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vatersein.de - Forum 23. Mai 2012, 21:45:36 *
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Autor Thema: NRW: Veranstaltung zum Cochemer Modell  (Gelesen 1572 mal)
DeepThought
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« am: 05. September 2007, 09:51:25 »

>Jeder darf teilnehmen.<


***edit: Link korrigiert
« Letzte Änderung: 05. September 2007, 15:40:58 von brille007 » Gespeichert


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06 als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
AndreaDD
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« Antwort #1 am: 05. September 2007, 10:14:01 »

Wir wollen hin. Geht jemand mit?

Liebe Grüße
Andrea
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Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
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Vater von 3 Kiddies


« Antwort #2 am: 05. September 2007, 10:28:34 »

Hallo!
Kann es sein, dass bei dem Link oben nur bei mir nix kommt? Oder sitze ich mal wieder auf dem Schlauch voller Leitungen?

Grüße *nichtaufgeber*
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« Antwort #3 am: 05. September 2007, 10:35:47 »

18.00 Uhr Begrüßung
“Wenn Paare sich trennen, bleiben sie Eltern -
Neue Wege für Trennungs- und
Scheidungskinder.”
Christian Lindner MdL
Kinder- und familienpolitischer Sprecher
Stellv. Vorsitzender der
FDP-Landtagsfraktion NRW
Vertreter des Arbeitskreises ‘Trennung und
Scheidung’, Cochem-Zell:
“Schlachtfeld auseinanderdriftende Familien”
Ursula Kodjoe
Familienpsychologische Sachverständige
und Familientherapeutin, Freiburg
“Die Rolle des Jugendamtes in
der Vernetzung der Professionen”
Barbara Petri
Jugendamt Cochem
“Der Part der Rechtsanwälte im
Familienkonflikt”
Bernhard Theisen
Fachanwalt für Familienrecht, Cochem
“Neue Möglichkeiten der Konfliktintervention
im familiengerichtlichen Verfahren”
Jürgen Rudolph
Familienrichter Amtsgericht Cochem
Publikumsoffene Diskussion
21.00 Uhr Schlusswort
Wenn Eltern sich trennen, sind Kinder oft die
Leidtragenden. Das gilt insbesondere dann, wenn
sie im Trennungs- und Scheidungsprozess von
einem Elternteil instrumentalisiert werden.
Dass die Auflösung einer Ehe auch ohne
‘schmutziges Wäschewaschen’ vor Gericht geht,
zeigt der Arbeitskreis ‘Trennung und Scheidung’
im Landkreis Cochem-Zell. Dort wird - im Sinne
des Kindes - eine neue Zusammenarbeit der
verschiedenen am Scheidungsprozess beteiligten
Professionen praktiziert: Alle Akteure, also Mutter
und Vater, Familienanwälte und -richter sowie
Vertreter des Jugendamtes und Sachverständige,
arbeiten gemeinsam an einer friedlichen - und
vor allem schnellen - Einigung beim Sorge- und
Umgangsrecht. Das ‘Cochemer Modell’ will
streitige Entscheidungen vermeiden und die
elterliche Verantwortung für eine am Kindeswohl
orientierte Lösung stärken.
Gemeinsam mit Ihnen möchten wir die ‘Cochemer
Praxis’ mit ihren Vor- und Nachteilen diskutieren.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Programm
FDP
Das ‘Cochemer Modell’ -
wegweisend für
Nordrhein-Westfalen?
Christian Lindner MdL
Stellv. Fraktionsvorsitzender
Kinder- und familienpolitischer Sprecher
FDP-Landtagsfraktion NRW
Einladung Cochemer Modell_August 07.qxp 21.08.2007 10:00 Seite 1
EINLADUNG
Das ‘Cochemer Modell’ -
wegweisend für
Nordrhein-Westfalen?
Perspektiven für Trennungsund
Scheidungskinder
FORUM
Montag, 10. September 2007,
18.00 Uhr im Landtag
Nordrhein-Westfalen
FDP
Organisation, Anmeldung
und Rückfragen:
Christian Lindner MdL
Ute Wanschura
Telefon: 0211/ 8 84 42 72
Telefax: 0211/ 8 84 36 33
E-Mail: ute.wanschura@landtag.nrw.de
Wir bitten aus organisatorischen Gründen bis
zum 6. September 2007 um Rückantwort auf
beigefügter Antwortkarte, per Fax oder E-Mail.
Bitte bringen Sie die Einladung
und Ihren Personalausweis mit,
damit Sie den Eingang ungehindert
passieren können.
Anreise mit dem Auto:
Düsseldorf Zentrum, Düsseld.-Bilk/Hafen, dann
der Beschilderung Landtag/Rheinturm folgen.
Parkplätze stehen in begrenztem Umfang in
der Tiefgarage des Landtags zur Verfügung.
Anreise mit ÖPNV:
Ab Düsseldorfer Hbf mit den Straßenbahnlinien
704, 709 oder 719 bis zur Haltestelle
Landtag/Kniebrücke.


So konnte ich das jetzt kopieren. Ich hoffe, das hilft dir weiter.

LG
Andrea
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Vater von 3 Kiddies


« Antwort #4 am: 05. September 2007, 10:38:30 »

Hallo!
Vielen lieben Dank!
Grüße *nichtaufgeber*
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« Antwort #5 am: 05. September 2007, 11:43:29 »

Ich hatte schon die Bestätigungs-Mail in der Post. Das geht ruck-zuck. :-)

LG
Andrea
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« Antwort #6 am: 05. September 2007, 13:21:55 »

komme mit dem o.g. link auch nicht weiter,

allerdings habe ich noch einen anderen link gefunden;

http://www.liberale-frauen-muensterland.de/termine-anzeigen.php?id=83

gruß leines,

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Leines
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« Antwort #7 am: 05. September 2007, 13:34:06 »

hallo,

habe mich grade angemeldet;

würde gern eine fahrgemeinschaft bilden, wer möchte ab aschaffenbrug, bitte per pn bei mir melden.

gruß leines
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« Antwort #8 am: 05. September 2007, 14:42:57 »



Hallo Ihr Lieben,

habe mich auch gerade angemeldet.
Wäre doch ganz gut, wenn wir hier aus dem Forum uns dort treffen, oder?

LG
Tina
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Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
AndreaDD
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« Antwort #9 am: 05. September 2007, 16:42:53 »

Hallo zusammen,

hier habe ich noch einen Link für euch.

http://www.ak-cochem.de/images/stories/dokumente/fuchsle_studie.pdf

Studie zur Cochemer Praxis   
Geschrieben von Frau Prof.Dr. Traudl Füchsle-Voigt     
Verordnete Kooperation im Familienkonflikt als Prozess der Einstellungsänderung: Theoretische Überlegungen und praktische Umsetzung ... 


Auf diese Studie zur Cochemer Praxis bezieht sich Richter Rudolph in seinem Buch.

Liebe Grüße
Andrea
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« Antwort #10 am: 05. September 2007, 19:21:06 »

Hallo,

Zitat
Wäre doch ganz gut, wenn wir hier aus dem Forum uns dort treffen, oder?

LG
Tina

gute idee tina, da ich mich nicht unbedingt in düsseldorf auskenne, wäre es schön wenn ihr mir bei der parkplatzsuche helfen könnt;

gruß leines
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« Antwort #11 am: 05. September 2007, 19:26:31 »

Hallo Leines,

ich weiß ja nicht, wie spät du anreisen möchtest. Es gäbe da die Möglichkeit, du parkst bei uns und wir fahren zusammen mit der Straßenbahn hin.

Liebe Grüße
Andrea
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« Antwort #12 am: 05. September 2007, 19:33:26 »

hallo andrea,

ich denke das ist ein guter einfall, habe dir eine pn zukommen lassen;

gruß leines
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« Antwort #13 am: 06. September 2007, 07:55:35 »

Ich schieb nochmal nach oben. Anmeldeschluss ist heute. 

Liebe Grüße
Andrea
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« Antwort #14 am: 06. September 2007, 18:15:21 »




Hallo zusammen,

schade, ich habe gedacht, es tummeln sich noch ein paar Leutchen zusammen. Gehen wir also zu viert

@Andrea

Ich melde mich morgen noch einmal bei dir, dann weiss ich wann der Bus fährt . Dann können wir verabreden, wann wir uns wo treffen.

LG
Tina
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« Antwort #15 am: 10. September 2007, 22:56:10 »



Hallo liebe Foris,

die Veranstaltung war sehr interessant und aufschlußreich.

Es ist schon etwas anderes die Praktizierenden des Cochemer Modells vor sich zu sehen und reden zu hören.

Ich muss das alles erst sacken lassen. Manchmal kam ich mir vor, als würden die da vorne von einer anderen Welt berichten. Mir fast schleierhaft, wieso das Cochemer Modell noch immer ein " Einzelmodell" ist. Wahrscheinlich deshalb konnte ich mir während der gesamten Veranstaltung nciht vorstellen, daß dies z.B. hier in Düsseldorf einmal praktikabel sein könnte.

So viele Fliegen, wie mit dem Cochemer Modell auf einen Schlag erschlagen werden könnten, kommt bei mir fast wie ein Wunschdenken an.

So, morgen mehr.

Sicher werden Andrea, Andreas und Leines auch noch etwas schreiben. Dann können wir hier ja noch ein bischen fachsimpeln.

LG
und gute Nacht
Tina

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« Antwort #16 am: 10. September 2007, 23:14:24 »

Hallo zusammen,

ich war fast erschlagen von soviel Fachwissen auf Seiten von Jugendamt, Gutachter, Rechtsanwalt und Richter, dass ich fast geneigt bin, den anderen, die wir so kennen, Mutwilligkeit zu unterstellen. Sie können alles sehen, wenn sie nur wollen und auch entsprechend handeln. Der Anwalt hat auch angemerkt, dass Eltern, die sich in Verbänden etc. organisieren in ihrer Ohnmacht im alten System quasi ein "Q" für Querulant auf die Stirn tätowiert haben.

Ich fand es auch überzeugend, dass in diesem Zusammenspiel der Professionen das Jugendamt absolut einen Zweck erfüllt, bedingt durch die sofortigen Beratungsgespräche für Trennungseltern, sobald ein Scheidungsansinnen bekannt wird. 90 % nehmen diese Beratungsgespräche auf freiwilliger Basis an. Die Dame vom Jugendamt äußerte sich selbst überrascht, dass die Quote so hoch ist.

Aber wie Richter Rudolf auch so treffend sagte: für unsere Fälle wird man das wohl nicht mehr schaffen in NRW. Vielleicht ist das aber ein Hoffnungsschimmer für unsere Söhne und Töchter, dass sie diese unhaltbaren Zustände wie wir nicht mehr erleben müssen.

Es war aber auch offensichtlich, dass die Redner einem Großteil der Zuhörer aus der Seele sprachen. Ich fand das Konzept auch überzeugend.

Liebe Grüße
Andrea
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« Antwort #17 am: 11. September 2007, 12:19:42 »

Hallo zusammen,

ich schließe mich den Postings der Vorschreiberinen an, es war wirklich ein interessanter Abend, aus dem man wirklich klar sehen und hören konnte es geht auch anders, wenn es entsprechend umgesetzt wird. Vorallem das wirklich alle Beteiligten Seitens JA, Beratungsstellen, Gutacher, AW und Richter zusammen arbeiten, kooperieren und wirklich schnell Handeln.  Damit es erst gar nicht ein Schlachtfeld aufgebaut werden kann. In dem es sowieso nur Verlierer geben wird.

Was mich und auch sehr viele andere Beeindruckte war wohl auch die offenheit des Richters und auch des Anwaltes, die beide klär die Mängel auszeigten und auch gegenüber einigen Ihrer Kollegen kein Blatt vor dem Mund Nahmen.

Auch waren eineige dabei die ansatzweise versucht haben das Modell anzuzweifeln, aber ich denke man kann alles anzweifeln, und ihr geht es nicht um eine Sache sonderen um unsere Kinder. Und da dieses Modell funktioniert sollte es auch entsprechend Deutschlandweit umgesetzt werden. Sicherlich wird auch in diesem Modell nicht alles Fehlerfrei sein, aber es zeigt uns es geht und funktioniert und was wirklich bedeutungsvoll ist es ist besser wie es zur Zeit im großteil Deutschlands abläuft. (Man sieht es ja beim Autofahren, alle fahren gemeinsam Rechts, wie wäre es wenn jeder auffeinmal fahren darf wie er will...... was wäre dann auf unseren Straßen los...... )

Ich denke wenn dieses Projekt, auf den schnellsten Weg in NRW umgesetzt wird, könnte das wirklich eine Marschrutte für ganz Deutschland bedeuten......, mit schnellsten Weg meine ich aber nicht in 8 Jahren... sondern dies sollte wirklich in 2 bis 3 Jahren soweit sein, es gibt ja eine Vorlage, somit muß ich das Rad nicht ganz neu erfinden.

Andrea bezüglich des Q - Stempels auf der Strin....., meinen habe ich immer überschmingt, deshalb hat man ihn auch gestern nicht gesehen. 

Gruß Leines
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« Antwort #18 am: 11. September 2007, 12:49:39 »

Hallo zusammen,

Zeit und Geld wird übrigens eingespart beim Cochemer Modell, indem auf lange Schreiben verzichtet wird auf allen Seiten.

Mandant/Anwalt: Stellen Antrag auf Umgang (ohne schmutzige Wäsche)
Jugendamt: Terminiert sofort und berichtet nur mündlich in der Verhandlung
Richter: Hört sich innerhalb von 3 Wochen die Beteiligten persönlich an und bemüht sich um einvernehmliche Lösung, am besten sofort
Berater: Kommen nur ins Spiel, wenn die Lösung nicht so schnell zu finden ist. Dabei horcht der Richter nach dem Stand der Dinge nach.
Gutachter: Befragen alle involvierten Stellen, auch Schule, Kindergarten usw. um sich ein umfassendes Bild zu machen

Umgang und Sorgerecht stehen eigentlich überhaupt nicht zur Disposition (außer bei Mißhandlung der Kinder). Es wird mit Blick auf die Kinder geschaut, was das Beste ist und die Eltern haben ihren Erziehungsauftrag zu erfüllen, das Beste für die Kinder zu tun.

Richter Rudolph dazu: "Sorgerecht sollte Sorgepflicht heißen. Dann gäbe es schon gar nicht mehr so viele Prozesse."

Liebe Grüße
Andrea
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« Antwort #19 am: 11. September 2007, 15:20:54 »



Hallo zusammen,

auch heute noch ging mir der gestrige Abend durch den Kopf.

Beeindruckend fand ich, daß alle Beteiligten immer wieder aus Sicht des Kindes berichtet haben.

Richter Rudolph sagte überzeugend, daß nur aus der Perspektive des Kindes eine Lösung gefunden werden kann. Wenn Eltern entscheiden  ist es gut, so lange sie gemeinsam entscheiden.

Die familienpsycholigische Sachverständige  Ursula Kodjoe schilderte einige Fälle. Ein Beispiel nannte sie, indem die Km es durch Dienstaufsichtsbeschwerden und Verweigerungen  geschafft hat, einem Kind den Vater zu entziehen. Das Verfahren ist noch nicht beendet, sie konnte jedoch selbst nicht sagen, wie es ausgehen wird. Sie ist bereits die 3. Sachverständige in diesem Fall.
Sie drückte ihre Empörtheit aus, daß so etwas in Deutschland möglich ist. Durch das Cochemer Modell kommt es erst gar nicht zu solcher Verzögerung. Sie wird einfach ausgehebelt.

Alle Beteiligten nannten dass, was in Deutschland im Familienrecht passiert fahrlässig.

Ich glaube nicht, daß dieses Modell schnell (2-3 Jahre) umgesetzt werden kann. Jedoch kann das Cochemer Modell schon angewendet werden. Es müssten halt die JAs, die RAs und auch die Richter bereit sein zusammenzuarbeiten.
Daran scheitert es doch jetzt schon, obwohl einige Dinge recht einfach durchzusetzen wären.
Selbst die Entbindung der Schweigepflicht, die hier ja immer wieder verlangt wird, schließt das Cochemer Modell durch die Vernetzung der vielen involvierten Stellen aus.

Ein Netzwerk von Fachmännern -und Frauen, jeder weiß über jeden Schritt des anderen Bescheid.

Beeindruckend für mich waren insbesondere Beispiele, die genannt wurden, die wir alle hier kennen. Betont wurde mehrmals dass es sich hier nicht um Einzelfälle handelt und dass sich einige RAs eher darauf versteifen als Kämpfer und Sieger aus dem Gerichtssaal ( mir ihren Mandanten) zu gehen, als zum Wohle des Kindes zu handeln. Eine RAin hat sich dann zu Wort gemeldet und dies für ihre eigene Arbeit verneint.
Als Antwort bekam sie darauf, daß es ja schön sei, daß sie so arbeite aber dass dies eben nicht der Regelfall ist.

Richter Rudolf sagte dazu, daß es hier keine Sieger geben kann, sondern einen Verlierer und dieser ist das Kind.

Ich glaube von diesem kindgerechten Denken, sind wir in vielen Bundesländern noch weit enfernt. Trotzdem hat es mal richtig gut getan von offizieller Seite verstanden zu werden.

Ich weiss jetzt nicht ob es Richter Rudolf sagte oder RA Theisen: Die Schriftsätze der RAs sind im Cochemer Modell inklusive Briefkopf und Anrede nicht länger als 1 - 1 1/2 Seiten. Schmutzige Wäsche aus Jahren der Ehe sind uninteressant. Die JAs schreiben gar nicht mehr. Stellungnahme wie " die Wohnung war sauber" könne man sich auch sparen.
Wichtig sei, daß innerhalb kürzester Zeit terminiert würde und an diesem Tage alle Probleme besprochen werden, auf Vorwürfe reagiert werden kann. Man müsse reden und nicht eine Stellungnahme mit der nächsten beantworten.

LG
Tina



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« Antwort #20 am: 11. September 2007, 15:38:40 »

Hallo zusammen,

was mich noch beeindruckt hat, war folgendes:

Richter Rudolf berichtete, seinerzeit gegen seinen Willen zum Familienrichter "befördert" worden zu sein. Er hätte sich bis dahin im Baurecht u.a. mit Fugenklebern beschäftigt. Das wäre auch heute noch gängige Praxis. Man könne den Richtern nicht übel nehmen, dass sie die Situationen nicht kennen und nicht einschätzen können. Er selbst hätte sich anfänglich auch gerne auf Gutachter verlassen. Das wäre bestimmt keine Böswilligkeit.

Ihm sei ein Fall besonders in Erinnerung, in dem ein Sohn ihm einen Brief geschrieben hat, in dem er bat, seinen Vater nicht mehr besuchen zu müssen. Er wäre dem Wunsch dieses jungen damals selbstverständlich gefolgt. Erst später hätte er begriffen, dass der Junge bis zum Mai des vorherigen Jahres ein gutes Verhältnis zu seinem Vater gehabt hatte und hatte diesen seitdem überhaupt nicht mehr gesehen...

Heute täten ihm die Entscheidungen, die er damals getroffen hätte, leid. Der angerichtete Schaden sei nicht wieder gut zu machen.

Die Eingaben zur Kindschaftsrechtsreform seien 1982 erfolgt. 1998 wäre dann endlich das gemeinsame Sorgerecht und das Umgangsrecht in der jetzigen Form (abgespeckt) beschlossen worden.

Mir ist bekannt, dass das Cochemer Modell mit der Begründung abgelehnt wird (zumindest hier in Düsseldorf), es sei zu teuer. Richter Rudolf hat gestern deutlich gemacht, warum das nicht stimmt. Folgeprozesse sind nämlich die Ausnahme, weil die Eltern gemeinsam eine Einigung erzielt haben und dazu gebracht werden, wieder miteinander zu sprechen.

Es bleibt nur zu wünschen, dass möglichst viele Entscheidungsträger das schnell kapieren, damit es nicht wieder 16 Jahre zu einer Reform braucht.

Liebe Grüße
Andrea
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« Antwort #21 am: 11. September 2007, 18:13:19 »

Moin,

ich muss es mal wieder schreiben: Ehen werden im Himmel geschlossen, aber auf Erden geschieden. Die Crux ist, dass man für die Auflösung einer Beziehung, zu deren Eingehen man heute nicht mal mehr ein Aufgebot oder Trauzeugen, sondern nur einen Standesbeamten braucht, die gleichen Mittel benutzt werden wie zur Aburteilung von Mördern: Gerichte, Richter, Anwälte, Schriftsätze und Gutachter. Das löst den unreflektierten Umkehrschluss aus: Wenn das die "Werkzeuge" zur Beendigung einer Ehe sind, muss es dabei ja auch (mindestens) einen Bösen geben. Bei einer Scheidung sehen viele Menschen nicht einfach das Ende eines gemeinsamen Weges (wie bei einem Job, den man irgendwann kündigt), sondern nur die Scherben von etwas, das mit einer Kutsche und einem weissen Kleid begonnen hat und lebenslang dauern sollte - einfach so.

Das Problem ist bekannt: Scheidungen sind ein gutes Geschäft - nicht nur für die beteiligten Anwälte, sondern für eine ganze Industrie. Und Interessenverbände haben ein grosses Interesse daran, alles so zu lassen wie es ist. Auch in der Medizin gibt es seit langem das Phänomen, dass man ein Medikament entwickelt - und hinterher die passende Krankheit dazu. Und wie AndreaDD geschrieben hat: Vielen Richtern ist offenbar gar nicht bewusst, welche Einschnitte ihre Entscheidungen im Leben der Menschen hinterlassen, über die sie "richten": Sie kennen die Beteiligten überhaupt nicht und haben trotzdem mit den wenigen Sätzen ihrer Urteile und Beschlüsse einen schwerwiegenden Einfluss auf deren weiteres Leben.

Modelle wie das Cochemer wären - guten Willen vorausgesetzt - innerhalb eines Jahres in nationales Recht umgesetzt. Und wenn man mit Streiten, mit Lug und Trug, mit Kindesentzug, Verleumdung und Umgangsboykott nichts mehr gewinnen kann, wäre das auch sehr schnell witzlos: Eltern wären damit auch nach ihrer Trennung einfach zur Kooperation im Interesse ihrer Kinder "verurteilt". Und mit Lösungen, die man gemeinsam gefunden hat, kann man hinterher auch viel besser leben.

Aber ich bin skeptisch: Wirklich etwas ändern wird sich erst, wenn der Zusammenhang zwischen dem geltenden Familienrecht und dem Rückgang der Geburten nicht mehr zu leugnen ist. Meinem 18-jährigen Sohn habe ich jedenfalls aus gutem Grund schon vor längerer Zeit zum Gebrauch von mindestens drei Kondomen übereinander geraten - ganz egal, was die Damen ihm über die Pille erzählen. Und irgendwann werde ich ihm erklären, was ein guter Ehevertrag ist...

Grüssles
Martin
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