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vatersein.de - Forum 24. Mai 2012, 05:58:57 *
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Autor Thema: ARGE, KU, Eigenheim...eilt ein bißchen  (Gelesen 1649 mal)
Galoppi
Frischling

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 4


« am: 04. August 2008, 04:03:47 »

Entschuldigung, aber vor lauter Ärger über die ARGE hab ich das ganze im falschen Forum gepostet!
Deshalb hier nochmal:


Sorry, wenn ich hier mitten in der Nacht als Neuling so einfach reinplatze, aber ich weiß nicht weiter. Ich hab im Internet schon versucht, konkret etwas über das Problem mit Unterhalt und Eigentum, bzw. Rangigkeit herauszufinden, aber das ist alles so "schwammig". Ich möchte euch kurz (oder auch lang, je nach dem...) aufklären, worum es geht:


Mein Mann (5 Jahre mit mir verheiratet) hat eine uneheliche Tochter (5 Jahre). Die Mutter bezieht Hartz IV.

Mit mir hat er zwei Kinder (2 1/2 und fast 2 jahre alt), ich bin Hausfrau.

Nachdem die Vaterschaft des unehelichen Kindes einwandfrei festgestellt werden konnte, hat mein Mann seit dem ohne weiteres den Unterhalt für das Kind bezahlt (196 € bzw. 202 € seit Neuberechnung zwecks Reform). Die Kindsmutter bekam nichts, weil ich auch noch da bin.

Das Einkommen meines Mannes hat sich durch einen Arbeitgeberwechsel um 200 € gebessert und liegt jetzt bei 1800 €.
Zusätzlich dazu bekommt er das Kindergeld für unsere beiden Kinder und ich erhalte für meinen jüngsten zusätzlich noch 300 € Erziehungsgeld (Bis November dieses Jahres).

Vor zwei Jahren haben wir uns nun ein Einfamilienhaus gekauft, welches wir wirklich nur mit Ach und Krach halten können (ist auch wirklich kein Schmuckstück, sondern - unserem Budget entsprechend eher eine Ruine - billig, aber eben auch marode....). Das Haus ist über ein Darlehen vollfinanziert und mußte mit diversen Versicherungen "abgedeckt" werden (Berufsunfähigkeit, Risiko-Lebensversicherung, etc.) Die Gesamtkosten liegen im Monat bei rund 1500 € (inklusive Strom, Wasser, etc.).
Durch den Umzug in das Haus hat sich der Arbeitsweg verdreifacht - und damit auch die Benzinkosten, so daß von den 200 € mehr an Gehalt leider nichts übrig bleibt.

Jetzt habe ich einen Brief von der ARGE bekommen, daß ich (oder besser: mein Mann) genauestens darüber Auskunft geben muß, wie unsere Verhältnisse sind (das Formular erinnert stark an eine Steuererklärung), damit die ARGE prüfen kann, ob der Teil des Unterhalts für das Kind, den die Mutter eigentlich zu tragen hat, nicht auch noch von meinem Mann aufgewendet werden kann.

Deshalb jetzt meine Fragen:
Was muß ich da wirklich angeben, denn die Zeitangaben sind so ungenau formuliert (in Bezug auf die Versicherungen... ich weiß nicht, was die mit dem "Zeitraum angeben" meinen - wir zahlen alle Versicherungen monatlich, und das seit einigen Jahren.....)

Wie soll ich die Benzinkosten nachweisen??? Mein Mann hat keinen Tankbeleg aufgehoben und die alte Schüssel (20 Jahre) frißt 10 Liter !!!! (Für ein neues Auto ist kein Geld übrig, also bitte schlagt mir nicht den Kauf eines Neuwagens vor....) Allein für den Arbeitsweg ( 130km) gehen gut 450 € im Monat an Bezin drauf und da sind wir noch nicht zum Einkaufen oder sonstwohin (privat) gefahren....

In welchem Zeitraum kann ich Arbeitskleidung angeben (Im Januar haben wir für meinen Mann ein paar neue Arbeitshosen gekauft, Rechnung hab ich noch (250 €))? Oder gehen die vom aktuellen Monat aus???

Muß ich bei "Vermögen" das Haus eintragen? Es gehört uns noch nicht einmal, sondern die nächsten 10 Jahre noch der Bank (wir tilgen im Moment nur Zinsen, weil wir zusätzlich einen Bausparvertrag dafür abgeschlossen haben - gehört dieser auch ins "Vermögen", obwohl er explizit zur Tilgung des Darlehens verwendet wird?).

Mir ist klar, daß die Gesamtkosten des Hauses im Monat weit höher liegen als das, was das Amt einem Bürger zugesteht. Andererseits bin ich aber auch furchtbar wütend darüber, denn wenn mein Mann als Alleinverdiener schon drei Kinder und mich ernährt, dazu noch das Haus abbezahlt und wir OHNE irgendwelche Zuschüsse vom Vater Staat selbst sehen müssen, wie wir klar kommen, dann sollte es auch unser eigenes Ermessen sein, wie und wo und wie teuer wir wohnen möchten.

Kann die ARGE verlangen, daß wir das Haus wieder verkaufen (ich bin zu gleichen Teilen Miteigentümer), nur um der Kindsmutter mehr Geld bezahlen zu können?


Eine weitere ARbeit annehmen ist bei meinem Mann - zum Glück - nicht möglich: Er verläßt morgens um 6:30 Uhr das Haus und kommt abends erst um 19:30 wieder heim. Zudem muß er oft Samstags arbeiten und - wenn nötig - auch an anderen Standorten arbeiten (zB. Messe, Betriebsschau, etc.). Einen weiteren Job halte ich - persönlich - da für nicht zumutbar... kann natürlich sein, daß das der Gesetzgeber wieder anders sieht.


In meiner ersten- zugegebener Maßen - ungestümen weiblichen Gefühlsregung hab ich als erstes mit einer ziemlich unwirschen E-mail reagiert, in der ich von vornherein klar gestellt habe, daß bei uns nichts mehr zu holen ist, da die Lebenshaltungskosten in unserer Situation enorm sind und ich nicht gedenke, dies zu ändern, nur weil sich andere Leute lieber ihren Hintern auf der Couch platt sitzen (Ich kenne die Kindsmutter seeehr gut und auch ihre Verhälnisse, sowohl familiär, als auch charakterlich - sie war über Jahre meine beste Freundin....). Dazu habe ich quasi eine Einnahmen-Ausgaben-Gegenüberstellung abgeliefert, allerdings ohne jegliche Belege. Finde es eh schon eine Frechheit, daß ich für die Bearbeitung nicht mal vierzehn Tage habe. Aber wehe, du wartest auf den Steuerbescheid, da dauert die Bearbeitung Monate lang....


Lange Rede, kurzer Sinn....
was soll ich jetzt machen?

Ich wäre wirklich dankbar, wenn sich jemand meiner vielen Fragen annehmen würde.

LG
Galoppi
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« Antwort #1 am: 04. August 2008, 08:40:45 »

Hallo Galoppi,

Zitat
In meiner ersten- zugegebener Maßen - ungestümen weiblichen Gefühlsregung hab ich als erstes mit einer ziemlich unwirschen E-mail reagiert, in der ich von vornherein klar gestellt habe, daß bei uns nichts mehr zu holen ist, da die Lebenshaltungskosten in unserer Situation enorm sind und ich nicht gedenke, dies zu ändern, nur weil sich andere Leute lieber ihren Hintern auf der Couch platt sitzen (Ich kenne die Kindsmutter seeehr gut und auch ihre Verhälnisse, sowohl familiär, als auch charakterlich - sie war über Jahre meine beste Freundin....). Dazu habe ich quasi eine Einnahmen-Ausgaben-Gegenüberstellung abgeliefert, allerdings ohne jegliche Belege. Finde es eh schon eine Frechheit, daß ich für die Bearbeitung nicht mal vierzehn Tage habe. Aber wehe, du wartest auf den Steuerbescheid, da dauert die Bearbeitung Monate lang....

mit so ner mail hast du dir sicher keinen Gefallen getan. Zum einen ist es schlicht udneinfach Sache deines Mannes auf das Schreiben zu reagieren, zum anderen dürfte es die ARGE ziemlich wenig interessieren woran du interessiert bist oder nicht und ob du bereit bsit deine Lebenshaltungskosten zu senken oder was auch immer.

Zitat
ob der Teil des Unterhalts für das Kind, den die Mutter eigentlich zu tragen hat, nicht auch noch von meinem Mann aufgewendet werden kann.

Das verstehe ich nicht so ganz, denn die KM ist nicht zu Barunterhalt verpflichtet, solange sie Betreuung leistet.

Wenn ich jetzt mal unverbindlich in die DDT schaue würde bei dem Einkommen evtl. ein KU von 214 und nicht 202 € fällig sein.

Ich kann deinen Ärger durchausverstehen, aber:

Zitat
Vor zwei Jahren haben wir uns nun ein Einfamilienhaus gekauft, welches wir wirklich nur mit Ach und Krach halten können

Zitat
Die Gesamtkosten liegen im Monat bei rund 1500 € (inklusive Strom, Wasser, etc.).

Zitat
Durch den Umzug in das Haus hat sich der Arbeitsweg verdreifacht - und damit auch die Benzinkosten

Dafür habe ich dann kein Verständnis. Dein Mann war damals schon für 3 Kinder verantwortlich, Ihr könnt das Haus nur mit Mühe und Not unterhalten und ihr habt in Kauf genommen, das sich der Weg zur Arbeit enorm steigert. Sorry, aber das muß man sich halt vorher überlegen. Man kann sich nur leisten, was man sich leisten kann und das muß einem vorher klar sein. Ihr könnt froh sein, das die ARGE nicht versucht BU für die KM zu bekommen (nach der Reform wäre das theoretisch wohl auch möglich)

Zur Not wirst du wohl darüber nachdenken müssen aucharbeiten zu gehen und dir nicht das Recht herausnehmen das du der KM des anderen Kindes verwehren möchtest.

Aber nun zu deinen Fragen:

Vom Nettogehalt werden 5% berufsbedingte Aufwendungen abgezogen (darin enthalten sind dann Arbetiskleidung und Fahrtkosten), fallen höhere Fahrtkosten an müssen die nachgewiesen werden und es ist Ermessungssache, ob sie anerkannt werden (bei euch wohl eher nicht, da er die Entfernung ja bewußt geschaffen hat), desweiteren dürfen bis 4% private Altersvorsorgeleistungen abgezogen werden (in der anfallenden Höhe max. 4 %)
Versicherungen etc. werden, wie auch Darlehen und Nebenkosten in der Monatshöhe angegeben. Das Haus muß als Immoblilie angegeben werden, da ihr ja sicher auch das Darlehen berücksichtigt wissen wollt.

Tina




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« Antwort #2 am: 04. August 2008, 09:52:05 »

Hallo Galoppi,

Lange Rede, kurzer Sinn....
was soll ich jetzt machen?

Die Augen auf.

Du kanalisiert Deinen Frust auf die ARGE, auf diese KM und auf dieses Kind. Frustriert bist Du, weil Du merkst, das mit dem Wegfall des Erziehungsgeldes Eure Welt zusammenbrechen wird. Und diese Welt ist auf Sand gebaut. Vollfinanzierte Häuser sind meist nur für die Berater ein gutes Geschäft, die gleich für mehrere Verträge Provisonen kassieren. Ganz besonders dreist ist es meist dann, wenn Verkäufer und Finanzierer identisch sind, das sind meist auch die Wertgutachten falsch.

Dann dieser Arbeitsweg. 65km einfach kosten sowohl nach Unterhaltsleitlinien als auch nach meiner Erfahrung 520€ im Monat (das ist mehr als nur der Sprit). Wenn man für 200€ Gehaltserhöung 350€ Kosten produziert geht die Rechnung nicht auf. Auch dafür kann das Kind nichts.

Und auf der Suche nach Lösungen setzt Du Dich zwar mit der Frage auseinander, ob Deinem Mann noch ein Nebenjob obendrauf gepackt werden könnte, aber auf die Idee, selbst mitzuverdienen kommst Du aber nicht. Passt nicht in den Lebenstraum. Der ist aber längst geplatzt.

Zu Deinen konkreten Fragen:

  • nein, Tankbelege braucht Ihr nicht, PKW-Fahrtkosten werden nach Pauschalen berechnet (siehe oben, meist 30ct pro gefahrenem Kilometer für die ersten 30 Entfernungskilometer, darüber ein reduzierter Satz. Anders als Tina bin ich der Meinung, dass die Kosten wenigstens teilweise anerkannt werden müssen, weil die Entfernung ja für eine bessere Bezahlung geschaffen wurde. Teilweise heisst, ihr werdet Euch damit nicht zum Mangelfall rechnen können.
  • Die Immobilie interessiert nicht nur insofern, als 4% vom Brutto für als private Altersvorsorge anerkannt werden können. Vermögen ist ja netto nicht da. Gib einfach die Immobilie und die Hypothek an.
  • Die Immobilie wieder verkaufen nur zum Kostensparen ist wahrscheinlich nicht sinnvoll, da würden dann nur (jetzt verdeckte) Schulden realisiert, und die Gesamtsituation nicht besser. Es sei denn, Ihr denkt über einen Umzug zum Arbeitsort nach, dann kann das natürlich Sinn machen.
  • Denk mal drüber nach, ob Du nicht bald eine Teilzeitstelle machen könntest, wenn es KiGa/KiTa-Angebote, oder Grosseltern in Reichweite
  • Wenn nicht, denk mal darüber nach, selbst einen Antrag auf Wohngeld oder Kinderzuschlag zu stellen.
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« Antwort #3 am: 04. August 2008, 09:55:37 »

Naja pappasorglos;

Zitat
Durch den Umzug in das Haus hat sich der Arbeitsweg verdreifacht

Ich interpretiere es so, das der Arbeitsweg nicht durch den Arbeitgeberwechsel, sondern durch den Umzug entstanden ist und da sehe ich schob das einen evtl. Richter das dann nicht besondern freudig stimmen wird.

LG Tina
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Galoppi
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« Antwort #4 am: 04. August 2008, 11:29:34 »

Das mit dem haus und der Arbeit ist nicht ganz so "ungeplant", wie ihr das jetzt zunächst seht.... es geht auch nicht darum, daß der Erziehungsgeldteil für meinen Sohn wegfällt.... der Hintergrund ist wo ganz woanders. Ich glaube, ich muß da jetzt wohl ein bißchen weiter ausholen:

@ Pappasorglos:

(Mit Zitate einfügen hab ich's nicht so, deswegen mache ich das jetzt etwas unkonventionell:):

Zitat:
Du kanalisiert Deinen Frust auf die ARGE, auf diese KM und auf dieses Kind. Frustriert bist Du, weil Du merkst, das mit dem Wegfall des Erziehungsgeldes Eure Welt zusammenbrechen wird. Und diese Welt ist auf Sand gebaut. Vollfinanzierte Häuser sind meist nur für die Berater ein gutes Geschäft, die gleich für mehrere Verträge Provisonen kassieren. Ganz besonders dreist ist es meist dann, wenn Verkäufer und Finanzierer identisch sind, das sind meist auch die Wertgutachten falsch.

Ich habe weniger Frust, als vielmehr Angst um die Arbeit, die wir uns in den letzten fünf Jahren gemacht haben. Ich kann hier im Forum nicht haarklein erzählen, womit wir uns in dieser Zeit beschäftigen mußten - das würde einfach den Rahmen sprengen und hat mit der KM oder gar dem Kind gar nichts zu tun.

Das Haus ist nicht "irgendein Einfamilien-Bauernhaus kurz vor dem Abriss" und völlig unvorbereitet gekauft. Das ganze hat Hand und Fuß und vorallem: Einen Sinn: Bei dem Haus handelt es sich um eine ehemalige Gaststätte. Wir sind fast fertig mit der Sanierung (und haben dafür ein Vermögen reinstecken müssen) und aktuell bin ich dabei, die Gaststättenkonzession neu zu beantragen. Von Anfang an war klar: Wir haben mit der Sanierung Zeit, bis das Erziehungsgeld ausläuft, danach muß die Gasstätte offen sein um den Geldverlust ausgleichen zu können. Mein Mann und ich kommen ursprünglich beide aus der Branche und wissen, was nötig ist, um das Geschäft zum laufen zu bringen. Die Rahmenbedingungen stimmen und der Zeitpunkt könnte nicht besser sein. Und ganz nebenbei: das mit der Gaststätte ziehe ich nicht mit meinen Mann alleine durch - da hängt meine ganze Familie mit drin....

Sollte das Projekt wider erwarten dennoch nicht funktionieren, wäre es finanziell kein Schaden, denn durch die Sanierung hat das Haus eine Wertsteigerung erfahren, die weit über die Finanzierungssumme hinausgeht. Müssten wir verkaufen, würden wir nicht auf einen Schuldenberg sitzen bleiben, wie so viele andere.

Verkäufer und Finanzierer sind übrigens nicht identisch - das eine ist die Gemeinde, das andere meine Hausbank am ehemaligen Wohnort.

Mit der KM oder gar dem Kind haben wir so gar kein Problem. Ärgerlich finde ich nur, daß wir der KM angeboten haben, bei der ganzen Sache mitzumachen und sie abgelehnt hat, weil sie lieber einen Bürojob haben möchte und auf keinen fall mehr in die Hotelbranche geht.... Diese Einstellung finde ich in ihrer Lage einfach unmöglich - das weiß sie aber, denn wir kennen uns sehr lange und nehmen vor einander kein Blatt vor den Mund (nicht im bösen Sinn).

Das Haus und die Gaststätte ist kein "Statussymbol" - es geht vielmehr darum, für unser Alter und für unsere Kinder einen ordentlichen Grundstein zu legen - für alle Kinder! Denn wenn mein Mann und ich mal nicht mehr sind, hat auch seine nicht-eheliche Tochter ein Erbrecht und profitiert letzen Endes von unseren heutigen Bemühungen. Unser Haus ist nicht auf Jahrzehnte finanziert, sondern nur auf 10 Jahre.

Zitat:
Dann dieser Arbeitsweg. 65km einfach kosten sowohl nach Unterhaltsleitlinien als auch nach meiner Erfahrung 520€ im Monat (das ist mehr als nur der Sprit). Wenn man für 200€ Gehaltserhöung 350€ Kosten produziert geht die Rechnung nicht auf. Auch dafür kann das Kind nichts.

Das mit dem Arbeitsweg ist so auch ganz anders: Mein Mann wurde in der alten Firma gekündigt  (als wir das haus schon hatten!) und musste schnell etwas neues finden. Der alte Arbeitgeber war auch 55 Km weit von unserem jetzigen Wohnort weg - aber da hatte mein Mann 200 € weniger Geld zur Verfügung. Die 10 km mehr Fahrtweg sind im Verhältnis zu dem, was er jetzt verdient, kein Beinbruch. In der alten Wohnung hatte er nur 20 km Arbeitsweg, von daher die Sache mit der Verdreifachung der Wegstrecke. Beim Kauf des Hauses war aber klar, daß auf Dauer durch die Gaststätte das alles wegfallen soll.

Zitat:
Und auf der Suche nach Lösungen setzt Du Dich zwar mit der Frage auseinander, ob Deinem Mann noch ein Nebenjob obendrauf gepackt werden könnte, aber auf die Idee, selbst mitzuverdienen kommst Du aber nicht. Passt nicht in den Lebenstraum. Der ist aber längst geplatzt.

Jetzt wirst du aber ein bißchen gemein, denn du kennst doch die Hintergründe gar nicht. Ich bin vor den Schwangerschaften arbeiten gegangen und ich habe nicht vor, mein lebenlang das Heimchen am Herd zu spielen - das ist überhaupt nicht meine Welt! Ich will auch nicht, daß mein Mann noch mehr arbeitet - das hast du völlig falsch verstanden. Ich habe angst davor, daß er von Amtswegen her dazu verpflichtet werden könnte, noch einen Job anzunehmen! Ich selbst käme nie auf die Idee, meinen Mann dazu zuverdonnern, noch mehr zu arbeiten, als er ohnehin schon tut (oder was glaubst du, wer das Haus saniert hat?).
In den Kindergarten kann ich meine Kinder erst nächstes Jahr im September stecken - dieses Jahr war nicht möglich. Wir leben hier in einem kleinem Dorf in der äußersten Pampa - da gibt es nur einen Kindergarten. Also bleibt mir gar nichts anderes übrig als entweder abzuwarten, bis die Kids in den Kindergarten können oder vorher schon die Gaststätte eröffnen. Das klingt jetzt vielleicht ein bißchen einfältig, aber die Lebensumstände hier sind für arbeitssuchende Mütter wirklich nicht rosig.


@midnightwish

Zitat:
Das verstehe ich nicht so ganz, denn die KM ist nicht zu Barunterhalt verpflichtet, solange sie Betreuung leistet.

Wenn ich jetzt mal unverbindlich in die DDT schaue würde bei dem Einkommen evtl. ein KU von 214 und nicht 202 € fällig sein.


Aus dem Schreiben von der ARGE verstehe ich das so, daß der Bedarf für das Kind auf beide Eltern zur Hälfte aufgeteilt ist und die KM "ihre Hälfte" aufgrund des Antrages auf Sozialhilfe eben nicht erfüllen kann. Im Prinzip ist es mir egal, ob wir jetzt 200 oder 250 € zahlen. Das hatten wir vorher nämlich schon, weil wir ein dreiviertel Jahr Unterhaltsvorschuß nachzahlen mussten (Dauerte solange, bis die Vaterschaft geklärt war). Ich habe nur angst, daß die ARGE uns verpflichten könnte, das Haus zu verkaufen, damit wir mehr zahlen können (für den Fall, daß bei der Berechnung rauskommt, daß mein Mein nicht mehr als den Regelsatz bezahlen muß). Um nichts anderes geht es mir.


Zitat:
Dafür habe ich dann kein Verständnis. Dein Mann war damals schon für 3 Kinder verantwortlich, Ihr könnt das Haus nur mit Mühe und Not unterhalten und ihr habt in Kauf genommen, das sich der Weg zur Arbeit enorm steigert. Sorry, aber das muß man sich halt vorher überlegen. Man kann sich nur leisten, was man sich leisten kann und das muß einem vorher klar sein. Ihr könnt froh sein, das die ARGE nicht versucht BU für die KM zu bekommen (nach der Reform wäre das theoretisch wohl auch möglich)

Zur Not wirst du wohl darüber nachdenken müssen aucharbeiten zu gehen und dir nicht das Recht herausnehmen das du der KM des anderen Kindes verwehren möchtest.


Stellungnahme: siehe oben.


Die Idee, selbst Anträge zu stellen, hatten wir auch schon. Dummerweise ist unser Haus ein "Sonderobjekt" und fällt durch alle Auswahlkriterien durch. Nicht mal für die Modernisierung (neue Heizung, etc.) haben wir Geld beantragen können. Wir stemmen hier wirklich alles allein - und eigentlich finde ich, daß wir darauf dann auch stolz sein können und es klar ist, daß es mich ärgert, wenn ich angst haben muß, daß all die Arbeit in den letzten Jahren womöglich umsonst war und wir wegen ein paar Euro Unterhalt alles aufgeben müssen, wofür wir uns so abgerackert haben.

LG Galoppi
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« Antwort #5 am: 04. August 2008, 11:45:08 »

Hm Galoppi,

noch eine Anmerkung:

Dasmit der Gaststätte ist ja schön und gut, aber was wenn sie nicht so gut läuft? Bzw. wenn es länger dauert bis sie genug abwirft? Gerade derzeit, wo jeder sparen muß, die Energiekosten immer mehr steigen, dürfte alles andere als ein Luxuslokal zum Scheitern verurteilt sein.

Euch ist klar das dein Mann seinen jetztigen Job nicht so einfach aufgeben darf? Er müßte auch dann weiterhin den bisherigen KU zahlen, ob er das dann kann oder nicht wird dann niemanden interessieren.

Zitat
es geht vielmehr darum, für unser Alter und für unsere Kinder einen ordentlichen Grundstein zu legen - für alle Kinder! Denn wenn mein Mann und ich mal nicht mehr sind, hat auch seine nicht-eheliche Tochter ein Erbrecht und profitiert letzen Endes von unseren heutigen Bemühungen

Das ihr eine Altervorsorge aufbauen wollt ist verständlich, aber behauptet nicht das es im Namen und zum Vorteil der Kinder ist. Das ist nämlich ein Trugschluß. Zum einen, weil es sein kann, das keines der Kinder auf dem Kuhkaff leben will, zum anderen weil euer Haus verwertet werden wird, falls ihr mal Pflegebedürftig seid und eure Rente dazu nicht ausreicht. Der andere Punkt: Wenn ihr baden geht, dann hilft es euren Kindern nicht, wenn ihr ihnen dann sagt: wir wollten das für eure Zukunft. Davon werden sie dann nämlich nicht satt.

Ich kann verstehen, das ihr einen Traum verwirklichen wollt. Nur wenn man Kinder hat, dann kann man das nur mit einer soliden Basis und die habt ihr anscheinend nicht, wenn ihr derzeit mit Ach und Krach das Haus halten könnt.

Die Angaben werdet ihr wohl amchen müsen und dann abwarten was passiert.

Tina

P.S.: Wie steht es denn mit einem Existenzgründerdarlehen? Gibt es sowas noch? Oder eine Förderung in dieser Richtung?
« Letzte Änderung: 04. August 2008, 11:52:21 von midnightwish » Gespeichert

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« Antwort #6 am: 04. August 2008, 18:07:50 »

Hallo Tina:

Existenzgründerdarlehen bekommen wir nicht, weil die Gastronomie nicht gefördert wird (und seit dem Nichtraucherschutzgesetz sowieso nicht mehr).

Was das laufen betrifft: Die läuft auf jeden fall, wenn man nicht gerade zu doof zum kochen ist und einen anständigen Service hat. Was wir jeden Tag an Anfragen haben, ob man hier essen gehen kann, ist nicht mehr feierlich (Biergarten mit 1800qm Grund....). Und mal abgesehen davon: Wenn ich nicht davon überzeugt wäre, das es funktioniert, dann bräuchte ich damit gar nicht erst anfangen. Die Risiken sind kalkulierbar - mein Schwager ist "Hausmann" und kocht. Mein Mann gibt seine Arbeitsstelle nicht gleich auf, sondern erst dann, wenn wirklich genug abfällt. Das ganze ist also wirklich von vorn bis hinten durchgeplant, kalkuliert und gut überlegt worden - von insgesamt acht mann, die da mitdrinstrecken. Zerbrecht euch also darüber nicht den Kopf, sondern kommt einfach vorbei, wenn wir geöffnet haben *lach*.

Das mit den Kindern: Es ist auf jedenfall ein Grundstock für die Kinder, denn egal, ob sie das Geschäft einmal weiterführen wollen oder nicht, das Kapital, welches wir hier aufbauen, können sie für ihre Zukunft einmal verwenden. Eine Rente werden wir wohl nicht bekommen, wer daran glaubt, lügt sich in die eigene Tasche. In der heutigen Gesellschaft muß man selbst schauen, daß man für das Alter genug auf der hohen Kante hat. Und mal ganz abgesehen davon: Ich weiß, daß in der heutigen Welt kaum Platz für Familiensinn ist - aber ich bzw. meine Familie sind die "große Ausnahme" und ich werde meine Seele dafür verkaufen um meinen Kindern genau das zu vermitteln, was in unsere Familie das Wort "Familie" eben bedeutet: Eine starke Gemeinschaft. Viele können damit nichts anfangen, ich weiß. Und oft werden wir auch belächelt, wenn es um das Thema Familiensinn und Familienwerte geht. Aber in 50 Jahren wird sich raustellen, daß wir mit unserer Philosophie richtig gelegen haben. Man kann unsere Art, zu leben ein bißchen mit den Italienern vergleichen. Meine Eltern haben in den letzten 30 Jahren ausschließlich für ihre Kinder gelebt. Ihre Verantwortung und Fürsorge für uns Kinder hat mit unserer Volljährigkeit nicht geendet, im Gegenteil. Erst seit ich selbst Kinder habe, kann ich vieles, was meine Eltern getan haben erst wirklich nachvollziehen und auch honorieren.

Um euch das vielleicht ein bißchen verständlicher zu machen, hier mal ein kleines Beispiel: Mein Opa hat ein Familienwappen gegründet (eingetragen beim deutschen Wappenherold, etc, etc.). Das Wappen hat nichts mit "von" oder "zu" zutun. Aber es zeigt nach außenhin die Zusammengehörigkeit und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Sowohl mein Mann als auch mein Schwager haben bei der Hochzeit unseren Familiennamen angenommen, weil das meiner Schwester und mir soviel bedeutet (wer den Namen nicht trägt, ist auch nicht berechtigt das Wappen zu führen).


Sooo, aber jetzt bin ich ganz schön abgeschweift vom eigentlichen Kern. Wichtig ist für mich eigentlich nur eines:

Kann man uns zwingen, daß Haus zu verkaufen, solange wir brav den errechneten Unterhalt zahlen? Wenn ich auf diese eine Frage noch eine konkrete Antwort bekommen könnte, wäre ich sehr froh.

LG Galoppi
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« Antwort #7 am: 04. August 2008, 18:17:23 »

Kann man uns zwingen, daß Haus zu verkaufen, solange wir brav den errechneten Unterhalt zahlen? Wenn ich auf diese eine Frage noch eine konkrete Antwort bekommen könnte, wäre ich sehr froh.

LG Galoppi

Nein kann man nicht. Allerdings, wenn dein Mann das nicht mehr kann würde gepfändet werden und wenn dann nichts zu holen ist könnte natürlich eine Zwangsversteigerung verscuht werden.

Tina
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« Antwort #8 am: 04. August 2008, 18:38:57 »

Danke schön, das läßt mich wenigstens die Sache etwas beruhigter sehen.

Leider fallen mir prompt noch ein paar Fragen ein - ich hoffe, ich gehe hier niemanden langsam auf die Nerven:

Wird Kindergeld und Erziehungsgeld als Einkommen zur Berechnung des Unterhalts mit heran gezogen oder bleiben diese beiden Posten außen vor?


Die Kinder sind alle drei gleichgestellt, soweit ich das mit der Ranggikeit verstanden habe. Wie sieht es mit mir als Ehefrau aus? Ich komme an zweiter Stelle nach den Kindern, wenn ich mich recht erinnere, oder?


Ich muß mich jetzt nochmal hinter das Rechenbeispiel klemmen, denn wenn ich die Finanzen so ansehe - selbst, wenn ich gar nichts als Abzugsfähig angebe, so hat mein Mann gerade so genug Verdienst, um vier Leuten gegenüber seinen Unterhaltsplichten laut DDT nachzukommen *grübel*.

LG Galoppi
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« Antwort #9 am: 04. August 2008, 18:47:08 »

Du teilst dir mit der anderen Frau den 2. Rang völlig gleichberechtigt, da ihr beide Kinder von diesem Mann betreut

KG zählt nicht als Einkomemn, Erziehungesgeld nur, wenn es einen bestimmten Betrag übersteigt. Wobei es ja auf deiner Seite als Einkommen zählen würde und so evtl. deinen Anspruch gegen deinen Mann schmälert.
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Bonnie 2


« Antwort #10 am: 04. August 2008, 22:43:33 »

Hi

Kleiner Widerspruch. Da Galoppi Kinder unter drei Jahre zu betreuen hat müsste sie alleine im zweiten Rang stehen, die Ex kommt dann im 3. Rang

Gruss oldie
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Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
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« Antwort #11 am: 05. August 2008, 07:02:44 »

Stimmt Oldie,

das Kind ist ja nichtehelich und schon 5. Hatte ich glatt übersehen, wobei Ex ja eh keinen BU bekommt

LG Tina
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« Antwort #12 am: 05. August 2008, 13:14:10 »

Jetzt wirst du aber ein bißchen gemein, denn du kennst doch die Hintergründe gar nicht. Ich bin vor den Schwangerschaften arbeiten gegangen und ich habe nicht vor, mein lebenlang das Heimchen am Herd zu spielen - das ist überhaupt nicht meine Welt!

Ja klar sieht man hier immer nur einen Ausschnitt und ist dann nicht immer gerecht, und will Deinen Tatendrang auch nicht bremsen.

Aber gerade bei unternehmerischen Projekten ist natürlich ökonomischer Sachverstand und eine nüchterne Betrachtung mindestens genauso wichtig wie Enthusiasmus. Und da hast Du Zweifel geweckt, wenn Ihr Euer Leben offenbar ganz bewusst so gestaltet habt, dass einem Einkommen incl. Kindergeld von 2100€ Fixkosten von 1500€+520€+245€ = 2265€ gegenüberstehen (Wohnkosten+Fahrtkosten+KU der nächsten Alterstufe).

Es kann schlicht nicht funktionieren, mit oder ohne Kneipe, und ich würde den Gedanken an Sozialleistungen nicht so weit wegwerfen, auch wenn Ihr die Situation teilweise selbst so hergestellt habt. Aber selbst wenn ich nur die Fahrtkosten in die ALG-2 Rechnung einsetze und 500€ "Mietkosten", kommen immer noch 600-700€ ALG2-Anspruch raus. Das ist einfacher zu haben als sich in einer Kneipe kaputtzurackern und nicht zu wissen, ob überhaupt was bei rumkommt.

Gruss, Arndt
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