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vatersein.de - Forum 24. Mai 2012, 03:49:38 *
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Autor Thema: "Frauen"-Geschichte, an alle Väter - brauche Rat!!!  (Gelesen 1031 mal)
anja
Frischling

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2


« am: 27. Juni 2003, 11:22:11 »

Hallo an alle Väter,

ich bin sehr froh das ich diese Seite im Netz gefunden habe und möchte vorab ersteinmal sagen das ich es wirklich toll finde das es diese Seite gibt. Hier spürt man richtig "gemeinschaft" und das offene Ohr.

Zu meiner Situation.

Ich bin 7 Jahre mit meinem Mann verheiratet, ich habe mich im Januar von ihm getrennt und wir haben einen kleinen Sohn der im August 2 Jahre alt wird.

Leider ging unsere Trennung nicht so problemlos wie es bei einigen anderen wohl der Fall ist. Wir hatten damals ein gemeinsames Konto (ich war nur verfügungsberechtigt) und als ich mich trennte da hat er am gleichen abend die EC-Karte von mir verlangt und alles gesperrt. Ich bin zu meiner Mutter gezogen und hatte 3 Wochen lang keine Möglichkeit an mein Geld heranzukommen. Nach diesen 3 Wochen hat er mir dann 50 Euro vorbeigebracht mit der Bitte "Die hätt ich gern wieder"

Nun ja, hätte ich meine Mutter nicht gehabt hätte ich sofort zum Sozialamt gehen können, denn mein Sohn und ich hätten nichts zu essen kaufen können. Im laufe der ersten Trennungsphase war es grausam. Leider mußte ich sofort einen Anwalt einschalten, damit er nicht die Wohnung ausräumt und alles mitnimmt es war ganz schlimm. Ich habe in dieser Zeit sehr viel Verständnis versucht aufzubringen, denn ich glaube es war vielleicht verletzter Stolz das er so etwas macht. Leider ist im Januar auch meine Schwiegermutter verstorben und es war ein sehr harter Schlag für uns alle. Ich wollte meinem Ex beistehen und irgendwie helfen, doch leider kamen nur Worte wie: "Wenn Du auf der Beerdigung meiner Mutter erscheinst, werfe ich Dich mit hinterher ins Grab" oder "Du hast Deine Schuldigkeit getan indem Du nur 2 mal im Krankenhaus warst"

Es ist an psychischer Grausamkeit nicht mehr zu überbieten gewesen, denn ich habe sie sehr geliebt aber ich konnte nicht mehr ins Krankenhaus fahren weil sie so "schlecht" aussah und ich konnte den Anblick einfach nicht mehr ertragen. Manchmal mache ich mir noch heute deswegen Vorwürfe, obgleich ich meiner Meinung nach nur nach Gefühlen gehandelt habe, es war gut so, denn ich habe sie so in Erinnerung behalten wie ich sie kenne. In dieser Trauerzeit hat er leider oft nur davon geredet wieviele "Schulden" sie hinterlassen hat, das hat mich zudem sehr traurig gemacht.

Dann mußte der Unterhalt geregelt werden. Es wurde damals ein vorläufiger Betrag errechnet, bis eben alle Unterlagen vorliegen. Danach sollte ein neuer Betrag ausgerechnet werden. Nun ja, dies geschah dann auch und da ging es erst richtig los. Ich habe ihm angeboten das er uns davon dreiviertel zahlt, auf den Rest verzichte ich. Leider fand er dies immer noch zu hoch und suchte sich einen Anwalt, er wollte noch weniger zahlen. (Ich bin nebenher in der Datenerfassung tätig, saisonabhängig, habe ich ihm sogar angeboten, sobald ich Aufträge habe, werde ich komplett verzichten - leider hat er mit dem Gang zum Anwalt alles was an Grundlage da war irgendwie kaputt gemacht) Ich habe nun Klage einreichen lassen und hoffe das diese Geschichte bald geregelt ist.

Das finanzielle ist aber gar nicht so mein Problem, das größte Problem ist, ER WILL SEINEN SOHN NICHT SEHEN!!!!!

Unser Sohn ist wie ich schon schrieb 2 Jahre. Und er sitzt hier und ruft seinen Papa und weint. Es macht mich so unendlich traurig das er so gar kein Interesse an seinem Sohn hat.

Er hat mir eine Mail geschrieben in der dann stand, das er kein 14 Tage-Papa sein möchte, er hätte keine Zeit und ein neuer Lebensgefährte könnte ein viel besserer Papa sein als er. Er würde, wenn unser Sohn älter ist, ihm das erklären und er wäre sich sicher das er das dann verstehen würde *ich habe gekocht vor Wut*!!!!!!!!! Und bezüglich keine Zeit, er war täglich an der Ostsee zum surfen usw. aber er hat ja keine Zeit und kein Geld irgendetwas zu unternehmen (habe bevor ich Klage einreichen ließ oftmals auf Unterhalt verzichtet weil er meinte sich nichts zum Essen kaufen zu können, das Ende vom Lied war, er hat sich neu eingerichtet und ich hatte zu knapsen, da nur Kindergeld und Erziehungsgeld reinkam)

Ich habe dann die Initiative ergriffen, weil ich es einfach nicht mehr mit ansehen konnte. Ich habe Sohnemann eingepackt und bin zu meinem Ex gefahren (Ich wußte er hat Urlaub) habe geklingelt, und keiner öffnete (er war aber zu hause). Habe ihm eine SMS gesandt, das ich bezüglich der Umgangspflicht sofort zum Rechtsanwalt fahre, wenn er diese Angelegenheit nicht mit mir regelt.

Schwups, war er zuhause, "kannst vorbeikommen". Gut, ich bin dann mit Sohnemann wieder zu ihm hingefahren und der Kleine ist gleich freudestrahlend zu seinem Papi gelaufen.

Ich habe den Beiden ersteinmal Zeit gelassen zum Spielen und wollte natürlich anschließend ein Gespräch mit meinem Ex führen wie es weitergehen sollte. Er sagte mir dann nochmal das er das nicht könnte, er hat keine Zeit usw.

Ich sagte ihm "Guck in diese Kinderaugen und versuche Deinem Sohn persönlich zu sagen "ich will Dich nicht"" Ich weiß das ist eine Schocktherapie, vielleicht wars falsch ich weiß es nicht, ich wußte nur er hätte es nicht sagen können. Ich habe meinem Ex dann gesagt, sollte er mir innerhalb der nächsten 2 Tage keinen Termin nennen, werde ich meinen Rechtsanwalt informieren und notfalls eben versuchen alle rechtlichen Schritte auszuschöpfen damit Sohnemann zu seinem RECHT kommt.

Ich habe vergeblich 2 Tage gewartet und geduldig dann bei ihm angerufen, ihn gefragt ob er sich Gedanken gemacht hat. Nun ja, er wüßte nicht usw. ich sagte ihm "wenn Du mir jetzt keinen Termin nennst, rufe ich SOFORT beim Rechtsanwalt an und lasse alles nötige in die Wege leiten.

Schwupps, "nächstes Wochenende nehme ich ihn"

Nur mal zwischendurch zum Verständnis, ich möchte meinen Sohn nicht abschieben oder so, ich möchte das er auch seinen Papa um sich hat, denn er weint hier und ruft ihn täglich. Ihr könnt mir glauben, es viel mir sehr schwer ihn zu ihm zu bringen, ich bin auch noch 3 Stunden in dem Ort geblieben und hatte das Handy auf "bereitschaft" weil ich natürlich dasein wollte falls etwas ist. Aber das Handy blieb ruhig und es schien zu klappen.

Naja, ich hatte ihn dann eben an einem Samstag zu seinem Papa gebracht und vereinbart war, das er dort schläft. Wir hatten zuerst bedenken ob er vielleicht doch zu mir möchte und mich ruft usw. aber er genoss dieses Wochenende bei seinem Papa anscheinend in vollen Zügen. Die beiden haben sehr viel unternommen (enten füttern, pferde ansehen und boote angucken) jedenfalls hat der Kleine mir die ganze Woche über täglich alles nocheinmal "erzählt" "papa gag gag, papa hühü usw."

Nun sind die 14 Tage wieder vorbei und morgen fährt der Kleine wieder zu ihm. Ich hoffe er wird wieder so ein schönes Wochenende verbringen - ich freue mich sehr für den kleinen Sonnenschein, obwohl ich ihn soooooooo vermisse wenn er weg ist.

Ich habe meine Geschichte in der absoluten Kurzform geschrieben, es war so viel passiert und es wird sicher noch sehr viel passieren. Ich hoffe ich kann mich dann mit Problemen auch an dieses Forum wenden, obwohl ich "Mutter" bin und nicht "Vater"!?!

Warum ist es nur so schwer eine Einigung zu treffen? Mache ich irgendetwas falsch? Warum reagiert "Mann" so? Wird es irgendwann besser? Es ist ja nun noch alles recht "frisch" aber kann ich mehr machen als auf Unterhalt zu verzichten, ihm seinen Sohn zu geben so oft er möchte? (Wenn ich unseren Sohn zu ihm bringe dann packe ich alles mit ein (Essen trinken Süssigkeiten usw. er sagt er könne sich das nicht leisten, deshalb fahre ja auch ich die 13 km pro tour) aber ich weiß er verdient genug und "vollen" unterhalt zahlt er ja auch nicht. Manchmal ist das alles ein bischen viel, aber ich versuche immer noch mehr Geduld zu haben, denn wenn´s zwischen uns kracht, dann will er seinen Sohn nicht mehr sehen, das weiß ich genau. Nur, wie kann ich ihm begreiflich machen, das der Umgang mit seinem Kind, nichts mit den anderen Dingen zu tun hat, das alles irgendwie "seperat" behandelt werden muß???

Ich gebe die Hoffnung nicht auf und hoffe das Wochenende klappt gut. Ich hoffe auch das irgendwann die ganzen Streitigkeiten vorbei sind und wir uns vielleicht mal freundschaftlich die Hände reichen können. Ich hoffe natürlich auch Anregungen und Tips aus diesem Forum zu bekommen, denn wenn ich vielleicht irgendwie etwas falsch mache (Männer/Väter können dies sicher besser beurteilen) so kann ich vielleicht eine andere Richtung einschlagen.

Ich danke euch fürs zuhören

Liebe Grüße an euch alle und ein schönes Wochenende!!!!


Anja
Gespeichert
Giesser
Gast
« Antwort #1 am: 27. Juni 2003, 22:59:20 »

Hallo Anja,

erst mal willkommen bei uns!

Klingt ja nicht gerade schön, ich verstehe den Vater nicht. Wie kann man sein(e) Kid(s) nicht sehen wollen - käm mir nie in den Sinn.

Es ist schade, dass das bei Dir/euch nur mit der Brechstange zu gehen scheint. Ich wünsche Dir sehr, dass Dein Ex sich seines Sohnes (hoffentlich bald) freiwillig annimmt und sich kümmert, wie er es verdient hat.

Raten kann ich Dir leider nicht, aber ich glaube, dass mal ein Gang zum Sozialamt hilfreich sein könnte. Vielleicht findet sich dort jemand, der dem Ex mal ins Gewissen redet, ohne dass Du immer mit Anwalt und so drohen musst.

Leider ist nicht klar geworden, was der Anlass zur Trennung war. Ich kann mir nur vorstellen - Du selbst hast es schon vermutet -, dass Dien Ex in einem sehr großen Maße verletzt ist und möglicherweise von daher eine "Sperre" hat, sich evt. auch "revangieren" will. Alle Männer sind verschieden, klar, aber verletzlich, dass sind sie alle (ich weiss, wovon ich rede).

Hab Vertrauen und sei zuversichtlich, dass sein Schmerz nachlässt und er erkennt, dass sein Sohn auch für ihn wichtig ist. Es wäre zu schade, wenn er das "Großwerden" nicht mitbekommt, diese Zeit kommt niemals wieder und geht zu schnell vorbei!

Im Grunde wird er den Kontakt wollen, davon bin ich fest überzeugt - nur - er weiss es noch nicht! Anders lässt sich doch kaum erklären, dass das WE mit seinem Sohn ohne Hilferuf nach Dir offenbar gut funktionierte. Gib ihm Zeit, aber sei bestimmt.

Ich finde, Du machst das ganz richtig!

Wir sehen uns sicher nochmal hier im Chat?

Liebe Grüße und "Kopf hoch"


Torsten
Gespeichert
DeepThought
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Administrator
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 12.054



WWW
« Antwort #2 am: 28. Juni 2003, 21:46:20 »

Liebe Anja,

sei zunächst herzlichst aufgenommen auf vatersein.de

Weißt Du, beim Lesen Deiner Geschichte konnte ich spüren, wie sehr Du mit ehrlichen Gefühlen Deinem Sohn den Vater erhalten willst. Und wie dieser, ähem, Herr damit umgeht, verstimmt mit gelinde gesagt etwas.

Eure Trennung ist eigentlich nicht mehr ganz so frisch und viele Dinge konntest Du regeln, wenn gleich der Aufwand dafür auf Deiner Seite schon enorm ist. Die meisten Trennungsfrauen geben ihrem Anwalt heute nur noch eine Wunschliste und der macht dann. Es ist schön zu erleben, es gibt auch andere Frauen.

Dir zu etwas zu raten ist natürlich knifflig. Beginnen möchte ich zunächst mit einer Frage, die vielleicht 'dreist' ist, aber, wenn Du magst, Du sie nur Dir ganz allein versuchst zu beantworten: Kann es sein, dass Du schon zu Ehezeiten immer Deinem Mann in allen Belange nachranntest, er Dein jetziges Verhalten also kennt und darauf bauen kann?   Ich kann mir auch vorstellen, Dein Ex hat Angst, es allein nicht zu packen. Wenn es Deinem Sohn hilft, dann baue dieses Vertrauen beim Vater auf. Vielleicht rührt es auch sein Herz, wenn Du ihn nach einer Woche einfach nur anrufst und ihm sagst, das EUER Sohn (betone das ruhig) noch heute vom Wochenende erzählt. Da Telefonate zwischen Papa und Sohn altersbedingt schwer möglich sind, bitte ich Dich, das Sprachrohr Deines Sohne für die Zeit zwsichen den Umgangswochenenden zu sein. Irgendwann telefonieren die beiden dann ja auch. Wenn Du dieses für Deinen Sohn schaffst, und daran glaube ich ganz fest, dann gewinnt Dein Sohn .

Ungeachtet dessen solltest Du zügig beim zuständigen Jugendamt einen gemeinsamen Termin machen, um den Umgang verbindlich zu regeln. Dort wird ihm auch klar gesagt werden, dass Kinder ein Recht auf Umgang haben und er die Pflicht dazu.

Wegen Deiner Schwiegermutter möchte ich Dich bitten, Dich von Selbstvorwürfen zu befreien. Ich habe da für mich folgende Philosophie entwickelt: Heute bin so weit entwickelt, wie ich heute bin, und gestern war ich so weit, wie ich es gestern war. Gestern habe ich Entscheidungen getroffen, weil ich gestern halt so war und gerstern das Wissen von gestern hatte. Heute denke ich vielleicht anders darüber, aber heute ist heute und nicht gestern. Vorwürfe zu meinen Entscheidungen kann ich mir nur machen, wenn ich es zum Zeitpunkt der Entscheidung besser wußte und mich gegen mein besseres Wissen entschieden habe. Vielleicht hilft Dir dies ein wenig.

Ich wünsche Dir und Deinen Sohn ganz ganz viel Kraft und Zuversicht.

Liebe Grüße

DeepThought
Gespeichert


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06 als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Leines_fun
Gast
« Antwort #3 am: 29. Juni 2003, 23:01:49 »

Hallo Anja,
ich finde es toll wie Du versucht einem Vater seinem Sohn nahzubringen. Denn meine Meinung ist auch das ein Kind beide Eltern braucht und auch mit beiden Eltern groß werden soll. Einen Rat kann ich Dir leider dazu auch nicht geben. Aber ich denke auch so wie Du die Sache angehst wirst Du die richtige Entscheidung treffen und auch den richtigen Weg gehen.
Es ist richtig wie Deep schreibt, daß das Jugendamt hier beraten wird. Aber es könnte auch sein das Dein Ex-Mann darauf nicht besonders gut reagiert. Hier könnte es vieleicht besser sein eine Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder aufzusuchen, zumindest tritt so keine Amt in Erscheinung was mache doch immer etwas abschrecken.Vieleicht ist das ein richtiger Weg. Und ich denke auch hier wird Euch dreien bestimmt geholfen.
Und das es nicht so wie bei mir geht denn ich bin einer von den Vätern die leider ihre Kinder nicht sehen drüfen obwohl sie sich um ihre Kinder kümmern möchten. Das finde ich schade.
Gruß Leines_fun
Gespeichert
ROH
Schon was gesagt
*
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 7


« Antwort #4 am: 05. August 2003, 20:44:16 »

Versuchs übers JA auf freiwilliger Basis habe gute Erfahrung damit gemacht du hast das Recht  auf kostenlose Beratung das ganze ist nur davon abhängig wie gut der oder die sind.
Ich bin alleinerziehender Vater mit einem Sohn der andere lebt  bei der mutter wenn ich meine Geschicht erzählen müsste könnte ich mehrere seiten füllen.würde mich freuen vom weites darüber zu hören. mein meinung darüber der spinnt aber wenn er so weitermacht hat er einen sorgerechtsstreit am Hals der kostet Geld das er bezahlt las von deinem Anwalt ausrechnen was dir an Unterhalt zusteht und dannn verhandelt und las dich nicht übers ohr ziehen.
Gespeichert
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