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vatersein.de - Forum 25. Mai 2012, 06:26:09 *
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Autor Thema: Auch bei uns kommt die Trennung  (Gelesen 838 mal)
wunderbar
Frischling

Beiträge: 5


« am: 31. Oktober 2004, 15:27:27 »

Hallo Forum,

ich bin seit 8 Jahren verheiratet mit einer an sich "normalen" Frau.
Vor etwa 6 Jahren haben wir ein Kind verloren und seit dem hat sie regelmäßig unregelmäßig (anfangs täglich) extreme, tagelange Aggressionsattacken, gegen sich selbst oder unser Kind bzw. mich. Sie ist dann wie von Sinnen, man kann es kaum beschreiben.
Kürzlich hat ihre endlich hinzugezogene Therapeutin herausgefunden, daß sie wohl ein sogenanntes Borderline-Syndrom hat.
Da das ganze jetzt so lange dauert und ich einfach am Ende mit meiner Belastungsfähigkeit angekommen bin, trage ich mich mit dem Gedanken, eine friedliche Trennung mit einer Moderatorin/Moderator anzugehen. Dies könnte allein schon deshalb klappen, da wir uns - wenn meine Frau keine Attacken hat - nach wie vor gut verstehen.
Doch hat sie mir jetzt eröffnet, daß sie im Trennungsfall zurück in ihre Heimatstadt (400km weg) ziehen möchte, was ich wegen des Kindes absolut schlecht finde:
Erstens hat er schon genug mitgemacht, so daß ein erneuter Wechsel des soz. Umfeldes nicht so toll wäre
Zweitens mussten wir durch meinen Job bedingt in den letzten Jahren eh schon 4x umziehen, so daß wir ihm vor dem letten Umzug versprochen hatten, das wir jetzt mal sesshaft werden,
Drittens kann ich hier nicht weg, weil ich gerade eine Selbstständigkeit aufbaue
Viertens kann ich sie mit einer Attacke unmöglich mit dem Kind alleine lassen.

Ich habe jetzt mal drei Fragen:
--Wird das Sorgerecht automatisch immer der Mutter zugesprochen? ( sie hat eine 40h-Woche)
--Kann sie einfach so umziehen?
--Wieviel Unterhalt muss ich wie lange zahlen?

Wir haben neulich wegen meiner Selbstständigkeit auf Drängen der Hausbank einen Ehevertrag gemacht, in dem steht aber nur, daß wir Gütertrennung haben, nix von Unterhalt oder Trennung.

Wie stehen eurer Erfahrung nach meine Chancen auf eine friedliche Trennung ?

Danke für die Antworten, Micha
Gespeichert
mel
Gast
« Antwort #1 am: 31. Oktober 2004, 15:43:24 »

hi micha,

herzlich willkommen bei VS.

habe allerdings eine bitte an dich: würdest du dir bitte einen anderen nic aussuchen?!

desweiteren solltest du dir ganz bewusst vornehmen die kinder nicht bei deiner frau zu lassen.

denn BL können zu über 95% nicht geheilt werden.
sobald sie die kontrolle über dich verliert geht sie dazu über die kinder zu kontrollieren und als waffe gegen dich zu benutzen.

behörden und gerichte mögen es nach meiner erfahrung nicht gerne wenn ein mann mit BL kommt und dies auch noch vorträgt.

du kannst nur eins machen auch wenn es dir sehr sehr schwer fällt, behalte das kind und die ex muss gehen.

es ist einfacher gesagt als getan aber ich habe leider auch eine ex die schwerste BL ist.

mel
Gespeichert
wunderbar
Frischling

Beiträge: 5


« Antwort #2 am: 31. Oktober 2004, 23:03:26 »

Hallo DeepThought,

zwischenzeitlich habe ich die suchfunktion in diesem prima forum benutzt, um festzustellen, dass jetzt ein echter mist auf mich zu kommen kann...

gute nacht, micha
Gespeichert
splore1966
Gast
« Antwort #3 am: 31. Oktober 2004, 23:04:38 »

Hallo wunderbar,
das Thema interessiert mich und ich möchte es gern weiter verfolgen.
Mütter haben nie "automatisch" das Sorgerecht. Wenn das mit dem BL rauskommt, m.E. nach sowieso nicht. Die Frage ist nur: Was würde SIE unternehmen, wenn Du das anleierst. In diesem Fall würde ich wahrsch. das Kind zeitweilig bei den Großeltern "zu Besuch" unterbringen.
Ich habe eine Bekannte, die an BL-Syndrom leidet, und mir scheint es, daß sie die Wut nicht ausschließlich gegen sich selbst richtet sondern auch gegen das Kind. War das bei Euch auch so?
Auch wir haben ein Kind verloren vor über 10 Jahren. Das hat uns beide komplett geändert. Jeder hat es auf seine Weise versucht aufzuarbeiten. Ich hab es für meinen Teil bis heute nicht ganz geschafft. Wir haben inzwischen 2 kerngesunde und fröhliche Kinder. Aber die unterschiedliche Entwicklung (und noch einiges mehr) hat uns auseinander gebracht.

VlG
splore1966

[Editiert am 31/10/2004 von splore1966]
Gespeichert
wunderbar
Frischling

Beiträge: 5


« Antwort #4 am: 31. Oktober 2004, 23:53:21 »

hallo splore,
unsere antworten hatten sich überschnitten...

nun gut, zu deinen fragen: ihre attacken kommen nur zu hause und gehen zu etwa 75% gegen mich, fast null gegen das kind, der rest ist autoaggressiv.
das kind bleibt aber nur vordergründig verschont, denn was soll ein 6jähriger denn davon halten, sein ganzes kleines leben lang kronzeuge von diesen extremen attacken gewesen zu sein ?
und warum ausgerechnet ich - als einziger mensch, der jemals anständig zu ihr war - immer hauptangriffsobjekt gewesen bin, versucht gerade ihre therapeutin zu klären. auf jeden fall geht es um deutlich mehr (missbrauch).

stand der dinge ist, dass kaum war der kleine neulich eingeschult, die klassenlehrerin anrief: man müsse mal einen termin machen, das kind sei verhaltensauffällig.
jetzt gehe ich nächste woche zur schulpsychologin, um auch den kleinen noch in therapie zu stecken.
ich derweil mache das, was ich die ganzen jahre gemacht habe: viel arbeiten und "nebenbei" noch die komplette alltagsorganisation: kind zur schule bringen, kochen, einkaufen, wäsche waschen, autoversicherung bezahlen, etc., etc.

gottseidank hat sie jetzt seit kurzem eine 40h-woche (lehre beim StB nach abgeschlossenem studium), was ein segen ist: dadurch habe ich potentiell weniger alarm in der bude - trotzdem ist es mir jetzt alles zuviel, "ich habe fertig-flasche leer" wie trappatoni so schön sagte.

und jetzt kann ich mich auch noch mit diesem ganzen rechtskram rumnerven, wobei meine hoffnung auf eine friedliche einigung stark von ihren attacken abhängt: wenn sie klar bei sinnen ist, sagt sie selber immer, das ihre krankheit eine unerträgliche belastung für den rest der familie darstellt - doch die nächste attacke kommt bestimmt.....

und, splore,  du hast einen ganz wichtigen punkt erwähnt: derjenige, der einigermassen normal tickt und sich um alles kümmern muss, bleibt mit seinen problemen allein, da sich immer alles um die verfluchten attacken dreht !

gute nacht, micha
Gespeichert
Uli
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 5.561


VS-Fossil


WWW
« Antwort #5 am: 01. November 2004, 13:43:07 »

Hallo Micha,

mel hat recht. Du solltest von Anfang an schauen, dass euer Kind bei Dir bleibt. Würde sie ihn mitnehmen, hättest Du kaum Chancen, ihn wiederzubekommen. In Deutschland gehört ein Kind zur Mutter auch dann, wenn es dort kaputtgemacht wird.

Borderliner haben kaum eine Heilungschance, weil sie keine Einsicht in ihre Erkrankung haben und ihr eigener Leidensdruck gering ist. Sie arbeiten von daher in einer Therapie kaum mit. Für das soziale Umfeld ist dies entsetzlich. Der Borderliner fällt nach aussen hin kaum auf, weshalb sich die Behörden so schwer tun, zu handeln.


Viel Kraft und alles Gute
Uli

[Editiert am 7/2/2006 von Uli]
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