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vatersein.de - Forum 25. Mai 2012, 12:19:31 *
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Autor Thema: ....und es kam schlimmer. Vom liebenden Vater zum geknechteten Verlierer (Lang!)  (Gelesen 1864 mal)
Dukatenesel
Frischling

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 5


« am: 28. Oktober 2010, 19:50:42 »

Vater sein......gerne, wenn man es könnte und dürfte.

Ich muss jetzt erst mal wieder nach Luft schnappen bevor ich die folgenden Zeilen schreibe. Ich bin echt nur noch rat- und fassungslos was einem beim "Vatersein" so widerfahren kann. Das Sprichwort "...und der Herr sprach, lächele und sei froh - es könnte alles schlimmer kommen-  und ich war froh - und es kam schlimmer  puzzled

Fangen wir aber mal vorne an.

Im Jahre 2009 wurde ich nach knapp 12 Jahren Ehe geschieden. Tatsächlich dauerte die Ehe allerdings nur bis 2003, denn ab diesem Jahr lebten wir getrennt. Bevor jetzt gleich die ersten Aasgeier hier nach Steuerflucht schreien, sei gesagt, dass von Anfang an alles offiziell war und mit gemeinsamem Anwalt gleich die Verbindlichkeiten geklärt wurden.
Aus der Ehe gingen 2 Kinder hervor. "Töchterlein", jetzt 14 und Sohn, jetzt 11 Jahre.

Als 2009 die Ehe rechtskräftig geschieden wurde, haben wir gemeinsam auch auf Basis der damaligen Umstände faire Abkommen zum Ehegattenunterhalt gefunden und den Kindesunterhalt nach Düsseldorfer Tabelle bemessen. Somit bekommt die Ex notariell zeitlich begrenzt monatlich 700€ und der Kindesunterhalt ist zusammen auch 700€ (gerundet).
Dass die Kinder bei der Mutter leben war "selbstverständlich", denn ich wäre auch beruflich kaum in der Lage gewesen mich um die 2 angemessen zu kümmern.
Gesichert wurde der Unterhalt für die Ex über eine Art Treuhandkonto, welches von mir mit dem Gesamtbetrag befüllt wurde (30.000€) damit diese Verbindlichkeit auch bei einem Crash von mir nicht ausfällt. Ebenso wurden alle Notar, Anwalts und Gerichtskosten von mir übernommen. Dass dies alles nicht aus der Portokasse kommt kann sich sicher jeder denken und so habe ich dies fast alles finanziert, und begonnen Lösungen zu finden von den Schulden eines Tages wieder los zu kommen. Seit nun über einem Jahr habe ich fast jedes Wochenende komplett gearbeitet. Jede Sonderschicht wurde von mir genommen, einen zusätzlichen 400€ Job gehe ich nach Feierabend auch noch nach. Es gelingt mir sogar, dass ich mir mit meiner neuen Partnerin und allen Kindern (3) im Sommer einen Urlaub leisten konnte (Camping).......und dann wurde alles viel schlimmer

Mit 3 Kids und Hund machten wir uns auf in den Urlaub - wollten Spaß und "Familie" genießen. Die ersten Tage gingen noch gut - außer mein "Töchterlein" waren wir alle so eng beieinander (Symbolisch gesprochen) wie schon lange nicht mehr. Die Tochter erzählte zwar was von "geilem Urlaub" und "Super Daddy", ging uns aber aus dem Weg. Warum dies so war stellte sich erst viiiiiiiieeeeeeeellll später heraus.
Während den Zeiten als  am Strand lagen oder im Meer schwammen nutze  Töchterlein die freie Bahn und zog mit sehr fragwürdigen Gestalten zum Wohnwagen wo sie zunächst mal alles an Alkohol räuberten damit sie anschließend dem Nachbar den Garten düngen konnten. Leider haben wir dies auch erst viel zu spät erfahren - ich ertappte sie zwar mit Ausfallerscheinungen, nur wusste ich auch in der Situation nicht wie ich mein Verbot durchsetzen konnte. .........aber es kam noch schlimmer!

Nachdem ich dann über mehrere Tage höflichst darum bat, Töchterleins "Kosmetikartikel" aus dem Bad ein wenig aufzuräumen wurde ich stets vertröstet- aber ich hab' ja Geduld. Dann wollte Töchterlein ein wenig Taschengeld für den Abend. Oh, dachte ich! Kein Problem, aber bitte vorher kurz die Sachen im Bad (Wohnwagenbad) aufräumen. Dies hatte Töchterlein aber auch nicht nötig und zog somit ohne Geld weiter. Später - aber auch hier viel später - stellte sich heraus dass sie an der Straße dann Leute anschnorrte nach Geld und Kippen....... aber es kam noch schlimmer!

Ich war es irgendwann leid, ständig über die Klamotten und Schminksachen von Töchterlein zu steigen und räumte selbst auf. Nur habe ich dann dahingehend aufgeräumt, dass die Sachen erst mal vom Erdboden verschwunden waren. Dass dies dem Töchterlein aber nicht gefiel kann sich sicher jeder vorstellen. In dieser Situation aber auf ein Angebot, dann wenigstens den Abwasch am Abend zu übernehmen mit Rückgabe der Gegenstände als Gegenleistung  einzugehen, war Töchterlein aber "zu viel Stress", sie hatte "keine Zeit". Somit haben wir anderen halt wieder gespült, ihr kleiner Bruder und Stiefbruder boten ihr noch an zu helfen und halten dann eben uns Erwachsenen.  Ein paar Stunden später wusste ich auch warum es ihr egal war, denn der Wohnwagen wurden dann aufgebrochen, durch die Scheibe eingestiegen und durchsucht. 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen – sie hatte nun Schminksachen und zufällig auch noch ein wenig Geld gefunden.......... aber es kam noch schlimmer

Wir befanden uns in der letzten Urlaubswoche. Ich gebe zu, hier schon resigniert zu haben und hoffte nur noch bald nach Hause zu kommen. Töchterlein versuchte jeglichen Dialog mit mir zu vermeiden oder über Dritte zu kommunizieren. Dennoch schnappte ich am Abend noch ein Getuschel auf, wie sie zu einer ihrer Freundinnen (aus 8Köpfiger Familie stammend mit ständig wechselnden Wohnsitzen) sagte: "Bei dir ist schon alles geklärt, der nächste Schritt wird aber viel schwer....". Ich hörte gleich die "Nachtigall trapsen" und mir fiel ein, dass andeutungsweise über eine (alleinige) Verlängerung des Urlaubs nachgedacht wurde. Ich fragte mich aber nur, wann und wie sie mir nochmal die Kommunikation finden will um überhaupt zu Fragen. Dass hier ein viel hinterlistiger Weg genommen wird hätte mir nicht in den Sinn gekommen.
Ein Tag vor Abreise wurde dann bereits alles weitgehend zusammengepackt. Fast alle helfen, arbeiten und freuen sich auf ein schönes, letztes Abendessen. Doch wer glänzte wieder mit Abwesenheit? Genau, eifrige Leser kennen die Person. Ich sah sie mehrfach wie sie aus der Ferne beobachte, ob unsere Arbeiten vorangeschritten sind. Und so kam es wie erwartet zur Rückkehr des Töchterleins im Moment wo alles beendet schien. Was wir alle aber extra für sie aufgehoben haben, war ein wenig Abwasch. 3 Wochen haben fast nur wir Erwachsenen, und einige wenige Male auch Bruder und Stiefbruder geholfen. Völlig fassungslos über diese Forderung erklärte sie nur dass ich sie am A.... lecken kann und sie jetzt noch mit Freundinnen weg muss. Nun wurde der Ton auch bei mir schärfer! Ein ausgesprochenes Ausgehverbot wurde mit noch schlimmeren Wörtern kommentiert wie ich sie selbst auch noch nicht gehört haben, bis ich sie anschließend am Arm festhaltend am weggehen hindern wollte. ......... Ohweh! Sie schrie den gesamten Campingplatz zusammen und erzählte ich wäre sie am totschlagen, rannte weg und schrie weiter und weiter und weiter. ......... Was soll's dachte ich, morgen geht es heim. ........doch es kam schlimmer

Ich war gerade mit meiner Lebensgefährtin und den Jungs am abwaschen (sie halfen freiwillig!) als dann der erste Sicherheitsmann kam und mich nach "körperlicher Gewaltanwendung" fragte in seinem sehr schlechten Englisch. Ich erklärte die Situation und konnte auch mit Hilfe von einem Augenzeugen deutlich machen, dass hier nur ein hysterisches, pubertierendes Mädel ihren Kopf will. Dies war aber anscheinend eine nicht zu verkraftende Niederlage für das Töchterlein. Sie  mobilisierte dann ca 15-20 Halbaffen aus einem Jugendcamp (schwer erziehbare) die zunächst Lebensgefährtin und sogar die kleinen Jungs bedrängten bevor sie fast über mich herfielen. Bewaffnet mit allem was man in einem Urlaubsland so frei erwerben kann. Wir retteten uns zum Platzpersonal und versuchten die Lage zu klären. Mit unseren Informationen ging das Sicherheitspersonal dann in die Jugendgruppen, welche dann alle bezeugen wollten, wie ich die Tochter zusammengeschlagen habe. Ein langes hin- und her ging los und die Tochter erklärte, dass sie Angst hätte mit mir nach Hause zu fahren. Die Jugendgruppe würde ja auch in ein paar Tagen abreisen und da könnte sie ggf. mit. ....... Klingeln da wem die Glöckchen nun?! Und ich Idiot dachte sie versucht mich auf diplomatischen Weg zu überzeugen! Ich ersuchte das Personal nun doch bitte die Polizei einzuschalten und die Mutter in Deutschland anzurufen. Wenn hier alle der Meinung sind, dass ich zu gefährlich bin so soll es halt sein.
Das Gespräch mit der Mutter verlief dann aber zu meinen Gunsten. Ähnliches wurde nämlich einige Wochen zuvor von Töchterlein bei der Mutter versucht, nachdem eine Ausgangssperre verhängt wurde. Auch hier waren dann schnell einige Halbaffen um das Haus versammelt und sie drohte aus dem Fenster zu springen..........Auf jeden Fall merkte Töchterlein schnell - und auch der Security- dass hier die Nummer durchschaut wird. Quittieren tat sie dass mir sehr, sehr, sehr harten Worten allen Beteiligten gegenüber. Das wichtigste war aber, dass ich sie im Auto hatte und auch noch am Abend abreiste. Die Situation war mir für eine weitere Nacht zu gefährlich - Hauptsache weg hier!!!!

Ab dann war es zunächst mal unspektakulär, auf dem Heimweg hatte sie auf einmal wieder Spaß mit Bruder und Halbbruder und tat so als wäre nie etwas gewesen. Meine Nerven allerdings waren am Ende - 1200km zermarterte ich mir den Schädel was hier für ein Scheißfilm abläuft. Zuhause angekommen lies ich sie aus dem Auto und kommunizierte die nächsten 3 Monaten nichts mehr mit ihr,.........bis zu dem Wochenende im September......denn es kam schlimmer.

Ich war gerade dabei meinen Sohn zum Besuchswochenende abzuholen, als ich in eine Situation hineingeriet zwischen einer Gruppe Jungendlichen, Töchterlein und Mutter. Anlass waren ein Arrest nach mehrfachen Schwänzen der Schule und die Bitte des Aufräumens ihres Zimmers (hier entstanden schon Biowaffen, die der Genfer Konvention nicht entsprechen). Quittiert mal wieder mit schlimmen Kommentaren und Beleidigungen. Mich nur zu sehen animierte Töchterlein auch noch eine Schippe draufzulegen. Meine Ex bat mich in die Wohnung, zeigte mir was alles so Vorgefallen ist wonach auch ihr mit deutlichen Worten Töchterlein in die Wohnung aufforderte. Da sie dieser Bitte nicht nachkam habe ich ihr Zimmer dann aus dem Fenster auf die Straße befördert. Glaubt mir,  für den Blick allein war es die Aktion wert! Sie schrie nach Polizei und Anzeige - es war mich sowas von egal! Auf einmal fand ich ihr Zigarettendepot! Cool, denke ich, das fliegt nicht aus dem Fenster, dann kommt sie vielleicht hoch dachte ich und hatte recht. Nettigkeiten wurden nicht getauscht und nachdem Töchterlein ihre Forderungen nach dem Zeugs mit heftigen Bissen in den Arm der Mutter durchsetzen wollte bekam sie dann auch von ihr eine gescheuert! ...ihr könnt euch Vorstellen, was dann kam. Die Misshandlung wurde wieder ausgerufen und der Wunsch der Polizei. Wir kamen nur diesmal diesem Wunsch nach und fuhren sie hin.

Nach einiger Zeit von Befragung und Gesprächen und unter Einbeziehung von ärztlichem Rat kam hier Bewegung in die Sachlagen. Zwischenschub: Ärztlicher Rat wurde von mir verlangt, da Töchterlein schon über längere Zeit ritzte, sich deswegen schon bei Psychologen befand, und gefundenen Abschiedsbriefen bei der o.g. Räumungsaktion. Schnell war klar, dass Töchterlein professionelle Hilfe braucht und wurde somit noch am gleichen Abend zur Kinder- und Jungendpsychiatrie gebracht. Dort verbrachte sie eine Woche (freiwillig) und unterzog sich auch einiger Untersuchungen. Ergebnis zusammengefasst waren Tendenzen zu Borderline und stark gestörtes Aggresionsverhalten. Zudem scheint das Wahrnehmungsgefühl nicht stimmig zu den tatsächlichen Situationen. Eine Therapie wurde dringend empfohlen (DBT- Programm) und auch um einen Therapieplatz wurde sich intensiv gekümmert. Die vorläufige Entlassung nach einer Woche war jedoch unumgänglich, doch fühlte zum einen meine Ex sich nicht in der Lage bis zur Therapie (4 Wochen Wartezeit) mit Töchterlein klar zu kommen. Auch ich hatte hier meine Zweifel und auch große Sorgen um den Sohn. Noch ein Einschub: Die Ex ist stark spielsüchtig (Onlinerollenspiele) und kümmert sich auch nur fraglich um die Kids. Dennoch ist die Bindung zur Mutter sehr stark und eine Änderung würde sicherlich die Wunden noch vergrößern. Leider habe ich es noch nicht geschafft sie hier einsichtig zu bekommen - Einschub Ende. Somit wurde zusammen mit dem JA die sog. Inobhutnahme gemeinsam organisiert und Töchterlein kam ein eine betreute Wohngruppe.

Hier hat sie nun dann auch den Kontakt zur Joints gefunden und bereits nach ein paar Tagen war der Schnelltest positiv. Schlupflöcher gibt es anscheinend Genug und die Nikotinsucht ist leichter zu stillen als zu Hause. Ständig dürfen die Kids noch "kurz um die Ecke frische Luft schnappen".
Dennoch schienen mehr Regeln dort angenommen zu werden wie zu Hause. Es gelang sogar ein Gespräch mit ihr und ein paar nette Telefongespräche. ......bis es wieder schlimmer kam.

Mit dem JA wurde besprochen, dass die Kosten der Inobhutnahme vom Land getragen werden. Normalerweise nur kurzzeitig, aber auf Grund der Nähe zur Therapie (Kassenleistung) ließe man hier auch ein wenig mehr zu. Möglicherweise würde mein  Unterhalt an die Ex und deren Kindergeld einbehalten, ansonsten würde ich dann nichts mehr von denen im Bezug auf Kosten hören. ….wenn dann da nicht Töchterlein wäre.
Da sie innerhalb von 2-3 Wochen nun alle Schlupflöcher und Tricks kennt, kommt es auch nicht mehr in den Sinn noch eine vollstationäre Behandlung einzugehen. In der einen Woche bereits musste sie ihre Sucht mit Nikotinpflastern befriedigen lassen – sowas tut man sich sicher nicht an. Eine Ambulante Therapie könnte sie sich vorstellen, mehr aber auch nicht. 
Als ich dies von meiner Ex erfuhr konnte ich es kaum fassen. Es  empfehlen alle, die „Töchterlein“ kennen eine schnelle und intensive Therapie, und Töchterlein darf sich was wünschen und wünscht sich ein Leben in der Wohngruppe. Klar, ich kann verstehen, dass dies unangenehm ist. Aber die Zukunft wird in der jetzigen Lage auch nicht rosiger.
Zudem kommt auch noch der finanzielle Aspekt. Das JA will von mir alles offengelegt haben was in die Geldbörse rein und rausgeht. Ich Depp geb hier Gas um die Altlasten von der Backe zu bekommen bis zum Umfallen, und die wollen neu Berechnen? Noch mehr bezahlen? Auf Frage bei meinem Anwalt bekomme ich zu hören, dass er einen Mandant vertritt, der in ähnlicher Situation einen Eigenanteil von 1200Euronen monatlich bezahlt.
Jetzt tue ich meine Bedenken, zum einen die Einrichtung auf Grund der Nachlässigkeiten nicht optimal zu finden, als auch die ambulante Therapie wenig wirkungsvoll zu erachten, kund mit dem Ergebnis, dass sofort die Androhung kommt mir per Gericht des Sorgerechts zu entziehen.
BITTE? – Da bringt man seine Meinung ein und wird so abgefertigt? Wo leben wir hier? Da hat man eine Tochter die einem alles Gefühl im Körper ausgebrannt hat, kämpft für das Wohlergehen aller Beteiligten und dann ……. „Sorgerecht entziehen“ ……….“zahlen!?“
Wenn ich die Möglichkeiten, die mir das JA zur Auswahl stellt abwäge, so können die sich mein Sorgerecht dorthin stecken, wo die Sonne selten hinscheint! Ich werde den Teufel tun und zustimmen. Ich werde aber auch nicht nochmal einen Gerichtsprozess zahlen. Die sollen das Sorgerecht dann einfach haben.
Wenn sie mein Geld wollen, so sollen sie es auch haben. Ich kann echt nicht mehr und will auch nicht mehr. Bis vor 2 Wochen dachten wir sogar daran noch in 2010 zu heiraten – ich mach gar nix mehr.
Dienstag bin ich beim Anwalt und werde mit dem alles ausfüllen. Danach sollen sie mich fressen, mir ist es egal. Leid tun mir nur mein Sohn und meine jetzige „Verlobte“, da wir schätzungsweise nie mehr ein halbwegs normales Leben führen werden.

Meine Fragen – und darum schreib ich ursprünglich auch hier – sind folgende:
1)   Kann das JA mir einfach so das Sorgerecht entziehen? Wenn ich bedenke, dass meine Lebensgefährtin nach vielen krassen Vorfällen dies auch nach jahrelangem Prozess nicht schaffte und deren Sohn nun auf Basis seiner Selbstbestimmung den Kontakt auf ein Minimum reduziert hat.
2)   Wie werde ich berechnet? Der Zahlmeister vom JA erklärte was von Unterhalts-Anstattleistung und Düsseldorfer. Anwalt und in diversen Beträgen aus dem I-Net erzählen was von „Selbstbehalt“ und hohen Kosten solcher Einrichtungen. Was kommt da auf mich zu?
3)   Andere Betroffene von Borderlinern. Wie kommt ihr damit klar. Ich hatte bisher so viele Gefühle für meine Tochter und nun gestehe ich sie sogar zu hassen. Ich schäme mich dafür und wünsche mir so sehr die Zeit vor dem Urlaub zurück. Ich weiß, das schlummerte schon länger, aber es hat sich einfach besser angefühlt

Gruß
G





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« Antwort #1 am: 28. Oktober 2010, 20:30:08 »

Moin G.,

heisse Kiste - wir sind hier zwar einiges gewöhnt, aber sowas wie Deine Schilderung ist schon nicht alltäglich. Zu Deinen Fragen:

Bis vor 2 Wochen dachten wir sogar daran noch in 2010 zu heiraten – ich mach gar nix mehr.
doch, wenn Deine innere Stimme sagt "mach es!", dann tu es auch. Es kann nicht sein, dass die Verirrungen einer 14-Jährigen Dein weiteres Leben bestimmen. Und den Grad dieser Fremdeinwirkung bestimmst Du selbst. Hilfskonstrukt: Eine Vereinbarung mit Deiner Verlobten, nach der über dieses Thema nicht länger als eine halbe Stunde am Tag gesprochen werden darf (mit festgelegter Uhrzeit). Wer dagegen verstösst, muss 5 EUR in ein extra bereitgestelltes Sparschwein stecken.

1)   Kann das JA mir einfach so das Sorgerecht entziehen?
das JA kann gar nichts! Die dürfen ein wenig beraten und vermitteln; sie treffen aber keinerlei Entscheidungen. Wenn sich dort jemand so geäussert hat: Sprich mit seinem Vorgesetzten! Das SR wird nicht mal eben so entzogen; wenn überhaupt, könnte das nur ein Gericht nach entsprechender Klage.

2)   Wie werde ich berechnet? Der Zahlmeister vom JA erklärte was von Unterhalts-Anstattleistung und Düsseldorfer. Anwalt und in diversen Beträgen aus dem I-Net erzählen was von „Selbstbehalt“ und hohen Kosten solcher Einrichtungen. Was kommt da auf mich zu?
google mal hier oder im "grossen Netz" nach Selbstbehalt & Co. Unter den kommst Du auch nicht, wenn Deine Tochter länger und kostspielig therapiert und betreut werden muss. Nur Deine titulierten Unterhaltsleistungen fliessen nicht mehr ins Portemonnaie Deiner Ex, sondern dorthin, wo die Tochter tatsächlich lebt.

3)   Andere Betroffene von Borderlinern. Wie kommt ihr damit klar.
BL ist hier öfter Thema; allerdings seltener bei Teenies. Es gibt hier - ähnlich wie bei Alkoholikern - eine Art Co-Abhängigkeit, die ich auch aus Deiner Schilderung teilweise herauslese.

Ich hatte bisher so viele Gefühle für meine Tochter und nun gestehe ich sie sogar zu hassen. Ich schäme mich dafür
niemand ist verpflichtet, seine Kinder ununterbrochen zu lieben, wenn sie sich derart "anti" verhalten. Allerdings scheint es um ein Krankheitsbild zu gehen und nicht um vorsätzlich unflätiges Benehmen. Insofern wirst Du viel Geduld brauchen.

Grüssles
Martin
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     Der einzige Mensch, den man ändern kann, ist der, den man heute morgen geduscht und angezogen hat
Dukatenesel
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Beiträge: 5


« Antwort #2 am: 28. Oktober 2010, 20:43:42 »

Hallo Martin

Vielen Dank für die Antworten

Thema Heiraten:
Zitat
doch, wenn Deine innere Stimme sagt "mach es!", dann tu es auch. Es kann nicht sein, dass die Verirrungen einer 14-Jährigen Dein weiteres Leben bestimmen.
Hier will ich erst mach checken wie sich das auf die kommenden finanziellen Forderungen auswirken kann. Unverheiratet kann ggf. wenigstens Sie behalten was sie verdient.

Thema Sorgerecht:
Zitat
wenn überhaupt, könnte das nur ein Gericht nach entsprechender Klage.
...so in etwa hat sich der Typ auch ausgedrückt. Er "werde dann entsprechenden Antrag an das zuständige Gericht senden". Ohne Quatsch und auch nicht aus Trotz: Ich würde dann doch freiwillig abgeben - ich will das nicht auch noch bezahlen. PKH bekomme ich nicht

Thema Selbstbehalt:
Zitat
...Unter den kommst Du auch nicht, wenn Deine Tochter länger und kostspielig therapiert wird
Das wäre aber schon der Ruin. Mit diesem kann ich nicht mehr für meine jetzige Beziehung aufkommen- da geht alles was wir mit sehr viel Schweiß aufgebaut haben wieder drauf. Ich verstehe auch nicht, dass man mit gesunden Kindern nach Düsseldorfer mit 500€ (gerundet) gedeckelt ist und wenn die Ex ein Monster schafft du dann bis zum Selbstbehalt geschröpft wirst. 500€ wären hart - müsste halt mal schauen wie die wieder rein kommen - aber ich weiß halt nicht wie lange das alles auszuhalten ist. Ein Kollaps musste ich schon mal als Denkzettel hinnehmen, doch will ich bis Ende 2012 die Altlasten aufgearbeitet haben und ein eigenes Leben beginnen. Ich bin Ende 30 - bald brauche ich nicht mehr damit anzufangen  cry_smile

Thema Borderline:
Zitat
Co-Abhängigkeit, die ich auch aus Deiner Schilderung teilweise herauslese.
...es ist halt die Tochter, die bis vor kurzem mein Ein- und alles war. Jetzt ist sie ein Monster
« Letzte Änderung: 28. Oktober 2010, 20:45:43 von Dukatenesel » Gespeichert
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« Antwort #3 am: 28. Oktober 2010, 21:00:06 »

Moin,

um mal mit ein paar Legenden aufzuräumen: Auch nach einer Heirat ist die Kohle Deiner Verlobten ihr Geld und nicht für Deine Verpflichtungen aufzuwenden. Die Zeit der Kleinanzeigen mit dem Tenor "hiermit gebe ich bekannt, dass ich für die Schulden meiner Frau sofort nicht mehr aufkomme" ist definitiv vorbei. Finanzielle Sippenhaftung gibt es nicht; höchstens eine Haushaltsersparnis. Für ist es aber egal, ob Ihr verheiratet seid; zusammenleben genügt.

Weiter: Dein SB beträgt 900 EUR (und nicht 500), nachdem Du einkommensmindernde Sachverhalte geltend gemacht hast.

Grüssles
Martin
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entsorgter Vater nach DIN 0815 dt. Familienrecht


« Antwort #4 am: 29. Oktober 2010, 08:52:25 »

Servus Dukatenesel,

uff.... Was für eine Geschichte!

Trotzdem ein paar ganz sachliche Anmerkungen dazu.

Zitat
Thema Sorgerecht:

Zitat
wenn überhaupt, könnte das nur ein Gericht nach entsprechender Klage....so in etwa hat sich der Typ auch ausgedrückt. Er "werde dann entsprechenden Antrag an das zuständige Gericht senden". Ohne Quatsch und auch nicht aus Trotz: Ich würde dann doch freiwillig abgeben - ich will das nicht auch noch bezahlen. PKH bekomme ich nicht
Ein wenig klingt es für mich, als glaubtest Du, Dich mit dem Verzicht auf das Sorgerecht Deiner Zahlpflicht entziehen zu können. Das ist natürlich nicht der Fall.
Und außerdem musst Du für einen Sorgerechtsprozess nicht mal einen Anwalt haben. Den könntes Du auch allein und ohne PKH (die jetzt übrigens VKH heißt = Verfahrenskostenhilfe) durchziehen.

Ich möchte Martin`s Aussagen noch bekräftigen.
Lasse Deine künftige Lebensplanung nicht von der Tochter abhängig werden. Willst Du heiraten, dann tue es!
Begebe Dich nicht in die Rolle des Co-Abhängigen. Du erlebst ja bereits jetzt mit aller Wucht, wie wenig Du die Situation um das Kind beeinflussen kannst.
Lass nicht zu, dass Deine Lebensplanung ebenfalls noch davon bestimmt wird.
Mir ist schon klar, dass die Sorge um die Finanzen recht viel Einfluss auf Deinen Alltag nimmt. Aber der ganzen Sache sind sicherlich Grenzen gesetzt.
Immerhin hast du einen Selbstbehalt und zudem noch ein weiteres Kind, dem gegenüber Du zu Unterhalt verpflichtet bist.
Experte bin ich auch nicht, ob oder wieviel du bei einer Therapie zuzahlen musst. Deshalb würde ich Dir auch raten, dass Du Dich zügig schlau machst, welche Spielregeln hier gelten.
Pass aber auf und lauf nicht beim Jugendamt ins offene Messer. Lass Dir von denen nicht irgendwas aufquatschen!

Gruß, Michael
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« Antwort #5 am: 02. November 2010, 19:16:47 »

Hallo Dukatenesel

zu Sorgerecht und de Zahlpflichten kann ich dir nichts sagen.

Aber als von Borderline Betroffener kann ich dir dieses Forum empfehlen http://www.borderline-forum.net/borderline-forum-grenzg%C3%A4nger-unter-sich-selbsthilfeforum.html

Ich hoffe das ist OK, wenn nicht bitte löschen.

Grüsse Roselladady
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Heirate oder heirate nicht, egal du wirst es bereuen
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« Antwort #6 am: 03. November 2010, 17:56:19 »

So, da bin ich wieder und hab auch ein paar neue Informationen im Gepäck

Zunächst aber erstmal vielen Dank für die Antworten.

Ein wenig klingt es für mich, als glaubtest Du, Dich mit dem Verzicht auf das Sorgerecht Deiner Zahlpflicht entziehen zu können. Das ist natürlich nicht der Fall.
Hallo Michael! Das ist mir schon klar. Meine Scheidung ist noch nicht sooooo lange her und derzeit habe ich versucht mich schon intensiv mit den Materien auseinanderzusetzen. Das Thema Sorgerecht kommt auch weniger mit der Bereitschaft meiner Zahlungsabsicht, sondern mit meinen Bedenken der Maßnahme selbst gegenüber. Ich habe einfach überhaupt keine Basics an Informationen um mir hier ein objektives Urteil zu bilden. Einzige brauchbare Information ist der Abschlussbericht des Aufenthals in der Woche auf KJ-Psychatrie. Dieser Bericht entspricht aber ganz und gar nicht den jetzt ohne meine Anwensentheit getroffenen Vorhaben.
Die KJP weißt auf dringende und intensive Therapiebedürfnisse hin, hingegen der Verbleib der Tochter im vollstätionären Heimaufenthalt mit ambulantem DBT Programm wäre eine ewig dauernde Form der Therapie.

Immerhin hast du einen Selbstbehalt und zudem noch ein weiteres Kind, dem gegenüber Du zu Unterhalt verpflichtet bist.
Wie schon vorher beschrieben, würde der Selbstbehalt hier für mich nicht ausreichen, und das weitere unterhaltspflichtige Kind lebt noch (leider) bei meiner Ex. Mit meiner jetzigen Partnerin lebe ich mir deren Kinder zusammen. Sie bezieht sehr unregelmäßig Unterhalt, meist nur über Pfändungen, wenn überhaupt. Davon ab sind die Berechnungen zwischen Unterhalt gem. Düsseldorfer und diesem Fall hier nach öffentlichem Recht extrem abweichen voneinander. Hier geht man von 25% Abzug des Nettoeinkommens aus und nimmt diesen "bereinigten" Rest als Basiswert zur Berechnung des Kostenanteils. So ein Ding geht dann echt mächtig schnell in ungeahnte Größen.
Darum bin ich auch Freitags erstmals beim JA vorstellig gewesen und konnte hier auf einen sehr netten Ansprechpartner treffen. Dieser erklärte mir zunächst einmal wie alles berechnet wird und kalkulierte einen ersten Überschlag (der mich ein wenig beruhigte). Dennoch hatte ich ebenso gestern einen Anwaltstermin um auch hier alles zu besprechen. Wie schon vom Bearbeiter des JA vorrausgesagt, tun sich die Anwälte gerade in diesem Thema schwer. Es scheint tatsächlich mit dem öffentlichen Recht zusammenzuhängen und fordert die Familienprofis an ihre Grenzen. Last but not least fasste ich den Entschluss ohne Anwaltschreiben erneut zum JA zu gehen und dort gemeinsam mit dem Sachbearbeiter meinen Fall zu rechnen. Bewaffnet mit allen Kontoauszügen, Policen, Versicherungen usw. kamen wir schlussendlich überein, dass die von mir zu leistenden Beträge nicht wesentlich vom bisher gezahlten Unterhalt abweichen. Für mich ein akzeptables Ergebnis, welches ich aber erst wirklich glaube, wenn der Bescheid dann auch im Briefkasten ist.

Pass aber auf und lauf nicht beim Jugendamt ins offene Messer. Lass Dir von denen nicht irgendwas aufquatschen!
Das genau konnte ich -entgegen meiner ersten Erfahrungen mit dem Sozialarbeiter des JA- nicht feststellen. Ich war echt froh hier einen so offenen und mitfühlenden Menschen zu treffen.



Jetzt kommen wir aber zu den weiteren Themen
Mit diesem rotzdoofem Typ von Sozialarbeiter, welcher meine Tochter "betreut" bin ich aber echt noch nicht fertig. Ich bin nach wie vor nicht mit dem "Weg des geringesten Widerstands" so wie ich diese Therapierichtung sehe nicht einverstanden. Fakt ist, dass ich
 => bisher nur das Gutachten haben der Kinder- und Jungendpsychatrie (mit Empfehlung der vollstationären Behandlung)
 => keine Informationen über die aktuelle Entwicklung bekommen habe (inzwischen ist sie wohl wiederholt mit Joint erwicht und mit Sozialstunden nach Sachbeschädigung durch Wutausbruch)
 => keine Alternativmöglichkeiten angeboten bekommen habe
 => keinen Heilplan kenne, oder auch jemals genehmigt habe

Ich habe, wenn alles klappt morgen einen Termin mit dem Leiter des Amts und erste Kontakte zeigten mir auch hier ein offenes Ohr. Ich bin sicher kein Querulant (schreibt man das so?), der hier nur querschießen will. Ich bin ein Vater, den die gesamte Situation völlig befremtlich ist und Angst hat hier das Falsche zu tun.

Ich bin der Meinung, dass Töchterleins Freundeskreis hier eine sehr große Rolle spielt. Im Bericht der KJP wurde sogar über "fragwürdigen Umgang" gesprochen. Von anderen Sozialarbeitern, Erziehern (die nicht mit meinem Fall zu tun haben) konnte ich auch erfahren, dass hier oftmals eine gewisse Distance von großem Vorteil wäre. Warum also geht man nicht hin und verlegt die Therapie in ein anderes Bundesland, so dass die ganzen "Assis" (sorry hierfür, aber das entspricht genau dem Umgang) mit ihrer Busfahrkarte oder Tramperdaumen nicht tagtäglich um sie rumlauern? Das wäre nur eine Möglichkeit, doch hiergegen war der aktuelle JA-Beauftragte völlig taub und zeigte als einzige Alternative den Gerichtsprozess.
Diesen Gerichtsprozess kann er haben - ich komme auch nicht mit Anwalt und auch nicht in der Absicht gegen diese immunisierten Vollpfosten zu gewinnen. Ich werde dann dort sein um wenigsten noch einmal meine Meinung hierzu kund tun zu können; egal mit welcher Konsequenz.

Aber als von Borderline Betroffener kann ich dir dieses Forum empfehlen http://www.borderline-forum.net/borderline-forum-grenzg%C3%A4nger-unter-sich-selbsthilfeforum.html

Grüsse Roselladady

Hallo Roselladady
Vielen Dank für dein Interesse. Denk Link kenne ich und habe auch schon einige Zeit in diesem Forum verbracht. Leider gibt es aber hier nicht viel passendes für mich und ich kann mich auch nicht wirklich in den geschilderten Fällen wiederfinden. Vor allem aber, fällt es mir aktuell sehr schwer hier Verständnis aufzubringen für die Tochter. Wie auch, wenn man stets ausgeschlossen wird und erste Annäherungen gleich wieder zertreten werden weil Daddy nicht "Ja" und "Amen" sagt zu deren Ideen.
Ich habe es oben umschrieben, muss aber deutlich sagen, dass momentan meine Gefühle für die Tochter auf Eis liegen. Was ich über sie manchmal denke will ich erst gar nicht schreiben. Ich kann mich auch noch nicht wirklich damit abfinden, dass sie was "an der Klatsche hat" - und auch wenn mich der ein oder andere jetzt würgen könnte ist das einfach meine Meinung hierzu.
Ich verstehe es auch einfach nicht, dass ein Kind, welches Vater und Mutter hat, intakte (neue) Beziehungen vorherrschen (zumindest bei mir) im "Heim" sitzt, wo sonst Waisen, Kinder von kriminellen Eltern oder sonstige Schicksale wohnen.  Brüder und "Stief"-Brüder (Heirat siehe oben ;-) ) leben doch auch in Harmonie. Leute und Verwandte fragen mich nach meiner Tochter "Wo ist denn xxx", und ich weiß gar nicht recht was ist sagen soll? Soll ich jetzt sagen, "die ist im Heim" - und was antworte ich dann, weil sicher gleich die Frage kommt "Warum denn das.?" Ja, ich schäme mich für den Umstand. Ja, ich bin da auch egoistisch und sollte auch an Töchterlein denken, die nicht mehr zu Hause ist. Aber nein, ich verstehe es dennoch nicht.

Mal ein Frage an dich Roselladady, bist du selbst der "Grenzgänger" oder bist du ein abhängig Betroffener, wie man so schön sagt? Das wäre wichtig zu wissen um die richtigen Fragen zu stellen. Denn dem Borderliner würde ich gerne fragen: "Ist es so, dass du mich hasst und was kann ich tun um mit dir besser klar zu kommen"; wohingegen ich dem Betroffenen gerne fragen würde, "wie kommst du damit klar, dass dich derjenige zu hassen scheint, den du so liebtest".

Nochmals Danke für Eure Worte und Tipps


PS: Thema Heiraten:
Lass nicht zu, dass Deine Lebensplanung ebenfalls noch davon bestimmt wird.
Natürlich habt ihr alle Recht, wenn ihr mich bestärkt hier meinen Weg zu gehen. Doch eines bleibt bei dem ganzen Stress immer im Kopf; und das ist die Angst hier irgendwann ein deja vus zu erleben. Nach Scheidung, vielen Tränen, noch mehr Schulden und allem folgenden Ärger hier alles nochmal durchleben zu müssen. Ich habe persönlich eine Ehe-Phobie, wenn gleich ich auch sehr glücklich mit meiner Partnerin bin. Ich würde sie gerne heiraten, denn sie hat viel Verzicht auf sich genommen und mit mir durch Dick und Dünn gegangen, wenn dann nicht die Zukunftsangst wäre.

..so, jetzt ist aber Schluss.

Gruß
Dukatenesel
« Letzte Änderung: 03. November 2010, 18:03:51 von Dukatenesel » Gespeichert
roselladady
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« Antwort #7 am: 03. November 2010, 19:55:52 »

Hallo Dukatenesel

Ich bin selbst Betroffener. d.h. Ich habe eine Borderlinestörung.

Die Gründe und der Umfang der Borderline Störung und auch die Symtome sind bei jedem Borderliner etwas anders.

Ich weis nicht wie ich es beschreiben soll, Ich Hasse was ich liebe. Ich habe extreme Verlustangst und diesen seelenschmerz habe ich durch liebesenzug oder Verbale verletzungen auf meine Frau zu übertragen versucht . Und fühle mich dadurch das der andere sich ( mittlerweile verständlich) abwendet auch bestätigt in der vermutung nicht geliebt zu werden oder keine Liebe Verdient zu haben.
zum auslösen dieser Verlustangst genüge schon eine kleine Verspätung oder ein Kaffeekränzchen zu dem ich nicht erwünscht war
All das, wie ich empfinde und wie sich das von den "normalen" unterscheidet würde den Rahmen hier sprengen ich verstehe meine früheren Handlungen auch erst seit kurzem. Da ich sie vorher entweder für normal hielt oder verdrängt habe

Grüsse Roselladady
« Letzte Änderung: 03. November 2010, 19:57:47 von roselladady » Gespeichert

Heirate oder heirate nicht, egal du wirst es bereuen
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« Antwort #8 am: 03. November 2010, 20:27:08 »

Hi roselladady

Wenn ich das jetzt so lese und du das so meinst was du schreibst(wovon ich aussgehe), kann ich einiges verstehen, was bei dir alles so vorgefallen ist.

Vieleicht erklärst du das in einem eigenem Thema und auch wie du darauf gekommen und gebracht wurdest, mich würde das sehr intressieren.

Gruss Wedi
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Dukatenesel
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« Antwort #9 am: 03. November 2010, 21:21:58 »

Hallo Dukatenesel

Ich bin selbst Betroffener. d.h. Ich habe eine Borderlinestörung.

Vielen Dank für deine Offenheit Roselladady und Dank für die Antwort. So wenige Sätze von dir aber unendlich viel Inhalt für mich. Auch wenn ich in die Gefahr laufe, aus meiner "Geschichte" hier zu gezielt auf das Thema "Borderline" anzusprechen, so möge man es mir verzeihen;... es ist ja auch meine Geschichte  

Die Gründe und der Umfang der Borderline Störung und auch die Symtome sind bei jedem Borderliner etwas anders.
Wie gerne hätte ich diese Frage nach dem Grund beantwortet. Es kam, wenn du den Einstiegtext gelesen hast ohne Vorwarnung aus heiterem Himmel. Ich habe vielfach von Missbrauch gelesen, Misshandlungen und dergleichen. All das wüsste ich meiner Tochter nicht zuzuschreiben. Die Trennung, sie liegt tatsächlich schon Jahre zurück, ...sollte dies für derartige Störungen verantwortlich sein? Es gab nie bösen Streit zwischen meienr Ex und mir. Alles versuchten wir gemeinsam zu lösen mit den Kindern. Ob Elternabende, Feiern, Operationen,.... ich war stets dabei. Sogar meine neue Beziehung lies ich fast 1 Jahr im Geheimen um nicht noch mehr Gefühle zu zertrampeln. Ich hab keine Ahnung  cry_smile


Ich weis nicht wie ich es beschreiben soll, Ich Hasse was ich liebe.
Wenn es so wäre, würde dies einiges erklären

Ich habe extreme Verlustangst und diesen seelenschmerz habe ich durch liebesenzug oder Verbale verletzungen auf meine Frau zu übertragen versucht .
Wenn ich mir dann diese verbalen Eskallatonen durch den Kopf gehen lasse, wie ich übels beschimpft wurde passt auch dies als würdest du von Töchterlein reden.
Hierzu mal eine Frage, ob du dies nur im direkten Streit oder auch durch Diffamierung über Anderen versucht hast. Sie erzählte Stories über mich in den einschlägigen Social-Networks, die eitern in 100Jahren nicht mehr raus glaube ich.

Und fühle mich dadurch das der andere sich ( mittlerweile verständlich) abwendet auch bestätigt in der vermutung nicht geliebt zu werden oder keine Liebe Verdient zu haben.
Genau in den oben beschriebenen Netzwerken konnte ich lesen, wie ich sie nicht lieben würde und sie ignorieren. Eine kleine Geschichte - auch wenn sie schon fast zu sehr ins Detail geht, aber egal - war ihr Geburtstag, der genau in den o.g. Urlaub gefallen ist. Sie wünschte sich als Geschenk eine Shoppingtour im Urlaubsort. Wir nutzten die Gelegenheit eines großen Wochenmarktes hierzu schon einen Tag vor ihrem Gebutstag und sie konnte sich nahze grenzenlos "austoben" und schien glücklich. Am Mittag gingen wir noch zusammen einkaufen. Eine kleiner Geburtstagskuchen wurde organisiert (keine Sahnetorte, denn die ist im Süden eher selten) und so konnte auch stichtagsgenau das Frühstück mit kleiner Feier begonnen werden.
Was konnte man später im Internet lesen? Papa hat Geburtstag vergessen, bekam noch nicht einem einen Geburtstagskuchen hin und er ignoriert mich...... WAS!?!? Naja, nach den Schilderungen von Rollaladada wäre das ja A-typisch, wenn man das so sagen darf.

zum auslösen dieser Verlustangst genüge schon eine kleine Verspätung oder ein Kaffeekränzchen zu dem ich nicht erwünscht war
So etwas kann mir immer passiert sein. Ich kenne es von mir selbst, oft mehr Termine selbst anzunehmen, die ich schafffen kann. Verspätungen gehören da tatsächlich zur Regel. OMFG


All das, wie ich empfinde und wie sich das von den "normalen" unterscheidet würde den Rahmen hier sprengen ich verstehe meine früheren Handlungen auch erst seit kurzem. Da ich sie vorher entweder für normal hielt oder verdrängt habe
Darf ich hier aber vielleicht die Frage stellen, wann es bei dir losging und wann du selbst erst eingesehen hast, dass du der "Geisterfahrer" bist auf der Autobahn und nicht alle anderen. Auch würde mich interessieren, ob und wie du therapiert wirst und wie heute deine Beziehung zu Umwelt ist. Aber am meisten würde mich interessieren......

....was würdest du dir von mir wünschen, wenn du meine Tochter wärst question cry_smile

Danke
Dukatenesel
« Letzte Änderung: 03. November 2010, 21:26:44 von Beppo » Gespeichert
oldie
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Bonnie 2


« Antwort #10 am: 03. November 2010, 23:19:21 »

Moin

Auch wenn ich in die Gefahr laufe, aus meiner "Geschichte" hier zu gezielt auf das Thema "Borderline" anzusprechen, so möge man es mir verzeihen;... es ist ja auch meine Geschichte  
Du sagst es. Es ist Deine Geschichte. Darum passt es meines Empfinden nach absolut hier rein. Details, auch vertieft, machen es plastisch. Zumal - wir haben hier kein Borderline- Unterforum.

Es kam, wenn du den Einstiegtext gelesen hast ohne Vorwarnung aus heiterem Himmel.
Nein, kommt es nie. Es ist eine Sache, mit so was plötzlich konfrontiert zu werden, ohne Ahnung zu haben, was Borderline ist und wie es funktioniert (vor allem nach aussen). Und etwas anderes ist es, Borderline zu kennen, aber zu ignorieren, herunterzuspielen.

V, ...sollte dies für derartige Störungen verantwortlich sein?
Vergiss diese Formulierung. Du kannst nicht von Verantwortlichkeit sprechen, ohne "Fachmann" zu sein. Ja, es kann ein Auslöser gewesen sein. Doch nach meiner Erfahrung bedarf Borderline nicht nur dieses einen Auslösers. Und immer im Hinterkopf behalten: unterscheide zwischen verantwortlich und potentiellen Auslösefaktoren. Letztgenannte sind sächlich, also nicht personenbezogen. Schuldgefühle wären so ungefähr das dümmste und unproduktivste, was Dir einfallen darf und sollte.

Naja, nach den Schilderungen von Rollaladada wäre das ja A-typisch, wenn man das so sagen darf.
Nein, darfst Du nicht. Du wärest dann ungerecht, unaufmerksam. Und Ja, es ist ein Wesentsmerkmal dieser Krankheit- solch ein Verhalten. Denke darüber nach.

Gruss oldie

Edit: ein Wort eingefügt -> "unaufmerksam"
« Letzte Änderung: 03. November 2010, 23:49:22 von oldie » Gespeichert

Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
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« Antwort #11 am: 04. November 2010, 18:20:48 »

Hallo Dukatenesel


dem was Oldie schreibt ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Auf die Frage wie und wann ich es gemerkt habe.
Ich konnte die Trennung von meiner Frau nicht verwinden und begann eine ambulante Psychotherapie, da ich jedoch trotz der Therapie immer stärker werdende Selbstmordgedanken und Rachegelüste hatte wurde ich vom Therapeuten zum Psychiater geschickt.
Dieser hat dann eine Borderline Störung diagnostiziert, diese Diagnose empfand ich als Beleidigung und Angriff gegen mich, ich habe sie rundweg abgelehnt.
 Ich hab doch kein Borderline ich bin nur Traurig. Doch auch mein Therapeut macht des öfteren Bemerkungen in diese Richtung. So begann ich mich zu informieren.
Und je mehr ich erfuhr und verglich um so mehr dämmerte mir das es so ist.
Endtgültig überzeugte mich das Buch " schluss mit dem Eiertanz" .Das ist eigentlich für Angehörige von Borderlinern.
Wenn ich überlegen sollte wie lange ich diese Störung schon habe ........ich weis es nicht aber es gibt Anhaltspunkte das die Anfänge schon in der Kindergartenzeit oder noch früher liegen müssen.

Auf die Frage was deine Tochter als Borderliner sich wünschen würde von Dir....... ich weis es nicht.
Aber das ist ja bei jedem etwas anderes was er sich wünscht.
 Ich würde mir von meinen Eltern wünschen das sie nicht nur an mir rummäkeln(falsche Klamotten , falsche Frau, falsche erziehung der Kinder usw) sondern mich so nehmen und lieben wie ich bin  cry_smile

Sorry war jetzt vielleicht ein bischen viel von mir
wenns stört bitte löschen oder verschieben

Grüsse Roselladady
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Dukatenesel
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« Antwort #12 am: 02. Dezember 2010, 10:10:02 »

Hallo zusammen

Nach fast einem Monat hier ein kleines Update- die Betonung liegt auf "kleines"

Problem Kostenerstattung
Das JA hat mir seine Berechnung geschickt und ich kann ein wenig aufatmen. Der Sachbearbeiter war mir wohl gesonnen und hat mich entgegen einiger Warnungen, die über solche Leute ausgesprochen werden wirklich geholfen. Der Unterschied zum bisher geleisteten Unterhalt ist minimal - durchaus vertretbar.


Problem Therapieform, Aufenthalt
Leider konnte ich nichts mehr mit meiner Tochter besprechen um mir ein Bild von ihren persönlichen Eindrücken zu machen, was die beste Therapieform und der beste Aufenthaltsplatz für sie ist. Sie lehnt -aufgestachelt von angeblichen provozierten Verzögerungen hierbei- Kontakt ab. Somit suchte ich die Gespräche mit Lehrern, Betreuern und dem diagnostizierendem Psychologen. Auch redete ich lange mit dem Vorgesetzten meines "allerliebsten JA-Betreuers". Diesem zeigte ich auch unmissverständlich meine Verachtung gegenüber seinem Mitarbeiter. Ich glaube sogar, dass meine Schilderungen keine Unbekannten waren und schlussendlich konnte ich mit ihm noch sehr gut über mein Problem austauschen.
Einschub: Zwischenzeitlich ging bei mir bereits der Termin zur Güteverhandlung beim Amtsgericht, ausgelöst durch den Volldeppen beim JA ein.
Mit einer langen schriftlichen Erklärung meiner Ausgangssituation und der damit verbundenen Umstände beendete ich dieses Thema mit meinem vorbehaltlichen Einverständnis für ein halbes Jahr. Danach wir standardmäßig der bisherige Heilerfolg beurteilt und noch festgelegt. So habe ich dann bessere ZDF's  (Zahlen Daten Fakten) um mich zu korrigieren oder die Therapie

Kontakt zur Tochter
...leider komplette Funkstille. Ich dachte anfangs auch, ich könne mich daran gewöhnen und wollte nach all den Vorkommnissen auch am liebsten nichts mehr von ihr wissen. Doch schafft die **tsts - ID 36** von einem halben Jahr es nicht, alles zu verdrängen was ich 14Jahren auch schönen erleben durfte. Mal sehen wie es sich entwickelt,- die Hoffnung stirbt zuletzt

Sonstiges
  • Mein Sohn zeigt mir immer mehr, wie er sich anscheinend Gedanken macht seinen Wohnsitz zu mir zu verlagern. Hier suggeriert meine Ex ihm aber dann sehr deutlich dass sie dann ganz alleine wäre und sein schlechtes Gewissen obsiegt dann. Anscheinend kennt die Ex auch seine Gedanken und fürchtet sich davor. Ich habe stets größere Schwierigkeiten meinen Sohn zu sprechen und weiß auch, dass mir hier bald die Sicherungen rausfliegen und hier richtig Action machen werde  gun
  • Die Hochzeit wurde erstmal verschoben. Dieses Jahr hätte ich zwar noch gerne einen Steuervorteil genutzt, aber all dies hier würde einen solchen Tag mit Unglück beginnen lassen. Ich fürchte mich schon vor Weihnachten, wenn ich das Gefühl habe meine Tochter verloren zu haben. Ich fürchte mich vor Verwanden und Bekannten, die der Umstand um die Tochter spalten. Ich habe mir immer gewünscht, dass wenn ich einen solchen Schritt wieder gehen würde, dahin auch von meinen Liebsten begleitet zu werden. ........naja   cry_smile 

Weihnachtliche Grüße
G

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