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vatersein.de - Forum 25. Mai 2012, 13:36:26 *
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Autor Thema: Fazit knapp 6 Wochen nach Auszug  (Gelesen 858 mal)
ganz_allein
_ganz_allein
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 40


« am: 19. Januar 2011, 15:49:35 »

Hallo,

nun wohne ich schon seit 08.12. in meinen eigenen 4 Wänden. Nach anfänglich wenig Zeit zum nachdenken, durch die Arbeit und die Wohnung einrichten, kommt jetzt langsam die Zeit des alleinseingefühls. Ich habe die Kinder jetzt immer regelmäßig mindestens 2 Tage aller 8 Tage bei mir gehabt...nun fängt es aber an, mir immens schwer zu fallen wenn der Zeitpunkt der Rückgabe kommt. Schon bei dem Gedanken, wenig später in die leere Wohnung zu gehen, bekomm ich nen kalten Schauer auf dem Rücken. Ich sitz dann auf dem Sofa und in meinem Kopf spielt der Film der letzten Stunden mit den Kids....ich hab Angst, dass dieses Gefühl stärker wird von mal zu mal. Ich geh schon öfters aus dem Haus und treff mich mit Freunden, aber am Ende das Tages ist immer die Wohnung...die Plüschtiere der Kids...Sachen und Dinge von ihnen...aber nicht sie.....

lg

ganz_allein
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Das Recht der Väter auf ihre Kinder und das Recht der Kinder auf ihre Väter ist ein Menschenrecht!
Tomate
Zeigt sich öfters
**
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 64


« Antwort #1 am: 19. Januar 2011, 18:43:26 »

Hallo,

das kenne ich noch sehr gut, dieses widerliche Gefühl.

Bei mir ist es allerdings schon 4 Jahre her. Und nach den ersten ca. 1-2 Jahren musste ich feststellen, dass man immer mehr loslassen muss bzw. es auch unbewußt tut. Damit man nicht emotional ganz vor die Hunde geht. Und deine Kids haben am Ende auch nichts davon, wenn es Papa emotional immer schlechter geht.

Das ganze passierte schleichend, war aber wohl als Selbstschutz ganz gut. Heute ist es nun so, dass ich trotz der wiedrigen Umstände ein super Verhältnis zu meinem Kind (knapp 6 Jahre alt) habe. Die Kurze ist beinahe jedes WE bei mir und übers Jahr verteilt in den Ferien auch noch einmal ca. 5 Wochen.

Ja, die Freuden der Vaterschaft wie sie eigentlich sein sollten, habe ich so auch nicht erlebt. Dafür habe ich trotzdem ein sehr inniges Verhältnis zu dem Kind, da die Umgangswochenenden idR viel intensiver sind, als wenn man überspitzt gesagt so selbstverständlich und kontinuierlich wie eine Tapete an der Wand im Leben des Kindes präsent ist.

Ich weiß, dass tröstet jetzt alles nicht unbedingt. Aber ich will damit nur sagen, dass nach dem Tief in dem Du bist es auch wieder bergauf gehen wird. Und wenn Du das beste daraus machst, wirst Du am Ende auch durch eine gute Beziehung zu deinen Kindern belohnt.

Kopf hoch,
Tomate
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Loge
Rege dabei
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 186

aka Clochard


« Antwort #2 am: 20. Januar 2011, 08:41:49 »

Hallo,

auch ich kenne dieses Gefühl nur zu gut. Dabei sind meine Kleinen sehr oft bei mir und die Trennung liegt jetzt auch schon fast 4 Jahre zurück. Aber das Gefühl ist geblieben. Ich habe mich damit abgefunden. Dies wird Bestandteil meines Lebens sein mindestens solange bis die Kleinen ein eigenes Leben führen. Schlimm finde ich auch die Tage an denen die Übergabe abends erfolgt. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, ab dem alle, die Kids und ich, auf die Übergabe warten. Ich finde Übergaben morgens nach dem Frühstück, vor oder nach KiGa, Schule besser. Meißtens gehen wir vor der Übergabe schwimmen. Das erleichtert auch vieles.

Was mir hilft ist den Blick nach vorne zu richten. Auf die Tage an denen wir uns wiedersehen und darauf freue ich mich. Diese Freude wiegt mehr als die Traurig- und Einsamkeit. Es hilft mir auch wenn ich dann die Sachen der Kinder neu ordne und mir überlege was wir beim nächsten Umgang alles anstellen werden. So plane ich dann die Utensilien zum Basteln, Malen, Sport etc.

Ich hatte die Kinder Mittwochs und am Wochenende. Leider mussten wir dies ändern. Ich kann aber jedem nur empfehlen, den Umgang in kürzeren Abständen zu gestalten. Es ist dann so als würde man trotz der Trennung ein gemeinsames Leben führen.

Wünsche dir und den Kindern alles Gute. Lass dich nicht unterkriegen.
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ganz_allein
_ganz_allein
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 40


« Antwort #3 am: 20. Januar 2011, 10:48:04 »

Hallo und danke für eure Worte.

Ja, ich denk auch, dass man sich an einen neuen Lebensumstand gewöhnen kann mit der Zeit. Ich versuche immer, die Übergabe relativ schmerzlos für beide Seiten zu machen. Aber wenn dann die Kinder fragen, ob ich nicht noch etwas bleiben kann, hat man immer irgendwie einen Eisklumpen im Magen. Bringe sie auch relativ "zeitig" heim, um nicht unbedingt dem "Next" über den Weg zu laufen. Ist eh schon ein blödes Gefühl, in seiner ehemaligen Wohnung zu stehen und seine eigenen Kinder abgeben zu müssen......
Das der Kontakt zu den Kindern durch die Trennung intensiver geworden ist, kann ich bestätigen. Man nimmt sich für Kleinigkeiten mehr Zeit und ist sensibler gegenüber einigen Sachen. Man genießt alles anders. Aber das nacht es dann leider auch wieder schwerer beim auseinandergehen.
Aber es ist immer schön zu sehen, wie sehr sie sich freuen wenn ich sie hole und wie sie es genießen, bei mir zu sein.....

lg

ganz_allein
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Das Recht der Väter auf ihre Kinder und das Recht der Kinder auf ihre Väter ist ein Menschenrecht!
Franzi73
Rege dabei
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 193


« Antwort #4 am: 20. Januar 2011, 11:05:13 »

Hallo ganz allein,

ich berichte mal von der Wechselmodellgeschichte (mehr oder weniger). Mein Sohn ist schon größer (13). KV und ich haben ihn jeder 14 Tage. Mehr oder weniger wegen KV Schichten.

Dieses Gefühl das es komisch ist zu Hause wenn Kind weg ist, das legt sich auch bei dieser Variante nicht. Die erste Zeit tat es weh und irgendwie war ich auch wie geblendet. Aber das hat sich mittlerweile verändert. Es ist immernoch da, nur in einer abgeschwächten Form. Ok wir haben den ganz seltenen Fall das KV und ich sehr gute Freunde sind und jeder den Sohn sehen kann auch wenn nicht seine 14 Tage sind.

Ich glaube auch bei dir wird die Zeit dieses Gefühl verändern. Du wirst dir sicher auch nach und nach ein anderes neues Leben aufbauen. Auch was Tomate schrieb mit den nächsten Umgang zu planen finde ich gut. Ich hab auch schon überlegt was wir nä. WE machen können wenn ich Sohnemann am Samstag abhole. Das Planen verkürzt die Zeit. Eins noch. Ich genieße aber auch mittlerweile diese "freie" Zeit. Da werden Sachen reingepackt die ich nicht mache wenn Junior bei mir ist. Versuch es doch auch von diesem Punkt zu sehen. Ich drück dir die Daumen.

LG
Franzi
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peter68
_peter68
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 155


« Antwort #5 am: 20. Januar 2011, 12:02:14 »

Hallo ganz allein,

oh ja dies Gefühl kenn ich auch zu gut (oder schlecht).
Sobald die Kinder weg sind wird es ruhig, das lachen schreien und spielen ist vorbei, die Spielsachen liegen noch rum (und bleiben auch liegen bis die Kinder wieder da sind) und ich weiß nicht was ich mit meiner Zeit anfangen soll. Die schlimmste Zeit sind immer die ersten 2 - 3 Stunden, dann wird es besser. Tagsüber arbeiten, Sport treiben ablenken. Aber abends, ich schleiche vor dem Zubettgehen immer noch durch die Kinderzimmer (so als lägen sie in ihren Betten). Dann ins Bett und das Grübeln über ein sinniges Leben ohne Kinder beginnt.
Die Trennung ist jetzt über ein Jahr her, es wird langsam besser, aber mein Leben findet eigentlich nur in der Zeit statt wenn die Kinder da sind. Und ich bin schon in der glücklichen Lage meine Kinder 3 - 4 Tage die Woche bei mir zu haben. Ich hoffe das mir das wenigstens erhalten bleibt.
Vielleicht stimmt es ja, das man sich an alles gewöhnt, aber will ich das überhaupt???

Grüsse an alle die eigenen Kinder vermissenden Väter und Mütter

Peter

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wedi-
_wedi
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1.961


« Antwort #6 am: 20. Januar 2011, 17:49:09 »

Hallo
... die Spielsachen liegen noch rum (und bleiben auch liegen bis die Kinder wieder da sind)
Ja, so habe ich das auch anfangs gemacht, ich habe teiweise sogar in den Betten der Kinder geschlafen.

Mit der Zeit wurde aber alles besser.
Es vergeht kein Tag an dem ich nicht an die Kinder denke.
Der Abschied fällt auch nach 8 Jahren sehr schwer, aber das Wissen die Kinder bald wieder bei mir zu haben hilft mir sehr.

Auch bei dir wird es besser.
Wünsch dir alles Gute.

Gruss Wedi
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