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vatersein.de - Forum 09. Februar 2012, 17:04:05 *
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Autor Thema: Untersuchung auf ADS / ADHS - Welche Rechte habe ich konkret?  (Gelesen 2905 mal)
Horschti
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« am: 29. April 2009, 09:45:32 »

Hallo in die Runde,

habe 3 Söhne, die bei meiner EX und deren Lebensgefährtin leben. Es besteht GSR. Meine EX hat jetzt veranlasst, dass mein Ältester auf ADS bzw. ADHS untersucht wird. Getrieben wird sie sicher vor allem von ihrer Partnerin, die die Zügel in dem Haushalt fest in der Hand hält. Sie ist Heilerzieherin und leidet aus meiner Sicht an krankhafter Selbstüberschätzung gepaart mit der Annahme, dass sich die Sonne für sie als den Mittelpunkt ihrer Umlaufbahn entschieden hat.

Zur Sache:

Unser Sohn (11) hat durchschnitliche schulische Leistungen (2 - 3). Naturwissenschaften liegen ihm besser als Sprachen. Auch schon während unserer Ehe hatten wir immer ein Auge auf seine Entwicklung. Leichte Konzentrationsstörungen und einen Hang sich leicht ablenken zu lassen, waren und sind vorhanden. Wir haben dies damals jedoch nicht untersuchen lassen, da vor allem ich der Meinung war und bin, dass eine solche Untersuchung dem Kind das Gefühl geben könnte "Mit meiner Psyche stimmt etwas nicht!". Auch erkenn ich viele seiner Verhaltensmuster aus meiner eigenen Kindheit und Gegenwart wieder. Ich schließe nicht aus, dass er tatsächlich ADS hat bzw. ich es auch hatte oder habe. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass man auch ohne eine solche Untersuchung sein Leben in den Griff bekommen kann. (Außer einer gescheiterten Ehe, hat es bei mir bis jetzt eigentlich sehr gut geklappt.)

Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob meine EX so eine Untersuchung überhaupt veranlassen durfte, ohne mich zu fragen?

Die Damen sind ganz Feuer und Flamme, im Ernstfall auch auf Medikamente zurückzugreifen. Geht dies nur mit meiner Zustimmung? Ich habe große Beklemmungen bei dem Gedanken, nach dem Motto: Er funktioniert nicht perfekt, geben wir ihm mal schnell ´nen paar Pillen. Ich bin Nachwuchstrainer im Fußball und hab da tlw. mit ganz anderen Kaliebern zu tun. Da könnte man ja wesentlich Teile unser Jugend auf die Weise verarzten! Vielleicht kann mir ja auch jemand hier diese Beklemmung ein wenig lösen? Wie gesagt, in meinen Augen ist er alles in allem ein "normaler" Junge.

Meine EX hat mich darum gebeten, auch ihrer Partnerin zu dem Elterngespräch nach der Auswertung der Untersuchungen mit hinzuzunehmen. Nach meinem Verständnis von ärztlicher Schweigepflicht, muß ich das nicht zulasssen. Liege ich da richtig?

Kann mich jemand zu meinen Möglichkeiten beruhend auf das GSR aufklären? Hat jemand Erfahrungen mit ADS / ADHS?

Ich freue mich auf Eure Antworten und sag schon mal Danke.
Gruß

Holger
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midnightwish
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« Antwort #1 am: 29. April 2009, 10:03:57 »

Hi,

bei GSR kann sie zwar eine Untersuchung veranlassen, wenn es aber um die Behandlung geht braucht der Arzt auch dein Einverständnis.
Ich sehe keinen Zweck und auch keine rechtliche handhabe, das die LG der KM an dem gespräch teilnehmen soll. Es heißt nicht umsonst Elterngespräch. Ich würde dieses Ansinnen verweigern, aber auf dem Elterngspräch an sich beharren.

Ja, hier gibt es einige die in unterschiedlicher Weise Erfahrung mit dem Thema haben.

Aus der Erfahrung mit meinem Sohn: Ein guter Arzt wird nicht leichhtfertig Medis verordnen. Er wird eine umfassende Anamnese erstellen, zu der auch gehört, das Elternfragebögen ausgefüllt werden müssen und das ein Fragebogen auch an die Schule geht, um ein möglichst umfassendes Bild zu bekommen.
Zudem wird, von einem guten Arzt, darauf abgezielt, das das betroffene Kind durch gezieltes Verhaltenstraining ohne Medikamente auskommt. Dabei kann eine zeitlang die Gabe von Medis als Unterstützung sinnvoll sein, darf aber nicht zum Dauerzustand werden oder von vornherein auf Dauer angelegt sein.

Bein einem Gespräch mit dem Arzt würde ich folgende Fragen stellen:
- Wie lange soll die Gabe von Medikamenten dauern?
-Werden in den Ferien regelmäßig Pausen gemacht, um zu überprüfen, ob eine weitere Gabe notwendig ist.
-Wird die Wirksamkeit durch Konzentrationstest mit und ohne Medis überprüft.
-Werden regelmäßige Gewichtskontrollen, sowie Blut- und Leberwerte überprüft.
-Welche zusätzlichen Maßnahmen werden ergriffen? (z.B. Verhaltenstraining, Kompetenzgruppen, Ergo-Therapie)
-Wie sehen die Lehrer die Situation des Kindes, gibt es gravierendeAuffälligkeiten in der Schule?

LG Tina

P.S.: Mein Sohn bekommt seit 1 Jahr Methylphenidat. Für ihn ist es tatsächlich eine Erleichterung. Aber gleichzeitig werden bestimmte Verhaltensmaßnahmen trainiert. In den Osterferien hatten wir wieder Pause. Auch ohne Medis ist seine Konzentration besser geworden (aber um ein gleichwertiges Ergebnis zu erhalten muß er noch unglaublich viel Kraft aufwenden), auch hat er gelernt mit Frustration besser umzugehen bzw. sich auch mal zurückzuziehen, wenn ihm etwas zuviel wird. Plan ist derzeit nach den Sommerferien auszuprobieren, ob man die medikamente wieder gänzlich weglassen kann oder ob er sie noch eine Weile als Unterstützung braucht bzw. ob man weitgehend reduzieren kann.
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Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Beppo
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« Antwort #2 am: 29. April 2009, 10:18:01 »

Hallo Horschti,

es ist sicher richtig eine vorschnelle und vor Allem laienhafte Diagnose abzulehnen.

Auch deinen Bedenken, ihn professionell untersuchen zu lassen, kann ich verstehen, denn die kann bei ihm schon das Gefühl aufkommen lassen, irgendwas stimmt nicht mit ihm.

Trotzdem ist fraglich, ob du dich dagegen wehren kannst oder sollst.
Wenn er korrekt untersucht wird, wird der Arzt auf jeden Fall darauf bestehen, dich ein zu beziehen, denn das Gespräch mit den Eltern, Lehrern, etc. ist wichtiger Bestandteil der Untersuchung.
Wenn du nicht gefragt wirst, kannst du davon ausgehen, dass der Arzt keine Ahnung hat. Dann solltest du dich wehren.
Wenn ein solcher, dann auch noch Medikamente (Ritalin, Medikinet, etc.) ohne deine Zustimmung verordnen sollte, musst du dich wehren.
Denn das darf nur von einem Arzt geduldet werden, der wirklich was davon versteht.

Insofern solltest du auch verlangen, bei den Gesprächen mit dem Arzt dabei zu sein, zumindest im Einzelgespräch mit ihm. Ansonsten würde ich ihn auf das GSR hinweisen und dass du ohne Einbindung der Untersuchen und Behandlung nicht zustimmst.

Ähnliches gilt allerdings auch anders herum.

Auch wenn AD(H)S eine Modediagnose ist, die einigen Kindern von allen möglichen Leuten nachgesagt wird, so gibt es sie doch und sollte dann auch untersucht und behandelt werden.
Das kann Medikamente beinhalten, muss es aber nicht.
Auf jeden Fall gehört aber eine psychologische Betreuung dazu.

Insofern, solltest du dich nicht komplett dieser Möglichkeit verschließen aber auf deine Einbindung bestehen.

Gruss Beppo

P.S. Tina war mal wieder schneller!
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Horschti
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« Antwort #3 am: 29. April 2009, 10:43:25 »

Hi Tina,

danke, das ging ja schnell. Mache mir vor allem auch über Nebenwirkungen Sorgen. Wie sieht es da bei dem Medikament Deines Sohnes aus? Hat er ADS oder ADHS?

Wir haben uns wie gesagt auch schon früher mit dem Problem beschäftigt. Im Gespräch mit befreundeten Lehrern und Erziehern haben wir gemerkt, dass bei dem Thema die Meinungen vor allem betreffend der Medikamentation stark differieren.
Ich habe vor folgendem Signalen an meinen Sohn angst:

1.) Ich bekomme mein Leben nur mit Pillen in den Griff! => DEPRI
2.) Ich kann ja nichts dafür und auch nichts daran ändern! => FREIBRIEF nicht an sich zu arbeiten.

Ich bin schon der Meinung, dass ein Kind so eine bevorstehende Unbtersuchung ziemlich aufwühlen kann. Es ist ja nicht so, dass sie nicht über ihr Leben nachdenken. Könnte ich so eine Untersuchung nicht doch verhindern, heißt, ist meine Zustimmung tatsächlich nicht notwendig? Immerhin scheint sie mir ja nicht überlebensnotwendig zu sein, könnte seinen seelischen Zustand jedoch wesentlich belasten. Als Kind hätte ich vermutlich Panik geschoben.

Die Untersuchung ist am 4. Mai und ihm schon angekündigt. Nach außen wirkt er Gott sei Dank recht gelassen bei dem Thema. Ich habe dann auch brav die Fragebögen ausgefüllt, um die Auswertung der Untersuchung nicht zu behindern.
Brauche nur input zu meinen konkreten Möglichkeiten und zu Erfahrungen zu ADS / ADHS.

LG Holger

Hi Beppo,

... und Du warst schneller als ich. Also ich denke schon, dass da Profis am Werk sind. Ein gemeinsames Elterngespräch ist natürlich auch geplant. Die Frage, die mich allgemein beschäftigt ist eigentlich, bei welchen ärztlichen Untersuchungen im Vorfeld meine Zustimmung notwendig ist?

LG Holger
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midnightwish
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« Antwort #4 am: 29. April 2009, 11:13:28 »

Hi,

Zitat
Wie sieht es da bei dem Medikament Deines Sohnes aus? Hat er ADS oder ADHS?

Wenn du mich so direkt fragst  puzzled

Er hat ADS. Zu den Nebenwirkungen. Die Liste der Nebenwirkungen ist ja ziemlich lang. Man muß genau beobachten und auch mit dem Kind viel reden. Auch die regelmäßige Kontrolle der Blutwerte ist da eben wichtig.
Bei uns ist die Appetitlosigkeit ein Problem. Wir versuchen das abzufangen, indem er morgens vernünftig frühstückt. In der Schule haben alle medikamentierte Kinder die Erlaubnis auch mal ein süsses Frühstück, bzw. kalorienreiche Obstschorlen zu sich zu nehmen. Außerdem sehen wirs mit den Essenszeiten nicht so genau. Er darf auch mal zwischendurch ein Brot essen.
Apropos süß. Ich hätte da noch einen Versuch. Viele Kinder reagieren auch auf zuviel Zucker mit nervosität und Unkonzentriertheit. Mein Sohnemann reagiert da sogar extrem. Ein weglassen von Zucker (bzw. eine massive Reduktion) führt daschon zu deutlichen Ergebnissen. Das könntet ihr auch mal versuchen.
Ab und an kommt es zu Schlafstörungen (vor allem am Anfang). Vor allem einschlafen wird dann zum Problem. In der ganzen Zeit hatte er 3 mal starke Kopfschmerzen. So, das sind die 3 häufigsten Nebenwirkungen ;-)

[quoteIch habe vor folgendem Signalen an meinen Sohn angst:

1.) Ich bekomme mein Leben nur mit Pillen in den Griff! => DEPRI
2.) Ich kann ja nichts dafür und auch nichts daran ändern! => FREIBRIEF nicht an sich zu arbeiten.][/quote]

Eines ist völlig klar. Man muß mit den betroffenen Kindern viel reden, viel erklären und auch immer wieder nachhören ,wie es ihnen geht.

zu 1.) Mein Sohn hat es als Erleichterung empfunden. das Kribbeln im Bauch ist weg und es macht ihn nicht mehr zappelig (so drückt er es aus). Er sagt selber, das er Dinge besser wahrnimmt und einordnen kann. Den Unterschied zwischen mit und ohne medis kann er ziemlich gut einschätzen. Da er aber begleitend ja noch Trainings bekommt, weiß er das er auch lernen kann ohne Medis auszukomnmen. Ganz süß war es in den osterferien (wenn auch ziemlich lästig). Wir kamen vom einkaufen und Sohnemann kam kleinlaut um die Ecke und entshculdigte sich, weil er Sonnencreme an die Wand gesprüht hatte. Er sagte selber, er hätte isch da nicht mehr unter Kontrolle gehabt und nicht gewußt was er dagegen tun soll. Wir haben dann ausgemacht, das er in so einer Situation dann zu uns kommt. bzw. anruft. Er meinte dann auch, das ihm das mit dem Medis nicht passiert wäre, weil dann hätte er sich beherrschen können, wiel er ja weiß, das es falsch ist, aber er sicher ist, das noch hinzukriegen.

zu 2.) Das ist stark abhängig vom Verhalten der Eltern (und auch lehrer). Wenn man es nicht zuläßt, das er sich darauf zurückzieht, wird er sehr schnell lernen, das es eben kein Freibrief ist. Man muß aber dabei noch konsequenter sein, als sonst. Wir haben meinem Sohn oft erklären müssen, das wir nun wissen, warum er diese oder jene Schwierigkeiten hat. Das wir als Eltern bereit sind ihm zu helfen, das er aber auch seinen Teil dazu beitragen muß und das sein "Handikap" nicht dazu geeignet ist uns auf der nase rumzutanzen. ich machs mal an einem Beispiel fest. Die Kinder müssen beim Aufdecken und beim Abräumen des Tisches helfen. Abends ist das schlicht und einfach für ihn gar nicht möglich. Er schafft das nicht mehr. Die mit ihm abgesprochene Lösung ist diese: Wir wissen ,das dir das am Abend sehr schwer fällt und du das nicht schaffst. Also machst du das am Mittag mit einem Elternteil alleine, dafür übernehmen die Mädchen den Dienst am Abend. Er sieht zum einen das auf seine Möglichkeiten Rücksicht genommen wird, das er aber trotzdem in die Pflicht genommen wird.

Ich denke gerade dabei kommt es viel darauf an wie die Eltern mit dieser Situation umgehen. Das hört sich jetzt bei mir vielleicht alles recht leichtfertig an, aber du kannst mal meine Umgebung fragen, wie schwer ich mich mit dem Ja zur Behandlung getan haba und wie ungern ich ihm nach wie vor das Medikament gebe. Aber ich muß einfach auch anerkennen , das es ihm damit besser geht und er zunehmend lernt damit umzugehen.

Noch ein Wort zur Untersuchung: Auch das ist die Frage wie man es dem Kind "verkauft". Meinem hat es unheimlich Spaß gemacht. Auf Zeit etwas auszufüllen, bestimmte Formen in Zeilen markieren u.s.w. Für ihn war das noch ein tolles Spiel.

Zu deiner Frage: Für die Untersuchung selbst braucht es keine Zustimmung, die fällt eher in den bereich der Alltagssorge, aber für eine Behandlung muß du dein Einverstädnis geben (ich bekam z.B. einen Wisch auf dem bei GSR beide Elternteil unterschreiben ,mußten)

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Tina
« Letzte Änderung: 29. April 2009, 11:20:56 von midnightwish » Gespeichert

Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
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« Antwort #5 am: 29. April 2009, 14:46:11 »

Hi Tina,

sorry, wenn ich zu direkt war.

Da ich die Jungs ja nur alle 14 Tage bei mir habe, lassen sich Entwicklungen für mich natürlich nur sehr schwer erkennen und beurteilen. Auch ist der Umgangstermin mit der sonstigen Alltagssituation der Kinder nicht zu vergleichen. Freude und Ausgelassenheit bestimmen ihn. Den Alltag hinter sich lassen und die Zeit bei uns, die ja am WE auch Frei haben, genießen. Es ist dann auch schwer mit ihm Zeit für ein längeres Einzelgespräch zu finden.

Leider ist die Zusammenarbeit mit meiner EX die Entwicklung der Kinder betreffend sehr beschwerlich. Gemeinsame Besuche bei Elternabenden oder Elternsprechtagen sind ihr nicht möglich. Ihre Partnerin hat sie da voll im Griff und erfolgreich die Aufrechterhaltung eines wenn schon nicht freundschaftlichen, so wenigstens doch konstruktiven Umgangs verhindert. Da meine EX als Krankenschwester im Schichtdienst arbeitet, liegt die Betreung und Erziehung der Jungs für die meiste Zeit in Ihrer Hand. Ein Umstand, der mich immer wieder sehr unglücklich macht, sich allerdings in absehbarer Zeit nicht abändern lassen wird.

Die Situation für mich in Bezug auf die Untersuchung und evtl. Behandlung ist für mich dadurch sehr schwierig zu bewerten. Naja, ich warte mal das Elterngespräch ab. Habe meiner EX jedoch schon mal gesagt, dass ich ein Einzelgespräch mit dem Arzt vorziehe bzw. mit ihr alleine, ohne ihren Hausdrachen.

LG Holger
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« Antwort #6 am: 18. Juni 2009, 22:56:03 »

Hallo,

nach dem die Untersuchung verschoben wurde, ist nun nächsten Di das Elterngespräch.
Ich bin schon gespannt, was da abgeht. Habe mich dazu entschieden, keinen Tam Tam wegen der Next meiner EX zu machen. Bringt wieder nur Stress - und darauf hab ich keinen Bock. Soll sie sich das doch mit anhören. Wenn Sie da ihr Ding durchzieht, wie sonst, kann ich sie immer noch rausschmeißen lassen.

Kann mich noch einmal jemand updaten zu den algemeinen Symtomen, zu den gängigsten Medikamenten und deren Wirrkungsweise? Welche Therapieansätze gibt es vor der Medikamentation?

Wäre echt hilfreich, um da nicht wie der letzte Trottel zu sitzen.
Danke für Eure Mühe.

Gruß Holger
« Letzte Änderung: 18. Juni 2009, 23:13:24 von Horschti » Gespeichert
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« Antwort #7 am: 18. Juni 2009, 23:53:03 »

Hallo Horschti,

Es ist das normalste der Welt, dass du da wie ein Idiot sitzt, denn ein guter Arzt wird niemals von dir erwarten, dass du dich auskennst.
Er wird, insbesondere an Hand von Fragebögen und direkten Fragen an euch versuchen heraus zu finden, wie sich euer Kind im Alltag un in besonderen Situationen verhält.
Du wirst in den Fragebögen mit Verhaltensweisen konfrontiert, die du, so dein Kind ADS/ADHS haben sollte, sofort wieder erkennen wirst. Auch ohne besondere Vorkenntnisse.
Er  muss auf dieses Gespräch vorbereitet sein. Nicht ihr.

An Medikamenten, bzw Wirkstoffen gibt es im Wesentlichen 2 in verschiedenen Varianten und Markennamen.
Der Klassiker ist Methylphenidat unter dem Namen Ritalin.
Es gibt dieses aber auch unter dem Namen Medikinet, Concerta und diversen Anderen und die wiederum in verschiedenen Varianten, wie z.B. Retard, welches eine Depotfunktion hat um die Wirkungsdauer der Einzeldosis zu verlängern.

Der 2. wichtige Wirkstoff, dessen Namen ich vergessen habe wird i.d.R unter dem Namen Stratera vertrieben.
Dieses ist neuer und findet seine Anwendung, soweit ich hier von anderen Usern gelernt habe, eher bei ADS und weniger bei ADHS.

Zur Anwendung von Ritalin muss man sagen, dass es keineswegs ein harmloses Medikament ist, da es eine Reihe von Nebenwirkungen und Risiken hat.
Dennoch ist es in schwereren Fällen von AD(H)S unterlassene Hilfeleistung, es nicht zu geben.
Es ist, anders als oft behauptet, kein Psychopharmakon, welches die Kinder benebelt und ruhig stellt, sondern eher etwas was ihnen hilft, die Umwelt so wahrzunehmen wie sie ist. In etwa vergleichbar mit einer Brille.
Es macht auch nicht süchtig oder abhängig, sondern wirkt im Gegenteil nur sehr kurzfristig.
Dennoch muss man das Kind sehr genau überwachen um die richtige Dosierung zu finden und die Nebenwirkungen zu kontrollieren.

Zur begleitenden Therapie gehört in jedem Falle eine psychologische Betreuung, denn die Kinder nehmen durch die Medikamente zum ersten mal so richtig wahr, dass sie anders sind und haben Mühe das zu verarbeiten.
Zudem sollen sie lernen, die Krankheit und ihre Auswirkungen zu verstehen, damit sie lernen, damit auch ohne Medikamente umzugehen.

Gruss Beppo
« Letzte Änderung: 19. Juni 2009, 05:44:46 von Beppo » Gespeichert

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« Antwort #8 am: 19. Juni 2009, 00:42:54 »

Hallo Beppo,

danke für Deine schnell Antwort.

Ich habe keine Angst vor dem Arzt - nur keine Lust, vor den Damen unwissend zu wirken.

In erster Linie gehr es mir um aber um meinen Sohn. Was ich über Deinen Jüngste gelesen habe hört sich sehr hart an. In Teilen erkenne ich auch Sachen bei meinem Großen wieder. Aber, wie Du auch schreibst, sind die Symtome sehr schwammig und tlw. nicht nur einer "Krankheit" zuzuordnen.

Wenn es so ist, hoffe ich, dass er ohne Medis auskommen kann. Mache mir wirklich Sorgen, wegen evtl. Nebenwirkungen. Tina hat schon von Appetitlosigkeit berichtet. Was ist mit Organschädigungen? Gibt es da Erfahrungen?

Was behandelt so eine begleitende Therapie?

Sorry für die vielen Fragen

Gruß Holger
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« Antwort #9 am: 19. Juni 2009, 05:58:42 »

Nebenwirkungn die ich noch kenne sind vor Allem Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit.
Die treten fast immer auf und haben großen Einfluss auf die Dosierung.

Dann die erwähnten psychischen Probleme, die vom Ritalin aber nicht verursacht werden, sondern eher an die Oberfläche kommen.
Organschädigungen weiß ich so nicht mehr.

Die begleitende Therapie soll ihm vor Allem helfen, zu lernen mit der Krankheit umzugehen.
Die organischen Ursachen können, soweit ich weiß, nicht beeinflusst werden.

Gruss Beppo
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« Antwort #10 am: 19. Juni 2009, 07:18:18 »

Morgen,

zu den Nebenwirkungen noch eine Ergänzung. Die Liste ist relativ lang (aber ich fürchte das trifft auf 90 % der Medikamente zu). Es kann auch Auswirkungen auf Organe und Gehirn haben. Aber ich denke, wenn man verantwortungsvoll damit umgeht. Die Dosierung gut einstellt, immer wieder überprüft, ob es noch notwendig ist und dem Körper immer wieder Pausen ohne Tabletten gönnt, dürfte das Risiko nicht höher als bei anderen Medis sein, auf die chronsich Kranke angewiesen sind.

Daher wird ein Arzt regelmäßig Blutuntersuchungen machen und in größeren Abständen auch ein EEG. Mein Sohn bekommt das Medikament nun seit 1 1/2 Jahren und organisch gibt es keine Probleme.
In letzter Zeit kann ich sogar feststellen, das er die 2. Dosis, die er normalerweise während der Schulzeit nimmt (das Retard-Präperat verträgt er nicht) häufiger mal vergißt, aber weder in der Schule noch daheim zu merken ist, das es fehlt. Für mich heißt das, das eben die belgeitende Verhaltenstherapie anschlägt und er sich immer besser selbst kontrollieren kann.

Was Beppo oben schon beschrieben hat kann ich zu 100 % unterstützen. Diese Kinder nehmen erst unter medis ihre Umwelt und vor allem die Mitmenschen richtig wahr. Vorher sind sie schlicht und einfach oft nicht in der Lage Mimik, Gestik und andere Dinge richtig einzuordnen. Das lernen sie dann und können es mit der Zeit auch ohne Medikamente besser.

Tina
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« Antwort #11 am: 19. Juni 2009, 09:07:20 »

Moin,

danke Euch beiden. Das nimmt mir ein wenig die Sorgen. Die beschriebenen Symtome verstärken nun aber auch in mir den ADS - Verdacht.

Vor Allem, dass er oft nicht merkt, wann Schluß ist - also, wann er den anderen in Ruhe lassen sollte - passt recht gut. Auch reagiert er oft bei für ihn unerwartetem Misserfolg sehr emotional (weint und kann sich schwer beruhigen). Insgesamt habe ich den Eindruck, dass er seine Umwelt nicht ausreichend reflektiert und dadurch oft völlig unnötig aneckt (z.B. auch bei älteren Schülern im Schulbus etc.). Sein Gefühl für Gerechtigkeit richtet sich vorrangig auf seine Belange - sich in die anderen hinein zu versetzen, fällt ihm dagegen sehr schwer.
Wenn man mit ihm darüber spricht, sieht er es auch ein. Doch leider fehlt solchen Gesprächen offensichtlich die Nachhaltigkeit. Er findet keinen Weg, sie umzusetzen. Nach kurzer Zeit (manchmal schon innerhalb der nächsten Minute!) scheint alles besprochene vergessen. Wenn ich ihn frage, ob es ihm egal ist, wes andere von ihm denken, zuckt er oft nur mit den Schultern.

Wie sich das Zusammenleben seiner Mutter mit einer Frau auf seine Gefühls- und Gedankenwelt mit auswirken, kann ich schlecht einschätzen. Sie wohnen auf dem Dorf. Ich weiß, dass die Sache im Schulbus auch schon Thema war. Dadurch wird es speziell für ihn mit fast 12 vermutlich auch nicht einfacher.
Leider weiß ich nicht, wie die Mädels zu dem Thema mit den Jungs (11, 9 und 7) umgehen. Werde mich da zunächst weiterhin nicht einmischen, wenn die Jungs micht nicht fragen.
Mit den Damen darüber zu sprechen, ist schwer möglich. In ihren Augen geht mich das natürlich nichts an und für sie ist es ja auch die normalste Sache der Welt. Scheinbar reflektieren sie da ihre Umwelt auch nich ganz vollständig, denn für viele, gerade auf dem Land (M-V), ist es noch keine Normalität. Na ja, mal sehen wie sich das noch weiter geht - wenn ich merke, dass die Jungs massiv unter der Situation leiden, werde ich wohl einem Gespräch mit den Damen nicht mehr aus dem Weg gehen können.

Gruß Holger
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« Antwort #12 am: 24. August 2009, 12:25:57 »

Guten Morgen,

... an diser Stelle nur ein kurzes update.
Komme gerade vom Elterngespräch. Mein Großer hat, wie befürchtet, ADS. Ich habe schweren Herzens einer Behandlung mit Ritalin zugestimmt. Schweren Herzens, weil es natütlich nicht nur Anhänger der medikamentösen Lösung gibt. Die genaue Wirkungsweise ist halt noch immer nicht exakt nachgewiesen, so wie man den Grund der Störungen noch nicht genau bestimmen kann. Der vermutete Dopaminmangel könnte genauso gut ein Überangebot an Dopamin sein. Die Medikamente wirken sich positiv (warum auch immer?) auf den Dopaminhaushalt aus - zumindest was die Reduzierung der ADS-Symptome angeht. Da relativ kurzfristig mit Erfolgen zu rechnen ist und er diese nun auch zügig benötigt (er kommt jetzt in die 6. Klasse) trage ich die Entscheidung mit. Gleichzeitig erscheinen mir die psycho- und familientherapeutischen Ansätze eher zu langsam zum Erfolg zu führen, wenn sie denn übehaupt erfolgreich sind. Na ja, mal sehen was wird - ich bin voller Hoffnung und Sorge zugleich.

P.S.
Habe mich am Ende dann doch nicht gegen die Anwesenheit der LG meiner EX beim Elterngespräch gewährt. Es geht hier schließlich nur sekundär um meine Befindlichkeiten. Wer mal wieder das "dominante Weibchen" war, ist wohl klar. Meine Ex muss selber wissen, welche Rolle sie bei der Erziehung unserer Kinder spielen möchte. Leider konnte ich der Dame nicht ganz die Gesamtmoderation des Elterstanpunktes überlassen und hab mich doch dazu hinreißen lassen, meine eigene Meinung zu vertreten. - Aber das nur so am Rande.

Danke noch einmal an alle, die mir hier etwas Mut durch die Wiedergabe ihrer eigenen Erfahrungen mit ADS gemacht haben. Falls es jemanden interessiert, werde ich später weitere updates mit hoffentlich Behandlungserfolgen einstellen.

Bis dahin

LG Holger
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« Antwort #13 am: 24. August 2009, 12:32:05 »

Moin Holger,

vielen Dank für dein Update. Bitte schreibe in dir genehmen Intervallen deine Erlebnisse auf. Wenn auch keine Wortmeldungen kommen, so hilfst du den stillen Lesern.

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Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06 als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
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« Antwort #14 am: 24. August 2009, 12:33:31 »

Hallo Holger,

Gleichzeitig erscheinen mir die psycho- und familientherapeutischen Ansätze eher zu langsam zum Erfolg zu führen, wenn sie denn übehaupt erfolgreich sind. Na ja, mal sehen was wird - ich bin voller Hoffnung und Sorge zugleich.

Die therapeutischen Ansätze sind wichtig und ja sie wirken langsamer, haben aber das Ziel, das die Kinder lernen sich zu kontrollieren und Strategien entwicklen, um langfristig ohne Medikamente auszukommen.

Mein Sohn hat ja nun u.a. eine Sozial-Kompentenz-Gruppe hinter sich, außerdem treffen wir uns regelmäßig mit einem "Elterntrainer" und besprechen Ansatzpunkte und Reakionen. Das alles ist zeitaufwendig, aber es zeigt erste vorsichtige Früchte.

Wir haben grade 6 Wochen Ferien hinter uns, die völlig ohne Medikamente absolviert wurden. Und ich kann dir sagen ,das diese Ferien fast völlig problemlos und entspannt waren. Sicher noch nicht so, wie man sich das mit gesunden Kindern wünscht, aber in einer Form, die völlig ok war. Ich hoffe dir macht das ein wenig Mut. Wichtig ist aber, das du (auch wenns schwer fällt) mit deiner Ex und deren LG zusammenarbeitest. Es sollten gleiche Regeln und Mechanismen in beiden Haushalten herrschen.

Tina
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« Antwort #15 am: 25. August 2009, 09:35:53 »

Hallo Tina,

natürlich habe ich auch begleitende Therapien angesprochen. Die Haltung des Arztes hat mir an dieser Stelle nicht ganz so gefallen. Er hat die Entscheidung, ob Medis oder nicht, ob begleitende Therapie oder nicht, voll in unsere Hand gegeben - ohne vor allem auf mögliche, sinnvolle begleitende Therapieangebote hinzuweisen. Auf meine Anregungen (Verhaltenstherapie, Familientherapie, Konzentrationstraining) kam dann nur: "Das könnte man auch machen."

Die LG der EX hat dann angefangen, von "Übertherapieren" zu sprechen. Im Ergebnis wurden dann nur schwammig parrallel laufende Maßnahmen erwogen - ein regelrechtes Konzept wurde nicht vorgelegt. Die Damen haben offensichtlich kein Interesse daran mich in die weitere Herangehensweise mit einzubeziehen. Sie wolten meine Zustimmung zur Medikamentation (habe sie nicht als Druckmittel benutzt, da ich mir mit den Medis einen schnell einsetzenden Erfolg erhoff und dieser zu Schuljahresbeginn auch notwendig ist) - sonst soll ich mich möglichst nicht einmischen.

Und so läuft das ständig ab. Wie oft stehe ich ohnmächtig vor der zugeschlagenen Tür ...  mad

... und du hast keine Chance, schließlich kann man ja nicht die Tür eintreten. Es gibt keine Infos zur schulischen Entwicklung, es werden keine Termine für Elternabende und -gespräche weitergegeben. Im Gegenzug wird versucht, massiv in unsere Umgangsgestaltung einzugreifen - mit Übungsaufgaben, deren Wert mir eher zweifelhaft erscheinen.
Werden diese nicht bei uns gemacht, müssen die Jungs sie dann in der Woche erledigen, genau dann, wenn sie Fußballtraining haben. Nicht, dass ich deren Notwendigkeit völlig in Frage stelle - die schulische Entwicklung ist mir enorm wichtig - aber ich erwarte eine gleichberechtigte Einbeziehung.

Gleiches gilt für die von Dir angesprochenen Regeln und Mechanismen, gerade in Bezugauf die ADS - Erkrankung des Großen. Dieses Thema wird in deren Haushalt leider nicht von meiner Ex dominiert - menschlich sehr enttäuschend vor allem für die Jungs (die das natürlich merken und mir auch berichten: "Mama hat nichts zu sagen") und natürlich auch für mich.

Alles in allem also keine gute Prognose für meinen Einfluss auf begleitende Therapien und Gestaltung der Gesamtbehandlung! Ich stehe ständig zwischen ergebnisorientierter Kompromissbereitschaft und meinem Sinn für Gerechtigkeit - und ich habe keine Idee, wie sich diese Situation entspannen lässt, ohne Gesichtsverlust vor den Kindern, meiner Partnerin und natürlich vor mir selber.

Gruß Holger
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« Antwort #16 am: 18. September 2009, 10:01:33 »

Guten Morgen,

kleines update für alle, die es interessiert.

Schulisch scheint es beim Großen aufwärts zu gehen. Mathe ohne Flüchtigkeitsfehler + Zusatzaufgabe (hat er sonst selten geschafft) - 1+. Sprachen - vor allem Englisch - auch besser. Selbst Sachen, die ihn bis dahin nicht so interessiert haben laufen gut. Die Schule macht ihm so natürlich viel mehr Spaß.
Allerdings sind erst 3 Wochen vorbei und es ergibt sich selbstverständlich noch kein richtig rundes Bild. Da wir seit Beginn der Einnahme erst ein gemeinsames WE hatten, kann ich über die emotionale Entwicklung noch wenig sagen. Insgesamt scheint er etwas ruhiger zu sein, nur die starke Enttäuschung nahe der Verzweiflung bei Mißerfolgen (hier Tischtennis) ist mir weiterhin aufgefallen. Mal sehen was die Zeit da bringt - auf jeden Fall muß man daran mit ihm intensiv arbeiten. Mit seinen Brüdern gibt es auch nach wie vor Stess, was aber nicht nur an ihm liegt - da müssen alle ran! Vielleicht gelingt es ihm aber in Zukunft, die Sachen etwas gelassener zu sehen.
Nebenwirkungen sind bis jetzt (so viel ich weiß) noch nicht aufgetreten. Gegessen hat er normal und schlafen tut er auch wie ein Toter.

Insgeamt macht mir das Hoffnung, dass dies der richtige Weg ist. Wenn ich meine Ex am Telefon mal alleine erwische, gelingt uns sogar ein fast normales, zumindest ergebnisorientiertes Gespräch zu führen. Ansonsten hab ich mal wieder zwei Elternabende verpasst - das Übliche halt! exclamation_smile

Soweit für heute

Gruß Holger
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Beppo
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« Antwort #17 am: 18. September 2009, 10:24:42 »

Hallo Horschti,

Sag nochmal wie alt er ist, wie schwer, wie die Dosierung ist und welches Präparat er nimmt.

Dass er die Enttäuschung beim TT weiterhin hat, bzw. sogar stärker ist typisch.
Ich gehe mal davon aus, dass er auch durch die Krankheit, etwas schlechter TT spielt als andere. Jetzt dringt ihm das aber erst so richtig ins Bewusstsein und damit umzugehen ist eben dass, was er jetzt erst lernen kann. Da hat er jetzt einen Rückstand, den er mit Hilfe der Medis und euch nun aufholen muss

Stress mit Geschwistern auch, aber das sollte durch die Medis eher besser werden.

Er geht natürlich als ADHSler nicht nur den Erwachsenen auf den Senkel sondern allen Anderen auch. Also auch den Geschwistern.
Das reduziert sich zwar durch die Medis, hört aber nicht auf und vor allem hat er seinen Ruf als Nervi ja vermutlich schon weg.
Das muss auch erstmal wieder eingerenkt werden.
Diese Phänomene sind der Grund, warum zur Medikation eben auch die psychologische Betreuung gehört.

Gruss Beppo
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« Antwort #18 am: 18. September 2009, 11:37:25 »

Hallo Beppo,

Du hast mich so leicht auf dem linken Fuß erwischt. Er nimmt Ritalin, welches z. Z. "eingeschlichen" wird. Er nimmt morgens 2 Tabletten. Später nur noch eine mit einem Verhältnis 50/50 (Sofort - / Langzeitwirkung, wenn ich das richtig verstanden habe). Die Höhe der Dosierung kann ich leider nicht so genau angeben. mad3
Er ist 12, relativ groß und sehr schlank, aktuelle Daten habe ich aber nicht. mad3

Ich habe im Übrigen das erste mal mit ihm TT gespielt und muss sagen, dass ich sehr positiv überrascht war. Er wollte halt gerne gewinnen. Ich lasse meine Kinder aber grundsätzlich nicht absichtlich gewinnen, da das in meinen Augen wie anlügen ist. Bis jetzt haben sie noch nicht aufgegeben mich schlagen zu wollen - so das ich hoffe, dass dieser Erziehungsansatz nicht völlig falsch ist.

Das mit dem "Nervi" ist schon so. In der Vergangenheit hat sich das dann immer hochgeschaukelt. Es ging aber nicht nur von ihm aus. Seine Reaktion hat dann aber immer sehr schnell in die Sackgasse geführt.

Mal sehen, wie das alles weiter geht.

Gruß Holger
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« Antwort #19 am: 20. Juli 2010, 09:26:20 »

Moin zusammen,

hier ein kurzes update zum Thema, verbunden mit einer neuen Fragestellung.

Mein Großer hat das Ritalin bis kurz vor Schuljahresende genommen. Es wurde dann ausgeschlichen und er soll die Ferien ohne Medis verbringen. Wie es z.Z. mit ihm läuft, kann ich nicht sagen. Ich habe die Jungs erst zum Ende der Ferien.

In der Schule war er deutlich erfolgreicher, zum Wechsel auf Gymnasium zum nächsten Schuljahr hat es aber nicht ganz gereicht. Auch seine Mathelehrerin, mit der ich befreundet bin, hat mir bestätigt, dass sein Verhalten in der Schule, vor allem auch vom sozialen Aspekt her, viel ausgeglichener ist als vorher und sich auch seine Arbeitsweise u.s.w. stark verbessert (normalisiert) hat.
Vom Umgang mit seinen Brüdern kann ich das nicht ganz so bestätigen. Die Spannungen, die hier oft bestehen, gehen aber nicht nur von ihm aus.

Begleitende Therapien hat es nach meinem kargen Informationsstand hingegen leider nicht gegeben. Wie bereits beschrieben, ist mein Einfluss hier auf die Erteilung meiner Unterschrift bei der Medikamentation beschränkt.
Zwischenzeitlich (kurz nach den Winterferien) gab es immerhin noch eine große Untersuchung mit Fragebogen auch für mich.

Leider hat sich bei ihm zum Ende hin ein vermehrter Drang zu Zuckungen eingestellt. Der Arzt vermutet, dass das Ritalin wenn nicht unbedingt der Auslöser so doch ein Verstärker dieser sein könnte. Er möchte darauf reagieren, um in diesem Fall den Zustand nicht zu manifestieren.
Zwar kann ich mich an ähnliche Zuckungen auch bei mir in dem Alter erinnern und weiß, wie ich mit entsprechender Willensanstrengung der Sache Herr werden konnte, trotzdem will auch ich die Sache nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Der Arzt schlägt nun vor, die Behandlung nach den Ferien mit Atomoxin wieder aufzunehmen. Habt ihr Erfahrungen mit diesem Medikament oder schon darüber gehört?

Im Aufklärungsbogen steht nun als Gegenanzeige unter anderem Engwinkelglaukom - im Volksmund "Grüner Star" = zu hoher Augeninnendruck durch nicht ungehindertes Ablaufen des Kammerwassers. Durch die Druckerhöung kann der Sehnerv von außen nach innen Zerstört werden und über den s.g. Tunnelblick sogar bis zur Erblindung führen. Ursache kann u.a. auch das Versperren des Abflusses durch starke Kontraktion der Iris sein (stark geweitete Pupille als Nebenwirkung beschrieben).

Ich habe in meiner (frühen ) Jugend am Glaukom "gelitten" (hat mir Rundumbefreiung bei der leidigen NVA geschaffen und war mit Medis gut beherrschbar).

Nun werde ich natürlich hellhörig und habe mir vorgenommen, dieses mal meine Zustimmung nicht zu geben, solange im Vorfeld und während der Behandlung nicht regelmäßig Kontrollen des Augeninnendrucks erfolgen.
Gleichzeitig werde ich um ein erneutes Beratungsgespräch bitten und noch einmal versuchen, auf begleitende Therapien zu drängen.

Was haltet ihr davon?
Welche begleitenden Therapien erachtet ihr allgemein für nötig bzw. wünschenswert und sinnvoll?

Gruß Holger
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« Antwort #20 am: 20. Juli 2010, 09:56:10 »

Servus Holger,

Zitat
Was haltet ihr davon?
Welche begleitenden Therapien erachtet ihr allgemein für nötig bzw. wünschenswert und sinnvoll?

Ich finde Dein geplantes Vorgehen richtig!

Regelmäßige Untersuchungen durch einen Augenarzt hier wohl regelmäßig erfolgen und jeder verantwortungsbewusste Therapeut muss hier von selbst darauf kommen und diese in die Wege leiten.

Hast Du Sorge, dass KM hier nicht auch darauf achtet?

Als begleitende Therapie würde ich diejenigen empfehlen, die
a) das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl steigern, und
b) die Möglichkeit der Entspannung bieten


Zitat
Die Spannungen, die hier oft bestehen, gehen aber nicht nur von ihm aus.
Auch wichtig!
Man muss sicherlich auch sehen, dass nicht alles dem Hintergrund und der Diagnose ADS geschuldet ist.
Spannungen und Streitereien sind normaler Alltag bei Kindern. Genauso wie die Tatsache, dass es nicht alle auf`s Gymnasium schaffen.

Gruß, Michael
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« Antwort #21 am: 20. Juli 2010, 09:56:21 »

Moin,

über die hier vertretenen Berufsbilder bin ich mir nicht ganz klar und würde vermuten, es sind eher weniger Ärzte dabei. Meine Empfehlung für eine Nachfrage bei kundigeren Usern wäre www.med1.de.

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Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06 als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
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« Antwort #22 am: 20. Juli 2010, 10:32:02 »

Moin deep,

danke für den Tipp.

über die hier vertretenen Berufsbilder bin ich mir nicht ganz klar und würde vermuten, es sind eher weniger Ärzte dabei.

dessen bin ich mir durchaus bewusst. Es gibt jedoch einige user hier, die zu diesem Thema zumindest auf einen eigenen Erfahrungsschatz zurückgreifen können. Solche Informationen würden mir vorerst genügen um mich wenigstens etwas auf das Arztgespräch einzustimmen.

Gruß Holger
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« Antwort #23 am: 20. Juli 2010, 11:21:14 »

 mad3 sorry, das Zeug heißt Atomoxetin.

Was bei Wikipedia darüber speziell zur Suizidgefahr steht, macht mich jetzt noch nachdenklicher. exclamation_smile

Gruß Holger
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« Antwort #24 am: 20. Juli 2010, 11:43:46 »

Hi Horschti,

auch bei Ritalin, Medikinet u.s.w. sind ein der möglichen Nebenwirkungen Depressionen und Suizidgefahr. Da muß man einfach ein wenig hellhörig sein und gut beobachten können. Wobei ich mit miner Laienmeinung der Auffassung bin ,das die Depressions/Suizidgefahr weniger durch das Medikamnet abgelöst wird, sondern durch die dadurch ermöglichte selbtwahrnehmung der Kinder.

edit: Ach so, dasvon dir benannte ist eher unter Strattera bekannt. Da hab ich schon eher davon gehört.

Das von dir angesprochene Medikamnet kenn ich nicht, eine Alternative wäre wohl das Medikinet. Frag doch mal den Arzt warum er dieses und nicht ein anderes präperat verschreibt. Grade, wenn durch deine bekannte Augenerkrankung vielleicht dein Sohn da eh anfällig ist, wäre es ja ungünstig ein Medikament zu verschreiben, das so ene Erkrankung dann noch weiter fördern könnte.  Ich gehe davon aus, das deine Ex dem Arzt nicht erzählt hat, das du an dieser Form der Agenerkrankung leidest. Das würde ich dem Arzt dann vermitteln und auch deine Sorgen, da sich das Medikament da vertarkend auswirken könnte. Soll er dich mal gut auklären oer eine Alterntive finden.

Zum Thema bgleitende Therapie. Da gibts einiges an Angeboten. Sinnvoll ist mit Sicherheit ein Sozialtraining in dem die Kinder den Umgang mit anderen lernen, aber auch lernen die eigenen Gefühle auszudrücken, einzuordnen und zu bennenen. Mein Sohn hat da auh nochmal gelernt, wie er mit seiner eigene Wut umgehen kan, wie er Konflikte mit anderen besser auflösenkann und auch, das weggehen manchmal die besser Alternative ist ;-)
Was ihm auch gut getan hat war ein spezielles Konzentrationstraining. Dort bekam er ein Schritteprogramm beigebracht, das ihm hilft Aufgabenstellungen besser Schritt für Schritt abzuarbeiten. Dann wird auch nicht mehr so schnell irgendein Punkt bei der Schulaufgabe oder so vergessen. Gleichzeitig hat er dabei gelernt sich bei Ablenkung an seine Aufgabe "zurückzuholen" ohne das der Anstoß von außen kommn muß.

Für mich ein wichtiger Punkt bei begleitender Therapie ist auc die "Elternschule". Wie haben immer bei Bedarf mal ne Stunde bei nem Sozialpädagogen in der Praxis, mit dem wir Probleme und Lösungsstrategien besprechen, erst ohne, dann mit Kind. Das hat uns viel gebracht. Ähnliches könnten wir auch im Umgang mit den Geschwistern in Ansprch nehmen. Wobei im gewissen Rahmen diese Streitereien völlig normal sind und nur im gringeren Maß durch die Erkrankung "ausgelöst" werden.

Wenn du genaueres wissen willst, melde dich einfach.

LG Tina
« Letzte Änderung: 20. Juli 2010, 11:45:23 von midnightwish » Gespeichert

Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
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