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Autor Thema: Gebrauchsanweisung für Zweitfrauen  (Gelesen 41384 mal)
ginnie
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« Antwort #25 am: 04. April 2009, 18:12:44 »

Hallo
ich empfand es am Anfang sogar als Bereicherung, dass mein Lg zwei Kinder hat. Weil er dadurch natürlich viel mehr in unseren Alltag einbringen und verstehen kann als ein Kinderloser und weil ich seine Kinder als Teil seiner selbst sehe, und als Bereicherung für mich und meinen Sohn, der nun quasi einen Stiefbruder vor die Nase gesetzt bekommen hat, damit umgehen musste, daraus lernen kann...so dass ich finde es tut seiner Entwicklung durchaus gut.

Mein Ex hat auch mit meinem Lg überhaupt kein Problem,  ich glaube er sieht es ebenso respektvoll wie beppo weiter oben schrieb. Dafür danke ich ihm ;-)

Die Angelegenheiten zwischen meinem LG und seiner Ex sind nicht mein Ding.
Allerdings war ich gern bereit der Frau mit der er zwei Kinder hat den nötigen Respekt entgegenzubringen, und die neutralität zu bewahren die notwendig ist. Er war nun mal lange zeit ihr Mann, hatte auch gute zeiten mit ihr, und ist sowieso mit ihr verbunden wegen der Kinder. Kein Problem für mich.

Leider tangieren mich seine Probleme mehr als ich das will, und das liegt am mangelnden Respekt der Ex meinem LG gegenüber. Ich fühle mich auch betroffen, wenn sie ihn beleidigt, denn wer darf schon meinen LG beleidigen und ich sitze nur daneben und sage, ist mir doch egal???
Dass sie mich als blöde Tussi (das ist ja noch nett) bezeichnet geht mir am A* vorbei.
Allerdings hat mein LG hier ihr auch schon deutlich gesagt er wünscht nicht dass sie mich beleidigt (ist ihr aber egal, aber was solls. Solange ich es nicht höre, kann sie lästern und den kindern was schlechtes erzählen wie sie will).

Ich würde es gern, aber wie soll ich einer Frau Respekt und Neutralität gegenüber bringen die meinen LG respektlos von oben herab behandelt, nicht achtet als Vater der gemeinsamen Kindern, sondern statt dessen als Abschaum bezeichnet? (und zwar wenn seine Kinder daneben stehen). Dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln, meinen LG aufbauen, trösten, ihm täglich zeigen, dass ich ihn achte und respektiere und liebe, aber auf gleiche Stufe stellen mit so einer Frau kann ich mich nicht. Sie hat im Laufe der zeit einfach mal meinen Respekt verloren. Und zwar durch ihr Handeln. Meinen Vertrauensvorschuss hat sie lange verspielt.

Allerdings kann ich seinen Kindern gegenüber Neutralität zeigen. Und das tue ich gewissenhaft jedes mal wenn sie hier sind. dadurch gibt es natürlich Tabuthemen, die wie wir finden aber notwendig sind. Seine Kinder sollen gern hierher kommen. Das allein zählt.

Wir leben unser Leben, und zwar ohne beweisen zu wollen, ob es "besser oder schlechter" ist. Es sind nunmal unsere Werte, dass wir uns Achtung und Respekt entgegenbringen. Wir tun es einfach, ohne darüber zu reden. Und wenn der Sohn meines LG zu respektlos zu seinem Vater ist, weil er es ja so gewohnt ist, dass sein vater der Ar* und Doofe ist, dann mische ich mich schon ein, und erkläre ihm, dass bei uns ein anderer Ton herrscht. Ich möchte es nicht hören, dass er zu seinem vater sagt, er sei blöd. Damit zeige ich ihm aber indirekt alles andere als Neutralität seiner Mutter gegenüber, denn sein Sohn bekommt schon mit, was die Unterschiede sind. Trotzdem kann ich es nicht dulden, weil ich es einfach unerzogen finde, wenn Kinder so respektlos Erwachsenen gegenüber sind. Auch mein Kind erziehe ich so, dass in der familie ein netter freundschaftlicher Ton herrscht und Konflikte nicht durch Rumbrüllen oder Ausfallendwerden gelöst werden können.

Ob das richtig ist?? Bin auf eure Kommentare gespannt...

@lesemaus: hast du eine Idee, wie man es hingekommt, dass die Ex auf die Ebene von respekt, neutralität und Gelassenheit gelangt? Wir sind bereit dazu bzw. ich habe es lange so gelebt. Jetzt kommt bestenfalls gleichgültigkeit in betracht, reicht das?

ligr ginnie

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Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
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Ein Leben lang!


« Antwort #26 am: 04. April 2009, 19:01:21 »

Hi Ginnie,

ich glaube, cool zu bleiben, wenn der Mensch, den man liebt, respektlos behandelt, rumgeschubst oder verletzt wird, das ist keinem Menschen gegeben. Wen man liebt will man verteidigen, unterstützen und mit ihm kämpfen. Das ist für mich einfach ein Folge, wenn man sich mit jemandem verbunden fühlt. Für mich persönlich gibt es aber zwei Grenzen, das sind Folgende:

1. Ich möchte nicht, dass aus der gegenseitigen Unterstützung eine unauflösbare Symbiose wird. Es muss klar bleiben, um wessen Probleme es geht, auch wenn diese sich an manchen Stellen verzahnen.

2. Für und mit dem anderen Kämpfen darf nicht darin enden, im  "Kampffeld" des Anderen die eigenen Interessen durchzuboxen.

Jeder Mensch hat sein persönliches Empfinden, was gut und was richtig ist, wie man lebt und wie man mit anderen Menschen umgeht. Meist finden sich ja Menschen, bei denen diese Aspekte harmonieren. Trotzdem sollte man so selbstkritisch sein und sich immer wieder fragen, ob man dem Partner nicht sein eigenes Bild von all dem überstülpen will.

Die Grenzen dafür sind gerade in höchstpersönliche Bereichen wie Vorleben und Kindern schnell erreicht.

Schwierig wird es in Beziehungen mit starkem Ungleichgewicht, ob das den Intellekt, die Einsatzkraft, die Motivation, Stärke/Schwäche oder auch das Faktenwissen betrifft. Dann neigt der, der es vermeintlich "besser" weiß bewusst oder unbewusst dazu, die Führung an sich zu reißen.
Hilfreich vielleicht, bei der Partnerwahl darauf zu achten, dass man jemanden findet, mit dem man pari ist.  Jemand, der auch Erfahrungen auf gleicher Ebene hat, zB konkret, der selber Kinder hat und weiß, welche Probleme eine Trennung, bei der Kinder im Spiel sind, mit sich bringen kann.

Entsprechend hoch liegt natürlich auch eine Messlatte, die gar nicht herablassend gemeint ist. Mit jeder Portion Stärke und Sicherheit die ich gewinne, wächst auch der Anspruch an einen Partner. Ich könnte mir nicht mehr vorstellen, jemanden neben mir zu haben, den ich an der Hand durchs Leben führen müsste.

Und damit komme ich zurück zum Ausgangspunkt: Viele LGinnen, die hier schreiben, haben Partner, die sie an der Hand durchs Leben führen. Da ist die Frage nicht unberechtigt, ob diese dann den Kampf des Partners mitkämpfen oder ob sie das Problem des Partners nutzen, um ihre Vorstellung von "gut, richtig, usw" in der Partnerschaft durchzusetzen.

Gerade Dich und Adelante empfinde ich zu der ersten Gruppe gehörend. Bei denen, die zur zweiten Gruppe gehören, bin ich mir aber auch nicht sicher, ob die hier das richtige Betätigungsfeld haben.

LG LBM
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‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
ginnie
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« Antwort #27 am: 04. April 2009, 19:13:42 »

hi LBM
du hast die richtigen worte für mich gefunden, danke.
genau das ist der Knackpunkt. In meiner ersten Ehe hat es sich so ergeben dass wir uns sehr entgegengesetzt entwickelt haben und dass ich nach mehreren jahren des gemeinsamen Lebens die Muddi spielen sollte, mein damaliger Mann wollte, wie du sagst, an die Hand genommen werden ... das hat mich dann so genervt dass ich mich getrennt habe (natürlich gabs noch andere faktoren...).
Nun, bei der nächsten "Wahl" habe ich sehr darauf geachtet, einen Partner zu finden, der mit mir auf gleicher Augenhöhe ist, intellektuell und der sich das gleiche von einer Partnerschaft wie ich verspricht.
Dabei versteht es sich von selbst dass jegliche hilfe die ich ihm "zuteil" werden lasse, absolut von ihm gewollt sein muss. Und umgekehrt.
Und: ich kann besser Recht, er kann besser Flüge buchen 
So finde ich es nicht "an die Hand nehmen und Kindergärtnerin spielen" wenn ich ihm mal eine Formulierung vorschlage.
Ungefähr so wie du in deiner beziehung die Steuererklärung machen würdest ;-) Wäre ja Quatsch wenn der andere stundenlang grübelt und du 10 min brauchst.
Aber eben immer unter der Prämisse, dass es sich ausgleicht.

das dazu

ligr ginnie
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Ein Leben lang!


« Antwort #28 am: 04. April 2009, 19:26:06 »

@ Ginnie: Richtig! Und gerade weil das alles ganz schön schwierig ist, werde ich wahrscheinlich noch Single sein, wenn ich die 40 überschreite *gg*

Aber egal. Lieber allein als mit dem Falschen zusammen. 
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Katrin1969
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« Antwort #29 am: 17. April 2009, 21:25:53 »

Hallo Brille!

Ich schreibe jetzt hier, weil Du mir  auch sagtest ich solle mich raushalten, weil ich keine Aktien drin hätte.

Muß ganz ehrlich sagen dass ich nicht genau weiß was Du mit "Aktien" meinst.

Ich sehe das mit der Ex meines LG sehr differenziert.

Einmal ist Sie Sie die Mutter seiner Kinder und das respektiere ich sehr.

D
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Katrin1969
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« Antwort #30 am: 20. April 2009, 09:30:52 »

Hallo  Nochmal.....

Irgendwie hat das am Freitag nicht so geklappt....bin dann auf einmal nicht mehr "reingekommen".....

Also nochmal...für mich besteht die ganze Sache auf verschiedenen Ebenen.

Zum einen ist Sie seine Expartnerin und mir ist klar dass die Beiden sich einmal geliebt haben. Beide verbindet eine gemeinsame Zeit und somit auch Erinnerungen.

Ich finde es wichtig diese zu haben, weil sonst würde man ja irgendwie ganze Teile seines Lebens streichen wollen.

Auch ich habe Exbeziehungen an die ich Erinnerungen habe. Gute und Schlechte...

All das hat mich ua zu dem gemacht was ich bin und das ist bei Ihm auch so.

Ich bin auf diese gemeinsame Vergangenheit nicht eifersüchtig, weshalb auch. Sie ist vorbei und es war für seine Ex sicher nicht schön als er Sie verlassen hat. Wieso sollte ich also neidig auf etwas sein?

Dann haben die beiden gemeinsame Kinder. Auch das ist für mich kein Problem und ich sehe das nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung!

Auch ich habe eine Tocher  mit einem anderen Mann. Wie käme ich also dazu mit zweierlei Maß zu messen?

Klar hätte ich auch gerne ein Kind mit meinem LG, aber die Dinge sind nun mal wie sie sind und daher ist es sowohl finanziell als auch räumlich nicht drin. Aber da kann Sie ja nichts dafür.

Wenn seine Mädels nicht wären, wäre unsere Beziehung nicht die, die Sie ist! Denn wir haben das Glück dass sich unsere Kinder wirklich gut verstehen und gerne gemeinsam die Freizeit verbringen!

Die Konstellation meine Tochter, ein Mann ohne Kinder und ich ist schwierig und bei mir bereits einmal gescheitert.

Ich liebe das Leben mit meiner Tochter, Ihm und seinen Kindern!

Es ist ja bei uns nicht so, dass die Kinder nur alle 14 Tage zu uns kommen. Die Große ist eigentlich immer da und die Kleine ca. die Hälfte des Monats.

Für mich gibt es den Begriff "Besuchskind" nicht, denn es sind SEINE Kinder, egal wie oft Sie da sind.

Jedes hat bei uns im Haus ein eigenes Zimmer. Das fand ich wichtig, damit sich keines der Kids benachteiligt fühlt.
Selbstverständlich empfinde ich für meine Tochter etwas anderes, als für seine Kinder, aber das ist ja nicht schlimm.
Man kannn Menschen auf die unterschiedlichsten Arten mögen.

Ich sehe in seiner Ex auch nicht nur das "Monster" oder so was. Oft finde ich auch nicht alles gut was er zu Ihr sagt und das teile ich Ihm auch mit!

Auch habe ich kein Problem die Kinder mal zu nehmen, wenn mein LG mal nicht da ist und Sie etwas vorhat.
Warum nicht?

Wir sind durchaus dazu in der Lage alle zusammenzusitzen ohne uns zu zerfleischen und Heilig Abend hat das wunderbar geklappt mit Bescherung für die Kinder und gemeinsamem Essen. Auch mein Ex und seine Freundin waren da.

Ich sehe zum Beispiel auch nicht, dass die Freundin meines Ex aus Allem was meine Tochter betrifft heraushalten soll!

Ich meine Sie und Ihre Tochter verbringen auch Zeit mit Ihr und Sie passt auch mal auf meine Tochter auf, wenn der Vater nicht da ist.

Auch auf der Kommunion meiner Tochter war Sie dabei und saß mit am "Elterntisch" genauso wie mein Freund und seine Kinder.

Ich meine das sind doch alles Menschen, die Im Leben meines Kindes eine Rolle spielen? Wieso sollte ich Sie außen vorlassen.

Klar gibt es für mich Grenzen. Ich würde Sie nicht an der Schulwahl beteiligen oder etwas in der Art. Und ich kann es nicht haben wenn Sie über mich bei meiner Tochter urteilt! Ich tue das auch nicht. Weder bei der Ex noch bei Ihr!

Das Andere ist der Streit zwischen meinem LG und seiner Ex, wobei es da immer um Geld geht und Sie immer die Kinder mitreinzieht.

Das ist etwas, was ich überhaupt nicht verstehen kann. Ich kann nicht verstehen, wie man sich als Frau so abhängig vom Geld eines anderen Menschen machen kann und damit auch unfrei!

Und meine Aktien in der Geschichte sind, dass ich den Streit teilweise life mitbekomme. Dass mein LG niedergeschlagen oder schlecht gelaunt ist, dass die Kinder weinerlich oder zickig sind und dass mir das Alles auf dem Magen schlägt, weil ich das Gefühl habe es hört nie auf!

Wir unterhalten uns weiß Gott nicht permanent über die Ex und beileibe auch nicht eine Szunde am Tag!
Die meißte Zeit kommt Sie nicht vor!

Wir besprechen, wann Sie arbeitet und wann die Kleine mit da ist oder ich die Kinder holen soll. Aber mehr nicht.

Nur in so aktuellen Dingen wie jetzt das "Drama" wegen der Ummeldung der Großen ist Sie Thema und wir sprechen über die aktuelle Situation.

Genau deshalb hatte ich hier geschrieben, weil ich mich in diesen Dingen auch nicht auskenne und  für meinen LG ein kompetenter Gesprächspartner sein wollte. Des Weiteren haben wir in´dem Strang Beide geschrieben. Es war also kein Alleingang meinerseits!

Ansonsten bin ich meilenweit davon entfernt mich pausenlos in irgendwelchen Foren rumzutreiben und einen Kampf gegen seine Ex zu führen! Wieso auch?

Wir führen eigentlich sonst ein relativ entspanntes Dasein.

Alles was stört ist Ihr ständiger Neid (auf was? Wir haben auch nicht groß Geld) und der Streit ums Geld von Ihrer Seite in einem Ausmaß, das man denkt Sie stünde kurz vor dem Abgrund und mein LG (den Sie häufig als **tsts - ID 7** u.ä. tituliert) habe nichts anderes im Sinn als Sie dort hineinzustürzen. Und dem ist definitiv nicht so!

Das und nicht mehr ist es und meine Sicht zu den Dingen.

LG
Katrin
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« Antwort #31 am: 20. April 2009, 10:39:13 »

Moin Katrin,

Dein Posting klingt schon beinahe wie eine Rechtfertigung dafür und darüber, wie Ihr alle offline miteinander umgeht. Das war aber gar nie das Thema dieses Threads; hier ging und geht es ausschliesslich darum, ob es sinnvoll ist, dass Zweitpartner (bzw. meistens -innen) sich hier anmelden, um die Probleme ihres LG zu lösen. Bzw. oft genug vor allem das, was nicht der betroffene LG, sondern die "Zweitfrauen" selbst für ein Problem halten.

Wenn der LG nicht gerade Analphabet oder der deutschen Sprache unkundig ist, ist das ziemlich unsinnig: Er kann sich ja selbst hier oder sonstwo anmelden und seine Fragen zum Umgang mit seinen Kindern, zu Unterhaltsfragen oder whatever selbst stellen. Und wenn er sie nicht oder zumindest nicht jetzt stellen will - nun, dann werden sie vielleicht nicht so dringend sein. Natürlich kann manchmal ein Tritt in den Hintern sinnvoll und nötig sein, um Umgangs-, Unterhalts- oder Scheidungsfragen voranzubringen  - dann aber bitte offline und unter 4 Augen und nicht nach der Devise "Ich hab da schon mal in einem Forum gefragt, und die sagen alle, Du sollst jetzt unbedingt dieses und jenes tun..." Ein "ich mein's doch nur gut!" oder "ich will doch nur das Beste!" ist in diesem Zusammenhang ein ziemlich unpassendes Totschlagsargument.

Das teilweise verbissene Engagement mancher (nicht aller!) "Zweitfrauen" hier im Forum kommt mir so vor, als würde man einem Mann auf einer Party eine Frage stellen - und bevor er überhaupt den Mund aufmachen kann, sagt seine Frau bereits einen Satz, der mit "Mein Mann findet, dass..." beginnt. Und ich frage mich dann, ob diese Frauen auch für ihre Partner die Klamotten kaufen oder an ihrer Stelle zur Arbeit gehen, weil sie das auch viel besser können.

Zusammenfassend: Es geht hier nicht um das, was zwei Menschen untereinander besprechen. Sondern um das, was einer davon in die Öffentlichkeit trägt, ohne selbst beteiligt zu sein.

Grüssles
Martin
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When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
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« Antwort #32 am: 20. April 2009, 11:22:45 »

Hallo Brille!

Nun gut, ich will mich nicht rechtfertigen, ich wollte nur klarstellen, dass das Bild was man hier abgibt in den meisten Fällen etwas verzerrt ist und die Wirklichkeit etwas anders ist.

Es spiegelt nur einen winzigen Teil des Ganzen wieder.

Du hast sicher recht, dass es keinen Sinn macht die Ex als persönlichen Feind zu betrachten und nun zu einer Schlacht mit Ihr ins Felde zu ziehen, aber ich denke durchaus, dass es berrechtigt in dem Einen oder anderen Fall eine Frage zu stellen.

Mein LG unterhält sich dann schon mit mir über diese Sachen und fragt mich nach meiner Meinung und da würde ich Ihm dann ja auch gerne was dazu sagen können.

Wenn er sich mit anderen über seine Ex unterhält halte ich mich größtenteils raus und lasse Ihn reden.

Ich hatte Ihm des Weiteren den Link zu dem Strang geschickt und er hat sich dann ja selber eingeschaltet.

Weiter geht mein Engagement nicht.

Und wenn das unter uns abgesprochen ist sehe ich durchaus keinen Grund mich zurückzuhalten, nur weil ich vielleicht mal alle heilgen Zeiten mal eine Frage zu einem Thema stelle.

Nun gut, ich war sehr emotional, aber das ist auch ein wenig Charaktersache denke ich und vielleicht auch geschlechtsabhängig.

Außerdem war die "Sache" eben erst vorgefallen und ich war noch sehr aufgewühlt!

"Angefangen" hier zu schreiben habe ich u.a. auch, weil ich die Partie praktisch eröffnen wollte um Ihn dann dazuzuholen.

Selbstverständlich sollte man als Partnerin in erster Linie bei sich bleiben und nicht meinen jetzt alles für den anderen lösen zu wollen oder die EX als persönlichen Feind zu betrachten, weil das ist Sie ja nicht!

Doch einige Ihrer Feindseligkeiten betreffen auch einen Teil meines Lebens und das macht mir zu schaffen.

Deshalb ist Sie ja nicht durch und durch schlecht oder dauernder Bestandteil meines Lebens.

Ich kann hier auch nur für mich sprechen, aber ich denke mal dass ein Forum immer nur ein winziges Puzzleteil des Ganzen wiedergibt. ich weiß nie wieweit das auch im normalen Leben ständiges Thema ist oder nicht.

VG
Katrin
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Frischling

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Beiträge: 3


« Antwort #33 am: 06. Juni 2009, 18:34:49 »

Hallo zusammen,

auch ich bin eine Zweitfrau –  wie das hier so schön genannt wird. Zu dieser Bezeichnung möchte ich mich schnell noch äußern, bevor ich auf das eigentliche Thema eingehe. Schließlich bin ich im Leben meines Partners die Frau, die an erster Stelle kommt. Betrachtet man andere gängige Wörter mit dem Präfix „Zweit-„ wie bspw. Zweitwohnung, Zweitschlüssel, Zweitwagen etc. so suggerieren all diese Wörter, dass es sich um einen Ersatz für das „Erstteil“ handelt oder eine Ergänzung. Das ist bei „Zweitfrauen“ doch wohl nicht der Fall. Ich jedenfalls fühle mich weder als Ersatz noch als Ergänzung.

Zum eigentlichen Thema „Zweitfrauen“: einigen vorherigen Aussagen stimme ich zu, einigen nicht. Ganz klar ist, dass ich mich nicht in Dinge einmische, die mich nichts angehen. Dazu gehören Entscheidungen, die ganz klar von den Kindseltern getroffen werden müssen, dazu gehört vor allem aber auch die Beziehung meines Mannes zu seinem Sohn. Die beiden brauchen sich gegenseitig und das natürlich umso intensiver, je weniger Zeit sie miteinander verbringen können.

Nicht vergessen werden darf bitte bei der ganzen Diskussion, dass es eine ganze Menge an Entscheidungen und Fragen gibt, die die „Zweitfrau“ etwas angehen, weil sie von Ihnen ebenso betroffen ist, wie der Rest der Familie. Denn ich lebe das gleiche Leben wie mein Partner. Wir führen ein gemeinsames Leben, auch wenn wir kein gemeinsames Kind haben. Wir haben einen gemeinsamen Alltag ohne Kind. Und regelmäßige gemeinsame Wochenenden und Ferien mit Kind.

Klar werde ich nicht Mama, nur weil ich einen Stiefsohn habe, schon gar nicht seine Mama, denn er hat eine. Aber ich habe Familie. Ich bin nicht Teil eines kinderlosen Paares, sondern Teil einer Familie. Und wenn wir doch alle anderen Entscheidungen gemeinsam treffen, ich ihm einen Anwalt empfehlen kann oder von einigen Dingen mehr verstehe, weil ich selbst Anwältin bin oder Rechtsanwaltsfachangestellte oder selber schon so eine Situation erlebt habe oder einfach mehr Zeit habe, wieso sollte ich mich raushalten? Es ist auch mein Leben. AUCH mein Leben, nicht ausschließlich, darin besteht der Unterschied.

Was mich total baff macht, sind Aussagen wie die von Midnightwish: Sie meckert ihren Mann an, wenn sein Kind isst wie ein Ferkel. Das könnte ich nicht. Ich weiß, dass ich nicht für die allgemeine Erziehung meines Stiefsohnes zuständig bin: 1. hat er Eltern und 2. an den kurzen Wochenenden, die er mit uns verbringt groß erziehen, ist Quatsch. ABER: er lebt sein „Zweitleben“ mit seinem Vater UND mit mir. Seit mittlerweile 6 Jahren. Ich kann also mit ihm und für ihn Entscheidungen treffen, ohne mich als Mutterersatz aufzuspielen. Er war noch ein Kleinkind, als mein Mann und ich zusammengezogen sind, aber trotzdem wären wir nie auf die Idee gekommen, dass er mich jetzt doch auch Mami nennen könnte. Denn er hat eine. Und das bin NICHT ich. Mich würde mal interessieren, wie eine Beziehung funktioniert, wenn der Vater sein Kind regelmäßig sieht, die „Zweitfrau“ oder Stiefmutter oder wie auch immer sich aber überhaupt nicht angesprochen fühlt und auch nichts zu sagen hat. Mein Mann und ich sind an diesen Wochenenden ein Elternpaar. Wir entscheiden Dinge zusammen, wir sitzen abends – wenn der kleine Mann im Bett ist – auf der Couch und besprechen den vergangenen Tag gemeinsam. Und wenn mich etwas stört, wie bspw. fehlende Tischmanieren, dann spreche ich mit meinem Partner darüber, wir entscheiden zusammen, wie wir weiter verfahren und im Anschluss daran, sagen dann beide – Vater und Stiefmutter – dem Kind, wie es sich bei Tisch zu verhalten hat. Sorry, aber das sind doch genau diese Ehen von Eltern, die nicht funktionieren: Wenn sie sich nicht einig sind über die Erziehung, sich nur einer kümmert und der andere nur verwöhnt, wenn einer anteilslos ist…

Das zweite, was mir aufgefallen ist, ist die scheinbare Abwesenheit und auch der Abspruch von Gefühlen gegenüber dem Stiefkind: Denn ich liebe meinen Stiefsohn. Aus diesem Grund ist es mir unheimlich wichtig, dass er glücklich ist, dass ihm alle Möglichkeiten und Türen offen stehen. Wenn ich so was höre, dass es doch bitte in der alleinigen Verantwortung des Vaters liegt, ob SEIN Kind richtig am Tisch sitzt, oder womöglich, dass es seine Hausaufgaben macht oder Gemüse isst oder eine Jacke anzieht oder im Winter die Haare föhnt oder oder oder… Wenn ich doch der Ansicht bin, Manieren sind wichtig, und zwar nicht nur, damit „mir nicht schlecht wird“, sondern auch, weil man die als Erwachsener braucht, dann achte ich doch – als jemand, der dieses Kind liebt – genauso darauf, wie mein Partner.

Genauso wie meinen Stiefsohn liebe ich auch meinen Mann. Und wenn ich das Gefühl habe, dass ich ihm helfen kann, indem ICH MIR Rat hole, warum soll ich das dann nicht tun? Das heißt nicht automatisch, dass ich ihm seine Verantwortung abnehme oder ihn bevormunde. Aber wir leben 14 Tage von zwei Wochen zusammen und nur 2 Tage in zwei Wochen zu dritt.

Zum „Verteufeln der Exfrauen“: Man muss nicht jeden mögen. Und man muss sicher auch nicht mit allem einverstanden sein, was die Ex tut und lässt. Aber man lebt an den Wochenenden, an denen der kleine Große da ist, ein ganz anderes Leben und meiner Meinung nach trennt man das so stark von seinem Alltag, dass man auch die eventuellen negativen Gefühle gegenüber der Ex davon trennen kann. Bei uns ist die Kindsmutter im Gespräch immer nur die „Mami“, über sie wurde gegenüber dem Kind noch nie ein negatives Wort geäußert. Wer einen gesunden Menschenverstand besitzt, kann sich ausmalen, wer von solchen Äußerungen getroffen würde.

Ich denke, einige Wochenend-Eltern kennen das, dass die Situation für das Kind unheimlich schwer ist. Dass da auch Worte fallen, wie „Ich will nicht zurück nach… (Wohnsitz der Mutter)“, „Kann ich nicht immer hier sein?“, „Daheim ist alles doof“, „Die Mama ist doof und schimpft immer nur.“… Sorry, aber da muss man lernen, ÜBERAUS POSITIV über die Kindsmutter zu sprechen. Klar spüren Kinder Stimmungen, aber Erwachsene sind auch meist sehr geübt im Lügen.

@ Martin:

Ein letztes: In deiner „Gebrauchsanweisung“ schreibst du:
Zitat
„Stellt Euch doch einfach einmal vor, die Ex-Gattinen wären tatsächlich so, wie Ihr ihnen immer vorwerft, NICHT zu sein - dann wären ihre Ehen/Partnerschaften ja nie in die Hose gegangen.“

Was für ein Blödsinn. Ich steh wirklich nicht auf die Ex meines Mannes, aber diese Aussage ist einfach nur entwürdigend und ehrlich gesagt auch frauenfeindlich. Dass so was in diesem Forum akzeptiert wird, wundert mich sehr. Deiner Meinung nach sind also die Exen schuld an der Trennung, weil sie so vieles falsch gemacht haben (zumindest in den Augen von uns „Zweitfrauen“) und zweitens machen wir Zweitfrauen jetzt auch vieles falsch. Zum Begriff „Zweitfrau“ siehe oben. Dieser Beitrag ist derart pauschalisierend und qualitätsarm, man sollte meinen, da fehlen einem die Worte.

Deshalb bin ich jetzt auch am Ende.

Viele Grüße,

Stine
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midnightwish
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« Antwort #34 am: 06. Juni 2009, 18:54:51 »

Hallo Stine,

Was mich total baff macht, sind Aussagen wie die von Midnightwish: Sie meckert ihren Mann an, wenn sein Kind isst wie ein Ferkel. Das könnte ich nicht. Ich weiß, dass ich nicht für die allgemeine Erziehung meines Stiefsohnes zuständig bin: 1. hat er Eltern und 2. an den kurzen Wochenenden, die er mit uns verbringt groß erziehen, ist Quatsch. ABER: er lebt sein „Zweitleben“ mit seinem Vater UND mit mir.

da dich das so baff macht...

Ja ich meckere. Im Gegensatz zu eurer Situation lebt mein Mann eben nicht nur mit mir zusammen, sondern mit mir und meinen 3 Kindern. Von diesen wird auch verlangt, das sie sich bei Tisch benehmen, mit Messer und Gabel essen, nicht schmatzen und rülpsen. Warum sollen dann an den Umgangs-WE für seine Kinder andere Regeln gelten? Kannst du dir vorstellen, was meine Kinder sagen würden, wenn seine das dürften, sie aber nicht? Das ich ihn anmeckere hat einen ganz einfachen Grund: Sie reagiert seit eingier Zeit absolut nicht auf mich und ignoriert mich völlig (das war nicht immer so, es gab keinen offensichtlichen Grund dafür und inzwischen wird es plötzlich auch wieder besser) Seine kleinere Tochter, die (und das halte ich durchaus für ungewöhnlich) ist inzwischen 10 und kann nach wie vor nicht so essen, das man gefrne und mit Spaß mit ihr am Tisch sitzt. Ja, ich stehe dazu, das ich da empfindlich bin, aber mir wird tatsächlich übel, wenn mir ein Kind gegenüber sitzt, das schmatzt oder dem das essen aus dem Mund fällt, weil auf der Gabel einfach zu viel drauf war. Das muß er dann eben regeln, weil ich da nicht "rankomm". Das gleiche gilt in bezug auf meine Kinder, wenn es da Situationen gib, wo sie ihn mal nicht so akzeptieren, wie es "wünschenswert" ist.

Zitat
Sorry, aber das sind doch genau diese Ehen von Eltern, die nicht funktionieren: Wenn sie sich nicht einig sind über die Erziehung, sich nur einer kümmert und der andere nur verwöhnt, wenn einer anteilslos ist…

Keine Sorge, wir sind uns da in der Erziehung sehr einig und kümmern uns auch beide, sonst würde es nicht funktionieren. Aber es gibt nunmal Dinge, die einer von uns beiden mit dem jeweiligen Kind regeln muß.

Zitat
Mein Mann und ich sind an diesen Wochenenden ein Elternpaar.

Genau das ist man eben nicht als Frau eines Vaters. Man ist die Frau des Vaters, für die Kinder sind die Eltern eindeutig Mama und Papa, beiden eben mit neuen Partnern versehen. Ich kann auch Freundin, Ansprechpartnerin oder sonstwas der Kinder sein und bin das auch gerne, aber ich bin nicht Elternteil und möchte es auch nicht sein, weil die Kinder eben nur ein Elternpaar haben, nicht 1 1/2 oder 2.

Zitat
Sorry, aber da muss man lernen, ÜBERAUS POSITIV über die Kindsmutter zu sprechen. Klar spüren Kinder Stimmungen, aber Erwachsene sind auch meist sehr geübt im Lügen.

Nein, ich denke man muß ehrlich sprechen. Warum soll man den Putzfimmel der Mutter gegenüber dem Kind loben und beschönigen, wenn dem Kind dieser auf die Nerven geht und Mann weiß wie das ist? Nein, weder Mutter noch Vater sind göttliche und unfehlbare Wese und dazu darf man sie auch nicht machen. Man muß lernen die Kinder zu bestärken, sich mit dem jeweiligen Elternteil auseinanderzusetzen. Das übrigens schaffen bei mit beide Elternteile. Sie bestärken die kinder sich nicht mit meckern zu beschäftigen, sondern das Gespräch zu suchen. Das funktioneirt besser, als alles andere.

Tina

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Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
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« Antwort #35 am: 06. Juni 2009, 19:56:06 »

Hi Tina,

erstmal vorweg: Ich wollte dich mit Sicherheit nicht dumm anmachen oder ähnliches. Und ich wusste natürlich auch nicht, dass die Situation bei euch so ist, dass die Tochter deines Mannes Dir gegenüber so ist, wie Du beschreibst. Wenn das die Ausgangssituation ist, verstehe ich selbstverständlich, dass du - statt der Tochter deines Mannes direkt - Deinen Mann ins Gebet nimmst. Und dass man nicht einem Kind etwas durchgehen lässt, was man den anderen nicht durchgehen lässt, ist ebenso selbstverständlich. Darauf wollte ich nie hinaus. Ich hoffe, das ist jetzt okay für dich.

Ebenso verstehe ich, dass es für euch etwas anderes ist, wenn beide Kinder in die neue Beziehung bringen und die Kinder des einen immer da sind, aber die Tochter des anderen "Wochenendkind" ist. Das stelle ich mir sehr viel komplizierter vor. Da wollte ich dir sicher auch nichts absprechen.

Trotzdem sehe ich uns am Wochenende zumindest als eine Art "Elternpaar". Das mag durchaus nicht das richtige Wort sein, denn wie du richtig sagst, hat der Sohnemann Eltern. Zu denen ich persönlich nicht gehöre. Aber da hängt man sich an einer Begrifflichkeit auf. Wie ich geschrieben habe: Ich akzeptiere voll und ganz, dass mein Mann eine andere Beziehung zu seinem Sohn hat (bzw. andersrum) als ich. Dass es für die beiden unheimlich wichtig ist, "Quality-Time" miteinander zu verbringen und die Bindung eine andere ist. Trotzdem sind wir auch in der Zeit, in der der Große da ist, ein Paar. Und benehmen uns so. Und bei uns funktioniert das eben. Da zählt mein Wort genauso wie das meines Mannes. Und da kümmere ich mich genauso wie mein Mann.

Es ging mir mehr um folgendes: Wenn man sich einbringen soll, man ein Leben mit Kind leben soll, helfen soll, aufpassen soll, kochen soll (etc. pp.), dann will man sich doch auch kümmern und sorgen und mitentscheiden dürfen. Gerade, wenn man das Kind liebt. Sicher nicht von Anfang an, aber bei uns sind es jetzt 6 Jahre, sein Sohn war 1 als es anfing, er ist mit mir genauso aufgewachsen, wie mit seinem Vater (womit ich NICHT sagen will, dass ich das gleiche für ihn bin, wie sein Vater).

Wahrscheinlich habe auch ich mit dem, was ich geschrieben habe, pauschalisiert. So ist es eben bei uns und so funktioniert es bei uns. Und ich kann in der Situation nichts falsches sehen. Wie gesagt, das Wort "Elternpaar" war wohl schlecht gewählt.

Zu deiner letzten Aussage: Weißt du, wie weh es einem tut, wenn da so ein Knirps, den du irre lieb hast, vor dir steht, heult und plärrt, Bauchweh hat und nicht mehr weg will? Sich selbst alles schlecht redet? Denn er hat es gut bei seiner Mama, klar sind wir nicht mit allen Entscheidungen einverstanden, nein, sogar mit sehr vielen nicht, sie verhält sich öfter mal recht dämlich meinem Mann gegenüber, aber es wäre in so einer Situation absolut falsch, dem Zwerg zu zeigen, dass man so denkt. Da kann mein Mann mit seiner Ex direkt drüber reden, aber nicht vor dem Kind und nicht zu dem Kind. Wir achten immer schon darauf, dass auch am Wochenende ein bisschen Alltag herrscht, wir nicht nur tolle, typische "Wochenendpapi"-Sachen machen, um es ihm nicht noch schwerer zu machen. Aber wenn er dann trotzdem da steht, einfach, weil das Wochenende zu kurz war, und dir reißt es das Herz raus, ihn so zu sehen, weil du auch selbst nichts ändern kannst, du ihm nichts von seiner Last abnehmen kannst, dann meckerst du doch nicht vor ihm noch über seine Mutter? Sorry, aber damit helfen wir ihm sicher nicht! Außerdem fände ich es nicht fair ihr gegenüber. Ich weiß wie es ist, wenn ein Elternteil schlecht über den neuen Partner redet, wie lange das dauert, bis ein Kind sich da ein eigenes Bild macht und die Aussagen der KM vergisst. Das würde ich niemandem antun. Schon gar nicht einem Kind, das ich liebe. Da richtet man mehr Schaden an, als gutes. Wenn du nix ändern kannst dadurch.

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« Antwort #36 am: 06. Juni 2009, 20:08:34 »

Hallo Stine,

Zitat
Zu deiner letzten Aussage: Weißt du, wie weh es einem tut, wenn da so ein Knirps, den du irre lieb hast, vor dir steht, heult und plärrt, Bauchweh hat und nicht mehr weg will? Sich selbst alles schlecht redet? Denn er hat es gut bei seiner Mama, klar sind wir nicht mit allen Entscheidungen einverstanden, nein, sogar mit sehr vielen nicht, sie verhält sich öfter mal recht dämlich meinem Mann gegenüber, aber es wäre in so einer Situation absolut falsch, dem Zwerg zu zeigen, dass man so denkt. Da kann mein Mann mit seiner Ex direkt drüber reden, aber nicht vor dem Kind und nicht zu dem Kind. Wir achten immer schon darauf, dass auch am Wochenende ein bisschen Alltag herrscht, wir nicht nur tolle, typische "Wochenendpapi"-Sachen machen, um es ihm nicht noch schwerer zu machen. Aber wenn er dann trotzdem da steht, einfach, weil das Wochenende zu kurz war, und dir reißt es das Herz raus, ihn so zu sehen, weil du auch selbst nichts ändern kannst, du ihm nichts von seiner Last abnehmen kannst, dann meckerst du doch nicht vor ihm noch über seine Mutter? Sorry, aber damit helfen wir ihm sicher nicht! Außerdem fände ich es nicht fair ihr gegenüber. Ich weiß wie es ist, wenn ein Elternteil schlecht über den neuen Partner redet, wie lange das dauert, bis ein Kind sich da ein eigenes Bild macht und die Aussagen der KM vergisst. Das würde ich niemandem antun. Schon gar nicht einem Kind, das ich liebe. Da richtet man mehr Schaden an, als gutes. Wenn du nix ändern kannst dadurch.

Nein, das kann ich mir wirklich nicht vorstellen, weil bei uns die Kinder gerne hier und gerne dort sind und die Probleme eher Pubertätsbedingt als sosnt was sind.

Ich meinte ja nicht das man schlecht über den anderen Elternteil sprechen soll, genauso wenig, wie man immer gut und lobend über ihn reden soll. Denn damit würde man das Kind in seinen Nöten auch nicht ernst nehmen Was ich meinte war eher in Richtung:

Mama und ich haben sicher über verschiedene Dinge andere Ansichten. Hier und bei ihr ist es eben etwas anders. Aber keines von beiden ist besser oder sch.lechter als das andere. Wenn du mit dem einen oder anderen Probleme hast, rede doch mit Mama darüber, wenn du dich das nicht traust, dann helf ich dir.

Mein Mann und auch seine Ex machen das so. Wenn die Große mit ihm ein Problem hat sagt sie ihr, redde da bitte mit Papa direkt darüber, gibt ihm aber meist kurz Bescheid, das da was zu klären ist. So kann er auch die Große ansprechen. Umgekehrt läuft es etwas anders, aber istauch ok.

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« Antwort #37 am: 06. Juni 2009, 20:44:48 »

@ Swedish,

vielleicht wäre es sinnvoll, Dich einfach einmal ein wenig in diesem Forum umzusehen und einzulesen, bevor Du gleich im ersten Posting und nach nicht einmal einer (!) Stunde Forumszugehörigkeit abschliessende Werturteile fällst?

"Zweitfrau" ist in familienrechtlichen Diskussionen ein oft benutzter, wertfreier Terminus; nicht nur in diesem Forum: Eine kurze, eindeutige Bezeichnung mit 9 Buchstaben. So wie "Stiefmutter" (in Märchen übrigens meistens sehr negativ besetzt, ohne dass diese wegen ein paar Sensibelchen umgeschrieben würden). Wenn Du Dir diesen Schuh mit derselben Wertigkeit wie "Zweitwagen", "Zweitschlüssel" oder "illegale Nebenfrau" anziehen magst: Herzlich gerne, aber das ist dann Dein Problem und nicht meines.

Wenn Du diesen Thread tatsächlich gelesen hättest, hättest Du unschwer festgestellt, dass es bei der hier in Rede stehenden Problematik an keiner Stelle darum geht, wie Du den Alltag mit Deinem Partner und seinem Kind organisierst; das ist Euer ureigenes Problem und findet "offline" statt. Mir ging es nur um das Über-Engangement mancher (längst nicht aller!) "Zweitfrauen", die sich hier anmelden und posten mit dem Ziel, die Probleme ihres Partners mit seiner Ex bzw. wegen seiner Kinder zu lösen. Gerade so, als könne dieser Partner selbst weder lesen noch schreiben oder einen Webbrowser bedienen. Oder so, als sei seine offenkundige Entscheidung, sich (warum auch immer) NICHT in einem Internet-Forum Hilfe für seine Probleme zu suchen, nicht zu respektieren. Gehen diese Frauen auch jeden Morgen anstelle ihrer Partner auf deren Arbeitsstelle? Oder am Wochenende an ihrer Stelle auf den Sportplatz, weil sie besser Fussball spielen können als Männe?

Ich habe immer wieder festgestellt, dass die überengagierten "Zweitfrauen" in solchen Fällen keine Probleme lösen, sondern oft genug zusätzliche Probleme schaffen, indem sie eine zweite Front eröffnen. Das gilt auch und gerade dann, wenn diese "Zweitfrauen" ihr Tun mit einem "ich mein's doch nur gut!" bemänteln. Wie weit das auf Dich selbst zutrifft, kannst Du nur selbst entscheiden.

@ Martin:

Ein letztes: In deiner „Gebrauchsanweisung“ schreibst du:
„Stellt Euch doch einfach einmal vor, die Ex-Gattinen wären tatsächlich so, wie Ihr ihnen immer vorwerft, NICHT zu sein - dann wären ihre Ehen/Partnerschaften ja nie in die Hose gegangen.“
Was für ein Blödsinn. Ich steh wirklich nicht auf die Ex meines Mannes, aber diese Aussage ist einfach nur entwürdigend und ehrlich gesagt auch frauenfeindlich. Dass so was in diesem Forum akzeptiert wird, wundert mich sehr. Deiner Meinung nach sind also die Exen schuld an der Trennung, weil sie so vieles falsch gemacht haben (zumindest in den Augen von uns „Zweitfrauen“) und zweitens machen wir Zweitfrauen jetzt auch vieles falsch. Zum Begriff „Zweitfrau“ siehe oben. Dieser Beitrag ist derart pauschalisierend und qualitätsarm, man sollte meinen, da fehlen einem die Worte.
auch hier hast Du wohl nur sehr selektiv gelesen; deshalb noch einmal zum Mitmeisseln: Zum Gelingen und Scheitern von Partnerschaften gehören bekanntlich immer zwei. Einen Menschen, bei dem schon eine Ehe gescheitert ist, hast Du Dir als Partner ausgesucht und wirst mit seinen Fehlern umzugehen wissen. Auf die früheren und heutigen Fehler seiner Ex-Frau hast Du dagegen keinen Einfluss. Wenn Du Dir aber einmal vorstellst, diese Ex-Frau wäre zu allen Zeiten so toll, liebevoll und freundlich zu Deinem Partner gewesen wie Du heute - dann hättest Du diesen Partner gar nicht, denn dann wäre dieser bis heute glücklich mit dieser "Erstfrau" verheiratet und Du würdest in seinem Leben schlicht keine Rolle spielen. Was bitteschön ist an dieser sachlichen Feststellung "entwürdigend", "frauenfeindlich", "pauschalisierend" oder gar "qualitätsarm"?

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Martin
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« Antwort #38 am: 07. September 2009, 21:50:22 »

Ich habe mir Eure Postings in gemütlicher Atmosphäre zu Gemüte geführt - mit einem Gläschen Likörchen und dem treuen Hund zu meinen Füßen, damit wenigstens ein bisschen Wohlgefühl aufkommt, denn - sorry, Martin - dein Topic verbreitet KEINE Gemütlichkeit. Ich bin - wen wundert's - eine Zweitfrau, die zugegebenerweise manchmal sehr engagiert mit den Problemen umgeht, die ich ohne meinen "Zweitmann" (ja, es gab in meinem Leben auch einen "Erstmann") gar nicht gehabt hätte.

Hier kurz die Fakten, damit jeder sich ein Bild machen kann.

Seine Ex ist eine Ex-Kollegin von mir. Sie lernte einen neuen Mann kennen und war ab dem Zeitpunkt wild entschlossen, ihren Erstmann rückstandsfrei aus ihrem Leben (und dem ihrer Kinder) zu eliminieren. ("Üblicherweise zieht der Vater aus." - "Am besten wird der Kontakt zum Vater erst mal abgebrochen. Später kann man dann ja sehen, wie die Kinder damit umgehen.") Ausgezogen ist er natürlich nicht! Er hat ein halbes Jahr durchgehalten, bis wir uns gefunden hatten und zum "Gegenschlag" bereit waren: er zog mit den Kindern aus (tat also das, was sie immer vorhatte). Alle Vermittlungsgespräche in der Trennungszeit liefen nur darauf hinaus, dem Vater klar zu machen, dass er sowieso keine Chance habe und die Kinder kampflos der Mutter überlassen solle (vielen Dank, ortsansässiges JA, Caritas, Beratungsstelle im Landratsamt). Gut, nach einem weiteren halben Jahr bei uns hatte Ex alle auf ihrer Seite, weil ja nur geborene Mütter sich um die nächste Generation kümmern können. Das halbe Jahr nutzte sie, um sich mit ihrem Neuen ein neues, teures Leben aufzubauen (Reitpferde, etc. - die Geschichte wurde hier schon öfters geschildert).

LEIDER habe ich dieses Forum erst gefunden, als bei uns "der Fisch geputzt" war, aber es hat uns - abgesehen vom verlorenen ABR - mehr als einmal aus der Bredouille geholfen (in Fragen der EU, KU, Haushaltsteilung, PKH etc.)

Mein Zweitmann und ich haben uns gerade über die Meinungsäußerung von Martin unterhalten. Er meinte, er wäre in der heißen Phase gar nicht in der Lage gewesen, sich mit wortreichen Beiträgen an dieses Forum zu wenden. Und das nicht nur deshalb, weil seine Erstfrau ihn von heute auf morgen per Passwort vom PC ferngehalten hat. Er war auch einfach nicht in der Lage, sich mit der Situation so auseinanderzusetzen.

Wir haben es gemeinsam nicht als Last empfunden, die Probleme, die sich aus seinem Auszug mit den Kindern ergeben haben, auch gemeinsam zu erörtern. Jeder hat sich auf seine Weise Rat geholt und schlau gemacht. Ich hier, er bei der Anwältin (die leider eher zur Stillhalte-Taktik neigte, was sich im Nachhinein als Fehler erwiesen hat). Das ist auch eine Frage der Veranlagung. Nicht jeder schreibt gerne, nicht jeder telefoniert gerne, nicht jeder möchte sein Seelenleben vor Unbekannten ausbreiten.

Ich kann mich nicht aus der Interaktion zwischen meinem Zweitmann und seinen Kindern raushalten, wenn sie - nachdem sie gerichtlich erzwungen zur Mutter umziehen mussten - alle 14 Tage 48 Stunden da sind. Bis ich jedes Mal den Papa hole, wenn die Herren Söhne ein Problem haben oder selbst eines sind... außerdem: die Kinder betrachen mich doch auch als Teil ihrer Familie, vor allem, nachdem sie bei der Psychologischen Beratungsstelle unseres Landratsamtes beigebracht bekamen, dass eine Familie eben nicht nur aus "Mama und Papa" besteht, sondern auch aus "Freund von Mama" und "Freundin von Papa" und Oma und Opa etc. Und natürlich raunze ich auch den Großen an, wenn er wieder futtert wie eine Sau am Trog und natürlich knuddel ich den Kleinen, wenn er sich irgendwo die Rübe angehauen hat. Den Kindern sind diese Haarspaltereien nämlich wurschtpiepschnurzegal. Und nachdem sich die Kinder mittlerweile abgewöhnt haben, an jeder Kasse (Kino, Museum, etc.) jedem, der es hören wollte oder auch nicht, zu erklären, dass ich nicht die Mama, sondern die Freundin von Papa bin, werde ich einen Teufel tun und jetzt an Stelle der Kinder ein Gewese darum machen. Wir sind eine "Familie auf Zeit", und da die Mutter wieder solo ist, erfahren die Kinder wenigstens bei uns, wie es ist, wenn sie zwei Erwachsene schikanieren dürfen und dafür im Gegenzug zwei Erwachsene über sich wachen. Im Übrigen würde ich nie freiwillig oder hinter dem Rücken meines Zweitmannes mit der Ex sprechen, die eine Meisterin im Hinterlassen verbrannter Erde ist. Mittlerweile ist es so, dass mein Zweitmann nicht einmal mehr mit ihr reden will - sie macht ja sowieso, was sie will, und sie hält das ABR-Urteil wie einen Persilschein in die Höhe.

Ja, ich bin eine engagierte Zweitfrau, die die Probleme des Zweitmanns nicht ihm selbst überlassen will und einfach eher den Hang zum Schreiben hat. Nein, mein Zweitmann ist niemand, der sich von mir gängeln ließe und der seine Interessen bis zum OLG verfolgt hat und auch in Zukunft verfolgen wird.

Ich bin auch keine Heldin, die hier im Forum nach dem Ruhm heischt, sich einen abgelegten Vater geangelt zu haben. Im Gegenzug fragt mich doch auch keiner nach meiner Bitterkeit und Enttäuschung, dass wir uns auf Grund der horrenden Unterhaltszahlungen an die Ex keine eigenen Kinder leisten können, oder?

Mir sind im Forum schon öfter die unterschwelligen Vorteile gegenüber Zweitfrauen begegnet. Es gab den dezenten Hinweis, dass dieses Forum nicht umsonst "Vatersein.de" hieße. Ich lasse es mir trotzdem nicht nehmen, um sachkundigen Rat bei Euch nachzufragen.

PS: Meine Anwesenheitszeit unter diesem Nickname ist nicht repräsentativ. Ich habe meinen alten Nick gelöscht, als mein Zweitmann die Befürchtung hegte, wir könnten seiner Erstfrau auf diese Weise unfreiwillig Munition liefern.
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Joanna
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« Antwort #39 am: 05. Oktober 2009, 14:12:59 »

Zitat
Und nachdem sich die Kinder mittlerweile abgewöhnt haben, an jeder Kasse (Kino, Museum, etc.) jedem, der es hören wollte oder auch nicht, zu erklären, dass ich nicht die Mama, sondern die Freundin von Papa bin, werde ich einen Teufel tun und jetzt an Stelle der Kinder ein Gewese darum machen.

Jaja so sind sie, die lieben Kinderchen. Ab einem gewissen Alter fangen sie dann eben doch mit der "Haarspalterei" an und erklären Gott und der Welt, wer Mami + Papi ist und wer der Freund oder die Freundin ist. Da sind sie dann doch fast alle relativ ähnlich.

Du schreibst, dass dich keiner nach deinen Enttäuschungen und Bitterkeiten fragt und sich keiner dafür interessiert, dass ihr euch keine Kinder leisten könnt - alles aufgrund der horrenden Unterhaltszahlungen.
Zu letzterem sag ich eiskalt: Du wusstest, worauf du dich einlassen würdest, wenn du mit einem Vater zusammen kommst.
Es ist nunmal so, dass heutzutage bereits ein Kind "Luxus" ist. Wenn man einen Partner mit Kind heiratet, stehen die chancen für ein zweites Kind nunmal nicht gerade gut.

Die Enttäuschungen und Bitterkeiten der "Zweitfrauen" (was für ein Ausdruck!) interessieren in diesem Forum eigentlich eher geringfügig - da es hier überwiegend um die Bitterkeiten und Enttäuschungen von Vätern  - an zweiter Stelle wahrscheinlich der von Müttern und an 3. Stelle der von den Kindern geht. Da ist nunmal kein Platz für die neue Beziehung. (Es wäre freilich eine Idee für ein "Zweitfrauen-Forum")

Dass sich die neue Beziehung um Informationen, die sachdienlich sind, kümmert, finde ich persönlich nicht schlimm. Im Gegenteil - ich verstehe das Resultat der Liebe, sich auch die Probleme daraus zu teilen - wie das eben in eine Beziehung reinpasst.
Kritisiert werden hier wahrscheinlich eher jene "Zweitfrauen", die mit einer Selbstverständlichkeit über die Exen ihrer Ehemänner herziehen (wenn man bedenkt, dass sie irgendwann auch mal "Ex" sein könnten und sich die neue womöglich auch mal in diesem Forum über sie auslässt - da möcht ich nicht an deren Stelle sein.), sie sofort - ohne sie gut zu kennen (und lediglich die Seite des Mannes gehört zu haben) verurteilen und als unfähig deklarieren, die Kinder sowieso bei den Zweitfrauen mit Papa besser aufgehoben wären und Papi zuerstmal dazu drängen, die Kinder ganz zu ihnen zu holen.

Die neue von meinem Ex war damals auch ganz gierig auf meine Tochter. Bis sie feststellte, dass auch meine Tochter kein Gold kackt und ins Bett kotzt, die Rotznase beim Weinen in den Klamotten abwischt und mit 1,5 Jahren auch noch sabbert wie ein Weltmeister, weil noch 4 Backenzähne warteten. Dass der Kindsvater ihr am liebsten das Windelnwechseln überlassen hat - und sie gern auch mal bei Durchfall die Klamotten eingesaut hat .... Jaja ... die lieben Kleinen.
Und das, was wir Mütter (und Väter) ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, wegmachen - würgte bei ihr die komplette letzte Mahlzeit hoch.
Und plötzlich war es nimmer so toll, "Elternteil" zu spielen. Vielleicht versucht sie es nochmal, wenn sie mit meiner Tochter shoppen gehen kann :-) Bis dahin ist mein Töchterchen vor ASR-Anträgen wahrscheinlich ziemlich sicher.

Es gibt einige Zweitfrauen (und je öfter ich das Wort schreibe, umso mehr stellt es mir die Zehennägel hoch), die weit übers Ziel hinaus schiessen.
Bei denen sich der Wunsch nach eigenen Kindern verquirrlt mit der Tatsache, dass der neue Kinder hat. Frei nach "Meine Kinder sind auch deine Kinder." - den Wunsch hegen, dadurch an etwas zu kommen, worum man sich kümmert.

Die Intentionen sind sicherlich unterschiedlich - die eine weiss aus Erzählungen über die "Grauenvolle Ex" bescheid. Die andere hat etwas miterlebt und die 3. ... die hat sie vl. einmal kurz auf der Strasse gesehen. Das Ziel scheint trotzdem ein ähnliches zu sein. Die Exen werden diskreditiert und denunziert - unter dem Deckmantel des "Kindswohl".
Doch wenn den lieben neuen Freundinnen/Frauen das Kindswohl am Herzen liegen - dann stehen sie da wie der Fels in der Brandung, nehmen keine Position ein oder ergreifen keine Partei (böses Ex, guter Papa) oder kommen gar niemals auf die wahnwitzige Idee, die Mama des Sprösslings zu sein (selbst wenn es sich persönlich so anfühlt, als wäre man jedes 2. Wochenende die Mama - wenn man eigenen Kinder hat, kennt man den Unterschied).
DAS sind auch neue Freundinnen, so wie ich sie schätze und mag. Die sich informieren, aber nicht treiben. Die ihre eigenen Interessen überdenken und das Kindswohl (nicht das Freundinnenwohl) im Auge haben.

Ich bin immer Misstrauisch bei neuen Freundinnen - weil ich wissen möchte, mit welcher intention und vehemenz sie agieren - und wo ihre Ziele hängen.
Denn: So schlimm die Geschichten sich teilweise anhören - so weiss ich, dass jede Gegenseite eine mindestens genauso schlimme Geschichte zu berichten hat.
Auch wenn man sich selbst gerne als Engel darstellt - so sind nicht alle Engel und bestimmt hat jeder in diesem Forum soviele Fehler gemacht, dass die "bösen Exen" Gründe für ihr reagieren darlegen können. (Deshalb find ich es so interessant, mal die Gegenseite zu hören ....)
Aus diesem Grund kann ich mir nicht vorstellen, dass eine neue Freundin sich hier einloggt. die Ex diskreditiert und sich selbst und den Vater glorifiziert, den Wunsch das Kind zu sich zu holen formuliert - OHNE dass sie sich bewusst ist, dass es da eine
a) EX gibt (die Chance demnach selbst zur "ex" zu werden ist also gegeben).
b) die Kinder nicht ihre sind und sobald Papi sich trennt die Kinder WEG sind (und dann? Was passiert dann mit der Ex? Wie geht man mit den Gefühlen um?)
c) SIE so absolut gar keine Rechte an dieser Geschichte hat. (Da will man neue Kinder haben, hat aber ausser das Wortrecht - kein einziges Recht ....)

Informieren JA! Sehr gut-  denn Wissen ist Macht!
Aber ein zu grosses Engagement ..... das schafft misstrauen. (Und dazu gehören die Worte "Elterteil" "Zweite Mama" "Mama" "bessere Mama" im Zusammenhang mit der neuen Frau/Freundin)
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« Antwort #40 am: 05. Oktober 2009, 15:03:49 »

@joanna
Jaja so sind sie, die lieben Kinderchen. Ab einem gewissen Alter fangen sie dann eben doch mit der "Haarspalterei" an und erklären Gott und der Welt, wer Mami + Papi ist und wer der Freund oder die Freundin ist. Da sind sie dann doch fast alle relativ ähnlich.
eben nicht, ab einem gewissen Alter (bzw. ab einer gewissen Dauer der Beziehung der neuen Lebenspartnerin zum Vater) hören sie mit der Haarspalterei auf. Wie bei FreundinvonPapa hat Stöpsel in der Anfangszeit auch jedem erklärt, dass ich nicht Mama bin. Mittlerweile werde ich vom Kind sogar stellenweise als Mama angesprochen. Und bevor ein falscher Eindruck entsteht: Mir ist das unangenehm. Ich bin nicht Stöpsels Mama und will und werde es nicht sein. Aber wenn es dem Kind rausrutscht ist es zumindest ein Zeichen dafür, dass man nicht, wie KM behauptet alles falsch macht und das Kind sogar Angst vor einem hat.

Das Thema mit der "Einmischung" ist übrigens sehr sensibel. Natürlich mische ich mich ein, wenn das Verhalten der KM in meine Beziehung eingreift. Da kommt man vielleicht auch in grenzwertige Bereiche. Ich weiß letztlich, wie ich mein Leben leben möchte und was ich mir von Dritten gefallen lasse und was nicht und da kommt auch KV zwangsläufig in die Lage, dass er entscheiden muss, ob er über das Stöckchen springt, dass KM ihm hinhält oder sich doch mal auf die Hinterbeine stellt und sagt "Halt Dich aus unserem Leben raus.".

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Joanna
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« Antwort #41 am: 05. Oktober 2009, 15:10:58 »

Zitat
eben nicht, ab einem gewissen Alter (bzw. ab einer gewissen Dauer der Beziehung der neuen Lebenspartnerin zum Vater) hören sie mit der Haarspalterei auf.
Um damit aufzuhören, müssen sie irgendwann damit anfangen, oder sehe ich das falsch? ;-)

Und das hat nichtmal was damit zu tun, was die böse böse KM ihrem Kind erzählt ....

Denn selbst meine 3jährige erzählt gerne mal, dass mein LG (der nunmal seit sie 1 Jahr alt ist an meiner Seite verweilt) nicht ihr Vater ist .....

Liebe Grüsse
Joanna
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« Antwort #42 am: 05. Oktober 2009, 15:14:52 »

Genau, sie fangen zu Anfang einer neuen Beziehung eines Elternteils damit an und hören bei länger dauernder Beziehung wieder damit auf (und nicht "ab einem bestimmten Alter".
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Joanna
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« Antwort #43 am: 05. Oktober 2009, 15:20:09 »

Zitat
Genau, sie fangen zu Anfang einer neuen Beziehung eines Elternteils damit an und hören bei länger dauernder Beziehung wieder damit auf (und nicht "ab einem bestimmten Alter".

Auch nicht pauschal richtig. Denn meine Tochter (um wieder das lebende Beispiel zu nehmen) konnte bei Beginn der neuen Beziehung noch gar nicht sprechen, geschweige denn wusste sie nichtmal, dass ich "mama" bin. - also dass ich wichtig bin wusste sie, aber sie wusste nicht, dass sie micht "Mama" nennen sollte, da ich mich selbst nicht so nenne.
Also hat es mit einem bestimmten Alter zu tun, wann sie anfangen - und auch mit einem bestimmten Alter (und damit einhergehende Entwicklung) damit zu tun, wann sie aufhören (und ob sie aufhören).
Denn das Aufhören dieser "Haarspalterei" hat auch damit zu tun, inwieweit sich Kinder mit den neuen Partnern identifizieren können.
Es soll ja durchaus auch Fälle geben, die auch ohne zutun der bösen bösen Exen (Vater/Mutter) die neuen LG der Elternteile als Bezugsperson ablehnen.

Viele liebe Grüsse
Joanna
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« Antwort #44 am: 05. Oktober 2009, 15:30:18 »

Hallo Joanna,

dass ein Kind erst Protest üben kann, wenn es reden kann und die Bedeutung von Mama und Papa kennt dürfte klar sein. 

LG
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Joanna
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« Antwort #45 am: 05. Oktober 2009, 16:13:49 »

Och protest üben können die meisten schon bevor sie reden können ...... *die Ohrstöpsel raussuch*  rofl2
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« Antwort #46 am: 05. Oktober 2009, 16:15:19 »

Wobei den Inhalt dieses Protestes Außenstehende eh nicht verstehen 
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Joanna
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« Antwort #47 am: 05. Oktober 2009, 16:38:59 »

Ah die Ursache war dafür umso verständlicher: Ein Teufelskreis, der Proteste nach sich zog (ich hoffe, dass das keine auswirkungen auf ihre künftige Entwicklung macht:
Kind wollte Busen - bekam ihn - pennte weg - ich packte Busen ein (wird ja kalt) - kaum war Busen weg, war Kind wach. Kaum war Busen eingepackt, plärrte Kind und in Busen schoss Milch. Also Busen wieder auspacken - kind pennte wieder ein - busen wieder weg - kind wieder wach und plärrte .... na kannst dir vorstellen - da blieb im wahrsten Sinne kein Auge trocken ....  rofl2
Aber im vergleich zu den heutigen Wutausbrüchen waren das himmlische Zeiten.
Beim nächsten Kind werde ich versuchen, sie zu geniessen :-) Versprochen!
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« Antwort #48 am: 05. Oktober 2009, 19:57:18 »

Hallo

Das Thema mit der "Einmischung" ist übrigens sehr sensibel. Natürlich mische ich mich ein, wenn das Verhalten der KM in meine Beziehung eingreift. Da kommt man vielleicht auch in grenzwertige Bereiche. Ich weiß letztlich, wie ich mein Leben leben möchte und was ich mir von Dritten gefallen lasse und was nicht und da kommt auch KV zwangsläufig in die Lage, dass er entscheiden muss, ob er über das Stöckchen springt, dass KM ihm hinhält oder sich doch mal auf die Hinterbeine stellt und sagt "Halt Dich aus unserem Leben raus.".

Da sprichst du etwas sehr wichtiges an!
In einer Partnerschaft sind die Interessen beider Partner gleichwertig. Mein Partner ist für mich "die erste Geige" und ich bin es für ihn.
Kommen die Interessen der Kinder mit ins Spiel, dann ändern diese das Familienverhältnis; nicht das Paarverhältnis.
Die Interessen der Kinder meines Partners spielen für uns Erwachsene (KM, KV und KV-Freundin) in allen diesbezüglichen Entscheidungen die erste Geige. Aber auch die Interessen der KM sind, zumindest für uns, kein rotes Tuch.
In dieser Familie, und das sind wir unbestreitbar, verhalten sich alle erwachsen. Natürlich gibt es Differenzen, aber die gibt es immer und auch in Paar- und Eltern/Kindbeziehungen.
Unsere KM ist momentan beruflich sehr gestresst und beinahe fertig mit den Nerven - wir versuchen ihr und den Jungs das Leben dahingehend zu erleichtern, dass wir die Jungs öfter nehmen und uns in der Wochenendverteilung möglichst nach ihr richten. So haben alle etwas davon: die Jungs haben eine entspanntere und glücklichere Mutter und sie Können mehr Zeit mit uns verbringen.
Ist etwas am (noch) gemeinsamen Haus kaputt, dann hilft der KV bei den Reparaturen so wie es für ihn möglich ist.
Ist es uns nur schwer möglich, die Jungs mal abzuholen oder zu bringen, dann werden sie uns auch mal einfach gebracht/abgeholt.

Gibt es Probleme (in der Schule, bei Krankheiten, Verhaltensauffälligkeiten etc.) dann werde auch ich in die Lösung mit einbezogen und ich engagiere mich gerne für sie. Nein, es sind nicht meine Kinder. Aber sie lieben mich und ich liebe die Beiden und werde einen Teufel tun und mich aus ihrem Leben heraushalten; auch wenn ich die Entwicklung bedenklich finde, wenn sie ihren Vater ins Kinderzimmer verbannen wollen, damit die Beiden mit mir im großen Bett schlafen können  .

Und jetzt fälle ich mal ein ganz pauschales Urteil: würden sich alle Beteiligten konsequent wie Erwachsene verhalten, welche das Kindeswohl in den Vordergrund ihres Handeln stellen, dann würden die ganzen Streitigkeiten, Hassattacken und böse Zungen überflüssig sein.

Natürlich habe auch ich eigene Interessen, aber solange diese mit berücksichtigt werden, warum sollte ich dann das gute Verhältnis zerstören? Die KM nimmt uns finanziell nicht aus, wir halten ihr kein Geld vor. Wir greifen sie nicht an, sie greift uns nicht an.
Warum etwas daran ändern?

Und ja, ich schreibe und denke sehr bewusst in den Kategorien "uns" und "wir". Wir haben eine Familienkasse, wir finanzieren unser Leben gemeinsam, wir verplanen unsere Zeit zusammen. Wird dort eingegriffen, dann greift das auch mich an und ich lasse mir nicht die Möglichkeit nehmen mein Leben zu verteidigen.
Aber wenn sich alle Beteiligten human verhalten, dann ist das ja auch gar nicht nötig.

Ich bin keine unbeteiligte Dritte. Ich bin mit Sichrheit keine vorher eingeplante Dritte, aber wir arrangieren uns so gut es geht. Und bis jetzt läuft mit dieser Methode alles sehr gut  .

Viele grüße,
Cor
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« Antwort #49 am: 05. Oktober 2009, 20:04:40 »

Moin Cor,

an dieser Stelle mal ein ganz grosses, spontanes Kompliment: Wenn andere getrennte und geschiedene Eltern, aber auch ihre Familien und ihre neuen Partner sich ebenso erwachsen und WIRKLICH kindeswohlorientiert verhalten würden wie offensichtlich alle Beteiligten Eures Patchworks, bräuchte es Foren wie vatersein.de gar nicht.

Grüssles
Martin
(der sich freut, dass es mal wieder um das eigentliche Thread-Thema geht)
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