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Allgemein => Cafè => Thema gestartet von: Malachit am 03. Oktober 2017, 23:55:18



Titel: Tag der deutschen Einheits-Politiker
Beitrag von: Malachit am 03. Oktober 2017, 23:55:18
Hallo zusammen,

seufz. Irgendwie dachte ich mir, ich müsse heute unbedingt noch etwas zu der unerträglichen Rede unseres unerträglichen Bundespräses schreiben - aber Hadmud Danisch kann das sowieso besser als ich es könnte. Hier ein Ausschnitt aus seinem heutigen Blog-Eintrag über den "Bundesblender Steinmeier":

Zitat
Was sagt der da?

Nicht, dass sich was ändert. Nicht, dass die Politik mal zuhört. Er sagt, dass der Bürger der Propaganda zu lauschen und zu folgen hat. Nicht der Politiker macht etwas falsch oder folgt nicht dem Volk, sondern das Volk hat gefälligst zu fressen, was die Politik diktiert. Der Mann hat offenbar nicht verstanden, was „Demokratie“ heißt: Herrschaft des Volkes. Demokratie ist, wenn die Staatsgewalt vom Volke ausgeht. Wenn also die Politik dem Volk zuhört und nicht umgekehrt.

Und dieser Mann hat die Stirn, besitzt die Frechheit, die schiere Unverfrorenheit, vor vollversammeltem Saal und als Repräsentant unseres Staates zu sagen, dass es demokratiekonstitutiv sei, wenn der Bürger der Politik zuhört und deren Argumenten zu folgen hätte. Und keiner erhebt Kritik. Die Presse berichtet freudig.

Ist in Gänze lesenswert, wie so vieles bei Danisch: http://www.danisch.de/blog/2017/10/03/bundesblender-steinmeier/

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Tag der deutschen Einheits-Politiker
Beitrag von: JoachimC am 06. Oktober 2017, 15:20:00
Vielleicht hat der Danisch sogar Recht, aber seine Argumentation ist schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Das macht dann eben den Unterschied zur "Systempresse" aus ;)


Titel: Re: Tag der deutschen Einheits-Politiker
Beitrag von: oldie am 09. Oktober 2017, 23:12:16
Moin

Naja. Wenn die verantwortlichen Politiker - also die jeweils in Amt und Würden samt ihren Lakaien in den Amtsstuben - geschlossen die letzten Jahre und Jahrzehnte ihren Souverän täuschen, belügen, ignorieren, dann fällt mir nur noch die franz. Revolution in ihrer Konsequenz ein. Wozu mit Worten agrumentieren, wenn es sowieso den Adressaten nicht interessiert? Vielleicht liegt hier die ggw. "Aufsässigkeit", die sich kein etabliertes Meinungsforschungszentrum so richtig zu erklären kann/traut. :wink:

Gruss oldie

Edit und PS:
Danisch hat nicht recht, will er auch gar nicht. Niemand (gemeint ist die Einzelperson) hat recht. Aber er hat (s)eine Meinung und spricht sie aus. Der Betrachter mag beurteilen, ob er sie teilt, inwieweit er sie teilt - oder ablehnt. Ich jedenfalls finde sie ein wenig handzahm. Jedenfalls hat er ziemlich gut dediziert einige sehr wichtige Punkte des heutigen politischen Sprachgebrauchs heraus gearbeitet.