sie unsere Regeln kennen oder respektieren. Allerdings gestehen wir ihnen auch nicht zu, sich unseren Alltag nach Lust  und Laune aufzumischen.

Und unter allen Umständen schon mal gar nicht.

Ein schönes Beispiel für die angemessene innere Distanz ist meiner Erfahrung nach der Umgang mit mehr oder minder obskuren oder liebenswerten Nachbarn und Schulfreunden, mit denen meine Kinder mehr oder minder intensiven Umgang pflegen. Da bei uns jeder selbst für sein Wohlbefinden verantwortlich ist, überlasse ich es jedem Kind selbst, herauszufinden, wie es sich im Umgang mit dem manipulativen, unaufrichtigen, gewalttätigen oder übergriffigen Verhalten seiner Mitmenschen fühlt. Oder wie es Freunde findet, mit denen es seine Freuden und Sorgen teilen, bei denen es Wertschätzung, Ermutigung, Trost und Mitgefühl geben und erwarten kann. Diese Lernaufgabe können wir ihnen nicht abnehmen. Auch wenn es dabei manches Mal zu Kratzern auf der Kinderseele kommt.

Was wir als (Stief-)Eltern tun können, ist unsererseits den Kindern Wertschätzung, Ermutigung, Trost und Mitgefühl zu geben und darauf zu vertrauen, dass sie spüren, was ihnen gut tut. Und was nicht.

Wobei ich persönlich es gerne sehe, wenn diese Kernkompetenz bereits im Kindergarten erworben wird. Eine gesunde Menschenkenntnis und Lebenserfahrung schon vor der Einschulung schützt im späteren Leben vor schlimmeren Enttäuschungen. Glaube ich. Wenn Vierjährige sich mit hässlichen Worten oder Sandschüppchen bewerfen und meine Kinder dabei lernen, gut für sich zu sorgen, spüren sie hoffentlich früh genug, dass an dem freundlichen pädosexuellen Trainer, dem süüüßen Loverboy von der Haltestelle oder dem coolen Nachwuchsdealer irgendetwas nicht stimmt. Hoffe ich. Eine Garantie bekommt natürlich niemand.


Wenn ich z. B. vier Teenager aus unserer Straße - darunter meine Große - am frühen Abend zu einer Party fahre und der Vater eines anderen Teenagers aus der Nachbarschaft nachts alle vier Teenies wieder abholt, dann muss ich den anderen Vater nicht ins Herz schließen. Ich muss auch nicht sein Verhalten kontrollieren, solange er mir mein Kind wohlbehalten wieder frei Haus liefert. Und ganz sicher würde ich ihm nicht mein Auto borgen. weil das alles mich nichts angeht. Wenn der Typ - warum auch immer - die vier nicht abholen würde, würde ich erwarten, dass mein Kind mich in Kenntnis setzt. Und ich zugleich erfahre, was die anderen beiden betroffenen Eltern dazu sagen. Es waren immer vier Teenager, die ich am frühen Abend wegebracht hatte.

Grundsätzlich würde ich jedoch den Eltern der anderen drei Teenager dasselbe Interesse daran zutrauen, dass ihre Töchter heil wieder zuhause ankommen,wie ich selbst es habe und mich nicht unnötig aufregen, wenn ausnahmsweise mal etwas schief gehen sollte.

Dieselbe Mischung aus innerer Distanz, Grundvertrauen und Respekt habe ich mir im Umgang mit dem Vater meiner Ältesten mittlerweile angeeignet. Oft hilft es, mir innerlich die Frage zustellen: "Wenn es nun meine Schwester (= Patentante), der Nachbar (=Vater von drei annähernd gleichaltrigen, lose befreundeten Kindern) oder die Mutter der besten  Freundin wäre, der solches von mir bzw. meinem Kind erwartet? Wie würde ich reagieren?"

Würde ich ihm/ihr zuliebe meine Pläne ändern?
Wie sehr? Welche Nachteile würde ich persönlich in Kauf nehmen?
Würde ich ihm/ihr mein Auto leihen?
Ein Telefon kaufen? Geld schenken?
Würde ich ihm/ihr organisatorisch, alltagspraktisch oder emotional aus der Patsche helfen?
Wie oft? Warum?

Wenn du bei deinem Ex andere Maßstäbe anlegst als bei anderen Erwachsenen, tust du ihm - so oder so - Unrecht, finde ich.

Entweder du entwertest seine Entscheidungen, die er als freier Bürger unseres Landes so treffen kann, wie es ihm beliebt. Es steht nicht in deiner Macht, zu entscheiden was dein Ex wann wo und mit wem tut oder lässt.

Oder du bewahrst ihn vor den Folgen seines Verhaltens. Was ich persönlich sogar bei kleinen Kindern nur in ganz seltenen Ausnahmesituationen für hilfreich halte.  

So oder so mischst du dich in Angelegenheiten ein, die nicht deine sind.

Was in deinem Haushalt passiert, wie du deine Beziehungen zu den Menschen gestaltest, mit denen du zusammenlebst, was du selbst tust oder lässt. darauf hast du Einfluss. Nicht auf das Verhalten deines Ex. Oder deiner erwachsenen Kinder. Oder deiner erwachsenen Geschwister. Deiner anderen verwandten. Deiner Kollegen. Deiner Nachbarn und Bekannten.

Was Urlaube etc. angeht spielt mien Ex ind erselben Liga wie Kollgen, Vorgesetzte, Freunde (mit denen wir schon einmal ein Ferienhaus geteilt haben) oder Eltern von Freunden(mit denen unsere Kinder schon verreist sind).  

Absprachen halte ich selbst ein und erwarte das auch von den Mitgleidern meines Haushalts.
Wo es keine gibt bzw. wo Absprachen sich mangels Zuverlässigkeit nicht bewährt haben, mache ich mein eigenes Ding. Kann sein, dass dem/der Unzuverlässigen meine Reaktion nicht gefällt. That's life. Nicht mein Problem. Ich bin nicht everybody's darling, sondern in erster Linie für mein eigenes Wohlbefinden und das meiner Kinder verantwortlich. Integrität und Zuverlässigkeit ist in meinem Umfeld keine Einbahnstraße. Und auf gar keinen Fall spiele ich den Ausputzer für Tricksereien und Grobheiten meiner Mitmenschen.

Liebe Mahjoko, ich wünsche deinen Kindern und dir, dass ihr die für euch passende Mischung aus Nähe und Distanz zum Vater der Kinder findet. Das kann individuell sehr verschieden sein. Auch da habe ich mich schon lange nicht mehr eingemischt. In meinem Umfeld ist mir wichtiger, dass jeder (auch ich!) bekommt, was er braucht. Und nicht unbedingt jeder dasselbe. Das ist eine eventuell gewöhnungsbedürftige Definition von Gerechtigkeit. Sie hat sich in unserer Familie aber bewährt.

Wenn z. B. ein pubertierender Teenager von einem Elternteil mehr Abgrenzung und vom anderen mehr Zuwendung benötigt, ist beides im Rahmen seiner gesunden Entwicklung ein wichtiges Bedürfnis. Und ich bin dankbar, wenn ich gerade als Sparringspartner für "Abgrenzung" herhalten muss, dass die ebenso wichtige Ermutigung und Zuwendung von einem andern (Stief- bzw. Groß-)Elternteil gegeben werden aknn. Oder umgekehrt. Es ist eine Frage der eigenen Souveränität und des Selbstvertrauens, aus solchen Episoden keine Dramen werden zu lassen.

Die Liebe meiner (Stief-)Kinder kann mir keiner nehmen.
Außer dem Kind selbst.
Was das Kind in seiner Seele empfindet hängt in hohem Maße von der Beziehung ab, die es zu seinen Mitmenschen hat.

Ich finde es sehr berührend, was du über die Anhänglichkeit eurer Kinder an ihren Vater schreibst.
Und ich glaube daran, dass diese Sehnsucht bei Eltern und Kindern eine ganz natürlich-kreatürliche ist, der ich mich bewusst nicht in den weg gestellt hätte. Unbewusst leider schon, aber das ist ja jetzt geklärt.
 
Zugleich erscheint mir die Fürsorge der Kinder etwas übertrieben. Als eine Art der Überkompensation deiner Abwertung.

Ich kenne das aus meiner eigenen Kindheit. Ich selbst konnte mich mit meiner Mutter oder mit meinem Vater bis zur Weißglut zoffen. Alles im grünen Bereich. Aber wehe ein Anderer wagte es meinen Papa oder meine Mama zu schmähen. Da lösten dieselben Begriffe, die ich nur wenige Sekunden zuvor innerlich selbst auf das konfliktbereite Elternteil angewendet hatte, plötzlich heftigen Widerspruch bei mir aus. Aus kindlicher Loyalität. Es ist eben nicht dasselbe, ob ich "Blöde Kuh" über miene Mutter denke (oder ihr das im Zorn sogar an den Kopf werfe) oder ob ein anderer meine Mama so beleidigt. Was ich als Kind sage oder denke ist unsere Familienangelegenheit. Von Außenstehenden wollte ich solche Beleidigungen nicht über meine Eltern hören.

Aus dieser ganz persönlichen Erfahrung heraus habtte  ich beimLesen deiner Beiträge die Fantasie:  Je weniger Respekt du selbst deinem Ex entgegenbringst, desto mehr werden die Kinder ihren geliebten Vater innerlich vor deiner Verachtung und/oder deiner übergriffigen Fürsorge in Schutz nehmen.

Die Gratwanderung zwischen gesunder Distanz und Gleichgültigkeit, zwischen Respekt vor den Entscheidungen eines anderen und Respekt vor den eigenen (materiellen und ideellen) Werten (Geld, Auto, Kleidung etc. bzw.  Sauberkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Warmherzigkeit ...) kann dir niemand abnehmen. Klar ist auch, dass jeder dabei Fehler macht. Allerdings kann ich aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass der Versuch sich auf diesem dünnen Grat zu halten, für mich und miene Familie immer wieder aufs Neue lohnt.

Tut mir leid, dass das jetzt sehr ausführlich geworden ist. Im Grunde steckt dahinter eher eine gewisse innere Haltung als bestimmte Rezepte im Umgang mit dem Ex und/oder Kindern und/oder anderen Menschen.

Immer wieder hilfreich finde ich die Frage, in wessen Angelegenheiten ich mich mit meinen Wünschen und Forderungen befinde.

Wer wo verantwortlich ist.

Mir gefällt sehr gut diese Definition von Björn Kluge aus Köln: "Ich stelle mir Verantwortung in Beziehung mit anderen Menschen gerne als zwei gleich große Räume vor, die durch eine Tür miteinander verbunden sind. Der eine Raum repräsentiert meine 100% Verantwortung, der andere die 100% der anderen Person. Würde ich nun beginnen, Teile des anderen Raums mit meinem Mobiliar zuzustellen, so nehme ich einen Teil des Raumes des anderen in Anspruch - ich übernehme mehr als 100% Verantwortung. Nicht nur das, ich verhindere auch, dass mein Gegenüber seine volle Verantwortung übernehmen kann. Wenn ich umgekehrt dem anderen erlaube, sein Mobiliar in meinem Raum abzustellen, gebe ich einen Teil meiner Verantwortung an ihn ab.

Überlassen wir anderen Menschen Verantwortung, die eigentlich uns gehört, machen wir uns zu deren Opfer, übernehmen wir Verantwortung anderer, so machen wir sie zu Opfern. "


Mitfühlende Grüße von

Biggi
« Letzte Änderung: 05. August 2011, 00:21:42 von Biggi62 » Gespeichert

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« Antwort #28 am: 05. August 2011, 01:17:59 »

Mach einfach so weiter hier

Danke für dein freundliches Willkommen, lieber Martin.

Gute N8! Biggi
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« Antwort #29 am: 05. August 2011, 10:19:28 »

Oh Biggi, Wahnsinn!

Bin hocherfreut über so viel Reflexion!   schild_dankeschoen


Ich hoffe, ich kann nachher noch ausführlich drauf eingehen, das ist es mir wirklich wert!

Jetzt schon mal durchdacht hierzu, weil mir das eine neue Perspektive ermöglicht hat:

Zitat
Oft hilft es, mir innerlich die Frage zustellen: "Wenn es nun meine Schwester (= Patentante), der Nachbar (=Vater von drei annähernd gleichaltrigen, lose befreundeten Kindern) oder die Mutter der besten  Freundin wäre, der solches von mir bzw. meinem Kind erwartet? Wie würde ich reagieren?"

Würde ich ihm/ihr zuliebe meine Pläne ändern?
Wie sehr? Welche Nachteile würde ich persönlich in Kauf nehmen?
Würde ich ihm/ihr mein Auto leihen?
Ein Telefon kaufen? Geld schenken?
Würde ich ihm/ihr organisatorisch, alltagspraktisch oder emotional aus der Patsche helfen?
Wie oft? Warum?


Das ist ein Dilemma, jemand "fremdes", der nicht familiär mir uns verbandelt ist, den hätte ich nach so vielen Enttäuschungen an unsere Adresse längst abgehakt und gesagt, dass wir uns das nicht antuen sollten.
Doch m.E. geht das nicht mit dem Vater der Kinder. Es ist eine andere Verantwortung, die wir immer noch gegenseitig haben, im Vergleich zum Nachbarn.
Die Ansprüche an uns/mich kommen, aber ich kann keine durchsetzen.

Zitat
Wenn du bei deinem Ex andere Maßstäbe anlegst als bei anderen Erwachsenen, tust du ihm - so oder so - Unrecht, finde ich.


Es hat aber außer uns beiden zunächst kein anderer Erwachsener die Pflicht und das Recht, sich um unsere Kinder zu kümmern. (Dass ich dann Dinge wie "Auto her!" separat betrachten muss, ist klar, Paarebene.) Ich kann ihn nicht ganz mit anderen "Erwachsenen" gleichstellen.

Bis später,
mahjoko 
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« Antwort #30 am: 05. August 2011, 12:50:43 »

Das ist ein Dilemma, jemand "fremdes", der nicht familiär mir uns verbandelt ist, den hätte ich nach so vielen Enttäuschungen an unsere Adresse längst abgehakt und gesagt, dass wir uns das nicht antuen sollten.

Liebe Mahjoko,

hier spüre ich eine gewisse Unschärfe in deiner Darstellung.

Wir??? Uns???

Wer soll das sein?

Du entscheidest, was du tun oder lassen willst.

Deine ganz eigenen Entscheidung triffst du auf der Basis deiner ganz eigenen, tagesaktuellen Bewertung einer Situation, deiner Lebenserfahrung, deiner Tagesform deiner und momentanen Belastbarkeit.

Jedes einzelne deiner Kinder entscheidet, was es selbst tut oder lässt.

Seine ganz eigenen Entscheidung trifft es auf der Basis seiner ganz eigenen, tagesaktuellen Bewertung einer Situation, seiner Lebenserfahrung, seiner Tagesform und seiner momentanen Belastbarkeit.

Viel Eltern pflegen die Vorstellung, dass das Verhalten ihrer Kinder in ihre (= der Eltern) Verantwortung falle und verwenden viel Energie auf Fremdschämen etc.

Wenn eins meiner Kinder sich an der Supermarktkasse mit den "Quengelartikeln" entscheidet, sich auf den Boden zu werfen und mit Gebrüll das eine oder andere zu verlangen, gibt es tatsächlich gar nichts, womit ich dieses Verhalten in diesem Augenblick noch verhindern kann.  Das Verhalten meiner Mitmenschen liegt nicht in meiner Macht.

Allerdings liegt es auch nicht in der Macht des kleinen Schreihalses, mein Verhalten zu kontrollieren.
Weder kann er "machen", dass er bekommt, was er verlangt.
Noch kann er "machen", dass er von mir angebrüllt wird.
Noch kann er "machen", dass sein Verhalten von mir ignoriert wird.
Noch kann er "machen", dass ich den Einkaufswagen stehen lasse und ihn mit wortlos zusammengekniffenen Lippen ins Auto verfrachte. 
Noch kann er "machen", dass ich mir die unvermeidlichen Kommentare meiner erwachsenen Mitmenschen zu Herzen nehme. Oder diese harsch erwidere - und damit eine zweite Front aufmache. Oder diese ignoriere.

Nichts davon liegt in der Macht der kleinen Schreihalses.
Das einzige, was er kann, ist da zu liegen, zu strampeln und zu brüllen.

Im Grunde eine wenig beneidenswerte Situation. Für ihn.
Nichts anderes zu können, als zu brüllen und auf dem Boden zu liegen.

Sobald ich mir das klargemacht habe, fühlte ich eine große innere Handlungsfreiheit und die zweite (eigentlich die erste) Front, d.h. die Reaktionen meiner Mitmenschen haben ebenfalls ihre Macht über meine Reaktion verloren.

In diesem Augenblick bin ich wieder bei mir selbst (und nicht mehr in den Köpfen der dicken Frau hinter mir oder des alten Mannes vor mir oder der süffisant lächelnden, jungen Kassiererin oder des kleinen Wutbündels vor meienn Füßen) und kann genau das tun, was ich in genau dieser Situation für richtig halte.

Solange ich mich daran abarbeite, zu denken:

"Er sollte nicht brüllen."
"Diese Kind macht mich wahnsinnig."
"Die blöde Kuh soll sich doch raus halten!"
"Was gibt's denn da zu grinsen."
"Wie kann man so gemeine Sachen über kleine Kinder sagen."
"Der alte Spinner hat wohl selbst als Kind zuviele Schläge bekommen. Wahrscheinlich alle auf den Kopf. Was für ein Kotzbrocken."
"Waren die selbst nie klein, müde und überfordert?"
"Was gibt's denn da zu glotzen? Noch nie ein Kind im Trotzalter gesehen?"

oder welche inneren Monologe auch immer in solchen Momenten meine Aufmerksamkeit ablenken können, bin ich nicht bei mir. Wenn ich mir einfach klarmache, dass der einzige Mensch, dessen Verhalten ich kontrollieren kann, ich selbst bin, fällt eine riesige Last von meinen Schultern.

Und ich werde ganz frei, das zu tun, was ich selbst in genau dieser Minute für richtig und wichtig halte.

Z. B. mir vornehmen, in Zukunft einkaufen zu gehen, wenn das Kind ausgeschlafen und satt ist.
Oder es bei der Nachbarin zu lassen, während ich einkaufen gehe.
Oder ihm strenge Sanktionen androhe, falls es sich unangemessen Verhalten sollte.
Oder ihm im Vorfeld genau eine Süßigkeit (hinten, aus dem Süßwarenregal, wo die auswahl größer und ide Preise normaler sind) zu versprechen, wenn es dafür beim Einkaufen hilft und selbst Mehl, Butter, Konservendosen und andere unempfindliche Güter für mich aus den Regalen holt. Sodass der Einkauf einvernehmlich verläuft und das Bedürfnis des Kindes, an meiner Tätigkeit selbst aktiv teilzunehmen und mir dabei zu helfen befriedigt wird und wir in entspannter Stimmung vorne ankommen. Wo das Kind dann auch "seine "Einkäufe in der Halten und mit aufs Band räumen darf, sodass die "Qungelartikel"  weniger in sein Auge fallen.

Ganz frei kann ich genau tun, was mir sinnvoll und richtig erscheint.
Alles andere sind nur meine Fantasien.

Sobald ich eingesehen hatte, dass es nicht in meiner Macht liegt, zu "machen", dass mein Ex im Umgang mit unserer Tochter genau dasselbe für richtig und wichtig hält, was ich selbst für richtig und wichtig halte. Dass ich weder das Recht noch die allergeringste tatsächliche Möglichkeit habe, sein Verhalten zu steuern. In genau diesem Augenblick war ich innerlich ganz frei, genau das zu tun, was für mich selbst und meine Kinder in einer ganz konkreten, unwiderholbaren Situation richtig und wichtig war.

Sehr entspannt und ohne Druck auf meine bzw. von meinen Mitmenschen.

Deine Entscheidung, bezüglich der Reisepässe für eure Kinder erstmal nichts zu forcieren, fand ich in diesem Zusammenhang sehr passend für dich, deine Intuition und deine Expertise für eure ganz persönlichen Verhältnisse.


Zu denken: "Mein Kind sollte nicht leiden!" (wenn z. B. ein Versprechen gebrochen wurde oder ein Termin nicht eingehalten wurde) ist eine höchst wirksame Methode meinen Blick auf die Realität zu vernebeln.

Die Wahrheit ist: Der Vater meiner Tochter ist notorisch unpünktlich und ein gewohnheitsmäßiger Lügner.
Das war er vor ihrer Geburt.
Das war er in unserem Zusammenleben.
Das ist er im Umgang mit allen mir bekannten Mitmenschen.
Im beruflichen wie im privaten Umfeld.

Ich selbst leide nur daran, wenn ich mich daran abarbeite, wie ich diese Gewohnheiten ändern kann. 
Sobald ich mir klar mache, dass es nicht in meiner Macht steht, seine Werte und sein Verhalten zu ändern, kann ich sehr entspannt mit diesen Eigenarten umgehen.

Wie du es auch für dich selbst sagst: Den hab ich innerlich völlig abgehakt. Im Inner Circle der Menschen, die mir persönlich am Herzen liegen, spielt dieser Mann seit vielen Jahren keine Rolle mehr.

Das ändert absolut nichts daran, dass genau derselbe Mensch Inner Circle der Menschen, die meiner Tochter persönlich am Herzen liegen eine ähnlich wichtige Rolle spielt, wie ich selbst. Es steht weder in meiner Macht noch wäre es in meinem Interesse, daran etwas zu ändern.

Wenn meine Tochter unter seinen für ihn persönlich typischen Verhaltensweisen leidet, habe ich in meiner Erziehung etwas richtig gemacht. Weil auch ihr die Werte Pünktlichkeit und Ehrlichkeit wichtig sind. Bei Licht betrachtet finde ich es sogar besser, wenn sie darunter leidet, belogen und versetzt zu werden. Als wenn es ihr gleichgültig wäre, so behandelt zu werden. Das würde mich glaube ich mehr stören. Aber auch das läge nicht in meiner Macht. Es ist definitiv die Angelegenheit meiner Tochter, wie sie selbst mit solchem Verhalten klarkommt.

Wenn sie selbst ausprobiert, wie weit sie mit schummeln und trödeln kommt ... liegt es an mir, darauf zu reagieren. Im Rahmen meiner Möglichkeiten. Ebenso souverän und in mir ruhend, wie an der "Quengelkasse". Bzw. ebenso fremdgesteuert, beschämt und handlungsunfähig. Je nach meiner ganz eigenen inneren Haltung.

Langer Rede kurzer Sinn:

Du kannst mir in die Suppe spucken.
Das kann ich gar nicht verhindern.
Ich entscheide, ob ich von der Suppe probiere.
Oder sie gar komplett auslöffle.

Bezüglich der Sommerferien (weder er noch wir haben die Mittel zu verreisen) habe ich meinem Ex gesagt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wenn er mit seiner Tochter eine Verabredung hat, werde ich für diesen tag keine anderen Pläne mit ihr machen. Wenn ich mit den Kindern einen Ausflug vorhabe, steht es nicht in seiner Macht, den zu verhindern.

Für diese Fälle hat meine Große schon die Nachricht "Sry, keine Zeit" in ihrem SMS-Vorlagenspeicher.
Ebenso wie "Hey, wo bleibst du? Ich warte." und "OK, bin jetzt unterwegs. Meld dich mal wieder."

Ihr Verhalten finde ich ziemlich abgeklärt und realistisch. 
Weder maßt sie sich an, das Verhalten ihres Vaters zu beurteilen, zu maßregeln oder zu kontrollieren noch macht sie sich zum Opfer seiner Unzuverlässigkeit. Und ganz sicher verdirbt ihr der klare unverstellte Blick auf seine Schwächen nicht den ebenso unverstellten Blick auf seine Vorzüge und darauf, dass er ihr Vater und damit ein besonderer Mensch in ihrem Leben ist.

Mich als ihre Mutter sieht sie - ebenso wie es ihre (Stief-)Geschwister können - mit allen meinen Stärken und Schwächen genauso realistisch und mit derselben ungebrochenen Loyalität.   

Ebenso, wie die anderen (Stief-)Elternteile in unserer Patchworkfamilie.

Mein Fehler war, dass ich meiner Tochter diese innere Klarheit nicht zumuten wollte und mich eingemischt habe, wo ich nicht verantwortlich war.

Dieselbe symbiotische Unschärfe spüre ich in deinem "wir" bzw. "uns".

Ich als Mutter bin nicht mein Kind.
Das Kind ist nicht ich. 

Bitte verzeih mir, wenn meine Ausführungen mehr über mich selbst als über deine Situation aussagen.
Vieles beim schriftlichen Austausch im WWW bleibt eben der eigenen Fantasie überlassen.

Alles Liebe

Biggi
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« Antwort #31 am: 05. August 2011, 15:52:08 »

Liebe Biggi, schon wieder unglaublich,
wirklich toll, weil mir deine detaillierten Ausführungen echt helfen, Zusammenhänge zu verstehen und Sichtweisen mgl. zu ändern. (... ändere dich selbst ...)

hier spüre ich eine gewisse Unschärfe in deiner Darstellung.

Wir??? Uns???

Wer soll das sein?

Wir sind die Kinder und ich. Um es zu pauschalisieren und nicht episch zu werden. Bei den meisten Aktionen, außer wenn KV und Kinder zum Umgang aus meiner *Bannmeile* verschwunden sind, sind wir gemeinsam auf unterschiedliche Arten betroffen. Daher ein beherztes, zusammenraffendes "uns". Bsp.: KV kündigt sich an für das Wochenende, die Kinder freuen sich, ich verlasse mich drauf und lege Arbeitstermine. Es klappt nicht oder auf jeden Fall anders als erwartet, also müssen "wir" uns mit Plan B behelfen.
Die Kinder machen ihren Anteil an der Aktion mit sich und Vater aus und maulen mich an. Ich muss den ohnehin schon kurzfristig gelegten Termin wieder absagen oder verschieben etc.
In diesem Sinne: "wir".
Nehme in Anspruch, ziemlich unsymbiotisch mit meinen Kindern zu sein. Sehe uns aber im Kontakt zum KV, den "wir" nur wegen der Kinder haben (weil er ihr Vater ist), in einem Boot.

Du entscheidest, was du tun oder lassen willst.
Jedes einzelne deiner Kinder entscheidet, was es selbst tut oder lässt.


Da bleibe ich teils anderer Ansicht: Wenn ich könnte wie ich wollte, wäre das den Kindern unfair gegenüber bezüglich KV. Und die kleinen Menschen können nicht alles selbst entscheiden, dafür fehlt ihnen die Erfahrung, und deshalb müssen sie ja auch die Konsequenzen noch nicht tragen.

Das Beispiel Supermarktsituation bsp. kenne ich natürlich auch, allerdings zum Glück wenig. Das war das Alter zwei bis drei Jahre, das ist passé, hihi.
Wer sich dort in den Dreck schmiss und brüllte, musste schon sehen, dass er beim Verlassen des Geschäfts wieder parat war.
Genau die und ähnliche Situationen, da habe ich gar keine Probleme mit.

Offensichtlich haben die Kinder etliche Maßstäbe meiner Erziehung verinnerlicht, für sie habe ich nie ein Gefühl des "Fremdschämens". Solche Vorkommnisse stellen für mich keine Schwierigkeit dar, damit gehe ich leicht um.
Wenn einer brüllend am Boden liegt und der andere oben aus dem Sitz zu fallen droht, die Kassiererin scannt und scannt und die Eier platschen schon auf dem Boden auf, während ein anderes Kind aufgeregt daneben steht und einpullert und ich das Portemonnaie nicht anständig gefüllt habe, - sowas brachte mich das durchaus ins Schwitzen. 
Das sind halt zu viele Aktionen auf einmal.

Sobald ich eingesehen hatte, dass es nicht in meiner Macht liegt, zu "machen", dass mein Ex im Umgang mit unserer Tochter genau dasselbe für richtig und wichtig hält, was ich selbst für richtig und wichtig halte. Dass ich weder das Recht noch die allergeringste tatsächliche Möglichkeit habe, sein Verhalten zu steuern. In genau diesem Augenblick war ich innerlich ganz frei, genau das zu tun, was für mich selbst und meine Kinder in einer ganz konkreten, unwiderholbaren Situation richtig und wichtig war.


Mit den Kindern kann er machen, was er für richtig hält, und insgesamt würde er sie auch alleine großkriegen. Keine Frage. Anders als ich, mit viel Hilfe von außen, aber in seinem Sinn stringent. Ich befürchte keinen Schaden.
Im momentanen Alter der Kinder laufen aber die Termine halt noch über mich. Ich muss es planen. Und das muss schon verlässlich sein.

Ja, und Gerechtigkeit ist hier nicht das Thema, doch ergänze ich: Warum muss ich/müssen wir ständig Plan B vorbereiten, und der KV nie? WENN wir uns auf ihn einlassen, dann geht das nur mit Plan B. Den kann ich heutzutage aber nur seltener parat halten als vor einige Monaten.

Die Wahrheit ist: Der Vater meiner Tochter ist notorisch unpünktlich und ein gewohnheitsmäßiger Lügner.
Das war er vor ihrer Geburt.
Das war er in unserem Zusammenleben.
Das ist er im Umgang mit allen mir bekannten Mitmenschen.
Im beruflichen wie im privaten Umfeld.

Ich selbst leide nur daran, wenn ich mich daran abarbeite, wie ich diese Gewohnheiten ändern kann. 
Sobald ich mir klar mache, dass es nicht in meiner Macht steht, seine Werte und sein Verhalten zu ändern, kann ich sehr entspannt mit diesen Eigenarten umgehen.


Kann ich, entspannt sein, solange er und ich nichts gemeinsam machen müssen, wie Termine absprechen oder Unterschriften etc. Über die Kinder selbst sprechen wir nie ein Wort zusammen, das mindert bestimmt das Konfliktpotential. 
Wenn es um ein konkrekt zu erreichendes Ziel geht, kann ich mich leider nicht locker drauf einlassen und bsp. irgendwelchen Sachbearbeitern sagen: "Sorry, mein Ex hat das jetzt nicht so eilig mit der Unterschrift, da müssen Sie schon drauf warten!", wenn bis Datum xx.xx.yyyy alle Unterlagen da sein müssen und ICH schaffe es nicht, seinen Karl Otto drunter zu beschaffen. 

Na, das sind so seltene Fälle, irgendwann klappt das ja.
Der "geregelte Umgang" ist es, was immer, immer, immer wieder nervt.

Das einzige, was mir helfen würde, wenn es auch um mich geht, ist: Gar kein Kontakt!
Und da bin ich heilfroh, dass ich hier alle die engagierten Väter sehe, die sich so für ihre Kinder einsetzen und nie aufgeben. Das vermittelt ja auch mir in meiner Situation Perspektiven.
(Der KV macht sich übrigens diese Argumente zu eigen, aber er handelt nicht danach. Er spricht von Kindesentzug, obwohl er zu spät zum Mahlstein kam, wie du so schön sagtest.)

Bezüglich der Sommerferien (weder er noch wir haben die Mittel zu verreisen) habe ich meinem Ex gesagt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wenn er mit seiner Tochter eine Verabredung hat, werde ich für diesen tag keine anderen Pläne mit ihr machen. Wenn ich mit den Kindern einen Ausflug vorhabe, steht es nicht in seiner Macht, den zu verhindern.


Offensichtlich ertrage ich sein Gemecker nicht gut. Der KV will einfach nicht akzeptieren, dass ich mit den Kindern die kommende Zeit mit verschiedenen Dingen verplant habe. Er wird wieder versuchen, über sie zu gehen, was ich nicht korrekt finde.
(Ähm, jetzt verstehe ich auch andere Fälle besser. Eine Wattewand als "Kontrahent" ist zwar schon blöd, aber ein Fakirbrett noch viel blöder ...)


So, schönes Grüße ins Wochenende, aber ich lese bestimmt rein,

mahjoko 

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« Antwort #32 am: 12. August 2011, 21:08:19 »

Hallo,

jetzt hat der KV wieder "seine Rechte wahrgenommen". Genauso sieht er das und benennt es auch beim Abholen der Kinder so.
Zudem hat er erneut zusammengefasst nur "dumm geschimpft". Es stimmt nicht, was er sagte, es war sehr unfreundlich. Und eben vor den Kindern.

Ich mag mir das nicht gefallen lassen, denn er macht das jetzt scheinbar immer so. Seit mehreren Monaten. Haben nur neulich einmal telefoniert, s.o. Ansonsten hat nie Zeit für ein Gespräch und lehnt ja Vermittlungsangebote ab. Ich komme nicht an ihn ran. Mit ach und krach konnte ich die Kinder überreden, doch mitzugehen, immer eure weisen Worte hier im Ohr: "Zur Schule muss man auch gehen!" Dennoch ist ein Kind hier geblieben.
Leicht ungünstig für mich, denn ich hatte nach vielen Monaten mal einen kinderfreien Abend geplant. Egal.

Nochmal zum "müssen": Ist verständlich, dass es bei Papa manchmal unspektakulär ist. Abgsehen von TV, Süßigkeiten & Co. nach Wunsch, was eher junge Kinder von anderem ablenkt, aber bei älteren nicht mehr so zieht. Papa scheint nach Monaten, wenn er die Kinder einmal wenige Stunden sieht, erst mal in Ruhe und vor allem alleine Haushalt zu machen. Die Kinder hocken sich auf der Pelle in der winzigen Einraumwohnung und sollten mäuschenstill sein, während der KV zur Waschmaschine etc. abdampft. Lagerkoller, nenne ich es mal, kriegen die Kinder, und finden es furchtbar.
Die, denen das Schnökerprogramm also intellektuell nicht mehr ausreicht, die finden tausend Ausreden, warum sie nicht mitkönnen.
Dass Papa ganz schön unzuverlässig ist, haben sie von alleine mitgekriegt, und nur die, die noch ohne Datum leben, wundern sich nicht über Verspätungen oder Fernbleiben.
     Wer also mitmuss, weil es das Recht des KV ist, und nicht, weil der KV sich wirklich für einen interessiert, den kann ich ehrlich nur schweren Herzens zwingen. ("Papa antwortet nicht, versteht uns nicht, redet nicht mit uns ...")


Zurück zur Frage: Wie Beschimpfungen vermeiden? Eine Übgergabesituation schaffen, in der wir uns nicht treffen. Aber wie? Wo kann ich die Kinder alleine lassen, bis er kommt? Wobei dann übrigens seine Verspätungen noch viel mehr auffallen werden ...

LG, mahjoko 

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« Antwort #33 am: 22. August 2011, 11:27:46 »

Hallo,

noch ein Update, auch für mich als Gedächtnisstütze:

Ich habe jetzt die externen Vermittlungsversuche durch Jugendamt bzw. angeschlossene Beratungsstelle ad acta legen lassen.
Es nutzt nichts, wenn der KV überhaupt nicht reagiert, wenn ich ihm antrage, eine Lösung zu finden.
Baustelle geschlossen, und so gesehen: Er hat gewonnen! Er hat es ausgesessen und kann so weitermachen, wie bisher. (Sporadisch auftauchen, Unzuverlässigkeit, plus: so gut wie keine wörtliche Kommunikation der Elternteile, weder gesprochen, noch schriftlich.)

Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie blöd das ist, wenn unsere Kontakte im Moment folgendermaßen ablaufen:
Anruf, pampig: "Ich will am Wochenende die Kinder! Das ist mein Recht!"
Ich kitzele dann raus, von wann bis wann.
Seine Vorstellung ist nämlich, dass wir wirklich hier zu Hause sitzen und warten, bis er erscheint. Egal ob Freitagabend, Samstag irgendwann oder Sonntag irgendwann. Und ob er sie dann über Nacht mitnimmt oder nur für ein paar Stunden, darauf möchte er sich auch nicht gerne festlegen, bis er dann hier vor der Tür steht. Letzteres ist jetzt schon anderthalb Jahre so!
Wobei selbst seine Angabe, wie lange er die Kinder mitnimmt, für ihn nicht verpflichtend ist. Ich werde auch mal urplötzlich benachrichtigt, dass die Kinder jetzt sofort von irgendwo abzuholen seien. Er habe vergessen, dass er noch arbeiten müsse und müsse daher umgehend weg. Oder sie kommen nicht zurück, sind nicht erreichbar und am nächsten Tag kriege ich die Info, dass sie spontan irgendwo hingefahren seien und er abends zu müde war (oder was auch immer), mich zu informieren. (Nein, Handy ist dann aus, ich telefoniere dann natürlich hinterher.)

ABER: Die Kinder verkraften es im Großen und Ganzen jetzt besser als bsp. letztes Jahr. Hoffentlich bleibt das so! 
Alle zwei Monate ca. kann man das eben als Abenteuer betrachten und mitmachen, ein paar Stunden lang.


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« Antwort #34 am: 22. August 2011, 14:46:16 »

Ich habe jetzt die externen Vermittlungsversuche durch Jugendamt bzw. angeschlossene Beratungsstelle ad acta legen lassen.
Es nutzt nichts, wenn der KV überhaupt nicht reagiert, wenn ich ihm antrage, eine Lösung zu finden.

Ganz ehrlich, liebe Mahjoko?

So ein Theater würde ich nicht mitmachen.

Ich würde das an deiner Stelle protokollieren und beim FamFg einen geregelten und betreuten Umgang beantragen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe:

Jeder bekommt schriftlich, was sein Recht ist

und

Du bringst die Kinder alle 14 Tage samstags zum Kinderschutzbund, zur Caritas oder wohin auch immer. Dort übernimmt der Umgangspfleger sie in seine Obhut und du kannst sie wieder abholen, wenn der Vater bis zu einem bestimmten Termin nicht dort erschienen ist. Oder eben auch, wenn er die Kinder pünktlich abgeholt und zum Betreuer zurückgebracht hat.

Der Mann scheint ja förmlich darum zu betteln, dass ihm mal jemand - und zwar ein Gericht und nicht du - zeigt, dass das Vater Sein nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten umfasst.

Damit wirst du ihn zwar nicht dazu bringen können, zuverlässiger bei dir aufzutauchen.
Was wohl auf Beziehungsebens zwischen euch beiden ein Unding geworden ist.

Aber du kannst den  (idealerweise männlichen) Umgangspfleger als Puffer zwischen seine spontanen Entschlüsse und deine berufsbedingt straffe Zeitplanung schalten. So, wie dein Ex sich verhält, kannst du die Besuchszeiten weder planen noch zu deiner Erholung vom Alltag nutzen. Auch scheint die Gestaltung der Umgangstage nicht ganz zu den Wünschen und Bedürfnissen eurer Kinder zu passen. Das sieht aus meiner Sicht nach einem idealen Betätigungsfeld für einen engagierten (männlichen) Umgangspfleger aus.

Respektvolle, ressourcenorientierte  familie039 Gespräche von Mann zu Mann fallen häufig auf wesentlich fruchtbareren Boden als das "Gemotze"  nudelholz der Ex. Selbst wenn inhaltlich exakt dasselbe gesagt wird.

Die besten Wünsche von
 winkewinke Biggi

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Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
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« Antwort #35 am: 23. August 2011, 09:51:29 »

Hallo Biggi,


nein, ich glaube, ich möchte mich mit dem Thema nicht mehr beschäftigen, als nötig.

Im Großen und Ganzen ist die Mehrzahl der Kinder ja zufrieden mit der Situation, ab und an zu Papa zu gehen. Sie rechnen sich aus, wieviele und welche Süßigkeiten sie bekommen, und welche Filme sie gucken können. Und wenn das alles ist: Bitte!

Die Kinder aber tatsächlich "mit viel Gedöns" zu übergeben, den Umgang mit viel Aufwand zu organisieren, nur, um dann doch wieder vom KV versetzt zu werden, das will ich nicht.
In meinen Augen wird das dann eine belastendere Aktion/Gesamtsituation für die Kinder, als es die Unzuverlässigkeit jetzt ist.
Ich befürchte da mehr ´Knacks´ an ihren ziemlich zarten Seelen, als so.

In absehbarer Zeit vermutlich werden alle nicht mehr hinwollen, und ich kann nur sagen: Ich verstehe es.
Ihr dürft mich verbal niedermachen: Ich werde sie dann nicht zwingen, den KV zu sehen, weil es ihm einmal in Monaten einfällt, dass es JETZT SOFORT passt.

Protokolliert habe ich den Quatsch natürlich, denn das glaubt ja sonst niemand.
Allerdings widerstrebt es mir dennoch, das irgendwo anzubringen.

Richter wollen sich mit privatem Kleinkrieg nicht auseinandersetzen. Jugendämter auch nicht.
Und wie schon am Anfang jemand anmerkte:

Niemand kann einen KV dazu ´verdonnern´, der sich zwar der Argumente von VaterseintrotzScheidung bsp. bedient, aber sich sonst an nichts hält und eben nicht mit dem Herzen dabei ist, regelmäßigen Umgang wahrzunehmen.

Mal wieder hoffe ich, dass das Kapitel damit geschlossen ist und ich durch die Erkenntnis so gelassen wie möglich mit der Situation umgehen kann.


Oder doch bis zum nächsten Mal ?!?  ;)

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« Antwort #36 am: 28. September 2011, 10:00:07 »

Hallo,

Notiz für meine Dokumentation:
Demnächst sind es sieben Wochen ohne Umgang, in der Zeit hat der KV dreimal Umgang gewünscht. Und selbst wieder abgesagt. Einmal kam sein überraschender Umzug dazwischen (aha?!), einmal musste er überraschend etwas vorbereiten, und einmal überraschend arbeiten.
Während der Woche "verweigere" ich ihm den Umgang. Es bietet sich zeitlich nicht an, weil Schule ist, da kann man nicht einfach so mal ein paar Tage fehlen, auch wenn ein liebender Vater das wünscht. In den nahenden Herbstferien hat er wieder keine Zeit mehr. (Doch, er will sich eigentlich drum kümmern, aber wieso sollte das besser ausgehen, als in den Jahren zuvor?!)

Das also für meine digitalen Notizen.

In eure Richtung die Anmerkung, dass es der KV gegenüber anderen Menschen darstellt, als ob ich ihm den Umgang verweigere. Tue ich aber m.E. nicht! Er kann die Kinder sehen, wann es ihm passt. Aber er muss es dann schon noch selbst machen.
(Oder gilt folgendes als Umgangsverweigerung durch den betreuenden ET? : Ich bringe ihm die Kinder nicht binnen einer halben Stunde auf Wunsch hin, ich rede nicht mit seinem Chef und befreie ihn von der Arbeit damit er Zeit für Umgang hat, ich plane ihm nicht die Umgangstermine vor, ich sage ihm nicht exakt, was er mit den Kindern gemeinsam tun könnte, ich befreie die Kinder nicht von der Schule, wenn er endlich mal Zeit für sie hat etc.)

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« Antwort #37 am: 03. Oktober 2011, 20:26:35 »

Nächstes update:

Tatsächlich hat inzwischen Umgang stattgefunden, mit allen Kindern. Seit bald einem halben Jahr das erste Mal.
Den Kindern hat es gefallen, Übergabe hat top geklappt, Rückgabe hat der KV spontan beim Abmarsch von "nächster Tag morgens" in "nächster Tag abends" umgeändert und dann kamen sie unangemeldet noch später. Aber was solls, wenn alle zufrieden sind.
(Ich habe dafür zwei wichtige Termine abgesagt, und das so kurzfristig, wie ich es wusste! Da waren wir zwar eingeplant und ICH muss die Konsequenzen tragen. Als Umgangsverweigerin möchte ich absolut nicht gelten!)

Mitteilung der Kinder: "Papa will mehr Umgang!"

Kann er sich gerne an mich direkt wenden.
Dazu bin ich doch liebend gerne bereit!
Aber verlässlich sollte es sein. Keine Absage fünf Minuten vorher für eine Übernachtung oder auch nur stundenweises Treffen und das x mal hintereinander, bevor es dann einmal klappt. Und aus der Schule nehme ich die Kinder dafür auch nicht!
Aber in ihrer freien Freizeit, wovon es genug gibt, sehr gerne!

Schönen weiteren Gedenktagsabend,
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« Antwort #38 am: 03. Oktober 2011, 21:03:41 »

Ergänzung:
Aber er will zum Umgang nicht alle Kinder nehmen. Er hat doch kein Geld, kann sich den Umgang gar nicht leisten.  puzzled
Hat er den Kindern erzählt.

Jetzt haben die Kinder großes Mitleid mit ihm und überlegen sich, wer hingeht. (Die Großen sind ja ohnehin nicht mehr ganz s scharf drauf.)

*stöhn*
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« Antwort #39 am: 03. Oktober 2011, 21:58:30 »

Hi Majonko,

das ist ja wirklich unschön mit dem Umgang. Aber warum wird hier soviel Energie in "Spontan-Umgänge", die alle halbe Jahr stattfinden verschwendet? Warum nicht die klare und unmissverständliche Ansage an den Ex, dass er gerne alle 14 Tage das We Umgang mit seinen Kids haben kann (eh die gerichtiliche Minimallösung)? Diese WE werden von Terminen freigehalten und sind für ihn reserviert. Das wird ihm noch mal schriftlich verbindlich mitgeteilt.So hast Du planungssicherheit. Taucht er (was zu erwarten ist) am Freitag dann nicht auf, könnt ihr ein ruhiges We ohne große Vorplanung verbringen. Alles andere ist dann aber auch tabu. Dann bleibt die Tür sprichtwörtlich zu.

Und jeder ist für seinen Umgang verantwortlich. Da hat auch Dein Auto und andere Vorleistungen nichts zu suchen. Ansonsten sehe ich einfach die Gefahr, dass Du für DICH keine geregelte Zukunft OHNE schlechte Gedanken im Herzen aufbauen kannst. Gruß Ingo
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« Antwort #40 am: 03. Oktober 2011, 22:07:09 »

Taucht er (was zu erwarten ist) am Freitag dann nicht auf, könnt ihr ein ruhiges We ohne große Vorplanung verbringen. Alles andere ist dann aber auch tabu. Dann bleibt die Tür sprichtwörtlich zu.

Hallo Ingo,

da ich auch so ein Exemplar habe, mal paar Worte von mir dazu:

Die WE freizuhalten hat dann aber auch den Effekt, dass man bspw. Einladungen ablehnen muss, weil man die Zeit für KV blockt. Dann taucht der nicht auf oder sagt ab und man steht da und hätte den Termin / die Einladung usw. aber wahrnehmen können. Das gilt für die Kinder wie für die Erwachsenen gleichermaßen. Das kann nicht der Sinn der Sache sein, dass man von 8 freien Tagen 4 blockt und das bei einer Wahrscheinlichkeit im Promillebereich, dass der Herr sich dann bequemt seine Termine einzuhalten.

Man hat als Betreuungselternteil bei solchen Umgangselternteilen eine echte A-Karte.

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« Antwort #41 am: 03. Oktober 2011, 22:28:04 »

vorweg: die Situation ist sicherlich alles andere als optimal und wohl als ziemlich verfahren einzustufen. da gibt es sicherlich eine lange Vorgeschichte.

zum aktuellen: KV scheint (endlich question) Interesse am Umgang zu haben. Und mahjoko scheint( question) dies zu begruessen, im Sinne ihrer Kids.

Insofern ist doch jeder Umgang (sei es auch nur mit einem Teil der Kids) eine "Entlastung" für mahjoko. Kann sie doch froh sein.

und sollte mal ein WE fuer den  80. Geb der Oma reserviert sein, dann ist es halt so. PP für den KV. Aber scheinbar wird ja eh nicht davon ausgegangen, dass Kv regelmäßig Umgang warnehmen wird.

Ich seh kein Problem und Mahjoko sitzt jetzt bestimmt gluecklich auf dem Sofa und freut sich, dass Kids mehr Umgang mit ihrem Vater haben und sie selbst mehr Freizeit hat, alle sind gluecklich!

Gruss toto
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« Antwort #42 am: 03. Oktober 2011, 22:29:34 »

Hi Toto,

das ist mir schon bewusst. Ich denke nur, dass es ein kurzer Höhenflug ist und die Landung ziemlich unsanft sein kann. Er ist definitiv in der Bringeschuld, jetzt erst mal Verlässlichkeit zu zeigen. Dann kann man auch über "freihalten" wieder reden.

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« Antwort #43 am: 04. Oktober 2011, 08:29:53 »

Moin moin,

das ist ja bei uns ein alter Hut:

das ist ja wirklich unschön mit dem Umgang. Aber warum wird hier soviel Energie in "Spontan-Umgänge", die alle halbe Jahr stattfinden verschwendet? Warum nicht die klare und unmissverständliche Ansage an den Ex, dass er gerne alle 14 Tage das We Umgang mit seinen Kids haben kann (eh die gerichtiliche Minimallösung)? Diese WE werden von Terminen freigehalten und sind für ihn reserviert. Das wird ihm noch mal schriftlich verbindlich mitgeteilt.So hast Du planungssicherheit. Taucht er (was zu erwarten ist) am Freitag dann nicht auf, könnt ihr ein ruhiges We ohne große Vorplanung verbringen. Alles andere ist dann aber auch tabu. Dann bleibt die Tür sprichtwörtlich zu.
Und jeder ist für seinen Umgang verantwortlich. Da hat auch Dein Auto und andere Vorleistungen nichts zu suchen. Ansonsten sehe ich einfach die Gefahr, dass Du für DICH keine geregelte Zukunft OHNE schlechte Gedanken im


Seit Jahren verspricht er, sich um die Kinder zu kümmern. Sobald es ihm passt, oder er nennt sogar Zeiträume. Und das war´s!
Kommt selten bis nie, hat es vergessen, es ist ihm was dazwischen gekommen etc.
Ich saß schon mit seinen Zusagen da, hatte tolle Projekte über ein oder zwei Wochen angenommen, und er hat nicht mal abgesagt. Auf Nachfrage kam jede Menge Rumgeeiere (was hätte ich die Zeit gerne genutzt, um eine alternative Betreuung zu finden!!!) und schließlich dann das Eingeständnis, dass er nicht kommen würde. Drei Tage zu spät!
Meine Nerven!

Da bin ich tatsächlich skeptisch, ob es sich bei einer erneuten Ankündigung nun wirklich ändert.

Für "ein Kind nehmen" aus Finanzgründen bin ich nur sehr (!) schwer zu haben.
Auge gegen Auge mache ich nicht, doch werfe ich jetzt mal ein: Es hat mich noch nie jemand gefragt, ob ich genug Geld habe für meine Kinder. Ich arbeite halt!

Der KV ist nicht arbeitslos, der bildet sich jahrelang kostenpflichtig fort, nachdem er seine VZ-Stelle gekündigt hat!

Ich empfinde die Kinder überhaupt nicht als Belastung, auch wenn ich derzeit durch Job und Pflege beider Eltern und Kinder mit allem was dran hängt sehr auf dem Zahnfleisch krieche.
Trotzdem darf er ruhig alle auf einmal sehen! Sonst würde ihn jedes Kind auch nur zwei, dreimal im Jahr sehen. Das wäre ja eine tolle Regelmäßigkeit! (Der KV wohnt Luftlinie ca. 30 km von uns weg, also nicht am Ende der Welt.)

Zunächst darf er mal mit mir persönlich sprechen, ich mache auch den Anfang. ;)  Über die Kinder wird das jedenfalls nicht wieder laufen!

Eine gute kurze Woche wünsche ich euch,
mahjoko 
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« Antwort #44 am: 04. Oktober 2011, 10:18:41 »

Moin.
Ich saß schon mit seinen Zusagen da, hatte tolle Projekte über ein oder zwei Wochen angenommen, und er hat nicht mal abgesagt. Auf Nachfrage kam jede Menge Rumgeeiere (was hätte ich die Zeit gerne genutzt, um eine alternative Betreuung zu finden!!!) und schließlich dann das Eingeständnis, dass er nicht kommen würde. Drei Tage zu spät!
Meine Nerven!

Genau das meinte ich - Du solltest es einfach von der anderen Seite betrachten: Du hast halt die Kinder immer, an jedem WE, als gäbe es keinen Umgangsvater. Sprich, wenn Du eigene Projekte hast, musst Du für die Alternativbetreuung sorgen. Und falls tatsächlich der KV irgendwann (spontan) Lust auf Umgang hat, dann könnt ihr ja schauen, ob es passt, sprich ob ihr nicht im Urlaub seid, andere Termine anstehen etc. Und da Du Dich ja für die Kinder freust, dass ihr Vater sich für sie interessiert, solltest Du damit ja kein problem haben... Und schon ärgerst Du Dich nicht über spontan ausgefallenen Umgänge (und Dein ins Wasser gefallenes freies WE) sondern freust Dich über Umgang für die Kids und ein (überraschend) freies WE!

Ich weiß, optimal ist anders. Aber was ist schon optimal?? Du wirst KV nicht ändern können...

Der KV ist nicht arbeitslos, der bildet sich jahrelang kostenpflichtig fort, nachdem er seine VZ-Stelle gekündigt hat!

Eigentlich nicht Deine Baustelle. Auch hier machst Du Dir Dein eigenes Leben einfacher, wenn Du Dich nicht über die seltsame Berufs-/ Lebensauffassung Deines Ex ärgerst. Und wenn für Euch der KU daran hängt, musst Du Dir überlegen, wie wichtig und notwendig es für Dich ist, hier erhebliche Energie reinzustecken. Dann aber voll durchziehen, wenn Du Chancen auf Erfolg hast.

Dir auch eine schöne kurze Woche, Toto
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« Antwort #45 am: 04. Oktober 2011, 14:14:41 »

Hallo,

ich halte es auch so wie es TotoHH schreibt. Ich plane jedes WE mit meinen Kindern. Anfangs habe ich immer versucht Umgang zu gewährleisten indem ich KV hinterher telefoniert habe, ich dachte für die Kinder. Umso schlimmer war es dann weil sie sich Hoffnungen machten KV aber kurzfristig doch keine Zeit hatte.

Jetzt mache ich es anders, ich plane mit meinen Kindern und wenn er sich mal meldet bzw wenn die Kinder den Wunsch äußern , sie möchten gerne zu Papa dann rufen wir an, ganz kurzfristig entweder es klappt oder es klappt nicht. Es hat den Anschein das die Kinder dies so akzeptieren, was es für eine langzeit Auswirkung auf die Kinder hat weis ich nicht, kanns aber nicht ändern.

LG Andrea
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« Antwort #46 am: 04. Oktober 2011, 14:58:14 »

Hi Mahjonko,

gut, aber wenn er seit Jahren mit der Nummer durchkommt, ist er ja so konditioniert, dass er sich nur 1 x im Jahr melden braucht und dann springt alles für ihn. Würde ich nicht mit mir machen lassen, insbesondere da DU keine planbare Freizeit dadurch bekommst. Aber ist immer leicht hier am "grünen Tisch" Tipps zu geben, kann LBM und Dich auch verstehen. Gruß Ingo 
 
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« Antwort #47 am: 07. Oktober 2011, 13:09:55 »

Jepp,

ist nicht so leicht ...   dreiaffen 

In der Zwischenzeit gab es noch ein kurzes Treffen wg. Geburtstag eines Kindes. (Unerhört, vormittags, wenn´s ihm am besten passt, wollte ich auch dieses mal nicht das Kind aus der Schule daheim behalten, damit der KV es sehen kann ...) KV wollte sich per Telefon ankündigen, weil eine Schnitzeljagd geplant war, und er nur in genau dieser Zeit auftauchen konnte, zur seiner Vormittagsalternative. Dann hätte ich das Geburtstagskind und den KV irgendwie zusammengelotst. Fazit: Er kam unangekündigt, die Rasselbande war on tour, er hatte nur fünf Minuten, und wollte auch trotz wiederholter Einladung nicht warten.
Also zog er unverrichteter Dinge wieder von dannen.
Habe versucht, die fünf Minuten, die er wartete (aber exakt!), für Gespräche zu nutzen. Ohne Ergebnis. Als ob er neuerdings ertaubt ist.

Ja, und so werde ich beim nächsten Himmelfahrts-Besuch entweder wieder alles möglich machen, oder wieder alles machen, wie wir es uns hier vorgenommen hatten. Nach Tagesform ...  boxjoke 

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« Antwort #48 am: 26. November 2011, 14:34:56 »

Es ist wieder mal Umgang. Zwischenzeitlich war der KV krank (erkältet!) und mal kurz hier. 

Die Kinder sträubten sich diesmal bzgl. Umgang, was er begrüßt, da er weiterhin am liebsten nicht alle Kinder gleichzeitig nehmen will. Zu teuer! Allerdings böte er auch keine Alternative an, sondern pickt sich halt ein Kind raus, und die anderen gucken dann ersatzlos in die Röhre.

Ich habe aber alle Kinder mitgeschickt.

Sie haben Angst mit ihm, und jetzt wird hier bitte nicht gestöhnt!, weil sie mit Öffis fahren. (Keine Angst vor ihm!) Unterwegs begegnen meine Landeier dann auch vielen besoffenen  Fußballfans, und die Kinder kriegen doll Angst. Weil Papa sie nicht beschützt. Da müsste ich schon bitte mitkommen und sie begleiten ...

Sie wollen nicht hin, weil sie sich dort immer zanken und weil Papa nicht reagiert.
Diese Ablehnung von seiten der Kinder kommt irgendwie auch immer erst direkt bevor es losgeht. So lange kein Umgang ansteht, werden einige Bilder für Papa gemalt, weil das alle Kinder in der Schule machen, und davon ab wird nicht über den KV geredet bei uns im Haus.
Aber wenige Stunden, bevor es losgeht, kriegen die Kinder manchmal ihre "Zustände".
Normal? ?

Papa hat sich erneut über die Reisetasche mit den Klamotten beschwert. Die letzte war ihm nicht genehm, und die aktuelle ist es auch nicht.
Außerdem haben die Kinder "zu billige" Klamotten an! (Nein, er wird sie nicht einkleiden, denn er hat schon kein Geld für eine Fahrkarte, und die kostet nicht mal 1,50€! )
Zur Begrüßung mussten die Kinder ihn bedauern, weil er krank war zwischendurch. Erkältung. Aber er wäre fast dran gestorben, allein dieses Jahr zum 5. x ca. Da kann man sich auch eine Begrüßungsfloskel mit sparen ...^^

-> Er schämt sich für seine Kinder und kann ihnen nicht mal Geborgenheit/Sicherheit vermitteln??


Es gab hier neulich einen User, der sich genauso gebar wie mein Ex, nur dass meiner gar nicht so viel schreiben würde oder sagen.

Und natürlich kam ne Stunde zu spät ohne Ansage, so dass ich wieder mit meinen Terminen in die Bredouille komme.
Abgesehen davon, dass ich sowieso kurz auf knapp hätte umarrangieren müssen, wenn ein oder mehrere Kinder hier geblieben wären.
Wann er sie zurückbringt weiß er nicht. Die Kinder streiten sich um die Zeit, weil sie Angst haben vor dem Rückweg.
Und der KV sagt nichts dazu.
Meine Zeit habe ich gesagt. Aber das war wie pures Ausatmen, einmal kurz die Luft erwärmt. ...

Ich weiß, es wird sich nicht ändern.

Aber ich sage erneut: So einen Stress akzeptiere ich zunehmend weniger!
Bald werde ich aktiv den Umgang unterbinden, und ich nehme an, dass ich damit durch komme.

Da kann der KV, der sich soooo sehr anstrengt, auf Kosten der Allgemeinheit, der noch nie einen Cent für die Kinder gezahlt hat usw., und der nach all den Lasten seiner freiwilligen zweiten Grundausbildung nicht nur die Welt, sondern vermutlich gleich das ganze Weltall revolutionieren wird, vermutlich nichts machen.
Ist ja eh zu sehr eingebunden.
 

 rofl2
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« Antwort #49 am: 10. Dezember 2011, 14:05:30 »

Der KV will Umgang! Und zwar heute! Aber vielleicht schafft er es auch nicht mehr heute. Dann eben morgen!

(Diese netten Zitate dienen vornehmlich meiner Dokumentation ...)
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