vatersein.de - Forum

Themen => Trennung, Scheidung => Thema gestartet von: bgraf am 30. Januar 2003, 17:31:27



Titel: Aktuelle Rechtslage ist Scheidungsgrund !
Beitrag von: bgraf am 30. Januar 2003, 17:31:27
Meiner Meinung nach sieht es doch so aus : Die aktuelle Rechtslage ist doch der Grund der vielen Scheidungen die wir heute haben. Warum sollen die Frauen sich noch um ihre Beziehung bemühen ? Viel besser und gewinnbringender ist es doch, den Hammer fallen zu lassen, den Mann abzukassieren und die Kinder als Geiseln und Blankoschecks mitzunehmen !
Das hört sich jetzt hart an und ich erwarte auch Widerstand von Frauenseite, aber mal ganz ehrlich : Was verliert eine Frau nach der Scheidung ? Ihren Mann !
Was verliert ein Mann nach der Scheidung ? ALLES !
Seine Kinder, sein Geld, seine Zukunftsperspektive, seine Menschenrechte, usw. usf. Das ist ja alles hier in den restlichen Beiträgen gut dokumentiert.
Im Grunde müsste man also an der Wurzel dieses Übels anfangen und das heißt das Scheidungs(un)recht gründlich reformieren. Es geht mir nicht darum jetzt die Frauen zu entmündigen und das Steuer zur anderen Seite herumzureißen. Das ist Unsinn. Aber ohne eine Reform des Scheidungsrechtes, dass die Männer fertigmacht und die Frauen begünstigt (Ich habe woanders gelesen, eine Frau die nach der 2. Scheidung immer noch nicht Porsche fährt hat was falschgemacht) (Meine Frau ist übrigens jetzt auch um 300.000 DM, einen Volvo V70 und den wertvollen Teil des Hausrates reicher) werden wir die rasant kletternde Scheidungsrate niemals in den Griff bekommen.
Und wie sollen unsere Kinder Partnerschaft und Problembewältigung lernen, wenn sie vorgemacht bekommen, wie ein Teil ihrer Eltern den anderen einfach fertigmachen kann, ohne dass der was dagegen tun kann.
Und das Ganze wird dann auf ihrem Rücken ausgetragen.
Ich kenne Kinder, die jetzt ihre Mutter dafür hassen, dass diese sie nie ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater haben ließ und ihn verlassen hat. Nur, dann ist die Kindheit vorbei und ich möchte ehrlich mit der Kindheit meiner Kinder nicht tauschen.

Sagt mal was ... (auch die Frauen unter Euch !)


Titel: Re: Aktuelle Rechtslage ist Scheidungsgrund !
Beitrag von: teuker am 30. Januar 2003, 17:47:45
VETO!!!!!!!!

LOL sorry, aber du hast es so gewollt.

Ich stehe hier für die Minderheit der unterhaltspflichtigen MÜTTER und ich kann deine Aussage nicht unwidersprochen stehen lassen.

Das Scheidungsrecht an sich ist meiner Meinung nach schon ok - nur die periphäre Gesetzgebung eben nicht immer. Nein, das stimmt so eigentlich auch nicht. Auch die periphären Gesetze sind ihrem Text nach größtenteils in Ordnung, aber ihre Auslegung und Umsetzung begünstigt die von dir angesprochenen Missstände.

Ich habe diese These hier schon mehrfach formuliert und selbst auf die Gefahr hin, dass es langsam langweilig wird, stelle ich sie noch einmal zur Diskussion:

Im Zuge des gemeinsamen Sorgerechtes (wohlgemerkt für eheliche Kinder) tun sich immer mehr Familienrichter leichter damit, die Kinder nicht mehr automatisch der Mutter zuzusprechen sondern gestehen auch Vätern das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu.

So, nun hab ich als Frau was dazu gesagt - und wenn ich noch etwas ergänzen darf: wenn schon Ehe, dann plädiere ich auf eine "Ehe auf Zeit", die bei beiderseitigem Einverständnis beliebig verlängert werden kann. Würde eine Menge Ärger ersparen, findet ihr nicht? :o


Titel: Re: Aktuelle Rechtslage ist Scheidungsgrund !
Beitrag von: bgraf am 30. Januar 2003, 18:04:22
Hallo, na, ist ja prima, dass wir zu einem Diskurs kommen.

Zitat
VETO!!!!!!!!

LOL sorry, aber du hast es so gewollt.

Ich stehe hier für die Minderheit der unterhaltspflichtigen MÜTTER und ich kann deine Aussage nicht unwidersprochen stehen lassen.

Das Scheidungsrecht an sich ist meiner Meinung nach schon ok - nur die periphäre Gesetzgebung eben nicht immer. Nein, das stimmt so eigentlich auch nicht. Auch die periphären Gesetze sind ihrem Text nach größtenteils in Ordnung, aber ihre Auslegung und Umsetzung begünstigt die von dir angesprochenen Missstände.

Wieso kann es OK sein, dass es geltendes Recht ist wenn einer die Kinder 12 Tage hat und der andere 2 ?
Ich bin außerdem vehement gegen das Kinderbild, dass es in Deutschland gibt ! Kinder werden hier als "materieller Schaden" betrachtet, den es auszugleichen gilt.
Meiner Meinung nach müsste derjenige, der die Kinder HAT demjenigen, der die Kinder NICHT HAT dafür einen Ausgleichsbeitrag zahlen. Wenn ich im Urlaub bin und das Hotel murks ist, kann ich den Reiseveranstalter auf "entgangene Lebensfreude" verklagen. Ich kann mir keine größere entgangene Lebensfreude vorstellen, als von meinen Kindern getrennt zu sein !!! ICH wäre bereit dafür, meiner Ex was dafür zu ZAHLEN, dass ich die Kinder haben dürfte ! Meiner Meinung nach ist die Rechtsprechung hier pervers und geht davon aus, dass derjenige der die Kinder hat sich nicht selbst versorgen kann, was aber unzählige Alleinerziehende ohne Unterhalt, beiden Geschlechtes, Lügen strafen.

Ich habe diese These hier schon mehrfach formuliert und selbst auf die Gefahr hin, dass es langsam langweilig wird, stelle ich sie noch einmal zur Diskussion:

Im Zuge des gemeinsamen Sorgerechtes (wohlgemerkt für eheliche Kinder) tun sich immer mehr Familienrichter leichter damit, die Kinder nicht mehr automatisch der Mutter zuzusprechen sondern gestehen auch Vätern das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu.

Prima, so ist die Theorie. Jetzt kommen wir mal zur Praxis :
Die Frau sackt die Kinder ein und verschwindet mit ihnen. Der Mann ist völlig perplex, glaubt Anfangs noch daran, dass die Frau vielleicht doch wiederkommt und versucht den Ball flach zu halten und nicht sofort den Krieg um die Kinder anzufangen. 1-2 Monate vergehen und wenn der Mann dann ankommt, hat er KEINE CHANCE mehr !!! Dann heißt es : Die Kinder sind bei der Mutter doch gut aufgehoben, die Kinder brauchen Ruhe und keinen Wechsel, usw.
Warum haben denn 90% der Frauen die Kinder und nur maximal 10% der Männer ?

So, nun hab ich als Frau was dazu gesagt - und wenn ich noch etwas ergänzen darf: wenn schon Ehe, dann plädiere ich auf eine "Ehe auf Zeit", die bei beiderseitigem Einverständnis beliebig verlängert werden kann. Würde eine Menge Ärger ersparen, findet ihr nicht? :o


Sorry, aber das ist totaler Quatsch ! Zumindest wenn Kinder im Spiel sind ! Ohne, naja, magst Du Recht haben.
Mein Quote dagegen : Gütertrennung sollte bei Eingehen einer Ehe die einzige Möglichkeit sein !
Das ist jetzt nicht um die Frauen auszubooten sondern nur dafür dass die Männer überhaupt noch einen Grund haben Leistung zu zeigen und damit der "Streit" um das Vermögen während der Ehe und nicht danach stattfindet. Ich bin zum Ausgleich durchaus dafür, den Frauen die zu Hause Kinder und Haushalt machen einen Ehegattenunterhalt zu zahlen !
Allein diese Maßnahme würde meiner Meinung nach schon die Scheidungsrate halbieren !

Noch Fragen, Kienzle ??? (Ach nee, teuker :-)


Titel: Re: Aktuelle Rechtslage ist Scheidungsgrund !
Beitrag von: teuker am 30. Januar 2003, 18:19:19
LOL nee, Kienzle hat keine Fragen mehr.

Dass ein Elternteil die Kinder 12, der andere 2 Tage lang hat, liegt ja nicht im Gesetz begründet sondern in der Auslegung. Im Zuge des gemeinsamen Sorgerechtes wäre es durchaus legal, die Zeit mit den Kindern gleichmäßig zu verteilen. Rein theoretisch könnten die Kinder täglich zwischen Vater und Mutter hin und herwechseln. In wie weit so eine Vorgehensweise allen Beteiligten zuträglich wäre, darüber läßt sich streiten.

Meine These als reine Theorie abzutun, ist hier nicht angebracht, denn ich bin der leibhaftige Beweis dafür.

Kleine Bitte an unseren verehrten Webmaster DeepThought: Jörg, vielleicht hast du eine Ahnung, ob es eine Statistik gibt bzw. wo wir eine solche finden, die die Entwicklung der Zahlen von alleinerziehenden Müttern und Vätern widergeben. Wäre doch mal interessant, anhand von Zahlen meine Theorie zu überprüfen.

Ich gebe dir recht: der Großteil der Kinder aus geschiedenen Ehen lebt weiterhin bei der Mutter - aber ich glaube offen gesagt auch nicht, dass 100% der geschiedenen Väter bereit wären, ihr Dasein als Alleinerziehende zu fristen. Ich denke, hier muss man wirklich den jeweiligen Hintergrund beleuchten.

LOL und was die "Ehe auf Zeit" angeht, so ist das natürlich Quatsch. Du solltest diese Bemerkung als das ansehen, was sie ist: den Versuch, bei aller Wut, Verbitterung, Verzweiflung, Hass ein Quäntchen (Galgen)Humor zu bewahren.

"Teuker" darf man nicht immer beim Wort und schon gar nicht immer bitter ernst nehmen :cool:


Titel: Re: Aktuelle Rechtslage ist Scheidungsgrund !
Beitrag von: DeepThought am 30. Januar 2003, 18:59:26
Hallo? Seid ihr es? ;)

Willkommen @bgraf. Gerade 5 Minuten an Bord und schon geht die Post ab. Ich finde, Diskussionen wie diese sind es, die helfen können, den eigenen Standpunkt zu finden und den der anderen zu verstehen.

So, nun habe ich versucht in beide Richtungen zu schielen und darf mich ungezügelt meiner Meinungsäußerung hingeben. :P

Zitat
bgraf: Was verliert eine Frau nach der Scheidung ? Ihren Mann !
Was verliert ein Mann nach der Scheidung ? ALLES !


STIMMT! Selbst wenn sie Haus und Konten leer räumt, hat Mann kaum eine Chance, jemals wieder etwas davon zu sehen.

Bei uns hier im hohen Norden gibt es den Norddeutschen Rundfunk. Kürzlich auf dem Weg zur Arbeit hörte ich eine Sequenz aus dem Satire-Beitrag 'Die Schröders privat' Ehepaar Schröder sitzt mit Töchterchen beim Frühstück. Das Kind eröffnet, seine Barbie-Puppen bei nächster Gelegenheit auf dem Flohmarkt verkaufen zu wollen. Erst kürzlich hat sie mit Ken schon mal geübt und ihn für gerade noch 3 Euro losschlagen können. Mehr war wirklich nicht drin, denn der hat ja nix weiter außer sich selbst. Aber sie hat ja die Strand-Barbie. Hierfür bekäme knappe sie 5 Euro, weil sie nicht so viel Kleidung dabei hat. Für die Prinzessin-Barbie gibt es immerhin schon 20 Euro, denn die verfügt über einen wahrlich gut ausgestatteten Kleiderschrank. Ganz tolle Pläne hat sie mit der Fitness-Barbie. Die sieht immer ausgeruht und gesund aus. Hierfür sind locker 50 Euro drin. Hier fragt doch mal Herr Schröder nach, warum diese Barbie so teuer sein solle, weil so ein Fitnessanzug doch mit den Kleiderschrank der Prinzessin nicht zu vergleichen sei. Das Töchterchen erklärt, es sei die Ex-Frau vom Ken. Nun versteht Herr Schröder den hohen Preis der Fitness-Barbie. Die hat ja das Auto, das Haus, die Aktien, die Freunde...

Satire ist immer so treffend.

Zitat
So, nun hab ich als Frau was dazu gesagt - und wenn ich noch etwas ergänzen darf: wenn schon Ehe, dann plädiere ich auf eine "Ehe auf Zeit", die bei beiderseitigem Einverständnis beliebig verlängert werden kann. Würde eine Menge Ärger ersparen, findet ihr nicht?


Ich kann mir nicht vorstellen, wie das praktisch laufen soll, bringt es doch den Schwächeren in die missliche Lage, sich frühzeitig zu unterwerfen. Denn wenn er nicht pariert, muss er zahlen. Ändert am bisherigen Verfahren nix, verlagert die Demutshaltung und Erpressbarkeit bereits in die Ehezeit hinein.

Die skandinavischen Länder, Vorreiter in sozialen Belangen, machen es ganz einfach. Beide Elternteile müssen arbeiten. Ehegattenunterhalt gibt es nicht, nur Kindesunterhalt.

Warum dem Umgangsboykott nicht begegnen, wie die Franzosen. Ein Warnschuss in Richtung Boyotteur, kommt es nochmal vor gibt es 6 Monate Beugehaft.

Wenn ich meinen Artikel über die  Untersuchung zu Unterhaltszahlungen (http://www.vatersein.de/modules.php?name=News&file=article&sid=47&mode=thread&order=1&thold=0) richtig gelesen habe, sind es zu 96 % Mütter, die Unterhalt bekommen. Ich weiß, @teuker, unter welchen Entbehrungen Du zu den verbleibenden 4 % gehörst.

Viel wichtiger ist, dass 22 % der Unterhaltsberechtigten einen Betrag erhalten, der unter dem Regelbetrag liegt. Das ist schlimm für die Unterhaltsempfänger. Es bedeutet aber auch, dass 22 % der Unterhaltspflichtigen vom Selbstbehalt 'leben', also Sozialhilfeniveau haben.

Zitat
Gütertrennung sollte bei Eingehen einer Ehe die einzige Möglichkeit sein !


Ist auch nicht die Lösung. Ich halte den gesetzlichen Stand der Gütergemeinschaft für erst einmal ok. Bringt jedoch einer wesentlich mehr Vermögen in die Ehe ein oder ist ein ungewöhnlicher Vermögenszuwachs durch nicht gemeinsam erarbeitetes (Schenkung, Erbe) zu erwarten, ist das auch wieder ok. Aber zunächst einmal sollten beide gleich 'starken' Parteien auch gleich behandelt werden untereinander.

Ich habe heute an irgendeinen Herrn Wegner bei der Bild (ich weiß, ich weiß,...) meine Sichtweise gemailt, weil er im Rahmen eines Berichtes über das BVG-Urteil von gestern darum bat. Meine Meinung ist ganz klar:

Die Frau verschanzt sich wie ein Terrorist hinter den Kindern und brüllt den Vater an 'Schieß doch!". Die deutsche Rechtsprechung steht daneben und applaudiert entzückt.

'tschuldigung, aber so ist es. Wenn man mit ehrlichen Argumenten vor Gericht steht, hat man gegen die tatsachenverdrehenden gegnerischen Interessenvertreter (Anwalt wäre hier gelogen) keine Chance. Die Richter wollen belogen werden, sie wollen in ihrem alten Rollenverständnis bestehen können.

Insofern:
Zitat
Das Scheidungsrecht an sich ist meiner Meinung nach schon ok - nur die periphäre Gesetzgebung eben nicht immer. Nein, das stimmt so eigentlich auch nicht. Auch die periphären Gesetze sind ihrem Text nach größtenteils in Ordnung, aber ihre Auslegung und Umsetzung begünstigt die von dir angesprochenen Missstände


Wenn ein Gesetz Deutungsspielräume läßt oder durch Auslegung und Verzerrung gefügig gemacht wird, so ist es kein Gesetz. Und diese Deutungsspielräume und Auslegungen werden dann zum Betätigungsfeld der Anwälte. Und hier gilt ganz eifach: Der Bessere gewinnt. Schließlich schulden Anwälte ja nur ihrem Mandanten Erfolg. Ob das gut ist für andere, darf sie aus der Gewinnerzielungsabsicht heraus nicht interessieren.

Meiner Meinung nach ist es nicht ausreichend publik, dass ein Unterhaltszahler Im Krater des Ruins steht. Dass er nicht mehr in der Lage, dem Land zum wirtschaftlichen Erfolg zu verhelfen, es sei denn, er verzichtet auf die seltene warme Mahlzeit. Es scheint auch so, der Staat wolle keine Zweitfamilie. Warum sonst stellt er deren Belange hinter die der Erstfamilie?

Na, sprecht ihr noch mit mir? :cool:


Titel: Re: Aktuelle Rechtslage ist Scheidungsgrund !
Beitrag von: teuker am 30. Januar 2003, 19:21:31
LOL na klar reden wir noch mit dir - schließlich sind wir doch schon groß und haben gelernt, auch die Meinung der Anderen gelten zu lassen, oder nicht?

Die von dir zitierte Statistik sagt nicht zufällig auch etwas darüber aus, wie sich die Zahl der männlichen und weiblichen Alleinerziehenden seit Einführung des gemeinsamen Sorgerechts (01.07.98 glaube ich) entwickelt hat? Ich muss gestehen, ich hab jetzt noch nicht nachgeguckt, bin ich heute für Zahlen ohnehin nicht SO aufnahmefähig.

Meine Aussage zur Ehe auf Zeit habe ich ja bereits relativiert bzw. ins rechte Licht gerückt. Ich glaube, in Zukunft sollte ich nicht ganz ernst gemeinte Aussagen deutlicher kennzeichnen. :(

Was die Deutungsspielräume in der Legislative angeht, muss ich dir unumwunden recht geben - da habe ich mir selbst widersprochen. Ein Gesetz, das solche Spielräume lässt, kann nicht wirklich in Ordnung sein - ich nehme diese Aussage also in vollem Umfang zurück.

So, und da ich nun einmal zu den von dir zitierten 4% gehöre, werde ich mich gleich mal auf die Socken machen, um den von mir geforderten Unterhalt zu erwirtschaften. Da fällt mir ein: Irgendwann im Jahr gibt es doch einen Tag, von dem an der Steuerzahler nicht mehr fürs Finanzamt, sondern für sich selbst arbeitet. Ich müsste mal ausrechnen, wann im Monat der Tag ist, an dem ich anfange, für MICH zu arbeiten. Vielleicht bin ich an diesen Tagen dann (noch) motivierter zur Arbeit ? :) (dies war eine nicht ganz ernst gemeinte Aussage)


Titel: Re: Aktuelle Rechtslage ist Scheidungsgrund !
Beitrag von: DeepThought am 30. Januar 2003, 19:25:44
Wir hatten und wohl beide gleichzeitig mit diesem Thread beschäftigt. Aus diesem Grunde hatte ich Deinen 'Rückzieher' nicht bemerkt.

Nach so einer Statistik werde ich mal suchen. Mal sehen, ich hab' da so einen Account beim Bundesamt für Statistik ;)

Ich vermute, DEIN Tag liegt irgendwo Mitte November? :o

[Editiert am 30/1/2003 von DeepThought]


Titel: Re: Aktuelle Rechtslage ist Scheidungsgrund !
Beitrag von: teuker am 30. Januar 2003, 19:32:18
jo, irgendwo zwischen absoluter Pleite und Weihnachtsgeld :mad:



Titel: Re: Aktuelle Rechtslage ist Scheidungsgrund !
Beitrag von: frankl am 04. Februar 2003, 08:34:23
Zitat
LOL nee, Kienzle hat keine Fragen mehr.

Dass ein Elternteil die Kinder 12, der andere 2 Tage lang hat, liegt ja nicht im Gesetz begründet sondern in der Auslegung. Im Zuge des gemeinsamen Sorgerechtes wäre es durchaus legal, die Zeit mit den Kindern gleichmäßig zu verteilen. Rein theoretisch könnten die Kinder täglich zwischen Vater und Mutter hin und herwechseln. In wie weit so eine Vorgehensweise allen Beteiligten zuträglich wäre, darüber läßt sich streiten.

Meine These als reine Theorie abzutun, ist hier nicht angebracht, denn ich bin der leibhaftige Beweis dafür.

Kleine Bitte an unseren verehrten Webmaster DeepThought: Jörg, vielleicht hast du eine Ahnung, ob es eine Statistik gibt bzw. wo wir eine solche finden, die die Entwicklung der Zahlen von alleinerziehenden Müttern und Vätern widergeben. Wäre doch mal interessant, anhand von Zahlen meine Theorie zu überprüfen.

Ich gebe dir recht: der Großteil der Kinder aus geschiedenen Ehen lebt weiterhin bei der Mutter - aber ich glaube offen gesagt auch nicht, dass 100% der geschiedenen Väter bereit wären, ihr Dasein als Alleinerziehende zu fristen. Ich denke, hier muss man wirklich den jeweiligen Hintergrund beleuchten.

LOL und was die "Ehe auf Zeit" angeht, so ist das natürlich Quatsch. Du solltest diese Bemerkung als das ansehen, was sie ist: den Versuch, bei aller Wut, Verbitterung, Verzweiflung, Hass ein Quäntchen (Galgen)Humor zu bewahren.

"Teuker" darf man nicht immer beim Wort und schon gar nicht immer bitter ernst nehmen :cool:


Titel: Re: Aktuelle Rechtslage ist Scheidungsgrund !
Beitrag von: frankl am 04. Februar 2003, 08:38:44
Das hört sich ja immer unheimlich nett an! Es könnte, wäre wenn! Die Auslegungssache sollte man nicht nur in Gänze dem Gericht vorwerfen. Es stellt sich ja leider immer wieder raus das es meist die Frauen sind die das Recht so auslegen wie es ihnen in den Kram paßt!
Frau hat das Überrecht über alles was die Kinder angeht! Um dem Mann, aus welchen Gründen auch immer, eines auszuwischen entzieht man den Kindern den Vater! So ist das geltende Recht.
In meinem Fall sieht es sogar so aus das auch das Jugendamt keinerlei Interesse am kindeswohl hat. Die Kinder sind seit der Trennung im Hort untergebracht ohne das die Mutter arbetien geht. Mein empfinden ist das die Kinder in der Zeit besser beim eigenen Vater aufgehoben sind als in einer Fremdbetreuung. Aber auch das schert das Jugendamt recht herzlich wenig! So lange auch von amtlicher Seite keinerlei Unterstützung kommt, wird es schwer für einen Richter gegen die gängige Praxis anzustinken! Denn alle 14 Tage das Wochenende ist ganz normal und jeder weitere Tag hängt vom goodwill der Frau ab und wird als äußerst großzügig bewertet. Aber wer fragt dabei die Kinder???


Titel: Re: Aktuelle Rechtslage ist Scheidungsgrund !
Beitrag von: teuker am 04. Februar 2003, 09:53:43
Das Schlimme bei der ganzen Diskussion ist:

Die Justiz ist nicht objektiv. Entscheidungen in Fragen des Familienrechts hängen - so meine Erfahrung - eng mit der Person und persönlichen Einstellung des Richters zusammen.

Trifft man im Verlauf einer Scheidung auf einen Familienrichter, der ein eher traditionelles Rollenverständnis hat, wird dieser das Aufenthaltsbestimmungsrecht nur im Ausnahmefall auf den Vater übertragen - trifft man auf einen "emanzipierten" Richter, ist grundsätzlich alles möglich (so geschehen in meinem Fall).

Eines muss ich mal sagen, nur für den Fall, dass ich geklungen habe wie ein eiserner Verfechter unserer Justiz:
ich war damals genauso frustriert und fühlte mich ungerecht behandelt wie jeder Vater in meiner Situation. Nur: letztendlich habe ich einen psychologisch geschickten Schachzug gemacht und dem Richter die Entscheidung abgenommen, indem ich nachgab und zustimmte, dass die Kinder beim Vater bleiben können. Dies hat wesentlich zur Entspannung meines Verhältnisses zum Ex beigetragen und den Kindern eine Menge Schwierigkeiten erspart.

Dass ich dabei die A...karte gezogen habe, liegt auf der Hand, aber ich habe es zum Wohl der Kinder getan.

Jede Trennung oder Scheidung bringt mehr oder weniger negative Gefühle für den jeweils anderen Partner zu Tage und es ist eine Frage des Charakters, die Kinder da raus zu halten. Wie diese Page zeigt, ist das nur in den seltensten Fällen möglich - und DAS ist es, was wirklich traurig macht.

Ich verstehe die Frauen nicht, die ihren Kindern aus einer Machtposition heraus den Vater entziehen und ich kann nur hoffen, dass diese Kinder später den Mut haben, Fragen zu stellen, den Kontakt zum Vater zu suchen und sich die andere Seite anzuhören.

Fazit: sich scheiden zu lassen ist keine große Kunst - aber sich menschenwürdig und fair scheiden zu lassen, erfordert Respekt vor dem ehemaligen Partner und vor allem einen ungetrübten Blick auf das Wohl der Kinder (der nur den wenigsten wirklich gelingt)

Lieben Gruß
Gaby