Home Aufsätze Forum Chat Lexikon Links Feedback Impressum
 
 

Login

Benutzername:

Passwort:



Hauptmenü

 Startseite

Community

 Forum
 Chat
 Deine Daten
 User-Liste
 Umfragen

Informationen

 Erste Hilfe
 Urteile
 Lexikon Familienrecht
 Prozesskostenrechner
 Väterhymne

Service

Tags
 Links
 Downloads
 Buchempfehlungen
 Newsletter
 Webring
 Gästebuch
Internes

 Nachricht an uns
 Impressum und
     Nutzungsbedingungen

vatersein.de durchsuchen

Benutzerdefinierte Suche


Info


vatersein.de gehört das neunte Jahr in Folge zu den 6.000 wichtigsten deutschen Internetadressen.

vatersein.de - Forum 19. November 2017, 17:03:54 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.


Einloggen mit Benutzername und Passwort
 
 
Übersicht Hilfe Suche
Seiten: 1 [2]   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Petitionen zum Unterhalt  (Gelesen 37250 mal)
Brainstormer
Gast
« Antwort #25 am: 30. September 2013, 15:29:38 »

Moin habakuk

Und das ist der Fehler. Die Regelung müßte NU von einem Nachweis abhängig machen warum die Nichterwerbstätigkeit den ehebedingt erforderlich war.
Es geht in dieser Petition aber um den Aufstockungsunterhalt, also um das Auffüllen eigener Einkünfte (soweit vorhanden) auf den vollen Unterhalt nach ehelichen Lebensverhältnissen (ohne das dafür überhaupt irgendeine Notwendigkeit besteht) und nicht um den Nachweis der Notwendigkeit ehebedingter Nichterwerbstätigkeit.

Gruß
Brainstormer
Gespeichert
habakuk
Nicht wegzudenken
****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 747


« Antwort #26 am: 30. September 2013, 16:51:20 »

Das ist schon klar, aber die Themen gehen ja meiner Meinung nach ineinander über, denn das eine - ehebedingte Nachteile - ist ja die Rechtfertigung für den aufstockenden Unterhalt.
Gespeichert
brille007
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 14.785



« Antwort #27 am: 30. September 2013, 18:30:55 »

Moin,

Nachehelicher UH ist völlig unabhängig davon zu zahlen WARUM die Frau denn nicht mehr gearbeitet hat.
Und das ist der Fehler. Die Regelung müßte NU von einem Nachweis abhängig machen warum die Nichterwerbstätigkeit den ehebedingt erforderlich war.
diese Regelung gibt es längst; sie heisst "Ehevertrag" und steht jedem Heiratenden offen. Und nein: Ein "das hätte man mir aber sagen müssen!" ist für erwachsene Menschen kein griffiges Argument. Wer ein Auto nur per Handschlag kauft und auf einen schriftlichen Kaufvertrag verzichtet, hat später auch wenig Möglichkeiten, den Kilometerstand in Zweifel zu ziehen. Und wer keinen schriftlichen Mietvertrag macht, braucht später nicht nicht über Nebenkosten oder zu wenige Quadratmeter diskutieren wollen. "Kein Ehevertrag" ist gleichbedeutend mit "alles in einen Topf" und "es gelten die gesetzlichen Regelungen des Solidaritätsprinzips und der Zugewinngemeinschaft."

Der Gesetzgeber geht - zu Recht - davon aus, dass die Bürger seines Landes ihre Lebensverhältnisse so einrichten, wie sie diese haben wollen. Er überlässt ihnen auch die Entscheidung, dass ein Ehepartner - vorübergehend oder dauerhaft - Geld heranschaffen geht und der andere den Haushalt macht und die Kinder betreut. Gesetzgeberisch sind auch beide Aufgaben gleich wertvoll. Der Sinn einer Ehe - auch Solidargemeinschaft genannt - ist jedenfalls gerade NICHT, dass sich von aussen ständig jemand einmischt und fragt "Wollt Ihr das denn auch wirklich so?"

Wer Vorkehrungen gegen das Scheitern einer Ehe und dessen wirtschaftliche Folgen treffen möchte, kann das jederzeit mit dem eingangs erwähnten Ehevertrag tun; bereits vor der Eheschliessung und vor der Zeugung gemeinsamer Kinder. Und selbst neben die hier immer wieder so gerne kolportierte "faule Frau", die während der Ehe eigenmächtig und entgegen getroffener Vereinbarungen beschlossen haben soll, nicht mehr arbeiten zu gehen, könnte man(n) sich setzen und sagen:
a.) dann packe ich meine Klamotten und verdünnisiere mich.
b.) au fein, ich mach das jetzt genauso wie Du und geh auch nicht mehr arbeiten.

Grüssles
Martin
(der sich immer wieder darüber wundert, dass und bei wievielen Ehefrauen - und anscheinend nur bei diesen - nach der Hochzeit die grosse Faulheit ausbricht. Und dass ihren Ehemännern das erst Jahre später bei der Trennung auffällt...) ;-)
Gespeichert

When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
wedi-
_wedi
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 2.589


« Antwort #28 am: 30. September 2013, 19:25:29 »

Hi


b.) au fein, ich mach das jetzt genauso wie Du und geh auch nicht mehr arbeiten.
Und was passiert dann?Strafanzeigen, Knast?, jedes Gericht verurteilt Väter dazu, soviel zu schuften, bis der Unterhalt reicht.
Die einzigste Option ist dann nur noch:
a.) dann packe ich meine Klamotten und verdünnisiere mich.

(der sich immer wieder darüber wundert, dass und bei wievielen Ehefrauen - und anscheinend nur bei diesen - nach der Hochzeit die grosse Faulheit ausbricht. Und dass ihren Ehemännern das erst Jahre später bei der Trennung auffällt...) ;-)
Na ja, diesen Weg bekommen diese Ladies vorgeschrieben, denn sie werden gut aufgeklärt. exclamation_smile


Gruss Wedi
Gespeichert
brille007
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 14.785



« Antwort #29 am: 30. September 2013, 20:14:35 »

Moin wedi,

Und was passiert dann?Strafanzeigen, Knast?, jedes Gericht verurteilt Väter dazu, soviel zu schuften, bis der Unterhalt reicht.
wer redet denn von Unterhalt, Strafanzeigen und Knast? Es ist innerhalb einer Ehe nicht verboten, sich auf Hartz4-Niveau abzuschiessen oder zumindest mit dieser Möglichkeit zu winken. Dann geht eben nicht nur einer nicht mehr arbeiten, sondern alle beide. Ist nicht spassig - aber vielleicht lehrreich. Und wie gesagt: Lange, bevor man es in die Tat umsetzt, könnte man auch damit winken.

Na ja, diesen Weg bekommen diese Ladies vorgeschrieben, denn sie werden gut aufgeklärt. exclamation_smile
ich habe im real life noch keine dieser Ladies getroffen; von denen lese ich immer nur in Internet-Foren (was nicht heissen soll, dass es nicht hier und dort doch ein Exemplar davon gibt). Vor allem lese ich dort von ihren Männern, die das alles jahrelang nicht aufgefallen sein will - bis zu dem Tag, an dem einer von beiden das Wort "Trennung" sagt: Dann wollen sie schlagartig festgestellt haben, dass sich da jahrelang jemand neben ihnen den Hintern breitgesessen und ihr teuer verdientes Geld ins Nagelstudio getragen hat.

Meine schwäbischen Nachbarn haben für Aha-Erlebnisse dieser Art eine nette Beschreibung: "Siebe Johr lang hend se mit mir Seggeles triebe - aber I han's glei g'merkt."

Grüssles
Martin
Gespeichert

When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Brainstormer
Gast
« Antwort #30 am: 30. September 2013, 20:39:02 »

Moin,

die Diskussion driftet ab und wird schon wieder in die Richtung gelenkt: "Alles ist gut so wie es ist. Anpassungen sind nicht notwendig. Selbst schuld, wer keinen Ehevertrag gemacht hat."

Fakt ist aber nunmal, dass die überwiegende Anzahl der Ehen ohne Ehevertrag geschlossen werden (woran sich auch zukünftig vorhersehbar nichts ändern wird) und die Betonung der nachehelichen Eigenverantwortung durch den Gesetzgeber (Reform 2008) von den Gerichten so gut wie nicht umgesetzt wird. Von daher halte ich eine Überarbeitung der Gesetzestexte, die Richtern jeglichen Ermessenspielraum nach persönlichem Gutdünken erlauben, für überfällig. Die Streichung (oder Anpassung) des Aufstockungsunterhalts wäre schonmal ein guter Anfang.

Gruß
Brainstormer
Gespeichert
gardo
Nicht wegzudenken
****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 537


« Antwort #31 am: 30. September 2013, 21:14:46 »

Die Streichung (oder Anpassung) des Aufstockungsunterhalts wäre schonmal ein guter Anfang.
Dem kann ich nur zustimmen.

Gruss,
gardo
Gespeichert
Malachit
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3.529



« Antwort #32 am: 30. September 2013, 22:51:23 »

Hallo zusammen,

völlig off-topic zwar, aber dennoch eine Bemerkung hierzu:

die Diskussion driftet ab und wird schon wieder in die Richtung gelenkt: "Alles ist gut so wie es ist. Anpassungen sind nicht notwendig. Selbst schuld, wer keinen Ehevertrag gemacht hat."

In gewisser Weise wäre das ja sogar ein durchaus bedenkenswerter Ansatz, wenn man ihn denn konsequent zu Ende dächte. Denn wenn die zukünftigen Eheleute ohnehin alles in einem individuell verhandelten Ehevertrag regeln können, sollen, und eigentlich sogar müssen - dann könnte und müsste man, in letzter Konsequenz, einfach nur sämtliche ehebezogenen Paragraphen ersatzlos aus dem BGB und den nachgelagerten Gesetzen streichen!

Viele liebe Grüße,

Malachit.
Gespeichert

Der Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie besteht darin, ob das Volk vor der Regierung Angst hat, oder die Regierung vor dem Volke.
brille007
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 14.785



« Antwort #33 am: 01. Oktober 2013, 01:14:42 »

Moin,

Denn wenn die zukünftigen Eheleute ohnehin alles in einem individuell verhandelten Ehevertrag regeln können, sollen, und eigentlich sogar müssen - dann könnte und müsste man, in letzter Konsequenz, einfach nur sämtliche ehebezogenen Paragraphen ersatzlos aus dem BGB und den nachgelagerten Gesetzen streichen!
solche windigen Rechtskonstrukte liessen sich - konsequent zu Ende gedacht - nicht auf das Familienrecht beschränken (warum auch - das ist ja kein isolierter Rechtsbereich?). Nach kurzer Zeit würden "interessierte Kreise" sie daher auch mit Begeisterung auf das Arbeits-, Miet- und Verbraucherschutzrecht ausdehnen: Wer dort keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder eine Kündigungsfrist für seine Wohnung ausgehandelt hat, kann sich im Fall des Falles nicht mehr auf gesetzliche Regelungen verlassen, sondern hatte dann eben einfach Pech und sitzt ohne Kohle auf der Strasse. Nennt sich "Gesetz des Stärkeren" oder "survival of the fittest". Will das wieder jemand haben?

Grüssles
Martin

PS: Stand heute hat die Petition 45554 genau 73 Mitzeichner. Das ist - auch wenn die Zeichnungsfrist noch 2 Wochen läuft - noch ein ganzes "Stückchen" vom erforderlichen Quorum von 50.000 Mitzeichnern entfernt und signalisiert das genaue Gegenteil von Handlungsbedarf für den Gesetzgeber. Der darf im Umkehrschluss vielmehr davon ausgehen, dass die absolut überwiegende Mehrheit der Bundesbürger mit den bestehenden Regelungen vollkommen zufrieden ist und kann die Petition beruhigt in die Tonne treten.
« Letzte Änderung: 01. Oktober 2013, 01:16:32 von brille007 » Gespeichert

When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Malachit
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3.529



« Antwort #34 am: 01. Oktober 2013, 08:43:44 »

Hallo zusammen,

ich hebe mal das hervor, woraus es m.E. ankommt:

Nach kurzer Zeit würden "interessierte Kreise" sie daher auch mit Begeisterung auf das Arbeits-, Miet- und Verbraucherschutzrecht ausdehnen: Wer dort keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder eine Kündigungsfrist für seine Wohnung ausgehandelt hat, kann sich im Fall des Falles nicht mehr auf gesetzliche Regelungen verlassen, sondern hatte dann eben einfach Pech und sitzt ohne Kohle auf der Strasse. Nennt sich "Gesetz des Stärkeren" oder "survival of the fittest". Will das wieder jemand haben?

Ja, offensichtlich gibt es hier jemanden, der genau das haben möchte bzw. ganz zufrieden damit zu sein scheint. Eigenartigerweise beschränkt sich dessen Loblied für "kann sich im Fall des Falles nicht mehr auf gesetzliche Regelungen verlassen" allerdings ausschließlich auf das Familienrecht und dort konkret darauf, dass Männer in puncto Unterhalt die Dummen sind.

Oder wie sonst ist es zu verstehen, dass Martin dort, wo ein Mann über den Löffel barbiert wird, gerne süffisant darauf hinweist, der betreffende Trottel hätte ja vorher einen juristisch hieb- und stichfesten Ehevertrag aushandeln können, statt sich darauf zu verlassen, dass die gesetzliche Standardregelung wenigstens ein Mindestmaß an Fairness vorsieht?


Ich jedenfalls sehe es so: Eine gesetzliche Regelung ist entweder brauchbar, oder sie ist es nicht.

Wenn sie brauchbar ist, dann deckt sie vielleicht nicht jeden irgend denkbaren Sonderfall ab und Perfektion verlangt auch niemand; aber für den gewöhnlichen Standardfall muss sie wenigstens im Großen und Ganzen passen, sonst taugt sie nichts. Im Familienrecht könnte man z.B. verlangen, dass die gesetzliche Regelung einigermaßen passt für gewöhnliche Arbeiter, Angestellte, Beamte und kleine Selbständige, während sie nicht unbedingt zu passen braucht für den Inhaber eines mittelständischen Unternehmens mit mehreren hundert Angestellten; solche Firmeninhaber könnte man mit einiger Berechtigung darauf verweisen, dass sie sich für ihren eigenen Sonderfall unbedingt nach einer Ergänzung der 08/15-Standardregelung umsehen müssten. Wenn man die gleiche Forderung, man müsse das Gesetz prüfen und auf die eigene Situation zurechtbiegen, auch an jeden Handwerker oder Büroangestellten stellen muss, falls er heiraten und/oder ein Kind in die Welt setzen will, aber sich nachher nicht mit einem "hatte dann eben einfach Pech" wiederfinden möchte - dann ist m.E. an dieser gesetzlichen Standardregelung so einiges faul.

Wenn aber eine gesetzliche Regelung nicht brauchbar ist, dann möge man sie durch etwas besseres ersetzen oder, wenn dies nicht möglich erscheint, lieber gleich ganz abschaffen (denn damit wäre wenigstens auf unmissverständliche Art und Weise klargestellt, dass ein jeder sich selber kümmern muss).

Nix für ungut,

Malachit.
Gespeichert

Der Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie besteht darin, ob das Volk vor der Regierung Angst hat, oder die Regierung vor dem Volke.
Brainstormer
Gast
« Antwort #35 am: 01. Oktober 2013, 09:15:03 »

Moin Martin,

PS: Stand heute hat die Petition 45554 genau 73 Mitzeichner. Das ist - auch wenn die Zeichnungsfrist noch 2 Wochen läuft - noch ein ganzes "Stückchen" vom erforderlichen Quorum von 50.000 Mitzeichnern entfernt und signalisiert das genaue Gegenteil von Handlungsbedarf für den Gesetzgeber. Der darf im Umkehrschluss vielmehr davon ausgehen, dass die absolut überwiegende Mehrheit der Bundesbürger mit den bestehenden Regelungen vollkommen zufrieden ist und kann die Petition beruhigt in die Tonne treten.

Diese Zahlen deuten lediglich darauf hin, dass kein großes öffentliches Interesse an dieser Thematik vorliegt. Eine Schlussfolgerung (Umkehrschluss), in der Form, dass "die absolut überwiegende Mehrheit der Bundesbürger mit den bestehenden Regelungen vollkommen zufrieden ist", ergibt sich daraus jedenfalls nicht.

Gruß
Brainstormer
Gespeichert
United
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3.156



« Antwort #36 am: 01. Oktober 2013, 09:38:19 »

Moin,

dann auch mal mein Senf:
dann ist m.E. an dieser gesetzlichen Standardregelung so einiges faul.
Die derzeit gültige gesetzliche Standardregelung lautet "alles Billigkeitsermessen und alles einzelfallbezogen".

Ich bilde mir ein, ein Standardfall zu sein, der am Ende mit einer richterlichen Einigungsmaßnahme im Rahmen der üblichen Rechtsprechung da stand.
Wo der Sinn liegt, einem Anwalt dafür 6.000 EUR in den Rachen zu werfen (weil alles aus Sicht der Ex eben ungerecht war), verschliesst sich mir ... dass mich ein Ehevertrag davor geschützt hätte, wage ich zu bezweifeln.

Vielleicht liegt es daran, dass ich typisch Deutsch bin, aber die Rückkehr zum Standard-Altersphasen-Modell sowie eine Festschreibung "Nachehelicher Unterhalt zeitlich begrenzt auf 1/3 der Ehedauer" wäre mir deutlich lieber.

Dann weiß man, worauf man sich bei einer Ehe einlässt ...
... und nein, es geht nicht um § 1353 BGB, in dem festgelegt wird, dass die Ehe auf Lebenszeit angelegt ist (würde man es damit ernst meinen, müsste man ein Scheidungsverbot einführen).
Es geht lediglich um die Scheidungsfolgen, wenn die Ehe halt doch wider Erwarten scheitert.

Ich bleibe bei meiner Meinung:
Das Risiko einer Ehe ist lediglich ohne gemeinsame Kinder kalkulierbar.
Kinder sollte man lieber ohne Ehe das Licht der Welt erblicken lassen.

Dass ich darüber hinaus die unterschiedliche Vorgehensweise zur Bedarfsermittlung im Sozial- und Familienrecht ebenso für ziemlich hirnrissig (und inkonsistent) halte, ist lediglich ein Nebenaspekt, den ich hier lediglich erwähnen möchte.

Im Miet- und Arbeitsrecht fände ich jedenfalls eine Regelung interessant, die da lautete: Gegenseitige Kündigungsfristen unterliegen dem tatrichterlichen Ermessen.

Besten Gruß
United
Gespeichert
brille007
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 14.785



« Antwort #37 am: 01. Oktober 2013, 13:27:09 »

Herrje, ist das ein weinerliches Gememme! Sind wir Männer und verantwortungsvolle Väter - oder lieber Heulsusen, die man an der Hand nehmen muss, weil sie ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen, wenn ihnen nicht dauernd eine Nanny sagt, was sie tun oder lassen sollen?

Ja, offensichtlich gibt es hier jemanden, der genau das haben möchte bzw. ganz zufrieden damit zu sein scheint.
Nein, der sagt nur, dass getroffene vertragliche Vereinbarungen nicht automatisch damit enden, dass jemand sagt "ich hab keinen Bock mehr". Aber auch das ist keine Spezialität des Familienrechts.

Eigenartigerweise beschränkt sich dessen Loblied für "kann sich im Fall des Falles nicht mehr auf gesetzliche Regelungen verlassen" allerdings ausschließlich auf das Familienrecht und dort konkret darauf, dass Männer in puncto Unterhalt die Dummen sind.
das ist eigentlich eine bösartige Unterstellung, denn ich habe genau das Gegenteil davon geschrieben. Man sollte allerdings zum Lesen die "Familienrecht ist böse"-Brille abnehmen; dann sieht man (Hervorhebungen durch mich):
solche windigen Rechtskonstrukte liessen sich - konsequent zu Ende gedacht - nicht auf das Familienrecht beschränken (warum auch - das ist ja kein isolierter Rechtsbereich?). Nach kurzer Zeit würden "interessierte Kreise" sie daher auch mit Begeisterung auf das Arbeits-, Miet- und Verbraucherschutzrecht ausdehnen: Wer dort keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder eine Kündigungsfrist für seine Wohnung ausgehandelt hat, kann sich im Fall des Falles nicht mehr auf gesetzliche Regelungen verlassen, sondern hatte dann eben einfach Pech und sitzt ohne Kohle auf der Strasse. Nennt sich "Gesetz des Stärkeren" oder "survival of the fittest". Will das wieder jemand haben?

Oder wie sonst ist es zu verstehen, dass Martin dort, wo ein Mann über den Löffel barbiert wird, gerne süffisant darauf hinweist, der betreffende Trottel hätte ja vorher einen juristisch hieb- und stichfesten Ehevertrag aushandeln können, statt sich darauf zu verlassen, dass die gesetzliche Standardregelung wenigstens ein Mindestmaß an Fairness vorsieht?
Niemand wird beim Heiraten über den Löffel balbiert. Die Rahmenbedingungen des Heiratens darf man bei Erwachsenen als bekannt voraussetzen; sie beinhalten nicht nur "da gibt's ne Kutsche, lecker Essen, Geschenke und eine bessere Steuerklasse", sondern eben auch den § 1353 BGB. Dass ein paar Leute glauben, diese Verpflichtungen könne man beenden wie man einen Fernseher bei Nichtgefallen zurückgeben kann oder nach einem missglückten Urlaub den Reisepreis zurückverlangt, ist kein Beweis für die Hinterhältigkeit des deutschen Staates, sondern bestenfalls für die Blauäugigkeit von ein paar wenigen seiner Bürger.

Eine Unterhaltspflicht entsteht bekanntlich auch aus der Geburt eines Kindes; sie erstreckt sich gerne auf einen Zeitraum zwischen 18 und 25 Jahren und bekommt über die Jahre durchaus die finanziellen Dimensionen eines schönen Autos oder sogar Einfamilienhäuschens. Und - tataaaa - der Staat steht doch tatsächlich nicht an den Betten seiner Bürger, nicht hinter Festzelten, öffentlichen Toiletten oder sonstwo, wo Männlein und Weiblein sich miteinander vergnügen, um die Männlein zu fragen "Wollt Ihr jetzt wirklich miteinander pimpern? Und ist Euch klar, dass das Unterhaltspflichten auslösen und Zehntausende von Euros kosten kann, wenn das Mädel schwanger wird?"

Diese Unterhaltspflicht ist nicht davon abhängig, ob man selbst ein Kind wollte; nicht davon, ob man Kontakt zu diesem Kind hat und auch nicht davon, ob es später mal "nett" zu seinem Vater ist. Seine blosse Existenz genügt, um eine jahrzehntelange, einseitige Unterhaltspflicht auszulösen, für die man im Gegenzug im Zweifelsfall nichts bekommt. Und keiner hat's einem vor dem Pimpern gesagt. Schon unverschämt und hinterhältig von unserem Staat, dass er uns arme Kerle da ins Messer laufen lässt anstatt uns von den Mädels runterzuschubsen, oder?

Ich jedenfalls sehe es so: Eine gesetzliche Regelung ist entweder brauchbar, oder sie ist es nicht.
das sehe ich genauso. Aber was genau ist an
Zitat
§ 1353 BGB - (1) Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen. Die Ehegatten sind einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet; sie tragen füreinander Verantwortung.
missverständlich? Wer das nicht möchte, braucht nicht zu heiraten. Oder kann den Teil der Verantwortung, den er trotzdem nicht übernehmen möchte, per Ehevertrag oder per gelebter Rollenverteilung ausschliessen. Das einzige, was nicht funktioniert, ist ein nachträgliches "ich wollte das alles nicht", "wenn ich das gewusst hätte..." oder "das hätte man mir aber sagen müssen". Aber das gilt überall im Leben; nicht nur beim Heiraten.

Wenn sie brauchbar ist, dann deckt sie vielleicht nicht jeden irgend denkbaren Sonderfall ab und Perfektion verlangt auch niemand; aber für den gewöhnlichen Standardfall muss sie wenigstens im Großen und Ganzen passen, sonst taugt sie nichts. Im Familienrecht könnte man z.B. verlangen, dass die gesetzliche Regelung einigermaßen passt für gewöhnliche Arbeiter, Angestellte, Beamte und kleine Selbständige,
genau das tut sie ja. Der Staat mischt sich nicht ein, wenn ein Ehepaar beschliesst, dass vorübergehend oder dauerhaft nur einer von beiden einer Erwerbsarbeit nachgeht. Er mischt sich auch nicht ein, wenn seine Bürger sich beim Hausbau, beim Autokauf oder beim Konsum auf Pump finanziell verheben. Und ja: Das alles kann zu einer Katastrophe führen - bei einer Scheidung, aber auch bei Arbeitslosigkeit, bei Unfällen oder Krankheit. In jedem Fall ist es nicht die Aufgabe des Steuerzahlers, für die finanziellen Folgen solcher Konstrukte einzustehen.

Wenn aber eine gesetzliche Regelung nicht brauchbar ist, dann möge man sie durch etwas besseres ersetzen oder, wenn dies nicht möglich erscheint, lieber gleich ganz abschaffen (denn damit wäre wenigstens auf unmissverständliche Art und Weise klargestellt, dass ein jeder sich selber kümmern muss).
der weit überwiegenden Mehrheit der Deutschen scheint sie durchaus brauchbar zu sein und muss nicht durch etwas Besseres ersetzt werden. Wer in Mengenlehre in der Schule ein bisschen aufgepasst hat, kann das Verhältnis von 82 Millionen Staatsbürgern zu mittlerweile 74 Mitzeichnern einer Petition gegen den Aufstockungsunterhalt auf einen Quotienten von "einer Million zu eins" herunterbrechen. Das ist das Gegenteil des Beweises, dass hier etwas nicht "brauchbar" wäre und der Gesetzgeber deshalb korrigierend eingreifen müsste. Das Mitzeichnen einer Petition ist ein Aufwand von wenigen Mausklicks; man muss dafür nicht einmal aus dem Haus gehen, es ist nicht anstrengend, es kostet kein Geld und nur ganz wenig Zeit, man wird deshalb nicht schief angesehen.

Ein wirklicher Demokrat kann daraus also durchaus den Schluss ziehen (und akzeptieren), dass das Thema ausser ihm selbst kaum jemanden interessiert und dass eine Petition mit dem Inhalt "Freibier für Hamster" vermutlich mehr Resonanz hätte.

Grüssles
Martin
Gespeichert

When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
United
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3.156



« Antwort #38 am: 01. Oktober 2013, 14:48:23 »

Moin,

Wer in Mengenlehre in der Schule ein bisschen aufgepasst hat, kann das Verhältnis von 82 Millionen Staatsbürgern zu mittlerweile 74 Mitzeichnern einer Petition gegen den Aufstockungsunterhalt auf einen Quotienten von "einer Million zu eins" herunterbrechen.
... und was beweist das ?

Wer aus dieser mathematischen Rechenaufgabe im Umkehrschluss zum Ergebnis kommt, dass "die weit überwiegende Mehrheit der Deutschen" mit dem Familienrecht zufrieden sei, der sollte schnellstmöglich ein Meinungsforschungsinstitut übernehmen.

Auf den restlichen Beitrag hatte ich bereits vorab geantwortet:
... und nein, es geht nicht um § 1353 BGB, in dem festgelegt wird, dass die Ehe auf Lebenszeit angelegt ist (würde man es damit ernst meinen, müsste man ein Scheidungsverbot einführen).
Es geht lediglich um die Scheidungsfolgen, wenn die Ehe halt doch wider Erwarten scheitert.

Die Scheidungsfolgen sind nicht im Paragraphen § 1353 geregelt, sondern in den §§ 1564 ff. BGB.
Um die geht es hier ... und nein: Kindesunterhalt ist auch nicht das Thema.

Gruß
United
Gespeichert
Brainstormer
Gast
« Antwort #39 am: 01. Oktober 2013, 14:50:53 »

Moin Martin,

Ein wirklicher Demokrat kann daraus also durchaus den Schluss ziehen (und akzeptieren), dass das Thema ausser ihm selbst kaum jemanden interessiert und dass eine Petition mit dem Inhalt "Freibier für Hamster" vermutlich mehr Resonanz hätte.

Das kann er (siehe Antwort #33), nur heißt Korrelation eben nicht Kausalität. Das ist ein sehr beliebter Fehler, der immer wieder gemacht wird.
Ein gutes Beispiel für diese Fehlannahme, ist der (ironisch gemeinte) empirische Beweis der Pastafari, die als einzige Ursache für die globale Erwärmung die sinkende Zahl von Piraten seit Beginn des 19. Jahrhunderts ausgemacht haben.

Gruß
Brainstormer
Gespeichert
brille007
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 14.785



« Antwort #40 am: 01. Oktober 2013, 15:35:11 »

Moin BS,

Das kann er (siehe Antwort #33), nur heißt Korrelation eben nicht Kausalität. Das ist ein sehr beliebter Fehler, der immer wieder gemacht wird.
dieser Unterschied ist mir wohlbekannt; nicht erst, seit am Abend der letzten Bundestagswahl ein paar "Experten" vorgerechnet haben, dass die ganzen Grün-, Links- und vor allem Nicht-Wähler unsere Bundes-Angie NICHT zur Kanzlerin gewählt hätten (was sie sowieso nicht können, aber dafür müsste man sich mit dem Wahlrecht beschäftigen) und Angie's Kanzlerschaft mithin von weniger als 30% der Bundesbürger gewünscht sei.

Nicht umsonst gab es ja auch die satirische Besorgnis, dass am 22. September Menschen wählen gehen durften, für die Pizza-Hersteller Hinweise wie "Vor dem Backen Plastikverpackung entfernen" auf ihre Schachteln drucken müssen...

Ein gutes Beispiel für diese Fehlannahme, ist der (ironisch gemeinte) empirische Beweis der Pastafari, die als einzige Ursache für die globale Erwärmung die sinkende Zahl von Piraten seit Beginn des 19. Jahrhunderts ausgemacht haben.
naja, da klemmt aber jetzt Dein Logikmodul ein bisschen: In Deinem Beispiel stehen zwei Sachverhalte, die zwar gleichzeitig passieren, aber nicht das geringste miteinander zu tun haben. So ähnlich wie "immer, wenn ich niese, fällt irgendwo auf der Welt ein Mensch tot um". Was ohne Zweifel der Fall ist, ohne dass deshalb irgendwer einen kausalen Zusammenhang behauptet.

Das Petitionsrecht ist dagegen ein sogar im Grundgesetz festgeschriebenes Recht, mit dem sich Gesetze auf den Weg bringen oder ändern lassen. Glücklicherweise wurde hier zwar ein Quorum festgesetzt, also eine Mindestanzahl von Mitzeichnern, um dem Gesetzgeber zu ersparen, sich mit jedem Furz befassen zu müssen. Es liegt mit 50.000 Mitzeichnern aber bei lächerlichen 0,06% der Bevölkerung (Zur Erinnerung: Eine politische Partei muss das Hundertfache bringen, um überhaupt in ein Parlament gewählt zu werden und dort Sitz und Stimme zu haben).

Im vorliegenden Fall liegt der gegenüber dem Gesetzgeber zum Ausdruck gebrachte Wunsch seiner Bürger nach einer Veränderung des Unterhaltsrechts in Bezug auf den Aufstockungsunterhalt aber etwa bei "einer von einer Million Bürgern hätte das gerne so" (oder meinetwegen bei "von allen Einwohnern Münchens wollen es zwei"). Daraus würde ich als Gesetzgeber auch den Schluss ziehen, dass meinen Bürgern andere Dinge ungleich wichtiger sind und viel eher einer Veränderung bedürfen. Zum Beispiel das Verbot der Vorratsdatenspeicherung oder die Verpflichtung der Internetanbieter zur Netzneutralität.

Grüssles
Martin
Gespeichert

When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Brainstormer
Gast
« Antwort #41 am: 01. Oktober 2013, 16:29:08 »

Moin Martin,

da klemmt aber jetzt Dein Logikmodul ein bisschen: In Deinem Beispiel stehen zwei Sachverhalte, die zwar gleichzeitig passieren, aber nicht das geringste miteinander zu tun haben.
Nö, da klemmt nix, denn die Anzahl der Unterzeichner hat nichts mit der tatsächlichen Bevölkerungsanzahl zu tun, sondern hängt im Wesentlichen von deren Interesse an der Thematik ab. So einfach ist das.

Gruß
Brainstormer
Gespeichert
brille007
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 14.785



« Antwort #42 am: 01. Oktober 2013, 20:43:00 »

Moin BS,

die Anzahl der Unterzeichner hat nichts mit der tatsächlichen Bevölkerungsanzahl zu tun, sondern hängt im Wesentlichen von deren Interesse an der Thematik ab. So einfach ist das.
es ist ganz einfach: Aber wenn rechnerisch einer von einer Million sagt "ich hätte gerne XYZ geändert" und 999.999 sagen (bzw. durch Nicht-Aktivität zum Ausdruck bringen) "XYZ gefällt uns bzw. ist uns egal, es kann gerne so bleiben wie es ist", ist das in einer Demokratie ein mehr als eindeutiges Votum, nach dem sich auch unterlegene Minderheiten zu richten haben.

Ein Beweis dafür, dass das Thema Aufstockungsunterhalt ein gesellschaftlich drängendes Problem ist, um das sich der Gesetzgeber jetzt umgehend kümmern müsse, ist es jedenfalls ganz sicher nicht. Höchstens dafür, dass es in unserer Ellbogengesellschaft zunehmend eine Einstellung gibt, die man sinngemäss umschreiben kann mit "Was interessieren mich Mehrheiten? Wenn mir ein Furz quer sitzt, hat die Allgemeinheit mir gefälligst eine Lösung zu servieren".

Abgesehen davon: Wir können uns hier die Finger wund schreiben; es wird nichts daran ändern, dass für Unterhaltsfragen dasselbe gilt wie für Häuser: Man muss sich vor Eintritt des Schadenfalls absichern; ein brennendes Haus kann man nicht mehr versichern.

Grüssles
Martin

PS: Der Link zu dieser Petition steht seit drei Tagen im Forum von vatersein.de; die Zahl der Mitzeichner hat sich seither um einen erhöht. Offensichtlich betrachtet man nicht einmal hier, im unmittelbaren thematischen Umfeld von Familienrecht und Unterhaltsfragen, das Thema als sonderlich virulent...
Gespeichert

When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Brainstormer
Gast
« Antwort #43 am: 01. Oktober 2013, 21:50:54 »

Moin Martin,

es ist ganz einfach: Aber wenn rechnerisch einer von einer Million sagt "ich hätte gerne XYZ geändert" und 999.999 sagen (bzw. durch Nicht-Aktivität zum Ausdruck bringen) "XYZ gefällt uns bzw. ist uns egal, es kann gerne so bleiben wie es ist", ist das in einer Demokratie ein mehr als eindeutiges Votum, nach dem sich auch unterlegene Minderheiten zu richten haben.
Das habe ich auch an keiner Stelle in Frage gestellt oder warum führst du das jetzt extra an?

Ein Beweis dafür, dass das Thema Aufstockungsunterhalt ein gesellschaftlich drängendes Problem ist, um das sich der Gesetzgeber jetzt umgehend kümmern müsse, ist es jedenfalls ganz sicher nicht. Höchstens dafür, dass es in unserer Ellbogengesellschaft zunehmend eine Einstellung gibt, die man sinngemäss umschreiben kann mit "Was interessieren mich Mehrheiten? Wenn mir ein Furz quer sitzt, hat die Allgemeinheit mir gefälligst eine Lösung zu servieren".
Zum Einen ergibt sich eine derartige Schlussfolgerung nicht, denn niemand hat an dieser Stelle irgendetwas verlangt. Zum Anderen müsste auch dir klar sein, dass ein starres Quorum von 50000 Mitzeichnern, bei einem Thema, was nur einen Bruchteil der Bevölkerung direkt betrifft, vergleichsweise schwierig zu erreichen ist. Deine Milchmädchenrechnung weiter oben zeigt dies ja ganz deutlich. Selbstverständlich sind 50000 Mitzeichner leichter zu finden, bei einem Thema wie z. B. Vorratsdatenspeicherung, bei dem die gesamte Bevölkerung betroffen ist.

Abgesehen davon: Wir können uns hier die Finger wund schreiben; es wird nichts daran ändern, dass für Unterhaltsfragen dasselbe gilt wie für Häuser: Man muss sich vor Eintritt des Schadenfalls absichern; ein brennendes Haus kann man nicht mehr versichern.
Abgesehen davon bist du es, der an anderer Stelle regelmäßig dazu auffordert, aktiv zu werden, anstatt sich in Internetforen "auszuheulen". Wenn jetzt jemand diese Petition mitzeichnet, ist es aber auch nicht richtig. Ja wie nu? 

PS: Der Link zu dieser Petition steht seit drei Tagen im Forum von vatersein.de; die Zahl der Mitzeichner hat sich seither um einen erhöht. Offensichtlich betrachtet man nicht einmal hier, im unmittelbaren thematischen Umfeld von Familienrecht und Unterhaltsfragen, das Thema als sonderlich virulent...
Was natürlich ein unwiderlegbarer Beweis für die Richtigkeit deiner These ist:
"Alles ist gut so wie es ist. Anpassungen sind nicht notwendig. Selbst schuld, wer keinen Ehevertrag gemacht hat."

Gruß
Brainstormer
Gespeichert
brille007
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 14.785



« Antwort #44 am: 02. Oktober 2013, 02:00:49 »

Zum Anderen müsste auch dir klar sein, dass ein starres Quorum von 50000 Mitzeichnern, bei einem Thema, was nur einen Bruchteil der Bevölkerung direkt betrifft, vergleichsweise schwierig zu erreichen ist.
naja, angesichts von reichlich 20 Millionen Ehepaaren in Deutschland (entsprechend 40 Millionen Menschen und damit etwa jedem zweiten Bundesbürger) halte ich die Behauptung "betrifft nur einen Bruchteil der Bevölkerung" für recht gewagt.

Gut möglich ist allerdings, dass die überwiegende Mehrzahl der verheirateten Deutschen sich der Tragweite einer Eheschliessung bewusst war und ist - und dass nur ein Bruchteil glaubt, am Ende einer Ehe müsse es eine Art "Reset-Taste" geben, die alle ehelichen Verpflichtungen erlöschen lässt.

Abgesehen davon bist du es, der an anderer Stelle regelmäßig dazu auffordert, aktiv zu werden, anstatt sich in Internetforen "auszuheulen". Wenn jetzt jemand diese Petition mitzeichnet, ist es aber auch nicht richtig. Ja wie nu? 
ich fordere immer wieder dazu auf, aktiv zu werden und nicht nur in Foren herumzumemmen. Und natürlich ist es richtig und wichtig, (mindestens) Petitionen mitzuzeichnen. Kannst Du Deine (frei erfundene) Behauptung, das sei mir "nicht recht", irgendwie belegen?

Was natürlich ein unwiderlegbarer Beweis für die Richtigkeit deiner These ist:
"Alles ist gut so wie es ist. Anpassungen sind nicht notwendig. Selbst schuld, wer keinen Ehevertrag gemacht hat."
Wenn Du "Beweise" für meine "Thesen" liefern willst, ist es unabdingbar, dafür auch auf meine Aussagen zu verlinken - anstatt unseriöserweise zu versuchen, mir dafür Deine eigenen Aussagen unterzuschieben.

Grüssles
Martin
Gespeichert

When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
United
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3.156



« Antwort #45 am: 02. Oktober 2013, 09:15:20 »

Moin,

und dass nur ein Bruchteil glaubt, am Ende einer Ehe müsse es eine Art "Reset-Taste" geben, die alle ehelichen Verpflichtungen erlöschen lässt.
Am Ende der Ehe gibt es eine Taste, die die ehelichen Verpflichtungen tatsächlich erlöschen lässt.
Diese nennt sich Scheidung.

... auch beim "Aufstockungsunterhalt" geht es nicht um eheliche Pflichten, sondern um die nacheheliche Solidarität.

Der Gesetzgeber hat im Gesetzbuch verankert ...
Zitat
§ 1569 - Grundsatz der Eigenverantwortung.
Nach der Scheidung obliegt es jedem Ehegatten, selbst für seinen Unterhalt zu sorgen.
... um anschliessend im Wischi-Waschi-Stil festzulegen, dass er das ja eigentlich gar nicht so meint.

Nochmal:
Gegen eine temporäre nacheheliche Solidarität habe ich persönlich nichts einzuwenden (insofern deckt sich die Forderung dieser Petition nicht mit meiner Meinung).
Dass ich damit einer der 999.999 (unter 1 Mio.) anderen bin, die zum Ausdruck bringen "XYZ gefällt uns bzw. ist uns egal, es kann gerne so bleiben wie es ist" ... halte ich für eine interessante Theorie.
Für die anderen 999.998 kann ich nicht sprechen.

... und was das Abwerten von anderen Meinungen als der eigenen (und sei es nur die Meinung von Minderheiten) als memmenhaftes Rumgejammerei betrifft, so halte ich das auch aus der Feder von wirklichen Demokraten für grenzwärtig.

Gruß
United
Gespeichert
Brainstormer
Gast
« Antwort #46 am: 02. Oktober 2013, 11:34:20 »

Moin Martin,

Und natürlich ist es richtig und wichtig, (mindestens) Petitionen mitzuzeichnen.
Dann frage ich mich über was (und warum) wir hier überhaupt diskutieren.
Von meiner Seite aus ist alles gesagt.

Gruß
Brainstormer
Gespeichert
brille007
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 14.785



« Antwort #47 am: 02. Oktober 2013, 11:48:21 »

Moin United,

Der Gesetzgeber hat im Gesetzbuch verankert ......
Zitat
§ 1569 - Grundsatz der Eigenverantwortung.
Nach der Scheidung obliegt es jedem Ehegatten, selbst für seinen Unterhalt zu sorgen.
um anschliessend im Wischi-Waschi-Stil festzulegen, dass er das ja eigentlich gar nicht so meint.
naja, das Verkürzen bzw. Unterschlagen von Paragraphen hilft nicht wirklich weiter. Der von Dir zitierte § 1569 BGB hat auch noch einen zweiten Satz: "Ist er dazu außerstande, hat er gegen den anderen Ehegatten einen Anspruch auf Unterhalt nur nach den folgenden Vorschriften."

Eine dieser Ausnahmen ist in § 1573 BGB unter "Unterhalt wegen Erwerbslosigkeit und Aufstockungsunterhalt" klar ausgeführt. Von "Wischi-Waschi" kann also keine Rede sei.

Und ja: Ich kenne diese Paragraphen gut, denn auch meine Ex-Madame war der Ansicht, sie wären für sie der Schlüssel zu einem sicheren und leistungslosen Grundeinkommen. Ich hatte allerdings eine Versicherung dagegen namens "paritätische eheliche Rollenverteilung". Damit waren die Ausnahmen nach § 1569 BGB vom Tisch; ich habe zu keiner Zeit auch nur einen Euro Unterhalt an sie bezahlt. Und der (angeblich) hinterhältige deutsche Staat wollte mich auch nie mit Hilfe seiner "Wischi-Waschi-Paragraphen" dazu zwingen...

... und was das Abwerten von anderen Meinungen als der eigenen (und sei es nur die Meinung von Minderheiten) als memmenhaftes Rumgejammerei betrifft, so halte ich das auch aus der Feder von wirklichen Demokraten für grenzwärtig.
Die Mehrheit der verheirateten Menschen scheint sich über die (auch wirtschaftlichen) Folgen einer Eheschliessung durchaus klar zu sein und begehrt offensichtlich keine Änderung; zumindest das sagt die Resonanz auf die Petition sehr eindeutig. Ob es Minderheiten oder Mehrheiten sind, spielt aber gar keine Rolle; ich würde ein weinerliches "das hätte man mir aber vorher sagen müssen!" von erwachsenen Menschen auch dann als sissihaftes Herumgememme bezeichnen, wenn es Millionen täten.

Grüssles
Martin
Gespeichert

When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
United
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3.156



« Antwort #48 am: 02. Oktober 2013, 13:36:12 »

Moin Martin,

Der von Dir zitierte § 1569 BGB hat auch noch einen zweiten Satz: "Ist er dazu außerstande, hat er gegen den anderen Ehegatten einen Anspruch auf Unterhalt nur nach den folgenden Vorschriften."
In der Tat habe ich diesen Teil weggelassen ... aber nur, weil da durch die Formulierung "mit den folgenden Vorschriften" das - aus meiner Sicht - "Wischi-Waschi" beginnt ...

In der "klaren Ausführung" in § 1573 wird zunächst eine "angemessene Erwerbstätigkeit" angeführt, ferner wird auf den "vollen Unterhalt" abgestellt.
Was der Gesetzgeber unter der "angemessenen Erwerbstätigkeit" versteht, wird dann "klar" in § 1574 erläutert, mit der Einschränkung "soweit eine solche Tätigkeit nicht nach den ehelichen Lebensverhältnissen unbillig wäre."
Der volle Unterhalt wiederum wird in § 1578 definiert, wo auf die "ehelichen Lebensverhältnissen" abgestellt wird.
Was in Deinem Einzelfall funktioniert hat, wird spätestens hier bei jeder noch so paritätisch geführten Ehe, in der ungleiche Einkommensverhältnisse geherrscht haben, ausgehebelt.

Ok, in Deinen Augen ist das alles klar definiert ... in meinen Augen ist das "Wischi-Waschi", weil ohne tatrichterliches Ermessen (bzw. Billigkeitsabwägung) eben nicht ermittelt werden kann, was einem potenziell Berechtigten zustehen könnte ...
... in meinen Augen schafft das mehr Streitpotenzial, als dass hierdurch eine klare Regelung geschaffen würde.

Besten Gruß
United
Gespeichert
brille007
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 14.785



« Antwort #49 am: 02. Oktober 2013, 16:16:30 »

Moin United,

In der Tat habe ich diesen Teil weggelassen ... aber nur, weil da durch die Formulierung "mit den folgenden Vorschriften" das - aus meiner Sicht - "Wischi-Waschi" beginnt ...
wenn beim Heiraten Eheverträge genauso verpflichtend vorgeschrieben wären wie Notarverträge beim Immobilienerwerb, wäre in der Tat manches einfacher, weil zumindest einmal Rahmenbedingungen festgelegt wären. Aber auch dann gäbe es immer noch Unwägbarkeiten, die man bei der Eheschliessung nicht absehen kann - Stichwort: Erkrankung eines Ehepartners, ein krankes oder behindertes Kind, Unfall, Arbeitslosigkeit, Pflege von Familienangehörigen etc. In Summe: Welche Dinge während einer Ehe passieren werden, ist im Voraus schlicht nicht absehbar.

Dass diese Dinge per Einzelfall-Entscheidung entschieden werden, ist das kein Beweis für die Hinterhältigkeit des deutschen Familienrechts. Ansonsten könnte/müsste man die UH-Pflicht ja einfach an einem Standard-Durchschnittseinkommen festmachen, das andere erwirtschaften. Interessanterweise legen bei der Berücksichtigung des tatsächlichen Einkommens oder von Einkommensverminderungen aber auch UH-Pflichtige grossen Wert auf einzelfallbezogene Entscheidungen.

Der volle Unterhalt wiederum wird in § 1578 definiert, wo auf die "ehelichen Lebensverhältnissen" abgestellt wird.
Was in Deinem Einzelfall funktioniert hat, wird spätestens hier bei jeder noch so paritätisch geführten Ehe, in der ungleiche Einkommensverhältnisse geherrscht haben, ausgehebelt.
Es liegt mir fern, meinen persönlichen Fall zu generalisieren; ich habe ihn nur als Beispiel dafür erwähnt, dass das Ansinnen nach Aufstockungsunterhalt sich in Luft auflöst, wenn bereits zu Ehezeiten wirtschaftlich halbwegs Parität herrschte. Wenn die Ehepartner in freier Entscheidung oder auch aufgrund nicht vorhersehbarer Ereignisse die Erwerbs- und Hausarbeit nicht halbe-halbe aufgeteilt haben, muss von Gerichten - sofern die Ex-Partner sich nicht aussgerichtlich einigen können - eben per Einzelfallentscheidung ein Unterhaltsbetrag ausgeurteilt werden.

Ok, in Deinen Augen ist das alles klar definiert ... in meinen Augen ist das "Wischi-Waschi", weil ohne tatrichterliches Ermessen (bzw. Billigkeitsabwägung) eben nicht ermittelt werden kann, was einem potenziell Berechtigten zustehen könnte ...
das sage ich ja die ganze Zeit. Auch ein paar BGB-Paragraphen können längst nicht alle Einzelfälle abdecken. Zumal die Streitparteien in den strittigen Unterhaltsfällen es in der Regel ja nicht einmal selbst geschafft haben, hier vorher klare Absprachen zu treffen, diese schriftlich niederzulegen und sich daran zu halten.

... in meinen Augen schafft das mehr Streitpotenzial, als dass hierdurch eine klare Regelung geschaffen würde.
eine "klare Regelung", die allen Einzelfällen und allen Vorstellungen von Gerechtigkeit entsprechen würde, gibt es nicht. Auch Du wirst keine formulieren können.

Grüssles
Martin
Gespeichert

When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Seiten: 1 [2]   Nach oben
Drucken
vatersein.de - Forum  |  Politik & Gesellschaft, Soziales  |  Politik, Gesellschaft, Soziales (Moderator: Lausebackesmama)  |  Thema: Petitionen zum Unterhalt
 
Gehe zu:  

Powered by SMF 1.1.10 | SMF © 2006, Simple Machines LLC


www.vatersein.de
Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2002 - 2017 by Vater sein trotz Trennung/Scheidung - Das Portal für Trennungseltern
Diese Webseite basiert auf pragmaMx 0.1.10.
Die Inhalte dieser Seite sind als RSS/RDF-Quelle verfügbar.

Theme created by Khon Bangkok WebWebWeb team