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Autor Thema: Tochter zu jung zum Übernachten?  (Gelesen 960 mal)
ah2000
Schon was gesagt
*
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 6


« am: 16. September 2004, 16:33:51 »

Hi, meine Tochter ist 15 Monate alt.
Leider musste ich mich von ihrer KM trennen und sie bei ihr lassen.

Die KM und ihre Verwandtschaft aber auch meine Eltern meinen, dass die kleine noch zu jung sei um bei mir ein WE alleine zu verbringen.
Ich bin 36, war ein Jahr lang mit Frau und Tochter zuhause (selbständige Tätigkeit) und kann alles was eine Mutter auch kann, bis auf Stillen, aber das macht sie nicht mehr.

Wer kann mir sagen ob das eine richtige Einschätzung ist und ab welchem Alter solche längeren Aufenthalte eher angebracht sind? (gehen wir davon aus, dass die Voraussetzungen i.O. sind, also Wohnung etc.)

(ich muss noch dazu erwähnen, dass natürlich die KM sehr an ihr hängt, wie ich auch, und dass es wohl nicht im Sinne der Tochter gedacht wird, sondern verstärkt die Bedürfnisse der KM betrachtet werden [sie sagt sie würde so ein leeres WE nicht aushalten, was ich nur zu gut nachvollziehen kann]. Ich als KV kann schon auf WEen mit meiner Tochter verzichten, aber wirklich nur zum Wohle meiner Tochter, auch wenn es mir persönlich schwer fällt.)

Gruss, Andre.

[Editiert am 16/9/2004 von ah2000]
Gespeichert
AJA
Frischling

Beiträge: 0


« Antwort #1 am: 16. September 2004, 17:56:42 »

Hi Andre,

mein jüngstes Kind war schon drei Jahre alt bei der Trennung und blieb problemlos übers WE beim Vater. Muss allerdings dazu sagen, dass es schon auch sehr auf seine beiden Geschwister fixiert war/ist. Wie es ohne Geschwister abgelaufen wäre, keine Ahnung. Wenn ich zurück denke, als meine Kinder kleiner waren, wären sie wohl eher nicht über Nacht geblieben. Häufiger Umgang ist wichtig, übernachten m.E. in diesem Alter noch nicht.
Auf keinen Fall darf jedoch ein "leeres" Wochenende ein Argument sein. Daran wird die Dame sich gewöhnen müssen! Ich bin anfangs auch wie ein kopfloses Huhn herumgerannt und habe dabei versäumt die kinderfreie Zeit auch zu geniessen.

Gruß AJA
Gespeichert
Tinka
Rege dabei
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 187



« Antwort #2 am: 16. September 2004, 22:51:07 »

Hallo Andre!

Also ich kann nur sagen, dass der Kleine meines LG bei deren Trennung erst fünf MOnate alt war und trotzdem von Anfang an über nacht bei uns geblieben ist.
Das war auch nie ein Problem für ihn glaube ich, eher im Gegenteil.
Der Kleine ist mittlerweise fast zwei einhalb und ist an 12- 14 Tagen im Monat bei uns plus längere Aufenthalte wenn wir Urlaub haben. Wenn wir ihn holen ist er dan immer entweder zwei oder drei Tage am Stück da.
Ich finde diesen Umgang unter Aufsicht albern, wenn du selbst sagst, dass nie etwas vorgefallen ist und ihr euch "sauber" getrennt habt.
Vielleicht solltest du, wenn dir die Situation selbst nicht passt, versuchen mit der KM zu reden.

Allerdings solltest du vielleicht zunächst versuchen, mit ihr zu vereinbaren, dass du diese drei Stunden mit deiner Tochter allein verbringen darfst. Mit ihr spazieren gehen, auf den Spielplatz, in den Zoo o.ä.
Sie ist es ja garnicht gewohnt mir dir allein zu sein.
Dann kann man die Zeit, die ihr miteinander verbringt verlängern. Deine Eltern würden sich doch sicher auch über einen Besuch von euch zwei freuen. Und ich finde, deine Tochter sollte auch deine Wohnung kennenlernen. Wenn dies dann für sie irgendwann vertraut geworden ist, dann kann man über eine Übernachtung nachdenken, wobei ich persönlich wie bereits erwähnt nun wirklich nichts negatives entdecken kann.

Deine Tochter wird sich, wenn sie groß ist nicht mehr daran erinnnern können, was zu der Zeit war, in der sie klein war. Aber die Beziehung zwichen euch,quasi ihre Bindung zu dir entwickelt sich ja. Und wenn du sie immer nur " bei Mama besuchen " kommst, kann sie an deinem neuen eigenen Leben ja garnicht teilnehmen.

Deine Ex muss begreifen, dass die Kleine nicht nur ihr Kind ist und sie es nicht nur für sich beanspruchen kann, so schwer das auch sein mag.

Liebe Grüße und alles Gute
tinka
Gespeichert

Gibt dir das Leben eine Zitrone-
mach´ Limonade draus!
Papa Nico
Nicht wegzudenken
****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 763



« Antwort #3 am: 17. September 2004, 07:59:39 »

Hallo Andre!

Deine Fragestellung kann keiner pauschal beantworten. Es hängt sicher vorrangig von der Entwicklung etc. deines Kindes ab. Und ihr müsst euch einig sein, wann und wo das Kind "wohnt".

Zum Thema "Alter" kann ich dir einigermaßen passend meine Erfahrungen beschreiben.
Wir haben 3 Kinder: großer Sohn(8J), kleiner Sohn(2J), kleine Tochter(1J)
Meine Tochter wird erst im Dez. 1 Jahr.
Da ich nach unserer Trennung keine Kompromisse beim Thema Kinder machen wollte, habe ich meine Zwerge am Wochenende. Auch die kleine Maus. Der große ist nicht mein leiblicher Sohn, aber wir haben eine sehr gute Vater-Sohn-Beziehung zueinander. Selbst ihn nehme ich gern am WE mit.
Mit der kleinen habe ich keine Probleme. Wenn ich sie hole, frage ich nach, was es bei ihr neues gibt (Essen, Schlafen, Spielen, ...). Dann kann ich mich darauf einstellen. Wichtig ist nur, dass sie wie gewohnt umsorgt und beschäftigt wird!
Zugegeben: Die erste Nacht in einem anderen Bett in einem anderen Zimmer. Da hatte sie doch Probleme. Aber schon die zweite Nacht war alles bestens. Ich habe jetzt keine Schwierigkeiten, weder mit ihr noch mit den anderen Kindern.

Also, wenn du deine Tochter am WE haben willst, dann sprecht über dieses Vorhaben. Tauscht euch aus, damit du alles weißt, was für deine kleine wichtig ist. Und dann versucht ihr es einmal. Und wenn die erste Nacht super gelaufen ist, würde nichts gegen eine zweite sprechen, anderenfalls musst du sie zurückbringen.

Wir (meine Fast-Ex-Frau und ich) haben eine Vereinbarung. Ich schreibe ihr alle 3-4 Stunden eine SMS, damit sie beruhigt ist. Wenn etwas wäre, rufe ich sofort an und lasse mir Tipps geben. (Kam aber noch nie vor!)
Sowas könntet ihr auch machen. Aber versucht es einmal mit der Übernachtung. Deine Tochter braucht dich genauso!

Grüße
Nico
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Der eine wartet, daß die Zeit sich wandelt.
Der andere packt sie kräftig an - Und handelt.
(Dante)
ah2000
Schon was gesagt
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 6


« Antwort #4 am: 22. September 2004, 17:54:38 »

Hallo Niko, Tinka und AJA,

vielen Dank für das Feedback. Natürlich rede ich viel darüber mit der KM, aber sie hat einfach so eine archaische inherente Angst, dass ich die Kleine kidnappe oder so, oder hat Angst, nicht zu wissen was sie in der Zeit alleine machen soll...

Ich habe die Kleine fast ein Jahr lang jeden Tag bis zu 8 Stunden alleine "aufgezogen" weil KM körperlich zu schwach dafür war. Der abrupte Abschied ist natürlich hart für mich und vielleicht für die Kleine. Und dass ich jetzt so behandelt werde ist wie die Behandlung eines Schwerverbrechers.

Naja, habe mit meinen Eltern gesprochen und die meinen ich sollte lieber nicht gerichtlich vorgehen und das Ganze eskalieren lassen, sondern erstmal noch ein paar Monate abwarten und langsam, z.B. die Kleine für drei Stunden alleine sehen, dann irgendwann ausbauen auf ein Wochenende wenn sie schon sprechen kann, so mit 3-4 Jahren.

So long, vielleicht fällt mir ja noch was anderes geniales ein.

Andre.
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DeepThought
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 12.054



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« Antwort #5 am: 22. September 2004, 18:01:36 »

Hallo ah2000,

Zitat
sondern erstmal noch ein paar Monate abwarten und langsam, z.B. die Kleine für drei Stunden alleine sehen, dann irgendwann ausbauen auf ein Wochenende wenn sie schon sprechen kann, so mit 3-4 Jahren.
Damit verpasst du die wichtige Prägungsphase deines Kindes. Es ist nicht einzusehen, nur damit's Madame gut geht, dass du auf dein Kind verzichtest und das Recht des Kindes auf Umgang übergehst.  Wie willst du eine Umgangserweiterung später mal begründen. "Ach, Herr Richter, naja, da war die Kleine ja noch jung und die Mutter pis..g. Und überhauot...ach ich weiß nicht. Aber nun ist sie groß und kann reden und ich was mit ihr anfangen". Der Richter wird dich kalt lächelnd abservieren.

Ich würde drum kämpfen, wenn's dir dein Kind wert ist.

DeepThought
Gespeichert


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06 als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
ah2000
Schon was gesagt
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 6


« Antwort #6 am: 22. September 2004, 18:15:13 »

very deep thoughts...

Da hast Du natürlich schon recht, das ist die wichtigste Phase, ja. Aber ich verzichte ja nicht völlig darauf, mache lediglich Einschnitte.

Die Kleine ist mir enorm wichtig, deshalb möchte ich auch, dass es der KM gut geht, sonst gehts der Kleinen automatisch auch schlecht. Die KM ist eben sehr psychologisch labil etc.

Steter Tropfen höhlt den Stein sozusagen.
Und ich kann auch jetzt schon viel mit ihr anfangen und vice versa. Dazu braucht sie noch nicht sprechen können, aber wenn sie es kann, dann kann sie ihre Wünsche noch besser ausdrücken und hoffentlich auch sagen, dass sie mal länger oder wieder zu mir möchte. Darum gehts, nicht darum dass ich was mit ihr anfangen kann.

Irgendwie muss ich versuchen, die Verweigerung meiner noch Ehefrau offiziell dokumentieren zu lassen, sonst wird mich ein Richter, falls das notwendig sein wird, tatsächlich so abservieren. Danke für den Hinweis Deepthought.


Gruss, Andre.



[Editiert am 22/9/2004 von ah2000]
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