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Themen => Steuern, Abgaben => Thema gestartet von: Caipi am 18. August 2006, 01:05:26



Titel: Aufteilung Steuernachzahlung im Trennungsjahr
Beitrag von: Caipi am 18. August 2006, 01:05:26
Hallo zusammen,

habe jetzt so ziemlich alle Beiträge zum Thema Einkommenssteuererklärung für das Trennungsjahr gelesen. Dass meine Ex einer gemeinsamen Steuererklärung zustimmen muss, weiß ich jetzt schon einmal. Doch wie sieht es mit einer (nicht unerheblichen) Nachzahlung aus??

Konkret gilt folgender Sachverhalt:

Trennung im November 2004, ich StKl 3, meine Ex StKl 5. Ich war das ganze Jahr berufstätig, meine Ex war zu Hause, sie hat unsere 2 Kinder versorgt. Normalerweise würde ich/wir eine Steuererstattung für 2004 bekommen. Jedoch hat meine Ex hohe Einnahmen durch Vermietung erzielt, die noch nicht versteuert wurden. Dies geschieht im Rahmen der Steuererklärung. Dadurch kommt eine nicht unerhebliche Nachzahlung auf uns zu.

Und genau da liegt mein Problem. Wie ist diese Nachzahlung aufzuteilen? Kennt jemand einen ähnlichen Fall und/oder entsprechende Urteile? Wird irgendwie berücksichtigt, dass ich bereits Steuern bezahlt habe, meine Ex aber noch nichts? Die zu versteuernden Einkommen schätze ich übrigens im Verhältnis so 65/35%, falls das irgendetwas ausmacht....

Ich hoffe, ihr könnt mir irgendwie weiterhelfen.

Danke im voraus & Gruß
Caipi


Titel: Re: Aufteilung Steuernachzahlung im Trennungsjahr
Beitrag von: seekiste am 18. August 2006, 09:50:19
Hallo,

bei mir ist es so das meine Ex selbstständig ist und wir zusammen veranlagt waren. Ich habe einen bescheid vom Finanzamt bekommen das ich die hälfte der Einkommensteuernachzahlung zu bezahlen habe. War aber nicht bereit dazu Ihr Laden Ihre Schulden. Habe dann eine getrennte Veranlagung eingereicht und wurde dann von den Schulden frei gesprochen. Brauche also nichts bezahlen nicht mein Laden also auch nicht meine Schulden. Ich weiß nicht ob Dir das was hilft , aber vielleicht doch.

Grüße

Seekiste


Titel: Re: Aufteilung Steuernachzahlung im Trennungsjahr
Beitrag von: ulliberne am 18. August 2006, 11:35:27
moin, caipi,

erstmal willkommen bei VS (= 'Vinanzen und Steuern' :puzz:), dem forum auch für steuernachzahler und leute, die es nicht werden wollen  :wink:!

soweit ich weiss (hatte mir mal ein steuerberater gesagt), müssen finanzämter auf antrag(!!) die bei gemeinsamen EStErkl berechneten steuernach-/rückzahlungen 'auseinanderdividieren'. das ist im prinzip rel. einfach, da das FA ja die jeweiligen 'verursacher' kennt - sie machen's trotzdem nicht gerne, weil's etwas mühsam und ausserhalb der routine ist :exclam:.
ich würd's einfach mal (schriftlich) versuchen 'bitte um aufteilung der steuernachzahlungsbeträge für 2004 auf (ex) und mich'.

gruss
ulli

p.s.: wenn ihr einen steuerberater damals hattet, dann kann der das doch machen!


Titel: Re: Aufteilung Steuernachzahlung im Trennungsjahr
Beitrag von: lonesomewolf am 18. August 2006, 11:58:20
hallo caipi,

lass das lieber, bei einer (fiktiven) getrennten veranlagung,
die das finanzamt auf antrag tatsächlich macht,
zieht´s dir bei eurer einkommesverteilung die schuhe aus ...,


was ich zu deiner fragestellung beitragen kann:

die rechtssprechung davon aus,
das bis zum zeitpunkt der trennung beide seiten von steuerlichen vor-/ oder nachteile "profitiert" haben

somit, wenn ihr euch erst im november getrennt habt, sind
11/12 der nachforderung auf der basis st.-kl. III / V und
1/12 der nachforderung auf der fiktiven basis st.-kl. I / I bzw. II
zu ermittlen und hälftig zu verteilen.


lg

wolf


Titel: Re: Aufteilung Steuernachzahlung im Trennungsjahr
Beitrag von: Caipi am 18. August 2006, 13:13:02
Hallo zusammen,

erst schon mal vielen Dank für eure Beiträge. Ich bevorzuge auf jeden Fall die gemeinsame Veranlagung, denn sonst zieht's mir tatsächlich richtig die Schuhe aus... :exclam:

die rechtssprechung davon aus,
das bis zum zeitpunkt der trennung beide seiten von steuerlichen vor-/ oder nachteile "profitiert" haben

Ist ja eigentlich auch eine faire Sache. Gibt's hierfür Urteile o.ä., die das belegen? :question:

somit, wenn ihr euch erst im november getrennt habt, sind
11/12 der nachforderung auf der basis st.-kl. III / V und
1/12 der nachforderung auf der fiktiven basis st.-kl. I / I bzw. II
zu ermittlen und hälftig zu verteilen.

Das verstehe ich leider nicht ganz. Heißt das, dass jeweils beide Jahreseinkommen (Ex und ich getrennt) genommen werden, gleichmäßig auf 12 Monate verteilt werden und so die (gemeinsame) Steuerschuld anhand der o.g. (fiktiven) Steuerklassen ermittelt wird? Ich hätte dann also keinerlei Vorteil dadurch, dass ich bereits Steuern gezahlt habe, oder?
Unterm Strich wird die Steuerschuld also immer hälftig geteilt? Sehe ich das richtig?

Ein leicht verwirrter
Caipi


Titel: Re: Aufteilung Steuernachzahlung im Trennungsjahr
Beitrag von: babbedeckel am 18. August 2006, 13:19:08
Hi Caipi,

also aufgrund der ehelichen Solidarität ist sie zu einer gemeinsamen Veranlagung(Splitting) verpflichtet.
Im Innenverhältnist ist dann der steuerliche Nachteil, des jeweiligen Partners auszugleichen.
Bei dir also; 11/12 gehören Euch beide zu gleichen Teilen. 1/12 mußt du mit deiner EX (im Innenverhältnis) ausgleichen.
Ist das verständlicher ?

Gruß
babbedeckel
PS: Caipi ein schönes/gutes Getränk  :wink:


Titel: Re: Aufteilung Steuernachzahlung im Trennungsjahr
Beitrag von: Caipi am 18. August 2006, 13:34:14
Hi babbedeckel,

ja, ich denke, ich hab's jetzt kapiert....  :knockout:

Ich habe es auch schon mal grob überschlagen. Unterm Strich zahlen wir beide bei gemeinsamer Veranlagung weniger. Das beste (und auch einfachste) wird wohl sein, die gemeinsame Veranlagung durchzuziehen und die Nachzahlung gleichmäßig aufzuteilen.

Bin jedenfalls froh, wenn das ganze Thema endlich ein Ende hat und ich finanziell, abgesehen vom Unterhalt  ;(, nichts mehr mit ihr zu tun habe...

Denn dann schmecken mir auch wieder die Caipis besser.... :)

LG
Caipi